als durch die Befestigung des größten Gebäudes, das sie besaßen. Dies war natürlich die Kirche. Und so tragen in beinahe jedem deutschen Dorfe Siebenbürgens die Kirchen einen Festungscharakter. Oft umgibt sie eine Wehrmauer. Gleich neben der Kirche steht meist ein neues großes Haus. Das ist die S ch u l e, die sich die Bauern selbst bauten und die ihnen kein Staat hinstellte. Die Schule, die sie selbst erhalten, wenn es ihnen auch oft bitter schwer wird. Und in der Nachbarschaft steht noch das Pfarrhaus.
Der Bauer ist in vielen Gegenden modern geworden. Er führt den Holzpflug nicht mehr, wie man ihn bei anderen Völkern Siebenbürgens noch hie und da sieht. Er drischt und sät und pflügt mit den neuesten Geräten. Genossenschaftliche Organisationen gibt es auf jedem Dorfe. Ohne innere Spannungen gehen solche Zuströme neuer Gedanken nicht ab. Der Wechsel der Staatszugehörigkeit, die Krise und der Krieg, der Siebenbürgen im Jahre 1916 zum Schauplatz gewählt hatte, verstärkten die innere Gärung, die heute alle sächsischen Dörfer durchzieht und die alten überkommenen Organisationen, besonders die Kirche, einer starken Belastungsprobe aussetzt und sie zwingt, sich anzupassen und doch immer die höchste Führung in den Händen zu behalten. Denn bei einem Volke, das wie dieses keine staatliche Unterstützung findet, das alles, was es hat und was es bedeutet, nur aus eigenster Kraft gegen Widerstände selbst erkämpfen muß, ist die umfassende Organisation der Kirche ein unschätzbarer Segen, der es erhält und leitet. Die jahrhundertalten Verbände der dörflichen Bruder- und Schwesterschaften gliedern die Jugend ein in einen festen Gemeinschaftsverband. In neuester Zeit entstanden überall sogenannte Selbsthilfearbeitsmannschaften als Auswirkung der nationalsozialistischen Bewegung im Reich, die bis hierher fruchtbar nachwirkte. Die Arbeitsmannschaften setzten sich zum Ziele, in freiwilligem Arbeitsdienst völlig unentgeltlich für die Gemeinschaft nötige Arbeiten zu leisten.
Die Tracht der Bauern, die wochentags in manchen Gegenden schon verschwunden ist, wird am Sonntag überall angelegt. DieMädchen tragen, nach der Konfirmation, auf dem Kopfe ein seltsames Kleidungsstück, eine Art Zylinder ohne Krempe, von dem bunte Bänder herunterfallen. Die Kleidung ist reich und bunt. Und überdies von Ort zu Ort so vielfältig verschieden, daß eine Beschreibung gar nicht möglich ist. Auch die Farbe wechselt. Die Männer haben im allgemeinen einen langen Rock, blau, braun oder aus weißem Leder, Schaftstiefel, dunkle Hosen: ihnen hängt, in den meisten Gebieten, das Hemd über die Hose, eine Eigentümlichkeit, die man von den Rumänen übernahm.
In den Städten häuft sich das Nebeneinander noch ganz bedeutend. In den wichtigsten deutschen Städten, in Kronstadt, Hermannstadt, Schäßburg, Mediasch und Bistritz, ist der äußere Kern noch deutsch. Die Anlage der Straßen und Gebäude ist deutsch. In Schäßburg gibt es Winkel und Ecken wie in irgendeinem fränkischen Städtchen. Aber selbst hier, zwischen alten Basteien und Mauern, lockt immer der Osten mit fremdem Völkergemisch und geht der ruhige deutsche Schritt wie von jeher seiner Arbeit nach. H e r m a n n st a d t, die Hauptstadt so vieler vergangener Jahre, ist noch heute der Mittelpunkt des deutschen Lebens in Siebenbürgen. Hier residiert das Oberhaupt der deutschen evangelischen Kirche Rumäniens, der Sachsenbischof, der nach dem Kriege zum Bischof aller Deutschen evangelischen Glaubens in Rumänien wurde. Hier liegt das große Brukenthalmuseum, eine der schönsten deutschen Provinzsammlungen, die es überhaupt gibt, in der man ein Bild all dessen gewinnt, was aus sächsischem Fleiß geschaffen wuroe.
Am lautesten ist das Leben in K r o n st a d t. Die Stadt war früher von größter Handelsbedeutung für den ganzen Westen, der Umschlagplatz des Orienthandels für Wien und Nürnberg. Heute ist sie ein wirtschaftlicher Knotenpunkt Siebenbürgens, eine große Jndustrieniederlassung, der Sitz der mächtigsten deutschen Firmen im Lande. Sie ist zugleich die schönste Stadt Siebenbürgens. Die Karpathen umschließen sie. Der Wald flieht bis in die Straßenviertel hinein. Die Berghänge Überhöhen sie. Hier ist zugleich ein Mittelpunkt des siebenbürgischen Berg- und Wintersportes.
Wie in grauen Zeiten ist auch heute die Aufgabe und die Bedeutung der Deutschen in Siebenbürgen an ihre Leistung gebunden, die unvergleichlich ist. Sie sind die Sämänner der Kultur, heute ganz ohne äußere Machtmittel, nur durch das Beispiel und die Tat. Damit aber übernehmen sie auch eine Sendung des ganzen deutschen Volkes, denn dieses wird in der Fremde in erster Linie nach denen beurteilt, die es dort vertreten. Es ist schwer, in der Fremde als Deutscher zu bestehen, ohne seine Art zu verlieren. Wo dies am reinsten und schönsten gelang, liegt Siebenbürgen. Wenn Kunde von siebenbürgischer Not, von der Bedrohung der deutschen Schule und Kirche, der deutschen Sprache und Zukunft in diesem Bergland ins Reich dringt, so erwidere es die Treue mit - Treue!
Wirtschaft.
* D i e Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten im Januar. Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") ist für den Durchschnitt des Monats Januar mit 120,9 (1913/14 = 100) gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben.
* D i e Jahresabschlüsse der Siemens- Gesellschaften. In den am 31. Januar abgehaltenen Aufsichtsratssitzungen der Siemens- Schuckert-Werke AG. und der Siemens & Halske AG. wurde der Jahresabschluß für das Geschäftsjahr 1932/33 vorgelegt. Bei der Siemens- Schuckert-Werke-AG. gelangt eine Dividende wiederum nicht zur Auszahlung. Die Gesellschaft hat auch in diesem Jahre mit Verlust gearbeitet, der allerdings erheblich geringer war als im Vorjahr. Soweit der entstandene Betriebsverlust nicht Deckung in Erträgen aus Beteiligungen, Zinsen und außerordentlichen Erträgen fand, wurde er durch Inanspruchnahme von Rücklagen gedeckt. Bei der Siemens 6- Halske-AG. bleibt ein verfüg- barer Reingewinn von 6 140 749 (6 973 708) Mark, zuzüglich Vortrag aus 1931/32 von 2,89 Millionen mit zusammen 9 026 065 Mark. Der Generalversammlung am 7. März soll die Ausschüttung einer wieder 7prozentigen Dividende vorgeschlagen werden, während 2,76 (2,89) Millionen Mark zum Vortrag bleiben. Seit dem Tiefstand der Belegschaftszahlen am 1. März 1933 hat sich die Zahl der Beschäftigten in Deutschland bis zum Ende des Kalenderjahres um ca. 12 000 vermehrt. Daneben war es ersreulicherweife möglich, die z. T. erheblich unter 40 Stunden gesunkene Arbeitszeit nicht unwesentlich zu erhöhen.
frankfurter Börse.
IG. Farben gewannen 0,50 v. H., Bekula und einige Montanwerte bis zu 0,40 v. H. Am Rentenmarkt blieben Reichsanleihen und späte Reichsschuldbuchsorderungen bei kleinem Geschäft behauptet. Reichsmark-Obligationen gingen vereinzelt etwas lebhafter um bei allerdings unveränderten Kursen. Man nannte u. a. RWE. 83,90 bis 84,13, 1947er Stahlverein 76,75 bis 77,25, 4,-50 v. H. Bewag 84, Gulden-Phönix 76,50 bis 77, 6 v. H. Preußen 58,50 bis 59. , .. v
Im Verlaufe blieb die Börse still und Veränderungen von Belang waren nicht festzustellen. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 18,90, Altbesitzanleihe 96,40, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 72,50 bis 72,75, Schutzgebietsanleihe 9,85, Reichsbank 165,50, Buderus 74,75, Gelsenkirchen 58,25, Harpener 86,75, Klöckner 57,75 bis 58, Mansfelder Bergbau 30,65, Rheinstahl 87,50, Stahlverein 37,75, Aku 42,50, Betula 123,75, Bemberg 43, Conti Gummi 153, Daimler 41,40, Scheideanstalt 177, Licht & Kraft 100,50, IG. Farben 126,Gesfürel 91,40, Holzmann 68,25 Metallgesellschaft 70,75, Schuckert 102,50, Zellstoff Waldhof 47,75, Südd. Zucker 185, Reichsbahn-Vorzugsaktien 112,65, Hapag 27,50, Nordd. Lloyd 29,50.
frankfurter i^etrclveb rse.
Frankfurt a. M., 31. Jan. Bei g-egen den Montag völlig unveränderten Preisen nahm der Markt einen schleppenden Verlauf, da jegliche Anregung fehlte. Das Angebot blieb in allen Getreidearten reichlich. Futtermittel waren seitens der Fabriken ebenfalls stärker offeriert, die Preise bröckelten zum Teil weiter etwas ab. Es notierte (Getreide
per Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50 bis 173, Braugerste 175 bis 177,50, Hafer 146 bis 149; Weizenmehl» Spezial 0 mit Austauschweizen, 29,10 bis 29,65, dasselbe ohne 27,60 bis 28,15, Roggenmehl, 0- bis 60prozentig, 23,50 bis 24, dasselbe südd. Spez. 0, 24, Weizenkleie 10,60, Weizenfuttermehl 11,50, Roggenkleie 10,50, Sojaschrot 15,20, Palmkuchen 15,50, Erdnußkuchen 16,40 bis 17,15, Treber 17,50, Trocken- schnitzel 10,25, Heu, südd., 6,50 bis 7, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 2 bis 2,20, dasselbe gebündelt, 2 bis 2,10. Tendenz ruhig.
Allgäuer Butter» und Käsebörse.
Kempten, 31.Jan. Allgäuer Molkereibutter, 1. Qualität, 125 (letzte Notiz: 125), Allgäuer Molkexei- butter 123 (123), Sennbutter 116 (116), Bauern- butter 86 (86), Rahmeinkauf bei 42,5 v. H. Fettern- heiten ohne Buttermilchrückgabe 123 (123), Allgäuer Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware, 23 bis 26 (23 bis 26); Marktlage normal. Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt, 1. Sorte, 70 bis 72 (70 bis 72), derselbe, 2. Sorte, 65 bis 67 (65 bis 67). Marktlage unverändert. Notiz: Die Preise sind Erzeugerpreise ab Lokal oder ab Station des Erzeugers ohne Verpackung für ein Pfund.
Frankfurter Schlachtvielzmarkt.
F r a n k f u r t a. M., 1. Febr.uar. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 37 Rinder, 931 Kälber, 394 Schafe, 532 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 43 Mark, Hämmel 25 bis 32 Mark, Schafe 23 bis 28 Mark, Schweine 43 bis 49 Mark.— Marktverlauf: bei allen Viehgattungen ruhig.
Die Zag- im Februar.
TNiltagsbörse befestigt.
Frankfurt a. M., 31. Jan. Die Börse lag sehr ruhig und uneinheitlich. Es erfolgten zum Ultimo noch geringfügige Glattstellunaen. Da die Kulisse auf die Reichstagsrede des Führers hin offenbar vorgekauft hatte, erfolgten gewisse Positionslösungen, auf der anderen Seite lagen einige Käufe der Kundschaft vor, so daß die Kursbesserungen überwogen. Die Rede des Reichskanzlers wurde nach wie vor zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Wirtschaft an der Börse besprochen, außerdem regten Abschluherwartungen der Transferbesprechungen an.
Farbenindustrie setzten 0,50 v. H., Deutsche Erdöl 0,40 v. H. schwächer, Metallgesellschaft 1 v. H. fester ein. Am Elektromarkte lagen Tarifwerte fest, es gewannen Bekula, Gesfürel und Rhein. Elektro je 0,75 v. H. Siemens vor der Bilanzsitzung, über deren Ergebnis an der Börse noch nichts bekannt wurde, 2,25 v. H. schwächer. Montanwerte eher freundlich, doch betrugen die Besserungen nur durchweg 0,25 v. H. Phönix allerdings 0,75 v. H. niedriger. Kaliwerte lagen fest, Aschersleben + 2 v. H., Kali Westeregeln + 3 v. H. Im einzelnen lagen Bemberg 2 v. H. niedriger, dagegen Zellstoff Waldhof 0,13 v. H., L. Tietz 0,75 v. H., Daimler 0,25. v. H., Reichsbankanteile 1,50 v. H. höher. Von Transportwerten Reichsbabn-VA. 0,13 v. H. freundlicher, AG. für Verkehr 0,65 v. H. niedriger, Schifffahrtswerte behauptet. Auch der Rentenmarkt lag ziemlich ruhig. Reichsmark-Obligationen bis 0,25 v. H. freundlicher. Von Reichsanleihen Alt- und Neubesitz je 0,13 v. H. schwächer, späte Reichsschuldbuchforderungen behauptet. Von fremden Werten zogen Ungar. Goldanleihe um 0,25 v. H. auf 6,45 v. H. an.
Auch im Verlaufe blieb das Geschäft an allen Märkten recht ruhig und die Kursgestaltung weiterhin uneinheitlich. Von Aktien bröckelten IG. Farben erneut 0,50 v. H., Daimler 0,40 v. H., Lahmeyer 1 v. H. ab. Andererseits waren Kali Westeregeln erneut 1,50 v. H. fester. Die verspätet zur Notiz gekommenen Werte lagen meist etwas fester, außer Conti Gummi (—2 v. H.). Reichsanleihen gingen ebenfalls etwas zurück, Altbesitz 96,25 nach 96,40, Neubesitz 18,90 nach 18,95. Don Länderanleihen waren Hessen von 1928 und 1929 weiter erhöht, im übrigen traten kaum Veränderungen ein. Von Stadtanleihen waren Mainzer 0,65 v. H. gedrückt, die übrigen blieben behauptet. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen bei kleinstem Geschäft gut behauptet, Liguidationspfandbriefe dagegen zeigten Schwankungen bis 0,75 v. H. nach beiden Seiten. — Tagesgeld war zum Ultimo gefragt und um 0,50 v. H. auf 4 v. H. erhöht.
Abendbörse: klein.
Das Geschäft an der Abendbörse war infolge Ordermangels klein. Einige Umsatztätigkeit entwickelte sich lediglich aus der Kulisse heraus, so daß die Kurse gegen den Berliner Schluß meist leicht anzogen. Der Ultimo brachte keine Schwierigkeiten, ferner wirkten die Ausführungen des Reichskanzlers und ihr Auslandsecho nach.
Der Monat Februar ist einer der stillsten Monate des ganzen Jagdjahres. Die meisten Wildar- ten haben Schonzeit.
Rot- und Damwild genießen den Schutz des Gesetzes. Wenn in Hessen darin für das männliche Wild noch eine Ausnahme gemacht wird, so ist zu hoffen, daß es zum letzten Mal in diesem Jahre geschieht und daß übers Jahr auch darin einheitliche Bestimmungen für das ganze Reich bestehen. Der weidgerechte Jäger stellt an sich schon den Abschuß von sich aus ein. Gegen Monatsende beginnen die starken Hirsche oft schon mit dem Abwurf des Geweihes.
Schwarzwild wird, wenn Schneefall die Möglichkeit zum Kreisen bietet, noch besagt.
Das Rehwild ist bis jetzt ohne nennenswerte Verluste durch den Winter gekommen. Der seither meist herrschende Frost ist dem Gesundheitszustand des Wildes außerordentlich förderlich gewesen. Der erfahrene Jäger weiß, daß die schlimlnste Zeit beim Uebergang des Winters ins Frühjahr erst kommt. Im März und April haben wir in den letzten Jahren immer die größten Verluste gehabt. Um ihnen vorzubeugen, oder sie einzuschränken und für die Erhaltung eines gesunden Wildstandetz, sind ausgiebige Salzlecken von größter Bedeutung. Der Revierinhaber, der an der Ausgabe dafür herumzwackt, spart; am falschen Platz, weil er durch die Verluste am ; Wild einen um so größeren Schaden erleidet. Je häufiger dem Wild die Gelegenheit zum Lecken geboten wird, um so besser ist es. Ein Hegegang zeigt, I daß die stärkeren Böcke schon hoch geschoben haben.
Der Januar ist nicht sehr winterlich verlaufen. Das hat immer zur Folge, daß frühzeitig Junghafen sich einstellen, die dann draußen im Felde kaum Deckung finden und den Elstern, Krähen, und anderem Raubgesindel wehrlos ausgesetzt sind.' Kurzhalten der schwarzen Gesellen und Wieselfang! in der Kastenfalle sind wichtige Hegemaßnahmen.
Gerade im Interesse des für dar Jagdjahr so wichtigen ersten Hasensatzes ist es wichtig, darauf zu achten, daß das Sengen der Rains und Schneiden und Roden Hecken im Februar beendigt wird, wenn es nicht überhaupt unterbleiben kann. Gerade das Sengen wird sehr oft von Jugendlichen.ausgeführt, während nur der Jagdbefitzer dazu berechtigt ist. Ihm aber verbietet es das Gesetz auch nach dem 1. März. Es ist dabei einerlei, ob es sich um eine Behörde (Eisenbahn- oder Straßenverwaltung) handelt, oder um Privatpersonen. Die Organe des Jagd- und Naturschutzes sind gehalten, derartige von dem Naturschutzgesetz mit Strafe bedrohte Handlungen zur Anzeige zu bringen.
Die Entenjagd ging zu Ende. Auch die F a- fanenhenne ist vom Abschuß zu verschonen. Ebenso hat das neue preußische Jagdgesetz die Jagd auf den bunten Hahn bereits geschlossen, der in Hessen noch geschossen werden kann. Jeder Jagdpächter sollte danach trachten, wie er dem Fascmenbesatz weiterhelfen kann. Die Erfahrungen 'mit dem Aussetzen sind in den meisten Revieren so erfreulich, daß Fortsetzung dringend erwünscht erscheint. Der Februar ist, nicht nur wegen des geringeren Preises,
sehr gut geeignet dazu. Denn in ihm läßt sich der Fasan meist noch leicht an Fütterung und damit ans Revier fesseln.
Der Dachs, der in Preußen schon Schonzeit hat, darf auch in Hessen vom 16. Februar ab nicht mehr besagt werden. Denn oft findet man schon vor diesem Termin Jungdächse im Bau.
Das übrige Raubwild steht in der Roll- oder Ranzzeit, die bei den echten Mardern allerdings, wie wir jetzt wissen, eine falsche Nanz darstellt, während die echte in den Juli-August fällt. Die Gelegenheit, den Fuchs in dieser Zeit vor dem scharfen Erdhund auf dem Bau zu schießen, wird sich der Jäger um so weniger entgehen lasten, je mehr die Anwendung jeglicher Tellereisen, wie durch das neue preußische Jagdgesetz, verboten wird. Damit werden rasch tötende Fangarten wieder zu ihrem Recht kommen, oder aber wird sich der Jäger mit den verschiedenen Arten der Fuchsjagd (Reizen, Lappen, Luderplatz, Drücken) wieder mehr vertraut machen müssen.
Wenn man zur Zeit ins Revier kommt, fällt einem sofort die auffallend große Zahl von Bussarden auf. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß darunter zahlreiche Nordländer sind, die wieder verschwinden. Aber immerhin bleiben auch dann noch so viele zurück, daß sie u. U. für die Jagd unangenehm werden können. Daß sich unter ihnen Spezialisten mit besonderen Interessen für Fasanen- und Hühnerfütterungen befinden, ist längst erwiesen. Diele Jäger sind sich nicht darüber im Klaren, daß ihnen das Gesetz die Möglichkeit der Abhilfe bietet, und sie rechnen den Bussard zu den ganzjährig geschützten Raubvögeln. Dies ist verkehrt. Er darf in Hessen bis Ende März und in Preußen jetzt auch bis Ende Februar geschossen werden. Eine kleine Einschränkung ist dadurch möglich, ohne daß er von einer besonderen Gefahr für feinen Bestand bedroht würde. Denn die größte Gefahr für ihn waren die Eisen, die restlos verboten find.
Der Jagdschutz muß sich vor allem der Bekämpfung der Hundeplage zuwenden. Der jagdliche Laie macht sich keine Vorstellung davon, welche Wildwerte alljährlich durch Hunde vernichtet wer- den. Die Gefahr wird um so größer, je mehr von Leuten, die von Dressur und Führung von Hunden keine Ahnung haben, hetz- und jagdlustige Rassen gehalten werden. Die Bekämpfung ist durch das neue preußische Jagdgesetz wiederum erleichtert worden in der richtigen Erkenntnis der hier drohenden Gefahr, die alle Hege und Pflege einer Jagd illusorisch machen kann. Leider verschwinden noch zu viele Hunde still, ohne daß der Besitzer zum Schadenersatz für gerissenes Wild herangezogen worden ist. Würde dies mehr geschehen, so wäre es bald anders.
Hubertue.
Daten für Donnerstag, I.Februar.
1874: der Dichter Hugo von Hofmannsthal in Wien geboren (gestorben 1929); — 1905: der Maler Oswald Achenbach in Düsseldorf gestorben (geboren 1827); — 1933: Aufruf an das deutsche Volk (Adolf Hitler verkündet feinen Vierjahresplan).
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beichlostenen Dividende an — Reichsbankdiskoni 4 o H. Lombardzinsfuß 5 o. H
tfrrontiur u. 1>1
Berlin
Hranktun o.M
Berlin
Schluß- hirt
Schlußk. Bbend- börse
Schluß- kurS
Schlußk Mittag« bSrse
Schluß- Iur4
Schlußi. Abend- dürfe
Schluß« kurs
Schlußk. Mi'iag« bürt
Datum
30-1
31-1
30. L
31-1
Datum
30-1
31-1
30-1-
31-1.
6% Deutfrfie Reichoanleihe v 1927 «% cljem.7% Dl. Reichsanl. v. 1920 6^1% Doung-Anleihe von 1930
Deutsche lUnl.-Vlbloi.-GdiulD mit
AuSlos.«Rechten .....
DeSgl. ohne AuSIol.-Rechte......
6% e()em.8% -ess. Äolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ....
6% Hess. LandeSbank Darmstadt Gold fit 12
6Yt% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadl Liaui
Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten
Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlol.-Rechten
6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar biS 1935
•% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe, 16 unkündbar bis 1936
6Yi% ehem. 4Vi% Franks Hyp.- Bank-Llqil.-Pfandbricse
Wo ehem 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Gvidpfe
6% ehem. 8% Pr Landespfand- briesanslall, Pfandbriefe R. 19
<% ehem. 7% Pr LandeSpsand- briefanstall, Pfandbriefe R. 10
Steuergutsch BerrechnungSkurS
4% Oesterretchiichr Gvldrenre
4,20% Lestcrceichilche Silberrente 4% Unganjche Goldrenle
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
*Vi% desgt. von 1913
6% adgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zvllanleihe von 1911 4%^Türkische Bagdadbahn-Anleihe
94,13 100,3 95,75
96,5 19,1
95,5
92,5
91,9
93
95,13
93
93
91,65
92,4
94
94 97
20 0,90
6,2 5,7
5,65
7 6
94,65
100,25
96
96,4
18,9
96
92,5
91,9
94
95
93
93
92,25
92
94
94
97
20
0,90
6,45
5,7
5,75
7,25
6
93,75
100,3 95,65
96,4 19
95,65
95,25
94
94
97
20,5 0,90
6,1
5,7
5,6
7,3 6
6,05
94,25 100,2
96
96,4 18,85
95,65
92,5
95,5
94
94
97
21
1
6,4
6 5,75 7,75
6
6,1
4% deagl. Serie II
6% Rumcin. vereinh. Rente v. 1903 <!4%Rumän.vereiilh.Renkev.l913 4% Rumänisch « ereinh. Rente ..
Stz% Anatolie.
vamburg-AmeNla-Pakei o
Hamburg.Südam. Dampfschiff O Hansa-Dampfschifs ........ O
Norddeutscher Lloyd .......O
A G. für Berkel)rawesen Akt. . O Berliner Handelsgesellschaft 4
Commerz- und Privat-Bank 0
Deutsche Bank und DiSconko-
Gesellschaft............... o
Dresdner Bank......... 0
Reichsbank ....... 12
A.tr.G. .................. o
Bekula.................... o
Elektr. Lieferungsgesellschaft.. 6 t'idu und Kraft g
Felten L Guilleaume 0
Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ...... 6
Schuckert S Co............5
Siemens S Halske............ 7
LahmeverSEo............ 10
Buderus 0
Deutsche Erdöl .............. 4
Gelsenkirchener .............. 0
Harpener ............... 0
Hoclch Eisen-Köin-Reuessen .. 0
Ilse Bergbau 6
Ilse Bergbau Genüsse....... 6
Klöcknerwerke 0
Mannesmann'Röbrra........0
6 4,25
6,8 3,6 27,75
27,65
29,75 64,75
89 19,5
58,5 60,5 164,5
28,13 123,75
93 19,75
58
91 93,5
• 02,5 145 112
74 103 18,75
87,5
139,5 109
58,5 59
4,25
7,05
3,7 28,25
27,5
29,5 64,13 88,75
50,5
60 61,5 165,5
28 123,75 93,25 100,5
58,5
91,4
94,5
102.5
142,5
111
74,75
103 58,25 86,75
138,5
109
58
60
6
6,85
3,65
28,25
27,75
23,9
29,75
64,5
89
49,5
58,5
60,5
165,25
28,13
123,4
93
100
58,13
90,9
94
102,5
144
111
75
102,5
58,13
87,75
67,25
136,25
109
58,5
59,25
6,1
6,9 3,7
28,5
27,5 23,5
29,4
63 89,5 50,25
60 61,5
166
27,65 123,5
93 100,5 58,5
91 94,5 102,5 143,5
111
75,25 103
58,25 86,75
67 138,5 109,5
57,5 59,5
Frarmur, a. M
Berlin
DeoijenmarH Berlin — Irankfnrl a M
Schluß- Iure
Schlußk. Abend« dürfe
Schluß- turs
Schlupr Mittag, börse
30-Januar
31. Januar
Amtliche Notierung fiVlh | Lrie
Amtliche Notierung
Datum
30-1-
3M
30-1
31.1
Geld
Brie
Mansselder Bergbau........ O
Kokswerke O
Phönix Bergbau ............ O
Rheinische Braunkohlen ..... IO
Rheinslahl O
Bereinigte Stahlwerke........O
Otavi Minen O
Kaliwerke Aschersleben........6
Kaliwerke Westeregeln........6
Kaliwerke Salzdetfurth..... IV*
I. G. Farden-Inoustrt»....... 1
Scheideanstatt......... 9
Goldschmidt .......... O
RütgerSwerke ......... O
MetaUgeiell schäft............. O
30
46,5
198
8,13
38,5
11,9
110
111
146
126,75
179,5
51,75
53
69,75
30,65
45
197,75
87,5
37,75
12,25
114,75
115,5
146
126
177
51,75
53
70,75
30,75
86,13
45,25
198,75
88,25
38,25
12,13
110,75
111,25
146.5
126,13
51,5
53,25
70
30,25
86,5
45,13
197,5
87,13
38
12,13 115
116 150
125,5
51,75
52,9 71
Helsingfor».. Wien ......
Prag.......
BudapeA ... Sofia ......
Holland .... Oslo ......
Kopenhagen. Stockholm . London .....
Buenos Aires Neu York .... Brüssel.....
Italien.....
Paris ......
Schweiz .... Spanien...
5,784 47,20 12,46
3,047
168,33
65,73
58,44
67,48
13,085 0,664 2,607 58,29 22,00
16,43
81,04
33,67
81,39 0,779 0,219 5,664
11.94
5,796 47,30
12,48
3,053
168,67
65,87
58,56
67,62
13,115
0,668
2,613
58,44
22,04
16,47
81,20
33,73
81,55 0,781 0,221
5,676
11,96
Banknoten
5,774 47,20
12,45
3,047 'i68,33.
65,63 58,34
67,33
13,055 0,663
2,612 58,32
22,00 16,44
1,12 33,77 81,39 0,777 0,219 5,664
11,91
5,786
47,30
12,47
3,053
168,67
65,77
58,46
67,47
13,085 0,667
2,618
58,44
22,04 16,<,8
81,28
33,83
81,55
0,779
0,221 5,676
11,93
Philipp Holzmann ........ O
Zementwerk Heidelberg ...... O
Zementwerk Karlstadt ........O
Schultheis Patzenhoser .....O
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O
Bemberg O
Zellstoff Waldhof ............O
68,5
84,5
100
42
45,25
47,65
68,25
84,5
100
42,5
43
47,75
69,25
94,5
42,5
45
47
69,25
95,75
42,5
42
47,25
Danzig.....
Japan ......
Rio de Ian. . Jugoslawien. Lissabon....
Lerlin, 31. Januar
(Selb
Sriet
Amerikanische Roten..............
Belgische Noten ................
Dänische Noten ................
Englische Noten .................
2,565
58,16
58,08
13,01
16,40
167,81
21,86
65,47
67,16
80,94
33,63
2,585
58,40
58,32
13,07
16,48
168,49 21,94 65,73
97,44
81,28
33,77
Zellstoff Aschassenburg .......O
Dessauer Gas ...... 7
Daimler Motoren............ 0
Deutsche Linoleum........... O
6,9
41,4
47,5
37
41,4
47
36
112,25
41
47,65
37 112,65 41,25
47
Orenstein & Koppel..........O
Leonhard Tieft ............ 0
Iba dr . ............10
Areumulatoren-Fabrü........ O
Lonti-Gummi ........O
Grttzner ................. O
Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4
17,5
153,5 177 153
20,5
69,75
18,25
154
177,75
153
21,25
71,25
62,25
17,5
153,5
176
153
1 21
61,75
17,75
153,5
178,4
152,9
21
Holländische Noten...............
Italienische Noten ..............
Norwegische Noten .............
Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten ..............
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten ...............
Süddeutscher Zucker 8
193
185
1 194
185,4


