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der Protestkundgebung der deutschen Hochschulen Siegen die Prager Uebergriffe statt. Die Reichs­endung wurde von dem Deutschlandsender über­ragen.

Das Winckelmann-Iest der Universität.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Die philosophische Fakultät, I. Abteilung, lädt zum Winckelmann-Fest am Freitag, 7. Dezem­ber, 17 Uhr, in den Großen Hörsaal des Universi­tätsgebäudes ein. Die Festrede (Antrittsvorlesung) hält Privatdozent Dr. S ch u ch a r d t überEpochen der griechischen Plastik".

Weihnachtsmärchen 1934 im Gtadttheater.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Auf Grund vieler mündlicher und telephonischer Anfragen unserer Theaterbesucher, mehr jedoch auf tägliches Drängen unserer kleinen und kleinsten Theaterfreunde, denen das jährliche Weihnachts­märchen bereits Wochen vorher unbändige Sorgen und stetes Gesprächsthema bildet, teilt die Intendanz mit, daß in diesem Jahre unter der Spielleitung unseres Märchenonkels Karl V 0 lck das entzückende MärchenPeterchens Mondfahrt" von Bassewitz zur Aufführung kommt. Die erste Märchenvorstellung findet am Sonntag, 9. Dezember, 15 Uhr, statt.

Falschgeld im Umlauf.

Aus Frankfurt a. M. wird berichtet: In letzter Zeit tauchen im Zahlungsverkehr neue falsche Ein- und Fünfmark st ücke auf, die an folgenden Merkmalen leicht zu erkennen sind:

Die Einreichsmark st ücke, bestehend aus einer Zinnlegierung, haben ein bleiernes mattes Aussehen, Spiegelglanz fehlt. Umrandung ist glatt, es fehlen die Arabesken, wie bei den echten Stücken. Im Gegensatz zu den echten Stücken ziehen die Falschstücke magnetisch nicht an.

Die Fünfmark st ücke bestehen aus einer Silberlegierung. Die Falschstücke sind eine Nack- ahmung der neuesten Ausgabe mit der Jahreszahl 1934 und dem PrägezeichenG" und auf der Vor­derseite mit dem Bildnis der Potsdamer Garnison- kirche. Die Umrandung ist glatt, da ihnen die RandumschriftungGemeinnutz geht vor Eigennutz" fehlt. Sie haben ein auffallend mattes weißes Aus­sehen, es fehlt auch der, wie bei den echten Stücken, Spiegelglanz. Der Klang ist beim Aufwerfen dumpf.

Da die Falschstücke hauptsächlich hier im Zah­lungsverkehr auftauchen, ist anzunehmen, daß die Fälscher in Frankfurt a. M. oder nächster Um­gebung die Falschstücke Herstellen. Es wird gebeten, Wahrnehmungen, die auf eine Falschgeldherstellung oder Verbreitung schließen lassen, sofort der näch­sten Polizeidienststelle oder der Falschgeldstelle des Polizeipräsidiums Frankfurt, mitzuteilen Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt.

Daten für Samstag, 1. Dezember.

1859: Der Maler Alfred Rethel in Düsseldorf ge- storben (geboren 1816); 1928: der Maler Leopold Graf v. Kalckreuth in Eddelsen bei Harburg gestor­ben (geboren 1855); 1933: Rudolf Heß zum Reichsminister ernannt; Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat; NSDAP, wird Kör­perschaft des öffentlichen Rechts.

Daten für Sonntag, 2. Dezember.

1547: Fernandez Cortez, der Eroberer Mexikos, gestorben (geboren 1485); 1805: Sieg Napo­leons I. über die Russen und Oesterreicher bei Auster­litz (Dreikaiserschlacht); 1817: der Historiker Hein- rich v. Sybel in Düsseldorf geboren (gestorben 1895).

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 1. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 dis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 13, Wirsing Ä, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner rk, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zent­ner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 7 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 40 bis 50, Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 65 bis 75, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf.

Vornotlzen.

Tugeskalender für Samstag: Reichs­bundVolkstum und Heimat", 20.15 Uhr, Caf6 Leib, Heimatabend. Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr,Die Braut von Messina" (Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne). Lichtspielhaus, Bahnhofstr.:Der verlorene Sohn". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Der Reiter von Arkansas". Reichskammer der bildenden Künste, Gruppe Gießen, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachts - Ausstellung. Artillerieveroin, 20.30 Uhr, Monatsversammlung. Turnverein von 1846, 20.30 Uhr, Turnhalle, Schneesauftrocken- lehrgang mit Lichtbilder-Dortrag. Fröbelseminar, Gartenstraße 30, 11 bis 13, 15 bis 18 Uhr, Aus- stellung, Weihnachtswerkstuben für Kinder, Märchen- spiel.

Tagest.alender fürSonntag: Stadt­theater, 19 bis 21.45 Uhr,Das Land des Lächelns". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der verlorene Sohn". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Der Reiter von Arkansas". Reichskammer der bilden­den Künste, Gruppe Gießen, Turmhaus am Brand, 11 bis 13, 16 bis 18 Uhr, Weihnachts-Ausstellung. Obst- und Gartenbauverein, Kaufmännisches Ver­einshaus, Mitglieder-Versammlung. Cafö Leib, 19.45 Uhr, Gemeindeabend der D^atthäusgemeinde. VDA.-Frauengruppe, 17 Uhr, Katholisches Der- einshaus, Krippenspiel. Fröbelseminar, Garten- straße 30, 11 bis 13, 15 bis 18 Uhr, Ausstellung, Weihnachtswerkstuben für Kinder, Märckenspiel. Verbrauchergenossenschaft Gießen, 9.30 Uhr, Katho­lisches Dereinshaus, ordentliche Vertreter-Versamm­lung. Spielveremigung 1900: 10.30 Uhr,Post­keller", gemütliches Zusammensein.

Stadttheater Gießen. Für die NS.- Kulturgemeinde Rina DeutscheBühne heute Abend das Trauerspiel:Die Braut von Messina" unter der Spielleitung von Intendant Hanns König.

Stadttheater Gießen: Sonntag, den 2. Dezember, zum ersten Male in dieser Spielzeit und in neuer Inszenierung unter Heinrich Hubs Spielleitung die romantische OperetteDas Land des Lächelns" von Franz LehLr. Musikalische Lei­tung hat Kapellmeister Fritz C u j 6. Spieldauer

von 19 bis 21.45 Uhr. Dienstag, 4. Dezember, zum ersten Male der SchwankParole: heiraten!", dessen Autor unser Mitglied Karl Ludwig Lindt ist in Zusammenarbeit mit Hans de Nsoe. Spiel­dauer von 20 bis 22 Uhr. Mittwoch, 5. Dezember, das 2. Symphoniekonzert des Konzert-Vereins Gie­ßen als 9. Vorstellung im Mittwock-Abonnement; Ausführende: das Stadttheater-Orchester und die Reichswehrkapelle, dazu Erich F l i n f ch ° Frankfurt (Klavier) als Solist; musikalische Leitung hat Over- Musikmeister Ernst K r a u ß e. Dauer von 20 bis gegen 22 Uhr. Am Freitag, 7. Dezember, kommt das Drama Helmuth Ungers: ,^Opferstunde" zum letzten Male zur Aufführung; Spielleitung hat Anton Neuhaus. Dauer von 20 bis 22 Uhr.

Der Goethe-Bund hat, wie man uns mitteilt, Rechtsanwalt Prof. Dr. Friedrich Grimm (Essen), den bekannten Strafverteidiger aus den Ruhrprozessen, zu einem Vortrag über das Thema Der Abstimmungskampf an der Saar" gewonnen. Die Persönlichkeit des Redners, sowie die große Be- beutung des Vortvagsthemas versprechen ein außer­ordentliches Vortrags-Erlebnis. (Siehe heutige An­zeige.)

Ein Tanzabend von Maja von Rabenau findet am kommenden Montag im Katholischen Vereinshaus statt. (Siehe heutige An­zeige.)

Die Deutsche Bau- und Siedlung«- gemeinfchaft, Darmstadt, lädt zu einer Versammlung am kommenden Montag ein. Näheres in der heutigen Anzeige.

18.45 bis 19.45 Uhr, wird das Musikkorps unserer Gießener Garnison unter Leitung von Obermusik­meister Krautze im Frankfurter Rundfunk ein Konzert veranstalten. Unsere Leser seien auf die Veranstaltung besonders hingewiesen.

* * Schulpersonalie. Der Schulamtsanwär- ter Karl M ä n n ch e aus Gießen wurde mit Wir­kung vom Tage der Dienstanweisung an zum Leh­rer an der Volksschule zu Höckersdorf (Kreis Schot­ten) ernannt.

* * Freie Lehrer stelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Schwarz (Kreis Alsfeld). Dienstwoh­nung ist frei. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärter- dienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben.

* * Viehmärkte in Gießen. In der kom­menden Woche finden Viehmärkte in Gietzen statt, und zwar am Dienstag Rindvieh(Nutzvieh-)Markt, am Mittwoch Schweinemarkt.

* * Viehzählung. Am 5. Dezember findet wiederum Viehzählung statt. Die Bürgermeisterei weist in einer Bekanntmachung im heutigen An­zeigenteil Interessenten in den Gemarkungen Gie­ßen und Schiffenberg auf diese Zählung hin.

Amtsgericht Gießen.

geöffrjet.

©träfe auf 10

** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr

** Gießener Militärmusik im Frank-Ider Arbeitslosigkeit beider Väter die furter Rundfunk. Am heutigen Samstag, von bzw. 5 RM.

Zwei Arbeitslose wurden durch Sttafbefehl zu 15 bzw. 10 RM. Geldstrafe verurteilt. Dagegen ver­folgten beide Einspruch. In der gestrigen Hauptver- Handlung wurde festgestellt, daß die Kinder der Be­

straften beim Diebstahl von Obst überrascht wurden, und die Väter für ihre strafunmündigen Kinder haftbar sind. Das Gericht ermäßigte in Anbetracht

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interhilfe und Waidwerk.

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Durch Erlaß des Herrn Reichsjägermeisters Göring ist die deutsche Jäaerschaft zur Mithilfe am Winterhilfswerk des deutschen Volkes aufgerufen worden.I ch verlasse mich auf die bis­her bewährte Volksverbundenheit der deutschen Jägerschaft und erwar­te, daß jeder deutsche Jäger feine Pflicht tut", so heißt es u. a. in dem Erlaß.

Für die preußischen und hessischen Sfaafe- jagden ist ungeordnet, daß die Jagdertragnisse der Woche vom 9. bis 15. Dezember dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden, damit durch das Wildbret gerade In den Weih- nachtstagen den notleidenden Votksgenoffen eine Freude bereitet wird.

Die mit der Durchführung des Hilfswerks betrauten Stellen haben die Erwartung ausgesprochen, daß auch die Privatjagdbesitzer und -Pächter sich diesem Vorgehen anschließen. Auch außerhalb des vorge­nannten Termins nehmen die Forstämter Wild zur Weiterleitung an die Winterhilfe an.

Das mit der Durchführung für die Provinz Ober­hessen beauftragte

Forstamt Gietzen (Woltkestr. 3, Fernruf 2936) hat an die in Frage kommenden Stellen ein Rund­schreiben gerichtet mit Ausführungsrichtlinien. Dar­aus ist folgendes zu entnehmen:

Die Hauptsache ist, daß der Erlaß unseres Reichs­jägermeisters Göring Erfolg hat, d. h., daß zahl­reichen vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen das abgelieferte Wild in möglich st vorteil­hafter Form zur Verfügung gestellt wird. Deshalb wird im Kreis folgendermaßen verfahren:

Das Wild wird an ein vom Kreisamt zu be­nennendes Forstamt des betreffenden Kreises geliefert. Das abgelieferte Wild kommt in ein Kühlhaus oder noch besser Gefrierraum des Schlachthauses der betreffenden Kreisstadt. Das dort hängende Wild steht dann je nach Vedarf zur Verfügung des Winterhilfswerkes und es kommt nichts zu. Sämtliches gelieferte Wild

wird einzig und allein von den als Träger des Winterhilfswerks bestimmten Organisatio­nen zubereitet, und die in Frage kommenden Volksgenossen werden entweder zu den von sachgemäßer Hand zubereiteten Essen eingeladen, oder sie erscheinen mit einem oder zwei Töpfen, in welche ihnen die zustehende Portion fertig zubereitet zugeteilt wird. Mit dieser Art der Verteilung ist Gewähr gegeben, dah das zur Verfügung gestellte Wild auch restlos und sach­gemäß zur Verwertung kommt.

Die für den betreffenden Kreis zuständige Äreis- amtsleitung der NSV. wird von dem für den Kreis bestimmten Forstamt ständig auf dem Lausenden gehalten über Art und Stückzahl des zur Verfügung stehenden Wildes, damit von dieser Stelle über die Weiterverarbeitung bestimmt werden kann.

Die Verteilung des Wildes hat folgendermaßen zu geschehen: Der betreffende Kreis behält zwei Drittel der Stückzahl des Wildes für eigenen Be­darf, ein Drittel der Stückzahl ist sofort an das Forftamt Gießen zu senden. Sollten die zwei Drittel innerhalb des betreffenden Kreises nicht be­nötigt werden, so ist der Ueberschuß hierher ab­zuliefern.

Die Pächter von Gemeindejagden oder staat­lichen Jagden geben dem vom Kriesamt be­stimmten Forstamt sofort nach der Erlegung des Wildes telephonisch Bescheid, oder liefern das Wild auf schnellstem Wege ab.

Das betreffende Forstamt nimmt bann sofort die Verteilung in zwei Drittel bzw. ein Drittel vor und meldet die Ein-Drittel-Stückzahl telephonisch dem Forstamt Gießen. Das Letztere veranlaßt dann die Abholung und weitere Verwertung des Wildes.

Beim Forstamt Gießen wurden in dieser Woche bereits abgeliefert:

Vom Offiziersjagdverein 1 Reh, 15 Hafen, von Dr. van Bentheim 5 Hafen, von Grotz, Lyncker, Lotz 1 Reh, 1 Hofe, von A. und W. Denninghoff 6 Hafen, von Fritz Jung und Phil. Nicolaus 4 Hasen.

Oie Jagd im Dezember.

Dezemberjagd Winterjagd im schneeverhängten Wald, Treiben über Wiese und Sturz, Pirschen und Lauern am eisklirrenden Bach, Zeit frohen Jagens, aber auch Zeit der Pflege und der Sorge um das Wild.

Im Rot- und Damwildrevier, wo der Abschuh an Hirschen in diesem Jahre durch die Jagdbehörden an sich schon stark eingeschränkt war, gilt die Jagd vor allem dem Kahlwild. Durch star­ken Abschuß weiblichen Wildes soll das zahlen­mäßige Verhältnis der Geschlechter gebessert und der Schaden eingeschränkt werden. Die Fütterungen sind bereits in Ordnung gebracht und werden in her Notzeit mit Rauhfutter, Rüben, Eicheln und Kastanien beschickt.

Das Schwarzwild, feist nach mastreichem Herbst, tritt in die Rauschzeit ein. Bei Tag steckt es mit Vorliebe in den wärmsten Dickungen, bei Nacht bricht es auf alten Kartoffeläckern oder sucht im Laubholz nach Mast. Wo die Sauen stark zu Schaden gehen, wartet der Waidmann sehnsüchtig auf Neuschnee, der erst erfolgreiches Jagen ver­spricht.

Die Jagd auf männliches Rehwild (Böcke und Bockkitze) ging auch in Hessen am 30. Novem­ber zu Ende. Dagegen ist die Schußzeit für weib­liches Wild (Ricken, Schmalrehe und weibliche Kitze) bis zum 31. Dezember verlängert worden. Dadurch ist jedem Revierinhaber die Möglichkeit gegeben, den ihm auferlegten Abschuß an weib­lichem Wild mit der nötigen Sorgfalt zu erfüllen. Daß der Abschuß sich vor allem auf schwache Stücke zu erstrecken hat und die starken, führenden Ricken nach Möglichkeit au schonen sind, versteht sich für den Waidmann, der sein Revier pfleglich zu be­handeln gewohnt ist, von selbst. Wer Brombeere, Heidekraut, Ginster, Weichholz und masttragende Buchen und Eichen in seinem Revier hat, braucht um sein Wild keine Sorge zu haben. Andernfalls wird er Vorkehrungen treffen müssen, um mit Füt­terung einsetzen zu können, wenn die Not sie er­fordern sollte. In diesem Zusammenhang sei auf die Notwendigkeit der Auffrischung oder Neuanlage von Salzlecken hingewiesen. Es wird meistens der Fehler gemacht, daß die Salzlecken zu spät erneuert werden. Sie sollen wirksam fein, wenn die Früh­jahrsäsung mit ihren Gefahren das Wild bedroht. Dazu gehört aber, daß das Wild sie termt und schon angenommen hat. Dann hat es feine Ver­anlassung mehr, Erde mit Kunstdüngersalzgehalt zu lecken und sich dadurch Infektionen des Magens und Darmes zuzuziehen. Der Heger wird daher jetzt schon Salz auslegen.

Die Hasenjagd ist in vollem Gang. Während die Streckenberichte aus vielen Teilen Deutschlands ganz schlecht sind, lauten sie aus gepflegten ein­heimischen Revieren günstiger. Die Walbtreibjagben sind meist vorbei, die Feldtreiben vollenden die Jahresernte.

Das Feldhuhn hat wieder Schonzeit. Leider ist damit das Interesse der meisten Jagdpächter für ihren Hühnerbestand erloschen. Dabei kann dem unverkennbaren Rückgang der Hühnerjagden nur durch entsprechende Hege entgegengearbeitet wer­den. Dazu geyört auch Winterfütterung, die ohne große Mühe zu bewerkstelligen ist.' Einfache, über­dachte Futterstellen find in Hecken, unter Reisig- Hausen ober unter kleinen Schutzhütten aus Fich­tenzweigen rasch hergestellt, der Heuboden liefert in seinem Abfall alles, was das Huhn braucht. Beigabe von etwas Sand empfiehlt sich.

Der Fasan hat noch Schußzeit. Die Erfolge feiner Hege find in unseren Revieren unverkenn­bar und werden von vielen Revierinhabern dank­bar anerkannt und gemeldet. Es wäre dringend au wünschen, wenn auch in diesem Frühjahr wie­ner ein Anzahl Fasanen ausgesetzt würde. Gemein­same Arbeit muß zum Ziele führen. Es wäre gut, wenn die nötigen Entschlüsse bald gefaßt wür­den, zumal die Tiere jetzt noch billiger sind. Der Hubertus" wird wie alljährlich auch dieses Jahr wieder gern den Bezug einwandfreien Wildes aus reeller Bezugsquelle vermitteln.

Nimmt die Kälte zu, pflegen die Wildenten sich in größerer Zahl einzuftellen, auch Gänse sind dann oft bei uns zu Gast.

Der Balg des Raubwildes ist gut, fo daß feine Jagd nun auch lohnt.

Seitdem der Gebrauch der Tellereisen verboten ist, hat der Jäger, der seither schon den Gebrauch der Eisen verwarf, wieder mehr Aussicht, den Fuchs vor die Flinte zu bekommen. In manchen Revieren ganz unbekannte Jagdarten wie Reizen mit der Hasenquäke ober dem Mäufepfeifchen, Drückjagd, Lappjagd, Sprengen mit dem scharfen Hund ver- «sprechen dem unverdrossenen Waldmann Jagdfreu­den und Erfolge.

Der Reichsjägermeister Hermann Garing Hal die Deutsche Jägerschaft zur Withilfe am ID l n - terhitfswerk aufgerufen.

Im Gegensatz zum Vorjahre, wo Bargeld aus dem Streckenerlös erbeten wurde, soll dieses Mal das Wild selbst helfen, notleidenden Volksgenossen die Weihnachtsfeiertage zu versckönern. Der deutsche Waldman« Im guten ©inne des Wortes ist Opfer

gewöhnt, denn nur seiner Entsagung und seinem Hegen und Pflegen feines Wildes verdankt Deutsch, land noch feine Wildstände. Ohne den deutschen Jäger wäre Deutschland wildleer. Deshalb hat er es dank- bar begrüßt, in welch umfassender Weise alle feine Ziel« und Wünsche, für die er unbeirrt arbeitete, oon der neuen Jagdgesetzgebung erfüllt wurden, oder sich doch in den nächsten Jahren erfüllen werden. Wenn er deswegen sich freudigen Herzens dem Rufe bes Reichsjägermeisters nicht versagen wird, dann ist es ein Ausdruck seines Dankes und zugleich ein Aus, flutz der Verbundenheit des deutschen Jägers mit sei, nem Volk. Die Jagd liegt dem Deutschen im Blut, die Jagd fesselt ihn an seine Heimat, ihre Natur und ihre Bewohner. Er weiß, daß er den Vorzug hat, Treuhänder und Sachwalter eines so köstlichen Gutes zu sein, wie unsere Wildstände es barstellen er kennt aber auch die Pflicht, die ihm seinem Volke Sgenüber daraus erwächst. Die Vorbereitungen für

hgemäße Aufbewahrung und Zubereitung dez ildes sind bereits getroffen, die ersten Haien häp,. gen schon im Kühlhaus. Es braucht nicht alles Dom 9. bis 15. Dezember geschossen zu fein. Je größer bi/ Wildspende, um so größer die Hilfe! Der Reich; jägermeister soll nicht umsonst gerufen haben!

Hubertus.

Adventszeit in der Kinderstube

Das Fröbelseminar hielt am geftriaen Samstag, abend im Kindergarten an der Walttorftraße eine kleine Veranstaltung ab, die fast eine Feier ge­nannt werden konnte. Unter dem GedankenAb- ventszeit in der deutschen Kinderstube" brachte her Abend schöne einfache Weihnachtslieder, die, oon den angehenden Kindergärtnerinnen und Schule- rinnen des Seminars gesungen, ob ihrer Einfach, heit und wundersamen Melooienführuna ihren Ein­druck auf die Zuhörerinnen nicht verfehlten. Di« Geige und die Blockflöte begleiteten in vollkomme­ner Harmonie der Stimmung diese Lieder, die eigentlich in jedem Heim, in jeder Familie, in der Kinder dem Weihnachtsfest entgegenharren, ge- Jungen werden sollten. Als Zuhörerinnen waren in der Hauptsache die Mütter der Kinder erschienen, die gegenwärtig im Kindergarten des Fröbel- seminars in der Walltorstraße betreut werden.

Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag der Leiterin des Fröbelseminars in Gießen

Sräulein Nr. Boeder

über dieAdventszeit in der deutschen Kinderstube*. Ihren Worten, denen Allgemeingültigkeit beige- messen werden darf, sei folgendes entnommen:

Wir müßten davon überzeugt sein, daß der eigentliche Adventszauber in der Kinderstube zu finden sei, im engsten Kreise der Familie. Das Thema des Abends wolle deshalb nicht (und tönn# es auch nicht) den Zauber der Adoentszeit wn Mitteln, sondern lediglich einige Hinweise über b\t Gestaltung der Adventszeit in der Kinderstube lnv. Müttern mit nach Hause geben. Denn schöne Ad- ventszeit müsse bereitet sein! In der (Erinnerung an diese Zeit schlage das Herz aller deutschen Men­schen höher. Diese Freude sei eine erneuernde Kraft. Diese Kraft helfe auch den Erwachsenen über manche Schwierigkeiten hinweg, die unser Alltag bringe.

Die Advents- und die Weihnachtszeit rufe uns die eigene Jugendzeit immer wieder lebhaft in das Gedächtnis zurück. Unsere Verpflichtung fei es deshalb, der Jugend eine schöne Advents­zeit zu bereiten, damit den Kindern auch für spätere Zeit einmal die Kraft zum Guten dar­aus erwachsen könne.

So sehr das Weihnachtsfest an sich ein Fest der Familie fei, so sehr sehe es das ganze deutsche Volk in einer einzigen Stimmung vereinigt. Wie sehr wisse doch der Ausländsdeutsche das Weihnachts­fest zu schätzen, der Seemann, der hinausfahre, feiere Weihnachten möglichst unter dem mitgenom­menen Tannenbaum. Im Schützengraben sei den Soldaten des Weltkrieges der Weihnachtsabend im Feindesland zu heiligstem, reinem Erlebnis ge- worden. Wenn irgendwo im Ausland überDeut­sche Weihnacht" gesprochen werde, dann sei damit immer der Gedanke an tiefste Verinnerlichung ver­bunden.

Nun könne die Weihnachtszeit aber auch IM gefeiert werden. Die Weihnachtszeit fetze eine iuntre Bereitung auch der Erwachsenen voraus. CM Stunde der Besinnung sei notwendig. Ein falsche; Weihnachtserleben liege sehr nahe, denn die äu&e* ren Einwirkungen seien zu stark. Ueberall in den Straßen begegneten den Kindern die hellerleuchteten Schaufenster, die Betriebsamkeit in den Straßen sei stärker und ein entsprechender Einfluß bleibt nicht aus.

Weihnachten solle mehr fein als lediglich die Befriedigung über die Erfüllung langgehegter Dünsche. Ls gelle vielmehr der Verinnerlichung zu dienen, denn das fei das beste unserer Volksseele.

Wenn man auch bes Aeußerlichen nicht entraten könne, so solle insbesondere bas Kind doch nicht dem Aeußerlichen allein überlassen bleiben. Wenn die Kinder natürlich am besten mit dem Aeußeren au fassen seien, so dürfe es doch nie Selbstzweck fein, sondern nur symbolischer Ausdruck.

Die Erwachsenen bedürften dieser Bereitung aus die Weihnachtszeit besonders deshalb, weil davon das Gelingen für die Kinder abhänge. Die Kinder müßten durch unser eigenes Tun hindurch erfühlen können, was in dieser Zeit gemeint fei.

Die Erwachsenen mühten den Kindern Vor­leben. Es könne vom Kinde nicht verlangt werden, daß es brav sei, wenn es bei den Er­wachsenen ständig das Gegenteil sehe. Deshall sei die Förderung einer reinen Liebe innerhalb der Familie nötig. Es sei auch sehr falsch, wenn das Kind nur deshalb brav sein solle, damit der Weihnachtsmann etwas bringe.

Weihnachten solle für das Kind ein Fest fein, rei von jeder Angst verlebt werde. Der nachtsmann solle mehr die liebreiche, als die KTa ende Figur sein. Die Weihnachtszeit solle für oo Kind, wie auch für die Erwachsenen eine Zelt oe Trostes und des Geborgenseins darstellen.

Im weiteren Vortrag gab die Rednerin noch ver* chiedene Anregungen für die praktische AuSgesta ung des Weihnachtsfestes und betonte babet onbers, baß Kinder nicht nur immer befaje werben sollten, fonbern biese auch Gelegeny haben müßten, selbst unb mit innerem Mnteu J chenken. Fräulein Dr. B o e ck e r fanb für 9 Anregungen bankbare Aufmerksamkeit. -

Kurze Gebichtvortrage, in benen eine Fülle ter Weihnachtsstimmung eingefangen war, einige Lieber, bie von ben Schülerinnen geju würben, ein feines Dreigespräch unb schlietzncy gemeinsam gesungenes Lied beschlossen die