Mittwoch, 3. Januar W
184- Jahrgang
auf s i ch
Gefahrenzone
Hindenburg hat in feiner Erwiderung auf die Glückwünsche der Reichsregierung darauf hinge- wiesen, daß der Umschwung der Verhältnisse in Deutschland in erster Linie das. Werk des Reichskanzlers Adolf Hitler ist, und hat besonders in bezug auf das Gelingen des Winterhilfswerkes und darauf, daß Millionen arbeitswilliger Hände wieder schaffen können, den Erfolg der kraftvollen Führung Hitlers und der hingebenden Arbeit seiner Mitarbeiter zugeschrieben. Der Führer selbst hat in einem Aufruf an feine Parteigenossen eine Bilanz seiner Arbeit gezogen. Sie atmet den Geist berechtigten Stolzes, kennzeichnet aber auch den festen Willen, auf der bisherigen Grundlage die Arbeit fortzusetzen, den unerschütterlichen Willen vor allem, den Kampf gegen die Not erfolgreich zu beenden. Mit Nachdruck hebt der Führer hervor, daß die Katastrophe unserer Arbeitslosigkeit nur behoben werden kann durch die äußersten Anstrengungen aller, denen allein das gläubige Vertrauen die Voraussetzungen zum Er- olge schaffen kann. Der Führer darf überzeugt sein, daß in diesem Bestreben das ganze Volk mit ihm einig ist und ihn dabei unterstützen wird.
gleichzeitig 12 000 bis 15 000 Arbeiter beschäftigt werden. Der Bau dieser Strecke wirkt ungewöhnlich günstig auf den Arbeitsmarkt des ganzen Landes. Der dauernde Nutzen durch den gesteigerten Fremdenverkehr und der damit zusammenhängenden gewaltig gesteigerten Bautätigkeit in den Durchzugsgebieten der Autostraße ist gar nicht abzusehen.
Die Reichsautobahn Stuttgart—Ulm erfordert einen Bauaufwand von etwa 40 Millionen Mark. Mit der Erbauung dieser Strecke wird die Landeshauptstadt Stuttgart möglicherweise zum Knotenpunkt der Reichsautobahnen werden. Württemberg hat sich verpflichtet, auf die Dauer eines Jahres eine Vorfinanzierung von sieben Millionen Mark zur Verfügung zu stellen, die von der Gesellschaft Reichsautobahnen verzinst werden. Der hierzu notwendige Grund und Boden wird vom württembergi- schen Staat unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die württembergische I n d u st r i e und die Städte Stuttgart und Ulm haben für die Kosten des Grunderwerbs eine beträchtliche Summe als freiwillige Spende aufgebracht. Die Reichsautobahn erschließt der Wirtschaft ein Gebiet, das seither überhaupt nicht erschlossen war und sich im Laufe von 10 bis 15 Jahren unbedingt entwickeln wird.
lini und Macdonald, so betont das Blatt, hätten noch nicht abgerüstet. Wenn die Gerüchte zuträfen, wonach von einer befreundeten Macht in Paris Schritte unternommen worden feien, die Denkschrift in einigen Punkten abzuändern, so könne cs sich nur um England handeln. Diese Annahme werde außerdem durch die merkliche Zurückhaltung der englischen politischen Kreise bestärkt..
Der „T e m p s" schreibt, Frankreich wolle bewei- en, daß man nichts unversucht lassen dürfe, beoar man den Bankerott der Abrüstungskonferenz ver-
R o m, 2. Jan. (DNB.) Der englische Außenminister Sir John Simon ist mit einem dreimotorigen Wasserflugzeug von der Insel Capri nach dem römischen Seeflughafen Ostia gestartet und von dort aus mit dem Kraftwagen in Rom e i n getroffen. Er hat in der englischen Botschaft Wohnung genommen. Die Verständigung zwischen London und Rom über die Art des Vorgehens in der Abrüftungs- und der Völkerbundsfrage ist zweifellos sehr gut vorbereitet. Es wird sich in den Unterredungen zwischen Mussolini und Simon wohl vor allem darum handeln, festzustellen, wie die Rollen in den beiden Fragen verteilt werden sollen, oder ob etwa ein auch äußerlich gemeinsamer Schritt unternommen werden soll. In der Frage der Völkerbundsreform erscheint das letztere wenig wahrscheinlich.
Der römische Korrespondent der ,M o r n i n g - P 0 fr gibt folgenden Bericht über dieita- l i e n i s ch e n A b s i ch t e n: In der Abrüstungs- srage muß eine englisch-italienische Zusammenarbeit ein Wettrüsten verhindern. Bon einer Reuauflage der Vorschläge Simons (vom Oktober v. 3.) wolle Italien nichts wissen, weit es sie für schlimmer als zwecklos hält, denn es stehe bereits fest, daß sie für Hitler unannehmbar sind. Italien ist der Ansicht, daß eine weitgehende und wirksame Abrüstung nicht zu erreichen ist und glaubt daher, daß es besser wäre, wenn Deutschland etwas Spielraum gegeben werde, um dadurch künftige übertriebene Forderungen zu verhindern. Von einer schrittweisen Abrüstung will Italien nichts wissen.
Was die Völkerbundsreform angeht, so wird Mussolini drei Gesichtspunkte vorbringen:
1. Die Vülkerbundssahung muh von den Friedens-Verträgen losgelöst werden.
2. Beseitigung derSanktionsverpslich- tung.
3. Abänderung der Stellung der verschiedenen Mitgliedsstaaten entsprechend der Last ihrer Verantwortlichkeiten.
* Der Korrespondent glaubt, daß die italienische Regierung im Anschluh an die Besprechungen in Rom schriftliche Vorschläge nach Gens und an die Großmächte übermitteln wird.
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OasZahr des Ausbaues
Die Zeit der Feste ist vorüber und damit die Zeit stiller Besinnlichkeit, innerer Einkehr und deutscher Weihnachtsfreude. Wie immer fand die Weihnachtswoche ihren Ausklang in der Silvefter- freude und in der Neujahrsfeier; aber auch sie war ruhiger als sonst, war frei vom lauten inhaltslosen Jubel und Trubel, dafür aber um so inniger und von dem festen Willen beseelt, mit neuer frischer Kraft an die Arbeit zu gehen. Die Neujahrs- empfänge beim Reichspräsidenten ent- prechen einer alten Tradition. Diesmal aber fehlte bei ihnen nicht die Wärme und Herzlichkeit, die dem Gefühl der Dankbarkeit für das große deutsche Geschehen im Jahre 1933 entsprachen. Aus den Bildern über die Empfänge des Diplomatischen Korps und der Reichsregierung ist zu ersehen, wie der Reichspräsident trotz seiner 86 Jahre aufrecht und kraftvoll die Reden des Päpstlichen Nuntius als Doyen des Diplomatischen Korps und des Reichskanzlers für die Reichsregierung entgegennimmt. Mit Recht hat Nuntius Orsenigo heroorge- hoben, daß die Glückwünsche des Diplomatischen Korps noch eine freundliche Note durch die Feststellung der Rüstigkeit des Reichspräsidenten, die der Arbeit und den Jahren zu trotzen scheint, erhalten.
lin die Abrüstung auf der Grundlage des französischen Plans für durchführbar hielte und wenn auf jeden Fall alles für die Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz versucht werden würde. — ,,N o tr e Te mp s" erhofft von Deutschland eine Antwort noch vor Wiederaufnahme der Genfer Ab- rüstungsarbeiten. Je schneller die Antwort eingehe, umso besser sei es.
Oie pariser Denkschrift wird geprüft
Berlin, 2. Jan. (DNB.) Der französische Vot- schafter Franxois Poncet hat, wie bereits gemeldet, bei seinen mündlichen Erklärungen auch ein Aide mSmoire überreicht, bei dem es sich um eine sehr ausführliche Aufzeichnung handelt. Dieses Aide numoire wird gegenwärtig von den zuständigen Stellen der Regierung geprüft. Sein Ton ist höflich und entgegenkommend. Die Aufzeichnung bringt aber keinerlei Sensationen. Infolge der kürze der Zeit konnte bisher von deutscher Seite noch nicht dazu Stel-
DieneueMchsaulodahnStuttgarWmdurchWI imlzweU kmlangenTmuiels die SchwälWeAib Zedeutende wirtschaftliche Belebung für Württemberg.
Im halbamtlichen „G i o r n a l e d ' Italia" sagt Gayda in einem für den italienischen Standpunkt maßgebenden Artikel u. a., die Präventivkriegsidee französischer Militaristen sei zu toll, als daß sie von einer verantwortlichen Regierung ernsthaft erwogen werden könnte. Außerdem würde sie bald auf d i e feindliche Einstellung der geistig gesunden Völker stoßen, Italien und England in erster Linie. Aber im Rustungs- wettkarnps befinde man s i ch schon als Folge des anderthalb Jahre unnützen Geschwätzes in Gen,. Die Anhänger von Versailles schrien über Vertragsverletzung. Aber die unparteiischen Beobachter erkennen die Gefahr an, die um Deutschland herum entstehe, und die ihm die Entscheidung aufzwinge. Frankreich leiste der Sache des Friedens keinen guten Dienst, wenn es Vorschläge mache, die von vornherein für einen Teil unannehmbar schienen. Auch Italien sei nicht für Aufrüstung, sondern für ehrliche Abrüstung. Aber die zwei Jahre Genfer Diskussion hätten gezeigt, daß eine unmittelbare wirkliche und weitgehende Abrüstung noch nicht möglich sei, daraus müsse man fußen. Könne man denn nicht Deutschland ein wenig Vertrau- e n schenken? Das scheine das beste Mittel, um ein „eventuelles Uebermaß in seinen Forderungen zu verhindern". Das sei auch die englische Auffassung, wenn man nach den Reden von Macdonald und Simon und der Haltung eines großen Teils der britischen Presse urteilen dürfe.
Was will Frankreich?
Berlin, 2. Jay. (DNB.) Unter den eben vom Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen zum Bau freigegebenen 1000 Kilometer neuen Reichsautobahnstrecken befindet sich, wie der „Völkische Beobachter" meldet, auch das Teilstuck der großen West - Ost - Linie P f a l z—S! t u t t g a r t— Münche n—S a l z b u r g, von Stuttgart über die Schwäbische Alb nach Ulm. Auf verhältnismäßig kurzer Strecke muß ein erheblicher Höhenunie r- s chied , das Hauptgebiet der sich quer zur Laurichtung ziehenden Schwäbischen Alb, überwunden werden. . ,, .
Die neue Reichsautoftraße folgt nicht dem uralten Saufmannsroeg durch Neckar- und Filstal, sondern geht über die Hochebene hinter Stuttgart in gerader Linie nach Wie, en steig im oberen Fllstal. Hier werden die neuen deutschen Straßenbauer in wörtlichem Sinne neue Wege gehen, indem man hier das Gebirge in i>«i Doppeltunnel von vier Kilometer Länge durch stößt. Das schmale, tief emge- schmtt?ne Filstal bei Wiesensteig wird mit einer Straßenbrücke von S00 Meter Länge überspannt. Diese kühne Anlage der Straße hat den großen Vorzug, daß sie ,n dem dicht besiedelten Teil des wurttembergischen Landes am wenigsten das vorhandene Straßennetz zerschneidet. Wo gue-rlausende Straßen und Bahn- (inten nicht zu vermeiden sind, wird ste die Auto- itraße unter- oder überführen. Die allgemeine Aus- ührung entspricht auch aus diesem besonders schwie- rigen Teil den sonstigen besonderen Richtlinien, also ,mei Fahrbahnen von je 7,5 Meter Breite mit dazwischenliegendem fünf Meter bre,- ten Grünstreifen und an den Seiten je 1,5 Meter ^Hü" Württemberg bedeutet der Ausbau dieses Teilstücks, mit dessen Bau bereits im ^°nuar begonnen wird, zunächst eine außerordentliche wirtschaftliche Belebung, ist doch die Unzeit auf zwei Jahre veranschlagt, wahrend hierbei
Oie Wiederherstellung der nationalen Wirtschaft in LIGA
Roosevelt plant keine Aenderung des grundsätzlichen Kurses.
Washington, 2. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt hat die Feiertage dazu benutzt, um mit seinen Ministern und den Parteiführern die letzte Feile an den strategischen Plan für den Kongreß zu legen, der nach langer Pause seit etwa Mitte Juni am 3. Januar wieder zu einer ordentlichen Tagung Zusammentritt. Die Aussichten Roosevelts sind günstig, insbesondere, da die Republikanische Partei sich entschlossen hat, keine parteiliche Opposition zu treiben.
Roosevelt plant keine Aenderung seiner bisherigen Methoden. Beweis dafür ist die endgültige Ernennung des auf neue Finanz- metyoden eingeschworenen M o r g e n t h a u zum Finanzminister. Weder eine Stabilisierung noch eine Devalvierung dürften unmittelbar bevorstehen. Immerhin wird durch Goldankäufe und Goldeinziehungen, sowie durch informelle Besprechungen mit der Bank von England die Vorbereitung für eine spätere Devalvation getroffen. Eine Inflation in Form ungedeckter Notenausgabe erscheint nach wie vor vollkommen unwahrscheinlich, dagegen ist bereits die Grundlage für eine gewaltige Kreditauswel- tung gelegt, die der Präsident durch eine behörd-
Das Jahr der nationalen Erhebung hat die staatsrechtliche Voraussetzung für die Reichsregierung geschaffen, das Werk des Wiederaufbaus unbeeinflußt und ungestört unter Einsatz aller Kräfte in Angriff nehmen zu können. Alle innerpolitischen Reibungsflächen sind beseitigt worden, so daß nur noch ein starker Wille von oben nach unten dringt, um hier auf her Grundlage eines unbedingten Vertrauens sich auswirken zu können. Der Reichskanzler hat das Jahr 1934 selbst als das Jahr des Auf baus bezeichnet. Was bisher geschehen ist, ist außer her staatsrechtlichen Neugestaltung des öffentlichen Lebens im wesentlichen dazu bestimmt gewe- en, her ungeheuren Not jener Volksmassen ein Ende zu machen, die jahrelang den seelischen und wirt- chaftlichen Druck her Arbeitslosigkeit aushalten mußten. Die zweite Welle im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat schon eingesetzt, denn die Reichsregierung hat zu jeher Zeit und an jeher Stelle die Maßnahmen und Einrichtungen getroffen, um immer wieder Tausenhe von Krisenopfern in hen Wirt- schaftsprozeß einreihen zu können. Das Jahr des Aufbaus wird den Kampf gegen hie Arbeitslosigkeit insofern noch weiter treiben, als nunmehr auch die Landwirtschaft für hie Belebung und hie Entwicklung des Binnenmarktes eingesetzt werden kann. Das ist ja die überragende Leistung der Reichsregierung, haß sie nicht ab märtet, bis fid) außenpolitisch der Horizont aufklärt, bis hie Völker sich darüber einig werden, die Zollmauern und die fast unüber- fteigbaren Mauern des Mißtrauens abzutragen. Deutschland müßte nicht die Herzkammer Europas sein, wenn nicht der gewaltige Aufstieg der innerdeutschen Wirtschaft auf die anderen Länder einen starken Reiz ausübte. Das Ausland hat nun hie Er ahrung gemacht, daß das neue Deutschland die Kraft und die Stärke in sich trägt, sich r * * selbst z u stellen, um aus der G< her Wirtschaftskrise herauszukommen.
Das Jahr des Aufbaues soll roirflid) dem Auf- bau dienen, dem Aufbau eines Staates und einer Wirtschaft, der die Nation als solche gegen jeden Angriff von innen oder von außen unüberwindlich macht. Der Aufbau wird sich nicht darauf be- schränken, die Krisenopfer vom Arbeitsmarkt wegzuziehen, sondern die Grundlagen einer Wirtschaft herzustellen, die sich nach menschlichem Ermessen als krisenfest bewähren wird. Wenn ine enge Verstrickung in dem Außenhandel immer wieder zu Rückschlägen führt, fo wird ein Volk von 60 Millionen die Mittel und Wege finden müssen, um diese Rückschläge aufzufangen. Es wird Sache der anderen Völker sein, den Außenhandel so zu entwickeln, daß er nicht nur dem Güteraustausch dient, sondern aud) der Befriedung der Völker. Daran ist zu erinnern, weil gerade das Ausland fid) unzufrieden zeigt mit der Politik, die Deutsd)laiid zum Schutz feiner Währung und Wirt- schäft hat einleiten müssen, zumal diese Politik nicht Selbstzweck ist, sondern Vorsorge treffen soll, daß nicht wieder Millionen von Volksgenossen fahre« lang ohne Arbeit und Brot bleiben.
Die Sicherung der staatlichen und sozialen Grund« lagen läßt den Aufbau noch höher führen, laßt die stolze Wölbung zu, die der geistige Ueberbau dem deutschen Volke bedeutet. Das neue Reich will einen Ausbau, in dem soziale Bindungen eine Gliederung herbeiführen, die Staat und Volk unlösbar verketten. Je mehr das deutsche Volk an
Simons Besuch in Rom.
England und Italien beraten eine gemeinsame Marschroute
Paris, 3. Jan. (DNB.-Funkspruch.) In gut unterrichteten französischen Kreisen weist man noch einmal darauf hin, daß die etwas übereilte Ueber- reichung der französischen Denkschrift in Berlin erfolgt ist, da dieVertreter einer „befreundeten Macht, die in dieser Frage mehrfach gezögert habe, und die nach ihren bisherigen Gewohnheiten an Vergleichslösungen denke", am Sonntag- nachmittag am Quai d'Orsay vorstellig geworden seien, um gewisse tatsächliche Abänderungen und wenn möglich eine leichte Lockerung der Haltung Frankreichs vorzuschlaaen
In der radikalsozialistischen „Republique sagt Bayet, e- sei gut, daß man sich in Berlin dar- über im klaren sei, daß sich alle sranzosischen Republikaner in dem Willen zur Abrüstung und zur N-rltändiauna einig seien. Die augenblickliche Lage st esten Na?. De? Reich-kanzler habe sich bereit- 'erklärt, bi- auf da- letzte Gewehr abzuru -n vor- ausgesetzt, daß man Deutschland d>e Gleichberechtigung zugestehe. Frankreich habe diese Erklärung entgegengenommen und schlage deshalb f u r b e i d e Länder zwei herabgesetzte und gleiche 81 tT/ sozialistische „P o p u l a i r e" fordert noch «tnrnal beschleunigte Veröffentlichung der französischen Denkschrift, um allen Manovern, die In Vorbereitung sind, di- Spitze abzubrechen. Musi. -
Reichspräsident v. Hindenbu r g empfing aus Anlaß des Gedenktages des 1 00 jähr i- gen Bestehens des Deutschen Zollvereins den Präsidenten des Rechnungshofes, Staatsminister Saemifch, und den Professor Geheimrat Dr. O n ck e n, die ihm unter Hinweis auf die Bedeutung dieses Gedenktages die von der Friedrich- List-Gesellschaft herausgegebenen Akten-Publikation „Vorgeschichte und Begründung des Deutschen Zollvereins" überreichten.
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künde. Es sei falsch zu behaupten, daß die französische Denkschrift jeder deutsch-französischen Ansprache die Tür verschließe. Sie solle im Gegenteil günstigere Aussichten für eine nutzbringende Verhandlung schaffen. Wenn das neue Deutschland vorn Friedenswillen beseelt fei, dann könne es das von Frankreich empfohlene Experiment einer effektiven Herabsetzung der nationalen Streitkräfte nicht ausschlagen. —' Das „Journal des D e b a t s" lehnt die französische Denkschrift ab, weil sie feiner Ansicht nach die „deutsche Aufrüstung" mit einer entsprechenden Abrüstung Frankreichs kombiniere. Wenn man den Frieden ernstlich festigen wolle, dann müsse man ganz anders verfahren. Man müsse . ■' A m iirnhinn twt
aufhören, die „Ein chüchterungsmanöver" Deutsch-Dung genommen wer e . D P f g lands zu erleichtern. — Das neufvzialistifche Blatt Schriftstückes wird noch einige läge dauern.
„21 p p e l" würde es begrüßen, wenn man in Ber-1 ------
liche Kontrolle und durch hohe Steuern in angemessenen Grenzen zu halten hofft. Man kann also Roosevelts finanzpolitisches Ziel als Staatssozialismus zwecks Erhaltung des kapitalistischen Prinzips bei gerechterer Verteilung der Arbeitsfrüchte unter der großen Masse bezeichnen. Die Gefahr seines Experiments liegt darin, daß sich die öffentliche und private Verschuldung gewaltig erhöht. Ob diese Gefahr durch höhere Steuereinkünfte und durch Verbilligung der Schuldenlasten infolge der Geldentwertung erfolgreich bekämpft werden kann, ist die große Frage.
Die Außenpolitik des Präsidenten wird ebenfalls unter dem Zeichen der Wirtschaftserholung stehen. Roosevelt hat wiederholt erklärt, daß die Union keine imperialistischen Ziele verfolge oder sich in nationale oder internationale Probleme anderer Staaten einmischen werde. Dagegen plant Roosevelt eine grundlegende Reformdesamerika- nischen Z o l l s i; st e m s zwecks Abschlusses vorteilhafter zweiseitiger Handels- und Zollverträge mit den fremden Ländern, um den amerikanischen Ausfuhrhandel zu beleben.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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