Kameradschastsabend -er Gießener <5(5.
Am gestrigen Sonntag vereinigte sich der I. Sturmbann der 83. SS.-Standarte (Gießener SS.) mit seinen Fördernden Mitgliedern und vielen Gästen aus der Partei, der Gießener Garnison und der .Gießener Volksgenossen im Saale des CafL Leib zu einem Kameradschaftsabend. Wie tief unsere Gießener SS. mit der Bevölkerung verbunden ist, wurde eindrucksvoll durch den überaus starken Besuch des Abends bewiesen; der Saal des CafL Leib war bis zum letzten Plätzchen dicht besetzt, wobei der große Kreis der Fördernden Mitglieder, den man auch bei dieser Feier wieder bemerkte, durch sein zahlenmäßig starkes Erscheinen zu erkennen gab, wie eng sich diese Volksgenossen aus allen Berufsschichten und auch aus den höheren Lebensaltern verbunden fühlen mit den jungen Kameraden der SS., denen sie für ihren Dienst gerne Rückhalt und Stärkung sein wollen. Sehr erfreulich trat ferner die herzliche Kameradschaft zwischen den Soldaten unserer Garnison und den Männern der SS. zutage, wie überhaupt der ganze Verlauf des Abends eine so prächtige Stimmung und eine so ausgezeichnete Kameradschaft und Gemeinschaft des Denkens und Strebens offenbarte, daß man diese Stunden des kameradschaftlichen Erlebens noch lange in Erinnerung behalten wird.
Als Vertreter des vor einigen Wochen verunglückten, jetzt aber erfreulicherweise wieder auf dem Wege der Besserung befindlichen Führers des I. Sturmbanns, SS. - Hauptsturmführer H e i n - bad), begrüßte dessen Adjutant SS.-Untersturmfüh- rer Horn die große Feiergemeinschaft, besonders die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden, der Wehrmacht, in erster Linie aber die Fördernden Mitglieder, denen er sagte, daß auch dieser Abend dazu beitragen solle, das bisherige schöne und enge Verhältnis zwischen der SS. und ihren FM. noch herzlicher und noch enger als bisher zu gestalten. Die Kameraden der SS.
brauchten die Förderung und den Rückhalt durch ihre FM., diese aber könnten sich jederzeit auf die Männer der SS. verlassen, und so seien beide zusammen eine feste Gemeinschaft, die, wie in früheren Fahren, insbesondere in der Kampfzeit, auch weiterhin geschlossen und treu im Dienste des Führers stehen werde. Der Treugruß des Redners an den Führer fand beaeisterten Widerhall in der großen Feiergemeinschaft.
Der Musikzug der 83. SS.-Standarte unter Leitung des SS.-Untersturmsührers Bach erfreute in hohem Maße mit einem prächtigen und ab- wechslungsreich ausgestalteten Konzert. Die Zuhörer bekamen dabei instrumentale Darbietungen zu hören, die von bester künstlerischer Schulung Zeugnis ablegten und eindrucksvoll offenbarten, daß die Musik auch im Kreise der SS. eine ausgezeichnete Pflegstatt besitzt. Die Dortragsfolge brachte hervorragende Werke der klassischen Musik, daneben aber auch Darbietungen aus dem Bereich der mehr volkstümlichen Kompositionen, außerdem einiae Ausschnitte aus dem Gebiete der Marschmusik. Rach jeder Richtung hin bot der ausgezeichnete Klangkörper so Hervorragendes, daß immer wieder außerordentlich starker Beifall durch den Saal brauste, der oft so gewaltig anschwoll, daß er fast kein Ende nehmen wollte. Man kann jedenfalls die erfreuliche Tatsache berichten, daß der Musikzug der 83. SS.-Standarte unter seiner ausgezeichneten künstlerischen Leitung zu den besten Kapellen gehört, die wir seit Jahren hier gehört haben, und daß man dieser Kapelle bei Konzerten in Gießen immer wieder gerne und dankbar lauschen wird.
Im Anschluß an das prächtige und flott verlaufene Konzert konnten sich die Besucher noch einige Stunden bei frohem Tanz und in angeregter kameradschaftlicher Unterhaltung vergnügen.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Der erste Adventskuchen.
Eigentlich ist es ein Dackelerlebnis, das hier erzählt werden soll. Aber es hängt mehr als eng mit Dem Kuchen zusammen, den die Mutter zur Feier des ersten Adventsonntags backen wollte. Um so freudiger, als lieber Besuch unerwartet für das Wochenend eingetroffen war. So hatte sie den Teig mit sehr viel Liebe, Butter und Rosinen ange- mengl und ihn, sorgfältig mit einem großen Tuch bedeckt, auf den Heizkörper zum „gehen" hingestellt.
Auch sie mußte gehen, um noch einige Besorgungen zu erledigen, und so hatte sie die Tochter mit der dreifachen Aufgabe zurückgelassen, den lieben Gast zu unterhalten, den drei Monate alten, unablässig zu dummen Streichen aufgelegten Dackel im Auge zu halten, und sich zwischendurch um den steigenden Hefeteig zu bekümmern. Als sie sich in Ausübung der letzten Pflicht in die Küche begab, rannte Klein-Seppl ihr mit fröhlichen Sprüngen voran. Erspähte den verlockend herabhängenden Zipfel des teigoerhüllenden Tuches, sprang spielerisch danach in die Höhe, erschnapptZ ihn — und herunter rutschte das Tuch, und mit ihm die Schüssel, deren herrlich lockerer Inhalt sich restlos über den jungen Missetäter ergoß.
Entsetzt schrie die Tochter laut auf, während der vor Schreck wie wahnsinnig sich herumwälzende Hund in jammervollen Klagetönen derart heulte, daß der Gast, ein tapferer Anaehöriger der Wehrmacht, sofort zu ritterlicher Hilfeleistung herbeistürzte. Vor dem Anblick der formlosen, kreischenden, sich schlangengleich windenden Masse auf der Erde versagte aber im ersten Augenblick auch seine strategische Tatkraft. Wo und wie sollte man hier zugreifen? Außerdem begann ein Lachreiz in ihm aufzusteigen, der vielleicht noch siegreich überwunden worden wäre, wenn nicht Sepvl, dem der Teig buchstäblich aus denAugen und rasseschönen Schlappohren lief, plötzlich den Weg der Selbsthilfe beschritten hätte. Mit schnalzender Zunge machte er sich daran, seine wunderbare, noch nie erlebte Umhüllung gliederweise, unter tollsten Verkrümmungen, abzuschlecken. Und da gab es kein Halten mehr. Tochter und Gast brachen in ein nicht endenwollendes Gelächter aus, bis jählings die Tochter voller Schrecken ausrief: „Um Himmelswillen, der Teig wird in seinem kleinen Magen weiter aufgehen und er wird platzen!"
Da griff der Gast entschlossen ein. Trotz leidenschaftlichen Sträubens des schlüpfrigen kleinen Leckermauls drückte er dieses gewaltsam zu, während die Herrin schnell ein warmes Bad in die Wanne ließ, in die der oberflächlich abgekratzte Dackel dann gesetzt wurde. Unnötig zu versichern, daß er mit allen Kräften bestrebt war, der Behandlung mittels Bürste und Seife zu entspringen. Doch mit vereinten Kräften gelang die Säuberungsaktion, und ein sanftes Nachspülen in einem zweiten Bad ließ er sich sogar mit wohligem Knurren gefallen. Vielleicht dämmerte es ihm leise, daß er nur knapp dem Lose entgangen war, im Wohlleben zu ersticken?
Er ist auch nachträglich nicht geplatzt. Trotzdem kann man von keinem „happy end“ sprechen, da es sich ja eigentlich um den ersten Adoentskuchen handelte. Man kann nur wehmütig von ihm denken: „Behüt dich Gott, er wär zu schön gewesen."
E. v. M.
Dornotizen.
Tageskalender für Montag.
NS.-Frauenschast Gießen-Nord, 20 Uhr, Ortsgruppenabend im Caf6 Ebel. — Gloria-Palast, Seltersweg: Zwischen Abend und Morgen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Arme kleine Inge".
Gießener Konzert-Verein.
Man schreibt uns: Für das dritte Konzert des Konzertoereins am Donnerstag, 3. Dezember, ist der jugendliche deutsche Geiger Professor Dr. Wilhelm S t r o ß gewonnen worden, jetzt an der staatlichen Akademie für Tonkunst in München, ein Schüler Bram-Elderings in Köln, aus dessen Schule auch Adolf Busch hervorging. Stroß hat in den wenigen Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit einen sehr großen künstlerischen Ruf erlangt, wie aus Kritiken von Berlin, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und anderen Städten vervorgeht. Es wird überall seine hinreißende Lebendigkeit im Spiel, seine Abgeklärtheit und Innerlichkeit, sein prachtvoller Bogenansatz und biegsamer Ton gepriesen; der erst 26jährige Geiger wird allenthalben in die Reihe allererster
Violingrößen gestellt. Man darf mit Recht auf diesen Abend gespannt sein, da wir wieder einen echt deutschen Geiger begrüßen dürfen. Das Konzert beginnt pünktlich um 20 Uhr und findet in der Neuen Unioersitätsaula statt.
Kreisfiimstelle.
Der Groh-Tonfilm „Friesennol"
wird von der Gaufilmstelle Hessen-Nassau an folgenden Terminen vorgeführt:
Dienstag, 1. Dezember, in Treis a. d. Lda.;
Mittwoch, 2. Dezember, in Allendorf a. d. Lda.;
Donnerstag, 3. Dezember, in Londorf;
Freitag, 4. Dezember, in Geilshausen;
Samstag, 5. Dezember, in Großen-Bufeck;
Sonntag, 6. Dezember, in Heuchelheim;
Montag, 7. Dezember, in Reiskirchen;
Dienstag, 8. Dezember, in Beltershain;
Mittwoch, 9. Dezember, in Ettingshausen;
Donnerstag, 10. Dezember, in Steinbach;
Freitag, 11. Dezember, in Annerod;
Samstag, 12. Dezember, in Watzenborn-Steinberg;
Sonntag, 13. Dezember, in Großen-Linden;
Montag, 14. Dezember, in Klein-Linden;
Dienstag, 15. Dezember, in Kirch-Göns;
Mittwoch, 16. Dezember, in Gambach;
Donnerstag, 17. Dezember, in Nieder-Florstadt;
Freitag, 18. Dezember, in Assenheim;
Samstag, 19. Dezember, in Kaichen;
Sonntag, 20. Dezember, in Nieder-Mörlen;
Montag, 21. Dezember, in Nieder-Wöllstadt;
Dienstag, 22. Dezember, in Ober-Eschbach;
Mittwoch, 23. Dezember, in Nieder-Erlenoach.
Dieser Film schildert in spannender Handlung das Schicksal deutschen Kolonisten in Rußland und die rassischen Gegensätze zwischen Deutschtum und Bolschewismus. Niemand sollte den Besuch dieses außergewöhnlichen Spielfilms versäumen. Eintrittskarten im Vorverkauf durch die Ortsgruppen.
NSV., Ortsgruppe Sießen-Ost.
Vetr. Lebensmittel-Opferring.
Die Sammlung wird Dienstag, 1., und Mittwoch, 2. Dezember, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur (Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.
Es wird gebeten, daß sich außer den Mitglie
dern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern.
Vetr. Kohlenversorgung.
Die Kohlenhändler werden aufaefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum 5. Dezember, täglich in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr in Zahlung genommen werden.
Landschastsbund Volkstum und Heimat
Ortsring Gießen.
Dienstag, 1. Dezember, um 20 Uhr, in der Aula des Gymnasiums: Film- und Lichtbilderoortrag von Dr. Winter über „Heimisches Brauchtum". Volksund Heimatlieder eines Mädchenchors. (Eintritt 20 Pfennig. Jedermann willkommen!
25 Jahre im Polizeidienst.
Die Polizeidirektton Gießen teilt uns mit: Herr Oberinspektor der Schutzpolizei Hoffmann kann am 1. Dezember dieses Jahres auf feine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nach dem Schulabschluß trat er am 1. Dezember 1911 bei der Polizeidirektion Mainz ein, leistete dort seine dreijährige Vorbereitungszeit für die Polizerkommissar- laufbahn ab, um alsdann in den verschiedensten Polizeidienstzweigen verwendet zu werden. Nach Beendigung des Krieges, den Oberinspektor der Schutzpolizei Hoffmann an der Front mitmachte, nahm er seinen Dienst bei der Polizeidirektton Mainz wieder auf. Nach der im Jahre 1920 abgelegten Polizeikommissarprüfuna fand Oberinspektor Hoffmann als Polizeikommissar wiederum Verwendung bei der Polizeidirektton Mainz. Im Juni 1922 wurde er zum Leiter der Polizeiverwaltung Gonsenheim bei Mainz ernannt. Das Jahr 1923 — französische Besatzungszeit — brachte seine Ausweisung und Uebersievlung nach Gießen, wo er bis zu seiner Rückkehr nach Gonsenheim bei der Polizeidirektion Gießen dienstliche Verwendung fand.
Oberinspektor der Schutzpolizei Hoffmann wurde 1932 zur Polizeidirektion Gießen versetzt und dem Polizeiaußendienst zugeteilt, bei dem er eine leitende Stelle einnimmt.
Während seiner nunmehr 25jährigen Pokizeidienst- zeit hat sich der Jubilar als ein durchaus tüchtiger Polizeisachmann erwiesen, der sich die Hochachtung
Wege im Nebel.
Vornan von Käthe Mehner.
(Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.)
20 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Nur einen Blick warf die Nachtschwester auf das totenbleiche Gesicht der Verwundeten, auf das mit Vlut befleckte Kleid, das unter dem Mantel sichtbar wurde. Dann wandte sie sich an den Pförtner:
„Sofort in den Operationssaal! Ich rufe den Oberarzt!"
Freundlich, aber entschieden wies sie dann Rammelt, der folgen wollte, zurück:
„Vor morgen früh können wir Ihnen leider keinen Bescheid geben, Herr ..."
„Schmidt, Dr. Schmidt", fiel Rammelt hastig ein.
„Also, Herr Doktor! Bis morgen früh müssen Sie sich schon gedulden. Wenn Sie aber eine Telephonnummer hinterlassen, so würden wir Sie gern benachrichtigen!"
„Nein, ich komme dann schon lieber selbst her!"
„Nun gut! Jetzt muß ich Sie nur noch bitten, die Personalien des Fräuleins anzugeben!"---
Wie ein Schwerkranker ging Ralf Rammelt wenige Minuten später die breiten Stufen wieder hinab.
Hinter ihm schloß sich geräuschlos das hohe, eichene Portal.
XI.
Erstaunt blieb Gerhard Brand in der Vorhalle des „Thüringer Hofs" stehen.
„Was sagen Sie, Fräulein Heller ist schon im Frühstückszimmcr?"
Der Portier bejahte.
Gerhard Brand dankte, ging dann nach links auf eine der seitlichen Türen zu.
In der Tat, dort saß Sanna!
Mit schnellen Schritten war er an ihrem Tisch.
„So fiüh schon da, Sanna? Sch wollte gerade fragen lassen, ob du schon aufgestanden wärest!"
Sie bot ihm die Hand zum Gruß.
„Ich wollte doch diese letzten Minuten, gern noch ausnutzen, Gerhard, mit dir... Siehst du, ich doch lieber schon gegen drei Uhr den Zug
nehmen. Dann bin ich um sechs Uhr zu Hause und treffe Ralf gleich an, wenn er aus dem Snftitut nach Hause kommt."
Gerhard nickte:
„Vielleicht hast du recht, Sanna! Doch bist du auch sicher, daß Ralf um diese Zeit wirklich zu treffen ist?"
„Gewiß, Gerhard! Sch habe ihm ja noch gestern Abend das Telegramm geschickt!"
Prüfend sah Gerhard in ihre Augen. Wie leid sie ihm tat. Sicher hatte sie nicht geschlafen! Und nun stand sie vor dem letzten, schwersten Schritt, der schwersten Entscheidung!
Ein Gedanke kam ihm:
„Weißt du was, Sanna? Ich komme nach! Mit dir zusammen zu fahren, wäre ja nicht ratsam, aber ich nehme dann den nächsten D-Zug, und gleich morgen früh treffen wir uns im Kronenhotel, in der Nähe des Bahnhofs! Wenn du mich dann brauchst, kann ich jederzeit bei dir sein!"
„Gerhard!"
Ueberströmend von Freude und Erleichterung rief Sanna es aus, ergriff dann seine Hand:
„Sch bin ja so froh, Gerhard, so unendlich froh! Nun ist alles leicht! Nun kann ich es schon durchkämpfen, wenn ich nur weiß, daß du in meiner Nähe bist, und daß du mir hilfst!"---
Als dann freilich der D-Zug heranbrauste, der Sanna davontragen sollte, als sie zum letztenmal die vertrauten Stätten sah, die in den wenigen Tagen ihres Hierseins eine solche Welt des unnennbaren Glückes umschlossen hatten, wurde es Sanna doch wieder recht schwer ums Herz. Doch ermutigend faßte Gerhard Sannas Hand:
„Tapfer sein, Sanna! Liebling! Glaub mir, es wird nun schon alles gut werden!"
Eng hielten sich beide noch einmal in den Armen. Fast war es Sanna, als dürfe sie ihn nie mehr loslassen. Gewaltsam riß Gerhard sich schließlich los, sprang aus dem sich bereits langsam wieder in Bewegung setzenden Zug.
Lange noch stand Gerhard auf dem Bahnsteig und blickte den sich entfernenden Wagen nach, bis auch der letzte in der Kurve verschwunden war...
Tränenüberströmt lehnte Sanna indessen im Zug. Erst als der Zug die nächste Station verlassen hatte und neue Reisende das Abteil betraten, nahm sie sich zusammen.
Das eintönige Klopsen der Räder beruhigte sie langsam. Erinnerungen stiegen noch einmal in ihr auf. Noch einmal sah sie alles vor sich, die herrlichen Wanderungen, das Ski-Laufen, die schönen, unvergeßlichen Stunden, in denen sie und Gerhard die Welt vergessen, nur sich und ihrem Glück gelebt hatten. War es nicht seit Sahren das erstemal gewesen, daß sie wieder einem Menschen restlos hatte vertrauen, für sich selbst liebevollstes Verständnis hatte finden können?! Nein, sie konnte nicht bei Ralf bleiben! Sie gehörten nicht zusammen! Er mußte, mußte es einsehen! Aber was auch kommen würde, vor allem mußte sie endlich Klarheit finden, die klare Entscheidung von ihm verlangen, heute noch!
Unter diesen Betrachtungen war die Zeit schnelkdr für sie vergangen, als sie gedacht hatte, und schon rollte der Zug in die große, ihr nur allzu bekannte Bahnhofshalle ein.
Noch ehe sie Zeit hatte, darüber nachzudenken, stand Sanna bereits draußen auf dem Bahnsteig, mitten im Gedränge der den Zug verlassenden Fahrgäste.
Ob Ralf gekommen war, sie abzuholen?
Suchend sah sie sich in der Bahnhofshalle um, nachdem sie die Sperre verlassen hatte. Aber auch von der großen blauen Limousine war draußen vor dem Bahnhof nichts zu erblicken.
So winkte sie einen Mietswagen heran ...
Der Weg bis zur Vorstadt hinaus schien ihr eine Ewigkeit.
Es war schon dunkel. Die nebelige Luft trübte die Sicht, so daß sie kaum etwas erkennen konnte. Endlich tauchten die Lichter der beiden Dillen auf.
Der Taxichauffeur hielt.
Sannas erster Blick galt dem Hause Ralf Ram- melts.
Aber die Front des Hauses grüßte sie stumm, unbeweglich. Sn keinem der Wohnräume, in denen sich Rammelt gewöhnlich aufhielt, brannte Licht.
Trotzdem beschloß Sanna, zuerst hier vorzusprechen, ehe sie hinüber in ihr eigenes Haus ging. So hieß sie den Chauffeur warten und stieg hastig die Stufen zur Rammeltschen Villa empor.
Pauline öffnete ihr.
„Ach, das gnädige Fräulein!" rief sie erstaunt. „Sft Herr Doktor zu Hause?"
Erwartungsvoll blickte Sanna auf das Mädchen.
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schutzgesetzes auf die Jagd". An die Arbeitstags schloß sich ein Kameradschastsabend an.
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einem Ehrensturm der Kameradschaft Gießen 6?r NS.-Kriegsopferversorgung empfangen werden.
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nicht nur seiner Vorgesetzten, Kameraden y, Untergebenen, sondern auch der Gießener q? wohner erworben hat. Dem allseits beliebter u jederzeit hilfsbereiten Beamten wird für weitere Zukunft alles Gute gewünscht.
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ProfWilh-Stross ausgezeichnete junge Münchener Geiger spielt am Donnerstag, 3. Dezember, in der Universitäts-Aula. 7601 D
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Das Kreisamt Gießen schreibt uns: Nach benfJ tistischen Feststellungen ist die Zahl der VerhhA Unfälle an unbewachten Bahnübergängen in J letzten Monaten wieder nicht unerheblich aestiiM Meist tragen die Leiter der Fahrzeuge felbf Q Schuld daran, weil sie sich entweder vor dem M gang nicht vergewissern, ob sich ein Zug nch^ oder aber, weil sie versuchen, noch vor einem annahenden Zug über den Bahnkörper zu fcj Das Ueberqueren eines unbeschrankten Bahntz^ ILj, ganges birgt stets ein erhebliches Gefahrenmo in sich. Es ergeht daher an jedermann die w‘ holte dringende Warnung, beim Ueberschreiten
»LTB.-ZweiMn Mlssschen lelegn DUnion zum Deich ichcht für fein oe Frische Beaabun ii W Besähiaum il Um er als Seile
Brigadeführer Oberlindober, wird »ca ■- heutigen Montag gegen 14 Uhr mit Kraftwaggn j$T$je 0 in Gießen eintreffen und am Hotel Schütz twi
Doch diese schüttelte den Kopf.
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nicht zurück. Ich habe ihn heute auch noch gar mÄ:
gesehen. Vielleicht wußte Herr Doktor gar nichlk, „Schon gut, Pauline!" unterbrach Janna. ,,&f' Jen Sie doch meine Koffer einstweilen hierher iw Haus schaffen! Dönitz kann sie dann später not drüben bringen! Ich möchte inzwischen im Wohn» zimmer auf Herrn Doktor warten!"
Langsam begab sich Janna nach oben, während Pauline die Treppe hinunterlief, ihren Austras, auszuführen.
Eine schwüle, dumpfe Luft schlug Sanna ent!- gegen, als sie die Tür zu dem ihr altbefanntenr Wohnzimmer öffnete. Eilig riß sie ein Fenster aun1 fühlte erleichtert die kalte, obwohl nebelige vemberluft ins Zimmer strömen. Ungeduldig fpäW sie dann die Straße entlang. Doch weit und breü war alles still, kein Laut war zu hören. So gi"S sie ins Zimmer zurück, nahm ein Buch zur Ham — freilich nur, um es nach kurzer Zeit wieder bei-.1 feite zu legen.
Träge kroch der Zeiger der Uhr. Erst eine StuiM war vergangen. Schlimmer als alles andere won dieses Warten, dieses unerträgliche Warten, dacht» Sanna. Jedes Geräusch ließ sie nervös auffahren.
Endlich--ein summender, immer näher tom**
menöer gleichmäßiger Ton! Ein Auto!
Während Sanna ans Fenster lief, wurde dwO schon das Anziehen der Bremsen hörbar. Es ®ar Ralfs Limousine, die vor dem Hause hielt.
Schnell trat Sanna zurück, nahm wieder in ihren" Sessel Platz, krampfte nervös die Hände ineinander. Setzt! Setzt! sagte sie sich. Setzt kam die EnP)^', düng, und sie mußte stark bleiben auf jeden Fall- Ganz stark, und wenn Ralf es ihr noch so schwer, machte ... ..
Schon kamen langsame Schritte über den 9Iur' Die Tür öffnete sich.
Ralf stand auf der Schwelle.
Aber als Sanna aufiah, um Ralf zu begrüßen,, erschrak sie aufs tiefste. Gegen alles hatte sie JW)1 gewappnet, doch daß er so aussah, hatte sie nrcy erwartet! Fast verfallen schienen Ralis ® eftcgp' züge, bleich war seine Haut, tief in den Hahlen lagen feine Augen.
(Fortsetzung folgt!)
weiblichem Rehwild läßt in einzelnen Kreisen »ich zu wünschen übrig. Die Kreisjägermeister witin angewiesen, daraus zu drängen, daß auch hier, :it s..r
bei den Böcken die Abschußoerpflichtung eiiL i M
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Kreisjägermeistertagung iK, - rtl
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Gau-Trophäen-Schau sprachen Landgerichtsrat WW den Doktc S e i b über die rechtlichen Grundlagen der ,,L« iwirbt bann durch de Übung des Jagdschutzes" und Stabsjägermei.ijk rsr nun größten Teil Hölzel über „Die Einwirkung des ReichsncA isiniae Mnate an t M wurde t a ttiarM Md ihm § Frach'urt M de-
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Stärke der Rothirsche bereits erfreuliche Ausrn ! ^n.. ।iÄ:.
hingen zu zeigen. Die Hoffnungen, die auf eie i : SW l“r 0. gute Hasenjagd gesetzt waren, werden fast übdl ■ r । große rMrg enttäuscht. Der Witterungsverlauf im Frühjahr, ve V.Set lo™ ,( im Herbst ist als Ursache zu bettachten. Bezü»h ' Max' des Schwarzwildes ist Vorsorge getroffen, daß'w I iijte Einsatzes je Schnee eine erfolgreiche Bejagung erwartet wtte »hwuen Beruf arbe kann. Besonders empfindlich sind die immer m i n um WeiterbiUn sich steigernden Verluste an Wild durch Krafts«. mjährig-Freiwi zeuge. Die Förderung der Sagdhundehaltung nt MHt Direktion des D «wollen Eigenscha ifri -pietze der Zwei
Am 24. November fand in den neuen W räumen des Gaujägermeisters für die Pryl Oberhessen in Gießen eine Arbeitstagung der jägermeister des Jagdgaues statt. An dieser Tax^ die von dem Gaujägermeister, Oberforta} Nicolaus geleitet wurde, nahmen außer oberhessischen Kreisjägermeistern und den KL bearbeitern im Stabe des Gaujägermeisters £ Gäste der Stabsleiter des Landesjägermeisters, forstmeister Schlich und der Gaujägermeister b« Jagdgaues Starkenburg - Rheinhessen, ForstmU Rausch teil.
Nach einer Besprechung praktischer Erfahrung die sich im Laufe der Berichtszeit auf den verjhjH denen Gebieten der Tätigkeit der Jagdbehörden 2 geben haben, erstatteten durch den ©aujägermeM die Kreisjägermeister Bericht über die besonbik»! Verhältnisse in ihren Jagdkreisen. HervorM^ ist daraus einmal die erfreuliche Tatsache, dah b«! dem Abschuß von Rehböcken die Zahl der migten jagdbaren Böcke nicht erreicht wurde, aitz. rend als Ersatz dafür die Abschußziffer der schlch. ten Böcke überschritten wurde. Der Abschuß an


