Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Donnerstag, 1. November 1934
Ut. 256 Zweites Blatt
Aus der Provinzialhauptstadt
der
fol-
fentlichkeit treten,
Redegewandtheit, Energie,
von Beifall, an Stärke und
einem Orkan
als Mahnung halten: Im
und Losung die Tatsache vor Osten geht die Sonne
das Vertrauen seiner Sängerschaft besitzt, sonst muß der Chor zugrunde gehen. Die dafür notwendigen Voraussetzungen beruhen auf fachlichen und menschlichen Fähigkeiten. Zu den ersten sind zu zählen: Genaue Literaturkenntnisse, Vertrautsein mit den Elementen der Tonbildung, die Fähigkeit einer den Leistungsmöglichkeiten seines Chores an- gepaßten Liedauswahl für die mannigfachen Gelegenheiten, an denen seine Sänger vor die Oef-
Luckner schreibt im Vorraum der Aula seinen Namen auf feine Bilder. (Ausnahme! Photo-Pfaff.)
immer Augen auf!
Mit
liniere Stadt hatte gestern die Freude und seltene Alegenheit, den bekannten und hochgeschätzten deut- fdpi Seehelden der Kriegsjahre und der Nachkriegs- zet Gras Luckner. in ihren Mauern zu haben. In Besuch dieses prächtigen ollen Seebären ver- dmken wir der Ortsgruppe Gießen des VDA., die wt einem Vortrag Luckners das in unserer Stadt dm jeher schon sehr große Interesse für die außen- dutsche Arbeit im Dienste unseres Volkstums noch nchr verbreitern und vertiefen wollte. Dieses Ziel h t die Ortsgruppe des VDA. mit dem gestrigen ^nrtragsabend des Grafen Luckner in der Neuen Sola der Universität in vollstem Ausmaß erreicht. i r Abend war für alle, die ihn erleben durften, dir unvergeßliches Ereignis schönster Art.
den Gemarkung eine erstklassige Entwicklung ver- sprechen. Reichen die Mittel noch weiter, dann werden Anlagen zugelassen, die auf einem Grundstück
Die Firma Bänninger in Gießen hat ihren im Weltkriege gefallenen Mitarbettern in pietätvoller Weise einen Gedenkstein vor dem Bürogebäude der Firma errichten lassen. Der Gedenkstein, den wir hier im Bilde zeigen, wurde von Bildhauer K ö d d i n g (Gießen) geschaffen. Mit einer schlichten Gedenkfeier am kommenden Samstagnachmittag soll dieses Ehrenmal seine Weihe erhalten.
k,j Unterkommen mehr zu beschaffen war.
'oraf Luckner mit seiner unvermeidlichen und Du ui) seine Bilder ebenfalls allgemein bekannten Li-mannspfeife wurde beim Betreten der Aula von Ei'"in wahren Sturm von Beifallsklatschen empfan- j je,, der ebenso wie die überall freudestrahlenden Ge- jidSer bekundete, wie innig sich unsere Gießener mi diesem deutschen Volksmanne bester Art ver- buiiben fühlen. Die^gleiche herzliche Note konnte jnrn feststellen, als studienrat Dr. Glöckner na- mns der Ortsgruppe des VDA. einige kurze Ein- Mirungsworte sprach und dabei Luckner, den Helden de „Seeteufel", als ganze deutsche Persön- lich feit feierte.
Gefolgschaft leisten müssen. Zn dieser Treue und völkischen Geschlossenheit liegt die bessere deutsche Zukunft begründet, die wir gegen jeden Pessimisten in Treue zu Adolf Hitler verteidigen und gewinnen müssen, denn „der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst". Und dabei müssen wir uns
dem wir alle zum Heile und Segen unseres Reiches und des deutschen Volkstums unbedingte Treue und
'Zraf Luckner am Vonragspull in der Aula. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Ausdauer seit langer Zeit beispiellos in unserer Stadt, dankte die bis zum Schlüsse mit höchster Spannung folgende Zuhörerschaft dem fesselnden Erzähler.
Die Sache des VDA. hat durch diesen Vortrag auch in Gießen einen neuen starken Gewinn erfahren.
b e i t s r u h e herrschen.
Oer Berkaus von Tabakwaren nach Ladenschluß.
Die Polizeidirektion Gießen teilt
dem Äuge zu lassen. Mit diesen Menschen des Grundsatzes „Mit die Dorderbeene rin in' Trog" redete Graf Luckner draußen in der Welt, aber auch gestern abend ein herzhaft kräftiges Wort, das mit Recht geradezu jubelnden Beifall der Zuhörer fand. Er kennzeichnete aber auch das große deutsche Erbübel der Zerrissenheit und Zerspaltung in alle möglichen Vereine und Vereinchen, die das Deutschtum in Amerika lahmlegen und es nicht zu einem wirkungsvollen Faktor im öffentlichen Leben des amerikanischen Kontinents werden lassen. Auch dabei sprach Luckner in einer so gewinnenden und Überzeugenden Weise, oft mit einer humorvollen Wendung unterbrechend, daß die innigste Gemeinschaft zwischen ihm und seinen Hörern bestand. In schönster Weise angeregt gönnte er dann „seinen Lieben" und sich selbst eine kurze Pause.
Im zweiten Teile seines Vortrages berichtete er von seinen Beobachtungen und Eindrücken in weltpolitischer Hinsicht. Man erhielt dabei aus seiner Erzählung einen ungemein fesselnden Einblick in die Zeit der amerikanischen Prosperity, in den jähen Wechsel des amerikanischen Wirtschaftslebens durch den „Sturz des Königs Dollar", in das Treiben des raffsüchtigen internationalen Finanzkapitals nach dem Grundsatz: „Mit die Dorderbeene rin in' Trog!", in das Elend der amerikanischen Farmer und Arbeiter, in die furchtbare Not der rund 18 Millionen amerikanischen Arbeitslosen, denen jegliche soziale Stütze auf Grund gesetzlicher Vorschriften fehlt. Ferner erlebte man mit großem Interesse die Schilderung des stark überraschten amerikanischen, englischen und französischen Wachwerdens
uen zimagen ten dürfte. Neben der Einheitsbewertung wurde
des Besitzers mindestens 20 Hochstämme, Halb-fauch die Frage der allseits angestrebten Zinssenkung
stämme oder Buschstämme oder diese zusammen umfassen. Nachdem kommen erst Pflanzungen von Gemeinden usw. an die Reihe. Es dürfen nur Standardsorten und nicht mehr als drei Sorten je Pflanzung geplanzt werden. Wer gegen diese Bestimmungen und noch weitere, die aus den „Richtlinien" ersichtlich sind, verstößt, geht der Beihilfe wieder verlustig. Die Richtlinien und Antragsformulare sind gegen Einsendung von 20 Pf. in Briefmarken an den zuständigen Obstbaubeamten von diesem zu beziehen.
Vereidigung der pröbste und Dekane der Evangelischen Landeskirche Nassau-Heffen.
Die Vereidigung der Pröpste und Dekane der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen auf den Führer und Reichskanzler wird am Freitag, 2. November, im Dienstgebäude der Landeskirche zu Darmstadt stattfinden.
Wer ist zum Chorleiter geeignet?
Auf der Tagung der Landesmusikerschaft in Darmstadt sprach das Mitglied des Musitbeirats im DSB., Staatskapellmeister Dr L a u g s , über die Frage der Eignung der Berufsmusiker zum Chorleiter. Dieses Problem hat in letzter Zeit viel Staub aufgewirbelt, weil heute zahlreiche Berufsmusiker, die bisher dem Chor fernstanden, dazu übergehen, die Leitung von Chören zu übernehmen. Dr. Längs erklärte u. a.: „Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche, gediegene Chorleitertätigkeit werden leider von dem Berufsmusiker zu leicht unterschätzt, und gar mancher hat nach kurzer Zeit der Tätig
gen.
Damit wird erstmalig am kommenden 21. November auch bei uns in Hessen völlige A r -
große Ganze des Gesamtdeutschtums innerhalb Reichsgrenzen und in den anderen Ländern aus
gendes mit:
Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß der Verkauf von Tabakwaren nach 19 Uhr (7 Uhr abends) allgemein verboten ist. Eine Äusnahme hiervon ist nur für die neuerdings an offenen Verkaufsstellen, nicht aber für die in Wirtschaften usw. aufgehängten Verkaufsautomaten zugelassen. In letzter Zeit wurde vielfach die Wahrnehmung gemacht, daß Trinkhallen (Wasserhäuschen), die bis 22 Uhr (10 Uhr abends) offen halten dürfen, Rauchwaren in beliebigen Mengen verkauft haben, obwohl dies unter allen Umständen unstatthaft ist. Für Trinkhallen kann für die Folge nur dann von Anzeigeerhebung abgesehen werden, wenn Rauchwaren nur in ganz geringen Mengen, und zwar nur an Personen, die als Gäste anwesend sind, verkauft werden. Sollte auch in Zukunft festgestellt werden, daß Tabakwaren an Personen abgegeben werden, die überhaupt nichts an der Trinkhalle gegen Bezahlung getrunken haben, so wird rücksichtslos Strafanzeige erhoben. Die Inhaber von Gast- und Schankwirtschaften sind verpflichtet, in ihren Geschäften in gleicher Weise zu verfahren Es darf also nicht mehr Vorkommen, daß in Gaststätten, oder an Trinkhallen der Tabakwarenverkauf nach Ladenschluß noch stattfindet. Die Polizeibeamten sind angewiesen, ihr besonderes Augenmerk auf diese Mißstände zu richten und gegebenenfalls unnachsichtlich vorzugehen.
Reichsbeihilfen für die Neupflanzung von Obstbäumen.
LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:
Die bis jetzt einlaufenden Anträge lassen erkennen, daß die Antragsteller vielfach im Unklaren bezüglich der wichtigsten Bestimmungen über die Zuteilung der Beihilfen sind. Man beachte daher:
Es werden in erster Linie nur Anträge aus obst- baulich-wichtigen Gebieten berücksichtigt, und hierbei sogenannte Gemeinschaftspflanzungen, d. h. Pflanzungen, die verschiedenen Besitzern gehören. Nachdem derartige Anträge berücksichtigt sind, kommen größere Pflanzungen durch Einzelbeßtzer mit 40 bis 60 und mehr Bäumen in Frage, die an Stellen vorgesehen sind, welche nach Boden, Klima und Stand des Obstbaues in der betreffen«
Humor, Wärme und Begeisterung. Nicht das Konzert, sondern die S i n g st u n d e ist das „A und O", das Wichtigste in seiner Tätigkeit, sie interessant und anregend zu gestalten, die schönste, aber schwierigste Aufgabe. Wenn ihm seine Sänger nach Schluß der Arbeit sagen, „daß es heute wieder einmal herrlich schön war", hat er seine Aufgabe gut gelöst. Deshalb gehören auch zweitens außerordentliche menschliche Eigenschaften zur Eignung für den Beruf des Chorleiters. Schließlich hat er ja nicht mit Berufsleuten, sondern mit Laiensängern zu tun, denen die Freude am Singen mehr oder minder wirkliche Herzenssache ist. Diese Begeisterung zu erhalten, ist seine vornehmste Pflicht. Er kann und darf sich daher einer harmlosen Geselligkeit nicht verschließen, muß in den Proben G e - duld entwickeln, da leider das musikalische Analphabetentum noch sehr stark vertreten ist. Erst durch eine glückliche Reform im SchulgesangMesen könnte diesem Uebel mit Erfolg gesteuert werden. Auf großen geldlichen Gewinn darf er nicht hoffen, da die Vereinskassen infolge der Wirtschaftslage meistens recht mager sind. Er wird aber belohnt durch die oft geradezu rührende Anhänglichkeit seiner Sänger und durch das Bewußtsein, seinem deutschen Vaterland in Treue zu dienen."
Versammlung der Neuhausbesitzer.
Die Ortsgruppe Gießen im Reichsverband Deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer hielt — wie man uns berichtet — eine gut besuchte Mitgliederversammlung im Cafe Ebel ab.
Der Ortsgruppenvorsitzende Schirmbeck nahm in einem eingehenden Vortrag zu den Fragen der Einheitsbewertuna Stellung. Außer den gesetzlichen Bestimmungen wurden auch die Anregungen und Wünsche des Neuhausbesitzes behandelt, wie sie durch den Zweckverband des Neuhausbesitzes in Berlin an die maßgebenden Stellen herangetragen worden sind.
Im Anschluß an den aufschlußreichen Vortraa erfolgten Unterweisung und Aussprache über die Ausfüllung der von den Finanzämtern zugestellten Ein, heitsbewertungsbogen, deren Ausfüllung dadurch auf eine einheitliche Grundlage gebracht wurde und den Mitgliedern keine Schwierigkeiten mehr berei«
Zum Schluß feierte Luckner unter stärkster Zustimmung seiner Hörer und unter Hinweis auf die . straffe Geschlossenheit der Japaner, der „Deutschen des Ostens", die Ueberminbung des unseligen Par- _ _ teisystems in Deutschland, des „Schisses mit 34 Ka-
Inb bann betrat Luckner bas Vortragspult. Zu-; pjtänen" burch die Machtergreifung Adolf Hitlers, rcchst mußte er einen neuen gewaltigen Beifalls- ■ „einzigen und großen Kapitäns Deutschlan'ds", firm über sich ergehen lassen, den er mit seinem • • * •' *- r
Iie^gewinnenden fröhlichen Lachen und mit immer iDiiber dankender Handbewegung quittierte Hier-
Luckner erobert Gießener Herzen.
Eine Ladung Kinderherzen.-„Mit die Dorderbeene rin in' Trog.^ Zm Osten geht die Sonne auf.
tau begann er zu erzählen. Er plauderte mit der tarzen Frische und goldigen Urwüchsigkeit des ollen s<|) lichen Seemanns, des einfachen und ungekünstel- stn Menschen, des Kameraden im besten Sinne des W. rtes, des für sein deutsches Volkstum aufs höchste gegeisterten und einsatzbereiten Volksgenossen. Er fühlte von 20.30 Uhr an bis gegen 23 Uhr, nur Zerbrochen durch eine einmalige kurze Pause. Icion nach wenigen Minuten hatte er die Herzen her Zuhörer in vollem Umfange gewonnen. Mit Maltiger Spannung lauschte alles seinen von köst- fem Humor gewürzten Erzählungen, die oftmals )■ dem frohen Lachen der seelisch stark beschwing- n Zuhörerschaft unterbrochen war. Und als er nxn 23 Uhr endete, hätte man ihm zweifellos noch in ober zwei Stunben lang mit Spannung zuge- Yi, benn was er zu erzählen wußte von seinen irrten als Pionier des deutschen Gedankens und o seinen Eindrücken und Beobachtungen, das war in einziges großes Erleben.
«im ersten Teile seines Vortrages erzählte er in mchaulichster Weise von seiner großen Aufklärungs- sch-t über den Atlantik nach Amerika und durch lir amerikanischen Kontinent. Er berichtete von i’i „Ladung Kinderherzen", die er auj feinem Levelschiff „Vaterland" bei dieser Fahrt mitgenom- jri hatte, womit er die herzlichste Dankbarkeit bischer Kinder und Mütter für das Liebeswerk 11 amerikanischen Quäker nach Kriegsende am latschen Volke und insbesondere an den deutschen ‘.ilbern meinte, das Werk, das durch deutsche Dank- Meit den Weg zum amerikanischen Volke und Landers wieder zum amerikanischen Kinde öffnete.
I W dann erzählte er von seiner mit vielfachen Schwierigkeiten und doch auch mit starken inneren i(r?bnissen verbundenen Werbefahrt für Deutsch- UirlO und das Deutschtum burch den amerikanischen Wo ltinent, um dort „den Grünspan der Kriegslügen
’c?n Deutschland" abzuputzen und damit in der oZsmeinung Amerikas die deutsche Ehre wieder- -I,ustellen — ein Unternehmen, das ihm denn ifi allenthalben in vollem Ausmaße geglückt ist ü sogar den Erfolg hatte, die unter dem Eindruck ; r Lügenpropaganda der Feindbundmächte im kii'ge verbotene deutsche Sprache im amerikanischen lulunterricht wieder zur Einführung zu bringen, i dieser Fahrt, wie auch bei ihrer Vorbereitung i Deutschland hatte er u. a. auch gegen mancherlei eschen zu kämpfen, die nur eins kannten: „Mit ? Morderbeene rin in' Trog", nämlich immer nur ti« eigenen Interessen und materielle Gesichtspunkte Iten Vordergrund zu schieben, daneben aber das
über die Pläne und Maßnahmen Japans, nachdem dieses mit Hilfe der amerikanischen Bankens drei große amerikanische Baumwollernten und un-l gezählte amerikanische, englische und französische Schiffe für ein geradezu lächerliches Trinkgeld an sich gebracht hatte, und nun nicht nur den asiatischen, sondern auch den amerikanischen und den europäischen Markt, kurz gesagt den Markt der ganzen Welt mit seinen überaus billigen Waren überschwemmt und damit die gewaltige Wirtschaftsnot bis zum höchsten Ausmaß steigert. An diese mit höchster Lebendigkeit gegebene Schilderung der wirtschaftlichen Machtverschiebung knüpfte Luck-j ner außerordentlich fesselnde welt- und macht-! politische Ausblicke, durch die das Geschehen im Fernen Osten, wie im Pazifik, aber auch die Ursache (Diktat von Versailles) und Rückwirkung in Europa eindrucksvoll und überzeugend zutage traten. Als Gewinner des großen Rennens der Mächte der Welt tritt Japan überragend auf den Plan,' und dieses Merkmal der Entwicklung müssen nach Luckners Meinung gerade wir Deutschen, die unter dem i Diktat von Versailles gelitten haben und noch schwer leiden, besonders im Auge behalten, denn „im | Osten geht die Sonne auf", während sie im Westen | untergeht. Wie ein weithin leuchtendes Fanal wirkte die an diesen Hinweis auf die Sonne geknüpfte Betrachtung des Vortragenden, zualeich eine Mahnung, die uns Deutsche dringend ans Herz legt, in unserer ganzen Gesinnung und Haltung innerlich so groß zu werden wie das japanische Volk, das sich selbst — unter Bezugnahme auf die Erfahrungen des Weltkrieges und die damalige Haltung des deutschen Volkes — als „die Deutschen des Ostens" bezeichnet.
Die Verehrung für Luckner kam rein äußerlich sch>n dadurch in stärkster Weise zum Ausdruck, daß ®ii Aula nicht nur bis zum allerletzten Plätzchen be^-tzt und bestanden war — es mögen wohl an« ranernb 1000 Personen gewesen sein, die gestern ob nb dort saßen und bis in den letzten Winkel [krjben —, sondern daß auch viele vor dem Saale umher umkehren mußten, weil beim besten Willen
Gießener Einzelhändler werben!
Die heutige Sonderseite mit Empfehlungsanzeigen vertrauenswürdiger Geschäfte des Gießener Einzelhandels weist einen neuen Holzschnitt auf in der Reihe von Darstellungen über die Entwicklung des deutschen Einzelhandels. Es wird hier ein Kaufgewölbe um die Mitte des 16. Jahrhunderts gezeigt. Die Entwickelung des Schaufensters und des Ladenbaues bis zu den heutigen Äusmaßen tritt hier besonders wirksam hervor. Nachdem am Arbeitsbeschaffungsprogramm der deutschen Wirtschaft alle Kräfte im Reiche am Werk sind, dürfen die Gießener Einzelhändler mit Recht fordern:
Trage auch deinen Teil bei! kaufe beim Einzelhändler!
Hessischer Bußtag von jetzt ab im November.
Die Neuordnung auf allen Gebieten des deutschen Lebens hat nunmehr auch den hessischen Buß - und B e 11 a g ergriffen. Dieser kirchliche Feiertag, der bei uns in Hessen bisher mit dem Sonntag Palmarum verbunden war, wird von jetzt ab nach der bisherigen preußischen Regelung begangen, d. h. der im Volksmunde bekannte „dicke Mitt- w o ch" kommt für uns Hessen durch den künftig für das ganze Reich gemeinsame Bußtag mit sofortiger Wirkung in Fortfall.
Nach einer Anordnung der hessischen Landeskirchenregierung wird künftig der Buß- und Bettag in Hessen auf Grund der reichsgesetzlichen Regelung für die ganze deutsche evangelische Kirche ebenfalls am Mittwoch vor dem letzten Trinitatis
sonntag, d. h. am 21. November 1934, als | fett einsehen müssen, daß er „fehl am Orte war", 'gesetzlicher kirchlicher Feiertag began->So sei es vorausgesagt, daß nur derjenige Fachmusiker sich auch als Chorleiter durchsetzen wird, der


