getreten habe in dem Bewußtsein, daß in der inneren und äußeren Politik eine entsagungsvolle Vorbereitungszeit notwenoig war. Wie Goethe das Reich der deutschen -Zukunft erschaut, bekennt er, daß es nur auf einer Einheit „in Liebe" erbaut werden könne. Sterbend bekennt Hindenburg, daß selbst nach der Erhebung des deutschen Volkes, dieser Tat „von historischer Tragweite", noch viel zu tun bleibt, um diesen „Akt der nationalen Erhebung und des völkischen Zusammenschlusses" zu einem „Akt der Versöhnung" werden zu lassen, „der das ganze deutsche Vaterland umfaßt". Das ist sein Vermächtnis. Adol Hitler, Hindenburgs Kanzler, jetzt der Träger seines Amtes, der Führer und Kanzler des deutschen Volkes, der Mann des nie versagenden Willens, hat dies Vermächtnis des Toten übernommen. Das Vermächtnis Hindenburgs galt aber auch dem deutschen Volk, dem ganzen Volk. Am Geburtstage des Treuen gelobt ihm sein Volk treue Erfüllung dieses Vermächtnisses!
Der Saarabfiimmungskalender.
Ein Beitrag zum Winterhilfswerk an der Saar.
Der Landes le iter der Deukfchen Front im Saargebiek, P i r r o, erläßt folgenden Ausruf:
Der Abstimmungskampf im Saargebiet geht seinem Höhepunkt zu. Das ganze deutsche Volk muh diesen Kampf mit innerster Anteilnahme und ständigem Interesse verfolgen.
Diesem Ziel dient der S a a r-A bstimmungs- k a l e n d e r (preis 1 RM.), der Mitte September erscheint, ein Abreißkalender, der 10 0 Tage, vom 5. Oktober 1 934 ab bis zum Tage der Saarabstimmung, dem 13. Januar 1 9 3 5, läuft. Er muh in diesen 100 Tagen in jedem deutschen Arbeitsraum hängen und an den Kampf unserer Volksgenossen im Saargebiet mahnen. Sein Reinertrag dient mit dazu, das Winterhllfswerk an der Saar aufzubauen.
Herstellung und Vertrieb des Kalenders liegen in der Hand einer Gemeinschaft von Verlegern, die. wie alle an ihm tätigen Stellen, auf Gewinn verzichten. Es ist deshalb auch eine Ehrenpflicht des ganzen Volkes, sich an diesem hilfs- werk zu beteiligen, und die Ehrenpflicht aller beteiligten Stellen, diese große Aufgabe zu fördern.
In seinem Inhalt zeigt der Kalender die schicksalhafte Verbundenheit der Saar mit dem Reich und bildet so ein großes und wichtiges Aufklärungswerk, an dem jeder Deutsche tätigen Anteil nehmen muß. *
Ich bitte das ganze deutsche Volk, sich für dieses Hilfswerk an der Saar einzufehen, um den doppelten Zweck zu erreichen:
Arbeit für die Saarabstimmung, Gewinnung von Mitteln für das Winterhilfswerk an der Saar.
15 Jahre Technische Rothilfe.
Der Dank des Peichsinnenministers.
DNB. Berlin, 1. Oft. Reichsminister Dr. Frick hat aus Anlaß des 15jährigen Bestehens der Technischen Nothilfe an die Reichsführung der Technischen Nothilfe das folgende Schreiben gerichtet:
„Aus Anlaß des 15jährigen Bestehens der Technischen Nothilfe, nehme ich als der Reichsminister, dem die Technische Nothilfe untersteht, gern die Gelegenheit wahr, die großen Verdienste dieser Organisation um Volk und Staat anzuerkennen. Allen Schwierigkeiten und Anfeindungen zum Trotze hat die Technische Nothilfe durch mehrere Tausend erfolgreiche Einsätze unermeßliche Werte deutschen Volksgutes vor der Vernichtung bewahrt, die Lebensbedürfnisse der Allgemeinheit in Krisenzeiten sicheraestellt und in Katastrophenfällen zum Schutze von Leib und Leben der Bevölkerung ausgezeichnete Hilfe g e l e i st e t. Ihre ständige Bereitschaft während Deutschlands größter Not hat dazu beigetragen, für Staat und Volk gefährliche Situationen zu überwinden. Das selbstlose Beispiel der ihr angehörenden Männer der Tat hat schließlich vielen schwankenden Volksgenossen Glauben, Mut und Halt gegeben und dem Gedanken praktischer Volksgemeinschaft mit zum Siege verholfen.
Ich danke den hauptamtlichen Angestellten, den ehrenamtlichen Führern und Mitarbeitern der Technischen Nothilfe für ihre zielbewußte, erfolgreiche, nationale Tätigkeit in den langen Jahren schwerer innerer Kämpfe, und ich banke jedem einzelnen der treuen Nothelfer für all das, was sie in der Vergangenheit im Interesse des Gemeinwohls für Volk und Staat geleistet haben. Mit den besten Wünschen für die weitere Zukunft der Technischen Nothilfe verbinde ich die Erwartung, daß ihre Angehörigen auch weiterhin im Wetteifer mit den anderen das n^ue Reich tragenden Organisationen dazu beitragen, die Ziele des nationalsozialistischen Staates zu verwirklichen im Sinne der Grundsätze der nationalsozialistischen Bewegung, die auch stets d i e der Technischen Nothilfe bildeten: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" und „Einer für alle, alle für einen". In diesem Sinne vorwärts Nothelfer! Heil unserem Führer Adolf Hitler!"
Die Abmeierung nach dem Reichserbhofgeseh. Die offenbar bestehenden Mißverständnisse hinsichtlich der durch das Reichserbhofgesetz ermöglichten sogenannten Abmeierung eines Bauern geben Veranlassung, auf folgendes hinzuweisen:
Das Reichserbhofgesetz verlangt von einem Bauern, daß er bauernfähig ist. Zur Bauernfähigkeit gehört — neben der deutschen Staatsangehörigkeit und Rassereinheit — vor allem die Ehrbarkeit und die Fähigkeit zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des Hofes. Nur wenn ein Bauer die Ehrbarkeit oder Fähigkeit verliert, kann das sogenannte Abmeierungsverfahren Platz greifen. Das Gesetz besagt darüber im einzelnen folgendes:
Verliert ein Bauer seine Ehrbarkeit oder zeigt er durch seine Wirtschaftsweise, daß er zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung des Hofes nicht mehr fähig ist (hierin gehört auch der Fall, daß der Bauer seinen Schuldverpflichtungen nicht nachkommt, obwohl ihm dies bei ordnungsmäßiger Wirtschafts, führung möglich wäre), dann kann ihm auf Antrag des Landesbauernführers durch das Anerbengericht die Verwaltung und Nutznießung des Erbhofes entweder auf eine gewisse Zeit oder auf Dauer entzogen werden. Die Verwaltung und Nutznießung wird dann auf den Ehegatten des Bauern oder auf denjenigen übertragen, oer im Falle des Todes des
Bauern der Anerbe wäre; vorausgesetzt, daß diese Person selbst bauernfähig ist. Wichtig ist also, daß die Uebertragung der Verwaltung und Nutznießung nur in einem gerichtlichen Verfahren durch den Spruch unabhängiger Richter erfolgt. In diesem Verfahren muß der Bauer natürlich gehört werden und zu Worte kommen. Er hat gegen die Entscheidung des Anerbengerichtes das Recht der sofortigen Beschwerde an das Erbhofgericht, gegebenenfalls noch die weitere Beschwerde an das Reichserbhof- aericht. Damit ist die Gewähr gegeben, daß die Entziehung der Verwaltung und Nutznießung nur
Berlin, 1. Off. (DNB.) Aus Tilsit wird be- könnt, daß die Vertreter der Unterzeichnermächte des ZUemelabfommens, England, Frankreich und Italien, dieser Tage in fiorono im litauischen Außenministerium vorstellig geworden sind, um im Auftrage ihrer Regierungen gegen die litauischen Vertragsverletzungen im Rlemelgebiet Verwahrung einzulegen. Wie zuverlässig verlautet, haben die Vertreter der Mächte zum Ausdruck gebracht, daß die Maßnahmen der titanischen Regierung im Memelgebiet bei ihren Regierungen größte Besorgnis hervorgerufen hätten, und daß es mit Rücksicht auf den auch in Genf eingenommenen Standpunkt der Unverletzlichkeit der Verträge notwendig fei, die gesetzmäßigen Zustände im Memelgebiet unverzüglich wiederherzuslellen.
Der litauischen Regierung soll ferner die Mitteilung gemacht worden fein, daß mit der Prüfung der kürzlich den Unterzeichnermächten in Genf überreichten Memelbeschwerde ein juristischer Ausschuß beauftragt worden sei. Sollte es sich Herausstellen, daß die Maßnahmen Litauens i n Widerspruch zum Memelstatut ständen, o würden die llnterzeichnermächte sofort weitere energische Schritte zur Wiederherstellung des Rechtszustandes unternehmen.
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Die Garantiemächte haben sich zwar reichlich Zeit gelassen, bis sie den Entschluß faßten, in Kowno energisch zu werden, wir dürfen diesen Schritt jedoch begrüßen. Er zeigt, daß man den Willen hat, die übermütig gewordenen Litauer in die Schranken zurückzuweisen und vor allem das Vertrauen der Völker in feierlich be» chw orene Verträge wieder herzustellen. Denn das dürfte man in den verschiedenen Haupt- täbten wohl allmählich gemerkt haben, daß es
B u k a r e st, 1. Okt. (DNB.) Obwohl sich wieder- holt die Notwendigkeit einer Umbildung des Kabinetts Tatarescu bemerkbar machte, konnte sich der Ministerpräsident bisher nicht zu den erforderlichen Umbesetzungen entschließen, da zwi- chen ihm und dem Parteipräsidenten Constantin Bratianu offenkundig kerne Einigkeit über die Persönlichkeiten bestand, die bei der Re- aierunasumbildung berücksichtigt werden sollten. Die Gegensätze zwischen den älteren Politikern der Liberalen Partei und der Gruppe der Jungen machten auch hier sich geltend. Der Ministerpräsident hat nunmehr den Rücktritt des Handelsministers Theodo r e s c u und den Tod des Unterstaatssekretärs M a v r o d i zum Anlaß genommen, ein neues N i n i st e r l u m zusammenzusetzen, das den München des Königs und seinen Absichten entsprechen oll. Tatarescu will versuchen, auch außerhalb der Liberalen Partei stehende Persönlichkeiten in das Kabinett aufzunehmen. Außenminister Titu- l e s c u dürfte sich nicht bereit zeigen, das Außenministerium im neuen Kabinett Tatarescu wieder zu übernehmen.
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Die Regierungskrise in Rumänien hat in Paris alle die Geister auf den Plan gerufen, die in Titulescu den Hauptpfeiler der französischen Politik in Mitteleuropa und auf dem Balkan erblicken. Der Rücktritt dieses Staatsmannes hat eine Beunruhigung aus- gelöst, die in den Kommentaren der Presse eindeutig zum Ausdruck kommt. „Le Jour" weist auf den Zwiespalt hin, der König Karol und seinen Ministerpräsidenten Tatarescu von Titulescu trenne. Es handele sich nicht etwa nur um eine formale Kabinettsumbildung, sondern um eine viel ernstere Aenderung. Titulescu gehe, weil sein Ministerpräsident, seine Kollegen und die Mehrheit feiner ]
nach gründlichster objektiver Prüfung der Sach- und Rechtslage erfolgt. Eine Entziehung des Eigentums findet nur dann statt, wenn weder ein bauernfähiger Anerbe vorhanden ist, dem die Verwaltung und Nutznießung übertragen werden kann. Den Antrag auf eine solche Entziehung kann nur der Reichsbauernführer stellen. Das Eigentum wird in diesem Falle auf eine andere bauernfähige Person übertragen, die der Reicbsbauernführer vorschlägt; bei diesem Vorschläge sollen geeignete Verwandte des Bauern, falls diese vorhanden sind, bevorzugt werden.
künftig überhaupt nicht mehr mög- l i ch sein wird, vertragliche Abmachungen zustande zu bringen oder vorhandenes Mißtrauen zu beseitigen, wenn man im Memelgebiet einen Rechtsbruch nach dem anderen hinnimmt. Viel zu weit sind die Dinge in dem uns entrissenen Teil Ostpreußens schon gediehen, als daß einige Mahnungen genügten, um entstandene Schäden wieder aus der Welt zu schaffen. Schon vor mehreren Monaten hatte der deutsche Außenminister Frhr. v. Neurath die Vertreter der Garantiemächte auf die unhaltbaren Zustände im Memelgebiet hingewiesen und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Signatarmächte ihren Verpflichtungen gemäß eingreifen würden. Die litauische Regierung hatte sich aber nicht davon abhalten lassen, die Unterdrückungspolitik gegen das bodenständige Deutschtum des Msmellandes fort» zusetzen. Der Auflösung deutscher Parteien, der Zerstörung der Selbstverwaltung, der Ausweisung und Absetzung deutscher Beamter folgte noch in letzter Zeit ein Schlag gegen die evangelische Kirche, die historisch und vertragsmäßig mit der evangelischen Kirche Ostpreußens verbunden ist. Eine Anzahl von Pfarrern wurde ausgewiesen und damit die Absicht bekundet, die Entrechtung der Bevölkerung, die sich bisher auf das Gebiet der Politik, der Verwaltung und Schule erstreckte, auch auf die religiösen Einrichtungen auszudehnen. Bekanntlich hat eine Delegation der Memeldeutschen in Genf geweilt und den Versuch gemacht, dort Interesse für die Sache des gepeinigten Deutschtums ihrer Heimat zu wecken, zumal der Völkerbund durch das Memelstatut zu feinem Schutze verpflichtet ist. Die Garantiemächte werden — das sind sie ihrem Prestige schuldig — sehr energisch auftrumpfen müssen, damit die international festgesetzte und dem Schutz von vier Großmächten anvertraute memelländische Selbstverwaltung wieder restlos hergestellt wird. Nur nachdrückliche Energie kann den Leiden und Qualen der Memelländer ein Ende bereiten.
Partei eine Politik ablehnten, die darauf hinauslause, den Wolf — d. h. Sowjetrußland — in die Hürde zu lassen. Sein Abtritt bedeute, daß Rumänien sich von Frankreich entferne. Das sei eine Folge der erstaunlichen sowjetfreundlichen Politik des Quai d'Orsay. Rumänien sei damit auf die Verlustliste zu setzen, auf der bereits Polen stehe.
„Oeuvre" hält den Rücktritt Ditulescus, falls er endgültig werden sollte, für sehr beunruhigend für diejenigen Kreise in Frankreich und in Europa, die vor allem auf die Erhaltung des Status quo bedacht seien. In Bukarest mache sich wie fast überall in der Welt dus Bedürfnis nach neuen Formeln und neuen Männern bemerkbar. Die Gegner der Kleinen Entente würden besonders glücklich sein, wenn sie sich Titulescus entledigen könnten, der wohl am meisten für die Einheit der Kleinen Entente getan habe. — „Echo de Paris" spricht von einem außenpolitischen Druck, für den das Blutt B e r l i n (!), Rom und Warschau verantwortlich machen möchte. König Karol müsse sich klar werden, daß er jetzt zwischen einem Abenteuer, und der Befestigung der bisher erzielten Ergebnisse zu wählen habe. — „Excelsior" ist der Meinung, daß der 23 o i ft cf; des polnischen Außenmini sters Beck in der Miii.dcryeiten- frage in Genf direkt zum Ausbruch der Regierungskrise in Rumänien beigetragen habe. Titulescu habe wohl das Gefühl gehabt, in dieser Frage von seinem Ministerpräsidenten nicht energisch genug unterstützt worden zu sein. Wie jedenfalls auch die Krise aus- >gehen möge, F r an k r e i ch habe nur den einen Wunsch, daß bei den kommenden französisch-südslawischen und französisch-italienischen Verhandlung gen die Klei ne. Entente nicht zu schwan- k e n beginne.
s dritten Mächten dürften in den Verhandlungen kaum eine Rolle gespielt haben, aber man hat sicher mit ihnen gerechnet. Auch in dieser Beziehung liegt ein engeres Einvernehmen durchaus im In- teresse beider Staaten. Nachdem durch bett türkisch - griechischen Grenzgarantiepakt und das Abschwenken der Türkei ins Lager der Antirevisionisten die Hoffnungen Bulgariens auf eine diplomatische Hilfe Ankaras zerschlagen worden waren, nachdem der darauf folgende Balkan- pakt eine weitere Isolierung Bulgariens herbeizuführen drohte, wandte sich das Interesse der Sofioter Regierung naturgemäß nach Westen, nach Südslawien. In Belgrad aber begrüßte man diese Wendung der bulgarischen Politik um so lieber, als sie gegenüber den italienischen Ausdehnungsbestrebungen an der Adriatischen Küste einen kräftigen Rückhalt zu geben versprach.
Ieftitsch über das Ergebnis des Besuches in Sofia.
Paris, 1. Okt. (DNB.) Der Berichterstatter des „Petit Parisien" hatte eine Unterredung mit dem südslawischen Außenminister Ieftitsch über die Ergebnisse der Sofioter Reise des südslawischen Königspaares. Ieftitsch erklärte, daß beide Teile sehr z u f rieben feien. Auf beiben Seiten sei man bemüht gewesen, eine Atmosphäre zu schaffen, die zur Festigung der augenblicklichen Lage beitrage. Gerade in oiefer Beziehung habe der Besuch des südslawischen Königspaares besonders günstige Ergebnisse gezeitigt. Was den Balkanpakt an- aehe, so beharre Bulgarien zwar auf seiner bisherigen Einstellung und wünsche keinen neuen Schritt zu tun, solange gewisse Fragen mit Griechenland nicht geregelt seien. Das hauptsächlichste Ergebnis der Besprechungen liege darin, daß sich die bulgarische Regierung bereiterklärt habe, ihre bisherige Außenpolitik insofern zu ä n • dem, als sie sie in Zukunft der südslawischen Politik anpassen und diese ergänzen werde.
Ungarns außenpolitischer Kurs.
Budapest, 1. Okt. (DNB.) Aus Anlaß des zweiten Jahrestages der Regierungsübernahme durch Gömbös sprach der Ministerpräsident im Rundfunk. Das Zusammenwirken mit Italien sei unverändert fest und bilde einen starken Pfeiler der ungarischen Außenpolitik. Mit Oesterreich befinde sich Ungarn ebenfalls in freundschaftlichstem Verhältnis. Gegenüber Deutschland hege Ungarn unverändert ftarfe Sympathien und hoffe, daß das Dritte Reich in jeder Beziehung den ihm mit Recht gebührenden Platz in der Gemeinschaft der Nationen Europas einnehme und zu einer gewaltigen Quelle der friedlichen schöpferischen Arbeit des modernen Nachkriegseuropas werde. Er hoffe, daß feine Warschauer Reise das geistige und kulturelle Zusammenwirken zwischen Ungarn und Polen fördern werde. Die Freundschaft Frankreichs und die B e s - serung des Verhältnisses zur Kleinen Entente wünsche er aufrichtig. Eine conditio sine qua non der Freundschaft zu Frankreich sei, daß sich Ungarn der Kleinen Entente um den Preis des Verzichtes auf feine berechtigten nationalen Ansprüche nähere. Er würde sich der Annäherung nicht verschließen, wenn die objektiven Vorbedingungen hierzu vorhanden seien. Wenn man sich aber allen gerechten Wünschen Ungarns verschließe, und von Ungarn nur Opfer fordere, dann würde dies bloß eine neuerliche Erniedrigung bedeuten.
Rücktritt der spanischen Regierung Die katholischeBolksaktion entzieht Samper ihre Unterstützung.
Madrid, 1. Okt. (DNB.) Nach dreimonatiger Ferienpause trat das Parlament unter umfassenden Sicherheitsmaßnahmen der Polizei zusammen. Ministerpräsident Samper nahm sofort das Wort, um seine bisherige Politik zu rechtfertigen. Anschließend erklärte der Führer der Katholischen Volksaktion Gil Nobles, seine Partei werde die Regierung nicht mehr unterstützen. Die Kabinettsmitglieder zogen sich darauf zur Beratung zurück. Nach kurzer Zeit teilte der Landwirtschaftsminister der Presse den Rücktritt der Regierung mit. Der Präsident der Republik hat das Rücktrittsgesuch des Kabinetts angenommen. Samper gab dem Staatspräsidenten den Rat, das Parlament nicht aufzulösen, sondern aus ihm eine Mehrheitsregierung auf der Grundlage der Radikalen Partei mit Einschluß der Agrarier und der Katholischen Volksaktion zu bilden. Das Parlament hat sich bis zur Lösung der Krise vertagt. Am Dienstag wird der Präsident die Beratungen mit den Parteiführern aufnehmen. Die polizeilichen Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung von marxistischen Gewalttaten sind außerordentlich verschärft worden.
Die Ausnutzung der Braunkohle für die Treibftoffgewinnung.
Errichtung wirtschaftlicher Pflichtgemeinschaften in der Braunkohlenindustrie.
Berlin, 29. Sept. (DNB.) Das Reichswirt, s ch a f t s mi n i ft e r i u m teilt mit: Der Reichswirtschaftsminister hat eine Verordnung erlassen, dis ihn ermächtigt, zur neuen ober vermehrten Verwertung von Braunkohle, sofern er diese Verwertung im volkswirtschaftlichen Interesse für notwendig hält, Unternehmen ober Personen, bie Braunkohle gewinnen ober über Braunkohlenvorkommen verfügen, zu Vereinigungen zusammenzuschließen ober an bestehende Zusammenschlüsse anzuschließen (Wirt- sch östliche P f l i ch t g e m e i n s ch a f t e n). Die Verordnung steht im Zusammenhang mit den bekannten Plänen einer Ausnutzung ber Braunkohle zur Erzeugung zwecks Treibstoffgewinnung, wie sie durch unsere derzeitige Devisenlage geboten ist. Es würde unbillig sein, einerseits bie Investierungen, bie hierfür in Frage kommen, unb anbererfeits den Nutzen, der aus einer so zukunftsreichen Investion entspringt, Einzelunternehmungen zukommen zu lassen, vielmehr ist es erwünscht, die gefamte Braunkohle einheitlich an ber neuen Entwicklung teilnehmen zu lassen. Die Unternehmungen ber Braunkohlenindustrie haben ihre Mitwirkung für triefe neue Aufgabe zugesagt. Um jedoch eine völlig gleichmäßige Behandlung eintreten zu lassen, und um auch bie kleineren Unternehmungen heranzuziehen, ist es von ber Industrie selbst für zweckmäßig befunden worden, eine Regelung zu erlassen, die bie Rechte unb Pflichten ber Industrie hinsichtlich der neuen Unternehmung gleichmäßig regelt. Die von der Gemeinschaft zu errichtende Anlage bleibi
Auf dem Wege zu einem bulgarisch-serbischen Ausgleich. Oer Königsbesuch in Sofia. — Direkte Verständigung.
König Alexander von Südslawien ist bei feinem Eintreffen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia von dem hunderttausendstimmigen Jubelgeschrei des bulgarischen Volkes begrüßt worden. Die Straßen von Sofia waren in ein einziges buntes Meer von Flaggen, Girlanden und Transparenten getaucht, und die Stimmung auf den Märkten und Plätzen, in den Sälen und Gasthäusern erreichte Höhepunkte, wie sie selten in der Geschichte dieses armen Landes zu finden sind. Der hochoffizielle Besuch des benachbarten Staatsoberhauptes war nicht nur eine Angelegenheit der Diplomatie, sondern es war ein w a h r e s V o l k s fe st. Das ist der tiefere Sinn des letzten Königstreffens auf dem Balkan, und das macht seine Bedeutung aus. Was an festlicher Hoftafel bei dem Galadiner den Inhalt der Trinksprüche bildete, das fand im selben Augenblick einen lauten und kräftigen Widerhall in der Begeisterung des Volkes. Die wogende Menschenmenge, die sich, getrieben von enthusiastischer Vaterlandsliebe, bis spät in die Nacht in Den Straßen drängte, konnte sich nicht genug tun in stürmischen Kundgebungen für die slawischen Brüder aus dem Westen.
Es sind keine Sensationen außenpolitischer Art von dem Königsbesuch in Sofia zu erwarten. Die Annäherung zwischen ben beiden Staaten liegt im
Zuge einer natürlichen Entwicklung, aber man geht von beiden Seiten sehr vorsichtig und langsam zu Werke, um die Ausräumung der nun einmal vorhandenen Gegensätze nicht leichtsinnig zu erschweren. Man hat Zeit, viel Zeit auf dem Balkan und besonders in diesem Falle, wo die auswärtige Politik ausnahmsweise dem natürlichen Bedürfnis der Völker entspricht. Wenn in den offiziellen Reden das heute fo viel mißbrauchte Wort „Dien ft am Frieden" häufig wiederkehrte, fo hatte es hier keinen falschen Klang. Die Methode, burch birekte unb von britter Seite unbeeinflußte Aussprachen zu einer Verstänbigung zwischen zwei Nachbarstaaten zu gelangen, wirb heute von einem immer größer merbenben Kreis moberner Staatsmänner für ben gangbarsten Weg zur Aufrichtung eines wahren Völkerfriebens gehalten. Solche Politik läßt sich um so leichter burchführen, je mehr sie bem allgemeinen Volksgefühl entspricht. Dafür ist ber bulgarisch-sübslawische Ausgleich ein svrechen- bes Beispiel.
Wenn trotz des Charakters der unmittelbaren Verständigung die Königsgespräche von Sofia in den Augen der übrigen Welt auf bem weiten Hin- Itergrund europäischer Politik erscheinen, so ■ ist bas keineswegs unnatürlich. Die Beziehungen zu
Endlich ein Schritt der Garantiemächte des Memelstatuts in Kowno.
Neues rumänisches Kabinett ohne Titulescu.
Krankreich in Sorge um den Verlust seines besten Mannes auf dem Balkan.


