Wehr und Waffen
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Mir
poisdamer Wachlparade im Feuer
Beide Heere
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geradezu übermenschlicher Kraft leisteten
Die Schweden rückten, gehindert durch
die Un= vor. Am
pserd und Motor.
Von Oberstleutnant a. O. Benary.
und Bürger, unterstützt von Widerstand.
in von Lveril- » ui*u ui«. ipuni|u>cii -ciup- pen des Kardinalinfanten Ferdinand. Trotz der sich immer wiederholenden dringenden Bitten und Hilferufe der Stadt — dem erwähnten Wecker- lin war es noch zweimal gelungen, Nachricht des Kommandanten durch die feindlichen Linien zu bringen — konnte sich Horn, entgegen der Auffassung Bernhards von Weimar, nicht entschließen, die Kaiserlichen ndch vor Eintreffen der eigenen Verstärkung anzugreifen. Hierdurch wurde wertvolle
ein Lied davon zu singen.
Auch außerhalb der eigentlichen Kämpfe ist der Wald dem Soldaten Helfer und Freund. Er spendet Holz für die Fertigung der Waffen, für den
Als der 5. September zur Neige ging, hatten die Schwebest eine Reihe von Vorteilen errungen, die bei zielbewußter Weiterverfolgung zum Sieg hätten fuhren können. Als aber der 5. September anbrach,
Der Wald in der Kriegführung
Naturverbundenen Völkern war der Wald von jeher ein vertrautes Lebens- und Kampfgebiet. In den Dickichten des Teutoburger Waldes schlugen unsere Vorfahren die römischen Legionen. In Die Unendlichkeit ihrer Wälder brachten sie bis in bte Tage des Dreißigjährigen Krieges Weib und Kind, Vieh und bewegte Habe in Sicherheit, wenn der Einfall räuberischer Nachbarn drohte. Das Fußvolk und die Reiterei der Ku'^rvölker, von den Griechen und Römern bis zu den Grenadieren und Kürassieren des großen Preußenkönigs, scheuten den Wald. Sie brauchten für ihre Karrees und Geschwader, . für die rangierte Schlacht, die Ebene.
Seit der Wiederkehr der Volksheere, dem Entstehen der Massenheere, die das Kampfgelände sich nicht mehr aussuchen können, sondern es nutzen müssen, w'" lie es vorfinden, hat der Wald wieder für die K •/ ührung an Bedeutung gewonnen. Er breitet sein .chirmendes Dach über Bataillone und Regimenter, schützt sie vor den spähenden Blicken der Flieger, bietet Halt den mechanischen Waffen, den Straßenpanzerwagen und Tanks, nimmt der Artillerie, den Maschinengewehren die Beobachtung, tarnt den Verlauf der Hauptkampflinie des Verteidigers und kommt den Angreifern bei Bereitstellung zum überraschenden Vorstoß zu Hilfe.
T>pr Kamns im Walde stellt an Führer und Ge-
schlüsstgkeit in der Führung, nur langsam
19. August, als die Beschießung der Stadt begann, ruckten die Schweden bei Leipheim über die
gegenüber. Auf der Seite der Kaiserlichen -----
fpfp man namhaften Zuzug durch die Reiterei Jo-
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oft leisteten Truvpen Frauen und Kindern,
ich tatsächlich bis Bopfingen Kaiserlichen aus dem Ort. Auch
aus zwei Kcastrad-Eskadronen, zwei Panzerwagen- Abteilungen. ein Regiment Dragans P°rt°es, leichtes Kampswagen-Bataillon und emer leichten motorisierten Artillerie-Abteilung bestanden. Die Verkrastung ganzer Kav°ller>-°Dwiston-n soll m Kürze durchgefuhrl werden. In Italien wie en die „Celeri", die schnellen Truppen, aus Reiter- und Radsahr - Regimentern gemischte Verband-i, eine große Rolle. Ueberall sind größeren R- t°r°°rban den als Ausklärungsorgane motorisierte Abteilunge (Straßen-Panzerwagen, Kraftrad-Schutzen, Klein kampfwagen, motorisierte Funkstationen) angegliedert, sind die ihnen zugeteilten schweren Artillerie-, Pionier- und Nachrichtenverbände motorisiert.
In der Motorisierung d e r F e l d arttl = lerie ist man im allgemeinen vorsichtiger. Kürzlich kam aus Italien und den Vereinigten Staaten die Nachricht, daß es geglückt sei, für Feldartillerie- Geschütze gut gefederte Feldlafetten zu schaffen, die an geländegängige Zugmaschinen angehangt werden sollen. Die Feldartillerie der amen amschen National-Garde ist bereits auf diese Weise motorisiert worden. Die angelsächsischen Lander, England und die Vereinigten (Staaten, finD in der Motorisierung ihrer Armeen am weitesten vorgeschritten. Frankreich sucht den m der Nachkriegszeit verloren gegangenen Vorsprung letzt auf- zuholen. Rußland hat im Rahmen des »uns- jahres-Programms große Fortschritte gemacht. Po - len war bisher durch ferne noch im Aufbau befindliche Motoren-Jndustrie gehemmt. Italien und S ü d s l a w i e n sind durch den gebirgigen Charakter ihres Landes zur Vorsicht gezwungen. Japan nimmt die Motorisierung auf Grund der günstigen Kampferfahrungen in der Mandschurei mit der seinem Volke eigenen Tatkraft in Angriff. Wo immer aber in der Welt nicht einem Heere wie in Deutschland durch die Bestimmungen des Friedensvertrages die Freiheit der Entschlußfassung : genommen ist, macht sich das Bestreben geltend, i durch Ausnutzung des Motors der Truppe tue , höchstmöglichste taktische und operative Bcweglich-
Donau und setzten Dann langsam ihren Marsch über Giengen, Heidenheim nach Aalen fort. Es gelang ihnen überall die feindlichen Reiter zu verdrängen. Man beabsichtigte von hier aus Kbie Belagerer vorzugehen. Einem verwegenen rn Adam Weckerlin war es gelungen, aus der belagerten Stadt herauszukommen und den Schweden den dringenden Hilferuf des Kommandanten und des Magistrats der Stadt zu übermitteln. Mit Trostesworten, daß die Schweden, sobald die erwarteten Verstärkungen eingetroffen seien die Belagerer angreifen würden, wurde er entlassen. Die
Bald kam man an den ersten toten Franzosen vorbei, und ferner Kanonendonner ließ sich hören. Gegen mittag kam der Aufmarschbefehl. Wie m Döberitz entfaltete sich das Regiment, getreu seiner Erziehung, jede Geländefalte ausnutzend. Unter dem Schutze der Höhen, zwei Kilometer nördlich des Dorfes St. GLrard, wurden die Bataillone entwickelt. Das Dorf war als besetzt gemeldet und bildete das Angriffsziel des Regiments. Das I. Bataillon war in vorderster Linie, links daneben das II. Bataillon, dahinter das Füsilierbataillon.
Die Höhen, die der Entwicklung bisher zum Schutze gedient hatten, lagen unter dem Artilleriefeuer des Feindes. Nun galt es, sie mit möglichst wenig Verlusten zu überwinden. Der Leib-Kompanie und der dritten war dies gut gelungen. Auch der vorderste Zug der 2. Kompanie waren fast verlustlos hinübergelangt bis in die Ferme.HLbuterne, die, vorwärts im Grunde liegend, das nächste Ziel für die Kompanie bildete.
Der folgende Zug aber, bei dem sich d i e F a h n e des I. Bataillons befand, erhielt schweres Granatfeuer von einer feindlichen Batterie, die sich inzwischen auf den Berghang eingeschossen hatte. Das stolze silberne Fahnentuch zog besonders den Eisenhagel auf sich. Und nun geschah das Denkwürdige, das in der Geschichte des Leib-Regiments der preußischen Könige für alle Zeiten mit ehernem Griffel eingezeichnet steht. Der F a h n e n t r a g e r, der tapfere Sergeant Gehrke, fällt durch einen Kopfschuß. Lage auf Lago kracht auf Den Berghang und die stürmenden Gardisten. Vierzig von ihnen stürzen tot oder verwundet. In der Nähe des Führers der Leib-Kompanie läuft der Einjährig- Freiwillige Bartels. Er ist bereits über den verderblichen Abschnitt glücklich hinaus. Da
Zeit verloren. , .,
Mit einem Mute sondergleichen wehrten sich die tapferen Bürger Nördlingens, immer in der Hoffnung, daß die Schweden ihnen Hilfe bringen würden.' Alle Angriffe der Kaiserlichen wurden unter schweren Verlusten für diese abgeschlagen, aber die Not stieg von Stunde zu Stunde, die Verteidiger sahen mit Grauen den Augenblick kommen, wo ihre Kräfte versagten und die Kaiserlichen in die Stadt sengend und'brennend eindringen würden. Da traf am' 3. September bei den Kaiserlichen mit Jubel begrüßt Iohann von Werth und der Kardinal- infont Ferdinand mit etwa 18 000 Mann Verstärkung ein. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Angriff der Schweden sank dadurch immer mehr. Trotzdem gelang es dem Stadthauptmann Welsch, die 'Nördlinger immer wieder von Neuem zum Widerstand anzufeuern, und als am 4. September em kaiserlicher Trompeter vor der Stadt erschien und sie zur Uebergabe aufforderte, lehnte Welsch eine solche ab und erbat drei Tage Bedenkzeit. Die Frist wurde abgelehnt und der Sturm begann mit neuer Kraft. Mit allen Mitteln damaliger Angriffsmethoden wurde die Stadt berannt, aber nach stundenlangem Ringen — siebenmal wurde die Stadt berannt — gelang es der heldenmütigen Verteidigung, die Kaiserlichen mit einem Verlust von etwa 1500 Mann abzuweisen. Eine nochmalige Aufforderung zur Uebergabe wurde abgelehnt. Endlich sahen , sich die Schweden durch die fortwährenden Hilferufe > und Notsignale vom Turm der Stadtkirche veranlaßt, ; am 5. September zum Angriff vorzugehen. Ein er- i bittertes Ringen begann. Den 27 000 Schweben i ftanben aber jetzt 50 000 Kaiserliche gegenüber. Der ! Angriff der Schweben erfolgte in zwei Kolonnen.
'u allein— an- übst.
! sich nach £, als blickt er zurück unb sieht, wie bie bahne des taillons, die Fahne des ersten Bataillons des eöestcht. Regiments ber preußischen Armee unter ®ra0 ein einschlägen versinkt. Er hat, ber einfache EiNsam^ns biefer Fahne Treue bis zum lobe ge1^n ren. An biefen Schwur bentt er letzt, als er jeinen Fahne nicht mehr im Winbe flattern steht. Bis greift ihn, ber noch wenige Tage zuvor sern^ Don von Krieg unb Heldentum, der Mut und die. fchloffenheit des wahren heldischen Manschen, et stürzt ohne Bedenken zurück in die Holle des Granathagels, nimmt bie Fahne aus den Händen des gefallenen Fahnenträgers, stürmt mit ihr weiter unb führt sie der siegreichen Truppe voran bis in die feindlichen 2mien hinein. „Seine Tat wirb nachkommenden Geschlechtern ein Vorbild sein für rücksichtslose Hingebung an Ehre unb Pflicht nach altpreußischer Art unb nach ber Lehre unserer großen Hohenzol- lern-Könige." So rühmt bie Leistung bes ElNsahng- Freiwilligen Bartels ber letzte Kommanbeur des 1. Garbe-Regiments zu Fuß, Graf zu Eulenburg -Wicken, der sie in eigener Erzählung selbst für bie Nachwelt aufbewahrt hat
Nachbem bas Dorf St. Gerard befehlsgemäß genommen war, erscholl bei sinkender Sonne der Dankchoral von Leuthen über das Schlachtfeld. Den Einjährigen Bartels aber beförderte der dama- liqe Regimentskommandeur Prinz EUel-Fnedrich zur Belohnung für seine außergewöhnliche Tat 3um Sergeanten; es ist dies wohl der einzige Fall im preußischen Heere, in dem dieser Dienstgrad einem Einjährigen verliehen worden ist. Bartels hat, inzwischen zum Leutnant befördert, am 11. November 1914 bei Ypern als Zugführer seine Treue zur Fahne mit dem Tode besiegelt.
Das protestantische Heer war vernichtet, bie Stabt mußte kapitulieren. Der gewaltige Sieg gab ber kaiserlichen Armee bie Herrschaft über Oberdeutsch' land zurück. Die Reste der Schweden zogen sich völlig demoralisiert, plündernd und raubend nach Norddeutschland zurück, sie, die bisher immer siegreich gewesen waren, hörten auf, Schützer des Protestantismus zu sein, sie verloren das Vertrauen aller Bundesgenossen und haben es trotz späterer Erfolge niemals mehr ganz zurückerobert.
Jetzt trat auch Frankreich auf den Plan. Hierdurch wurde der Kriegsschauplatz vergrößert und dem ganzen Krieg ein anderer Sinn gegeben. Während es sich ursprünglich um einen religiös-politischen Kamps handelte, trat nunmehr das religiöse Moment mehr unb mehr zurück, es brehte sich nun um bie Frage der Erhaltung ber Machtstellung bes Kaisers unb bei Frankreich um die (Erringung des politischen Uebergewichts in Europa, ein Streben, bas man in der Politik Frankreichs bis auf den heutigen Tag feftfteüen kann.
Noch 14 Jahre nach ber Schlacht bei Nörblingen tobte ber Krieg burch die deutschen Gaue, weil keine Macht ber anderen so überlegen war, um sie nieberzuringen. Die Sache der Protestanten hat aber burch die Schlacht vom 5./6. September 1634 einen Schlag erlitten, dessen Wirkung bis in unsere Tage zu verspüren ist.
ftellung zum überraschenden Vorstoß z Der Kamps im Walde stellt an Füh
führte hohe Anforderungen. Der Zusammenhalt der Truppe, bie Verbindung mit Stäben unb Nachbarn gebt leicht verloren, die Kampfgeräusche verdoppeln unb verbreifachen sich, gewinnen an Schrecken, ber Zusammenstoß mit bem Feinde erfolgt meist über» raschenb auf kürzeste Entfernung. Da tritt die Ueberlegenheit der Zahl gegen die Tapferkeit des einzelnen in den Hintergrund, da entscheibet das selbständige Handeln des Einzelkämpfers. Wir, die wir im Priesterwald, in den Vogesen, in den Ar- gonnen kämpften, die im Juli 1918 an der Wende des Krieges den feindlichen Angriff aus dem Walde von Villers-Cotterets hervorbrechen sahen, wissen
erlitt die Reiterei ber Schweden unter Führung von Oberstleutnant W i tz l e b e n, bie sich entgegen dem Befehl, zu weit vorgewagt hatte, eine empfinbliche Schlappe unb schieb infolgebessen für weitere Kampf» Handlung aus. Immer neue Truppen griffen auf ber Seite ber Kaiserlichen ins Gefecht, Horn wurde in Flanke unb Rücken bedroht, unb als dann noch bei einem Sturm auf eine Schanze ein Pulverlager in bie Luft flog unb ben Schweben ganz empfindliche Verluste zufügte, ba war ein Hatten nicht mehr möglich. Auch ber energische Angriff B e rnhards von Weimar konnte bas Schicksal bes Tages nicht mehr retten. Das ganze Heer der Schweden löste sich in wilder Flucht auf. Horn geriet in Gefangenschaft, der ganze Troß ging verloren, 8000 Schweden waren gefallen, 4000 wurden gefangen genommen, 80 Geschütze, 1200 Pferde unb 300 Fahnen unb Stanbarten fielen in bie Hänbe ber Kaiserlichen, beren Verluste verhältnismäßig gering waren.
Die Schlacht bei Nördlingen.
5 unb 6 September 1634.
Dreihundert Jahre finb in diesen Togen verflossen, seit ber denkwürbigen, für bas protestantische Deutschlanb so schicksalschweren Schlacht bei Nörb- Imgen. Sie ist ein Beweis bafür, daß der Ausgang einer einzigen Schlachthandlung das Schicksal eines ganzen Volkes auf Jahrhunderte hinaus bestimmen kann. Der zweite Teil des dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) stand unter dem Eindruck br-r machtvollen Persönlichkeit des Schwedenkönigs Gustav Adolf, dem es durch seine vorsichtige, zielbewußte Kriegsführung, unterstützt durch ein wohldiszipliniertes Heer und durch sein diplomatisches Geschick gelungen war, im Bunde mit ben protestantischen Truppen einiger deutscher Fürsten, einen großen Teil Deutschlands zu besetzen. Seine Nachfolger in der Kriegsführung auf protestantischer Seite, ber schwebische General Horn und ber deutsche Herzog Bernhard von Sachsen- Weimar, suchten ihm zwar nachzueifern, konnten ihn aber mit ihren Leistungen nicht erreichen. Horn war zwar ein Mann von ungewöhnlicher Begabung unb Bildung, aber allzu vorsichtig und unentschlossen; Bernhard von Weimar ein Mann ber Tat und mit hervorragenden Führer-
Erstes Bataillon Garde, Parad' ober Schlacht Ihm wenig „Differenzen macht", Ob in Potsbam sie trommelnb auf Wache ziehn. Ob sie stehen und fallen bei Kollin, Ob Patronenverknattem, ob Kugelpfiff, Immer derselbe feste Griff,
Dieselbe Ruh'. Jede Miene druckt aus: Ich gehör' zur Familie, bin mit vom Haus!
Theodor Fontane.
PUG. Das I. Bataillon des 1. Garde-Regiments zu Fuß hatte die Nacht vom 22. zum 23 August im Biwak bei Schloß Mielmont m Belgien zugebracht. Jetzt brach der Morgen des 23. an. Es war ein Sonntag. In der Frühe hielt der Bataillonsführer, Graf S. zu Eulenburg-Wik- k e n, einen kurzen Feldgottesdienst. Dann versammelte der Regimentskommandeur, Prinz E i t e l- Friedrich von Preußen, das Regiment um sich und verkündete die Nachricht von dem großen, am 20. und 21. August burch die 6. und 7. Armee unter Kronprinz Rupprecht von Bayern in Lothringen errungenen Siege. Ein strammer Präsentiergriss und Drei Hurras auf den Kaiser folgten, darauf gedachte der Regimentskommandeur des ersten Gefallenen des Regiments, des Füsiliers Menge von der 11. Kompanie. Die Truppe ehrte ihn mit dem Gesänge des Liedes vom „Guten Kameraden'. So zog die „Potsdamer Wachtparade" in der rechten Stimmung zu ihrer erstenFeuerprobe, ohne zu wissen, daß ihr diese bevorstand.
Der Marsch war langsam und heiß, manche Fuß- wunde schmerzte Aber immer zahlreicher wurden bie Nachrichten von ber Nähe des Feindes, unb sie wirkten erfrischenber auf bie Lebensgeister, als Musik unb Wassertrinken nach anstrengenden Schießübungs-Tagen in Döberitz.
Der Motor frohlockt: „Mein ist der SiegF gehört bas Schlachtfeld der Zukunft!" Das Pferd steht still beiseite: „Wartet meiner der Schlachthos? Der Soldat schlägt die Brücke von einem §um anderen. Er kennt beider Schwächen, beider Vorzüge. Er fchaltet sie aus, er setzt sie em, wo, wann unb wie er glaubt, baß sie ber Landesoer- teibigung am besten nützen. Er hält sich an Die Parole: „Nicht Pferb ober Motor, sondern Pferd u n d M o t o r !"
Der Motor ist ber Fortschritt. Der Motor ist bas Element ber Schnelligkeit, ber Beweglichkeit. Der Motor spart bie Kräfte von Führern unb Geführten. Der Motor ist aber ein Kinb unserer Zett' unserer Zivilisation. Wo sie noch nicht herrscht, wo bie Straßen, bie Brücken, bie Uebergange noch nicht auf Motorfahrzeuge zugeschnitten smb, ist er auch im Heere nicht am Platze, muß auf bas Pferb zurückgegriffen werden. Der Motor-Enthusiast wirb hier einwenden: „Wozu gibt es denn gelänbegängige Fahrzeuge?" Gewiß, gro&e schritte finb gemacht: gelanbegangige Fahrzeuge durchqueren bie Wüste, überschreiten bas Sump - lanb. Aber sie kosten viel Gelb, sind zu unwirtschaftlich im Tagedienst bes Werklebens Sie sind zur Stunde noch reine Kriegsfahrzeuge. Kem Heer der Welt aber ist in ber Lage — und wäre sein Staat noch so reich -, sich schon im Frieden den gesamten, rasch oeraltcnben Kraftwagen-Park bereit zu stellen. Es ist darauf angewiesen, die Masse fei- ner Kraftwagen im Mobilmachungsfalle aus der Wirtschaft zu entnehmen und wird dort kaum geländegängige Fahrzeuge finden. Ja, es wird in , manchen Ländern innerhalb unb außerhalb Euro- ( pas sogar an straßengängigen Lastkraftwagen man- . nein unb auch hier das Pferb, ber Pferbewagen m , Anspruch genommen werben müssen. I
Straßengebunbene Lastkraftwagen-Kolonnen ver- , langen sorgsamer burchbachte Marschorbnung, sorg- , samer burchdachten Luftschutz als Reiter-Regimenter und Pferde-Kolonnen, die durch Hmuberwechseln auf Nebenwege, aufs freie Feld und in Deckungen Marschstockungen ausgleichen, dem Feuer der Fern- Artillerie, dem Bombenabwurf der Flieger ausweichen können. Als im März 1918 var Amiens die Lücke klaffte, war es nicht bie auf Lastkrast- wagen gesetzte infanteristische Reserve, bie sie ausfüllte, sonbern die Kavallerie, bie, wahrend die motorisierten Kolonnen auf den verstopften Straßen sich langsam vorwärtsquälten, sie abseits der Straße im schlanken Trabe überholten, so baß ihr kein Geringerer als der französische Oberbefehlshaber, Marschall P 6 t a i n , ins Tagebuch schrieb: „Wenn man gesagt hat, daß das Heer Frankreich gerettet hat, so muß man auch sagen, daß d 1 e Kavallerie bas Heer gerettet hat."
Wohl ist das Pferd nur bedingt leistungsfähig, wohl erfordert es viel Pflege unb ausreichendes Futter. Aber auch bas motorbewegte Fahrzeug bebarf nach einigen Arbeitstagen der Ueberholung, der täglichen Pflege. Unb die „Futter"-, d i e Brenn st offrage, sie hat den Militärmächten, die nicht über eigene Erdölquellen verfügen, schon manches Kopfzerbrechen gemacht.
Vieles ist somit zu bedenken, ehe man die Brücken hinter sich abbricht, ehe man auf den alten Karnpf- oesellen aus Tausenden von Feldzügen unb Schlachten verzichtet unb sich ganz Dem Motor verschreibt. Kein Staat hat es bisher gewagt, von ben Massen- heeren, beren Motorisierung taktisch, technisch und geldlich unmöglich Ist, zu den kleinen motorisierten unb mechanisierten Heeren überzugehen, bie ben begeisterten Lobpreisern bes Motors als Zukunftsideal vorschweben. Im Gegenteil. Auch bie im Aufbau ihrer Rüstungen durch keinerlei Friebensbiktate gehemmten Staaten haben nur so weit dem Motor Raum gegeben, wie es mit ber erdräumlichen und wirtschaftlichen Lage ihres Landes zu vereinbaren ist. Erinnert fei in diesem Zusammenhang on den sprachtechnischen Unterschied zwischen Motorisierung unb Mechanisierung. Unter Motorisierung
versteht man bie Ausrüstung bes Heeres Motorfahrzeugen zur Beweglichmachung ber Truppe, ! Ä“fen und ihres Trnsies, unter M-ehnn.- s e r u n g bie Aufstellung motorisierter Kampf, watten (Tank-, Strahenpanzerwagen, Motor-Ä. schützverbänbe). Heute soll nur von ber Motorisierung bie Rebe lein, bie Meckamsterung nur soweit gestreift werben, wie sie unser Thema Pferb unb JJ^ur Aufstellung großer motorisierter u n d mechanisierter Derbänbe ist es bisher überhaupt* nir- qcnbs gekommen. Nur E n g l a nb unterhalt seit Jahren eine motorisierte Dersuchs-Brigabe. Dagegen ist man in foft allen rüstungsfreien Lanbern bazu übergegangen, bie gesamten Nachschub-Kolonnen, vielfach bis einschließlich ber leichten Munitions- Kolonnen ber Artillerie, bie mittlere unb schwere Artillerie, bie Nachrichten« unb Pionier-Forrnatto- nen zu motorisieren. Die Infanterie mit ihrem Gefechtstroß iff fast burchweg noch auf Fußmarsch unb Pferbezucht angewiesen. Doch machen sich — vor allem in ben Vereinigten Staaten von Amerika — Bestrebungen geltenb, zum minbeften ihre schweren Kampfwaffen (Begleitgeschütze, Minen- werfer unb schwere Maschinengewehre) zu motorisieren ober in Kleinkampfwagen einzubauen.
Um bie Kavallerie geht ber Kampf am härtesten. Die Meinungen spalten sich, ob man ihre Einheiten in „reinrassige" motorisierte oder m „gemischt" motorisierte unb pferdebewegte Verbände umroanbeln soll. England hat schon seit längerer Zeit zwei Husaren-Regimenter völlig unb ben Trotz aller übrigen Kavallerie-Regimenter motorisiert. In Frankreich finb von 44 Kavallerie-Regimentern nur noch 33 reine Reiter-Regimenter. Zehn Kavallerie-Regimenter finb halb, eins völlig motorisiert. Ieber Kavallerie-Division ist ein Bataillon motorisierter Infanterie (Dragons Portees) in Stärke von 124 gelänbegängigen Kraftwagen, 41 Krafträdern z. T. mit Beiwagen. 36 leichten Maschinengewehren. 16 schweren Maschinengewehren, zwei leichten Minenwerfern und einem motorisierten Ge° schütz zugeteilt. Bei den letzten französischen Mano-1 feit zu verschaffen, oern find mechanisierte Brigaden ausgetreten, diel
Bernhard vonWeimar sandte 500 Schwe- Schweden ruckten aui
ben unter Führung bes Obersten Daunitz nach oor unb marfen bie , .
Nörblingen zum Schutze der Stadt, bie aber gelang es ihnen, bie Hohen links bes Baches Eger von ben Einwohnern wegen ber vorhanbenen Nah- von feindlichen Truppen zu säubern. Beibe Heere rungssorgen nicht allzugern ausgenommen wurden, standen sich nunmehr in gleicher Starke kampfbereit Unmittelbar darnach rückten die Kaiserlichen an gegenüber. Auf der Seite der Kai erlichen erwar- unb trafen Vorbereitungen für die Belagerung ber tete man namhaften Zuzug ourcy oi
Stabt. Tage schwerster Sorge kamen über die Stabt. Hann von Werth s und die spanischen Tiup- Nahrungsmangel und Pest, die schon in ben ersten — finfnnh»« Ferdinand Tmh her
Tagen ber Belagerung auftraten, stellten die Nerven ber Nördlinger auf eine harte Probe. Aber mit
eigenschasten begabt, aber manchmal zu draufgängerisch unb unvorsichtig. An ber Spitze bes kaiser- jichen, katholischen Heeres ftanb der junge König F e r b i n a n b , der älteste Sohn bes Kaisers Fer- binanb II., dem General Gallas unterstellt war.
Zu Beginn des» Jahres 1634 marschierte Bernhard von Weimar aufs neue nach Oberösterreich. Der kaiserlichen Armee kam es in erster Linie Darauf an, Regensburg in ihre Hänbe zu bekommen, weil tiefe Stadt strategisch wichtig war. Nach langem unb tapferem Widerstand mußte die Stabt am 26. Juli 1634 den Kaiserlichen die Tore öffnen. Bernhard von Weimar konnte den Fall ber Stabt nicht verhindern, er zog nach Augsburg, um von hier aus bie wetteren Maßnahmen ber Kaiserlichen zu beobachten. Als diese nach der Einnahme von Regensburg donauaufwärts marschierten und Donauwörth eroberten, rückten die Schweden nach Günzburg vor, um die Kaiserlichen am Einmarsch in bas Württembergische zu hindern, wohin diese über die Stadt Nördlingen zu kommen suchten.


