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wachung der Straßen waren an sich 5000 Mann notwendig gewesen, in Wirklichkeit habe man aber nur 500 Mann als Ehrengarde ein­gesetzt.

Erregter Kampf um die Ver­fassungsreform in Frankreich.

Paris, 2. Nov. (DNB.-FunkspruM Die Un- gewißheit über die Aussichten der Derfassungs- reform hat zur Folge, daß sich der Presse eine ge­wisse Erregung bemächtigt hat. Man macht kein Hehl mehr daraus, daß innerhalb des Ka­binetts keine Einigkeit herrscht. Wenn die Minister, so schreibtExcelsior", nicht einmütig Ministerpräsident Doumergue folgen, werde dieser sich einfach wieder auf das Land zurückziehen. Die radikalsozialistischen Minister müßten vor einer solchen Verantwortung auch wegen der außenpolitischen Besorgnisse zurück­schrecken. ImOeuvre" erklärt D a l a d i e r, daß durch die Wiedereinführung des royalistisch-bonar- partistischen Vorrechtes der Kammerauf- I ö f u na die Wirtschaftskrise nicht behoben werden könne. Wenn er überzeugt sei, daß die Wiederher­stellung der persönlichen Macht das Land vor dem Ruin retten könne, würde er sich dieser Lösung ohne weiteres anschließen. Daladier bezwei­felt, daß die Wiedereinführung der persönlichen Macht den Arbeitslosen Beschäftigung, den Kauf­leuten wieder Kunden und der Jugend Stellungen bringen könne. Eine Staatsreform sei nur als wirtschaftliche Reform denkbar. ImJour" erklärt M i l l'e r a n d aus seiner Erfahrung als ehemaliger Präsident der Republik u. a.: Ich bin überzeugt, daß es unbedingt notwendig ist, der ausübenden Gewalt das Recht der Auf­lösung der beiden Kammern zu verleihen. Ich habe schon 1919 eine Reform in diesem Sinne gefordert.Echo de Paris" mahnt aus außenpolitischen Gründen zur Einigkeit. Frank- reich habe nichts von der Allmacht des ministe­riellen Einflusses zu befürchten, sondern im Gegen­teil von seiner Ohnmacht alles zu befürchten.

Erfolge der Arbeiterpartei bei den Gemeindewahlen in England.

L o n d o n , 2. Nov. (DNB.) Die Gemeindewahlen in 28 Londoner Wahlbezirken sowie in über 300 Wahlbezirken in England und Wales führten zu erheblichen Gewinnen der Arbeiter­partei. Die Arbeiterpartei hat in den Londoner Gemeindebezirken ihre vor drei Jahren erlittene schwere Niederlage nicht nur wettgemacht, sondern darüber hinaus Fortschritte erzielt. Sie beherrschte von 1928 bis 1931 in Groß-London acht Gemeinderäte. Bei ihrer Niederlage eine Woche nach den Parlamentswahlen 1932 verlor sie fünf davon, um dann später bei einer Ersatzwahl wieder einen zurückzugewinnen, so daß sie bei den jetzigen Wahlen vier Londoner Gemeinderäte beherrschte. In nicht weniger als 10 von 28 Gemeinderäten hat jetzt die Arbeiterpartei für die nächsten drei Jahre die Mehrheit. Elf Ergebnisse stehen noch aus. In der Provinz und in Wales wird in den Ge­meinderäten jedes Jahr ein Drittel der Ratsmitglieder neu gewählt. Auch hier haben die Sozialisten in vielen Städten ihre Sitze zurücker­obert. In Sheffield konnten sie ihre Mehrheit erhöhen. In Hüll und Stoke-on-Trent haben sie Sitze zurückgewonnen.

Wahlen in Seutsch-Südwest.

Im Mandatsgebiet Deutsch-Südwestafrika finden jetzt Wahlen zur Volksvertretung (Landesrat) statt. Die deutschen Mitglieder dieser Körper- schäft (7 von 18) hatten vor einigen Monaten ihre Mitarbeit e i n g e st e l l t, als sie in der Frage der doppelten Staatsangehörigkeit majori­siert worden waren. Der Rest der Landesvertretung (Engländer und Buren) hat darauf einstim­mig den Beschluß gefaßt, das Mandatsgebiet möge alsfünfte Provinz" der Südafrika­nischen Union eingegliedert, also neben Transvaal, Natal, Orangestaat und Kapland ge­stellt werden. Es wird nun in der Presse vielfach die Frage erörtert, ob nach den Neuwahlen die südafrikanische Partei eine Zweidrittel­mehrheit in Deutsch-Südwest erringen und jenen Beschluß durchführen werde. Davon kann keine Rede sein. Die ehemals deutsche Ko­lonie ist der südafrikanischen Union auf Grund des Friedensvertrages als Mandat zugeteilt worden Ebensowenig wie D e u t s ch o st a f r i k a durch einseitige englische Maßnahmen in Uganda und Kenya einverleibt werden kannte, ebensowenig besteht ein Rechtstitel dafür, Deutsch-Südwest durch Beschlüsse seines Landesrats des Charakters als Mandatsgebiet zu entkleiden und mit der Union zu vereinigen.

Kleine politische Nachrichten.

Am 18. November nimmt der Stabsführer der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher, auf der Jugendburg Stahl- eck bei Bacharach die Grundsteinlegung zum Ausbau der größten deutschen Jugendburg vor.

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Hauptamstleiter Dr. Max Frauendorfer spricht am Samstag von 18.15 bis 18.30 Uhr über den D e u t s ch l a n ds end er zur Verord­nung des Führers über die DAF.

Der Bundesführer des NS. Deutschen Front­kämpfer-Bundes (Stahlhelm), Reichsarbeitsminister Franz Seldte, hat die Ehrenkameradschaft der Kameradschaftlichen Vereinigung der Inhaber des preußischen Goldenen Militär-Derdienst- k r e u z e s angenommen. Die gleiche Ehrung wurde dem Führer der NS. Kriegsopferoersorgung Ober­lindober und dem Bundesführer des Reichs­kriegerbundesKyffhäuser", Oberst a. D. Rein­hard, angetragen.

Laut den beim Amtsantritt der Abstimmungs­kommission festgelegten Bestimmungen wird die Präsidentschaft der Abstimmungs- k o m m i s s i o n des Saargebiets abwechselnd zwei Monate von einem jeden der drei Mitglieder aus­geübt. Nach dem Holländer de Jongh übernahm der Schweizer Henry die Präsidentschaft am 1. November 1934.

In Oesterreich wurde der frühere TitelFeld- marschall-Leutnant" für Generäle des Bundesheeres wieder eingeführt, der dem deutschen Generalleutnant entspricht. Der Dienstgrad General der Infanterie (Artillerie, Ka­vallerie)" kann dem rangältesten Feldmarschall- Leutnant, ferner Generälen verliehen werden,, die das Amt eines Ministers oder Staatssekretärs für Landesverteidigung innehaben.

Das Rücktrittsgesuch des südslawischen I u - stizMinisters Maximowitsch ist angenommen worden. An seiner Stelle wird Landwirtschaftsmi­nister K o j i t s ch zum Justizminister ernannt.

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Die innerpolitische Lage in Aegypten verschärft sich. Der britische O b e r k o m m i s s a r hat es ab gelehnt, den ägyptischen Ministerpräsident Pehia Pascha zu empfangen und hat unmit­telbare Verhandlungen mit der Um­gebung des Königs eingeleitet, offensichtlich mit dem Ziele, den Sturz "des jetzigen ägypti­schen Kabinetts herbeizuführen. Der König stellte für Samstag seine Entscheidung in Aussicht. Der Rücktritt des Kabinetts ist wahrscheinlich.

Aus aller Wett.

Es wird überall Winter.

In Berlin fiel in der Nacht zum Freitag der erste Schnee. In den Straßen hielt sich der Schnee nur kurze Zeit. Aber draußen in den Vor­orten lag noch am Morgen die weiße Decke, die sich allerdings auch bald in den bekannten Matsch ver­wandelte.

Im Allgäu ist der Winter eingezogen und hat im Tal eine Schneehülle von 10 cm gebracht. Aus den Bergen wird bei 5 bis 10 Grad Kälte 25 cm Neuschnee gemeldet.

Die nördlichen Bezirke Schwedens wurden in der vergangenen Nacht von einem überaus heftigen

Unsere deutscheIugend.

Wie wollen wir die Träger der Zukunst unserer Nation sehen, wie wollen wir ihnen begegnen?

Reichsmimsier Goebbels im Rundfunk.

Berlin, 1. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach heute abend über alle Sender zur deutschen Jugend. Die Rede wurde von den Gefolgschaften der Hitlerjugend durch Gemeinschafts- empsang aufgenommen.

Reichsminister Dr. Goebbels erklärte einlei­tend, daß es ihm eine besondere Freude sei, vor der Jugend zu sprechen, weil er s i ch s e l b st jung genug fühle, um wie zu Gleichgesinnten und Gleichgestellten zu sprechen. Dr. Goebbels wies darauf hin, daß er selber zu Hause In einer Familie mit vielen Kindern aufgewachsen und auch heute noch von Kindern und jungen Menschen umgeben sei. Er fuhr dann fort:

Es ist in der Tat eineganzneueJugend, die hier emporwächst, und ihr alle könnt stolz dar­auf sein, in ihren Reihen mitzumarschieren. Was sie von der Jugend vor allem der Vorkriegszeit unterscheidet und vor ihr auszeichnet, das ist die Aufgewecktheit ihres Geistes, die wache Spannkraft, die aus ihren Augen leuchtet, die Tatbereitschaft, die in ihrem Marschtritt mitklingt, die Tapferkeit, mit der sie das Leben nimmt, wie es ist, die Offen­heit ihres Charakters, die jeder Duckmäuserei ab­hold ist, die Klarheit ihrer Auffassungen und die Unsentimentalität im Begreifen unseres deutschen Schicksals. Diese Tugenden sind das Liebenswerteste an euch, ihr Jungen und Mädels! Sie müssen in eren Reihen erhalten bleiben und sollen ewiges Erbgut einer sich stets erneuernden deutschen Jugend sein. Wenn ihr dazu noch das Wunder fertigbringt, sie zu paaren mit einer edlen und stolzen Bescheidenheit, die Achtung vor dem Alter und Respekt vor der L e i st u n g in sich schließt, dann seid ihr in der Tat die würdigen Nachkommen der Generation, die den Krieg durchkämpft und die deutsche Revolution zum Siege geführt hat.

Denn eines dürft ihr nie vergessen: Nicht jeder, der aller ist als ihr, muß deshalb ein Reaktionär fein! Und nicht jeder, der etwas kann, verdient deshalb den Spott und die Verachtung derer, die noch jung find und deshalb etwas lernen müssen. Die Alter an sich kein Fehler ist, so ist Jugend an

abend des Nürnberger Parteitages, euer Zeltlager besuchte, habe ich mit eigenen Augen feststellen können, wie weit ihr es schon in dieser Beziehung gebracht habt. Ein gleiches Beispiel eurer inneren Ordnung habt ihr am Anfang dieses Jahres in der großangelegten Durchführung des Reichsbe­rufswettkampfes abgelegt. Ein gleiches Bei­spiel bietet auch eure Organisation des Land- b i e n ft e s und der Landhelfer. Ihr zeigt da­mit, daß es euch nicht um verzogene und verhät­schelte Muttersöhnchen zu tun ist, sondern daß ihr Jungen und Mädels gewinnen und erziehen wollt, um für das harteLeben tüchtig gemacht zu werden.

Leider paßt nur auf einen geringen Bruchteil von euch das Wort von derwonnevollen Jugendzeit mit Freuden ohne Ende". Der Kampf um das Le­ben ist hart und grausam, und viele Hunderttau­sende von euch sind früh und manchmal leider allzufrüh in seinen Strudel hineingezogen worden. Es ist ein paar Wochen her, da stand morgens, als ich Zum Dienst ging, vor meinem Ministerium un­ter den wartenden Menschen ein kleinerJung- volkpimpfvon zehn Jahren. Die Mütze saß ihm schief und keck auf seinem Kops, sein verwegenes Jungengesicht war ganz von Sommersprossen über­sät, und ein paar Helle und klare Augen schauten unternehmungslustig in die Welt hinein. Dieser Junge trat ganz unvermittelt an mich heran und fragte mich, ob er mich einmal persönlich in einer dringenden Angelegenheit sprechen könne. Ich war schon im Begriff, ihm das abzuschlagen, weil an­dere wichtige Arbeiten auf mich warteten. Aber dieser Junge sah mich so bittend an, daß ich ihn mit ins Haus hineinnahm, und dort erzählte er mir nun die kleine und doch so erschütternde Tra­gödie seines Lebens. Sein Vater hatte beim unvorsichtigen Hantieren mit der Pistole einen töd­lichen Schuß erhalten, seine Mutter lag schwer- krank und gänzlich verlassen zu Haus und er selbst hatte nun versucht, durch Verkauf von Postkarten und Abzeichen am Tage ein paar Groschen zu ver­dienen, damit er seinen noch jüngeren G e - s ch w i st e r n etwas zu Essen nach Hause bringen konnte, bis ihm schließlich ein Schupomann seine Ware beschlagnahmte, weil er keinen Gewerbeschein besaß. Was wollte der Junge von mir? Geld, Für­sprache, Protektion, Unterstützung?! Nein, nichts von alledem! Er wollte nur einen Gewerbe­schein!

sich auch keine Tugend. Ls kommt immer dar­auf an, was man daraus macht. Ihr wißt ja selbst aus eurer eigenen Erfahrung, daß es Jungen von 16 Jahren gibt, bei denen man nur bedauert, daß sie keine Glatze und keinen Vollbart haben; ebenso gibt es natürlich auch Grauköpfe, in deren Druff ein herz schlägt, das genau so jung ist wie das Cure. Sie gehö­ren zu euch und fühlen sich auch als zu euch gehörend. Sie sind euch mit ganzer fürforgender Liebe zugetan. Und wenn sie euch manchmal mit gutem Rat entgegenfreten, so horcht wohlauf, denn sie haben eine lange Lebens­erfahrung hinter sich, aus der sie die Be­rechtigung schöpfen können, euch auf diesem oder jenem Gebiet Wegweiser zu sein. Denn das ist nun einmal so im Leben: man muß zuerst etwas lernen, um etwas lei­sten zu können. Von nichts kommt nichts! 2Uif Reden und Grohtun ist noch kein Staat auf­gebaut worden! Und die Weltgeschichte fängt nicht erst mit euch an, sondern sie wartet nur darauf, von euch fortgesetzt zu werden."

Muß man solche Jugend nicht lieben? Muß man nicht täglich und stündlich bestrebt sein, ihr zu helfen und, wo man kann, das Leben zu erleich­tern, das ohnehin schwer genug ist? Die Besser­wisser sagen: Das ist ein Einzelfall! Und doch hat der Einzelfall feine höhere Bedeutung. Es ist ein Einzelfall, an dem sich der herbe und phra­senlose Heroismus einer deutschen Jugend abwandelt, die hinter uns steht und ein­mal an unsere Plätze treten soll.

Ihr Ellern und Lehrer mögt in diesen Jungen und Mädels nicht nur die vorlauten Naseweise sehen, die reden, ohne gefragt zu sein, sondern auch die kommenden Männer und Mütter unseres Volkes, denen wir doch einmal unsere ganze Zukunft anvertrauen müssen. Wenn sie in diesen Wochen und Monaten an euch herantreten und um Heime bitten, in denen sie sich versammeln können, sorgt mit dafür, daß sie sie bekommen; denn es ist besser, sie dienen in diesen Heimen nach bestem jugendlichen Vermögen der Nation und ihren Aufgaben, als daß sie taten- und hoff­nungslos auf den Straßen herumlungern. Sie

ringen. Einmal wird auch an uns alle die Stunde herantreten, da wir das Schlachtfeld des Lebens­kampfes verlassen müssen. Wenn unsere Augen sich dann schließen, wollen wir wissen, was aus dem Werk werden soll, das wir begonnen haben. Eure ft arten Hände müssen es dann halten und tragen, auf daß es in guter Hut fei von Geschlecht zu Geschlecht!"

haben ein Recht, von uns zu fordern, denn hinter ihnen kommen aufs neue Kinder, die bei ihnen dasselbe Recht geltend machen werden. Je mehr ihr ihnen euer herz öffnet, um so mehr werden sie euch mit zutraulicher Liebe und jugendlicher Unbefangenheit nahen.

Und ihr Jungen und Mädels dürft davon über­zeugt sein, daß wir, die wir durch die Kraft des Nationalsozialismus das Reich eroberten, immer,

licht hat: die Einigung unserer Jugend!

Niemand ist, so erklärte Dr. Goebbels u. a. wei­ter, euch Jungen und Mädels gram darüber, wenn ihr in frischer und ungebundener Daseinslust die jungen Jahre eures Lebens nach Kräften auszu­kosten und nutzbar zu machen versucht. Aber hinter jeder Ungebundenheit muß Zucht, Ordnung und Disziplin stehen. Als ich am Samstag-

Eure Organisation zählt Millionen von Mitglie­dern. Daß in diesem Riesenkörper manchmal auch Fehler und Mängel unterlaufen, das ist ganz selbst­verständlich. Es wäre ein Wunder, wenn es sich anders verhielte. Aber die Erwachsenen sollen nicht nur eure wenigen Fehler, sondern sie sollen auch eure vielen Tugenden sehen. Ich weiß, daß euer Reichsjugendsübrer auf das ernftete bestrebt ist, etwa auftauchenoe Fehler und Mängel sofort und rücksichtslos zu beseitigen. Deshalb ver­dient er nicht, von rückschrittlichen Elementen um­wispert und umklatscht zu werden. Und wenn eine deutschfeindliche Emigrantenpresse ihn verleumdet,

> menn es sich um die Belange der Jugend handelt, b e i euch stehen werden. Den Kampf um das . ,, Leben können wir euch nicht ersparen, denn er ist

so soll ihn das in euren Augen nur noch höher Naturgesetz und von Gott gegeben; ihr müßt euch stellen. Eltern und Erzieher aber müssen, wenn sie in ihm bewähren, und jeder ist dabei feines «und unvoreingenommen sind, zugeben, daß eigenen Glückes Schmied. Seid tapfer und erk eine große deutsche Hoffnung verwirk- aufrecht, und ihr werdet die Palme des Sieges er-

Schnee sturm heimgesucht. Die Eisenbahnstrecken wurden beschädigt, Telegraphendrähte wurden zer­stört, die Fähren mußten in der ganzen Gegend eingestellt werden. Einige Fahrzeuge und Boote sind gesunken. Eine Person fand den Tod, mehrere wurden verletzt. Bei Holmsung erreichte der Sturm eine Stärke von 36 Sekundenmeter.

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In Mittelitalien hat nach einem ungewöhnlich warmen Oktober bereits der Winter seinen Ein­zug gehalten. In Toscana ist in den oberen Lagen bereits viel Schnee gefallen. Unweit von Via- reggio stieg bei einem Gewitter eine Wasserhose auf, die die Badehäuser drei Kilometer weit sort- schwemmte. Eine Anlegestelle wurde über 100 Me­ter weit aufs Land gespült. Auch die elektrischen Leitungen der Straßenbahn wurden zerstört. Don einem der großen Hotels wurde das Dach zerstört.

Der Mordprozeh Schulz

erneut vor dem Schweidniher Schwurgericht.

Dem früheren kommunistischen Landtagsabgeord­neten Schulz aus Waldenburg-Dittersbach, gegen den erneut die Todesstrafe beantragt worden ist, wird zur Last gelegt, im Juli 1932 seinen 10- jährigen Sohn Horst ermordet zu haben. Schulz hatte das plötzliche Verschwinden des Kindes zunächst damit begründet, daß er es nach Rußland geschickt habe. Als aber später die Leiche des Kindes im Stausee der Talsperre Breitenhain bei Schweid­nitz gefunden wurde, behauptete er, Horst sei bei einem Fahrradausflug mit ihm in der Nähe der Talsperre verunglückt, und er habe dann die Leiche beseitigt aus Furcht, man würde (einen Angaben

über den Unfall nicht glauben. Das Gericht hielt bei der Verhandlung im Februar 1934 Mord für erwiesen und verurteilte Schulz zum Tode. Auf seine Revision hatte das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhand­lung an das Schwurgericht Schweidnitz ^urück- verwiefen. Zu dem neuen Prozeß waren fünfzig Zeugen und drei Sachverständige geladen. Schulz behauptete diesmal, er habe wegen einer Lüge zu Hause seinem Sohne einige Ohrfeigen versetzt. Der Junge sei darauf zu Boden gefallen und nach eini­gen Augenblicken gestorben. Er habe die Leiche dann zu der Talsperre geschafft. Diese Darstellung wies aber viele Widersprüche auf. Außerdem traten im Verlauf des Prozesses wie schon in der ersten Verhandlung Zeugen auf, die den An­geklagten als einen äußerst gewalttätigen Menschen schilderten, der Frau und Kinder häufig aufs schwerste mißhandelte.

Elche sollen im Spessart heimisch werden.

Die hegerischen Pläne des Reichsjägermeisters Ministerpräsidenten Göring haben im natur­liebenden Volk Verständnis und Anerkennung ge­hoben. Mit großem Interesse wirb bie Mitteilung ausgenommen werben, baß Reichsjägermeister G ö - ring versuchen will, in ben bichten Wälbern bes Spessarts bas übrige Elchwilb heimisch zu machen, bas heute nur noch in Ostpreußen haust. Nicht nur in Jägerkreisen besteht ber Wunsch, baß biefer Versuch mit einem vollen Erfolg gekrönt werbe.

Der Wiesbadener Straßenräuber hat noch mehr auf dem Kerbholz.

Der 20jährige Karl Reuter, ber wie vor einiger Zeit berichtet in Wiesbaden einen Raub­überfall auf einen Kassenboten verübte, habet aber festgenommen werben konnte, kommt, wie sich jetzt herausstellt auch noch für andere Straftaten in Frage: so hat er sich zwei Diebstähle von Schußwaffen zuschulden kommen lassen und roejtcr konnte ihm ein Einbruch nachgewiesen werben, bei dem er 1400 Mark erbeutet hat. Als Komplize des Reuter wurde der 21jährige Hermann Hahn verhaftet. Reuter hat Hahn in der Fürsorgeanstalt kennengelernt und sich später mit ihm angefreundet. Eines Tages machte Hahn den Reuter auf feinen Meister aufmerksam, bei dem1400 Mark zu holen wären". Als Reuter der Einbruch geglückt war, gab er Hahn 250 Mark und eine gestohlene Pistole. Dann verjubelten bie beiden Burschen bas Gelb. Reuter hat beispielsweise Spritztouren nach Köln unb Frankfurt gemacht. Als Hahn verhaftet wurde, fand man bie gestohlene Pistole Reuters bei ihm.

Grohfeuer in einer badischen Holzwarenfabrik.

In ber Holzwarenfabrik Fertig in Buchen (Baben) würbe in einer ber vergangenen Nächte ein Brand entdeckt, ber sich in ganz kurzer Zeit zu einem Riesenfeuer entwickelte. Sofort nach Ent­deckung rückte die Feuerwehr mit Motorspritzen an, ferner etwa 200 Mann vom Arbeitsdienstlager Bu­chen, bie bie Löscharbeiten tatkräftig unterstützten. So konnten wenigstens das große Holzlager, das Maschinenhaus und andere Gebäude gerettet wer­den. Es besteht ber Verdacht der Brandstif­tung. Die Fabrik beschäftigt zur Zeit nur 150 Ar­beiter und war modern eingerichtet. Der Schaden ist groß. An den Wiederaufbau soll mit der größten Beschleunigung herangegangen werden, so daß die Möglichkeit besteht, daß vor Eintritt des Winters der Betrieb wieder ausgenommen werden kann.

Flugkapitän Wiskanl istLuftmillionär­geworben.

Als erster ber Nachkriegsfliegergeneration kann jetzt Fluakapitän Hugo W i s t a n t von ber Deut­schen Lufthansa auf eine Million Flugkilo- meter zurückblicken. Diese Leistung ist um so be­merkenswerter, als Wiskant, ber heute erst 35 Jahre alt ist, zunächst als Borbwart zum Luftver­kehr kam. Dann würbe er Flugzeugführer. Am (Silbe bes Krieges war er junger Kanonier. Im Jahre 1919 ging er zur Fliegerabteilung Baltikum nach Kurlanb. Bis 1921 war er bann bei ben ost- preußischen Polizeifliegern. Schließlich würbe er von ber Danziger Luftpost unb vom Junkersflug- verkehr übernommen, wo er zum Flugzeugführer ausgebilbet würbe. Der Deutschen Lufthansa gehörte Hugo Wiskant seit ihrer ©rünbung an.

Raubüberfall auf einen Postwagen. Zwei Tote.

In ber Nähe von ßublin in Polen haben be­waffnete B a n b i t e n einen Postwagen in einem Walb überfallen. Sie erschossen nach kur­zem Kampf ben Wagenkutscher unb ben ihm zum Schutze beigegebenen Polizeiwachtmeister unb raub­ten bie Gelbsäcke, bie ber Wagen mitführte. Die Behörben haben umfangreiche Maßnahmen einge­leiten, um auf die Spur ber Banbiten zu kommen.

Zuchthaus für Veruntreuungen beim Winterhilfswerk.

Der 27jährige Joseph Stracke aus Olpe (West­falen) wurde von ber NS.-Volkswohlfahrt in Olpe bei der Durchführung des letztjährigen Winterhilfs­werkes beschäftigt. Das in ihn gefetzte Vertrauen bat Stracke in schmählicher Weise mißbraucht. Er fälschte Unterschriften auf Schecks, hob das Geld ab unb verbrauchte es bei Festgelagen. Insgesamt hat er auf biefe Weise 250 Mark ver­untreut. Nun hatte er sich vor der Großen Strafkammer in Siegen zu verantworten, bie ihn zu 15 Monaten Zucythaus verurteilte. Das Ge­richt brachte zum Ausbruck, daß für solche Verbre­chen nach bem Willen ber Reichsregierung unb dem gesunden Rechtsempfinden des Volkes die Zucht- Hausstrafe als einzig angemessene Sühne anzu- sehen sei.

Wettervoraussage.

Der Temperaturrückgang hat sich gestern noch weiter fortgesetzt und in der vergangenen Nacht auch in den Niederungen allerorts bis zu leichtem Frost geführt. In der Höhe oorgestoßene feuchte Ozeanluft gibt seit heute früh in Westwinden Anlaß zu verbreiteten und auch heftigen Schneefällen, bie in unseren Gebirgen eine weitere Erhöhung ber schon vorhanbenen Schneebecke bringen. Der Höhe­punkt ber winterlichen Wetterlage bürste jeboch er­reicht sein, wenn auch ein rascher Uebergang zu milbem Wetter kaum wahrscheinlich ist.

Aussichten für Samstag: Nach Aufhei­terung unb verbreiterten Nachtfrösten erneut zu- nehmenbe Unbestänbigkeit unb Nieberschläge (in ben Nieberungen meist Regen), tagsüber roieber milber als seither, westliche Winbe.

Aussichten für Sonntag : Bei westlicher Luftzufuhr im ganzen milder, weiterhin sehr unbe- ftänbig.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steinbruderei

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.