Dienstag, 2. ©Kober 193$
184. Zahrgang
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feier auf dem Bückeberg an. Die Fahrt ging über Hildesheim, in den Harz, über dessen Berge der Herbst seine buntesten Farben ausgeschuttet hat. In einem Harzer Forsthause wurde kurze Rast gemacht. Bon Nordhausen ging die Fahrt dann m die Goldene Aue, aus der in sattesten Farben die Höhenzüge des Kyfshäusergebirges stiegen. In zahlreichen Serpentinen ging es dann empor zum Gipfel des deutschen Sagenberges, auf dem sich wuchtig das 1896 geweihte Kyffhäuser-National- d e n k m a l erhebt. Der Führer besichtigte das dem Deutschen Reichskriegerbund Kyss- h aus er gehörende Denkmal, insbesondere auch die E h r e n h a l l e . in der über Opferstemen die Fahnen der Kriegervereine aus den Gebieten ausbewahrt werden, die Versailles Deutschland nahm. In dieser Halle befindet sich jetzt auch eine G e - denktafel für die Gefallenen des Weltkrieges, der Freikorps und der Hitlerbewegung.
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Unter den Symbolen, feierlichen Stunden und Gedenktagen, die der nationalsozialistische Staat aus dem Gemütsgut des deutschen Volkes teils wieder hervorgeholt, teils neu erschaffen hat, ist das große Treffen der deutschen Bauernschaft auf dem Bückeberg, das im letzten Jahre in großartiger Improvisation, in diesem Jahre in planmäßiger Gestaltung sich abspielte, vielleicht der glücklichste und bedeutsamste Gedanke. Wenn man sich der armseligen Bemühungen früherer Zeiten und Regiekünste erinnert, mit denen der Staat und die Parteien um bie*in der
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im Werden, das erst in Generationen volle Frucht tragen wird, das es aber jetzt schon in seinen An- °D^er" Tag^von ^Bückeberg und das Erntedankfest, das in ganz Deutschland gefeiert wird, war der Abschluß eines Jahres der Arbeit, die Verehrung der Erde und des heimatlichen Bodens, der uns trägt und nährt; am neunten Oktober beginnt das Hilfswerk des Winters, der neue große Ruf an die, die etwas haben, denen zu geben, die nichts haben. Nach dem Fest der Gemeinschaft eme neue Tat und Aufgabe.
Der Führer
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auf dem Kyffhäufer.
Sangerhausen. 1. DH. <DNB.) Der Fllh- rer trat am Montagoorrnittag im Kraftwagen von Hannover aus die Rückfahrt von der Erntedankfest-
nicht überall habe entwickeln können. „Die nationalsozialistische Weltanschauung geht von wenigen Grundsätzen und Postulaten aus. Diese sind ab r entscheidend für alle Gebiete des Lebens. Von der Ausgestaltung dieser Grundsätze wird Deutschland Schicksal für alle Zukunft abhangen. Auf ledern von Ihnen liegt die große Verantwortung, dabei alles zu tun und sein Amt so auszufullen, daß er sagen kann, daß die Ausgestaltung auf allen Gebieten immer vollkommener wird. Diese große Aufgabe zu lösen ist mit zur Schulungsarbeit der Bewegung berufen.
Oie Hindenburg-Spende zu HindenburaS Geburtstag.
Berlin 1. Okt. (DNB.) Gemäß den von dem verewigten Herrn Reichspräsident^ noch zu Lebzeiten getroffenen Bestimmungen, hat seine Schöpfung, die Hindenburg-Spende auch dies- ährig zum 2. Oktober roteberum 42 5 0 0 0 RM. an notleibe nbe K r l e g s b e f ch a b i g t e, Kriegerhinterbliebene unb V e te ra° n e n ausgezahlt. 2838 Personen wurden mit durchweg je 150 RM. bedacht, um ihnen den bevorstehenden Winter leichter ertragen zu Helsen.
Au?bem Markte in Jena rief Bismarck, sieben- undliebzigjährig, feinen Deutschen zu: „Tlan muß .dem lieben Gott Zeit lassen, seine deutsche Nation durch die Wüste zu führen unb bie JMnfunft tm getobten ßanbe abwarten." Unb ber siebenunbachtzig» jährige Hindenburg bekennt, daß er fein Amt an-
Heerschau friedensbereiter Arbeit.
Lehren und Mahnungen vom deutschen Erntedankfest auf dem Bückeberg
Hindenburgs Geburtstag.
Don D. Dr. Rudolf v Lampe.
Die Treue ist das Mark der Ehre. Hindenburgs Leben und Sterben ist ein Erkenntnis zu diesem ^er™Med von seinem Volke; der Allsieger Tod streckte auch diesen Unbesiegten dahin Sem Vock chied nicht von ihm, wird nie von ihm sich schaden. Nimmer! Auch an diesem seinem Geburtstage fam- melt es sich in treuem Gedenken an seiner Gruft.
Im Großen verkörpert sich ^olksgeist, Volksseele. Im Großen erschaut, erfühlt das Volk erst sich selbst, erkennt es erst sein innerstes Wesen. Am Großen rankt er sich empor. „Wo du bist, da ist Deutschland, du war st, „drum wurden wir." So singt Wildenbruch über Bis- marck. Das gilt auch von Hindenburg In ihm gewann schlichte Frömmigkeit eines Luther, rems Mannentreue eines Bismarck, der kategorische Imperativ eines Kant Gestalt; - das alles echt deutsche Züge. In der Pflicht am Volk ging sein Leben auf. Der König rief— er tarn. Sem Sol? rief der Siebzig-, der Achtzigjährige kam. Es gab kein
D-r Führer $,*0‘bels“unb Reichs-
unb Bäuerinnen. Ernährungsminister unb Roichsbauernsührer Darr«.
DjeAMimen sürdieSchuIumsarbckderParte,
Berlin, 2. Okt. (DNB.) Im Sitzungssaal der „Bank der Arbeiter" begann der Appell des Reichs- chulungsamtes, der die nächsten Aufgaben zu Schulung der Parteigenoffenschaft festsetzen soll. Der Beauftragte des Führers für ^e weltanschauliche Schulung der Partei, Reichsletter Alfred Rosenberg, erklärte u. a.: Erziehung anderer setzt eigene Erziehung voraus. Schulung der Nationalsozialisten verlangt als Künder der Lehre wahre Nationalsozialisten. „Um befehlen zu können, muß man etwas zu sagen habe n." Heute, wo wir den Staat in feinen Schlüsselstellungen übernommen Haben, müssen wir uns darüber klar sein, daß die Fähigkeiten und Kraftanftrengungen, die von uns von 1919 ms 1933 gefordert wurden, wesentlich andere waren als heute die Anforderungen an uns aue. Unsere Aufgabe sei jetzt nicht mehr pol em i - scher Art, sondern liege in der Ausgestat - t u n g alles dessen, was im Kern zwar in den vergangenen 14 Jahren vorhanden war, was sich aver
Epoche der Industrialisierung dem Volksganzen immer mehr entschwindende Seele des Bauerntums zu ringen versuchte, weil es immerhin noch einen erheblichen Teil der politischen Wählerschaft ausmachte, um den man sich bemühen mußte, so kann gerade der Deutsche von gestern die Bedeutung des großen Schauspiels besser ermessen und würdigen, als die Jugend, die das Elend der Zerrissenheit nicht erlebt hat und der bald alles zur Selbstverständlichkeit geworden sein wird, was den Aelteren unter uns als Wunder erscheinen muß.
Wenn man sich an das Wort des Fürsten Bulow erinnert, daß er sich einen Leichenstein mit der Devi e wünsche: „Hier ruht em agrarischer Kanz- ler", und an die parlamentarischen Kämpfe zuruck- denkt, unter denen die früheren verantwortlichen Führer der deutschen Politik die Lebensmteressen ' des Nährstandes durchzusetzen hatten; wer heute zurückblickt auf die sogenannten Agrarprogramme, welche so manche dem Bauerntum lebensfremd gegenüber stehenden Parteien aus keinem andern Interesse als dem des Stimmenfangs zu Papier brachten; wer aber auch nicht vergeßen hat wie die parteipolitische Organisation der deutschen Landwirtschaft ihre Ziele nur zu verfolgen wußte, indem sie das Bauerntum aus dem Volkskorper herausagitierte und dadurch den Gegensatz von Land und Stadt immer mehr zu vertiefen half, nur der fann mit wahrhaft vaterländischer Genugtuung und Erleichterung den Wandel der Zeiten erleben un die ganze historische Bedeutung des Vorganges empsinden, bei dem 700 000 Bauern dem Fuhr-- und Kanzler zujubelten, md)t weil er -w '.agrar! scher Kanzler" ist, sondern weil sie mit ben Deut fchen aller Stände, Berufe und Klassen hinter
Ein^großer°^Teil der in Deutschland diplomatisch vertretenen auswärtigen Staaten war bei dem Volks- und Bauernfeft durch Gesandte oder Geschäftsträger anwesend. Diese hättenwohl fürihre Berichte in die Heimat keinen besseren Anschau- fAaft die Ueberwindung von Gefahren von denen heute alle Kulturstaaten, nicht nur Deutschland bedroht find, das Streben, das werktätige , Deutschland neben dem geistigen, das vom Ausland immer so 8-ruhmt wird wieder zur Geltung zu bringen, aus Deutschland ein großes, m allen seinen Lebensäußerungen tuchlges und achtunggebietendes Ganze zu machen, all dieses Stre- benannten die fremden Beobachter sozusagen m einem lebendigen Film sich abrollen sehen und da- b^i 7ewiß mehr von Deutschland und seinem wahren Wesen lernen, als die früher durch gelegentliche Reisen oder durch Teilnahme an „mtere, anten Reichstagsfitzungen lernen konnten. Sie konnten hie tnltrhp Anschauung berichtigen, nach der Deutsch- fand n in Massen, militärischem Drill und bl.n-
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ein schwaches, unb M^rnaten fehl arn Ort.
waren auch hier die D P ,s. Lg ber Tag von
Aber auch für eben »emicgen ’du ^chp- Bückeberg ein Anlaß geistiger ®Düfe5 wie für lung fein, für ben Arbeiter
den ber Faust. Die d fall aesunben, als
nach ben Berichten befonberen B fall SM ^orherr- er von bem „Hochmutsteufel per g 1 9 cnntni3= schäft sprach unb ben tiefen d's^E von Prosef- unb Lehrsatz prägte, baß em Staat von 45™ foren unb Beamten nicht.edieren ka , natürliche Entschlußkraft, bie Kraft des Willens uno des Herzens allmählich mehr und mehr emvuyr.
Dem Bauern selbst aber hat ber H .
©anxler in ber Gestalt ber 21 r b e i t s ö 1 e n n Bataillone lebendig vor Augen geführt ww e sch
Verbunbenheit von Geist un0
in Zukunft benft. Es finb nicht billige oder LJfihe S&beitsfräfte, bie jetzt aus ben Stabten,
Kontoren unb Universitäten, aufs Land hin
^DK1°- Aufg-h-n des 2-h >n j-'n-m Volke ist die schwerste, aber zugleich die höchste ttliche Aufgabe gerabe bes Staatsmannes Er hat all ferne persönlichen Empfindungen vergessen Die Sache des Volkes unb nur diese wird feine, eigene. Das vollzieht sich nicht ohne Spannung Es klingt an in bem Bismarck-Bekenntnis, baß die Po Hk ihn austrockne, in feiner Mage über ben Konflikt von „Patriotismus und Seligkeit". , ,, rt
Auch Hindenburg ist als Staatsmann fachen Seelenkämpfen ausgesetzt gewesen. Me sie sich nn einzelnen in biefer großen Seele vollzogen davon weiß bie Öffentlichkeit nichts ober wenig. Das aber wissen wir, daß der Swger m tausend Schlachten auch in dem schwersten Kampfe, dem der Selbst- Überwindung, bem über das Ich, .^ger blieb. führte ben Deutschen m sich auf dem Schlachtfelde des eigenen Innenlebens zu emem vermchtenden Siege — zu einem Tannenberg! Doch das ist viel leicht das Größte an diesem Manne, baß sich vlle Spannungen in ihm lösten mit der Selbstverständlichkeit eines natürlichen Vorganges, und daß er sich dabei innerlich treu blieb. Er, bem als alt- preußischen Soldaten Politik em verbotenes Land roar, betritt disfen Boden, wird Staatsmann gan zer Staatsmann und blieb doch ^^dat Er der Monarchist ist, wird Präsident ber Republik deren Grundgesetz und Regierungsform nach femer Ueber- zeugung den wahren Bedürfnissen und ^enschaf ten bes Volkes nicht entsprach, er vollzieht Staatsakte, die feinen besten Freunden unb feinem e genen ^nnern zuwider waren. Dennoch blieb er t r eus 1 ch selbst: Sorge um das Leben seines Volkes erzwang solch bittere Entschlüsse. Sein Leben war ein- mal dem Volke geweiht. Semem Volke hat er den Treueid geleistet. So war es nur Treue zu diesem Eid, wenn er sein Ich opferte, Treue aber auch zu diesem seinem Volke geweihten Ich.
Wir Männer bes Löbell-Ausschusses, bie wir 1925 ihm bie Reichspräsibentschaft anboten, waren nicht frei von ber Sorge, ob wir bieses einzige uns allen noch gemeinsame Symbol beutscher Einheit in das politische Leben hineinzerren durften. Der große alte Mann hat uns alle beschämt. Er würbe Staatsmann, warb nicht Politiker blieb ]en- seits von Gut unb Böse persönlicher Mtsich" Em tellung. Hinter ihm in wesenlosem Scheine lag alles Menschliche, Allzumenschliche — überwunden du ch P ücht am Volk. Erst in seinem Testam-nt fhfet er uns etwas wissen von inneren Kämpfen. -Smicht ba ber Solbat, ber Staatsmann, ber (Thrift ber Deutsche, ber Mensch, ber Weise, ber fchon Verklärte? Es sprach eine Persönlichkeit, es prach bie volksverbundene Persönlichkett Es sprach ein Mann, bem Treue bas Mark ber Ehre war.
Es waltete ein tragisches Schicksal über bem Leben bieses Felbherrn. Unbesiegt, in tausend Schlachten siegreich, durste er mcht als S>-g°r sem ^eßr heimführen, verlor sein Volk ben Krieg. 210er bie Geschichte ist gerecht, unb sie rebet wuchtig. An seinem Sarge senkte bas Erbenrunb, senkten mit Ls unskre Fei'nbe,„sie, die ihn als Kri^verbr - cher" einstmals geachtet hatten den Degen. Ver Tod - nein, biefer Große selbst, gebot Sckweiaen ja Achtung. Der Geachtete unb ber Allgeachtet'e! Das ist Anteil der Geschichte. Die Achtung galt auch bem Felbherrn zwar, boch m h noch bU Menschen, besten Große Hirn und Herz ber Menschheit bezwang. — Das Urteil Geschichte ist gerecht - unb es fiel - dem Lau, der Geschichte sonst so ftemb — so rasch- All bie Männer, bie im Versailler Diktat sich selbst em weltgeschichtliches frevelhaftes Denkmal rnenWiche Schwäche irren Siegerubermutes fetzten, mußten von de? Bildfläche des Stllatenlebens verlchwinden die Wilson und Clemenceau, und wie sie a heißen Auch bas war Urteil ber Geschichte. Jtur Hindenburgs blieb. Unb er siegte ununterbrochen weiter. Wie wunbersam bieses Walten ber Ge- dichte In ber Tat: Dieser Mann ist einmalig.
Hinbenburg schieb. — Er schlummert in Tannenberg in bem^Ehrenmal, bas Kunbe gibt von seiner, von seines Volkes Großtat. Nur dort durfte er schlummern Er gehört ja so ganz seinem Volke, W nur den Seinen. Aber dort fchlummert nur das Sterbliche. Das Unsterbliche l e b t, ebi in unserem Herzen. Der Emma ige ward äeitlos. Er soll auch in uns am Leben bleiben; denn fein Werk ist noch nicht vollenbet. Sterbenb sagte er


