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Abstimmun

von Urauf»

Festansprache

starke deutsche , gefallen sind und man seit 15 Jahren vielfach fort» fährt, den deutschen Vvlksteil nicht nur politisch zu entrechten, sondern auch materiell auf jede Art zu enteignen. Aber hier an der Saar handelt es sich nur um Garantien für d i e Deutschen,

die in den Schoß der Heimat zurückkehren. Unver­ständlich ist mir die Rücksicht der französischen Re» gierung für solche Elemente, die nicht französische Staatsbürger sind, und die aus rein inner- politischen Motiven alles tun, um ihr eige­nes Vaterland in den Augen der Welt herabzusehen. Aber wie dem auch sei, die deutsche Regierung ist vollkommen bereit, die Garantien für die Zeit nach der Abstimmung zu übernehmen, die ihr billiger­weise zugemutet werden können. Wir wollen unse­rerseits nichts unversucht lassen, um dieses traurige Kapitel des Friedensvertrages mit möglichster Be­schleunigung so abzuschließen, daß es in Zukunft keinerlei Streitfragen darüber zwischen uns und

daß auch nur eine Werbeoersammlung gehalten wurde.

Man soll eine Bevölkerung mchl reizen. Dar­über muh sich auch die Regierungskommission klar sein. Am 18. April d. 3. hat der General­direktor der französischen Grubenverwaltung Guillaume ausländischen Journalisten gegenüber gedroht, er werde alle deutschen Bergarbeiter entlassen und das Reich könne sehen, wie es sie ernähre. Die Verhandlungen über die Saar­gruben würden nach Möglichkeit in die Länge gezogen werden, der Erzbezug unmöglich ge­macht. Mit dieser nicht dementierten Aeuhe- rung stimmt die fortdauernde Entlas - s ung von deutschgesinnten Berg­arbeitern und die Einstellung zweifelhafter Elemente an deren Stelle überein. Ist das etwa kein Terror?

Einigung in der Genfer Gaar-Befprechung.

Genf. 31. Mal. (DRV.) Rachdem am Donners­tag die Stellungnahme der deutschen wie der fran­zösischen Regierung zu den Vermittlungsvorschlä- gen des Barons Aloisi eingegangen war. konnte in einigen Punkten aus einer neuen Grund­lage weiterverhandelt werden. Auch dies­mal wurden die Verhandlungen von dem Italiener geleitet; eine unmittelbare de utsch- französifche Aussprache Hal nicht statt­gefunden. Die neuen deutschen Vorschläge wurden zunächst mit den Italienern besprochen. 3m An­schluß hieran werden dann im Laufe des Abends wieder Besprechungen zu Drift stattfinden. 3n spä­ter Rachtstunde des Donnerstag wurden in mehr­stündigen Verhandlungen zwischen den Vertretern Deutschlands. 3taliens und Frankreichs Formu­lierungen für die Lösung der Ab­stimmungsfrage im Saargebiet festge­legt, die den Regierungen Deutschlands und Frank­reichs zur Beschlußfassung übermittelt worden sind. Man erwartet eine Entscheidung bis Frei- tagmittag.

Das deutsche Theater im neuen Reich

Reichsminister Dr. Goebbels spricht in einer großen Kundgebung in der Dresdner Staatsoper.

das Theater von den Schlacken gereinigt, die seine Existenzfähigkeit zu ersticken drohten.

Der Rationalsozialismus kenne nur das Thea­ter an sich, denn es gebe keine preußische, bayerische, württembergische oder sächsische Theaterkultur, sondern nur eine deutsche. Eben­so gäbe es auch nur eine deutsche Dichtung. Selbstverständlich trägt die deutsche Kunst den Eharakter der Vielgestaltigkeit und der Man­nigfaltigkeit. Der Grundzug dieses Charakters ist aber die Deutschheil.

Das Reich hat daher nicht die Sorge für das Theater den Ländern oder Kommunen überlassen, sondern selbst mit helfender Hand eingegriffen. Das Theater war bei unserer Machtübernahme nur eine Angelegenheit der Polizei oder der Feuerwehr. Wenn das Reich nun die Zentrale geistiger Füh­rung des deutschen Theaters in seine Hände nahm, bann mußte es dem Theater auch eine materielle Existenzfähigkeit geben. Das tat es durch die Be­willigung eines 12-Millionen-Zuschusses im laufenden Etatsjahr, während früher kein Reichsressort einen derartigen Posten kannte. Das Reich übernahm damit natürlich auch die Pflicht dem Steuerzahler und dem Volk gegenüber, daß das Theater wirklich dem Volke dient.

Im weiteren Verlauf feiner Ausführungen wandte sich Dr. Goebbels der Frage des Spiel- planes zu, die schwierig sei, da keine mo­dernen Dramen vorhanden seien. Was bisher auf diesem Gebiete gezeigt worden sei, sei ödester Kitsch. Die Ideen, die hinter dem Umbruch stän­den, hätten bis heute ihre künstlerische Gestalt noch nicht gefunden.

Die Spannungen der Zeit sind groß genug, künstlerisch geformt zu werden. Es handelt sich dabei nicht darum, die Zelt abzuschreiben, son­dern die Dinge zuverdichten". Wir alle kön­nen nur hoffen, daß das Genie dichteri­scher Gestaltung unserer Zeit schon mit­ten unter uns steht. Der Minister wandle sich dann gegen die häufig zu hörende Redensart, daß das Publikum Kitsch wolle. Der Geschmack des Publikums müsse nur geformt werden. Der Theaterleiter müsse seinen Ehr­geiz darin sehen, mit dem Theater einer Stadt auch die ganze Stadt zu beschäftigen. Dabei

Saar und Reich sind unlösbar verflochten.

Der Saarbevollmachtigte Vizekanzler von papen zur ausländischen presse

und Karl Elmendorfs. Eine Reihe führungen werden ftattfinben. Die £ .

anläßlich bes 70. Geburtstages von Richarb Strauß hält ber Präsibent bes Allgemeinen

unter ben neuen Besitzverhältnisien kann unb wirb es nur eine einzige Schranke unserer rebaktionellen Unabhängigkeit geben, nämlich Diejenige, die sich für die gesamte Presse aus dem Schriftloitergesetz ergibt.

Zusammenarbeit zwischen TiSBO. und den alten Berufsverbänden.

Berlin, 31. Mai. (DRV.) Das Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront teilt u. a. mit: Um den Ausbau der DAF. reibungslos zu garantieren und ufn die großen Werte (Versicherungen, Krankenkas­sen usw.) bei den alten Verbänden zu sichern, wird angeordnet, daß die Dienststellenleiter der NSBO., die in Personalunion die Dienst­stellen ber DAF. aufbauen, die Pflicht haben, m i t den Leitern der Dienststellen der alten Verbände, insbesondere der Reichsberufsgrup­pen bei den Angestellten, in kameradschaftlicher Weise zusammenzuarbeiten.

Der Einzug der Beiträge erfolgt solange durch die bisher bestehenden Organisationen, bis der Neuaufbau der DAF. vollzogen ist und vom Führer der Deutschen Arbeitsfront der Einzug der Beiträge durch die neuen Dienststellen angeordnet ist.

(Eingriffe in die Dienststellen der alten Ver­bände, insbesondere Besetzungen von Geschäftsstel­len der Reichsberufsgruppen der Angestellten Haden zu unterbleiben, weil der Dienstbe­trieb dieser Dienststellen zur Vermeidung von wirt- schafttichen Schäden aufrechterhalten werden muß.

Der Ausbau der Reichsberufsgrup­pen der DAF. ist dem Pg. Förster übertragen, er erstreckt sich auf alle Mitglieder der Deutschen Ar­beitsfront.

Englischer Journalist wegen frivoler Berichterstattung aus Deutschland ausgewiesen.

Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der Berliner fer­

nen Menschen, die wir ber Heimaterde wiederge­winnen, dann schaffen wir die Funda­mente für ein neues Staatsgefüge, Existenzgrundlage für Millionen mit selb­ständigem Beruf, und dann geben wir den Men­schen das Köstlichste zurück: Heimat unb Heimat­gefühl!

Amtseinführung der Landes­handwerksführer.

Berlin, 31. Mai. (DNB.) In ber Abteilung Handwerk ber AusstellungDeutsches Volk Deut­sche Arbeit" nahm am Donnerstagnachmittag ber Reichshanbwerksführer W. G. S ch m i b t in An­wesenheit bes Reichswirtschaftsministers Schmitt die Amtseinführung der 13 Landeshandwerksfüh­rer unb Stellvertreter vor. Reichswirtschaftsmini­ster 'Schmitt erinnerte baran, baß das Dritte Reich, wie ber Führer oft genug ausgeführt habe, es als eine ber wichtigsten Aufgaben ansehe, dem M i 11 e l st a n d , dem privaten Unterneh­mer, der seine eigene Existenz ausbaue, dem Bauern, dem Handwerker und dem Kauf­mann, der der wichtigste Pionier im Staate sei, zu helfen. Er erwarte vom Handwerk, daß es nicht verlange, daß zum Schaden des Ganzen andere Jn- ffitutionen aus dem Gefüge gerissen würben. Wir alle mühten uns in bie Gesamtinteressen e i n f ü g e n. Er glaube aber sagen zu bürfen, daß durch bie von ber Regierung getroffenen Maßnah­men bem Hanbwerk geholfen sei. Allerbings könne man nicht verlangen, daß in einem einzigen Jahre all die Fehler, die früher begangen worden seien, nun beseitigt würden. Auch hier müsse die Aufwärtsentwicklung allmählich kommen.

Der Reichshandwerksführer wies bei der feierlichen Amtseinführung darauf hin, daß von den 13 Landeshandwerksführern allein 9 eine Mitgliedsnummer unter 100000 besäßen. Es handle sich also um alte und bewährte Mitarbei­ter, die nun die schwere Arbeit in den Landes­verbänden zu leisten hätten und das lebendige Bindeglied zwischen der Reichsführung unb bem ßanbe sein sollten. Es gelte bas Handwerk nun­mehr einer neuen Blüte entgegenzuführen. Nach ber Verpflichtung durch Handschlag burch ben Reichshanbwerksführer gab Reichswirtfchaftsmini- fter Schmitt ben Lanbeshandwerksführern folgende Geleitsätze mit auf ben Weg: 1. Haltet Ka­meradschaft untereinander und mit dem ganzen Volk! 2. Nur die Tat ist wirkliche Arbeit, und nicht das Reden bringt uns vorwärts! 3. Jeder stelle an sich selbst die größten Anforderungen!

Besitzübergang

derFrankfurter Zeitung".

LPD. Frankfurt, 31. Mai. Der Verlag ber Frankfurter Zeitung veröffentlicht folgenbe E r - tlärung: Der Verlag berFrankfurter Zeitung" (Frankfurter Societäts-Druckerei G. m. b. £)?) ist i n bas Eigentum bes langjährigen In­habers ber Minberheit ber Anteile übergegangen. Die Mitglieber der Gründer­familie, Frau Therese Simon-Sonnemann, Dr. Heinrich Simon und Dr. Kurt S i - mon, scheiden damit aus Besitz und Leitung des Unternehmens aus. Im Sinne des Schriftleiter­gesetzes und entsprechend der Tradition derFrank­furter Zeitung" liegt bie rebattionelle Führung bes Blattes wie bisher allein in ben Hänben ber S ch r i f 11 e i t u n g. »

Dieser Mitteilung schließt bie Schrift le itung ber Frankfurter Zeitung eine Erklärung an, in ber zunächst ber Familie bes ©rünbers gebacht wirb, unb in ber bie verlegerische unb journalistische Be- beutung bes bisherigen Verlegers Dr. Heinrich Si­mon, bes Enkels von Leopolb Sonnemann, gewür- bigt wirb, lieber bie Ursachen bes Besitz- Wechsels selbst heißt es bann:Die verlegerischen Erfolge ber Zeitung konnten nur burch Hochhaltung ber Qualität erzielt werben. Das bebingte unb be- bingt einen kostspieligen Apparat. Die wirtschaftliche Krise ber letzten Jahre, bie sich auch bei unserem Unternehmen fühlbar machen mußte, verlangte Opfer. Die Grünberfamilie brachte sie zunächst allein, später burch bie Hilfe bewährter Partner- freunbe. Diese übernehmen heute ben Verlag." Am Schluß ber Erklärung heißt es:Es ist ber Kern bes Vermächtnisses, bas Sonnemann ber Zeitung hinterließ: geistige Gemeinschaft unb rebattionelle Unabhängigkeit gegen jeben egoistischen Einfluß. Heinrich Simon hat biefes Vermächtnis getreulich verwaltet, es bleibt uns auch künftig gesichert: auch

Berlin, 30. Mai. (DNB.) Im Rahmen eines Pressefrühstücks bes Vereins der Ausländischen Presse im Hotel Adlon hielt Vizekanzler von Papen eine Rede über bie außenpolitischen ,Fragen, in beren Mittelpunkt vor allem Ausfüh­rungen über bie Saarfrage ftanben. Vizekanz­ler von Papen kennzeichnete einleitenb bie Zu­mutung, baß 16 Jahre nach Beenbigung bes Welt­krieges eine große Nation gezwungen werben soll, burch Abstimmung festzustellen, zu w e l - chem Daterlanbe sich ein Teil seiner Mitbür­ger bekennt, als ben Ausfluß imperialisti- j cf) e n Geistes. Das ist ber Geist, gegen ben das neue Deutschland kämpft. Der wahre Frie­den Europas wird erst erreicht werden, wenn die Welt diesen imperialistischen Methoden entsagt und sich zu einer Politik der Gerechtigkeit bekennt.

Wir wünschten uns mit Frankreich vor ber Ab­stimmung zu einigen, damit nicht burch bie Leibenschaften eines Abstimmungskampfes biefe Abstimmung zu neuen Spannungen zwischen ben beiben großen Rationen führe. Frankreich hat uns nicht verstan- b e n. Es verschanzt sich hinter Paragraphen, wo es sich nicht nur um bas Wohl zweier Völ­ker, fonbern um bie Ruhe bes armen, gequäl­ten Europas hanbelt.

Die Hoffnung auf einen Anschluß an Frunt­re i ch ist ja nun wohl endgültig geschwunden, nach­dem mit der Lüge von 150 000 Saarfranzosen end­gültig aufgeräumt worden ist. Bleibt die Hoffnung auf die Abstimmung zu Gunsten des Status q u o. Das würde die Fortdauer einer fremdstaatlichen Regierung bedeuten, die nach der eigenen Meinung Des jetzigen Präsidenten Knox ausschließlich auf dem Wege der Diktatur regieren könnte, wie sie es in der Tat auch heute und seit 15 Jahren tut. Fortschreitende Ueberfrembung, Entrechtung unb wirtschaftliche Einverleibung müßte bas natürliche Enbe biefes Prozesses sein. Außerbem sei bie Frage gestattet, ob ber Völker- bunb seine Unfähigkeit, große weltpolitische Pro­bleme einer Heilung zuzuführen, an biefem noch einmal wieberholten Beispiel zu bemonftrieren ge­denkt. Don Deutschland wurden jährlich größere Summen für die Saar aufgebracht, als die Saar­regierung in der gleichen Zeit an Steuern ein­nahm. Es sind dies die Zusatzrenten der Sozial­versicherung, Invaliden- und Unfallrenten, Beam­ten-, Offiziers- und Kriegsopferrenten. Bei einer Fortdauer des Status quo würden diese deutschen Leistungen selbstverständlich fortfallen müssen.

Die wichtigsten Ausfuhrerzeugnisse der Saarwirtschaft sind Kohle unb bie Erzeugnisse ber Eisen- unb Stahlinbustrie. Nun ist es zutreffenb, baß Frankreich seit 1920 mit jährlich burchschnitt- lich vier Millionen Tonnen etwa ben Hauptteil bes auswärtigen Saarkohlenabsatzes in Anspruch nimmt, aber 40 v. H. müssen auch heute noch außerhalb ber französischen Volks­wirtschaft, darunter in Deutschland, abgesetzt werden.

Von einer gesicherten Absahmöglichkeit der kohle in Frankreich kann nicht gesprochen werben. Die Entwicklung der Wirtschaftskrise in Frank- reich beweist auf das deutlichste, daß man die Auswirkungen der Krise möglichst von der fran­zösischen Volkswirtschaft fernzuhalten und dem Saargebiet aufzuhalsen bemüht ist. 3m Gegen­satz dazu biete die ansteigende Kon­junktur in Deutschland eine wach­sende Aufnahmemöglichkeit auch

Frankreich verlangt in Genf Garantien für eine unbeeinflußte Abstimmung und Sicherung des Ergebnisses der Wahl. Wir wären glücklich gewesen, wenn man uns solche Garantien in früheren g s g e b i e t e n gegeben hätte, wo Minderheiten anderen Nationen zu-

für die Saarkohle, die ja früher ihren vorwiegenden Absatz in Süddeutschland fand. Vizekanzler von Papen erläuterte die unbe­dingte Abhängigkeit der saarländischen wirtschaft vom deutschen Markt beweiskräftig aus ber Entwicklung der Ausfuhr der schwerinduftrie- ellen Erzeugnisse. Ihr steigender Absatz in Deutschland und sinkender Absatz in Frankreich erklärt sich zwanglos aus der lleberfättigung des französischen Marktes an eigener Produk­tion. Die Auftragserteilung wird merklich ge­ringer, es wird versucht, die Saarfirmen von französischen Subventionen auszuschließen, die Kohlenerzeugnisse zugunsten der französischen Produktion zu drosseln. Der französische Geld­geber zieht rücksichtslos sein Geld zurück und bringt einen großen Teil der Bergleute, Hand­werker und kleinen Kaufleute in unerhörte materielle und feelische Schwie­rigkeiten. Ohne eine tatkräftige Selbsthilfe der Saarbevölkerung würden hier Tausende von Haus und Hof vertrieben worden sein, da es die Regierun^skommission unterlassen hat, einen Zwangsvollstreckungsschuh durchzufüh­ren, so wir wie ihn im Reich haben.

Die französische Propaganda behauptet weiter, baß bie Eisenindustrie bes Saargebietes ohneBe- zu g lothringischer Minette nicht existie­ren könne. Diese Roherzlie-ferungen aus bem nahe gelegenen Lothringen erfolgen aber nicht geschenk­weise, fonbern stellen für Lothringen eine sehr erhebliche I a h r e s e i n n a h m e dar, bie sich auf jährlich 30 bis 40 Millionen Mark beziffert. Eine Verrninberung würbe also für bie französische Wirtschaft einen empfindlichen Einnahmeausfall bebeuten, währenb sie bie Saarwirtschaft zu einer wesentlichen Verstärkung deutschen Roherzbezuges

Vor ben Mitgliebern bes Deutschen Büh - nenoereins, ber zurzeit in Dresben eine Ta­gung abhält, sprach Reichsminister Dr. Goeh» b e I s in einer großen Kunbgebung in ber Dresbe» ner Staatsoper über bas beutsche Theater im neuen Deutschlanb. Der Minister wies zunächst barauf hin, baß auch bie beutsche Revolu­tion ihren ganz großen unb einfachen Zug habe. Keine echte Revolution mache vor irgenb etwas Halt. Sie ziehe alle Gebiete bes öffentlichen unb privaten Lebens in ihren Bannkreis. Es hanbele fick bei einer Revolution nicht so sehr um bie Um­gestaltung machtpolitischer Verhältnisse, fonbern im wesentlichen um ben Durchbruch neuer Ibeen unb neuer Anschauungsweisen. Die Re­volution erhebe auch bie Kunst in eine neue Be- beutung. Sie änbere bas Verhältnis bes Volkes zur Kunst unb umgekehrt. Das müsse gesagt wer­ben, um bie Kunst unb ihre geistigen Träger vor Irrwegen zu bewahren. Das Kriterium bes künst­lerischen Menschen könne sich im höheren Sinne nicht in einem ästhetischen ober ästhetisierenben Virtuosentum erschöpfen. Wenn sich bie Kunst vom Objekt entferne, burfe sich bie Kunst nicht rounbern, baß sich bas Objekt von ber Kunst entferne. Eine Kunst ohne Publikum ist unbenkbar. Die Kunst aeroinne zum Publikum erst bann bas richtige Ver­hältnis, wenn sie versuche, zu benken unb zu Han- beln wie bie Zeit, in bie sie hineingestellt sei. Auch bie Kunst sei ein Kinb ber Zeit. Aber nur bie Kunst habe ewigen Bestanb, bie bie Gabe be­sitze, über bie Gegenwart hinauszugreifen. Mit bem Begriff Kunst kann logischerweise niemals ber Begriff Reaktion oerbunben werben, unb es wäre bas erstemal in ber Kunst- unb Kulturge­schichte ber gesamten Menschheit, baß eine Kunst ihre Zeit nicht nur nicht formte, fonbern nicht ein­mal verstaub. Das Recht bes künstlerischen Men­schen, ber Zeit vvrauszueilen, bleibt immer bestehen. Der Künstler hat bas Recht, eigene Wege zu gehen, benn auf biefem Wege fal­len bie Völker später nachmarschieren.

Wenn ein Theater fein Publikum nicht e r n ft nimmt, wie soll ein Publikum fein Theater ernst nehmen? Der Minister verwahrte sich mit Entschie- benheit gegen ben Vorwurf, baß ber National­sozialismus bie Krise bes beutschen Thea­ters hervorgerufen habe. Die Krise fei bete i t s oorhanben gewesen. Der Nationalsozialismus habe sie nur so schnell unb grünblich zum Aus­bruch bringen können, um in absehbarer Zeit mit ber Reform bes beutschen Theathers im allgemei­nen beginnen zu können. Deshalb habe man auch

du na zwischen den ^Völkern, fonbern ist geeignet, bie öffentliche Meinung zu vergiften unb bie guten Beziehungen zwischen Deutschland und anderen Ländern zu stören.

Ausschluß eines Heidelberger Corpö.

LPD. Heidelberg, 31. Mai. Die Pressestelle der Studentenschaft der Universität Heidelberg teilt mit: Der Führer ber Heibelberger Stubentenschaft Gustav Abvlf Scheel hat mit Wirkung vorn Dienstag, ben 29. Mai 1934 bas Corps93 a n - balia" Heibelberg aus ber bünbischen Sammmer ber Heibelberger Stuben­tenschaft ausgeschlossen. Außerbem ist allen Mitgliebern ber Heibelberger Stubentenschaft bie Zugehörigkeit zum CorpsVan- balia" verboten. Der Grunb bes Ausschlusses ist bar in zu erblicken, baß bas CorpsVanbalia" sich geweigert hat, jübische unb jübisch-versippte Alte Herren auszuschließen. Gleichzeitig haben ber C ö - jener S C. unb ber Allgemeine Deutsche Waffenring bas CorvsVanbalia" ausgeschlos­sen. Der Rektor ber Universität Heibelberg hat oorläufig bas CorpsVanbalia" bis zur enbgülti- gen Entscheibung burch bas akabemische Disziplinar­gericht verboten, ba bie von bem Corps betrie­bene unb in einem Schreiben bes Corps ausbrücklich zugegebene Opposition gegen Einrichtungen unb Grunbjätze des Nationalsozialismus eine erhebliche Gefährdung ber nationalsozialistischen Gemeinschaft an ber Universität bebeutet. Die Polizei hat bis auf weiteres bas Tragen von Mütze unb Couleur- banb biefer Verbinbung verboten.

Deutsches Tonkünstlerfest 4934 Wiesbaden.

Der Kur- unb Bäberstabt Wiesbaben würbe die Ehre zuteil, vom 3. bis 7. Juni dieses Jahres Ta­gungsort des Tonkünstlerfestes des All­gemeinen Deutschen M u s i k v e r e i n s , bes ersten Musikfestes von biefer großen Bebeutung seit Errichtung ber Reichsmusikkammer, zu sein. Das Tonkünstlerfest will bazu beitragen, bas beut­sche Musikleben so zu beeinflussen, baß aus ben zum Teil trostlosen Ruinen ber letzten Jahre endlich wieder neues Leben erblühen kann. Diese seinerzeit von Richarb Strauß vorgetragenen Richtlinien waren für ben Allgemeinen Deutfchen Musikverein Wegweiser bei ber Ausgestaltung feines Tonkünst­lerfestes. Auch im Auslanb ist bas Interesse recht groß an biefem Musikfest. Generalmusikbirektor Professor Dr. Peter Raabe spricht über bas zeit­gemäße ThemaWas erwarten bie Tonkünstler im Dritten Reich?" Dirigenten finb Carl Schuricht

freier desDaily Expre ß", Pembroke Ste­phens, ist heute aus bem beutschen Reichsgebiet ausgewiesen worben, weil er bauernb in ent- ftellenber unb frivoler Weise über deutsche Verhältnisse berichtet unb da­durch das ihm gewährte Gastrecht gröblich mißbraucht hat. Eine derartige Ausübung des v , r ,

journalistischen Berufes dient nicht ber so notwen- Deutschen Musikvereins Geheimrat Professor Dr. ßigen verständnisvollen Annäherung und Befrie- * Sigmund v. Hauffegger.

zwingen würde.

Die französische Propaganda setzt nun ihre Hoff­nung auf Kommunisten, Sozialdemokraten und ehe­malige Zentrumsangehörige. Zur Deutschen Front stießen aber fast überall ehemalige Mitglieder ber ^onkreick aeben fann SPD. unb KPD., Männer, benen bie Liebe zum iVanrreia) geoen Vaterlanb mehr galt als eigenes Ich. Ehemals führenbe Kommunisten geben eine Zeitung im Saargebiet heraus, bie am Kopf bie Überschrift trägtlieber allem steht bie Ratio n". Ein anberer Kommunistenführer erklärte:Wir stimmen für Deutschlanb. Möge man uns nach ber Abstim­mung ins Konzentrationslager stecken." Glauben Sie mir, meine Herren, bie Stimme bes Blutes unb ber Heimat ist im beutschen Arbeiter stärker als alle Verlockungen von frember Seite. Die Re­gierungskommission, bie ja bestimmungsgemäß als Treuhänberin bas Saargebiet verwaltet, hat es fertig gebracht, in bie Polizei Emigran­ten, teilweise sogar an sührenber Stelle, einzu- setzen. Eine berartige Maßnahme ist meines Er- achtens nicht tragbar. Es ist auch ganz selbst- verstänblich, baß biefe Leute nicht neutral unb objektiv ihren Dienst versehen unb sich in schärf­sten Gegensatz zur Bevölkerung setzen müssen. Diese Maßnahme hat in ber Bevölkerung größte Erbitte­rung hervorgerufen unb nicht bazu beigetragen, baß Ruhe unb Orbnung gewährleistet finb. Die französische Propaganba behauptet, baß im Saar- lanb ein unerträglicher Terror ausgeübt werbe. Die Saarregierung nimmt bas zum An­laß, bie Entsenbung internationaler Poli­zeitruppen zu forbern. Meine Herren, bie Deutsche Front hak es wirklich nicht nötig, einen Druck auf bie Bevölkerung auszuüben. Sie um-

s f a ß t bereits 9 3 v. H. ber Bevölkerung, ohne