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Die

sind

den

Henry Hallett-Dale (London) und

Professor Otto Loewi (Graz) gemeinsam zu per* leihen wegen ihrer Verdienste auf dem Gebiete der Nervenforschung.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler emp­fing den früheren englischen Luftfahrtminister Lord Londonderry und Gemahlin. Vorher waren Lord und Lady Londonderry Gäste des Minister­präsidenten Generaloberst Göring.

König Eduard VIII. empfing Botschafter v. Ribbentrop zur Ueberreichung seines Be­glaubigungsschreibens. In Begleitung des Botschaf­ters befanden sich Gesandter Woermann, Bot­schaftsrat Für st Bismarck, Legationsrat Diel­feld, Legationsrat Freiherr Marschall v. Bieber st ein, Legationssekretär Dr. K o r d t sowie der Militärattache General Geyr von Schweppenburg, der Marineattachö Konter­admiral W a ß n e r und der Luftfahrtattache Ge­neral der Flieger Wenninger.

König Boris von Bulgarien stattete dem im Hafen von Warna liegenden Schulkreuzer Emde n" einen Besuch ab. Der König, der mit militärischen Ehren begrüßt wurde, unterzog das Schiff einer eingehenden Besichtigung. Nach dem Besuch waren der Kommandant Kapitän z. S. Lohmann, einige Offiziere sowie Generalkonsul von Ungelter Gäste des Königs im Schloß Euxino- gr°z>. t

Die Rede Mussolinis in Mailand am Sonntag, den 1. November, wird vom Deutsch­land se n d e r in der Zeit vom 16 bis 16 20 Uhr übertragen und anschließend von 16.45 Uhr in deutscher Uebersetzung wiederholt.

wird.

Politisch hat das deutsch-österreichische Abkommen vom 11. Juli dieses Jahres und die damit erfolgte Ausräumung des zwischen Deutschland und Italien stehenden Miß­verständnisses auch für den Donauraum eine ganz neue Lage geschaffen. Denn es ist jetzt nicht mehr möglich, eine der beiden in Südosteuropa vorwie­gend interessierten Großmächte gegen die andere auszuspielen. Durch das Juliabkommen wie durch den Berliner Besuch des italienischen Außenmini­sters sind völlig klare Verhältnisse geschaften, die früher oder später von allen Ländern des Donau­raumes eine eindeutige Stellungnahme verlangen. Dazu zwingt auch die revolutionäre Offensive des Bolschewismus gegen Europa. In völliger Verkennung ihrer europäischen Aufgabe hat die Tschechoslowakei als unbedingter Gefolgs­mann Frankreichs sich im Frühjahr 1935 bereit­gefunden, ebenfalls einen Militärpakt mit Sowjetrußland abzuschließen, auf Grund dessen das Land heute schon zu dem weit nach Mitteleuropa hinein vorgeschobenen Aufmarschge­biet der roten Armee Moskaus geworden ist. Ja, es hätte nicht viel gefehlt, so wäre auch Rumä­nien in die Operationsbasis des Bolschewismus einbezogen worden. Da die beiden neuer Verbün­deten keine gemeinsame Grenze haben und Polen für derartige Pläne nicht in Betracht kommt, gin­gen die Bemühungen Moskaus und Prags dahin, Rumänien für den Ausbau einer strateaischen Bahn von Mohilew über Czernowitz und weiter südlich der polnischen Grenze über die Karpathen nach Marmarosch-Sziget zu gewinnen. Der Plan wäre vermutlich gelungen, wenn nicht im entschei­denden Augenblick T i t u l e s c u , Jahrzehnte hin­durch Rumäniens allmächtiger Außenminister, ge­stürzt worden wäre und die neuen Männer in Bu­karest anscheinend der jeder engeren Bindung an das bolschewistische Moskau feindlichen Stimmung in der öffentlichen Meinung Rumäniens Rechnung tragen wollen. .

Inzwischen wurde die Erklärung des Königs der Belgier für eine nach allen Seiten hin un­abhängige Politik, die Belgien aus allen Kon­flikten der Großmächte heraushält, auch für die Staaten im Südosten ein neues Warnungssignal.

Irak innerhalb von zwei Stunden eine Militär­diktatur errichtet worden ist, hat in England b e - trächtlichesAuf-sehen erregt. Es ist bekannt, daß der eigentliche Urheber des Aufstandes, der kurdische General B e g S i d k y, wie auch der neue Ministerpräsident Hikmat Sulaiman, kein Freund der Engländer ist. Beide sind Gegner des gegenwärtigen englisch­irakischen Bündnisses, das anläßlich der Aufhebung des britischen Mandats über den Irak und des Eintritts des irakischen Staates in den Völkerbund im Jahre 1932 abgeschlossen worden war. Die beiden neuen arabischen Führer, die das Militär hinter sich haben, werden voraussichtlich eine intensive nationalistische Politik verfolgen. Sie werden möglicherweise auch die Be­strebungen zur Schaffung eines panara­bischen Staates in Kleinasien und im mittleren Osten ermutigen. Infolgedessen rech­net man mit der Möglichkeit neuer, weit ver­breiteter Unruhen in den arabischen Landern.

Das neue Kabinett wird voraussichtlich die schon

zu Stockholm hat beschlossen, den Nobel-Preis in Physiologie und Medizin für das Jahr

1936 Sir ~

Re chsmuMage -er HI. in Braunschweig eröffnet.

R e i ch s m u s i k t a g e der Hitler-

Jugend, die nach dein ooraufaegangcnen lungslager nunmehr einer breiten Oeffentlichkelt Zeugnis von dem musikalischen Schaffen der Hitler- fugend geben werden, wurden im großen Rittersaal der Burg Dankwarderode feierlich eröffnet Namens der braunschweigischen Staatsregierung sprach Mini­sterpräsident K l a g g e s Worte des Willkommens. Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Hesse dankte

Reichsjugendführung, daß sie nunmehr schon die dritte große Veranstaltung innerhalb eines Jahres in Braunschweig durchführe, das sich mit der Jugend des neuen Deutschland besonders eng ver­bunden fühle.

Der Nobelpreis für Physiologie und Medizin.

Das Lehrerkollegium des Karolinischen Institutes

Staatsstreich im Irak.

Arabische Nationalisten stürzen die Regierung in Bagdad.

1OOOOO Opfer des bolschewistischen Blutrausches in Spanien.

Zunehmende Kampfmüdigkeit der roten Verteidiger Madrids.

DerfowjettussWeMilttmMA leitet die Verteidigung Madrids.

Enge Zusammenarbeit mit Moskau.

P a r i s , 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung desMatin" handelt es sich bei dem sow­jetrussischen General, der die Leitung d er militärischen Operationen zur Verteidi­gung der spanischen Hauptstadt übernommen hat, um den bisherigen Militärattache an der s o w j e t r u s s i s ch e n Botschaft in Madrid Soren). Gorew ist einer der jüngsten Generäle Sowjetrußlands. Er habe sich in der Revolutions­zeit bei der Verteidigung von Zarizin gegen die Weißgardisten hervorgetan und in dem Kriege der Sowjetunion gegen Polen durch die Eroberung der Festung Grodnö ausgezeichnet.

In London ist man über die enge Zusammen­arbeit von Moskau und Madrid sehr beun­ruhigt, da dadurch der Krieg in Spanien nur noch verlängert würde. Die Sowjetregierung habe die sog. MadriderRegierung" mit Tanks und Kampfwagen versorgt. Das wisse man in London aus ganz unparteiischer Quelle. Der rote Ministerpräsident" Largo Caballero soll bei der Vorstellung des sowjetrussischen Generals G o - r e w vor dem Generalstab der marxistischen Mili­zen erklärt haben, daß zwischen Madrid und Mos­kau nicht nur Gemeinsamkeit der Weltanschauung, sondern auch der Waffen destehe.(l)

Bemerkenswerte Disziplinlosigkeiten in französischen Marinearsenalen.

Paris, 31. Okt. (DNB.) Funkspruch.) Nach einer Meldung desMatin" ist der Marine- ausschuß des Senats aufs höchste entrüstet über die Zwischenfälle, die sich vor einiger Zeit in den Marinearsenalen von Cherbourg anläßlich des Besuches des Unterstaatssekretärs für die Kriegsmarine, Blancho, ereignet haben. Es heißt, Angehöriger marxistischer Organisationen hät­ten sich im Innern der Kriegsarsenalanlagen drohende Lieder gegenüber den Marinebehör­den und Offizieren erlaubt, die diese Beleidigungen

Vomben auf das Regierimosgebäude.

London, 30.Oft (DRV.) In Bagdad wurde ein Staatsstreich gemacht, der zu einem Re­gierungswechsel geführt hat. Es handelt sich um einen TNilitäraufstand, dessen Anstifter der Kurdenführer Veg Sidky sein soll. Der Aufstand begann bereits am Donnerstag. 2H i - litärflugzeuge flogen über Bagdad und warfen Flugblätter ab, in denen die Regierung zum Rücktritt aufgefordert wurde. Zwei Stunden später kehrten sie zurück. Diesmal warfen sie Vomben auf die Regierungsge­bäude. Daraufhin beschloß das Kabinett zuriick- zulreten. Der neue Regierungschef hikmat Su­laiman ist der frühere Innenminister. Er ist türkischer Herkunft. Der abgesehte INinister- präsident General H a s ch i m i, der Außenminister Nuri Pascha und der General Jafar Pascha sind aus Bagdad verschwunden. Gerüchte be­sagen, daß Jafa Pascha getötet worden sei, als er versucht habe, den Aufständischen entgegen- zutreten.

Das Echo in London.

Englandfemdlicher Kurs am Ruder.

London, 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der militärische Staatsstreich, durch den im Königreich

verstärkt durch die Enttäuschung über das Bündnis mit Frankreich, das durch die in dem Dreikönigs­pakt vom Januar 1935 gipfelnde Annäherungspoli- tik Lavals gegenüber Italien in seinem Wert für Südslawien erheblich geschmälert worden war. Der Abschluß eines italienisch-südslawischen Handels­vertrags zu Beginn dieses Monats ist die erste Frucht dieses neuen Kurses und die freundliche Auf­nahme, die er in der früher so leidenschaftlich die Unversöhnlichkeit des Gegensatzes betonenden öffent­lichen Meinung beider Länder gefunden hat, läßt auf eine dauernde Besserung des Verhältnisses zwi­schen Italien und Südslawien hosfen.

Die Niederer st arkung Deutschlands unter dem Nationalsozialismus hat unter den Staa­ten des Donauraums, namentlich in Ungarn, Bul­garien und ^Südslawien großes Interesse gefunden. Es gründet sich einmal auf die gleiche Anschauung über den Kommunismus als staatszerstörendes Element, als welches ihn alle die genannten Län­der am eigenen^Leibe kennengelernt haben, zum anderen auf die durchaus begründete Hoffnung, ihrer Wirtschaft neue Möglichkeiten zu erschließen, die ihnen bisher weder die namentlich von dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Hodza ent­worfenen Wirtschaftspläne der Kleinen Entente noch die Abmachungen mit Italien hinreichend bieten können. Im ganzen Südostraum gibt die bäuerliche Wirtschaft den Ländern ihr Gepräge. Weizen, Mais, Gerste und Roggen sind die wichtigsten Ausfuhrgüter. In Südslawien z. B. sind von den 14 Millionen Einwohnern 76 v. H. in der Landwirtschaft beschäftigt und nicht anders ist das Verhältnis in Ungarn und Bulgarien. Für den Absatz ihrer Agrarprodukte kommen also nnrroi^ gend solche Länder in Betracht, die ein Zuschuß­gebiet für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind. Durch Vermehrung des Anbaus von solchen Agrarproduk­ten, die in Deutschland aus klimatischen und ande­ren Gründen nicht hinreichend erzeugt werden, wie z. B. Oelsaaten auf Kosten des bislang vorwiegend gepflegten Getreidebaus, beginnen sich die drei Länder wertvolle Ausfuhrwaren zu schaffen, die wir gerne aufnehmen, wenn wir dafür Erzeug- niffe der deutschen Industrie dort einführen können. An Maschinen hat z. B. Südslawien Bedarf, sobald es daranaeht, seine Industrie langsam auszubauen und dis Blei- und Kupferbergwerke, die heute in der Hand ausländischer Gesellschaften sind, in eigene Regie nimmt. So sind hier durchaus aussichtsreiche Ansätze zu einer Intensivierung der Wirtschafts- bezilHungen, die allen Beteiligten von Nutzen sein

den bereitwillig gewährten Rüstungsanleihen einen wirtschaftlich hinlänglich wertvollen Ersatz zu bieten für die Ausschaltung des deutschen und italienischen Handels vom Donauraum. Dazu kam, daß Oester- reich und Ungarn sich Italien näherten und in den römischen Protokollen vom März 1934 eine feste Grundlage für eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit fanden, die für die Entwicklung in Südosteuropa eine wachsende Be­deutung bekam. Fast gleichzeitig war zwar im Fe­bruar 1934 von Südslawien, Rumänien, Griechenland und der Türkei der Bal- k a n p a k t unterzeichnet worden, der die antireoi- sionistische Front der Kleinen Entente nach Süden verlängern sollte und dem deshalb auch Bulga­rien und Albanien fernblieben, aber die ver­schieden gelagerten Interessen der Teilnehmer er­lauben doch nur in einzelnen Fragen ein politisches Zusammenwirken.

So schien der alte Brandherd Europas, der seit dem Einbruch der Türken und deren langsamer Zu- rückdrängung immer wieder die europäischen Staatsmänner in Atem gehalten hat und an dem sich schon so viele Kriege entzündet haben, wieder bestimmt zu sein, seine verhängnisvolle Rolle zu übernehmen. Aber drei Faktoren haben seitdem die Lage auch hier im Südosten erheblich verändert: einmal die Begründung des italienischen Imperi­ums, zum andern die Wiedererstarkung Deutschlands unter dem nationalsozialistischen Regime und schließlich die revolutionäre Offensive des Bolsche­wismus gegen Europa. Die gegen den italieni­schen Feldzug in Abessinien von Eng­land in Szene gesetzten Völkerbundssanktionen fan­den die wärmste Unterstützung der Tschechoslowakei und Rumäniens, während Südslawien die koloniale Expansion Italiens als eine Entlastung feiner Adria- käste empfand, wenn es auch mit Griechenland und der Türkei das von England vorgeschlagene Mittel­meerabkommen mitmachte zum Schutze seiner dal­matinischen Küste. Nach dem Siege Italiens in Afrika sieht man in Belgrad die Möglichkeiten einer Entspannung im Verhältnis zu dem Adrianachbarn, da die Lösung der großen kolonialen Aufgaben in Abessinien für Italien Ruhe in Europa zur Vor­aussetzung hat. Der Wunsch nach einem Ausgleich, den man in Rom teilt, wird bei den Südslawen

Der neue rumänische Außenminister Antone sku weilte in diesen Tagen in Belgrad, um mit seinem Kollegen Stojadinowitsch di« neue Lage zu besprechen. Auch ohne amtliche Verlautbarung über diesen Besuch kann man erraten, daß Südslawien aus seiner eingewurzelten Abneigung gegen jede Bindung mit dem Bolschewismus es bot aut Grund der traditionellen Beziehungen seines Herr­scherhauses zu den Romanows Den Resten der Wrangelarmee ein Asyl und hat bis heute noch nicht die Sowjetunion anerkannt die Rumänen gewarnt hat vor der Schlinge des Pakts mit Sow­jetrußland, und vermutlich wird dies auch der Hauptgegenstand des Gesprächs gewesen sein, das König Carol und sein Außenminister bei seinem Staatsbesuch inPrag mit dem tschechoslowakischen Präsidenten Dr. B e n e s ch gehabt haben. Hatte seinerzeit schon die Sanktionsfrage die Stabilität der Kleinen Entente auf eine harte Probe gestellt heute sind Rumänien sowohl wie die Tschecho­slowakei emsig bemüht, die Fehler wiedergutzu­machen, die sie dem Ueberetfer der Herren Titu- lesku und Benesch zu verdanken haben so stellt der Russenpakt die Staatsmänner der Kleinen Entente vor die noch weit schwierigere Frage, ob es möglich ist, daß ein Teilhaber so eng in ein Großmachtbundnis verflochten wird, daß er in jeden Konflikt zwangsläufig hineingezogen werden muß, während die beiden andern Teilhaber sich aus solchem Konflikt grade herauszuhalten wünschen und vielleicht sogar die Neigung haben, nach dem Beispiel Belgiens ihre Unabhängigkeit nach allen Seiten hin wieder zu gewinnen.

Die Ankündigung, daß der rumänische Außen- Minister von Prag aus auch in Warschau einen Besuch abftatten wird, deutet jedenfalls auf die Absicht hin, auch außerhalb des Kreises Fühlung zu nehmen, der unter Titulesku für die rumänische Außenpolitik allein maßgebend war. Denn wenn auch zwischen Polen und Rumänien ein Bündnis be­steht, so war doch der Draht BukarestWarschau äußerst dünn geworden. Ihn wieder fester zu knüpfen und vielleicht dabei auch auf die Besserung der Beziehungen zwischen Polen und der Tschecho­slowakei hinzuarbeiten, wird Antonesku in War­schau vermutlich versuchen. Gleichzeitig weilt der

südslawische Außenminister Stoiadinowitsch in Ankara. Die Türkei hat bisher auf gute Be­ziehungen zu Sowjetrußland Wert gelegt. Die Meerengenkonferenz in Montreux hat dies Ver­hältnis getrübt, der Besuch König Eduards VIII. in Istanbul die Beziehungen zu England gefestigt. Vermutlich wird auch hier die Stelluna zum Bol­schewismus Der Hauptgegenstand der Unterhaltung sein. So hat Frankreichs Pakt mit Moskau und Die revolutionäre Offensive des Bolschewismus auch den ganzen Südosten in Bewegung gebracht. Eine neue Konstellation zeichnet sich zwar noch nicht deutlich genug ab, um von ihr sprechen 3U können, aber die Vorgänge im Donauraum verdienen als Merkmale künftiger Entwicklungen auch weiter unsere Beachtung. *

Die Tschechosowale, Safis der roten Luftflotte.

Eine aufschlußreiche Landkarte.

Berlin, 30. Ott. (DRV.) Die tschechoslowakische Regierung fühlte sich noch vor nicht langer 3ey be­müßigt, unter Bezugnahme auf eine Nürnberger Rede von Reichsminister Dr. Goebbels die fow- jctrussischen Flugzeugstühpunkte auf tschechoslowaki­schem Voden abzuleugnen. Runmehr hat das SowjetblattRa Strasche" eine Landkarte veröffentlicht, die das Dementi der Tschechoslowakei in eigenartigster Weise beleuchtet. Die Landkarte trägt nämlich den TitelUnsere Flugbasen in der Tschechoslowakei" und nennt als solche folgende Orte: Munkacs, Uzhorod, kaschan, prehburg, Olmüh, Brünn, Iglau, Pardubitz, Rei­chenberg, Prag, Vudweis, Pillen, Karlsbad, Eger. Das dokumentarische Zeugnis in einem Sowjetblatt beweist in eindeutiger Klarheit, wie sehr Deutschland mit feiner Behauptung von der Gefahr des sowjet­russisch-tschechoslowakischen Vündnisses recht hat. An­gesichts einer derartigen Feststellung im befreunde­ten Lager dürften nun wohl weitere Demen­tis zwecklos fein.

vor zwei Jahren vorgeschlagene allgemeine Militärdienstpflicht einführen. Ein Auf­stand der irakischen Stämme ist nicht ausgeschlossen, da sie erbitterte Feinde Der allgemeinen Wehrpflicht sind. In Kairo und Jerusalem sind auch Gerüchte in Umlauf, daß die neuen Ereignisse im Irak mit Der Feindseligkeit gegen Die Juden zusammenhängen, Die in letzter Zeit sehr stark zu­tage getreten ist. Erst Anfang dieses Monats mehrere Juden in Bagdad und Basra von Arabern umgebracht worden.

Sevilla, 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie das Nationalistische Hauptquartier in Valladolid bekannt­gibt, stellen sich die Verluste an Der Südfront seit Kriegsbeginn für die Roten auf 17 000 Tote und für die Nationalisten auf 2000 Tote. Außerdem sind in dem von den Roten besetzten Gebiet nach den bis­herigen Schätzungen 10 0000 Personen ver­schollen, von denen die Mehrzahl zweifellos dem bolschewistischenBlutrauschzumOpfer gefallen ist.

Die Kampfmüdigkeit bei den roten Verteidigern von Madrid nimmt offensichtlich immer mehr xu. So hat sich der rote Sender in der Hauptstadt be­reits veranlaßt gesehen, zu verkünden, daß sich nie- mand mehr in Madrid zeigen dürfe, der nicht e n t- ro e b er ein Gewehr oder einen Spaten trage. Wer nicht bereit sei, auf den Feind zu schie­ßen, müsse mindestens Schützengräben aufsuchen. 47 Angehörige der marxistischen Miliz sind in Ma­drid unter der Beschuldigung, Spionage für den Feind getrieben zu haben, erschossen worden. Die Erschießung sand als warnendes Bei­spiel öffentlich statt.

Bei Grinon, südwesllich von Madrid, ist eine vollzählige Kompanie Infanterie zu den Nationalisten übergegangen. Wie die Ueberläufer erkürten, traut die roteRegie­rung" dem Militär, das sie in ihren Dienst gepreßt hat, nicht mehr. Die Soldaten müßten deshalb stän­dig innerhalb der Verbände der roten Milizen marschieren, und würden für die ge­ringste Widersätzlichkeit mit der Todesstrafe bedroht. Die Verluste der roten Milizen sollen infolge ihrer Unerfahrenheit ungeheuer groß fein. Die tatsächlichen Mannschaftsbestände der einzelnen Abteilungen liegen teilweise bis 50 v. H. unter ihrer Sollstärke. Ursprünglich hätten die roten Horden selbst für it)r e Verpflegung ge = sorgt, indem sie die Ortschaften ausgeplun- bert hätten. Unmittelbar vor den Toren von Ma­drid sei diese Lebensmittelbeschaffung jedoch nicht mehr möglich, da die wenigen überlebenden Ein­wohner der zerstörten Dörfer selbst Hunger litten. Auch die herbstliche Kühle wirke sich äußerst unangenehm aus, da die Milizen weder Män­tel noch Decken hätten.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Direktor Der Singakademie, Professor Dr. Georg Schumann, aus Anlaß seines 70. Geburtstages sein in Silber gerahmtes Bild mit einer persön­lichen Widmung durch Staatssekretär Funk über­reichen lassen.

Im Einvernehmen mit dem Reichsärzteführer Dr. Wagner hat Hauptamtsleiter Hilgenfeldt die Oberin Käthe Böttger zur Generaloberin der NS. - Schwesternschaft ernannt. Zu gleicher Zeit ernannte Hauptamtsleiter Hilgenfeldt Schwester Margarete L i e f e g a n g zur Oberin Der Freien NSV. -Schwesternschaft.

schweigend über sich ergehen lassen mußten. Es handelt sich um eine Strophe der Internationale, in der davon gesprochen werde, daß die Kugeln für d i e eigenen Admiräle bestimmt seien. Diese Strophe sei mehr gebrüllt als gesungen worden, gerade^ als die Admirale, Offiziere und Ingenieur-Generäle in großer Uniform in Begleitung des Unterstaatssekretärs vorbei kamen. Während die Marinesoldaten ihre Gewehre präsentierten, hätten die umstehenden Marxisten die Offiziere beschimpft. Niemals so schließt derMatin", habe man in der Geschichte der französischen Marine etwas Schimpflicheres erlebt.

Neuyork im Wahlkampf.

Hafenarbeiterstreik in den pazifischen Häfen

Neuyork, 30. Okt. (DNB.) Die Wahlschlacht Der Republikaner erreichte ihren Höhepunkt mit einer Rede Landons im Madison Square Gar­den, wo ihm lebhafte Huldigungen dargebracht wurden. Eine regelrechte Wahlstimmung bemäch­tigte sich Der ganzen Stadt. Große Mengen durch­zogen singend, johlend und fahnenschwenkend den Times Square. An allen Straßenecken sind Laut* sprecher aufgestellt, es bilden sich Gruppen, Die die Wahlaussichten lebhaft besprechen. Mehrfach mußte berittene Polizei die Menge auseinander treiben, wenn gegnerische Gruppen tätlich aneinanberge­rieten. Die republikanischen Wahlrebner legen zu­sehends den Nachdruck auf ihre fommunifti- schen Wahlargumente gegen Roose­velt. So greifen sie besonders scharf den Sieb- lungsverwalter Tugwell mit Der Behauptung an, daß seine Mitarbeiter Kommunisten seien und daß die von ihm erbauten Siedlungen hauptsächlich Kommunisten zugute kämen. Die republikanischen Zeitungen stellen auch die Behauptung aus, daß der Jude Dubinsky, ein Neuyorker Kommunist und Gewerkschaftssekretär, als Wahlmann auser- sehen sei. Diese Vorwürfe werden von führenden Demokraten ebenso leidenschaftlich widerlegt wie Landon seine Wähler immer wieder versichert, daß er keine Rassenvorurteile hege, um die zahlreich umlaufenden Gerüchte zu entkräften, daß die Re­publikaner Antisemiten feien.

Je näher der Wahltag rückt, um so unbestimmter erscheint der Wahlausgang. Ein unvorhergesehenes Ereignis, wie etwa ein großer Streik, könnte in letzter Stunde nach der einen oder anderen Seite den Ausschlag geben. Ein solcher ist in den Häfen der amerikanischen Pazifikküste am Freitagmorgen zum Ausbruch gekommen, lieber 200 Schiffe, davon allein in Der Bucht von San Fran­zisko 40, liegen still. Der Warenverkehr von 300 000 Tonnen, die täglich nach den Häfen der Ostküste ver­laden werden, ist unterbrochen. Außer Den Hafen­arbeitern sind in San Franzisko noch 800 Speicher­arbeiter in den Ausstand getreten, wodurch die großen Mühlen, Lebensmittelspeicher und Eislager­häuser in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Es besteht die Gefahr, daß sich der Hasenarbeiterstreik auch auf die Häfen im Golf von Mexiko ausbehnt, da die Hafenarbeitergewerkschaft in New Orleans den Sympathiestreik angekündigt hat.

Kunst und Wissenschaft.