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Gewalt an sich reißen wollten, und selbst nicht davor I zurückschreckten, ohne Rücksicht auf die Gesamtsüua-I iion und die schwere Verantwortung, die der Fuy' rer trägt, Beziehungen zu einer auslän­dischen Macht anzuknüpfen, um damtt ihre verruchten, ehrgeizigen Pläne schneller zum Reifen zu bringen. Sie haben die Ehre und das An­sehen unserer SA. durch ein Lotterleben ohnegleichen in Verruf und Mißkredll gebracht. Sie haben durch Protzentum und Schl em - m e r e i e n den Gesetzen der Bewegung auf Ein­fachheit und persönliche Sauberkeit offen Hohn ge- prochen. <5it waren im Begriff, d,e ganze Führung der Partei in den Verdacht einer schimpflichen und ekelerregenden sexuellen Abnormität zu bringen. Sie haben d i e P l ä n e d e s F ü h r e r s, die auf weite Sicht eingestellt sind, durch engstirnige und boswil- lige Kurzsichtigkeit, nur ihren persönlichen Machtge- lüsten zuliebe, zu durchkreuzen versucht.

Auf dem ganzen Lande lag der Alpdruck eines Verhängnisses, von dem zwar niemand außer eint- qen Eingeweihten seine Ursprünge, aber jedermann sein fast unausweichliches Kommen empfand und fühlte. Man hatte geglaubt, die Nachsichtigkeit, die der Führer ihnen gegenüber walten ließ, mit Schwäche verwechseln zu dürfen. Darauf hatte diese hochverräterische Clique ihr Projekt aufgebaut. Der Führer hat dann lange und schweigend zu­geschaut. Oft und oft hatten die verantwortlichen Männer, die er in fein engstes Vertrauen zog, in der Oeffentlichkeit gewarnt. Ihre Warnungen wurden in den Wind geschagen oder gar mit über­heblichem und zynischem Lächeln abgetan.

Do es nun in Güte nicht ging, muhte es mit Härte geschehen. Und so wie der Führer in der Güte groß ist, so kann er auch groh sein in der Härte. Das sollte nun an diesem Beispiel gezeigt werden. Und auch die kreise der Reak­tion, die hier mit im Bunde waren, sollten wis­sen, daß nun der Spaß z u Ende ist und der Ernst beginnt. Der Führer und seine Ge­treuen können und werden es nicht zulassen, dah ihr Aufbauwerk, unter unsäglichen Opfern von der ganzen Ration begonnen, durch das Intri­genspiel gewissenloser politischer Dilettanten in Gefahr gebracht wirk.

Zwei Monate lang haben wir Abend für Abend vor den Massen des Volkes gestanden und «ihnen die schwierige Lage, in der Deutschland sich befindet, klar gemacht. Wir haben mit einer Nachsichtigkeit ohnegleichen das uns von den reaktionären Cliquen angetane Unrecht beantwortet. Das Volk hat mit einer bewundernswerten Vernunft unsere Gedan­kengänge gebilligt und uns weiterhin fein Ver­trauen ausgesprochen. Jeden Tag konnten wir zur Wahlurne rufen, ohne befürchten zu müssen, daß auch nur einer aus der großen Front vom 12. No­vember 1933 dem Führer untreu würde.

Diese kleine Clique von gewerbsmäßigen Sabo­teuren aber wollte keine Ruhe geben. Sie wollte unsere Nachsicht nicht verstehen und nun hat sie der Führer mit der Härte seiner Strenge zur Ordnung gerufen.

Maßlos verbittert und empört über das gewissen­lose Vorgehen der Verschwörergilde stehen die SA.- Führer und politischen Leiter vor dem Mann, der auch in dieser kritischen Situation bewiesen hat, daß er wirklich ?i n Mann i st und daß er, wenn es das Interesse der Nation erfordert, o h n e R ü ck - sichtnahme auf Rang und Würde derer, die das Gesetz seines handelns trifft, Entschlüsse fassen kann und sie auch wirklich durchführt. Sein ganzes Leben gilt dem deutschen Volk, das ihn deshalb liebt und verehrt, weil er groß und gütig ist, aber auch erbarmungslos sein kann, wenn es notwendig wird.

Der Führer pflegt alles, was er tut, ganz zu machen. Auch in diesem Fall. Wenn schon, denn schon. Die ewigen Quertreiber aber mögen aus diesem Beispiel lernen, was es heißt, sich an der Sicherheit des deutschen Staates und an der Unantastbarkeit des nationalsozialistischen Re­gimes zu vergreifen. Wir sind weit davon ent­fernt, kleinliche Meckereien und Rörgeleien, die nun einmal in der Ratur vieler Menschen lie­gen, allzu tragisch zu nehmen. Wer sich aber bewußt und planmäßig gegen den Führer und feine Bewegung erhebt, der darf davon über­zeugt fein, daß er ein leichtfertiges Spiel mit feinem kopj treibt.

Am Samstagnachmittag schon ergibt sich, daß die Lage im ganzen Reich vollkommen ruhig und geklärt ist. Die Verschwörernester sind aus- gehoben, und nun gibt der Führer dem Volke in seinen Erlassen Aufklärung über die Gründe seines Vorgehens. Die 12 Punkte feiner Proklamation an den neuen Chef des Stabes der SA., unseren alten Kameraden Viktor Lutze, decken mit schonungs­loser Härte die Fehler und Schwächen auf, die sich durch das verantwortungslose Treiben der Ver­schwörergilde im öffentlichen Leben eingeschlichen hatten, Jetzt wird reiner Tisch gemacht unb. die Eiterbeule, nachdem sie ausgereift war, aufge­stochen. Die Sauberkeit und Anständigkeit der Partei und all ihrer Organisationen ist durch die Ausmerzung dieser fragwürdigen Elemente vor der Nation wiederhergestellt.

Die Millionen Dassen unserer Parteigenossen, SS.- und SA.-Männer, begrüßen dieses reinigende Gewitter. Wie von einem Alpdruck befreit, atmet die ganze Ration wie­der auf. Sie hat erneut gesehen, daß der Füh­rer entschlossen ist, keine Gnade walten zu las­sen, wenn das Prinzip des Anstandes, der Einfachheit und der öffentlichen Sauberkeit an­getastet wird, und daß die Strafe um so här­ter ist, je höher der steht, den sie trifft.

Wir, die wir das Glück hatten, in diesen ent­scheidenden Stunden bei ihm zu sein, haben ihn wieher einmal schrankenlos verehren und bewundern gelernt in seiner Tapferkeit, in dem Tempo und der Durchschlagskraft seiner Entschlüsse, in seinem persönlichen Schneid, in dem Willen, sich selbst einzusetzen für seine Sache und nicht in der Etappe ^u bleiben, wenn es gilt, diesen Einsatz zu wagen. Und die Nation hat instinktiv das Ge­fühl, was wir erlebt haben. Aus den tausenden und aber tausenden von Glückwünschen und Treue­kundgebungen kann der Führer ersehen, daß er wieder einmal dem Herzen des Volkes entsprechend gehandelt hat.

Roch einmal sei es allen gesagt: Jede Hand, die sich uns entgegenstreckt, soll unsere Freund- schaftshand empfangen. Jede geballte Faust, die gegen den Führer und sein Regime erhoben wird, soll aufgebrochen werden, wenn nötig, mit Gewalt. Dir wünschen die Mitarbeit des ganzen Volkes, von Arm und Reich, von hoch

and Riedrig: wer aber den Führer und die Ration in der Arbeit für Deutschlands Zukunft zu stören versucht, der wird zu Boden geschla­gen. Und Pestbeulen, Korruptionsherde, Krank­heitssymptome moralischer Verwilderung, die sich im öfentlichen Leben zeigen, werden aus­gebrannt, und zwar bis aufs Fleisch.

Die Verschwörer hausierten in ihren Konventikeln mit der Meinung, es müsse eine zweite Revo­lution gemacht werden. Nun, diese zweite Revo­lution ist gekommen, aber anders, als s i e sich das gedacht hatten. Sie hatten sich die uns eindliche Auslandspresse zu Hilfe gerufen. Sie fasel­ten schon seit Wochen von Krisen des ^Systems. Sie mag nun wissen, wo Stärke und Autorität in Deutschland zu finden ist. Niemals stand irgendwo eine Regierung so fest wie die unsere, und niemals wurde sie von einem Manne von so großem persön­lichen Mut geleitet, wie diese. Oft haben wir gesagt, wir sähen die Wühlmäuse zwar, aber wir wollten sie erst einmal aus ihren Löchern und Schlupfwinkeln herauskommen lassen. Sie haben uns mißverstan­den und sind herausgekommen. Und nun traf sie ihr verdientes Schicksal.

Das Volk aber kann sich nur zu den Ereig­nissen des 30. Juni beglückwünschen. Die breite Masse unserer SA.-Kameraden, die mit dem ver­werflichen Treiben der Verschwörerclique gar

nichts zu tun hatte, darf davon überzeugt fein, daß jetzt an ihrer Spitze wieder eine Führung der Sauberkeit und des Anstandes steht. Der SS. und ihrer Führung gebührt höchste» Lob und der Dank der Ration für ihre vorbildliche Treue und Disziplin, die sie, wie so oft schon in schwierigen Situationen, auch hier wieder be­wiesen haben.

Dem eigenen Volk aber und der ganzen Delt sei es hiermit gesagt: In ganz Deutschland herrscht Ruhe und Ordnung. Die öffentliche Sicherheit ist wiederhergestellt. Riemals war der Führer so Herr der Situation wie in dieser Stunde. Spekulationen auf innere Auseinander­setzungen in Deutschland sind fehl am Orte. Die Ration geht wieder an ihre Arbeit. Der Führer hat gehandelt. Die Früchte seines handelns wer- dem ganzen Volke zugute kommen.

Gebe ein gütiges Schicksal uns die Gnade, daß wir mit Adolf Hitler unfer großes Werk zu Ende führen können. Er und feine Getreuen versprechen dem Volke, dah sie sich nicht schonen wollen und zu arbeiten und zu kämpfen ent- fchlossen sind für Deutschlands Leben und Gröhe.

Das Reich steht und über uns der Führer."

Die EinheitvonWrer und Volk erneut beteiligt.

Oer Völkische Beobachter zu den Ereignissen der letzten Tage.

Berlin, 2. Juli. (DNB.) DerVB." nimmt in einemV o rw ä r t s" überschriebenen Artikel zu den Ereignissen wie folgt Stellung.

Wer in diesen Tagen offenen Äugens die Rück­wirkungen der großen Säuberungsaktion des Führers beobachtet, der muß eine einzigartige Einheit zwischen Führung und Volk eststellen, wie sie vor dem 30. Januar 1933 ein- ach undenkbar gewesen wäre. Die Durchdringung unseres Volkes mit nationalsozialistischem Gedan­kengut und die Früchte einer rastlosen Erziehungs­arbeit durch Adolf Hitler und seine Bewegung kom­men kaum klarer in Erscheinung als in dem heu­tigen Zusammenklang überlegener Staatsführung und einmütiger (9 e» f olgschaftstreue. Der durch ihn immer wieder­holte Appell an die männlichen Tugenden ist, das ühlt heute der letzte deutsche Volksgenosse, nicht umsonst gewesen. So erklärt sich die einhellige Genugtuung über die schnelle und erfolgreiche Niederwerfung eines Aufstandsversuches gegen den neuen Staat. So erklärt sich vor allem aber der lebendige Widerhall derFührerbe- r u s u n g auf die Grundsätze der Ehre, Sauberkeit und Zucht, deren Mißachtung dem gesunden deut­

schen Empfinden unserer Zeit vielleicht noch schwe­rer wiegt, als der verbrecherische Anschlag auf den Staat selbst.

Die Bekanntmachungen und Befehle des Füh­rers, die Erklärungen feines Mitkämpfers G ö - ring, dem Deutschland neben dem Führer in erster Linie die Niederwerfung des Komplottes verdankt, und die mitreißende Rede des Propagandaministers ließen keinen Zweifel, wie die Dinge stehen. Wer als einzelner, wie als Staat ungebrochenem Mut und Schonungslosigkeit gegen sich selbst und gegen andere in dem Maße aufbringt, wie es die Reichs­regierung Hitlers tut, an dessen Nerven und Kräf­ten müssen alle Angriffsversuche ab- prallen. Nur Torheit oder mangelnde Kenntnis der Menschen und ihrer Geschichte konnte sich in dem Glauben wiegen, der Aufbau des neuen Staa­tes und der neuen deutschen Volksgemeinschaft werde ohne Erschütterung vor sich gehen. Solange das junge Deutschland, verkörpert in der Kämpfer­natur eines Adolf Hitler, diese Erschütterung so be­steht, wie es in diesen Tagen geschah, kann nichts unseren Glauben an das neue Reich und das ewige Deutschland ins Wanken bringen.

politische Leitung und SA. wieder ein Herz und eine Seele."

Staatsrat Or. Ley spricht in Köln.

Köln, 1. Juli. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, hatte am Sonntagvormittag auf dem Messegelände einen Appell der politischen Leiter des Gaues Köln-Aachen abgenom­men. In einer Ansprache kam er besonders auf die Ereignisse des gestrigen Tages zurück. Das, was der Führer gestern vollbracht habe, sei so gewaltig und groß, dah es dafür kein Beispiel in Der Ge­schichte gebe. Wieder habe man gesehen, wie der Führer sich vollkommen aufgebe, um allein seinem Führertum zu leben. Diese Hingabe an eine Idee, an die Idee unter Aufopferung feiner selbst, ver­pflichtet alle zu dem Gelöbnis, Fehler, die aus un­seren menschlichen Schwächen kommen und noch anhängen sollen, abßulegen und uns ganz in den Dienst der großen Sache zu stellen. Eine der größ­ten Handlungen und Taten des Führers sei es ge­wesen, daß er den Typ des politischen Leiters, des politischen Führertums und politischen Soldatentums geschaffen habe. Durch das energische Eingreifen des Führers sei auch jetzt wieder hoffentlich die Zeit da, wo SA. und politische Leitung wieder ein Herz und eine Seele seien, wie es im An­fang war. Die politischen Leiter hätten in erster Linie die Aufgabe, die Menschen zu führen. Grund­

bedingung in allem sei die einige Geschlossenheit. Jeder müsse bleiben wie er war, einfach, ae­robe, aufrecht, treu und mutig. Aböls Hitlers Tat von gestern habe bem Volte, der Partei und Deutschland jenen gewaltigen revolutionären Impuls wiedergegeben, der notwendig sei und im­mer wieder notwendig sein werde, um Deutschland zu der Größe emporzusühren, wie es nun einmal das Schicksal fordere.

Begeistert stimmten die tausende politischen Lei­ter in das dreifache Sieg-Heil ein, das Dr. Ley auf den Führer ausbrachte.

An den Führer sandte Dr. Ley folgendes Tele­gramm:

An den Führer, Reichskanzlei, Berlin. In Fortsetzung meiner Besichtigungsredse durch die Gaue werde ich von der Bevölkerung und insonder­heit vom deutschen Arbeitet, gedrängt, Ihnen, mein Führer, den unerschütterlichen Glau­ben an Sie und die Bewegung zum Aus­druck zu bringen. Die Treue der politischen Führer Ihnen gegenüber nochmals zu beteuern, erachte ich für überflüssig, da wir uns nicht allein durch den Ihnen gegebenen Eid, sondern auch durch den jahrzehntelangen Kampf unlöslich mit Ihnen ver­bunden fühlen.

gez.: Dr. Rodert Ley, Stabsleiter der PO."

Die Aufgaben für den neuen Stabschef.

Oer Befehl des Obersten SA -Führers.

Adolf Hitler hat an den Ches des Stades, Lutze, folgenden Befehl gegeben:

Wenn ich Sie heute zum Chef des Stades der SA. ernenne, bann erwarte ich, daß Sie sich hier eine Reihe von Aufgaben angelegen fein lassen, die ich Ihnen hiermit stelle:

1. Ich verlange vom SA.-Führer genau so wie er vom SA.-Mann blinden Gehorsam und unbedingte Disziplin.

2. Ich verlange, daß jeder SA.-Führer wie jeder politische Führer sich dessen bewußt ist, daß sein Benehmen und seine Aufführung vor­bildlich zu sein hat für seinen Verband, ja für unsere gesamte Gefolgschaft.

3. Ich verlange, daß SA.-Führer genau so wie politische Führer die sich in ihrem B e - nehmen (n der Oeffentlichkeit etwas zuschul­den kommen lassen, unnachsichtlich aus der Partei und der SA entfernt werden.

4. Ich verlange insbesondere vom SA.-Führer, daß er ein Vorbild in der Einfachheit und nicht im Aufwand ist. Ich wünsche nicht, daß der SA.-Führer kostbare Diners gibt ober an solchen teilnimmt. Man hat uns früher hierzu nicht ein- gelaben, wir haben auch jetzt dort nichts zu suchen. Millionen unserer Volksgenossen fehlt auch heute noch das Notwendigste zum Leben, sie sind nicht neidisch bem, den bas Glück mehr gesegnet hat, aber es ist eines Nationalsozialisten unwürdig, den Abstand, der zwischen Not und Glück ungeheuer groß ist, noch besonders zu vergrößern. Ich verbiete insbe­sondere, daß Mittel der Partei, der SA. ober über­haupt der Oeffentlichkeit für Festgelage unb der­gleichen Verwendung finben. Es ist unverantwort­lich, von Geldern, die zum Teil sich aus den Gro­

schen unserer ärmsten Mitbürger ergeben, Schlem­mereien abzuhalten. Das luxuriöfe Stabs­quartier in Berlin, in bem, wie nunmehr festgestellt wurde, monatlich bis zu 30 000 Mark für Festessen usw. ausgegeben wurden, ist sofort aufzulösen. Ick untersage daher für alle Parteiinstanzen die Veranstaltung sogenannter Fe st essen und Diners aus irgend­welchen öffentlichen Mitteln. Und ich verbiete allen Partei- und SA.-Führern die Teil­nahme an solchen. Ausgenommen davon ist nur die Erfüllung der von Staats wegen notwendigen Verpflichtungen, für die in erster Linie der Herr Reickspräsident und dann noch der Herr Reichsauhenminister verantwortlich sind. Ich verbiete allen SA.-Führern und allen Partei­führern im allgemeinen, sogenannte diplomatische Diners zu geben. Der SA.-Führer hat keine Repräsentation zu üben, sondern seine Pflicht zu erfüllen.

5. Ich wünsche nicht, das SA.-Führer in k o st - baren Limousinen ober Kabriolets Dienstreisen unternehmen oder Dienstgelber für bie Anschaffung berfelben verwenben. Dasselbe gilt für die Leiter der politischen Organisationen.

6. SA.-Führer oder politische Leiter, die sich vor aller Oeffentlichkeit betrinken, sind unwürdig, Führer zu sein. Das Verbot nörgelnder Kritik verpflichtet zu vorbild­licher, eigener Haltung. Fehler können jederzeit verziehen werden, scylechte Aufführung nicht. SA.-Führer, die sich daher vor den Augen der Oeffentlichkeit unwürdig benehmen, randalieren ober gar Exzesse veranstalten, sind ohne Rücksicht sofort aus der SA. $u entfernen. Ich mache die vorgesetzten Dienststellen verantwortlich dafür, daß durchgegriffen wird. Von den staatlichen Stellen erwarte ich, daß ste in solchen Fällen das Strafmaß Höher bemessen als bei Nicht- Nationalsozialisten. Der nationalsozialistische Füh­

rer und insbesondere der SA.-Führer soll im Volke eine gehobene Stellung haben. Er hat dadurch auch erhöhte Pflichten.

7. Ich erwarte von allen SA.-Führern, daß sie mithelfen, die SA. als reinliche und sau­bere I n st i t u t i o n zu erhalten, unb zu festigen. Ich möchte insbesonbere, baß jebe Mutter ihren Sohn in SA., Partei unb HI. g e- den kann, ohne Furcht, er könnte bort sittlich ober moralisch oerborben werben. Ich wünsche baher, baß alle SA.-Führer peinlichst barüber wachen, baß Verfehlungen nach § 175 mit bem sofortigen Ausschluß bes Schuldigen aus SA. und Partei beantwortet werden. Ich will Männer als SA.- Führer sehen und keine lächerlichen Affen.

8. Ick verlange von allen SA.-Führern, daß sie meine Loyalität mit ihrer eigenen beantworten unb burch ihre eigene unterstützen. Ich verlange von ihnen aber besonbers, baß sie ihre Stärke auf bem Gebiet suchen, bas ihnen gegeben ist, unb nicht auf Gebieten, bie anberen zukommen. Ich verlange vor allem von jebem SA.-Führer, baß i n bebingungsloser Offenheit, Loyali­tät unb Treue sein Benehmen gegenüber ber Wehrmacht bes Reiches einrichtet.

9. Ich verlange vom SA.-Führer, daß er an Mut unb Opfersinn von seinen Untergebenen nicht mehr forbert, als er selb st jeberzeit einzu­setzen bereit ist. Ich verlange baher, baß er in sei­nem Benehmen unb in ber Behanblung bes ihm von mir anvertrauten beutschen Volksgutes sich als ein wirklicher Führer, Freunb unb Wa­rner a b erweist. Ich erwarte von ihm, baß er auch in seinem Verbanb bie Tugenben höher einschätzt als bie Zahl.

10. Unb ich erwarte von Ihnen als Chef des Stabes, baß ber alte treue Parteigen osse, ber langjährige Kämpfer in ber SA. nicht vergessen wirb. I' ch w ü nsche nicht bie Aufblähung mit tausenb unnötigen, aber kostspie­ßigen Stäben, unb ich will, baß man bei Be- förberungen nicht so sehr vom abstrakten Wissen ausgeht als von ber angeborenen Fähigkeit, Führer zu sein unb ber langjährig erprobten Treue und Opferwilligkeit. Ich habe in meiner SA. einen un­geheuren Stamm treuester und bravster Gefolgs­männer. Diese haben Deutschland erobert unb nicht bie gescheiten Spätlinge bes Jahres 1933 unb seitbem.

11. Ich will, baß ber SA.-Mann geistig unb kör­perlich zum geschultesten Nationalsozialisten erzogen wirb. Nur in ber weltanschaulichen Verankerung in ber Partei liegt die einzigartige Stärke dieser Organisation.

12. Ich will, daß in ihr der Gehorsam die Treue und bie Kameradschaft als Durch­gehende Prinzipien herrschen. Und so wie jeder Führer von seinen Männern Gehorsam fordert, so fordere ich von den SA.-Führern Achtung vor dem Gesetz und Gehorsam meinen Befehlen.

gez. Adolf Hitler.

Oer neue Stabschef.

Viktor Lutze wurde am 28. September 1890 in Bevergen im Bezirk Münster aeboren. Er be­suchte die Rektoratsschule in Jbbenvühren, anschlie­ßend das Gymnasium in Rheine und wurde bann Postpraktikant. 1912 wirb er Solbat beim Infan­terie-Regiment 55 in Höxter. Zu Beginn bes Krieges kommt Lutze ins Feld. Von Anfang bis

Ende ist er an der Front. Mit bem Referve-Jnfan» terie-Regiment 15 kehrt er in bie Heimat zurück, bleibt zunächst noch bei ber Truppe, bis er Mitte August 1919 wegen Verlustes eines Auges aus bem Heer ausscheiben muß. 1922 schließt er sich ber nationalsozialistischen Bewegung an, wird ein Jahr später SA.-Führer unb beteiligt sich am Ruhrabwehrkampf. Später wirb er Gausturmfüh­rer bes Gaues Ruhr. Die Neuorganisation ber Verbänbe, ihre Einteilung, ihre Dienstgrababzeichen stammen von Lutze, ber sie bei seinen Formatio­nen zum ersten Male einführte. 1927 wirb er SA.-Führer für das Ruhrgebiet. 1930 Führer ber niebersächsischen SA. Bei ber Neueinteilung ber SA. wirb er Gruppenführer Norb unb 1932 Ober­gruppenführer unb Führer ber Obergruppe 6 ber SA. in Hannover. Im Februar 1933 wirb Lutze Polizeipräsident in Hannover. Wenige Wochen später Oberpräsident der Provinz Hannover. Bei Bil­dung des Preußischen Staatsrates beruft ihn Mi­nisterpräsident Göring auch in diese Körperschaft.

Glückwunsch Blombergs an Lutze.

Berlin, 1. Juli. (DNB.) Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat an den Chef des Stabes der SA. Lutze folgenden Glückwunsch gerichtet:

Zu Ihrer Ernennung zum Stabschef, den großen Beweis des Vertrauens des Führers, sage ich Ihnen meinen herzlich sten Glück­wunsch. v. Blomberg."

polizeigeneral Oaluege mit der Neuorganisation von SA.« Gruppen beauftragt.

Berlin, 1. Juli (DRV.) Ministerpräsident Göring Hal folgende Verfügung erlassen: $$.- Gruppenführer General der Landespolizel Daluege ist bevollmächligl, für die Neuorganisation der $21.- Gruppen Berlin-Brandenburg, Pom­mern, Ostmark, Schlesien, Milte die entsprechenden Maßnahmen im Einvernehmen mit den zuständigen Dienststellen der Partei und SS. zu treffen.

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Die angeordnete Säuberungsaktion in Schlesien ist in vollkommener Ruhs und Ordnung durchgeführt worden, was um so leichter war, als alle Gliederungen der Partei geschlossen hinter dem