Führern im Braunen Haus. Die Vermutung wurde hier zur Gewißheit, daß nur ein ganz verschwindend kleiner $21.- Führerklüngel hinter diesen hochverräterischen Plänen stand. Die Masse der SA.-Führer und die gesamte SA. aber wie ein Mann wie ein geschlossener Block, in Treue zum Führer steht.
Was der Führer in diesen Tagen für die SA. und die Bewegung leistete, können nur diejenigen ermessen, die in der kurzen Zeit unerhörter Nervenanspannung und unglaublicher körperlicher Anstrengungen an seiner Seite standen. Wieder ist der Führer durch sein persönliches Beispiel der Bewegung ein leuchtendes Vorbild von Tatkraft und Treue gewesen. Die Früchte dieser Säube- rungsaktion wird das geeinte deutsche Volk ernten.
Sie Sicherstellung der Gelreideversorgung durch das neue Getreidegmndgesetz.
Berlin, 30. Juni. (DNB.) Die Reichsregierung hat soeben ein Gesetz zur Ordnung der Getreidewirtschaft beschlossen. Es tritt am 1. Juli 1934 in Kraft. Es handelt sich dabei nicht um ein Gesetz, das lediglich die geordnete Abwickelung des neuen Getreidewirtschaftsjahres sichern soll, sondern um ein Getreidegrundgesetz, das auf Jahre hinaus die Voraussetzungen schafft, um den Bauern den Absatz der Ernte zu gerechten Preisen und dem deutschen Volk die Versorgung mit Brot für die Dauer zu gewährleisten.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wird durch das Gesetz ermächtigt, vorzuschreiben, in welcher Weise und in welchem Umfang
1 .Erzeuger von inländischem Roggen und inländischem Weizen solches Getreide für Zwecke der menschlichen Ernährung zu feff- gesetzten Preisen abliefern dürfen oder müssen;
2 . Genossenschaften. Händler und sonstige Verteiler Roggen und Weizen für
x Zwecke der menschlichen Ernährung erwerben oder weiter veräußern dürfen oder müssen;
1 Z.Mühlen und sonftige Verarbei- t e r Roggen und Weizen für Zwecke der ' menschlichen Ernährung erwerben oder
, in verarbeitetem oder unverarbeitetem Zu
stand weiter veräußern dürfen oder müssen.
Die Gesamtmenge an Brotgetreide, deren Ablieferung zur Deckung des Bedarfes für die menschliche Ernährung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes notwendig ist, wird getrennt für Roggen und Weizen. Dieser Feststellung entsprechend soll die Liefermenge über die Liefergebiete, die der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt, auf d i e E r - zeuger verteilt werden. Dabei sollen bei der
Festsetzung der Liefermengen für die Liefergebiete und die Erzeuger die eigenen berechtigten Bedürfnisse der Erzeuger und die bisherigen Ablieferungen der Liefergebiete und der Erzeuger angemessen berücksichtigt werden. Der Minister wird u. a. ferner ermächtigt, dieselbe oder eine ähnliche Regelung auch für die übrigen Getreidearten, d. h. insbesondere auch für Futtergetreide zu treffen. Er kann ferner Vorschriften über die Ausmahlung von Getreide und die Herstellung von Backwaren erlassen.
Von besonderer Bedeutung ist schließlich die Ermächtigung, vorzuschreiben, daß Getreide und Getreideerzeugnisse nur durch eine bestimmte Reichs- st e l l e in den Verkehr gebracht werden dürfen. Da die Durchführung dieses Gesetzes für das Gesamtwohl des Volkes von ausschlaggebender Bedeutung ist und unter besonderen Umständen für die Nation geradezu lebenswichtig werden kann, war es notwendig, die Innehaltung der Anordnungen durch die Androhung schwerer Strafen zu sichern.
Ein abschließendes Bild über die Durchführung dieses grundlegenden Gesetzes im neuen Getreidewirtschaftsjahr kann noch nicht gegeben werden, da noch kein sicheres Urteil über das Ernteergebnis möglich ist. Die erste Vorschätzung vom Statistischen Reichsamt wird erst Anfang Juli vorgenommen. Als sicher kann natürlich heute schon gelten, daß die neue Ernte die Rekordernte der letzten beiden Jahre nicht erreichen wird. Andererseits herrscht bei den verantwortlichen Stellen Klarheit darüber, daß die Brotgetreideversorgung für das Getreidewirtschaftsjahr 1934/35 gesichert ist. I m Osten des Reiches, aber auch i n Mitteldeutschland, hat der Saatenstand durch den Mangel an Winterfeuchtigkeit und durch den Mangel an Niederschlägen vom März d. I. ab bis heute zweifellos gelitten. Im W e st e n und Süden des Reiches ist der Saatenstand für Brotgetreide dagegen heute noch gut, und es fällt dort auch so viel Regen, daß mit einer Verschlech
terung nicht gerechnet zu werden braucht. Aber auch im Osten des Reiches sind die Dürreschäden nicht überall gleich groß. In Öberschlesien, in Ostpreußen, aber auch in Brandenburg und Pommern gibt es Bezirke, die mit dem Saatenstand immer noch zufrieden sind.
Die Getreidereserven. die sich in der Hand des Reiches und gemäß besonderer gesetzlicher Vorschrift bei den Wühlen befinden, sind überdies so groß, daß schon allein aus diesem Grunde mit einer glatten Vrotgetreidever- forgung der Bevölkerung bestimmt gerechnet werden kann. Ls ist vorgesehen, den Ausmahlungssah für Brotgetreide zu erhöhen, wodurch wiederum mehrere hunderttausend Tonnen Wehl zusätzlich gewonnen werden können. Es wird daher aller Voraussicht nach sogar möglich sein, auch am Ende des Wirtschaftsjahres 1934/35 eine Brotgelreidereferve z u halten, die zwar nicht die diesjährige höhe erreichen, aber doch nennenswert fein wird.
Weniger günstig sieht im Augenblick-der Stand des Futtergetreides aus. Das wird um so mehr fühlbar sein, als infolge der Trockenheit auch der erste Rauhfutterschnitt nicht befriedigend war. Ein endgültiges Urteil über die Futterversorgung im Wirtschaftsjahr 1934/35 wird aber erst am Ende des herbstes möglich sein, wenn die Herbstfütterernte mit ihren Ausgleichsmöglichkeiten geborgen sein wird. Die Reichsregierung hat jedoch schon heute alle Schritte eingeleitet, um nicht nur auf dem Wege des Getreides vom Bauern zum Markt Ordnung zu schaffen, sondern diese Ordnung auch auf dem Wege vom Markt zum Bauern zu sichern. Es werden also im kommenden Wirtschaftsjahr auch Festpreise für Ger st e und Hafer geschaffen werden. Die Festpreise werden durchweg Festpreise im vollsten Sinne des Wortes sein, d. h. sie werden eine Begrenzung der Preisgestaltung nach oben und unten bringen. Festpreise dürfen demnach in Zukunft weder unter- noch überschritten werden. Dem entspricht es, daß die Reichsregierung vor wenigen Tagen zugunsten der Landwirtschaft fe st eP reise für Oelkuchen geschaffen hat und gegebenenfalls auch für die übrigen bedeutsamen Kraftfuttermittel Preissicherungen zugunsten der Bauern schaffen wird. Im Interesse einer geregelten Futterversorgung wird überdies in Kürze die Ausfuhr von Futter, aller Arb unmöglich gemacht werden, während anderseits schon jetzt die Beschaffung beträchtlicher Futtergetreidevorräte aus demAuslande ohne Inanspruchnahme von Devisen eingeleitet ist. Es wird sich dabei überdies nicht einmal um eine zusätzliche Einfuhr von Futtergetreide handeln, vielmehr werden dabei die in der Hand des Reiches befindlichen, aus dem ablaufenden Getreide
wirtschaftsjahr stammenden Ausfuhrscheine für Futtergetreide zur Einfuhr benutzt werden. Diese Getreidemengen werden im Bedarfsfall den auf den Futterverkauf angewiesenen Wirtschaften zugeführt werden. Alle Maßnahmen der Reichsregie- ruNg werden sich nach dem Grundsatz richten: Bereit sein ist alles!
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 2. Juli. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1236 Rinder (422 Ochsen, 111 Bullen, 328 Kühe, 375 Färsen), 469 Kälber, 43 Schafe (36 hämel), 3964 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 22 bis 34 Mark, Bullen 20 bis 30, Kühe 10 bis 29, Färsen (Kalbinnen) 22 bis 34; Kälber 20 bis 44, hämmel 28 bis 34, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50, a2) Fettschweine über 300 Pfund 45, sonstige 30 bis 43 Mark. — Marktverlauf ruhig.
Wettervoraussage.
Immer noch lagert über den britischen Inseln hoher Druck, der seine Ausläufer bis nach Deutschland erstreckt. Im wesentlichen wird von ihm die Wetterlage beherrscht, so daß es vorwiegend trocken bleibt und zeitweise Aufheiterung einsetzt. Da aber um das Hochdruckgebiet Störungen Herumfließen, die kühle Luft mit sich führen, wird teilweise auch Bewölkung entstehen. Die Temperaturen nehmen vorerst keine besonders hohen Werte an.
Aussichten für Dienstag: Teils heiter, teils wolkig, zuerst nicht besonders warm, trocken. Witterungsvorhersage vom 1. bis 10 Juli. Ausgegeben von der staatlichen Forfchungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen
in Frankfurt a. W. am 30. 3uni 1934 abends.
Nach örtlichen gewittrigen Niederschlägen, besonders in Ostdeutschland, wird in der nächsten Woche im größten Teile Deutschlands, vor allem im Westen und Süden, warmes bis sehr warmes, schönes und trockenes Sommerwetter eintreten. Mit zunehmender Erwärmung ist etwa von der zweiten Hälfte der nächsten Woche ab mit etwas unbeständigerem und zu gewittrigen Störungen neigenden, im wesentlichen jedoch freundlichen Wetter, zu rechnen. Die Störungen werden wahrscheinlich in Norddeutschland östlich der Oder und in Schlesien häufiger auftreten, als im Westen. Der Mittelwert der Temperaturen wird im ersten Julidrittel über dem Regelwert liegen.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Gießen (Am Nahrungsberg 77), Danzig, Frankfurt a. M., den 2. Juli 1934
3922 D
ist am Samstagabend, 8 Uhr, im Alter von nahezu 81 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen
Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Bintz und Frau Anna Weber, geb. Bintz Ferdinand Bintz Käthe Stahl, geb. Bintz Emilie Bintz Luise Bintz und 7 Enkelkinder
Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag» 2 Uhr, vom Neuen Friedhof aus statt
Unser lieber treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel
Friedrich Bintz, Hausmeister L R.
Dorf-Gill, Gießen, Darmstadt, den Ljuli 1934.
Die Beerdigung findet In Dprf-Gifl am Dienstag, dem 3. Juli, nachmittags 3% Uhr statt
Heute abend um 9 Uhr ist mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager
Martin Grieb
im Alter von 86 Jahren heimgegangen,
Im Namen der Hinterbliebenen;
Elisabeth Grieb, geb. Gorr.
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Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen (Riegelpfad 94), Wieseck, den 2. Juli 1934.
3916 D
3921 D
Todesanzeige!
Am 30. Juni, abends gegen 7 Uhr, verstarb plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt.
Danksagung
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigen Dank
Im Namen der Hinterbliebenen:
Luise Müller, geb. Koch
Gießen, den 2. Juli 1934
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