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für die den Hausbesitz belastenden Hypotheken be­handelt.

Aus den geschäftlichen Angelegenheiten war u. a. zu entnehmen, daß erfreulicherweise der Mitglieder­bestand der Ortsgruppe feit der letzten Versamm. lang verdoppelt werden konnte. Besonderes Inter­esse fand die durch den Stabsleiter der PO. Staats­rat Pg. Ley erfolgte Berufung des Reichsverbands­vorsitzenden Pg. Fischer (Berlin) als Vertreter des gesamten Neuhausbesitzes im Reich in den Bei­rat der ReichsfachschaftWohnhaus". Diese ehren­volle Berufung sei zweifellos die Anerkennung der bisher vom Reichsoerband Deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer unter seinem Vorsitzenden gelei­steten Arbeit, die nunmehr durch diese Berufung zu einer noch engeren Zusammenarbeit mit der PO. und den maßgeblichen Reichs- und Landesbehörden führen werde.

Daten für Donnerstag, 1. November.

1760: Schlacht Friedrichs des Großen bei Torgau; 1880: der Grönlandforscher Alfred Wegener in Berlin geboren (gestorben 1931); 1914: deutscher Sieg unter dem Vizeadmiral Graf von Spee bei Coronel (Küste von Chile) über die Engländer.

Gießener Wochenmarklpreise.

* Gießen, 1. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40, Matte 20 bis 25 BL Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische, Kühlhaus) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 PL der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feld­salat 60 bis 80, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 25 bis 30, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohl­rabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF.: Lerufsgemeinschaft der Kaufmannsgehilfen, Orts­gruppenheim, Lonystraße 18, Zusammenkunft. NSLB., Kreis Gießen, Technische Lehrerinnen, 20 Uhr, Saal der Deutschen Arbeitsfront, Bespre­chung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Krach um Jolanthe". Astoria - Lichtspiele, Seltersweg, Schüsse aus dem Hinterhalt". Oberhess. Kunst­verein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemälde-Ausstellung.

D e r Gießener Radfahrervere i n von 1885 veranstaltet am kommenden Samstag, 3. November, ein Winterfest, mit dem saalsportliche Darbietungen verbunden sein werden. Auf die heu­tige Anzeige sei besonders aufmerkfam gemacht.

*

** D i e Hubertusjagd unseres Trup­penteils, an der die Offiziere, die berittenen Unteroffiziere und Mannschaften des Standorts Gießen und Mitglieder des Reit- und Fahrklubs teilnehmen, wird in der üblichen Weise am kom­menden Samstag, 3. November, dem Hubertustage, geritten. Die Reiter versammeln sich zum Stelldich­ein am Südrand des Waldes, 1200 Meter nördlich von Wieseck an der Landstraße GießenLollar. Non dort beginnt die Jagd um 15 Uhr über die Ludwigsburg bis in die Gegend von Trohe, dann zum Flughafen, wo das Halali geblasen wird. Ober­leutnant Freiherr von Gall, der die Jagd ange­legt hat, wird als Fuchs reiten. Gäste sind will­kommen. Anmeldungen zur Jagd bis zum 2. No-

Oie Deutsche Arbeitsfront

NS.-GemeinschastKrast durch Ireude"in Verbindung mit der NS.-Vottswohlfahrt

Bunter Abend

anläßlich der Fahrt unserer Saar-Kameraden ins Neich am Freitag, 2.November 1934, im (5afe Leib

Mitwirkende: Mitglieder des Stadttheaters und des

Musikzuges 3.0R.15 unter Leitung des Obermusikmeisters Krauße.

Vortragsfolge:

1. Erösfnungsmarsch

2. Konzertstück (Egmont-Ouverture)

3. Paul Nieren: Heitere Plauderstunde

4. Musikstück

5. Frl.Salzmann-Einmal möcht ich wieder tanzen"ausGräfin Mariza"

6. Armeemarsch

Pause

I. Musik

8. Paul Nieren: Plaudereien und Rezitationen

9. Musik

10. Paul Wrede: Ballada vom lieben Augustin

11. Musik

12. Frl. Salzmann:Einer wird kommen" ausZarewitsch"

13. Paul Wrede: Spaziergang durch Alt-Wien

14. Musik

IS. Paul Nieren: Auf Wiedersehen am 13. Januar 1935!

16. Schlußmarsch

Beginn: 20 Uhr! Wir bitten um rege Teilnahme! Eintritt: 20 und 30 Pf.!

Kreisamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude".

vember an das Geschäftszimmer der Kaserne, Fern­ruf 2954, 2955 und 3914. Die Veranstaltung dürfte bei der sporttreibenden Bevölkerung, insbesondere bei der an dem schönen Reitsport interessierten Ju­gend, starke Aufmerksamkeit finden.

** Dienstjubiläum. Am Dienstag, 30. Ok­tober, konnte der beim Zollamt Gießen-Bahnhof beschäftigte Zollsekretär August Schmalz auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Zollverwaltung zurück­blicken. Anläßlich dieses Jubiläums wurde ihm vom Vorsteher des Hauptzollamtes in Gegenwart seiner Berufskameraden ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichkanzlers ausgehändigt, worin, der Dank für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste zum Ausdruck gebracht wird.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

3. C. Ein Selbsterzeuger darf Butter an Ver­braucher nicht verkaufen. Milch kann nur bei Vor­lage einer Bezugsbescheinigung der zuständigen Bürgermeisterei an Verbraucher abgegeben werden. Jedoch ist jeder Erzeuger verpflichtet, die Milch an die zuständige Milchabsatzgenossenschaft zu liefern. Ein Landwirt kann nicht das ihm evtl, von seinem Nachbar weggeackerte Stück Land zurückackern. Er kann einen Antrag auf Neuvermessung stellen. Die entstehenden Kosten hat der Gegner zu tragen, falls festgestellt wird, daß er sich tatsächlich zu Un­

recht Land angeeignet hat. Es ist jemand nur strafbar, wenn man ihm die strafbare Handlung nachweisen kann.

Oberhessen.

Bürgermeister Fendt-Hungen tritt in den Ruhestand.

* Hungen, 1. November. Am gestrigen Mitt­woch trat unser Bürgermeister Fendt in den Ruhestand. Er hat die Altersgrenze erreicht und scheidet nach 30jähriger Tätigkeit aus dem Amt. Seine Amtszeit war eigentlich schon im Juli ab- gela'ufen, auf Ersuchen der Regierung führte er je­doch die Geschäfte des Bürgermeisters noch bis in diese Tage.

Am gestrigen Mittwoch sand aus Anlaß der Ver­abschiedung des Bürgermeisters aus dem Amt im Rathaussaal eine Feier statt, die einen sehr wür­digen Verlaus nahm. Als Vertreter des Kreisamtes Gießen war Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s erschienen, der Gemeinderat, der Beigeordnete nah­men teil. Die Bevölkerung der Stadt nahm eben­falls regen Anteil.

Der Ortsgruppenleiter Pg. K i r ch h ö f e r würdigte in einer kurzen Ansprache die Verdienste des schei­denden Bürgermeisters, er kennzeichnete das stete gute Einvernehmen, das zwischen dem Bürgermei­ster und dem Gemeinderat geherrscht habe, sprach von der ständigen guten Zusammenarbeit und der umfassenden Sachkenntnis in allen gemeindlichen

Dingen, die den Bürgermeister besonders auszeich. nete. Er habe sich stets der Gemeinde verantwortlich gefühlt. Trotzdem Bürgermeister Fendt in schwerster Zeit für das Gemeinwesen zu wirken hatte, seien alle Schwierigkeiten bewältigt worden.

Als Andenken und Ehrengabe übermittelte der Beigeordnete dem scheidenden Bürgermeister eine künstlerisch ausgeführte Urkunde, auf der die wesent­lichsten Schöpfungen des Bürgermeisters, die wäh- rend seiner Amtszeit in Hungen geschaffen wurden, im Bilde wiedergegeben waren. Die Urkunde tragt neben den Unterschriften des Gemeinderats das Siegel der Stadt.

Oberregierungsrat Dr. Schönhals hielt als Vertreter des Kreisamtes ebenfalls eine Ansprache in der er zunächst an die Ausführungen des Ortsi gruppenleiters anknüpfte. Genau vor 30 Jahren habe hier ebenfalls ein Vertreter des Kreisamter gestanden und den Bürgermeister eingeführt. Der Bürgermeister habe gelobt, sein Amt mit Gewissen. Hastigkeit und Eifer zu verwalten. Bürgermeister Fendt habe sein Versprechen voll erfüllt. Heute, da er seine Wirkungsstätte verlasse, stehe wieder ein Vertreter des Kreisamtes an dieser Stelle, nicht zu- letzt deshalb, weil der scheidende Bürgermeister $um Kreisamt und zu den Beamten des Kreisanür? ganz besonders enge Beziehungen unterhalten habe. Bürgermeister Fendt sei lange Zeit Vorsitzender des Kreisvereins der Bürgermeister gewesen, habe im Vorstand des Landesverbandes hessischer Bürger, meister, wie auch im Vorstände des hessischen Land- gerneindetages gewirkt. Die Tatsache, daß er neben seinem Amte als Bürgermeister so viele Ehren­ämter bekleidete, seien ein Beweis der Wertschätzung, deren er sich im ganzen Hessenlande erfreue. Bürger­meister Fendt stehe im ganzen Kreise im Rufe eines äußerst pflichttreuen Beamten, der mit groß, ter Gründlichkeit seine Amtsgeschäfte versehen habe. Er, der Redner, nehme als Vertreter des Kreis, amtes Veranlassung, ihm Dank und Anerkennung für die der Stadt Hungen und dem Staat geleisteten Dienste auszusprechen. Nachdem Oberregierungsrot Dr. Schönhals noch die unter der Initiative des Bürgermeisters Fendt geschaffenen neuzeitlichen Ein­richtungen innerhalb der Stadt gewürdigt hatte, übermittelte er dem aus dem Amte scheidenden Bürgermeister die besten Wünsche für einen geseg­neten Ruhestand.

Im Anschluß daran übergab Oberregierungsrat Dr. Schönhals dem Beigeordneten Pg. Hof. mann die Geschäfte des Bürgermeisters und ver­pflichtete ihn.

Im weiteren Verlauf der Feier hielt Bürger- meister Fendt eine längere Ansprache. Er erin­nerte daran, wie er vor 30 Jahren den Eid gelei­stet hatte. Er sprach davon, wie ihm auch aus An­laß seiner 25jährigen Amtstätigkeit schon viel Dank ausgesprochen worden sei. Er habe auch damals betont und tue es heute wieder, daß der Dank nicht ihm allein gebühre, sondern insbesondere fei« I nen Mitarbeitern, dem Gemeinderat, den Beamten der Stadt und des Kreisamtes. Zwischen den Be­amten, dem Gemeinderat und ihm habe stets das beste Einvernehmen geherrscht. Er habe sich nie als Vorgesetzter gefühlt, sondern immer als primus inter pares. In seinen weiteren Ausführungen sprach Bürgermeister Fendt von den Verhältnisien. in Hungen, von den schweren Zeiten des Kriegezi und sagte im Zusammenhang damit allen Beamten,, sowie dem Preisamt und seinen Beamten herzlichem Dank aus, für die Unterstützung, die ihm immer zu­teil geworden sei. Er betonte, daß er insbesonders beim Kreisamt stets sehr viel Verständnis gesundem habe. Das gleiche gelte auch von der Provinzial­direktion.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amte bleib« er, obwohl er viel in der Fremde gewesen sei, im angestammter Liebe zur Heimat, in Hungen. Gr wünsche der Stadt auch unter der neuen Leitung weiteren Fortschritt und weitere Aufwärtsentwi^ lung.

Mit einem dreifachenSieg-Heil! auf Öen Füh­rer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam qefun« genen Horst-Wessel-Lied fand die würdige Abschieds- feier ihren Abschluß.

4 Fortsetzung.

Nachdruck verboten!

ie ein paar purpurrote vollerblüh!. Rosen in der

tenn sie am Abend neben der

Edelgard war um den Tisch herumgeeilt und hatta

Personal eine Köchin, eine Mamsell und mehrere , ^ch nid)t vorstellen, Mutti! Ich bin sicher, jedes Küchenmädchen hielt, hatte sie in der Küche nicht viel Mädchen, das von Kürschner geliebt wird, muß ihn zu sagen gehabt. Jetzt freilich kochte sie, aber man auch gern haben."

So waren die Zweifel und Wünsche in Robert Kutschner hin- und hergegangen. Oft schon hatte er

langte, war sie auch beruhigt.

Wirklich hatte ja auch Edelgard alles aufs zier­lichste hergerichtet. Woher das Kind das nur hatte? Von der alten Marie bestimmt nicht. Denn die war im Dönitzfchen Hause nur eine Art Faktotum ge­wesen. Zu den Zeiten, da man unter dem zahlreichen

mußte ihr manches nachsehen. Diese zierlich ange­richteten Schüsselchen aber, verlockend und bunt, wie

Auch wenn es ein junges Mädchen wäre?" Warum nicht?! Kutschner wirkt doch trotz feiner

vierzig Jahre außerordentlich jung."

Nun ging Frau von Dönitz ein wenig aus ihrer Reserve heraus. Da Edelgard selbst das Gespräch auf diesen verfänglichen Punkt gebracht hatte, konnte sie sich nicht enthalten, zu fragen:

es auf den Lippen gehabt, das Geständnis feiner Liebe zu Edelgard. W

ändert, und man mußte sich gleichfalls ändern.

Als sie sah, wie dankbar und mit wie gutem Appetit Kutschner bei dem frugalen Abendbrot zu­

glaube", fügte sie ernster werdend, hinzu,wenn: Joachim noch lebte, ich stünde so mit ihm. Könnte; so über alles mit ihm sprechen/'

Wenn Joachim noch lebte, ja, Kind, dann wärt; vieles, vieles anders."

Ihre Lippen zuckten. Ihre Augen umflorten sich . Sie hatte Kutschner und ihre geheimen Wünsche m sein wie bei ihm." i bezug auf Edelgard im Augenblick vollkommen oer-

grau von Dönitz, die in ihrem bequemen Korb- geisen. Auch daß Edelgard ihre tastende Frage mit! stuhle aus der Terrasse saß, hatte von ihrer Lektüre diesem unbefangenen Lachen beantwortet hatte, wow aufgesehen. Sie hatte sich schon allerlei Gedanken ihr kaum zum Bewußtsein gekommen. Edelgards

So?! Meinst du das, Edelgard? Könntest du dir zum Beispiel vorstellen, daß ein junges Mädchen wie du Kutschner liebhaben könnte?"

Ich?" Edelgard lachte unbefangen auf.Ich? Aber Mutti, welch ein drolliger Gedanke! Ich habe Direktor Kutschner gegenüber immer das Gefühl, als wäre er so etwas wie ein älterer Bruder. Ich«

nicht geheiratet hat, möchte ich wissen. Ich glaube, bei keinem Manne könnte eine Frau so geborgen

Edelgard ruckte bte kleine Porzellanschüssel mit den grünen Kresseblättern auf dem zierlich geschnitte- nen Röstbrot handgerecht.

Dann sah sie erstaunt auf:

(Sine unglückliche Liebes Das kann ich mir wirk-

Nach anfänglichen Einwendungen hatte Frau von ------- u- ~ . ..

Dönitz sich darein gefügt, Direktor Kutschner so i gemacht, seitdem Kutschner sooft ins Haus gekommen Worte hatten sie wieder ganz in die Vergangenhm aufzunehmen, wie es ihren jetzigen Lebensverhält-! war. Aber sie war p1"n n:s-ax-----t- --"h »« fr»*** nm hon Tryh ihre«

nisien ,r ' ' 1 ' " ' " ' ''" v' r

halten konnte, und ihre eigene Arbeit. Da wäre eine Ehe mit einem Manne wie Kutschner Hundert­

lachen Kristallschale inmitten des spitzenverzierten Tischtuches ordnete.Er ist auch wirklich ein präch­tiger Mensch. Ich glaube, es gibt nichts Gütigeres und Besseres aus der Welt als ihn. Warum er nur

Mutter ihm gegenüber saß, das feine Haupt in die Hand gestützt, an seinen Lippen hängend; wenn er von der Welt draußen erzählte oder in klugem Zwie­gespräch geschäftliche Fragen mit ihr erörterte immer wieder sagte er es zu sich selbst: Wage es! ' Sprich ihr von deiner Liebe! Tue es, ehe vielleicht ein anderer, jüngerer dir zuvorkommt!

Oft, wenn er mit ihr ein paar Stunden gewan­dert war, ehe sie bei Frau von Dönitz zum Abend einkehrten, hatte er aeglaubt, dies beherrschte Neben- ihr-Gehen nicht mehr ertragen zu können.

Sie einmal an sich ziehen, ihr Haar, ihre reine klare Stirn, ihre strahlenden, grauen Augen mit Küssen bedecken, Zärtlichkeit geben und Zärtlichkeit fühlen es war ein Traum, süß und berauschend zugleich.

Aber immer wieder hatte er sich bezwungen. Sich gesagt, lieber warten, bis man Gewißheit hatte, ob in Edelgard etwas von Liebe für ihn lebte.

Solange er noch schwieg, vermochte er noch zu hoffen. Hatte er aber erst gesprochen, dann war die Entscheidung da. Konnte diese Entscheidung nicht auch einNein!" sein?

Davor aber fürchtete sich Robert Kutschner wie vor nichts auf der Welt.

Und nun war es zu spät. Nun konnte er nicht mehr um Edelgard werben. Nun mußte er fort. Es konnte Jahre dauern, bis er wieder hierher zurück- kehrte. Wer weiß, was in diesen Jahren geschah?

Edelgards Schönheit entfaltete sich immer mehr. Wie lange würde es dauern, und Edelgards Herz würde wirklich zur Liebe erwachen? Aber würde irgendein Mann auf der Welt Edelgard inniger und reiner lieben können als er? War ein treues Herz nicht mehr wert als die Jugend von zwanzig Jahren? Es mußte zur Entscheidung kommen, ehe er abreiste.

Und dann war es zur Entscheidung gekommen.

Der Gemüsesalat ist auch eignes Gewächs. Und die weiße Henne hat mir zuliebe heute schnell noch frische Eier gelegt. Marie hat zwar gebrummt. Sie wollte die Eier zum Sonntagskuchen aufsparen. Aber wie ich ihr gesagt habe, daß Direktor Kutschner kommt, da ist ihr Herz weich geworden. Für Kutschner hat ie eine Schwäche", fügte EdeL-.rd hinzu, während

IWBJIISWI?

Vornan von Klothilde v. Gtegmann.

blaßte Gesicht Edelgards gestrichen:

Mach' dir keine Vorwürfe, mein Liebling diese Wunden sind ja nie verheilt. Ich selbst bt1* zwinge mich nur, nicht selbst an sie zu rühren. M sie schmerzen doch immer."

Edelgard hatte ihren Kopf ganz fest an Ö^J)erj der Mutter gelegt. Wie dies Herz klopfte unds°M schlug! .

Mütterchen", sagte sie leise, ich weiß ja, Mensch kann einen anderen geliebten Menschen el setzen. Aber denke doch wenigstens daran, was du mir bist. Du darfst dich nicht in diesem stillen verzehren. Das schadet dir so sehr. Und was wm- aus mir, wenn du krank bist? Ich habe ja niemM den auf der Welt wie dich allein."

In diesem Augenblick öffnete sich die Tür vom Gartenzimmer zur Terrasse. Hinter dem Gartn war Direktor Kutschner erschienen. w

O Verzeihung", sagte er,ich störe wohl?

Frau von Dönitz faßte sich mühsam:

O nein, Sie1 stören durchaus nicht, mein uev Herr Direktor!" antwortete sie mit etwas zuter der Stimme.Ich habe nur mit Edelgard über Vergangenheit gesprochen. Manchmal überkom es einen dann so traurig. Aber nun wollen nur an die Gegenwart denken. Entschuldigen mich einen Augenblick!" . <

Etwas mühsam hatte sie sich erhoben und M das Taschentuch vor die Augen haltend, in tt)r 2v y zimmer, das neben der Terrasse gelegen war.

(Fortsetzung folgt!)

aus einem ersten Geschäft, waren unmöglich unter Maries Händen entstanden.

Und mit ganz wenig Mitteln, Mütterchen!", hatte

... _______ Edelgard fröhlich gesagt.Die Tomaten habe ich aus

Herren bei ihm. öo erfuhr Edelgard auch von den idem Garten, die Radieschen und die Kresse auch.

An dem läge, an dem er den Brief aus Neu- vork bekam, hatte er Edelgard nur flüchtig sprechen können. Er war den ganzen Tag zu Konferenzen unterwegs. Edelgard hatte ihn zwar begleitet, um die Stenogramme gleich bei den Besprechungen mit aufzunehmen. Aber im Auto, während sie von Konferenz zu Konferenz fuhren, waren sie nicht allein. Immer war einer ober der andere seiner

sam sein, nicht vor der Zeit an diese Dinge rühren. Warum er noch nicht geheiratet hat?" nahm sie scheinbar harmlos die Frage Edelgards auf.Nun, er wird wohl noch nicht die Rechte gefunden haben, Kind! Vielleicht hat er eine unglückliche Liebe."

Angestellten im Büro nichts über die Abberufung Kürschners.

Kutschner merkte, sie war vollkommen ahnungs­los. Und das war ihm lieb. Er wollte es ihr selbst sagen, ganz unvorbereitet sollte sie sein.

Aus der Art, wie sie seine Nachricht aufnehmen würde, konnte er vielleicht endlich spüren, wie sie zu ihm stand.

Es war ein wunderbarer Spätsommerabend. Der Himmel war mit den flimmernden Goldpunkten der Sterne bestickt. Die Milchstraße zog sich wie ein weißer Seidenschleier quer über das Firmament. Aus dem Park der Villa Dönitz dufteten Lilien und Levkojen in schwermütiger Süße. Der alte Gärtner hatte die große Korblampe mit dem matt­grünen Schirm soeben auf der Terrasse entzündet. Man hatte zusammen zu Abend gegessen.

-----' klug genug, Edelgard gegenüber zurückgeführt und zu dem Schmerz um den Tod ihres entsprach. Edelgard hatte sanft, aber be- nichts von diesen Gedanken zu äußern. Das Kind Sohnes.

stimmt erklärt: ! war in allen Gefühlsdingen so unendlich scheu. Es Edelgard war um den Tisch herumgeellt und haM

Liebe Mutti, so wie ich Herrn Direktor Kutschner war noch so ganz unerwacht. Ein unbedachtes Wort die Mutter zärtlich umfaßt. Sie war vor ihr nieber beurteile, kommt er nur öfter zu uns, wenn er bas ; konnte da etwas verderben, dessen Entstehen sie doch gekniet und hatte bittend gesagt:

Gefühl hat, daß wir uns seinetwegen weder Um«' im geheimen so innig wünschte. ,Verzeih, Mütterchen! Habe ich dich traurig gl?

i stände noch Ausaaben machen. Er weiß zu genau, > Sie hatte es wohl bemerkt, mit welcher geheimen macht? Ich unvernünftiges Ding, muß ich immm wie sich unsere Verhältnisse verändert haben. Daß Sehnsucht Direktor Kürschners Blicke Edelgard folg- wieder die alten Wunden in dir aufreißen?"

mir nur noch in ganz bescheidenem Rahmen Ge- tem Freilich, Kutschner war viel älter als Edelaard ! Liebevoll hatte Frau von Dönitz über das jeüigtot pflegen können. Aber glaubst dul mcht daß yn einer früheren Zeit hätte Frau Gertraude ge-

'st' £men wie Kutschner lieber xadezu gelächelt über den Gedanken einer Serbin-

einjad) aufzunehmen und ihm dafür das Bewußt- öung zwischen einem Freifräulein von Dönitz und sein Zu geben: er kann jederzeit kommen? Außer- einem einfachen Herrn Kutschner I

dem ist Kut chner em o be cheidener Mensch und t b ? 1 / , w 9r !

lieht l° wenig auf den äußeren Schein, daß ich st H^e^aber? Wenn^ ft- «nmal Au^n schlaß mich geradezu schämen wurde, chm etwa- oarzu- Sicherheit nur bas ton® V rmaaen auf b r tauschen, was wir doch nicht mehr sind. 1 snan# s' hn_nn oer

Da hatte Frau von Dönitz nachgegeben. Es wurde baIt ' fOnnte unh ihr» otnon»*1 i

ihr nicht leicht, denn sie verfiel noch zu gern in die < ' . rnLnno9m?o ©f.1«!«' Jv?

Gewohnheiten früherer Zeiten, da das Haus Dönitz , nnrxUA;pkpn nomof»» ^"tfchner hundert- roegen seines Essens und seiner erlesenen Weine f f 3 J heJ SJ£?n behüt- ; berühmt war. Aber die Welt hatte sich eben Der 'amein' md)t DDr ber *Rett an 2hnap r,,hrpn

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