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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

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Hinter der kleinen Stadt Hilleröd kamen wir an einen großen See den größten, den es in See­land gibt. Die Landschaft bekam Heidecharakter, sanfte, weitgeschwungene Hügel, braunrötlich, mit Wacholder, Birken und Kiefern besetzt.

Vor einem Menschenalter war Johannes V. Jensen der erste Kopenhagener, der sich hier seßhaft machte. Heute haben natürlich viele die Heide entdeckt, und das Fischerdorf an der Küste ist Badeort geworden: die gleiche Entwicklung wie bei uns.

Der Gutshof und der Bauernhof, sie haben die gleiche Bauanordnung: einU" aus Wohnhaus, Stall und Scheuer. In dem Teil des Seelandes, den wir durchfuhren, gab es kaum geschlossene Dörfer, die Höfe lagen in Gruppen, weitoerstreut. In der Bewirtschaftung zeigten sich Verschieden­heiten, die auch dem Laien auffallen: Die Kühe waren auf den Weiden angebunden und zwar genau in einer Reihe. Jede Kuh fraß einen Kreis um sich herum und die einzelnen Kreise schnitten sich. Der abgeweidete Streifen sah aus wie ge­mäht. Es wird auf diese Weise wohl weniger Futter zertrampelt und man spart die Zäune.

Wir fuhren durch einen großen staatlichen Forst. Mein Begleiter erzählte mir, ein Einsiedler habe in diesem Wald jahrzehntelang ein Robinsonleben geführt. Als er alt wurde, baute ihm der Staat ein kleines Holzhaus. Eines Tages frand man ihn tot, er hatte sich erhängt. Diese Geschichte erschien mir typisch für ein kleines Land, in dem man wie in einer großen Familie lebt und wo jedes auch absonderliche Schicksal einer weitgehenden allge­meinen Anteilnahme sicher ist.

Das dänische Klima hat eine lebenerhaltende Frische, die sich selbst auf Automobile erstreckt: man sieht erstaunlich viele uralte Autos, die immer noch ganz nmnter auf den Rädern sind. Man freut sich, daß die deutschen Wagen, von denen man jetzt viele sieht, eine recht gute Figur unter den Amerikanern machen. Ich glaube nicht zuviel zu sagen, wenn ich den Anteil der deutschen Wagen in Kopenhagen auf etwa 15 v. H. schätze.

Aber es sollte ja von einer Fahrt aufs Land die Rede sein: Wenn man bedenkt, daß ein volles Drittel aller Dänen in Kopenhagen wohnt, und daß das Land doch recht groß ist für drei Millionen Bewohner, dann ist man überrascht, es so dicht be­siedelt zu finden.

r 280 Drittes Blatt

Feihe des Kriegerehrenmals in Wieseck

males von heute ab den NamenHindenburg-

Klaus, die bei der Schaffung des Ehrenmals males von heute ab der mitwirkten. Er betonte, daß es nicht notwendig sei, P 1 0 Ö ZU eigen habe, das künstlerische Werk mit vielen Worten zu wür-> Als Vertreter der 9

Als Vertreter der Nationalsozialistischen Kriegs-

ilt'T ausgestellt, wozu derGießener Anzeiger'

Blick auf die stattliche Versammlung zur Weihe des Ehrenmals.

gepflastert, linker Hand lag der Schuppen Boote und Fahrräder.

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Die Enthüllung des Gedenksteins.

stisnahmen [2J: Neuner, Gießener Anzeiger.)

gestrigen Sonntagvormittag füllte eine an- «chge Gemeinde das Gotteshaus in Wieseck bei t 'ne: W e i h g o t t e s d i e n st, der in seinem Auf- knunuch dem Charakter des ersten Advents Rech- rm: trug und den die Chorschule mit zwei Chören i ik Leitung von Lehrer Schneider verschönte, 'er Ortsgeistliche, Dekan Sattler, hatte einen «Etlichen Text aus dem Lobgesang der Maria l in' 1, 49/50) gewählt:Er hat große Dinge an irtetan, der da mächtig ist und der Name heilig in. Inb seine Barmherzigkeit währet immer für inijiir bei denen, die ihn fürchten." Sein Thema roiDer heilige Dienst, den unser Kriegsehren- i Ml tun soll." Er zeigte iu a., wie im Jahre 1919 int. Jahr seines Bestehens der Kriegerverein seine

Die Luft war so satt von Feuchtigkeit, wie sie es nur in den meernahen Ländern ist, die großen

Das Schönste aber war das winzig kleine Ar­beitshaus, das Jensen sich auf der Hügelkuppe er­baute. Es sieht aus wie ein Backofen, hat Ober­licht und innen ist es eingerichtet wie ein Bild­haueratelier.

Ja, er bildhauert, der dänische Dichter, er formt sich die Gestalten, die er im Geist erschafft, in Ton. Da sind seine Urzeitmenschen, unheimlich lebendig selbst in dem blassen Gips. Da sind die lebens­hungrigen Kinderköpfe seiner Enkel und seine Nach­bildungen der Skulpturen aus der Urzeit. Ein unersättlicher Drang zu formen, zu gestalten wirkt in dem Mann. Es geschieht, daß ihm das Wort zum Ausdruck nicht genügt da nimmt er den Ton zur Hand. Das einzige Gegenbeispiel einer solchen Neigung zum Plastizieren unter den leben­den Dichtern, das mir einfällt, ist Gerhart Haupt­mann.

Jensens Haus lehnt sich an einen Herdehügel; das Grundstück umfaßt den ganzen Hügel, man blickt weit und man sieht keine Nachbarn.

Wir fliegen aus; das kleine Mädchen Annette fand seinen Sandhaufen, wir aber breiteten auf der Bank vorm Haus das mitgebrachte, wundervolle dänische Frühstück aus. Die Dänen haben das Butterbrot zu einem Kunstwerk entwickelt. Dazu gab es Bier, Aquavit und für das kleine Mädchen Kakao aus der Thermosflasche.

Wir besichtigten das Haus. Es war ein stroh­gedecktes Bauernhaus; Jensen hat selbst Hand an­gelegt beim Bau, und viele Möbel hat er selbst gezimmert. Da war ein wundervolles Bett, sehr stark gebaut aus Planken, auseinanderzunehmen und statt der Sprungfedermatratze mit federnden Latten versehen. Ein Bett aus einem Wikingerschiff war das Modell dazu. Ihm entsprach ein Tisch aus Balken mit einer Platte aus einem einzigen Eichenbrett. Ich verstehe etwas von Zimmerarbeit: es war gutes Handwerk.

Es war keins von den sogenanntenLand­häusern", die im Innern vollkommen städtisch sind. Es hatte Petroleumlampen und in der Küche eine Wasserpumpe. Der Wassertank war ein ehemaliges Benzinfaß. Alle Schränke waren eingebaut, auch die Betten waren Bett-Schränke. Die Bodenluke war eine großartige Erfindung: wenn man die Leiter hinunterklappte, ging die Klappe gleichzeitig auf. Der Platz vorrn Haus war mit alten Mühl-

lall. 11.30: igskonzert. rk). 13.15: M Dich IU Musics looen. 15:

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Ehrenmal krönt. An den letzten Vers des Hauptlie­desJesus, meine Zuversicht" schloß sich unter dem Geläute sämtlicher Glocken die Verlesung der Namen der 98 Kriegstoten an. Die Reihe klang aus in einem Vers des Liedes vom guten Kame­raden, von der Orgel leise gespielt. Die Kollekte kam dem kirchlichen Fonds für Kriegerehrung zugute, der nach Vollendung des Ehrenmals an die Ge­meinde überführt wird. Dem Wunsch, daß bald die Namen ihren Platz am Ehrenmal finden möchten, gab auch der Ortsgeistliche Ausdruck.

Feierliche Weihe des Ehrenmals.

Am frühen Nachmittag fand unter stärkster An­teilnahme der Bevölkerung die Weihe des Ehren­mals statt. Politische Leiter, SA., HI., BDM., IM. und die Frauenschaft hatten Aufstellung genommen, die Wehrmacht war durch Offiziere und Mannschaf­ten vertreten, man sah ferner den Arbeitsdienst, die Kameraden des Kyffhäuserbundes, der Feuerwehr, der Vereine des Ortes und viele Volksgenossen.

Bürgermeister Euler

hieß die Vertreter der Partei, der Wehrmacht, der SA., des Arbeitsdienstes und der Behörden herzlich willkommen. Sein Gruß galt ferner allen anwe­senden Volksgenossen. Mit diesen Grußworten er­öffnete er die Feier, für die der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann mit einer ernsten musikalischen Dar­bietung die feierliche Stimmung schuf. Diese Stim­mung vertiefte der für diese Feier vereinigte Chor der Gesangvereine von Wieseck unter Leitung des Dirigenten L ei b, mit dem alten Soldatenlied Morgenrot, Morgenrot".

Regierungsbaurat Kuhlmann

vom Hessischen Hochbauamt in Gießen richtete so­dann herzliche Worte des Dankes an die Handwerk- meister, Gesellen und Lehrlinge, sowie an den Künstler, Herrn G ü n g e r i ch , an Steinbildhauer­meister Kling und an den Bauleiter Erich

digen, denn es spreche für sich selbst. Er kennzeich­nete die ideale Lage des Denkmals angesichts des alten wehrhaften Torturmes, der Kirche und des Friedhofes, insgesamt eines Platzes also, wie er glücklicher nicht habe gewählt werden können. Er schilderte weiter die Einzelheiten des Denkmals, sprach über den Sinn der drei Kreuze, die die Front des Denkmals symbolisch zieren: das Eiserne Kreuz, das Hakenkreuz und das Kreuz des christ­lichen Glaubens. Er lenkte den Blick aber auch in die Zukunft und schilderte das glückliche Bild, das dereinst das Denkmal bieten werde, wenn die Bäume des Ehrenhofes das Ehrenmal überschatten werden. Den Hinterbliebenen möge das Ehrenmal in ihrer Trauer um die Gefallenen das äußere Zeichen dafür fein, daß sie nicht umsonst fielen. Im neuen Deutschen Reich und unter seinem Führer werde das Andenken an die Toten des Weltkrieges immer bewahrt bleiben. Unter solchen Gedanken fei das Ehrenmal errichtet worden und unter sol­chen Gedanken möge es immer betrachtet werden. Nunmehr übergab Regierungsbaurat Kuhlmann den Schlüssel zum Ehrenhof dem Bürgermeister der Gemeinde Wieseck.

Bürgermeister Euler

gab feiner besonderen Genugtuung darüber Aus­druck, daß es nunmehr 18 Jahre nach dem Kriege möglich geworden fei, auch der Gemeinde Wieseck ein Ehrenmal ihrer Gefallenen des Welt­krieges zu übergeben. Zwar fehlten noch die Na­men derer, die aus der Gemeinde ihr Leben für das Vaterland gaben, aber sie würden dem Denk­mal noch eingefügt werden. Er könne zudem noch die Mitteilung machen, daß nicht allein die Namen der Gefallenen der Nachwelt erhalten bleiben wür­den, sondern daß es auch gelungen fei, Bilder der Gefallenen zu einer Ausstellung zusammenzutragen und sie damit noch einprägsamer der (Erinnerung zu erhalten. Im Hinblick auf die gefallenen Helden werde sich wohl jedermann prüfen, ob die Leben­den des großen Opfers der Gefallenen wert feien. Jedermann müsse sich bereit finden, jene Opfer zu bringen, die Gegenwart und Zukunft forderten. Das Opfer der Gefallenen müsse uns zum Beispiel wer­den. Bürgermeister Euler schloß seine Ansprache mit der Bekanntgabe, daß der Platz des Ehren-

Meranbert ' Zu- und er Klein.

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foiniils schrieb:In diesem Vorgehen Wiesecks ist e ne Anregung gegeben, der man in allen Orten f lgi, sollte." In jener Zeit, in der man systema- t kh uns Werk ging, die große Dinge des großen S- rie: 5 klein zu machen, wo ein Stahlhelm auf dem Gntrurf eines Ehrenmals den SchreiMilitaris- rhis'" auslöste und man ja nicht die Nationen rei­zte wollte, die uns den Schandfrieden von 23er» if-Wis angetan, wurde ein gutes Projekt im Orts- f Irä ment zerredet. Im Jahre 1923 krachten die Slhisse an der Feldherrnhalle zu München, und sie zchkn, daß für ein neues Deutschland zum Zug tfi roei Millionen Kriegstoten noch die Reihe der Slairsraben kommen mußte, die Rotfront und Reak­tion erschossen. Im Hakenkreuz, dessen Siegeszug Itijtlar gesegnet wurde und das als Symbol neben i WZifernen Kreuz unser Ehrenmal schmückt, dürfen ich Gottes Barmherzigkeit sehen, die es mit unse- i ein Volk nicht aus sein ließ. Von diesem Zeichen :n£en die wenigsten unserer Kriegstoten etwas, hie Gräber schmückten die Kameraden mit den > stl reuzen, deren Urbild, das Kreuz Christi, das

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Fahrt durch Seeland.

Als Gast in einem dänischen Oichterhaus.

'Sann waren Sie zuletzt bei uns in Dänemark?" tnidh kann es wirklich nicht sagen, vor vier oder |ti| Jahren."

Karten Sie mal: Hatten wir damals einen II agen, als mir Sie vom Flugplatz abholten?" L/lein, es war ein P-Wagen."

M, dann war es also 19321"

Das ist die moderne Art, wie man seine Erinne­rten präzisiert: nach den Autos, die man gehabt HU. Wie haben das die Leute früher nur gemacht?

Wir fuhren durch die Vorstädte von Kopenhagen Mirb märte, zwei Söhne des dänischen Dichters Jo- tynies V. Jensen, eine kleine, vierjährige Enke­ln,die in einen Fußsack verpackt, wie ein Paket auf Einern Schoß saß, und ich. Wir wollten das Land- tyus des Vaters besuchen Es liegt an der Küste, ml: weit von der kleinen Stadt Hilleröd und heißt ,^i»irke". Aber ich weiß nicht, ob ich den Namen rih ig schreibe.

Uium ersten Male fuhr ich bei Tag durch däni- shc-° Land; es war falt, es wehte heft'.g, aber die S ne schien. Natürlich sperrte ich die Augen auf. Tenhagen ist gerade im Begriff, seine Ausfall- stezen autobahnartig auszubauen; darum mußten tii viele Umwege machen.

Ue Stadt schien gewaltig groß, und genau wie Sellin ging sie fast lückenlos in kleine Nachbar­in :te über. Wenn man so die Parade der Tank- Jeüen und Automobilstätten entlang fuhr, bekam ten einen verblüffenden Eindruck von der inter- ifcn analen Gleichförmigkeit, die die Technik uns lii .gt. Diese Straßen hätten genau so in England, t Deutschland, in Amerika liegen können

ü er Autoverkehr war lebhaft, aber nicht schnell. Ks existieren Verbote, die die Schnelligkeit in der tüibt auf 40 Kilometer, auf dem Land auf 60 Kilo- rn*r beschränken. Natürlich werden solche Gesetze iuirtreten, aber sie bewirken doch eine gewisse Zu- ücHjaltung am Gashebel. Im übrigen ist die Der- Ih'sregelung weniger straff als bei uns. Man wen- M einigermaßen hemmungslos, auch in Haupt- stcfßen. Man fährt auch auf die linke Straßen- siir und parkt dort, wenn einem gerade so zu- Hiie ist.

Ooie Tankstellen zeigen, genau wie in Frankreich, |d i Preise an; einmal den tatsächlichen Benzm- jriis und dann den beinahe ebenso hohen Steuer- irchlag.

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?alyt? einrollen mußte, wie aber auch Kräfte am Uef waren, das Gedächtnis der Kriegstoten zu Nltt'n. So wurden am Totensonntag 1919 im if&ren oberen Schulsaal der alten Schule die 2'ilbtr der Kriegstoten und künstlerische Gedächtnis-

Montag, ZY.November 1956

opfer-Versorgung, der Kriegerhinterbliebenen und der Kriegsbeschädigten sprach dann

Oberleutnant a. D. Bonhardt, Gießen, herzliche Worte der Erinnerung an die zwei Millio­nen gefallenen deutschen Helden. Er erinnerte daran, daß ihr Tod unser Leben bedeutete, und er wies ferner daraus hin, wie die Vorsehung unse­rem Volke aus dem Kriege zwei Soldaten erhalten habe: den Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Gefreiten Adolf Hitler, beide berufen, unser Volk einer lichtvollen Zukunft entgegenzuführen. Um des schweren Todes willen müsse uns das An­denken an die Gefallenen heilig fein. Wir müßten uns immer vor Augen halten, daß viele der Ster­benden ihr Leben aufgaben mit den Worten: Grüßt mir die Heimat! Rettet das Vaterland!" Dieser Geist des Frontsoldaten habe unser Vater­land gerettet. Der Geist der Helden werde der jungen Generation immer ein Vorbild sein. Wieder­gewonnen seien uns in diesem Geiste die Güter der Ehre und der Freiheit, wenn die heutigen und die kommenden Generationen Geschlechter von Helden werden.

Unter den Klängen des Liedes vom guten Kame­raden und während die Fahnen zum Gedenken der Gefallenen gesenkt waren, wurde das Ehrenmal von der Hülle befreit und damit feiner Bestimmung als Mahnmal übergeben.

Kreisleiter Or. Hildebrandt, Gießen, hielt bann für die Kreisleitung Wetterau der NSDAP, eine Ansprache, in der er die vielen Volksgenossen, die der Feier beiwohnten, im Geiste zunächst in die Vergangenheit zurückführte, in die Zeit nach dem großen Kriege, in der artfremder Geist und innere Zerrissenheit einer Gemeinde es über eineinhalb Jahrzehnte verhinderten, dem An­denken der gefallenen Helden das äußere Erinne­rungszeichen zu schaffen. Die Zeit dieses Nieder­ganges sei vorbei, aber sie dürfe nicht vergessen sein. Diese Zeit müsse uns bewußt bleiben, um uns immer neu den Unterschied zwischen dem da­maligen Tiefstand und der heutigen Größe des Volkes und Reiches erkennen zu lassen. Das Ehren­mal müsse uns daran mahnen, daß eine solche Zeit niemals wiederkommen dürfe. Heute seien die Begriffe von Ehre, Volk und Vaterland wieder lebendig, und klar sei uns heute bewußt, daß die Gefallenen für das neue Deutschland ihr Leben ließen. Der Geist des Frontsoldaten habe seine Auf­erstehung im Dritten Reich gefeiert. Unsere heilige Verpflichtung sei es, im Geiste der Helden zu leben und uns stets ihres Opfers würdig zu erweisen, stets einsatzbereit zu sein für Deutschland und in Treue zum Fürer Adolf Hitler zu stehen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer schloß Kreis­leiter Dr. Hildebrandt seine Ansprache.

Mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß.

Der Ausklang des Tages.

Den Tag beschloß ein Konzert des Musikzugs der SA.-Standarte ll6 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann im großen Saal von Braun. Bis zur Pause waren "vor der Bühne acht gerahmte Tafeln mit den Bildern der Kriegstoten aufgestellt, die aufmerksame Betrachter fanden. Der Abend brachte u. a. die Ouvertüren zuDie leichte Kavallerie" von Suppe und zuMartha" von Flotow, Fan­tasien ausTraviata" von Verdi und R. Wagners Tannhäuser". Auf allgemeinen Wunsch wurde das Ave Maria" von Schubert vom Weiheakt wieder­holt. Solist Schwarzlose mußte sich zu einer Zugabe zu seinem Tromba-Solo verstehen. Militär­märsche, dabei gerne zugegebene, und ein Soldaten­potpourri von Robrecht wurden mit freudigem Bei­fall ausgenommen.

Am Schluß der in jeder Beziehung auf der Höhe stehenden Darbietungen dankte Bürgermeister Euler. Der große Tag sand mit dem Gruß an den Führer und dem Singen der Nationalhymnen seinen würdigen Abschluß.

Wolkenschiffe segelten vom Meer ins Land, die Schatten stossen über die Heidelandschaft und die Heide erglühte und erblaßte wechselnd wie ein ausgebranntes Scheit im Kamin. Das Laub der Birken zitterte und blitzte wie Millionen kleine Spiegel, als wollte es mit so viel Glanz sein Welken verbergen. Ernsthaft wachten rings ums Haus die alten Wacholder, und durch die Kiefern­nadeln pfiff der Wind. Es war ein Haus, nach dem man Heimweh bekommt.

Heinrich Hauser.

Spielzeugsoldaten für Erwachsene.

In London wurde im vorigen Jahre dieBri­tische Gesellschaft von Sammlern von Soldatenmodel­len gegründet, die heute bereite 84 Mitglieder zählt, und in Frankreich besteht die größte Vereinigung dieser Art mit 250 Mitgliedern. In London wurde nun dieser Tage zur Feier des ersten Jahrestags der Gründung des Vereins eine Ausstellung ver­anstaltet, in der Lord Greenway, ein Offizier des indischen Heeres im Ruhestand, fein kleines Heer von Spielzeugsoldaten zeigte, das allgemeine Bewunderung erregte. Er betreibt die Sache sehr ernsthaft.Als ich ein kleiner Junge war," so er­zählte er,hatte ich bereits eine Sammlung von 6000 Spielzeugsoldaten, die heute einen ganz außerordentlichen Wert haben würde. Als ich nun im Jahre 1920 in den Ruhestand trat, erinnerte ich mich meiner Liebhaberei der Kinderzeit und fing gründlich von neuem an. Jetzt habe ich fast 1500 Spielzeugsoldaten, und ich habe mich besonders auf eine Sammlung der indischen Reiterregimenter in ihren Uniformen von 1914 verlegt. Diese Unifor­men find jetzt nicht mehr vorhanden, und Modelle davon werden nicht mehr gemacht, so daß ich sie alle selbst Herstellen muß. Ich will von jeder Art sechs bemalen. Im Ganzen werde ich etwa 2000 solche kleinen Figuren Herstellen müssen. Es ist sicher eine nützliche Spielerei, weil es das einzige Mittel ist, eine (Erinnerung an diese alten prächti­gen orientalischen Uniformen aufrechtzuerhalten, wenn man von Illustrationen absieht." Zu dem Festmahl der Gesellschaft waren auch Franzosen und deutsche Offiziere als Gäste erschienen. De* Leiter einer englischen Fabrik von Spielzeugsolda« ten teilte mit, daß sie jetzt wenigstens 5 Millionen jährlich verkaufen und daß die Modelle in den farbigen Uniformen der englischen Garde und der Hochländer" sich bei weitem besser verkaufen als die in Khaki.