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Donnerstag, (.März 1954
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen)
Llr. 51 Drittes Blatt
Zuerst trieb sie sich als Schmieren- yerum, wo sie nicht recht auffiel. Den
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Nachdruck verboten!
4. Fortsetzung.
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hört, so zu honorieren, daß es sich den Kunstgenossen gleichen Ranges auch pekuniär gleichgestellt sieht." Sie verlangt ein Jahresgehalt von 1200 Gulden. Auf Dingel st edts Betreiben, der inzwischen Direktor geworden war, wurden ihr schließlich 1000 zugestanden.
Auch im Kampf um die Rolle erweist sie sich sehr tüchtig. Als sie einmal eine erhält, die ihr nicht zusagt, sendet sie sie mit dem Bemerken zurück, sie könne sich doch nicht mehr „Bebe" nennen lassen. Im Gegenteil bittet sie, man möge sie „als ein recht ausgewachsenes Mädchen betrachten."
Als einmal Kathi Frank vom Stadttheater in „Kabale und Liebe" am Burgtheater gastierte und die Claque die Rivalin demonstrativ feierte, fordert die Wolter kurzerhand ihre Entlassung. Ein Brief Dingelstedts, den sie daraufhin erhielt, zeigt die väterliche Freundschaft dieses Mannes. „Frieden! Frieden! Frieden mit sich! Frieden unter uns! Daß man Sie aus dem Burgtheater nicht ziehen läßt, begreifen Sie selbst, wenn Sie unbefangen urteilen wollen. Ihre eigene Empfindung muß Ihnen dazu sagen, daß auch Sie das Burgtheater nicht lange entbehren können. Sie haben bereits eine offizielle Genugtuung erhalten, die den Unfug der Claque offen brandmarkt. Nun holen Sie sich vom Publikum die letzte und höchste Satisfaktion. Charlotte, liebe Charlotte, überhören Sie die Stimme Ihres wahren Freundes nicht. Sie wissen, daß ich es als eine meiner teuersten Theatererinnerungen betrachte, Sie nicht nur auf dem ersten Schritt in Ihrer Laufbahn begleitet, sondern auch deren Höhe geführt zu haben, an die Stelle der ersten Tragödin der Gegenwart."
Am 23. Juni 1896 stand die Wolter zum letzten Mal auf der Bühne. Fast genau ein Jahr später starb sie. Es war ihr Wunsch, daß sie auf dem Hietzinger Friedhof im Kostüm der „Iphigenie" begraben werde. Kaum ein Wort kann besser Aufschluß geben, welche Wirkung von dieser Frau ausging als das Grillparzers: „Solch eine Schauspielerin, welche Anmut und Talent vereint, hätte mich, wenn sie mir in meiner Jugend begegnet wäre, schon durch den Wunsch, wie würde sie dieses oder jenes spielen, zu Vielem begeistert und angeregt, zu Dichtungen bestimmt, welche durch den Hauch der Persönlichkeit wachgerufen werden und welche, weil mir in den Jahren, da ich produktiv war, eine solche fehlte, unterblieben."
fische Vollendung, der sie auch ihrer Gestalt, obzwar sie nur mittelgroß war, zu geben verstand.
War sie die Darstellerin so hoheitsvoller Rollen wie „Iphigenie" und „Sappho", so blieb sie im Leben die unfeierliche Rheinländerin, ein Kind des Volkes. Als am 12. Oktober 1888 das alte Burgtheater am Michaelerplatz feine letzte Vorstellung gab, da es abgebrochen werden sollte, spielte die Wolter die „Jphiaenia". Beim Parzenlied übermannte sie die Rührung, so daß sie nur mit Mühe einen Tränenausbruch zurückhalten konnte. Dabei bekam ihre Stimme die unvergleichliche Modulation, die die Zuhörerschaft hinriß, alles klatschte stürmisch Beifall, weinte und schluchzte. Als die Künstler dann beim Abschiedsessen zusammensaßen und die G a b i l l o n , die neben die Wolter zu sitzen kam, nun auch von der allgemeinen Stimmung ergriffen wurde, stieß sie die Wolter an und sagte: „Aber Gabillon, Sie werden doch nicht weinen, weil wir aus dieser Dreckbude 'raussollen."
Heinrich Laube gebührt das Verdienst, sie entdeckt zu haben. Unter seinem Nachfolger aber, dem Dichter Friedrich Halm, litt sie sehr unter zunehmender Vernachlässigung. Er schreibt sogar einmal an den Obersthofmeister, „daß die Stimmittel der Wolter allmählich immer fühlbarer abzunehmen beginnen und es ihr in wenigen Jahren kaum möglich sein dürfte, das Rollenfach, das sie inne hat, genügend zu versehen, weshalb es schon jetzt geboten sei, sich um eine Nachfolgerin umzusehen." Halms Plan verwirklichte sich nicht. Im Gegenteil gelang es ihr, unter dem Grafen W r b n a einen ihr günstigen Vertrag zu sichern. „Es ist eine Pflicht des Künstlers", schreibt sie damals an ihn, „in der Zeit, in welcher er in Vollkraft des Wirkens und Schaffens' steht, mit seinem Talent zu wuchern und sich für spätere Zukunft sicherzustellen. So hoch ich nun auch die Ehre schätze, dem ersten Kunstinstitut Deutschlands anzugehören und ihm meine Kraft widmen zu dürfen, so hat hingegen auch dieses Institut wieder die Verpflichtung, ein Talent, welches nicht zu den alltäglichen ge-
„Man muß sie nur gehört haben, wenn sie als Messalina die Worte sprach: Mich und ihn, den Erdkreis unter meine Füße treten", heißt es in einem Nachruf über Charlotte Wolter. „Bei dem Worte ,Erdkreis' hob sie den rechten Arm in weitem Bogen hoch empor, und während sie, wie wir in der wildesten Energie pflegen, in den Worten ,unter meine Füße treten', jede Silbe gleich stark und gedehnt aussprach, lieh sie den kleinen Zeigefinger der rechten Hand langsam und tief heruntersinken, bis sie ihn endlich mit einem gebieterischen Rucke fest und steif nach unten streckte... Ihre Gestalt erschien in solchen Augenblicken noch einmal so groß, und man sah wirklich den Erdkreis unter ihren Füßen liegen." Solche Schilderungen der Wolterschen Kunst gibt es viele, und sie beweisen, mit welcher Hingabe die Zuschauer diesem unvergleichlichen, bis in die feinsten Einzelheiten von Sprache und Bewegung beherrschten Spiel lauschten. Charlotte Wolter war, was man eine „Naturmacht" nennen könnte. Sie zog das Publikum, ja selbst ihre Partner in einen Bann, so daß oft männliche Schauspieler von hohem Rang, wie Josef Lewinsky, alle Mühe aufwenden' mußten, um ihr überhaupt standzuhalten. „Wenn ich an die Wolter denke", sagt der spätere Burgtheater-Direktor W i l b r a n d t, „so fühle ich, was man nicht häufig findet, daß ich vor einer mächtigen Tat der Natur stehe, die einmal alles zusammenrafft, was zur Vollendung gehört."
Sie war in Köln geboren und kam aus den sehr ärmlichen Verhältnissen einer Familie, die aus den Eltern und 12 Kindern bestand. Mit sechzehn Jahren verließ sie das Vaterhaus, um Schauspielerin
zu werden. . . ,
Komödiantin herum, wo sie nicht recht auffiel. Den
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Rosemarie,
(Rosemarie...
Roman von Käthe Metzner,
„Wem gehört dieser Mantel?"
Aller Blicke richteten sich auf den dunkelblauen Tuchmantel. Keiner sah das haßerfüllte Lächeln der Genugtuung, das in dieser Sekunde um die Lippen der Lobe huschte.
„Mir gehört er." Rosemarie Neuß sagte es ruhig und erstaunt.
„Dann schlüpfen Sie aber schnellstens hinein, mein sauberes Fräulein, und scheren Sie sich zum Teufel! Langfinger kann ich in meinem Betrieb nicht dulden! Ihr Gehalt reichte wohl nicht — was? Daß Sie sich an fremdem (Selbe vergreifen mußten. Einen sicheren Blick haben Sie gehabt, das muß man Ihnen lassen..und zu den anderen gewandt, fuhr er fort:
„Meine Damen und Herren! Verzeihen Sie, wenn ich Sie hierher bitten mußte eines Vorfalls wegen, wie er in unserem Betrieb noch nicht vorgekommen ist. Beim Nachzählen der Lohnbeutel der Angestellten fehlte der Beutel von Herrn Heidenreich mit vierhundert Mark. Ich habe die Garderobe durchsuchen lassen und fand den Beutel zerknüllt in der Tasche eines dunkelblauen Mantels, der, wie sich soeben herausstellte, dieser netten Dame da gehört."
Durch die Angestellten ging ein Schaudern und leises Raunen.
Um Rosemarie drehte sich alles: der Chef, Herr Bachmann, die Angestellten, der ganze Speisesaal.
Ein furchtbarer Aufschrei gellte durch den Raum.
„Ich — ich habe ihn nicht genommen!" Dann brach Rosemarie zusammen wie ein auf den Tod verwundetes Tie» und um ihr Denken legten sich die schweren dunklen Schleier der Ohnmacht.
an dem furchtbaren Diebstahl; aber es würde ihr ja doch keiner glauben ... Keiner?
„Soll ich Sie begleiten, Fräulein Neuß? Ich glaube. Sie sind noch etwas schwach."
Rosemarie schüttelte schweigend den Kopf. Fürsorglich half ihr der Arzt in den Unglücksmantel und blieb an ihrer Seite, bis sie an dem hohen Gittertor standen. Als es sich hinter ihr schloß, überfiel Rosemarie mit einem Male die ganze Wucht des Geschehenen. Ausgestoßen war sie durch dieses Schandmal aus der Gesellschaft der ehrlichen Menschen. Würde Doktor Wangenheim an ihre Schuldlosigkeit glauben?
Was sollte sie jetzt tun? Sollte sie nach Hause fahren und Tante Berta das Herz so unendlich schwer machen. Sollte sie diese liebe, gütige Frau mit hineinziehen in die unglückliche Verkettung ihres eigenen Schicksals? Vielleicht stand morgen schon alles in der Zeitung. Dann würde man mit Fingern auf sie zeigen. Sie rang verzweifelt die Hände.
Um acht Uhr hatte sie sich mit Wolfgang verabredet. Sie würde ihm alles sagen. Er war ja selbst in dem Zimmer gewesen die ganze Zeit über, als die Lahnbeutel auf seinem Schreibtisch lagen. Und zuletzt war doch Fräulein Lobe in seinem Zimmer gewesen?
Rosemaries Gedanken waren auf dem richtigen Wege zur Klärung der Schuld, aber ihre reine Seele machte halt davor, einem anderen Menschen ein so furchtbares Verbrechen zuzumuten.
Es mußte anders fein. Aber nie würde sie es ergründen, nie ihre Schuldlosigkeit beweisen können.
Langsam verging die Zeit. Endlich war es halb acht Uhr. Mit gesenkten Augen stand Rosemarie am Park-Pavillon, wo sie sich immer getroffen hatten. Gleich würde er kommen, und er würde ihr glauben, ohne viele Worte glauben. Sie lehnte sich müde an einen Baum. Eine Viertelstunde schon wartete sie. Wolfgang war doch sonst immer so pünktlich gewesen. Es mußte etwas dazwischen gekommen sein. Wieder wartete sie. Aber plötzlich packte sie die furchtbare Erkenntnis: er würde nicht kommen, nie mehr kommen! Auch in seinen Augen war sie schuldig?
Nun war sie ganz allein?
Wie gestern drehten sich um sie die feuchten Herbstnebel und formten gespenstische Figuren. Aber heute floh sie vor ihnen nicht. Wohltuend empfand sie den schweren grauen Dunst, der sie vor den Blicken Neugieriger schützte.
Müde irrte sie umher. Wohin? Wohin? Der Tod war die einzige Erlösung. Aber sie war jung und trotz des falschen Scheines schuldlos, wenn auch nur vor sich selbst und vor Gott.
Fort, nur fort aus der Stadt, in der sie alle lebten, die von ihrer Schuld überzeugt waren — und in der Wolfgang Wangenheim lebte, der den Glauben an sie verloren hatte.
(Fortfehung fylgt.)
Als sie endlich wieder zu sich kam, war es schon sechs Uhr dreißig Minuten. Die Fabrik war bereits geschloffen.
Rosemarie konnte sich gar nicht erinnern, was geschehen war. Wo war sie? Träumte sie?
’ Da sah sie neben sich den Betriebsarzt, der ihr beruhigend über das Haar strich.
Langsam sammelten sich ihre Gedanken, als ihr Blick plötzlich auf den dunkelblauen Mantel fiel, der an einem Haken an der Wand hing. Da wußte sie alles.
Ein trockenes Schluchzen war in ihrer Kehle, aber sie fand keine erlösenden Tränen.
Man hatte sie in das kleine Zimmer neben der Portiersloge gebracht. Ihre Sachen lagen wohlgeordnet äuf' bem Tisch, und dabei lag ein Brief der Direktion.
Rosemarie stand schwankend auf. Der freundliche Arzt, der ehrliches Mitgefühl mit dem jungen Mädchen empfand, wartete auf ein paar Worte. Vielleicht hatte sie aus Not gehandelt... Wie schön und jung sie war...
Aber in Rosemarie schien alles tot und erstarrt zu fein. Was sollte sie diesem fremden Manne sagen? Sie allein wußte, daß sie unschuldig war
Doktor Wangenheim hastete durch sein Zimmer. Erledigte Telephongespräche, traf Anordnungen. Dann rief er den ersten Prokuristen und übergab ihm die Lohntüten der Angestellten zur Erledigung.
„Es stimmt alles, Bachmann. Ich habe selbst alles eingezählt und beschrieben. Sie brauchen heute abend nur ausgegeben zu werden."
„Jawohl, Herr Doktor!"
Bachmann nahm das große Zahlbrett, auf dem die Beutel einer neben dem anderen standen, und ging damit hinüber in die Buchhaltung.
Wangenheim ging hinüber in die Privatwohnung und ließ seine Sachen packen. Vor sechs Uhr abends ging kein Schnellzug wieder nach Frankfurt am Main.
Noch einmal nahm er das Telegramm aus der Tasche.
„Herr Kommerzienrat schweren Schlaganfall. Bitte sofort kommen!" hatte ihm der Direktor seines Vaters telegraphiert. Wolfgang drückte die Handflächen gegeneinander.
Vor elf Uhr würde er nicht an Ort und Stelle sein können! Oh, diese Qual der Ungewißheit! Er hatte nicht einmal die Ruhe, an Rosemarie noch ein paar erklärende Worte zu schreiben. Morgen früh, von daheim aus, würde er das tun.
Seine Gedanken eilten voraus zu seinem Vater.
Langsam vergingen die Stunden. Endlich fuhr unten der Wagen vor.
Als der Zug sich m Bewegung fetzte und die Großstadt hinter ihm versank, grüßten ferne Augen noch einmal schmerzlich bewegt zuruck.
In der Buchhandlung von Bachstedt & Co ging es sehr lebhaft zu. Stimmen schwirrten durcheinander. Harte Geldstücke flirrten. Große Scheine ^Prokurist Bachmann hatte das Zahlbrett an bie erste Buchhalterin, Fräulein Wendt, ordnungsgemäß abgegeben. Die Beutel wurden bis zur Auszahlung im Geldschrank verwahrt. Die Angestellten kamen erst gegen Abend daran. Zuerst wurden die Arbeiter ausgezahlt. ff
Wie immer am Ultimo, war die Stimmung aller Angestellten rosig. Wenn auch jeder rechnen mutzte und schließlich nicht viel übrigblieb — eme grotze Summe war es doch, die man da in die Hande bekam, wenn sie auch einen ganzen Monat lang reichen mußte.
Endlich war es so weit, daß auch die Auszahlung der Angestellten beginnen konnte. Beutel für Beutel
ersten großen Erfolg fand sie in Berlin, wo sie die „Hermione" in Dingelstedts Bearbeitung des „Wintermärchens" spielte: damals wußten Kenner bereits, daß mit ihr ein neues Genie erstanden fei. Als sie dann am Wiener Burgtheater als „Iphigenie" auftrat, war der Beifall so groß, daß sie ein Jahr später, am 12. Februar 1863, Mitglied dieser Bühne wurde, die damals die erste Europas, ja der Welt war. Während der folgenden 35 Jahre trat sie 2100 Mal in 127 Rollen auf, die berühmteste Tragödin, die je über diese Bretter gegangen.
Ihre elementare Gewalt war es, die sie unwiderstehlich machte, weniger die technische Leistung. Heinrich Laube, der dies wohl erkannte, sagte von ihr oft, daß sie „der artistischen Leitung" bedürfe. Ihre Fehler hafteten ihr auch bis ins Alter an: sie konnte große Teile der Rolle einfach herunterleiern, wenn es ihr so paßte, doch hob sie umgekehrt ein Machwerk zu einer unerhörten Höhe. Auch bemängelte man gern an ihr die Umbildung Tatsächlich erhielt sie erst durch ihren Gatten, Grafen O ' S u l l i v a n, den nötigen Schliff. Er ließ keine Vorstellung vorübergehen, wo sie auftrat: fein Platz war immer der linke Ecksitz der ersten Reihe. Ihr Organ wird als ein „Mezzosopran von dunkler Färbung" geschildert. Die Stimme vibrierte bei ergreifenden Szenen und schwoll dann zu einer Höhe und Stärke an, die „wie der schrillste Natur- laut ans Herz griff", — der berühmte Wolter- schrei. Ihr Gesicht verglich man einer Kamee. Anfangs zeigte es noch nicht das Oval und die edle Profillinie: die Backenknochen traten hervor und zeugten von den Hungerjahren, die sie durchgelitten hatte. Später aber, besonders während der Glanzzeit der Sechzigerjahre, bekam es die klas-
diese fünf Minuten später mit 4:3 in Führung lagen. In der 20. Minute mußte der Wohnbacher rechte Läufer nach einem unglücklichen Zusammenprall für einige Zeit verletzt den Platz verlassen. Nach beiderseitig verteiltem und schnellem Spiel von Tor zu Tor wurden mit 7:5 für die Gastgeber die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit war Wohnbach meist überlegen, konnte aber nur noch viermal einsenden. Dagegen hatte der wendige und schnelle Sturm der Gäste nach verschiedenen Durchbrüchen der Wohnbacher Hintermannschaft das Nachsehen und war noch dreimal erfolgreich. Schiedsrichter Schmidt (Butzbach) leitete aufmerksam.
Reit Turnier in Dortmund.
Das große Dortmunder Reit- und Fahrturnier hatte schon am Mittwoch, seinem Eröffnungstage, einen schönen Publikumserfolg zu verzeichnen. Auch der Sport brachte durchaus Befriedigendes. In der Eignungsprüfung für leichte Pferde ließ sich Frl. Schröder den Sieg nicht nehmen, während in der schweren Klasse Bacharach auf den ersten Platz unter 13 Konkurrenten Beschlag legte.
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Der Reichssportführer wird bei der am 3. März in Stuttgart stattfindenden Abschlußfeier des 15. Deutschen Turnfestes teilnehmen.
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Der deutsche Sprinter meifter B o r ch- metjer wird demnächst in Ettlingen an einem mehrwöchigen Kurs für den Kurzstreckenlaus neben Waitzer, Brechenmacher und Busch als Lehrkraft teilnehmen.
Oie Tragödin der Wiener Burg
Zum 100. Geburtstage der Schauspielerin Charlotte Wolter am 1. März.
Ron Robert Braun.
Die Dreffurprüfung für Reitpferde sah in der Abteilung der Amateurreiter Hauptmann Fou- quet mit Necker in Front. In der Einspänner- Wagenprüfung triumphierte wieder einmal die Reichswehr, Vöglein (Rittm. Stein) und Modena (Wachtmeister' Haid) hießen hier die ersten Pferde. Viel Anklang fanden wieder die Schaunummern.
Kurze Sportnotizen.
Im Rahmen der O l y m p i a v o r b e r e i t u n g e n der Wasserballer werden im März und April zwei weitere Kurse abgehalten. In Magdeburg bzw. Berlin wird eine Nachwuchsmannschaft gegen die bisherige deutsche Nationalmannschaft spielen.
Ohne Führer ist augenblicklich der österreichi- sche Sport, da der bisherige Präsident, Dr. Schmidt, und seine Stellvertreter Gsur und Dr. Schwarz von ihren Aemtern zurückgetreten sind. Auf der Haupversammlung des Oesterreichi» schen Hauptverbandes für Körpersport konnte über eine Neuwahl keine Einigung erzielt werden.
Deutsche Turnerschast und Reichsbund für Volkstum und Heimat.
Der Dietmar! der DT., Münch, wird, um die Beziehungen zwischen den beiden Verbänden enger zu gestalten, dem Führerrat des Reichsbundes für Volkstum und Heimat beitreten und ein führendes Mitglied des Reichsbundes in den engeren Diet- ausschuh der DT. berufen.
Handball im Gau XII der DT.
Wohnbach — (Brimingen 11:8 (7:5).
Am Sonntag trugen die ersten Mannschaften der genannten Vereine auf dem Wohnbacher Platz ein Freundschaftsspiel aus. Die Gäste, die nur mit zehn Mann erschienen waren, spielten recht ruhig, eifrig und aufopfernd, während die Einheimischen zu wünschen übrig ließen. Sie nahmen anfangs den Gegner zu leicht. Trotzdem sahen die Zuschauer ein abwechslungsreiches und faires Spiel, das nur wenige Härten zeigte. Bereits in der achten Minute führte Grüningen unverhofft mit 3:1. Eine Umstellung der Einheimischen machte sich bald bemerkbar, so daß
wurde noch einmal schnell durchgesehen, ehe die Telephone in alle Abteilungen klingelten, um die Empfänger zur Abholung zu rufen.
Aber da! Das Gesicht der ersten Buchhalterin verfärbte sich.
Sie hatte doch alles genau durchgesehen.
„Kinder, der Beutel von Herrn Heidenreich fehlt ja!" , v
Mit bebenden Händen sah sie mit ihren beiden Gehilfen sämtliche Beutel noch einmal durch. Dann wurde im Geldschrank nachgesehen. Herrn Heidenreichs Lohnbeutel mit vierhundert Mark fehlte!
Die erste Buchhalterin zitterte vor Aufregung. Vierhundert Mark! Es ging um ihren Ruf, um ihre Stellung, wenn der Beutel sich nicht fand. Dem alten Fräulein, das schon lange Jahre bet der Firma diente, standen die Tränen in den Augen, als sie sich endlich entschloß, den ersten Prokuristen, Herrn Bachmann, der das Zahlbrettt mit den Beuteln ja herübergebracht hatte, davon m Kenntnis zu setzen. ... .
Bachmann zweifelte nicht einen Augenblick an der Ehrlichkeit seiner Hauptbuchhalterin. Aber die Gehilfen sah er mißtrauisch an.
Doktor Wangenheims Zimmer wurde durchsucht.
Nichts fand sich. r .
Welche Angestellte war zuletzt hier?
Bachmann war soeben im Begriff, das feststellen zu lassen, als ihm ein anderer Gedanke durch den Kopf schoß. Ehe man die Kriminalpolizei in Kenntnis setzte, wollte man erst einmal selbst eine kleine Untersuchung vornehmen.
Die Telephone rasselten in alle Abteilungen des Büros. .
„Alle Anaestellten haben sich sofort tm Speise- saal zu versammeln!"
Die Anordnung löste allgemeines Erstaunen aus. Mutmaßnahmen flogen hin und her. Was war geschehen?
Herr Bachstedt wurde benachrichtigt, und nun gingen die beiden Herren mit dem Betriebsleiter Höhne als einwandfreien Zeugen zunächst einmal in die Garderobe. Sämtliche Mäntel und Taschen wurden durchsucht. Und siehe, der Plan, den Bachmann so ichnell instinktiv gefaßt hatte, war von raschem Erfolg.
Ties in die Tasche eines dunkelblauen Damenmantels vergraben, fanden sie vierhundert Mark in der Lohntüte des zweiten Prokuristen Heidenreich.
Die Herren waren sichtlich erfreut, aber auch unangenehm überrascht. Pfui, also war doch ein Langfinger unter den Angestellten. Wer hatte das geahnt, wo man doch stets eine so sorgfältige Auswahl getroffen zu haben glaubte.
Kurze Zeit darauf betraten sie mit gorngeroteten Gesichtern den Speisesaal. Der Betriebsleiter Hohne trug einen dunkelblauen Mantel über dem Arm. Totenstille. Erwartung.
Da sagte Bachstedt schneidend kalt in die Stille hinein:


