und
als ein festes Bekenntnis zum deutschen Bauern.
Aus der Provinzialhauptstadt
auch nichts.
E. v. M.
reudig jener Tag ein L , „ , .
gangen wurde. Damals, ja damals hoffte man noch, daß die Würfel des Kriegsgottes zu unseren ©unten fallen würden. Still verläuft der erinnerungs- volle Tag diesmal in ernster Stimmung. Nur, als die getreuen Mitarbeiter sich zu flüchtiger Mahlzeit versammeln, formt Ludendorff den einen Satz:
er hervor, daß heute besonderer Grund zur Dankbarkeit vorliege, weil uns Gott in der Person des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler einen Mann geschenkt habe, der nur darauf bedacht sei, sein deutsches Volk und Vaterland glücklich zu machen. Verfchönt wurde die Feier durch die Konfirmanden, die unter Vorzeigung der einzelnen Früchte und Gewächse passende Bibel- und andere Sprüche hersagten und einige Lieder unter Leitung von Pfarrkandidat Andres, Sohn des Ortsgeistlichen, recht stimmungsvoll vortrugen.
Am Nachmittag fand eine Kundgebung der NSDAP, auf dem mit Fichtenbäumen, Blumen und Fahnen reich geschmückten, nahe an der Stadt gelegenen Sportplatz statt. Hierzu hatten sich die Mitglieder aller Organisationen fast vollzählig und viele
„Je schwerer die Not des Vaterlandes, desto fester steht der Generalstab zu seinem Chef, die Armee zu ihrem Febdmarschall!" Kein Hoch, kein Tusch, aber die Augen aller ruhen in Liebe und Verehrung auf dem, der Hort und Stütze ist, die Zuversicht des leidenden, bedrohten Vaterlandes, der die ganze Höhe eines taten- und arbeitsreichen Lebens erfahren hat, und jetzt die tiefste Bitterkeit, die je einem Sterblichen zuteil geworden. Und der doch nicht verzagt, nicht dem Unheil weicht, sondern einzig an die Rettung der Heimat denkt.
An jenem 2. Oktober 1918 schrieb ein Offizier der Operations-Abteilung, der in Avesnes geweilt hatte, in sein Tagebuch: „Eng um unseren Feldmarschall geschart, in täglich wachsender Liebe zu ihm auf. blickend, ertragen wir das Schwerste, was deutschen Soldaten zugemutet werden kann. Er ist bei uns geblieben, dicht bei uns, bei seiner Armee und seinem Volke. Wohin wären wir gekommen ohne ihn! Und mag auch unser Weg noch durch Not und Elend führen, durch Scham und Herzeleid, das Bild seines großen Herzens wird uns stärken und aufrichten, es wird uns voranleuchten, wenn es wieder aufwärts geht, der Zukunft entgegen, b i e uns doch gehört — trotz allem und allem!"
6od)fd>ulnod)rid)fen.
Der ao.Professor Dr. Rudolf Mond von der Universität K i e l hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Ham- bürg erhalten.
Hindenburgs letzter Geburtstag im Weltkrieg.
Eine Erinnerung zum 2. Oktober.
Von Paul Lindenberg.
Man saß im kleinen Kreis zusammen, an einem Empfangsabend im Reichspräsidenten-Palais, in einer Ecke des großen Saales. Die Mehrzahl der Gäste war bereits gegangen, einige Getreue hatte Hindenburg mit freundlichen Worten zurück- behalten. An dem runden Tisch, auf den die Diener die Gläser mit frischem Münchener Bier gestellt, bildete er natürlich den Mittelpunkt. Hin und her ging das Gespräch, Erinnerungen tauchten auf, auch an den Krieg, man erwähnte der damaligen Hoffnungen und Erwartungen und wie alles so anders gekommen.
Dann kam das Gespräch auf den bevorstehenden 80. Geburtstag, den diesmal bedeutenden 2. Oktober. „Er wird viel Anstrengungen für Sie, Herr Feldmarschall, bringen, ganz Deutschland wird freudig teilnehmen. Wenn Sie, Herr Feldmarschall, eine Chronik Ihrer Geburtstage angelegt hätten, es wäre ein stolzer Wegweiser geworden, in die Höhe führend/
lieber Hindenburgs ehernes, durchfurchtes Gesicht lief ein leises Zucken, und seine Augen blickten sinnend in die Weite. Mit abwehrender Handbewegung sagte er mit seiner tiefen Stimme: „Es gab auch recht schwere Tage darunter, einen besonders!"
Wir blieben nachher noch zusammen, nachdem Hindenburg sich verabschiedet hatte. Auf die Frage: „Welchen Geburtstag mochte denn der Feldmarschall mit jenem besonders schweren Tag meinen?" antwortete ein Major: „Wohl jenen in Avesnes, den vom 2. Oktober 1918, dem ich beigewohnt habe!"
Von Spaa waren Hindenburg und Luden- d o r f f, sowie ein engerer Stab der Obersten Heeresleitung nach Avesnes, dem kleinen französischen Städtchen, übergesiedelt, um den geplanten großen Operationen nahe zu sein. Schwer fiel es, Unterkunft zu finden; die wenigen geeigneten Häuser beherbergten Verwundete. Hindenburg entschied, daß sie bleiben müßten, auch die Bewohner, wenn es nicht unbedingt notwendig war, ste andsrs-
challs. Die Gedanken fliegen zurück, wie festlich und Jahr zuvor in Kreuznach he-
Bornotizcn.
— Tageskalender für Dienstag: Ortsgruppe Gießen-Ost, Zelle 4, 20.30 Uhr bei
samkeit. Mit dem Gruß an den Führer und Polks- kanzler Adolf Hitler und dem Gesang des Horst- Wefsel-Liedes und des Deutschland-Liedes wurde die Kundgebung geschlossen.
Der Abend vereinte nochmals viele Volksgenossen in rechter Volksgemeinschaft in der Turnhalle Und den verschiedenen Lokalen der Stadt beim Volksfest und Tanz.
Großen-Linden.
y Die Feier des diesjährigen Erntedankfestes wurde in unserer Stadt sehr würdig begangen. Am Sonntagmorgen fand in der altehrwürdigen Kirche Gottesdienst statt, an dem die SA. und SA.-Reserve teilnahmen. Um den Altar waren die verschiedensten Früchte aufgebaut worden und mit Blumen reich geschmückt. Die Predigt hielt Pfarrer Schultheiß. Umrahmt wurde die Andacht durch zwei Chöre des Kirchengefangvereins unter Leitung feines Dirigenten Lehrer i. R. R ö - mer und einem Sprechchor der Schülerinnen.
Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Feft- zug durch die Straßen der Stadt, an dem sich die hiesige SA., SA.-Reserve I, SA.-Reserve II, NSDFB. (Stahlhelm), HI., BdM., Jungvolk und sämtliche Vereine beteiligten. Von Gießen waren außerdem noch drei Stürme der SA.-Reserve vertreten. Ein estlich geschmückter Wagen führte Erzeugnisse der diesjährigen Ernte mit, während ein anderer Wagen eine lustige Schnittergruppe zeigte, die durch schöne, alte Volkslieder besonders auffiel. Auf dem großen Platz vor der neuen Schule eröffneten die beiden Gesangvereine „Harmonie" und „Germania" die Feier mit einem gemeinsamen Chor, geleitet von Chormeister Schüttler- Gießen. Danach sprach Sturmführer Willi Becker einige Worte zur Begrüßung und übergab dann das Wort dem hiesigen Ortsbauernführer Pg. Wilhelm Wenzel. Dieser würdigte den Tag in seiner Bedeutung mit treffenden Worten und betonte, daß der Bauer trotz schwerer Zeiten und schwerer Arbeit nicht verzagen werde, das Glied in einer großen Kette voll und ganz zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes auszufüllen. Nachdem die stattliche Menge die Uebertragung der Feier des Erntedanktages vom Bückeberg mitangehört hatte, schloß Sturmführer Becker die Veranstaltung mit einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland.
Anschließend und am Abend verbrachten Einheimische und Gäste noch einige gemütliche Stunden bei Tanz und Bier.
Allenborf a. d. Lumda.
Zum Ernte dankfe st, das auch diesmal hier wiederum in recht würdiger Weise begangen wurde, hatte die Stadt überreichen Fahnen- und Blumenschmuck angelegt. Zum Vormittagsaottesdienst in der Kirche hatten sich so viele Andächtige eingefunden, daß das Gotteshaus fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Ortsgeistliche, Pfarrer A n - dres, legte feiner Predigt das Bibelwort Brief Jakobus, Kapitel 1, Vers 17 zugrunde. Hierbei hob
Alle Gliederungen der Partei, voran der Reiter- sturm, sämtliche Vereine und sonstige Gruppen mit zwei sinnvoll hergerichteten Wagen der Bauern- schäft und des Obst- u. Gartenbauoereins hielten unter den Klängen der Musikkapelle und des Pfeifer- und Trommlerkorps des Turnvereins einen Umzug durch Gleiberg und Krofdorf. Alle Häuser prangten im Schmuck der Fahnen und Kränze; überall wiesen die mannigfach ausgelegten Früchte auf die Bedeutung des Tages hin. Im Hofe und Garten der Gastwirtschaft Moos löste sich der Zug auf. Ortsgruppenleiter Schmidt sprach kurz über den Sinn der Veranstaltung und die Arbeit des Führers für den Bauernstand. Auf das Sieg-Heil folgten Horst- Wessel-Lieb und Deutschlandlied, sowie Das Saarlied. Ein Gedicht über den deutschen Bauern, vortragen von Hilde Leib, gab eine gute Einstimmung auf die Uebertragung vom Bückeberg mit der Rede des Führers, die man begeisterten Herzens anhörte. Die Gesangvereine „Germania"-Krofdorf und „Her- manus"-Gleiberg fangen gemeinsam nationale Lieder, die Turnerinnen warteten mit Tänzen und Keulenübungen auf, zwei jugendliche Mitglieder des Radfahrvereins zeigten ihr Können im Kunstfahren, ein Schießftand fand regen Zuspruch und für die
Grimberg.
+ Aehnlich wie im vorigen Jahre, nahm auch diesmal wieder die Motorstaffel I/M 49 aus Frankfurt am Erntedankfeft in Grünberg teil und verlieh ihm dadurch eine besondere Ausgestaltung.
Am Samstagnachmittag trafen die Frankfurter Gäste in stärke von 400 Mann mit etwa 150 Fahrzeugen hier ein; eingeholt wurden sie vom Grün- berger Motorfturm. Die Stadt zeigte reichen Flaggenschmuck. Am Marktplatz fand durch Propagandaleiter Schmidt und den Bauernführer L. Großhaus die Begrüßung der Gäste statt. Ihre große Zahl erforderte es, daß ein Teil von ihnen noch in den Nachbarorten Quartier beziehen mußte. Der Abend brachte einen Unterhaltungsabend in der Turnhalle, der recht vielseitig und genußreich war: Musikoorträge der 40 Mann starken Kapelle der Frankfurter Motorstaffel, Fecht- und akrobatische Turnvorführungen, Darbietungen eines Jongleurkünstlers und besonders wirkungsvolle Vorträge eines Humoristen. Um Mitternacht schloß sich auf dem Marktplatz der Zapfenstreich an.
Der Festgottesdienst am Sonntagmorgen, bei dem Pfarrer Matthäus über Psalm 118,1 predigte und der durch die Mitwirkung des Kirchen-
Den Mittelpunkt des Tages bildete der Festzug durch die Stadt, an dem sich die Spitzen der Behörden, die NS.-Verbände und Vereine äußerst zahlreich beteiligten, begleitet von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr und von Ernte- und Festwagen, denen der Sinn des Festtages zugrunde gelegt war. Nach Eintreffen des Festzuges an der Turnhalle eröfnete der Schulungsleiter der Ortsgruppe der NSDAP., Pg. Stiftspfarrer Draudt, die Kundgebung mit einer Ansprache, in der er Sinn und Zweck des Erntedanktages und dessen symbolhafte Bedeutung erläuterte und zugleich auf das Winterhilfswerk 1934/35 einging. Konzert der Feuerwehrkapelle, Gefangsvorträge der verschiedenen Chöre, turnerische Vorführungen der Turnerriege des Tv. 1860 Lich und ein Reigen der Turnerinnen, die alle großen Beifall ernteten, füllten die Pause bis zum Beginn der Uebertragung der Nationalkundgebung auf dem Bückeberg. Der Rede des Führers folgte alles mit gespanntester Aufmerk
verein und Gemischte Chor. Bei dieser Gelegenheit trat auch zum ersten Male die Singschar des B d M. an die Öffentlichkeit. Sie trug zwei mehrstimmige Lieder vor und bewies damit, daß sie trotz geringer Zahl etwas Schönes zu leisten vermag. Zwischendurch wurden von Schülern und Erwachsenen Gedichte und Bauernsprüche vorgetragen. Ortsbauernführer Karl Stumpf sprach das Schlußwort. Bürgermeister Heinrich Münch dankte Lehrer S ö h n g e n für die schöne Ausgestaltung des Festes. Mit dem Horst-Wessel-Lied fand die; harmonisch verlaufene Feier ihr Ende.
wo unterzubringen. So blieb zur Wahl nur ein sehr bescheidenes Haus am Stadtrande; in vier schmalen Zimmern mußten sich die Offiziere einrichten. Ludendorff faß in einem so engen Gemach, daß dies fast völlig durch einen zum Arbeiten dienenden Tisch und durch einen zweiten für die Karten ausgefüllt wurde. In einem größeren Zimmer standen weitere Kartentische, mehrere Fernsprecher bimmelten dort durcheinander, man hinderte sich gegenseitig. Einen Empfangsraum gab es nicht, dazu diente der Treppenflur, wo alle warten mußten, Fürstlichkeiten und höchste Offiziere. Hindenburg wohnte in einem nahen, von kleinem Garten umgebenen Häuschen.
Immer hoffte man noch, die Fronten halten zu können; man hatte wohl mancherlei Nackenschläge bekommen, aber auch da und dort Erfolge erzielt. Da kam der „schwarze Tag". Ludendorff faß Stunde um Stunde am Fernsprecher, bald den Blick auf die nahe liegende Karte des Kampfgebietes richtend, bald flüchtige Worte und Zahlen aufs Papier werfend. Befehle schwirrten durch den Draht zur Front. An heftigen Worten, an Mahnungen und selbst an Drohungen fehlte es nicht. Erschöpfte und in Reserve gehaltene Truppenteile wurden hier- und dorthin geworfen. Bleischwere, trübe Stunden, so trübe wie draußen der graue Nebeltag, der die Sonne nicht durchdringen läßt.
Der Abend sinkt herab, lastend, unheimlich, wie von bangen Ahnungen durchflutet. Kraftwagen rattern heran; Generale und Stabsoffiziere entsteigen ihnen, bestaubt, beschmutzt, wettergebräunt, mühsam die innere Erregung bezwingend. Sie erstatten dem Feldherrn Bericht von den Vorgängen da vorn, erzählen von zähestem Aushalten, von heldenhaften Taten, freilich auch von Versagen und Verzagen.
Schwer atmet der greife Feldmarschall. Seine Augen scheinen zuweilen umflort, aber fest bleiben Haltung und Stimme. Mit knappen Worten wird der Heeresbericht nach feinem Diktat niedergeschrieben, fliegt in die Heimat, fliegt in die Fremde, Unheil im Schoß.
In dieser Nacht, die drückend hereinbricht, während in der Ferne die Geschütze grollen und der Himmel gerötet ist, gibt es wenig Schlaf. Meldungen laufen ein, müssen sogleich beantwortet werden.
Hoffnung glimmt zuweilen auf, daß noch manches zu retten ist, sinkt wieder zusammen. Eiserne Pflicht hält den Feldmarschall aufrecht. Wenn es auch in ihm bebt, bewahrt er äußerlich seine Ruhe, sieht den Ereignissen, die er richtig einschätzt, mit Fassung entgegen — nur jetzt nicht die Nerven verlieren! Nein, der alte Haudegen verliert sie nicht, so sehr auch 'Ne Not Des Vaterlandes, das Unglück der drückenden Enttäuschungen an ihm zerren.
Bange Tage, bange Nächte? Neue Hiobsposten treffen ein. Die Westfront bebt unter feindlichen Stürmen. Divisionen fallen aus: „Schickt uns Hilfe, wir können nicht mehr!" Und Hilfe ist nicht vorhanden. Aus Mazedonien und Oberitalien Dringen Die gleichen Rufe: „Rettet uns! Alles ist sonst verloren!" Und in Berlin: Irrungen und Wirrungen, jämmerliche Streitigkeiten, überflüssige Redereien!
Mehr und mehr schwankt und wankt alles. Da muß der Feldherr erst recht die Augen offen haben, in Der Nähe, in der Ferne. Engländer, Franzo-sen Amerikaner stürmen an, diese mit frischen Kräften^ in ungeheuerer Zahl, gut genährt, glänzend ausgerüstet, stürmen an gegen unsere müden, halbverhungerten, ausgepumpten Truppen, die lieber- menschliches leisten. Der Name Wilsons schrillt öfter und öfter. Im Hauptquartier traut man feinen Vorschlägen nicht, muß sich trotzdem mit ihnen beschäftigen. Die Staatsmänner daheim versagen. Ludendorffs Nerven sind am Ende. Mit gütigen Worten greift häufig Der Feldmarschall ein. Er sieht, wie Der unermüdliche Waffengefährte sich oft kaum noch aufrecht erhallen kann, befiehlt ihm dienstlich, sich um 11 Uhr.nachts zur Ruhe zu begeben. Er selbst empfängt noch spät die wichtigsten Nachrichten, erledigt sie; wenn auch Die Augen übermüdet sind, greift Die feste HanD noch zur Feder, um der geliebten Frau in Hannover Kunde zu geben. Ihr Bild, bas der Kinder steht auf dem Schreibtisch.
2. Oktober. 71. Geburtstag des Feldmar-
Abschied vom Dreimarkstück.
Wer hätte nicht schon von den „Fallstricken des Geldes" gehört, welcher von Natur tugendhafte Mensch wäre ihnen nicht gelegentlich zum Opfer gefallen? „Geld allein macht nicht glücklich, man muß es auch haben", lautet ein anderes bedeutsames Wort. Aber da liegt der Hase im Pfeffer, liegt, und zwar feit gestern, ein neuer, besonderer Fallstrick des Geldes vor. Denn feit gestern ist das bisherige Dreimarkstück fein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Kein Bäcker, kein Metzger, kein sonstiger Gewerbetreibender, kein Kellner, kurz gesagt niemand braucht seine Ware auf ein hingelegtes Dreimarkstück zu verabfolgen.
Doch noch findet man Erbarmen. Die Staats» und Landeskaffen nehmen mit gütigen Händen dieses Geld, Das seit gestern kein richtiges GelD mehr ist, in Zahlung oDer tauschen es ein. Aber mit Jahresschluß ist auch hier letzter Schluß mit diesem Entgegenkommen. Dann gehört das Dreimarkstück der Vergangenheit an.
Wir meinen seinem Fortfall keine Träne nach. Was war es schließlich? Ersatz für einen Vorgänger von Format, von historischer Bedeutung — kurz vom Thaler, der als Patenthaler seine gewichtig bürgerliche Rolle spielte, als Mietsthaler eine Verpflichtung für Geber und Empfänger bedeutete, bindend wie ein Gefetzesparagraph. Zuerst wurde er im böhmischen Joachimsthal geprägt, wonach er „Joachimsthaler" genannt rouroe. Die Zeit schliff den Vornamen ab, nur der Thaler blieb, dem eine neue Rechtsschreibung auch noch das „h" nahm. Und nach diesem Verlust, und infolge längst bestehender Markwährung, ging er ein. Sofern er nicht eingeschmolzen wurde, zur beschaulichen Ruhe in den Münzsammlungen.
Nachfolger müssen sich immer erst durchsetzen. Dem Dreimarkstück gelang es nie. Gleichgültig wurde es hingenommen, und gleichgültig hätte man es verschwinden sehen, wenn ihm nicht in letzter Zeit das neue Fünfmarkstück zur Seite getreten wäre, bas als befreiende Tat das alte, Geldbörsenruinierende beglückend ablöste. Doch Drei- und Fünfmarkstück waren einander nun so ähnlich geworden, daß Verwechselungen schmerzlichster Art vorfielen. Also, fort mit diesem Fallstrick des Dreimarkstückes.
Bald wird seine Existenz vergessen sein. Doch Der Taler wird, wie alles, was eine bedeutende Vergangenheit hat, noch lange weiterleben, dort, wo volktümlicher Besitz sich am längsten erhält: im Kinderspiel- und Lied. Junge Mütter werden, wie einst ihre Groß- und Urgroßmütter, den Kleinsten ins Händchen patschen „Da hast 'nen Thaler, geh auf den Markt, kauf dir ’ne Kuh ..." und die Kinder im Kreis werden immer wieder lustig fingen „Thaler, Thaler, du mußt wandern", auch wenn sie nicht mehr wissen, was ein Thaler war. Aber das schadet
Zeitschriften.
„Deutscher Arbeitsdienst für Volk und Heimat", die Führerzeitung Des deutschen Arbeitsdienstes (Verlag Berlin Sw 11, Dessauerstraße 38) bringt ein Sonderheft über den Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf dem Nürnberger Reichsparteitag heraus, das mit feinen zahlreichen wohlgelungenen Illustrationen und den in Wortlaut wiedergegebenen Reden und Ansprachen ein wert- volles Blatt der Erinnerung für alle Teilnehmer darstellt, gleichzeitig aber auch allen einen ungemein tarfen Eindruck von dem Wirken dieser „Schule der Volksgemeinschaft" vermittelt.
chors verschönt wurde, wies durch die Teilnahme aller NS.-Formationen und Vereine sowie der Frankfurter Gäste einen sehr starken Besuch auf. In üblicher Weise hatten die Schüler des letzten Schuljahres den Altar reich mit Blumen und Früchten aus Garten und Feld geschmückt.
Im Anschluß an den Gottesdienst sand am Denkmal vor der Kirche eine Gefallenen-Ehrung statt, bei der Staffelführer Zück (Frankfurt) eine kurze Ansprache hielt und einen Kranz nieDerlegte.
Ein Platzkonzert, das bann bie Kapelle ber Frankfurter Motorstaffel auf bem Marktplatz veranstaltete, hatte viele Zuhörer herbeigezogen.
Am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug durch die Straßen der Stadt: an Der Spitze die Bauernschaft mit einem Erntewagen, dann die einzelnen NS.-Forrnationen und Vereine, am Schluß die Frankfurter Motorstaffel. Die Kapelle der Frankfurter mit Spielmannszug, sowie die Kapelle des Grünberger Motorsturrnes sorgten für flotte Marschmusik. Auf dem Sportplatz an der Gießener Straße folgten dann allerlei sportliche Darbietungen der Frankfurter: Tauziehen, Eierlaufen, Schubkarrenrennen und Geschicklichkeitsfahren auf Motorrad, das von den zahlreichen Zuschauern mit Interesse verfolgt wurde. Nach Schluß der Darbietungen zog alles nach dem Marktplatze, um hier die Rundfunkübertragung ber Rede bes Führers vom Bücke- bera anzuhören. Alsdann fuhren die Gäste wieder ab.
Auch aus der Umgegend waren zahlreiche Zuschauer nach Grünberg gekommen.
Lich.
? Der Tag Des deutschen Bauern und Ernte- danktag wurde auch in unserer Stadt festlich begangen. Reicher Flaggen- und Grünschmuck an allen Häusern Der Stadt trugen wesentlich zur Feststimmung bei. Am Vormittag sand in Der festlich geschmückten Marienstiftskirche Festgottesdienst statt, an Dem Die nationalen Verbände unD Vereine geschlossen unD Die GemeinDe recht zahlreich teilnahm. Eingeleitet wurde Der GottesDienst Durch ein liturgisches Erntedankfestspiel, bei welchem eine große Anzahl Schüler unD Schülerinnen mitwirkte. Der Kirchenchor und ein Schülerchor trugen durch wohl- gelungenen Vortrag von Chorgesänaen unter Leitung von Lehrer Stein zur Verschönerung Des FestgottesDienstes bei. Die Festpredigt hielt Stifts- dechant Kahn über Psalm 136, Vers 1. Er wies in seiner Ansprache insbesondere auf die Bedeutung des Tages hin, zeigte durch Verlesung eines Briefes aus Sowjetrußland den gewaltigen Unterschied Der Stellung Des Bauern im Sowjet„paradies" und der im nationalsozialistischen Deutschland, würdigte in eingehender Weise die großen Verdienste der nationalsozialistischen Regierung um die Rettung und Hebung des Bauernstandes und ermahnte alle, Gott zu danken, weil er nicht nach unserer Würdigkeit, sondern kraft seiner Zusage uns wieder eine reiche Ernte beschert hat.
Volksgenossen elngesunden. Ortsbauernfühver Wilh. Rein hielt eine Ansprache, die in einem Treue- gelöbnis für den Führer ausklang. Von einigen SA.. Männern wurden Gedichte Dorgetragen, trip den Bauernstand und Die Scholle verherrlichten. Die Hitler-Jugend trug einen Sprechchor vor. Volkstänze und Reigen unter Ziehharmonikabegleitung durch HJ-Führer Gustav Nachtigall wurden durch den Bund deutscher Mädel unter Leitung von Frl. Gerda Rein und Emilie Reinhardt aufgeführt. Zwischendurch spielte der Spielmannszug der hiesigen SA. unter Leitung von Fritz Leutner einige Märsche, außerdem trug der hiesige Männergesang- oerein zwei Chore wirkungsvoll vor. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer und der Gesang des ersten Verses des Horst-Wesiel-Liedes beschloß die Kundgebung. Die Rede bes Führers vom Bückeberg wurde sodann gemeinschaftlich angehört.
Krofdorf-Gleiberg.
Unsere Gemeinde hatte Ursache genug, den Tag des E r n te d a n k e s festlich zu begehen, da die
Weber, Kaiferalle 52: Zellenabend. — Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süb, 20 Uhr, großer Hörsaal des Physiologischen Institutes: Feuerschutzabend mit Vortrag von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier über „Brandverhütung". — Stadttheater, 20 bis gegen 23 Uhr: „Der Zigeunerbaron". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schimmelreiter". — Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft, 20.30 Uhr: Volks-Mission-Vortrag.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe <Sießen-Gud.
Am Dienstag, 2. Oktober, 20 Uhr, findet im großen Hörsal des physiologischen Instituts, Friedrichstraße, ein Feuerschutzabend der Ortsgruppe Gießen - Süd statt. Es spricht Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier über das Thema: „Brand- v e r h ü t u n g".
Anschließend wirb ein Film ber Reichsamts- lei tun g bes Amtes für Volkswohlfahrt gezeigt. Alle Volksgenossen unb Mitglieber ber NSV. sind hierzu etngelaben.
Ortsgruppe Gießen-Nord.
Im Rahmen bes Hilfswerkes „Mutter und Kind" ist in unserer Geschäftsstelle, Walltorstr. 16, eine Mütterberatungsstelle eingesetzt worden. Sprechstunden jeden Mittwoch nachmittag von 15 bis 17 Uhr. Wir bitten, von dieser Einrichtung regen Gebrauch zu machen.
Deutsche Arbeitsfront.
RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
An bie
Ortswarte, Vetriebswarte „Kraft burch Freude" bzw. Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront.
Wir bitten Sie, den Verkauf der Karten für den Großflugtag in Gießen mit Weltmeister F i e f e l e r zu unterstützen. Karten zum Preise von 0,40 RM., für Jugendliche 0,30 RM., sind auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu haben.
Aufrechterhaltene Rechte.
LPD. Die Pressestelle der Deutschen Arbeitsfront teilt mit:
Auf Anordnung des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, werden die von den Mitgliedern der ehemaligen Verbände erworbenen Rechte aufrechterhalten. Die Mitglieber, bie am 30. September bzw. am 1. Oktober eine laufende Unterstützung von einer Ortsgruppe der Reichsbetriebsgemeinschaften ausgezahlt bekommen haben, wenden sich nunmehr zwecks Weiterzahlung an die für ihren Wohnsitz zuständige Verwaltungsstelle Der DAF. Die Ortsgruppenleiter, Die bisher Die Unterstützung auszahlten, übergeben Den Mitglie- Dem eine mit Unterschrift unD Dienstsiegel versehene Bescheinigung, aus Der hervorgeht, in welcher Höhe unD auf welche Zeit Das Mitglied Anspruch auf Unterstützung hat. Das Mitglied begibt ßch mit dieser Unterschrift zu seiner zuständigen Verwaltungsstelle. Die Verwaltungsstellen sind ent- sprechend informiert.
Ernte bei uns recht zufriedenstellend war. Den Tag eröffnete Die hiesige Musikkapelle mit einem Wecken durch den Ort. Der morgendliche Gottes- _ , _____ ,____ __
dienst in der reich geschmückten Kirche, mit zahlreich Jugend sorgte ein Kletterbaum mit begehrenswerten auf dem Altar aufgebauten Früchten bes Feldes Gegenständen. Der Tag verlief in aller Harmonie Gartens, war gut besucht. lals ein festes Bekenntnis zum deutschen Bauern.


