Einzelbild herunterladen

Beisetzung von Dr. med. Gzubinski.

Trotzdem der Verstorbene als Ausdruck seiner schlichten, jeder Äußerlichkeit abholden Natur den Wunsch geäußert hatte, in der Stille beigesetzt zu werden, sand sich gestern vormittag eine große An­zahl von Leidtragenden in der Kapelle des Neuen Friedhofs ein, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die große Verehrung und die Liebe aller derer, die ihm in seiner Eigenschaft als Arzt, Freund oder Kamerad nähergestanden haben, waren stärker als sein Wunsch. Die erdrückende Blumenpracht legte beredtes Zeugnis für diese Liebe und Verehrung ab. Sechs Kameraden des NSDFB. (Stahlhelm­und die Stahlhelmfahne hielten am Sarge die Wacht, und als einer der Kameraden von einem Schwächeanfall betroffen wurde, trat schleunigst ein alter Regimentskamerad des Verstorbenen mit ge­zogenem Säbel an die Stelle des Ausgeschiedenen.

Nach den Variationen aus dem Quartett von SchubertDer Tod und das Mädchen" gab Pfar­rer B e ch t o l s h e i m e r ein getreues Lebens- und Charakterbild dieses hervorragenden Menschen, Freundes, Arztes, Kameraden und Familienvaters. Der GesangWenn ich einmal soll scheiden" und nach dem Gebet des PfarrersDie Auferstehung" von Klopstock umrahmten die Feier. General a. D. Mohr legte im Namen der Offiziers-Vereinigung des RegimentsKaiser Wilhelm" Nr. 116 dem treuen Kameraden, dem lieben Freund, dem pracht­vollen Menschen und dem Helfer und gütigen Trö­ster Ungezählter in tiefer Dankbarkeit einen Kranz nieder. Es sprachen noch Pfarrer A u s f e l d im Namen des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege und Baurat Meyer im Namen seiner engeren Freunde, Dr. Kranz im Namen der Aerztefchaft Oberhessens und Medizinalrat Pro­fessor Dr. Walther im Namen des Konzertoer- eins tiefempfundene Worte des Dank und des Ab­schieds.

Draußen im Vorhof stand die feldgraue Ehren­kompanie des NSDFB. (Stahlhelm) mit der Fahne, die sich senkte, als der Sarg vor die Front getragen wurde und Ortsgruppenführer L o p p e die Ab­schiedsworte sprach: Tiefe Trauer erschüttert unseren Bund. In den Herzen sehr vieler Kameraden wird das Gefühl des Dankes nie vergehen, in unser aller Gedächtnis werden wir das Bild des edlen Men­schen und des immer hilfsbereiten Freundes be­wahren, bis wir selbst bei dem großen Appell an­treten müssen. Bis zu diesem Wiedersehen ver­abschieden wir uns von dir, lieber Kamerad, mit dem Soldatengruß, den wir so oft miteinander getauscht haben:Front-Heil!".

Drei Salven beschlossen die ergreifende, wohl allen unvergeßlich bleibende Totenfeier.

Pässe fürSaarabstimmungsberechtigte.

Amtlich wird folgendes bekanntgegeben:

Reichsangehörigen, die die Ausstellung eines Passes mit der Begründung beantragen, daß sie sich zur Abstimmung in das Saar- gebiet begeben wollen, wird der Reisepaß von den zuständigen Paßbehörden vom 15. Ok­tober 1 9 3 4 ab gebührenfrei mit einer Geltungsdauer bis zum 15. Februar 1935 ausgestellt, wenn sie glaubhaft nachweisen, daß sie a b st i m - mungsberechtigt sind. Die Glaubhaftmachung kann z. B. erfolgen durch Vorlage einer Bescheini­gung

a) der saarländischen Abstimmungsbehörde, daß der Antragsteller in die Abstimmungs- liste eingetragen oder sein Antrag auf Eintragung in die Abstimmungsliste bei der saarländischen Abstimmungsbehörde eingegan­gen ist;

b) der Saarmeldestelle seines jetzigen Wohnsitzes (Polizeirevier oder Einwohnermeldeamt), daß der Antragsteller in die Saarkartei ein­getragen ist.

Das Ehrenkreuz des Weltkrieges.

DNB. Für einen verstorbenen Kriegsteilnehmer kann das Frontkämpferkreuz oder das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer auch dann nicht beantracht werden, wenn der Tod erst nach dem 13. Juli 1934, dem Tage der Verkündung der Verordnung des Reichs­präsidenten, eingetreten ist.

Stirbt ein Antragsteller, nachdem er den Antrag auf Verleihung des Ehrenkreuzes ordnungsgemäß bei der zuständigen Behörde gestellt hat, so wird dadurch die Verleihung des Ehrenkreuzes, sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind, nicht berührt. Das Ehrenkreuz ist in diesem Falle mit dem auf den Namen des Verstorbenen auszustellenden Be­sitzzeugnis an die Hinterbliebenen des Beliehenen als Erinnerungszeichen zu übersenden.

Amtswalterappell

der Deutschen Arbeitsfront.

Die Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront der Stadt und des Kreises Gießen versammelten sich am vergangenen Samstag zu einem Schulungsabend im Cafe Leib. Nach dem Einzug der Fahnen eröffnete der Organisationswalter Reitz die Veranstaltung und nahm dann in kurzen Ausführungen zu einigen organisatorischen Fragen Stellung; die sich aus der nunmehrigen Neuregelung der früheren Verbände ergeben. Darauf nahm der Hauptredner des Abends, stellvertretender Kreisbetriebszellenleiter Hahn (Gießen) das Wort. In ausführlichen Darlegungen machte er seine Zuhörer mit dem Zweck der Deut­schen Arbeitsfront und ihrer Entwicklung bekannt. In eindringlichen Worten wies er auf die Aufgaben hin, die der Amtswalter im Rahmen dieser großen sozialen Einrichtung zu erfüllen habe. Der etwa eineinhalbstündige Vortrag von Pg. Hahn wurde von den Amtswaltern mit großem Beifall Ausgenom­men. Mit einem dreifachenSieg-Heil" auf den Führer und das deutsche Volk und mit dem ge­meinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel- Liedes fand die Veranstaltung ihr Ende.

Oeffentlrche Fürsorge und Sterbegeld versicherung

In einem Rundschreiben vorn 21. August 1934 weist der Reichsarbeitsminister darauf hin, daß es der Billigkeit entspreche, daß die Fürsorgeverbände von der Inanspruchnahme von Versicherungsgeldern aus den von den Hilfsbedürftigen eingegangenen Sterbegeld- oder Bestattungsversicherungen minde­stens insoweit absehen, als diese zur Deckung der Bestattungskosten und der den Hinterbliebenen in­folge des Todesfalls etwa entstehenden Mehrauf­wendungen unmittelbar benötigt werden. Es fei da­her auch nicht angebracht, daß von den Hilfsbedürf­tigen zur Sicherstellung des Ersatzes der Fürsorge­kosten die Abtretung der Rechte aus derartigen Ver­sicherungen oder die Hinterlegung des Versicherungs­cheines verlangt werde Ebensowenig könne es als statthaft angesehen werden, daß zum Ersatz der Für- orgekosten die Sterbegelder, die einzelne Verbände

Eröffnung der Winterbildungsarbeit

der Deutschen Angestelltenschaft.

spricht überCharakter und Beruf".

Bezirksleiter pg. Stein

Bei guter Beteiligung der Angestellten innerhalb der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Angestellten­schaft wurde gestern abend im Cafe Leib die Bil­dungsarbeit für das Winterhalbjahr 1934/35 er­öffnet. Musik leitete den Abend ein.

Unterbezirksleiter Mertes hieß die Besucher willkommen. Der Vortrag einer zeitgemäßen Dich­tung von Kurt Eggers (Jng. E. Gräf) und die Verlesung eines kurzen Abschnittes aus einer Rede des Führers (Gemeinschaft der Stände") durch Dr. Löhr leiteten sinngemäß über zu dem Vortrag des Bezirksführerpg.Stein-Irankfurta.M. der in eindrucksvoller Weise über das Thema Charakter und Beruf" sprach. Eine Rück­schau auf die vergangenen Jahrzehnte unseres wirt­schaftlichen Lebens lasse erkennen, daß die Tätigkeit in der deutschen Wirtschaft genau so zerrissen ge­wesen sei, wie die politische. Der notwendige Wan­del setze die Abkehr von der bisherigen Wirtschafts­führung voraus. Nicht jeder dürfe feinen Weg gehen, wie er wolle und wie es bisher geschah. Wirtschaft­liche Zusammenhänge im Sinne des Nutzens für das Volksganze seien allzulange ignoriert worden. Fehler der Vergangenheit müßten ernste Lehre sein. Die untragbaren Verhältnisse in der Vergangenheit resultierten aus der Tatsache, daß zwischen Volk und Staat keine Verbundenheit bestand. Nationale und sozialistische Wirtschaftsführung seien nötig. Die nationalsozialistische Revolution habe das deutsche Leben nach einem neuen Nenner gestalten müssen. Nun habe sich das Volk im Vertrauen zum Führer gefunden.

Die Arbeit der Schulung für die Wirtschafts­führung dürfe nicht losgelöst werden von den weltanschaulichen Grundlagen unserer neuen geistigen Haltung. Alle Bestrebungen, das Volksleben neu zu gestalten, mühten getragen sein von der nationalsozialistischen Weltanschau­ung. Bei aller Betätigung müsse der Grundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz" berücksichtigt werden.

Das Volk dürfe nicht wieder gespalten, sondern müsse natürlich gegliedert werden. Die schaffende Generation müsse die kommende und die gehende tragen." Aus der Front der Schaffenden könnten auch nicht so ohne weiteres 6 bis 7 Millionen ohne Schaden für unser Volksleben ausbrechen. 30 bis 32 Millionen müßten in unserem Volk die Schas­senden sein, wenn gesunde Verhältnisse bestehen sollen.

Unsere geographische Lage zwinge uns, alles für unser Leben und für unsere Betätigung zu erkämp­fen. Endziel der nationalsozialistischen Wirtschafts­gestaltung müsse die Verhinderung der Ueberpro- duktion sein. Es dürfe keinen Leerlauf geben. Der wirtschaftliche Austausch zwischen Deutschland und den anderen Völkern müsse sich von Ware zu Ware vollziehen. Das Gold dürfe nicht alleiniger Standard fein. Das Ausland solle unsere Wert­arbeit gegen Rohstoffe abnehmen. Das Ausland werde sich auch mit unseren Grundsätzen, die aus unserer Weltanschauung erwuchsen, vertraut machen müssen.

Für die weltanschauliche Schulung des deutschen Menschen seien die Gliederungen der Partei da, für die berufliche Erziehung Fachverbände und Schulen. Alle deutschen Volksgenossen und vor allem der Nachwuchs müßten im Sinne der Volksgemein­schaft erzogen und geschult werden.

Die Notwendigkeiten für unser Volk seien wich­tiger als schnelles Geldverdienen, Rang und Karriere des Einzelnen.

Wir hätten, als charakteristisches Beispiel, in den vergangenen Jahrzehnten mehr Landarbeiter und weniger Akademiker gebraucht. Bestimmende Frage sei: W o braucht unser deutsches Volk den deutschen Menschen? Wille, Fähigkeit und Eignung müßten aber berücksichtigt werden. Die Berufswahl müsse nach dem Willen und nach den Notwendigkeiten der Gesamtheit getroffen werden. Die erzieherische Ent­wicklung des deutschen Menschen werde über Lehre, Berufsschule und den Arbeitsdienst führen. Der Arbeitsdienst müsse als Ehre, dem deutschen Volk dienen xu dürfen, aufgefaßt werden. Berufspraxis und höhere Lehranstalten sollten die Auslese für die Wirtschaftsführung bringen.

Charakterbildung sei die Voraussetzung für den neuen deutschen Menschen. Charakter sei die seelische und die religiöse Haltung, Ausdruck wahrhaften Christentums. Opfer- und Einsatzbereitschaft müßten gepflegt werden. Diese deutschen Eigenschaften seien glücklicherweise nur verschüttet gewesen. So wie der wahrhafte Christ, müsse auch der wahrhafte Natio­nalsozialist beschaffen fein.

Christentum sei Bekenntnis zu Gott, National­sozialismus sei Bekenntnis zu Volk und Art.

Die Wirtschaft fei ein lebendiger Vorgang, eine Funktion innerhalb des Volksganzen, sehr wohl zu bestimmen durch den deutschen Menschen.

Aus Beruf solle Schicksal und Mission werden. Jeder, der noch zu arbeiten und zu kämpfen fähig sei, müsse sich einsetzen als Angehöriger einer Front­generation, die einer kommenden Generation den schnelleren Aufstieg vorzubereiten habe. Die Frau werde dort eingesetzt, wo sie seelische und ethische Werte schaffen könne. Der Beruf der deutschen Frau müsse sein, dem deutschen Manne die Gestalterin seines Kindes zu sein. Die Zukunft werde in der Berufsaestaltung andere Wege gehen, als bisher.

Die deutsche Wirtschaft werde in ihrer Form der Form des deutschen Menschen automatisch folgen.

An der Gestaltung der deutschen Wirtschaft, so wie wir sie haben wollen, müsse jeder mithelfen. (Lefhaf- ter, anhaltender Beifall.)

Unterbezirksleiter M e r t e s brachte, nachdem noch ein rezitatorischer Vortrag zu Gehör gebracht und im Laufe des Abends auch zwei Lieder gemeinsam gesungen waren, den Dank an diejenigen zum Ausdruck, die den Abend verschönen halfen. Er forderte dazu auf, regen Anteil an der Berufsbil­dungsarbeit zu nehmen, und bat die Wirtfchasts- führer, der Gefolgschaft darum die Beteiligung nahezulegen. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam gelungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes fand der Abend seinen Abschluß.

den Hinterbliebenen ihrer Mitglieder ohne rechtliche Verpflichtung in geringer Höhe gewährten, voll in Anspruch genommen würden. Selbst wenn der Für­sorgeoerband in diesen Fällen die Bestattungskosten selbst getragen habe, werde nach den Umständen des einzelnen Falles zu prüfen fein, ob das Sterbegeld den Hinterbliebenen nicht ganz oder teilweise zur Bestreitung der mit dem Todesfall zusammenhän­genden Mehraufwendungen zu belassen sei.

Kennzeichnung der zur Krankenkaffen­behandlung zugelaffenen Zahnärzte.

LPD. Die Kassenärztliche Vereinigung Deutsch­lands, eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit dem Sitz in Berlin, hat als Trägerin der Beziehungen zwischen Zahnärzten und Krankenkassen eine für die Versicherten zweifellos willkommene Einrichtung ge­schaffen. Um den Versicherten bekanntzugeben, wel­cher Zahnarzt von den Aufsichtsorganen ^ur Kassen­behandlung zugelassen worden ist, führt jeber zuge­lassene Zahnarzt in seinem Namensschild am Hause ein kleines achteckiges Schild mit blauer Aufschrift Kassenzahnarzt" auf silbernem Grunde zum Zei­chen dafür, daß er zur zahnärztlichen Behandlung der Versicherten aller Orts-, Land-, Betriebs- und Jnnungskrankenkasfen berechtigt ist.

Für die Behandlung der Mitglieder der Ersatz­kassen (sowohl kaufmännische wie freie) ist ein gleich­artiges Schild mit dem Buchstabent" (Tarifkassen) zur Einführung gekommen. Die Schilder, die gesetz­lich geschützt sind und daher nicht nachgeahmt wer­den Dürfen, bedeuten sicher eine Erleichterung für die Versicherten beim Aufsuchen eines Zahnarztes

Kartoffelabsatz und preise.

Der Gebietsbeauftragte für Hessen-Nassau des Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln teilt mit:

Auf Anordnung des Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Kartoffeln bleiben die Erzeugermindeftpreife bis zur Beendigung der Kar­toffelernte unverändert bestehen. Im Bezirk der Landesbauernschaft Hessen-Nassau gilt demnach im Großhandel für weißfleischige Speisekartoffeln ein Mindestpreis von 2,50 Mark, für gelbfleischige Speisekartoffeln ein solcher von 2,70 Mark je Zent­ner ab Hof, bzw. frei Bahnstation des Erzeugers, lieber jeden Verkauf ist ein ordnungsgemäßer Schlußschein auszustellen, dessen weiße Durchschrift dem Erzeuger auszuhändigen ist.

Auf Grund dieser Mindestpreise wird je nach der Größe der Stadt und der dadurch bedingten Unkosten ein Lieferungspreis frei Keller von 3,50 bis 4 Mark je Zentner für angemessen gehalten. Der Kleinverkaufspreis soll entsprechend zwischen 42 und 45 Pf. je 10 Pfund ohne Rabatt liegen. Der Erzeuger darf nur, wo es bisher schon üblich war, auf feste Bestellung zu obigen Einkellerungs­preisen an den städtischen Verbraucher unmittelbar liefern. Bei direkter Lieferung nach Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden hat der Erzeuger auf Grund feiner Bestelliste bei feinem Ortsbauernführer oder dem von ihm Beauftragten einen Schlußschein zu beantragen. Bei direkter Lieferung an die Verbraucher in den übrigen Städten und auf dem Lande ist ein Schlußschein nicht erforderlich. Die Einkellerungspreise müssen aber auch hier eingehalten werden. In den Speise­

kartoffelanbaugebieten, in denen die Kartoffeln auf dem kürzesten Weg geliefert werden können, kann der Einkellerungspreis bis auf 3,20 Mark je Zentner ermäßigt werden.

Helden der Arbeit!

Feierabendveransialtung der deutschen Arbeitsopfer­versorgung, Ortsgruppe Gießen, in Bad-Nauheim.

Am Donnerstag fuhren die Arbeitsopfer Gießens zur Feierabendveranstaltung nach Bad-Nauheim. Die Teilnehmer wurden wie man uns berichtet am Bahnhof vom Betriebswalter Pg. Reich­wein, Pg. Schwing und Pg. Krieger emp­fangen. Hierauf übernahm Pg. Schwing die Führung durch sämtliche technische Anlagen und vorbildlichen Einrichtungen des Staatsbades. Das Mittagessen wurde in der Waldeslust unter Klän­gen der Hauskapelle eingenommen. Hier begrüßte Pg. Huth von der Landesgeschäftsstelle Darmstadt die Besucher im Auftrag des durch Krankheit ver­hinderten Landeswalters Pg. Schneider. An­schließend sprach Pg. Dr. Rexroth, Ortsgruppen­leiter der DAF. und NSBO. Bad-Nauheim, in herzlicher Weise und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Arbeitsvpfer gerade Bad-Nau- heim für diese Veranstaltung gewählt hätten. Dann sprach der Bezirkswalter für Oberhessen Pg. Bie­nengräber über den Sinn und Zweck dieses Tages und führte u. a. aus: Das nationalsoziali­stische Deutschland bringt dem schaffenden Menschen­tum wieder die Hochachtung entgegen, die man vor­her vergeblich suchte. Arbeit ist der Adel des Drit­ten Reiches. Der Marxismus sah in der Arbeit einen Fluch. Wir Nationalsozialisten haben eine andere Wertung der Arbeit, wir betrachten sie als verpflichtende Tat an der Nation. Für uns sind deshalb alle die Menschen, die bei der Arbeit ihre Gesundheit opfern mußten, Helden der Nation. Wir fürchten und entsetzen uns heute nicht mehr vor der Wirklichkeit, den Unbilden des täglichen Lebens­kampfes, sondern wir wollen sie meistern. Und da­mit wir sie meistern, sollen wir durch die Kraft der Freude stark werden. Und so sind wir in Nau­heim zusammengekommen, um euch Freude zu be­reiten. Laßt das Schöne dieses Tages in eure Herzen strahlen, damit ihr an den Tagen, da euch die rauhe Wirklichkeit hart anfassen sollte, davon zehren könnt. Vergeßt auch nicht, daß ihr all das, was heute ist, der Arbeit des Führers zu danken habt, dem Manne, der aus euren Reihen kam, der die Grausamkeiten des Lebens genau so kennt wie ihr und euch in all seinen Entschlüssen nie vergessen wird. Er hat es fertig gebracht, daß Deutschland seinen bei der Arbeit schwach und altersgrau ge­wordenen Volksgenossen Liebe entgegenbringt. Eure Sorgen sind seine Sorgen, sind des ganzen Volkes Sorgen. Blickt ihm vertrauensvoll ins Auge, glaubt an ihn. Die Sorge um eure Zukunft ist eine natio­nalsozialistische Aufgabe, an ihr werden wir ewig arbeiten. Unserem Führer Adolf Hitler in Dank­barkeit ein dreifaches Sieg-Heil!

Am Nachmittag lauschten, nach der Besichtigung des Kurhauses, die Teilnehmer den Klängen der Kurkapelle, um anschließend im Teichhaus beim gemütlichen Kaffee zusammenzusitzen. Um 19.10 Uhr wurde die Rückreise angetreten, und wer in die leuchtenden Augen der Arbeitsinvaliden sah, der wußte, daß der Tag seinen Zweck nicht ver­fehlt hatte, er war allen ein freudiges Erlebnis.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 2. Okt. Aus dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (aus» ländische) 9 bis 11, (inländische Kühlhauseier) 9 bis 11, Wirsing, das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römisch­kohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30 Pf., Feldsalat 1, Mark, Tomaten 10 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 60, Schwarz- wurzeln 25, Rhabarber 6 bis 8, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 35, Kartoffeln 4% Pf., der Zentner 4, Mark, Falläpfel, das Pfund 3 bis 4 Pf., Pfir­siche 25 bis 40, Preiselbeeren 30, Aepfel 6 bis 15 Pf., der Zentner 8 bis 13 Mark, Birnen, das Pfund 8 bis 15 Pf., Zwetschen 10 his 15, Nüffe 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 25 Pf., Ein­machgurken (100 Stück) 1, bis 1,50 Mark, En­dwien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 Pf.

** V on der Landesuniverfität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mit» geteilt: Der Professor für mittlere und neuere Ge-. Kan der Universität Gießen Dr. Theodor e r hat einen Ruf an die Universität Freibura i. Br. erhalten.

** In den Ruhe st and versetzt wurde der ordentliche Professor für Mathematik an der Landes-

Die hohe Schule der Flugkunst

wird am nächsten Sonntag bei betp Groh- slugtag in Gießen gezeigt werden. An der Spitze zahlreicher Flieger, die sämtlich voll­endeten Sportslug bringen, wird

der Weltmeister im Kunstslug ' Gerhard Fieseler

die fliegerischen Sensationen des Tages - mit seinen im Kampf um den Weltmeister­titel vollbrachten Leistungen zeigen. Da­neben wird man weitere glänzende Sport- £ slieger, Fallschirmabfpringer, Ballonjagden v usw. sehen. Fördert die deutsche Sport­fliegerei durch den Besuch dieses großen Flugsporttagesl

Universität Gießen Dr. Hans Mohrmann nach § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums vom 7. April 1933 mit Wirkung vom 1. Januar 1935 an.

** Schulpersonalie. Ueberfragen wurde dem Studienrat an dem Adam-Karrillon-Gymna- sium in Mainz Oberstudiendirektor Ludwig Poep- p e r l i n g eine Studienratsstelle am Realgymnasium zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 an.

** Aufgehobene Straßensperren. Die Sperre auf der Provinzialstraßenstrecke Reis kir» chen Linden st ruth Grünberg und die Sperre der Ortsdurchfahrt Lollar auf der Pro- oinzialstraßenstrecke GießenMarburg sind wieder aufgehoben worden.

** Die Dien st stunden des Kreisamts Gießen sind für die Zeit vom 1. Oktober 1934 bis 31. März 1935 wie folgt festgesetzt worden: Montags bis Freitags von 8 bis 16 Uhr, Samstags von 8 bis 13 Uhr. Bei dieser Gelegenheit wird vom Kreisamt erneut darauf hingewiesen, daß die Amtstage nur Dienstags und Freitags von 8 bis 12 Uhr vormit­tags sind und die Dienstzimmer des Kreisamts nur an diesen Vormittagen für das Publikum offen» stehen.

** Die Dien st stunden der Justiz­behörden. Vom Bund Nationalfozialiftifcher Deutscher Juristen, Justizpressestelle Gießen, wird uns mitgeteilt: Für die Zeit vom 1. Oktober 1934 bis 31. März 1935 sind die Dienststunden bei den hiesigen Justizbehörden von 8 bis 16 Uhr, Sams­tags von 8 bis 13 Uhr festgesetzt. Bei dem Amts­gericht und der Staatsanwaltschaft ist für unauf­schiebbare dringliche Fälle ein Eildienst für die Zeit von 16 bis 18 Uhr eingerichtet.

** Die Volksgemeinschaft in den Zi- garrenfabriken von I. B. Noll. Von einem Gefolgschaftsmitglied der Firma wird uns berichtet: Einer Einladung der Belegschaft ihrer Zweigfabrik in Altenvers folgend fuhr das Büropersonal der Firma Joh. Balth. Noll am vorigen Sonntag auf geschmücktem Lastwagen nach Kirchners, wo eine von den umliegenden Gemeinden in Ver­bindung mit dem Arbeitsdienstlager Kirchners gut norbereitete Erntedankfeier ftattfanö. Der Feier ging ein Feftzug noraus, der auf einer Anzahl Fest­wagen das Leben und die Arbeit des Bauern zeigte. Es war ein farbenprächtiges Bild, als die nieten Zugteilnehmer in ihrer bunten Marburger Tracht durch Kirchners zogen. Nach der Uebertra» gung der Kundgebung auf dem Bückeberg fanden sich die Gießener und Altenverfer Mitarbeiter zu einigen sehr gemütlichen Stunden in Altenvers zu­sammen. Es waren rechte Stunden der Volks­gemeinschaft, wo man etwas non der Verbunden­heit non Stadt und Land oerspüren konnte. Es ist ein besonderes Verdienst der Firma Noll, daß sie immer wieder ihre Betriebsgefolgschaft, die auf 11 oerschiedene Filialen in Stadt und Land verteilt ist, be nationalen Feiern zusammenholt und so für die Bildung einer wahren Volksgemeinschaft sorgt.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 3. Oktober.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gym­nastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch. Choral. 7: Frühkonzert. 8.30: Gymnastik. 10: Nach­richten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nach­richten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: 3X15 Minuten aus dem Sendebezirk. 16: Nachmittagskonzert. 18: Wohnen undwohnen"! Zwiegespräch. 18.15: Aus Zeit und Leben. 18.45: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Unsere Saar. Den Weg frei zur Verständigung. 20.35: Stunde der jungen Na­tion.Bauerntum". 21:Lachender Funk II". 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2:Der Barbier von Se­villa". 24 bis 1.15: Deutsche Mütter. Eine Funk- folge.