er selbst für diese Heringe nur 154 Mark zu zahlen hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 1 Vk Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und 100 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitere fünf Tage Zuchthaus. Außerdem hat Henn die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Landesverräter erhalten die Todesstrafe.
Berlin, 31. Okt. (DNB.) Die I u st i z p r e f fest e l l e teilt mit: Vor dem Dritten Senat des Volksgerichts hatten sich in letzter Zeit wiederholt Angeklagte zu verantworten gehabt, denen Landes- verratzugunsten auswärtiger Mächte zur Last gelegt war. Da es sich bei landesverräterischen Straftaten um die s ch w e r st e n und o e r- abscheuungswürdigsten Angriffe gegen den Bestand des Staates und des Gesamtlebens der Nation handelt, find in allen diesen Fällen vom Volksgerichtshof harte Strafen verhängt worden. Mehrere Angeklagte sind zum Tode verurteilt, in anderen Fällen sind Zuchthaus st rasen bis zu 15 Jahren verhängt worden. Nur in zwei besonders milde ge- lagerten Fällen sind Angeklagte mit Gefängnisstrafen davongekommen.
Heroorzuheben ist aber, daß alle diese Urteile noch unter Amvendung der alten Gefetzesvor- schriften ergangen sind, da sämtliche bisher vor dem Volksgerichtshof zur Aburteilung gelangenden Straf- taten des Landesverrats vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Aenderung von Vorschriften des Straf- rechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 begangen find. Dieses Gesetz sieht bekanntlich bei Landesverrat grundsätzlich nur die Todes- st r a f e vor. Es ist seit dem 2. Mai 1934 in Geltung.
Seit dieser Zeit wird sich daher jeder Deutsche, der fein Vaterland verrät und sich damit außerhalb der Volksgemeinschaft stellt, dessen bewußt sein müssen, daß er in dieser Volksgemeinschaft nicht weiter geduldet werden kann und durch seine Tat seinen Kopf verwirkt hat. Nur ein solches schonungsloses Vorgehen gegen Landesverräter entspricht auch nationalsozialistischer Rechtsauffassung und dem gesunden Volksempsinden.
GA-Gruppenführerappell in Berlin.
Grundsätzliche Ausführungen des Führers.
Berlin, 31. Off. (DNB.) Die RSK. berichlet: Am Mittwochnachmillag begann in Berlin in Anwesenheit des Führers ein Gruppenführerappell der S A., der am Donnerstag feine Fortsetzung finden wird. Der Chef des Stabes Luhe begrüßte den Führer und brachte in seiner einleitenden Ansprache zum Ausdruck, daß die Eröffnung des Appells durch den Führer ein Symbol dafür sei, daß das Dort des Führers Befehl für die SA. fei, daß die SA: nur einen Führer kenne und allein in feinem (Seifte arbeite. Der Führer umriß dann in klaren und eindrucksvollen Ausführungen das große und verantwortungsvolle Aufgabengebiet der SA. im Rahmen der umfassenden nationalpolitlschen Erziehungsarbeit am deutschen Volke. Die zum Appell in Berlin versammelten SA.-Gruppenführer waren am Abend Gäste des Führers in der Reichskanzlei.
Der neue österreichische Staatsrat.
Ueberwiegen ter Christlich-Sozialen.
Wien, 1. Nov. (DNB.) Amtlich werden die ! Listen der auf Vorschlag der Bundesregierung vom !Bundespräsidenten ernannten Mitglieder der'Ver- tt r e t u n g s k ö r p e r der neuen Verfas- Isung, des Staatsrates, des Kulturrates und des : Wirtschaftsrates veröffentlicht. Unter den Namen üdes Staatsrates fällt vor allem auf, daß der ehe- i malige Obmann der Wiener Christlich-Sozialen lLeopold Kunsch a k, der bekannt durch scharfe An- |griffe auf die Heimwehr wurde, trotz des Wider- jstandes der Heimwehrkreise seinen Einzug in den iStaatsrat gehalten hat. Von sonstigen Christlich- Bozialen der alten Parteigarde findet man die Nonnen V a u g o i n und Dr. Kienböck. Die jüngere Michtung ist u. a. durch den Generalsekretär der Waterländischen Front Oberst Adam vertreten. £Der Heimatschutz ist weniger stark vertreten wls man ursprünglich erwartete. Ein ausgesprochener Arbeitervertreter wurde mit Ausnahme Kunschaks nicht in den Staatsrat berufen. Als Vertreter der monarchistischen Richtung wurde lLandesverteidigungsminister Für st Schönburg- Shartenstein ernannt. Von den 50 Staatsräten gehören nur 14 dem Heimatschutz an, während es 20 ausgesprochene Mitglieder der alten christlich- sozialen Partei im Staatsrat gibt. Auch der übrige Teil der Staatsräte kann den Christlich-Sozialen ^gerechnet werden.
In den Bundeskulturrat wurden für die römisch-katholische Kirche sieben Vertreter, für die iwangelische Kirche ein und für die israelitische Kul- rusgemeinde ein Vertreter berufen, für die Wissenschaft vier, für die Kunst ebenfalls vier und für das Schul-, Erziehungs- und Volksbildungswesen 22 Vertreter.
Im B un d e s w i r t s ch a f t s r a t hat die Land- rund Forstwirtschaft mit 29 die weitaus stärkste Vertretung bekommen. Industrie und Bergbau 15, Gewerbe 16, Geld- und Kreditwesen vier, freie Berufe nier und öffentliche Angestellte sieben Vertreter.
Wieder 882 polnische Bergleute aus Frankreich ausgewiesen.
W a r s ch a u, 31. Okt. (DNB.) „Kurjer Poranny" berichtet über die neuerliche Ausweisung von 882 polnischen Bergleuten aus Frankreich und hebt her- ?tor, daß gegen diese Leute Maßnahmen getroffen worden seien, die Mach bewußter Gewalt n d Böswilligkeit aussähen. Man könne ücht nur den französischen Unternehmern die Schuld an einer derartigen Behandlung I'ieben, da die Ausweisung ohne Mitwirkung der französischen Behörden nicht möglich gewesen wäre. Die steigende Zahl der französischen Ar- iiestslosen könne nicht allein der Grund für dieses Dorgehen fein, es müßten auch noch andere Be- neggrünbe mitspielen. In Polen fei man zunächst Iberrascht, aber diese Ueberraschung könne sich sehr laicht in eine lebhafte Entrüstung verwandln. Die Vernichtung der polnischen Bergleute ge- lseiche Frankreich nicht zum Ruhme.
Auch Amerika braucht Außenhandel.
Uebeririebene Schutzzölle schädigen die Kaufkraft des Binnenmarkts.
Washington, 31. Okt (DNB.) Der amerikanische Handelsminister R o p e r erklärte auf der Jahrestagung der amerikanischen Vereinigung für Außenhandel, die Bundesregierung bemühe sich, dem amerikanischen Volke klar zu machen, daß es auf übermäßig hohe Schutzzölle verzichten und dem Ausland Ware ab- kaufen müsse, wenn es wolle, daß die amerikanische Binnenwirtschaft sich wirklich erhole. Autarkie sei selbst in einem sich größtenteils selbst versorgenden Lande wie Amerika keineswegs ein erstrebenswertes Ziel. Es gebe eine lange Liste fremder Erzeugnisse, die Amerika auf jeden Fall kaufen müsse, da noch keine Ersatzstoffe für sie erfunden seien. Güteraustausch mit allen Völkern sei daher unerläßlich, wenn nicht im Wege des Freihandels, so doch im Wege eines freieren Handels als gegenwärtig. Man dürfe nicht vergessen, daß Die Ausfuhr in den Vereinigten Staaten zwar selbst in guten Zeiten nur etwa 10 v. H. der Gesamterzeugung darstelle, daß aber gerade von der Ausfuhr die wichtigsten Lebensnerven der ame» rikanischen Kaufkraft berührt würden. 1929 seien 49 v. H. der Baumwolle, 41 v. H. des Tabaks, 33 v. H. Schmalz, 23 v. H. Roggen, 18 v. H. Weizen ausgeführt worden. Das seien sehr ins Gewicht fallende Zahlen, da von ihnen die Kaufkraft des Bauern abhänge. Die amerikanische Industrie solle sich diese Zusammenhänge klar machen und an der Vollendung des jetzt begonnenen Vertragswerts vorbehaltlos mitarbeiten, selbst wenn dies einen Verzicht auf übertriebene Schutzzölle bedeute.
Keine Einigung auf der Flotienkonferenz.
London, 1. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Der erste Teil der Flottenbesprechungen zwischen England, Japan und Amerika ist abgeschlossen. Die Bedürfnisse des Britischen Reiches und der Vereinigten Staaten gehen weit auseinander. Aber die beiden Abordnungen sind sich klar darüber, daß es sehr schwierig fein würde, die japanischen Vorschläge in ihrer jetzigen Form anzunehmen. Großbritannien z. B. hat unendlich lange Verbindungslinien zu schützen. Die Annahme einer gemeinsamen oberen Grenze würde der britischen Regierung nur erlauben, ihren eigenen Mindestbedarf zu bauen, aber zugleich anderen Mächten ohne Rücksicht auf die Wichtigkeit ihrer Verkehrswege gestatten, bis zum britischen Stand aufzurüsten. Die japanischen Vorschläge dünken den britischen und amerikanischen Vertretern noch nicht brauchbar. Auch ist noch nicht zu erkennen, daß die französische und die i t a l i e n i s ch e Regierung, die zu den Unterzeichnern des Washingtoner Vertrages gehören, eine weitgehende Abänderung seiner Bestimmungen begrüßen würden.
Gänzliches Versagen der Planwirtschaft in Sowjetrußland.
Moskau, 1. Nov. (DNB.) Amtlich wird festgestellt, daß der Jahresplan für die Fleisch- bereit st ellung bisher nur zu 62 Prozent erfüllt worden ist. Besonders schlecht sind die staatlichen Wirtschaften ihren Verpflichtungen nachgekoitzmen. Die Hauptfleischlieferanten, die Ukraine, Sibirien und Weißrußland, haben bisher in manchen Ortschaften nur 20 bis 30 Prozent des Planes erfüllt. Alle Mahnungen der Partei und der Regierung in dieser Hinsicht haben nicht gefruchtet. Die Partei- und staatlichen Organisationen sollen zur Verantwortung gezogen werden. Die schuldigen Beamten werden ihrer Aem- ter enthoben und gerichtlich abgeurteilt.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. G o e b b e l s spricht am Sonne r s t a g, 1. November, von 18.05 bis 18.25 Uhr zur Hitlerjugend. Die Rede wird auf alle deutschen Sender übertragen. Sie wird von Chören der Hitlerjugend umrahmt. Für die Hitlerjugend ist im ganzen Reich Gemeinschasts- empfang angeordnet.
Die Deutsche Studentenschaft veranstaltete zu Ehren der anläßlich der Jahrtausendfeier für den persischen Nationaldichter F i r d o s i in Berlin weilenden zahlreichen ausländischen St u - dierenden einen Empfangsabend, in dessen Mittelpunkt eine Ansprache des Reichsleiters Alfred Rosenberg stand.
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Um die zwischen den Nachbarländern Polen und Deutschland angeknüpften freundschaftlichen Beziehungen noch weiter au vertiefen und auszubauen, sind wieder 600 polnische Staatsbürger zu einem sechs- tägigen Besuch in Berlin eingetroffen. Die Gäste wurden in der großen Halle des Bahnhofes Friedrichstraße von Gaupropagandaleiter Schultze-Wexungen mit einer Ansprache begrüßt.
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Paris, 31. Okt. (DNB.) Außenminister Laval hatte am Mittwochnachmittag eine Unterredung mit dem Kriegsminifter Marschall Pstain und dem Kriegsmarineminister P i 61 r i über Fragen der nationalen Verteidigung. Der Luftfahrt- minifter General Denain wurde vom Ministerpräsidenten Doumergue empfangen.
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Der Finanzausschuß der französischen Kammer hat die Durchberatung des Staatshaushaltsplanes für 1935 zum Abschluß gebracht. Die Einnahmen sind aus 46 985 Millionen, die Ausgaben aus 47 672 Millionen festgesetzt worden, so daß ein Fehlbetrag von 587 Millionen verbleibt.
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Der südslawische Justizminister Bvzidar Maxi- m o w i t s ch ist zurückgetreten. Eine Begründung seines Rücktritts wurde nicht veröffentlicht. Persön- liche Gegensätze sollen zwischen Maximowitsch und dem Kriegsminifter General Ziv ko witsch bestanden haben. Da ein Ausgleich nicht möglich war, trat Maximowitsch zurück.
Aus Bulgarien sind außer dem ehemaligen Handelsminister G i t s ch e f f, der in der vorigen Woche feftgenommen und nach der Stadt Berko- witza gebracht worden war, nunmehr auch der frühere Garnisonkommandant von Sofia General (3 e o r g i e f f sowie Die Obersten a. D. G o r b a °
no sf und Porkoff verbannt word en, weil sie durch Intrigen und Gerüchtemacherei versucht hatten, die Tätigkeit der Regierung und das große Werk der Armee zu stören. Den drei Offizieren soll die Stadt Lom an der Donau als Aufenthaltsort zugewiesen worden sein.
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Sir John Simon teilte im britischen Unterhaus mit, daß die internationale Vereinbarung zur Verhinderung der Lieferung von Waffen an Bolivien und Paraguay endlich i n Kraft gesetzt worden sei. Alle waffenherstellen- ben Länder hätten erklärt, daß sie die notwendigen
Maßnahmen treffen würden ohne Rücksicht aus bestehende Verträge. Alle Versuche zu einer friedlichen Regelung des Streites feien gescheitert. Die Bemühungen um eine Versöhnung würden aber von dem Völkerbundsausschuß fortgesetzt werden.
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Die französische Regierung hat durch ihren Geschäftsträger i n R o m der italienischen Regierung ein amtliches Auslieferungsgesuch für die beiden im Zusammenhang mit dem Attentat von Marseille in Turin verhafteten südslawischen Emigranten Dr. P a w e l i t s ch und K w a t e r n i k überreichen lassen.
Kunst und Wissenschaft.
Ein neues deutsches fiulturinffifut in Japan
Die gesamte japanische Presse berichtet ausführlich über die bevorstehende Eröffnung des Deut- schen Kulturinstituts in Kioto. Das Institut ist in einem breiten zweistöckigen Gebäude untergebracht. Es hat einen Hörsaal, der 500 Personen saßt, außerdem eine Bibliothek und Räume für die japanische Goethe-Gesellschaft.
IHarconi über die Fortschritte in der Kurzwellensendung und Im Fernsehen.
Bei der Erösnung der neuen italienischen Kurz- mellen ft ation in Prato-Smeralbo, die für den Dienst nach den Vereinigten Staaten bestimmt ist, führte der berühmte Erfinder und Präsident der italienischen Akademie M a r c o n i ein drahtloses Telephongespräch mit dem Präsidenten der Radio- Corporation von Neuyork, Strnoff. Er berichtete über die Fortschritte der Kurzwellensendung, die er bereits am 20. Juni 1922 in Neuyork in einem Bericht vor dem amerikanischen Ingenieur» inftitut als Methode der Zukunft bezeichnet hatte. Heute könne man sagen, daß alle Verbindungen auf große Entfernungen für Telegraph und für Telephon und Fernsehen auf Benutzung der Kur z- wellen beruhen. Marconi teilte weiter mit, daß es ihm gelungen sei, Ultrakurzwellen von 60 Zentimeter Länge auf eine (Entfernung von 258 Kilometer zu empfangen, d. h. auf achtfache Sehweite. Aber eine praktische Verwendung dieser Wellen sei heute erst auf Sehweite möglich. Nachdem Marconi dann noch von feinen Versuchen über drahtlose Schiffs st euerung im Juli d. I. im Golf von Genua gesprochen hatte, schloß er: „Vielleicht werde ich in wenigen Monaten über dieselbe (Entfernung neuerdings mit Euch über eine
andere Arbeit sprechen und Euch nicht nur die neue akustische Anwendung der Mikrowellen zeigen, sondern Euch auch durch Fernsehen die Apparate erblicken lassen, die ich verwendet habe. Und vielleicht werde ich dann die Freude haben auch jemanden von Euch im Fernsehgerät zu sehen."
Reue Wege zur Polarforschung. — Zusammenwirken von Luftschiff und Ueberrointerungsgruppe.
Bei einer Gedenkfeier aus Anlaß des 525jährigen Bestehens der Universität Leipzig entwickelte der bekannte Meteorologe Professor Dr. Weidmann, Der seinerzeit an Der Polarfahrt Des Luftschiffes „Graf Zeppelin" teilgenommen hatte. Den Plan einer neuen PolarexpeDition zur Erforschung Des gänzlich unbekannten ungeheuren Gebiets zwischen Dem Pol unD Alaska sowie der Wrangel-Jnsel. Da Das Luftschiff allein nur einen Teil der vielen wichtigen Forschungsaufgaben erfüllen kann, sieht Prof. Dr. Weickmann Den größten Erfolg versprechenden Weg im Zusammenwirken eines Luftschiffes mit einer Ueberrointerungsgruppe von Gelehrten. Diese Ueberrointerungsgruppe von drei ober höchstens vier Wissenschaftlern, Die mit allen Fragen Der Geophysik, Der Ozeanographie, Der Biologie und Der anDeren in Frage fommenDen Wissenschaften vertraut sein müßten, wäre nebst allem, was sie brauchten, Durch ein Luftschiff in Den Mittelpunkt ihres ArbeitsfelDes zu bringen und nach getaner Arbeit roieDer abzuholen. Das einzige Lanb, Das zur Zeit ein sicheres Polarunternehmen ins Auge fassen könne, sei Deutschland, Das im nächsten Jahr über Das neue Zeppelinluftschiff mit fast unbeschränktem AktionsraDius verfügen roirD.
Aus aller Wett.
Es schnei! in London und Paris.
In ganz England hat unvermittelt der Winter begonnen. In vielen Bezirken von England, Schottland und Irland fielen die Temperaturen am Mittwoch unter Null. Regen-, Hagel- und Schneefälle werden aus vielen Orten gemeldet. Besonders in Nordwales und mehreren englischen Grafschaften fiel starker Schnee. An einzelnen Stellen war die weiße Decke mehr als einen halben Meter tief. Auch in einigen Außenbezirken von London schneite es. Der Verkehr auf den Landstraßen war an vielen Stellen behindert, zeitweise sogar völlig unterbrochen.
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In den frühen Morgenstunden des Donnerstag fiel in Paris Der erste Schnee. Der Schneefall dauerte etwa 20 Minuten.
Straßenbahnunglück bei Düsseldorf. — Zwei Schwerverletzte, 25 Leichtverletzte.
Auf Der Vorortstrecke Düsseldorf—Ratingen ereignete sich in der Nähe von Ratingen auf einer eingleisigen Strecke ein folgenschwerer Zusam- menstoß zwischen zwei Straßenbahnlinien. Hierbei wurden Die Straßenbahnführer Der beiDen aufeinanderstoßenden Wagen schwer verletzt. Von Den zahlreichen Fahrgästen trugen ungefähr 25 leichtere Verletzungen Davon. Die Ursache Dürfte Darin zu suchen sein, Daß Der eine Wagen einen Kreuzungspunkt Durchfuhr in Der Annahme, Daß ein an Der Kreuzung stehender Dienstwagen Der fahrplanmäßige Straßenbahnzug' war.
Blutiges Familiendrama bei Dresden. — Eine Frau tötet Sohn und Schwiegervater.
In Bannewitz bei Dresden hat Die 35jährige Ehefrau Helene SchneiDer in ihrer Wohnung ihren zehnjährigen Sohn und ihren 70 Jahre alten Schwiegervater Durch mehrere Stiche in Kopf unD Nacken getötet. Die Frau selbst hatte sich ebenfalls schwere Verletzungen beigebracht. Sie wurDe in bedenklichem HustanD ins Krankenhaus übergeführt. Die Tat dürfte sie in krankhaftem Zustand ausgeführt haben.
Prinzessin Warina in Paris. —
Lin Zwischenfall und drei Verhaftungen.
Die Verlobte des Prinzen Georg von England, Prinzessin Marina von Griechenland, weilt gegenwärtig in Paris, um ihre Einkäufe für die bevorstehende Hochzeit zu vervollständigen. Wie „Paris Soir“ berichtet, stürzten sich an einem her letzten Abende, als sie ihr Hotel verließ, zwei Männer und eine Frau auf ihren Kraftwagen. Der Sicherheitsdienst nahm die Betreffenden fest und brachte sie zur nächsten Polizeiwache, wo sie behaupteten, lediglich ein Anliegen an die Prinzessin gehabt zu haben. Waffen wurden bei den drei Verhafteten nicht gefunden, doch waren ihre Ausweispapiere nicht in Ordnung. Es handelt sich um einen gewissen Sulezar Adjelian, feine 50jährige Mutter und einen gewissen Djemail M a - daniäs. Die Polizei bemüht sich, festzustellen, in welcher Absicht die Verhafteten der Prinzessin sich zu nähern versucht haben.
kanadisches Wotorschiff im Sturm gesunken. — 13 Wenschen ums Leben gekommen?
In der St. Lorenz-Bucht im Osten von Nordamerika ist nahe der Insel Anticosti das Motorschiff „Roy Davis" aus Quebec während eines heftigen Sturmes untergegangen. Der Kapitän und vier Mann der Besatzung erreichten auf Holzflößen in der Nähe von Pigou die Küste. Sie berichteten, daß zwei Mitglieder der Besatzung bei dem Untergang des Schiffes ertrunken seien. Die restlichen sechs Mann der Besatzung und fünf Fahrgäste, die versucht hatten, in einem Rettungsboot Land zu erreichen, werden noch vermißt. Man befürchtet, daß sie in der stürmischen See ebenfalls ums Leben gekommen sind.
Verwegener Raubüberfall auf eine arabische Bank.
Ein verwegener 9taub üb erf all auf ein Bankhaus wurde in her westarabischen Stadt Baltzi verübt. Während sich sämtliche Beamte noch im Dienst befanden, drangen drei maskierte Männer mit vorgehaltenen Pistolen in Den Kassenraum
ein; ein vierter blieb als Posten mit HanDgrannten an der Tür stehen. Die vier anwesenden Beamten wurden überwältigt, gefesselt und geknebelt. Als die Räuber in her Hauptkasse nicht genügend Geld sanden, gingen sie noch in den Direktionsraum, fesselten und knebelten dort den Direktor und einen weiteren Beamten und plünderten auch hier die Kasse aus. Die Beute betrug insgesamt 12 500 Mark. Die Verfolgung her Ban- hiten konnte erst aufgenommen werden, als Passanten in den Abendstunden die Bank noch offen sahen, auf das Stöhnen der Geknebelten aufmerksam wurden und sie befreiten.
Regerfeindliche Ausschreitungen in Florida.
In Marianna (Florida) wurde in der Nähe der Stelle, wo erst vor wenigen Tagen ein junger Neger gelyncht worden war, ein weiterer Neger nach einem kurzen Streit mit einem Weißen vom Scheriff verhaftet. Bei der Verhaftung sammelte sich sofort eine große Menschenmenge an, die hie Herausgabe hes Negers forherte, um ihn ebenfalls zu lynchen. Es gelang schließlich, hen Verhafteten ins Gefängnis zu bringen, hie rasende Menge ver- suchte aber, das Gebäuoe zu stürmen. Der Scheriff wandte sich hierauf an den Gouverneur des Staates Florida, der eine Kompanie Nationalgarde sowie ein Flugzeug mit Tränengas nach Marianna in Marsch setzte. Inzwischen hat die weiße Bevölke.- rung Mariannas alle Neger aufgeforhert, vor Sonnenuntergang die Stadt zu verlassen, da andernfalls das Negerviertel niedergebrannt würde. Wassensterben in einer afrikanischen Mädchenschule.
In einer afrikanischen Mädchenschule des Tay- aanyika-Gebietes sind unaufgeklärte Todesfälle eingetreten. Bisher sind 33 Schülerinnen geftorben. Die Leiterin der Schule und die übrigen Schülerinnen sind schwer erkrankt. Auch ihr Zustand gibt Anlaß zu Besorgnissen. Die rätselhaften Krankheits- und Todesfälle sollen nach hem Genuß von Haifischtran aufgetreten sein. Die Regierung hat deshalb bis auf weiteres hen Gebrauch unb hen Vertrieb von Haifischtran untersagt. Aerzte unb Kriminalbeamte finb zur Aufklärung bes Massensterbens im Flugzeug entsandt worben.
Wettervoraussage.
Die am Mittwoch eingebrungenen Kaltluftmassen brachten auch bei uns erheblichen Temperaturrückgang und Verstärkung her Nieberschlagstätigkeit, wobei im Gebirge Schneefall einsetzte. Zur Zeit hat sich wieder ein mächtiger Tiefdruckwirbel, her seinen Schwerpunkt über Skandinavien hat, entwickelt, so daß mit her Fortdauer sehr unbeständiger Witterung gerechnet werden kann. Zunächst wirb zwar im Bereich der eingebrungenen Kaltluftmassen bei uns vorüdergehenb eine Beruhigung eintreten, wobei es aber unter verstärkter nächtlicher Ausstrahlung zu Frästen kommen kann.
Aussichten für Freitag: Zunächst vielfach aufbeiternb unb auch noch vereinzelte Schauer, nachts Frostgefahr, westliche bis norbwestliche Winde.
Aussichten für Samstag: Ziemlich kaltes Wetter und voraussichtlich wieder zunehmende Niederschlagstätigkeit.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei
R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
NIVEA CREME


