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Führer stehen. Auch die Nacht auf Sonntag ist in ganz Schlesien sehr ruhig verlaufen. Von der schlesischen SA. sind zahllose Ergebenheits­telegramme und Treuekundgebungen an den Führer abgesandt worden. Der Gau­leiter hat dem Führer noch im Laufe der Nacht telegraphisch die reibungslose Durchfüh­rung der Aktion in Schlesien gemeldet.

Arbeitsdienst und Bauerntum in Treue hinter dem Führer.

Berlin, 1. Juli (DNB.) Am Samstagnach­mittag sandte der Reichsarbeitsführer Hier! sowie der Gauleiter Sprenger folgendes Telegramm an den Führer:

Die bei Bingen versammelten Soldaten der Arbeit aus dem Gau Rheinland und -essen gedenken in Verehrung und unwandel­barer Treue des Führers

Hierl, Reichsarbeitsführer. Sprenger, Gauleiter.

Der Führer empfing am Sonntagvormittag den Reichsleiter des a g r a r p o l i t i s ch e n Apparates der NSDAP, und Reichs­bauernführer Walter Darrs mit seinen Unter­führern im Reichsnährstand. Immer steht das deutsche Bauerntum zum geschlossenen Einsatz bereit hinter seinem Führer Adolf Hitler, betonte Walter Darrs.

Dr.-Jng. puppe Rohstoffkommissar.

Berlin, 30. Juni (DNB.) Der Reichswirt­schaftsminister hat im Einvernehmen mit dem Reichskanzler Dr.-Jng. Puppe (Düsseldorf) zum Rohstoffkommissar im Reichswirtschaftsministerium ernannt.

Die Devisenlage zwingt zu sparsamster Verwendung ausländischer Rohstoffe und auch dazu, allen Möglichkeiten, heimische Rohstoffe zu gewinnen und zu verwenden, mit verstärktem Nachdruck nach­zugehen. Beide Zielsetzungen müssen unter dem einheitlichen Gesichtspunkt stehen, die Güte der deutschen Jndustrieprodukte und damit auch ihre Absetzbarkeit im Auslande nicht nur zu sichern, sondern möglichst zu steigern. Bei der Lösung der sich hieraus ergebenden Aufgaben soll der Rohstoffkommissar den Reichswirtschaftsminister tat­kräftig unterstützen.

Es ist gelungen, für diese verantwortungsvolle und bedeutsame Tätigkeit einen hervorragen­den Sachkenner zu gewinnen, dessen wissen­schaftliche Erfolge und praktische Erfahrungen ihn besonders geeignet erscheinen lassen. Dr.-Jng. Puppe ist Kriegsteilnehmer: er gehört der SA. und der NSDAP, an. Er ist Ehrendoktor der Technischen Hochschulen Brünn und Breslau sowie Ehrensenator der Technischen Hochschule Charlottenburg.

Die Durchführung des Konkordats.

Berlin, 30. Juni (DNB.) Zwischen der Reichsregierung und den Vertretern der NSDAP, einerseits und den Vertretern des deut­schen Episkopates andererseits haben Ver­handlungen über die Ausführung des Artikels 31 des Reichskonkordats stattgefunden. Die Verhandlungen haben, getragen von dem festen Willen, vorhandene Unstimmigkeiten zu beseitigen und im Sinne der deutschen Volks­gemeinschaft zu arbeiten, befriedigende Er­gebnisse gezeitigt.

Die Vertreter des Episkopates wurden vom Reichskanzler in persönlicher Audienz empfangen. Auch diese Unterredung war ge­kennzeichnet durch ein aufrichtiges Streben nach einträchtiger Zusammenarbeit von Staat und Kirche. Voraussichtlich werden Bestimmungen über das Verbands­leben in der nächsten Zeit auf der hier gefundenen Grundlage erlassen werden, die eine Befriedigung auf diesem Gebiete erwarten lassen.

Der Siapellauf des Panzer­schiffesGraf Gpee".

Wilhelmshaven, 30. Juni. (DNB.) Wil­helmshaven stand im Zeichen des Stapellaufs des PanzerschiffesC". Aus allen Teilen des Reiches strömten Besucher nach Wilhelmshaven, um den Feierlichkeiten des Stapellaufes beizuwohnen. Aus Berlin und vielen anderen Orten trafen Sonder- Aüge der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" m der Marinestadt ein.

Das neue Panzerschiff ist d a s d r i t t e der neuen deutschen Klasse. Das PanzerschiffDeutsch­land" wurde am 1. April 1933 in Dienst gestellt, das PanzerschiffAdmiral Scheer" geht zur Zeit auf der Marinewerft seiner Vollendung ent­gegen und wird demnächst Flagge und Wimpel hissen. Die Abmessungen des PanzerschiffesC" decken sich mit denen der Schwesterschifse. Die Länge in der Wasserlinie beträgt etwas über 180 Meter, die Breite 21 Meter. Die Antriebsmaschinen sind acht Dieselmotoren von der Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg, die dem Schiff einen großen Aktions­radius erhalten. Bei einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen in der Stunde können 10 000 Seemeilen und bei einer Geschwindigkeit von 14,5 etwa 16 000 Seemeilen ohne Brennstoffergänzung gefahren wer­den. Das entspricht einer Strecke von Hamburg durch den Suezkanal nach Yokohama und weiter nach San Franzisko oder von Hamburg nach Cap Horn und zurück. Das PanzerschiffC" erhält wie seine Schwesterschiffe eine Artillerieausrüstung von sechs 28-Zentimeter-Geschützen in zwei Dril­lingstürmen, ferner acht 15-Zentimeter-Geschütze, je vier auf jeder Seite und schließlich noch eine An­zahl leichterer Geschütze. Den Taufakt nahm die Tochter des Grafen Spee vor, des berühmten Siegers von Coronel und bei den Falkland-Jnfeln.

Präsidentschaftswahlen in Mexiko.

Mexiko, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Präsidentschaftswahlen sind am Sonntag in ganz Mexiko unter stärkster Beteiligung ruhig verlaufen mit Ausnahme von Vera Cruz, wo im Verlause von tätlichen Auseinandersetzungen ein Wahlvorsteher ermordet wurde. Die Wahl brachte für den Kandidaten der Regierungspartei General Lazaro Cardenas einen überwältigenden Sieg. Kurz vor 24 Uhr lan folgendes vorläufige Ergebnis vor: Cardenas 1 093 854, Villa Real 17 161, Tejeda (Linkssozialist) 9477 Laborde (Kommunist) 6406 Stimmen.

Interessiertes Echo im Ausland.

Aufrichtiges Interesse in der italienischen Oeffentlichkeit.

Rom, 1. Juli. (DNB.) Die Ereignisse in Deutschland haben nicht nur in der italienischen Presse stärkste Beachtung gefunden, sondern sind vor allem auch in weiten Volkskreisen mit ungeheurer Anteilnahme ausge­nommen worden. Die Abendblätter veranstalte­ten am Samstag noch spät in der Nacht Sonder­ausgaben, die im Straßenverkauf reißenden Ab­satz fanden, ebenso wie die Sonntagsmorgenblät­ter. Das Interesse der italienischen Oeffentlichkeit ist keineswegs auf Sensation einaestellt. Man verfolgt mit ernstem und aufrichtigem Interesse die Vorgänae in Deutschland. Des- halb wurde auch die nach den ersten alarmieren­den Berichten aus London und Paris eingetroffene Nachricht, daß in Deutschland vollstän- d i g e Ruhe herrsche, mit Befriedigung ausge­nommen.

Die Zeitunaen bringen noch keine eigenen Kom­mentare zu oen Ereignissen in Deutschland. Sie beschränken sich auf eine ausführliche sachliche B e» richterstattung ihrer Berliner Vertreter. Der Berichterstatter desP o p o l o d'J t a l i a" schreibt: Das nationalsozialistische Regime hat einen Auf­stand im Keime erstickt, der leicht in Revolution ausarten und unberechenbare Folgen hätte haben können. In Deutschland herrscht vollständige Ruhe und auch Berlin zeigt nicht die geringste Beunruhi- aung. DerSortiere della Sera" hebt hervor, daß die Regierung Hitler die Lage beherrsche. Hitler, der zu den Unterfüh­rern immer wohlwollend und tolerant gewesen sei, habe im Falle Röhm eine sehr arohe Enttäuschuna erlebt. Auch die katholische ZeitunaItalia' betont, daß die Regierung Herr der Lage sei. Der Berliner Korrespondent derS t a m p a" schreibt, die NSDAP, habe zweifellos in letzter Zeit eine Krise durchgemacht. Von dem jetzt unterdrückten Aufstandsoersuch bleibe die Treue der gro­ßen Mehrheit unberührt. Der Berliner Gewährsmann des Blattes erwähnt auch die voll­kommene Ruhe im Lande und betont, daß d i e Macht fest in den Händen der Regie­rung sei. Die TurinerGazetta del Po- p o l o" veröffentlicht den ersten Bericht unter der SchlagzeileSofortige Unterdrückung eines düstern Komplottes gegen das Regime in Deutschland" und hebt die Tatkraft hervor, mit der das geschehen ist.

Befriedigung in Ungarn.

Budapest, 1. Juli. (DNB.) Die Budapester Presse behandelt die deutschen Ereignisse in breite­ster Ausführlichkeit. In den Blättern kommt große Befriedigung darüber zum Ausdruck, daß es dem Führer gelungen ist, mit kraftvoller Hand und einem einzigen Fausthieb die Widersacher unschädlich zu machen. Das RegierungsblattFüggetlenfeg" schreibt u. a., nichts könne die Kraft der national­sozialistischen Revolution und die unbeschränkte Macht Adolf Hitlers besser belegen als die Tat­sache, daß Hitler es vermocht habe, innerhalb von Minuten die Aufwiegler unschäd­lich z u m a ch e n. Die Kraft, mit der Adolf Hitler diesen Aufruhr beseitigt habe, stehe gleich seiner Re­

volution in der Geschichte einzig da. So aufzutreten könne sich nur ein Mann erlauben, der im vollen Bewußtsein handele, die absolute Mehrheit der Nation st raff hinter sich zu "haben. Adolf Hitlers Revolution habe diese Feuerprobe nur bestanden, weil die deutsche Nation in Reichs­kanzler Hitler tatsächlich ihren Führer sehe. Hitlers Position sei heute stärker als je.

Polen.

Warschau, 1. Juli. (DNB.) Die sofortige Ab­urteilung der upgetreuen SA.-Führer wird hier als Beweis dafür ausgelegt, daß die Keime der mora­lischen Zersetzung restlos zerstört sind. Die Reini-

London, 2. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Die füh­renden englischen Blätter am Montag morgen be­mühen sich, die letzten Ereignisse in Deutschland sachlich zu beurteilen.Times ,Daily Telegraph" undDaily Mail" sprechen ihre Anerkennung für das Vorgehen des Reichskanzlers gegen aufwieglerische und unsaubere Elemente in der NSDAP, aus. In einem Leitartikel derT i - m e s" heißt es, die nationalsozialistische Bewegung sei tatsächlich gereinigt worden. Der 30. Juni werde ein Wegstein in der stürmischen Geschichte des Nationalsozialismus sein. Der Berliner Be­richterstatter des Blattes meldet:Hiftorich gesehen ist die hervorragende Tatsache die, daß die Rei­nigung wirkungsvoll eröffnet worden ist. Die Stärke der nationalsozialistischen Regierung ist neu bekräftigt worden, den Verschwörern und Reaktio­nären wurde eine entmutigende Lektion erteilt."Times" wie andere Zeitungen stellen fest, daß das Vorgehen Hitlers in ganz Deutsch- land mit allgemeiner Befriedigung ausgenommen worden ist und daß Hitler da­durch eine große Anzahl neuer lOOprozentiger An­hänger gewonnen habe.

Hitlers Tat" ist eine Sondermeldung des Daily Telegraf" überschrieben: Hitlers Aktion, so erklärte Die Zeitung, habe einen u n - geheuren Eindruck der Stärke hinter­lassen und Hitler selbst habe die oberste Führung fester in der Hand als jemals zuvor. Wie man die Ereignisse auch beurteilen mag der Kanzler zeigte den Mut eines geborenen Füh­rers.Daily Mail" berichtet aus Berlin: Adolf Hitler, der deutsche Kanzler, hat sein Land gerettet. Rasch und mit unerbittlicher Strenge hat er Deutschland von Männern befreit, die eine Gefahr für die Einigkeit des deutschen Volkes und für die Staatsordnung geworden waren. Jetzt herrscht große Freude in Deutschland. Ein frischer Wind weht durch das Land. Niemals in der Geschichte Europas hat ein Herrscher mit solch dramatischer Geschwindigkeit gehandelt. Hitlers Stellung ist jetzt viel stärker, als sie jemals seit seinem Machtantritt gewesen ist. Das Volk ist allgemein erleichtert. Unter der UeberschriftDie eiserne Hand in Deutschland" schreibtDaily Mirror":Hitlers drastisches Vorgehen hat ohne Zweifel sein Ansehen verstärkt, besonders in der Jugend Deutschlands." Im Gegensatz hierzu

gung, die kommen mußte, habe die Atmosphäre ge­klärt, deren Trübung auch das Ausland betrachtet hätte. Die offiziöseG az e t a P o l s k a" spricht von demgescheiterten Versuch eines Staatsstreiches", den Röhm planmäßig vorbereitet hätte. In der Tat­sache, daß die Reichswehr nicht eingesetzt zu wer­den brauchte, erblickt das Warschauer Regierungs­organ einen neuen Beweis dafür, daß der Kanz­ler die Situation vollständig in der Hand habe. Indem er den Nachdruck in seinem Be­fehl an die SA. auf die Notwendigkeit einer m o ralischen Säuberung der SA. legte, habe er sich die Sympathie des ganzen Volkes gesichert.

stehen dieMorning Post",Daily Expreß",News Chronicle" und der sozialistischeDaily Herald", die die Ereignisse in Deutschland in völlig entstellter gehässiger Form behandeln.

Das Echo in Dänemark.

Kopenhagen, 2. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die letzten Ereignisse in Deutschland beherrschen die öffentliche Meinung in Dänemark so stark, daß alles andere in den Hintergrund tritt. Besonders das scharfe, rücksichtslose Durchgreifen des Führers und die rasche Durchführung der Säuberungsaktion hat hier großen Eindruck gemacht. Der Ber­liner Vertreter vonDagens Nyheter" hebt besonders die starke Stellung Hitlers und daneben die von Göring, Goebbels und Frick hervor. Fest- gestellt wird ferner, daß Hitlers Haltung den Respekt vor ihm gesteigert habe. Der Berliner Korrespondent der demokratischen Politiken" führt u. a. aus: Die Stimmung in Deutschland läßt sich in die Worte zusammenfassen: Hitler hat wieder richtig und klug ge­handelt und das Ansehen der Regierung gestei­gert. Sein Vorgehen hat ihm einen persön­lichen Erfolg von unermeßlichem Aus­maße gebracht." In derB e r l i n s k e T i - dende" wird insbesondere auf die Sympathie­kundgebungen für den Führer, sowie darauf hinge- wiefen, daß in Deutschland überall Ruhe herrsche.

Frankreich.

Paris, 1. Juli (DNB.) Die gestrigen Ereignisse in Deutschland haben in Frankreich einen tiefen Eindruck hinterlassen. In Regierungskreisen verhält man sich außerordentlich zurückhaltend, mit dem Hinweis darauf, daß es sich um innerp-o li­tis ch e Vorgänge handelt. Einige Blätter sehen in dem Vorgehen des Reichskanzlers einen Schlag gegen links, andere gegen links und rechts, das heißt, gegen jede Reaktion, von welcher Seite sie auch käme.Petit Parisien" hebt hervor, daß Hitler unbestrittener Herr der Lage sei. Das nationalsozialistische Regime, das feit 17 Monaten an der Macht fei, habe feine erste große Krise durch die energische Säuberungs­aktion überstanden. Es sei unbestreitbar, daß der Führer und Göring einer Gefahr vorgebeugt hätten, die ihnen drohte.

Starker Eindruck in England. »Adolf Hitler hat sein Land gerettete

Der Gau Hessen-Nassau geschloffen hinter dem Führer.

Wie das Gau-presseamt miffeUf, ist im Gau hessen-Rafsau absolute Ruhe, so daß es dem Gauleiter nach Feststellung dieser Tatsache möglich war, an der planmäßig vorgesehenen Besichtigung der Arbeitsdienstlager durch den Reichsarbeitssührer teilzunehmen und am Abend den Appell der alten Garde in Frankfurt a. W., welcher mit der Verleihung der goldenen Lhren-Abzeichen verbunden war, durchzuführen. Es hat sich erwiesen, daß der Gau Hessen-Rassau getreu seiner Tradition geschlossen wie ein Wann getreu hinter dem Führer steht.

An den Führer sandte der Gauleiter fol­gendes Telegramm: Gau Hessen-Rassau voll­kommen ruhig. SA. rückt vom Verhalten auswär­tiger Führer entrüstet ab. Gau Hessen-Rassau steht wie immer geschlossen wie ein Wann hinter Ihnen. Wir harren Ihrer Befehle und werden sie rücksichts­los durchführen. Gez.: Sprenger.

Erneute Treuekundgebung in Braubach.

Frankfurt a. M., 1. Juli. Nachdem Gau­leiter Sprenger am heutigen Vormittag die Weihe der neuen PO.-Fahnen des Kreises Groß- Frankfurt vollzogen hatte, weihte er im Anschluß daran das neue Heim d e r Kreisleitung ein. Nach dem von der Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßten Vorbeimarsch Der einzelnen Abordnungen der PO., der SS. und SA. des Krei­ses begab sich der Gauleiter mit seinem Adjutanten und dem Gaupressechef in das Haus d e s Gruppen st abes der SA., Gruppe Hessen.

Hier sprach der Gauleiter zu den versammel­ten Brigadeführern der Gruppe und verließ dann, von der Stabswache herzlichst be­grüßt, das Haus.

Der Nachmittag fand den Gauleiter, nach einem Besuch der Kreisleitung Wiesbaden, in Brau­bach am Rhein. Hier sollte ursprünglich heute der Führer einem Konzert des Meister- sängers Schlusnus beiwohnen. Auf den Straßen hatte sich eine große Menschenmenge ein­gefunden, die aus dem Bereiche des ganzen Kreises zusammengeftromt war. Trotzdem das notwendig gewordene Fernbleiben des Führers bekannt war, wankten und wichen die Massen nicht, sondern fan­den sich beim Eintreffen des Gauleiters zu einer spontan ausgebrochenen Treuekundg»ebung zum Führer zusammen. Der Gauleiter ver­fehlte nicht zu betonen, daß jeder das durch die ein- getretenen Ereignisse notwendig gewordene Aus­bleiben des Führers mit herzlichem Bedauern emp­finde. Das ganze Volk solle sich aber einig fein in dem Bekenntnis: E i n Volk, ein Reich, ein Führer. Im Anschluß an diese Kund­gebung am Ufer des Rheins begab sich der (Bau? Leiter auf d i e Marksburg zum Konzert des Künstlers Schlusnus. Ein Telegramm mit fol­gendem Wortlaut ging, aus der Stimmung auf der Marksburg geboren, nach Berlin:Die zum Burgkonzert in Braubach versammelten Massen be­dauern die Abwesenheit des Führers und geloben unverbrüchliche Treue, gez. Sprenger, Gauleiter, gez. Schlusnus, gez. Brunnträger, Kreisleiter."

Von Braubach aus eilte der Gauleiter bann nach Frankfurt a. M. zurück, um an der Er­öffnungsvorstellung der Römerberg-Freilichtspiele noch teilnehmen zu können.

Die Aushebung der Verschworenen.

Ueberraschendes Zupacken des Führers. Röhms Verhaftung in Wiesfee.

Ein Augenzeuge berichtet.

München, 30. Juni, lieber die Aktion des Führers vom 30. Ium d. I. erhält die NSK. von einem Augenzeugen folgende Schilderung der Ereignisse:

Sobald dem Führer durch die Ereignisse und die Nachrichten der letzten Tage über das gegen ihn und die Bewegung geschmiedete Komplott Gewiß­heit geworden war, faßte er den Entschluß z u handeln und mit aller Schärfe durchzugreifen. Während er in Essen weilte und in den westdeutschen Gauen die Arbeitsdienst- lager besichtigte, um nach außen den Eindruck ab­soluter Ruhe zu erwecken und die Verräter nicht zu warnen, wurde der Plan, eine gründliche Säube- u.ng vorzunehmen, in allen Einzelheiten festgelegt.

Der Führer persönlich leitete die Aktion und 30-gerte nicht einen Augenblick, selbst den Meuterern gegen­überzutreten und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Zum Ches des Stabes an Stelle Röhms wurde der Obergruppenführer Lutze ausersehen und zur Aktion hinzugezogen. Trotzdem der Führer einige läge lang fast ohne Nachtruhe gewesen war, befahl er heute um 2 Uhr in Godesberg den Start vom Flugplatz Hangelar bei Bonn nach München. Von unerhörter Entschlossenheit war die Haltung des Führers bei diesem nächtlichen Flug ins Un­gewisse.

Als der Führer mit seinen Begleitern gegen 4 Ahr auf dem Wünchener Flugplatz landete, erhielt er die Rachrichl, daß d i e Wünchener S A. während der Rächt von

ihrer obersten Führung alarmiert worden war unter der gemeinen und lügen­haften Parole:Der Führer ist gegen uns, die Reichswehr ist gegen uns, SA. heraus auf die Straße!" Der bayrische Innenminister Wagner halte inzwischen aus eigenem Ent­schluß Obergruppenführer Schneidhuber und Gruppenführer Schmid den Befehl über die SA.-Formalionen entzogen und diese wieder nach hause geschickt. Während der Führer vom Flugplatz in das Innenmini­sterium fuhr, waren nur noch die letzten Reste der schmählich getäuschten und wieder abziehen­den SA.-Formalionen zu sehen.

3m bayerischen Innenministerium wurden Schneidhuber und Schmidt in Gegenwart des Führers verhaftet. Der Führer, der ihnen allein entgegentrat, riß ihnen selbst die Achsel­stücke von der SA.-Uniform.

Wit wenigen Begleitern fuhr der Führer dann unverzüglich um Vi 11 Ahr nach Bad Wiesfee, wo sich Röhm aufhielt. In dem Landhaus, das Röhm bewohnte, verbrachte auch Heines die Rächt. Der Führer betrat mit feinen Begleitern das Haus. Röhm wurde in feinem Schlafzimmer vom Führer per­sönlich verhaftet. Röhm fügte sich wortlos und ohne Widerstand der Verhaftung. In dem unmittelbar gegenüberliegenden Zimmer von Heines bot sich den Eintretenden ein scham­loses Bild. Die widerliche Szene, die sich dann bei der Verhaftung von Heines abspielte, ist nicht zu beschreiben. Sie wirft schlagartig ein Licht auf die Zustände in der Umgebung des bisherigen Stabschefs, deren Beseitigung dem entschlossenen, tapferen und unerschrockenen Handel",Hes Führers zu verdanken ist.

Mit Rohm wurde auch der größte Teil seines Stabes verhaftet. Die Stabswacke Röhms, die zur Ablösung gegen 8 Uhr auf Last» wagen in Wiesfee eintraf, fügte sich augenblicklich widerspruchslos dem Wort des Führers und brachte spontan auf ihn ein dreifachesHeil" aus.

Rach dem Abtransport der Verhafteten fuhr der Führer die Straße WiesfeeWünchen zu­rück, um eine Reihe weiterer schwer betasteter SA.- Führer, die unterwegs zu der befohlenen SA.-Führerbesprechung waren, auf der Straße zu verhaften. Die Wagen wurden während der Fahrt an­gehalten und ihre Insassen, soweit sie als schul­dig festgestellt wurden, von der Begleitung des Führers nach Wünchen übergeführt. Line Reihe anderer an der Weuterei beteiligter SA.-Füh­rer wurde auf dem Hauptbahnhof in Wünchen aus den Zügen heraus in haft genommen.

Rach Wünchen zurückgekehrt, begab sich der Führer zwecks kurzer Anterrichtung zum Reichsstatthalter Ritter von Lpp und dann in das Innenministerium, von wo aus die weitere Aktion abgewickelt wurde. Dann sprach der Führer zu den versammelten SA.-