danken über den Finanzfeudalismus, über den König Geld, über die Korruption der Parlamentarier und über die „geheimen Mächte", d. h. das faktisch regierende Großkapital.
Aus der Opposition gegen diese nur dunkel vor- aestellte, aber als lastende und gefahrdrohende Wirklichkeit empfundene Welt zieht der französische Sozialismus seine Hauptkraft, und der Glaube, er werde imstande sein, hier die Heilung zu bringen, ist das, was man beinahe in der Tat eine Linksmystik nen-ien könnte.
Wer die von Ordnern mit roten Armbinden gelenkten Hunderttausende fünf bis sechs Ständen lang an der Föderiertenmauer vorbeiziehen sah, wer beobachtete, wie der Sozialistenführer und kommende Ministerpräsident Löon Blum mit den Häuptern der Kommunisten, Senator C a ch i n an der Spitze, kordial-väterlich die große Revue abnahm, der hätte denken können, daß hier ein geistiger Zusammenhang mit dem blutigen Kommunistenaufstand von 1871 markiert werden sollte. In Wirklichkeit ist alles nur Pose und Demonstration, nicht um den Wunsch auszudrücken, die Barrikaden und Erschießungen von 1871 zu wiederholen, sondern um den „dunklen Mächten" eine eindrucksvolle Absage zu erteilen.
Der französische kleine Mann wählt um so weiter nach links, je mehr er sich über die Regierung geärgert hat. Damit eine stattliche Zahl von kommunistischen Abgeordneten herauskäme, hat Moskau bei der letzten Wahl die roten Führer angewiesen, sich als französische Patrioten und Freunde der Armee zu bekennen. Das hat natürlich gezogen: von dem wahren kommunistischen Programm haben die Wähler gar keine Vorstellung. Auch die französischen Sozialisten sind keine Marxisten. Ihre Ideologie heißt formell: Man muß jetzt „d a s wirtschaftliche 17 8 9" machen. Materiell heißt es: Jeder Mensch hat ein Recht auf das Leben, und wenn er nicht mehr mit seiner Arbeit sein Leben machen kann, weil er seine Arbeit vergeblich anbietet, so muß für die Erzeugung und Verteilung der notwendigsten Lebensgüter eine Organisation gefunden werden, die einem jeden sein Recht auf das Leben gewährleistet — ohne daß er darum ein Almosenempfänger der Allgemeinheit wird!
W i e das gemacht werden soll, darüber haben auch die Führer noch wenig klare Gedanken. Agitiert wird mit der Zusammenballung von Riesen- tapitalien in den Händen weniger, mit den „Zweihundert Familien", deren Instrument die Dank von Frankreich sein soll, und mit dem Machtmißbrauch der „Inhaber der Lebensgüter der Gemeinschaft".
Dies sind die Elemente der Stimmung, aus der heraus der Linksruck bei den französischen Wahlen erfolgt ist. Sie wechseln von krasser Verärgerung bis zur wirklichen Linksmystik. Man muß dazu auch begreifen, wie sehr sich in Frankreich immer mehr das Milieu des kleinen Mannes, des „moyen Fran^ais" ausbreitet, der es für fein festestes Menschenrecht hält, bescheiden aber in Ruhe und frei von Sorgen zu leben. Rur daß diese ganze große Klasse keine Vorstellung davon hat, welch ein Schritt auf dem Wege zu ihrem Ideal sie schon machen könnte, wenn sie auf den Vorschlag des deutschen Nachbarn einginge, im Vertrauen auf den gegenseitigen Friedenswillen Frankreichs phantastische Rüstungsausgaben einzuschränken.
Das
Meer und Gebirge
Von Dr. Paul Harms.
Der Mensch ist kein Perpetuum mobile.
heißt, er kann nicht ununterbrochen Arbeitskraft ausgeben, ohne neue Arbeitskraft einzunehmen. Dazu hat er sich nicht nur Nahrungsstoffe einzuverleiben, dazu bedarf er in gemessenen Zeiträumen auch der Ruhe und Erholung. Wer also irgend dazu in der Lage ist, soll und muß U r - taub nehmen. Und wer Urlaub nimmt, soll damit nicht leichtfertig umgehen, sondern darauf halten, daß aus diesem Urlaub das Höch st maß an möglicher Krafterneuerung heraus- springt. Sich selbst und seine Arbeitskraft der Gemeinschaft, in der und für die man lebt, so leistungsfähig wie möglich zu erhalten, ist sittliche Pflicht. ~ „
Die Organisation „Kraft durch Freude, dieser Jungbrunnen für das schaffende Volk, führt Menschen der Tiefebene, die nie Schneeberge gesehen halten, ins Bergland. Und sie führt Menschen aus dem Bergland, die die See nicht kannten, hinaus auf das ewige Meer. Sie vermittelt ihnen dadurch Eindrücke, die mit Geld gar nicht aufzuwiegen sind, von denen eine belebende Wirkung nod) in der späten Erinnerung ausgeht.
Zw hen Gebirge und Meer spielt sich auch sonst das Erholungsleben der Sommerzeit ab; und wer in der Lage ist, sich die Urlaubsfahrt selbst zu wählen und auszugestalten, der soll darauf achten, daß er das richtige wählt. Denn das Meer wie die Berge haben ihre Eigenheiten und wer da will, daß sie ihm neue Kraft für neue Arbeitszeit geben, der muß ihnen nahen, wie es dieser ihrer Eigenheit entspricht. Der Mensch muß sich den Natur- gemalten anpassen. Er darf nicht erwarten, daß die Naturgewalten sich auf ihn emstellen. Es ist also nicht damit getan, daß der Ferienreisende etwa ans Meer eilt, sich kopfüber hineinstürzt und so lange als möglich darin herumplantscht. Damit kann er recht üble Erfahrungen machen, wie denn die Landratte, die erstmals ans Meer kommt, in der Regel dadurch sündigt, daß sie des Guten zu- viel tut. Die Aerzte, die draußen an der Water- fant tätig sind, raten immer wieder, daß der Mensch die Wohltat des Badens im freien Meere mit Maßen genießen möge. Und die Anwohner der See die das Vergnügen ihr lebenlang sozusagen vor der Haustüre haben, begreifen überhaupt nicht, weshalb die Badegäste so versessen darauf sind, den ganzen Tag im Wasser herumzuliegen. Wers aber nicht verträgt, braucht darum der See noch nicht den Rücken zu kehren. _ . -
Denn es gibt auch noch andere Formen der Erholung am Meeresstrand. Was ist schöner, als auf hoher Düne in der Sonne zu liegen und hmaus- zufchauen auf die bewegte See mi ihren weißen Schaumkronen, wie Welle auf Welle aus grauer Ferne heranrollt, außauchzend ami Ufer bridjt und zurückflutet zum Mutterfchoß! Langeweile^ Die kommt im Angesicht dieser unverändert gleichmaß^ gen Regsamkeit gar nicht auf. Wohl aber legt sich das Gleichmaß der stetigen »eroegung ^6^196^ auf ein überreiztes Gemüt, das ft » ; das im städtischen Arbeitsmenschen selbsttätig weiter arbeitet,' schläft langsam das Innenleben geh ganz im Anschauen auf, und MeßUch empfindet der reglos Daliegende nur den einen Wunsch. Wenn es doch heute nur nicht zum Mi^agessen laut würde, daß ich hier nicht aufzustehen und mich zur „Futtergrippe" zu schleppen brauchte! W diesen G-ad von Trägheit zu erreichen imstande ist, der schäme sich seiner nur nicht, denn es ist ein
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Wiedereröffnung!
pfingstliches Motiv: Menschen und Wien.
Ein paar Winke für den Liebhaber-Photographen.
Von Walther Appell.
Von der Blüte der Obstbäume, die vielleicht am meisten dazu herausfordert, bis zu den letzten Blu- menkindern des Herbstes sehen wir immer wieder Aufnahmen von Liebhaberphotographen, die mehr guten Willen als Gelingen zeigen. Da ist ein Mensch in das Blütenmeer hineingestellt, und nur der ganz naive Betrachter kann die Aufnahme bildmäßig so schön finden wie der Anfänger, dem noch jeder kritische Maßstab fehlt. Der Strengere muß sagen, daß die Blüten für sich allein vielleicht ein Bild gegeben hätten, was zuweilen auch für den Menschen allein gilt. So aber, wie eine Harmonie zwischen den beiden Bildthemen angestrebt ist, bleibt ein fremdes, unbefriedigendes und kühles Etwas zurück. Das ist nicht immer nur in den Fällen so, in denen sich der Photographierende zu wenig gedacht hat — sondern oft auch in den gegenteiligen.
Es ist durchaus möglich, einen Menschen ganz einfach vor oder zwischen blühende Zweige zu stellen — und dann mit dem Spiel des Lichtes chöne Bildwirkungen zu erzielen. Daß Kinder oder von den Aelteren zumeist die Angehörigen des schönen Geschlechts sich hierfür eignen, bedarf kaum der Begründung. Handelt es sich doch um zarte Wirkungen, die angestrebt werden. Doch gehört schon ein sicherer Blick dazu, den richtigen Ausschnitt zu finden. Auf keinen Fall darf ein Mensch in dunklen Kleidern etwa in voller Figur auf solchen Bildern sein, während auf weißen oder sehr hellen Kleidern das lebhafte Schattenspiel der Blütenzweige gute Effekte schaffen kann. Doch gilt es hier, den geeinetften Augenblick zu erfassen, da nicht nur jeder Windstoß, sondern auch das Wei- terschreiten der Sonnenbestrahlung in kurzer Zeit ganz andere Schatten bewirkt, oder die Schatten an ganz andere Stellen wirft als dorthin, wo wir sie haben wollen.
Wer keine Spiegelreflexe hat, kommt hier mit dem Durchsichtsucher oder dem einfachen Rahmensucher am weitesten. Oder er stellt seine Kamera aufs Stativ, und kann nun sein Modell direkt anschauen. Dabei ist jedoch die Blickrichtung des Auges möglichst der des Apparates anzugleichen. Im allgemeinen sollen bei solchen Aufnahmen (bei allen bisher empfohlenen!) nicht zuviel betonte Einzelheiten von der Gesamtwirkung ablenken. Da es sich außerdem fast niemals ermöglichen läßt, alle ins Bild kommenden Zweige gleichmäßig scharf zu erfassen, sei lieber eine erträgliche Weichheit f ü r das ganze Bild gewählt. Wir erreichen sie durch Weichzeichner, oder im Kopierprozeß durch Raster, wenn nicht die Wahl eines grobkörnigen Papieres genügt.
Zu beachten ist auch die Linienführung der Zweige, welche sich im Bilde meist viel kräftiger zur Geltung bringen läßt, als wir es, von den vielen weißen Blüten fast geblendet, erwarteten. Sie sollen dem menschlichen Antlitz Rahmen sein, ohne das Bild in ein Mosaik aus lauter kleinen Vielecken kraß aufzuteilen. Gute Bilder dieser Art
bringen es fertig, im Betrachter sofort und zwingend den Eindruck.Frühling!" und „Lebensfreude!" zu schaffen, auch ohne daß solche oder noch schwülstigere Titel dem Bilde stolz gegeben werden. Dazu gehört nicht viel „Denken" und Planen für eine Aufnahme, sondern nur ein Empfinden für bie Natur und ihre Schönheiten, in die der Mensch sich auch einmal einfügen darf.
Unter den anderen Arten solcher Bilder, deren Photographen zu viel denken, gibt es den schrecklichsten Kitsch. Wird etwa ein Pflücken der Zweige markiert, so muß die Person natürliche Grazie besitzen, um nicht steif zu wirken. Das gilt genau so für andere Motive, in denen Menschen und Blüten zusammen sind: Blühende Wiesen und dergleichen. Ge st eilte Aufnahmen mit Kindern können hier sehr unkindlich wirken, und gestellte Aufnahmen mit Erwachsenen sind noch weniger erträglich, wenn man die Absicht merkt. Und doch mutz sehr vieles zusammenklingen und zusammenstimmen, wenn ein solches Bild einwandfrei werden soll. Da ist zum Beispiel der Himmel ebenso wichtig wie der Vordergrund. Immer dann, wenn der Mensch ihn im Bilde nur zum kleinen Teil bedeckt, soll er durch Wolken belebt sein. Herein- hängende Zweige von Bäumen erfüllen diesen Zweck nicht immer, da sie ein gewisser Widerspruch zum Blüyen der Fluren sind — außer bei den Buschwindröschen und anderen Blumen, die an Waldrändern blühen, ober ber Arnika (Johannisblume, Bergwohlverleih), bie auf Waldlichtungen wächst.
Photographieren wir einen Menschen mit Blumen, die er pflückte und nun heimträgt — von Heimporträts mit Blumen in der Hand oder im Arm wollen wir lieber absehen —, so ist ebenfalls zu bedenken: nicht nur auf die Beziehungen des Menschen zu den Blumen kommt es an, sondern auf die Beziehungen beider zur Umgebung. Haben wir beim Frühlingsspaziergang im Buchenwalde Maiglöckchen ober am Bach des Nadelwalbes Farnkräuter gepflückt, so mag gewiß bie freie Land- straße bie günstigeren Bedingungen zum Photographieren bieten. Aber wir laufen bann Gefahr, baß bem Bilde etwas fehlt, um ganz geschlossen zu wirken, wenigstens in den Fällen, in denen die Blume oder Pflanze mehr ist als nur eine unaufdringliche, schmückende Beigabe wie das „Sträußchen am Hute" des Wanderers ...
Aber auch da, wo wir das Vorhandensein und die Harmonie aller erwünschten Beziehungen s u • chen müssen, sollen sie dennoch niemals „gesucht" wirken. Diese Theorie in die Praxis umzusetzen, konnten nur allgemeine Ratschläge, aber keine starren Vorschriften gegeben werden. Sie sind für jeden Menschen und für jede Blume andere, teilweise auch für den Geschmack jedes Photographierenden. Denn auch der soll nicht nach festen Normen streben, die es gar nicht gibt, wenngleich er die Grundforderungen: innere Wahrhaftigkeit und lebendige Glaubhaftigkeit jeden Bildes genügen muß.
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Kurmittel von bewährter Kraft. Wer das erkannt hat, der darf es sich leisten, es immer wieder neu zu erleben aus der Anschauung heraus. So etwa, wenn er in mondloser Dunkelheit hinausgeht auf einen Landungssteg, und nun die Wasser ringsum sich heben und senken — heben und senken, immer im gleichen Tempo. Ist es nicht, als atmete da em ungeheures Lebewesen? Als atmete Mutter Natur selbst? Und fühlst du dich nicht verbunden, wie du dich ihr in der Steinwüste deiner Stadt kaum verbunden fühlen kannst? Wo aber ein Mensch sich der Natur innig verwachsen fühlt, da nimmt die innere Ruhe des naturhasten Seins auch von der Menschenseele Besitz. Und es ändert nichts daran, wenn die Natur etwa gerade in Donner und Blitz den Ausgleich innerer Spannung vollzieht. Auch ein Gewittersturm über dem Meere kann zum Erlebnis werden, das die Menschenseele beruhigt und reinigt von allerlei Schlacken des Alltagslebens fern Der Natur.
Ruhe strömt aus von der Majestät der ewig gleichen Bewegung des Meeres auf den gehetzten Menschen, der sich in ihre Anschauung versenkt. Ruhe strömt nicht minder aus von der Majestät selbstsicherer Beharrung, womit die Schnee- berge der Alpenwelt dem verstädterten Menschen entgegentreten. Darum soll der Mensch auch ihnen mit Ehrfurcht nahen — und mit Vorsicht! Denn wie nicht jeder die See verträgt, so verträgt auch nicht jeder die Berge. Schon mancher ist munter hinaufgestiegen und hat sich droben von rätselhaftem Unbehagen befallen gefühlt, das ihn nachts nicht schlafen und am Tage seines Daseins nicht froh werden ließ. Wer kein geübter Bergkraxler ist, wird darum aut tun, vorher den Arzt zu fragen, ob er die in Aussicht genommene Höhe riskieren kann. Und dann — es muß ja nicht gleich losgelaufen, es muß ja nicht gleich alles in Augenschein genommen werden, was der Reiseführer als sehenswert empfohlen hat! Noch keinem Städter, der die ganze Unruhe feines berufsmäßigen Alltags mit in die freie Bergnatur hin- ausbrachte, hat es geschadet, wenn er sich vorerst ein paar Tage in der Kunst des Stillsitzens übte. „Akklimatisieren" nennt man das, wenn man es dem Deutschen annehmbar machen will.
Solch eine Zeit des Stillsitzens gibt die beste Ge- legenheit, einen Unterschied wieder zu entdecken, der dem städtischen Menschen in der Hetz seines Alltagslebens nur zu leicht abhanden kommt: den Unterschied zwischen sehen undschau e n. Nicht der wird sich in den Ferien am besten erholt haben, der alles gesehen hat, was der Reiseführer verzeichnet und gute Freunde vor ihm gesehen hatten; sondern der, der das ihm bequem Erreichbare so tief anschaut, daß er ein gesichertes Erinnerunas- bild davon mit nach Hause nehmen kann. Es hat keinen Wert an sich, auf einem schwer zugänglichen Gipfel gewesen zu sein. Aber unvergänglicher Be
rnern ermöglicht, der Aufführung beizuwohnen. Den gegebenen Verhältnissen entsprechend, konnte nur ein Freilichtspiel auf der Karlswiese in Fragtz kommen. Und so entstand nach einer Idee von Dr. W ö l b i n g (Berlin) in der Ausgestaltung von Willy Schmidt (Kassel) das große Freilichtspiel in vier Abteilungen: 150 Jahre Kysf- häuserbund.
Das große Spielfeld der Karlswiese gestattet es, 4000 Mitwirkende, 2000 Sänger und 120 Musiker für das Spiel einzufetzen und bamit der Veranstaltung einen außergewöhnlich großen und festlichen Rahmen zu geben. Die farbige Wirkung der vielen bunten Trachten und Uniformen wird zudem dadurch erhöht werden, daß die ganze Vorführung sich im Scheinwerferlicht ab spielt, während das Dunkel der Nacht und die Silhouette des Aueparks das beleuchtete Spielfeld wie eine natürliche Kulisse abschließen. Es ist der Sinn des Spiels, in eindrucksstarken, wechselbunten Bildern die Zeit lebendig zu machen, die der Kyffhäuserbund -* und damit das ganze deutsche Volk — in 150 geschichtlich bedeutsamen Jahren durchlebt und durch die vater
ländische Einsatzbereitschaft seiner Soldaten mitgeformt und mitgestaltet hat. So hebt sich dann auch aus der Bildfolge der vier Abteilungen des Festspiels das große geschichtliche Geschehen der Vergangenheit Jinnfälng heraus. Verbunden werden die einzelnen Bilder durch Worte eines Sprechers, der die Grundgedanken der Handlung durch Lautsprecher verkündet.
Die Beichsschule der Technischen Nothilfe.
Belzig (Mark), 29. Mai. (DNB.) Am Tor der Burg Eisenhardt in Belzig grüßt jetzt das weißrote Fahnentuch mit Zahnrad und Hammer; das Zeichen der Technischen Nothilfe. Hier ist bie Reichsführerschule ber Technischen Nothilfe untergebracht, bie im Beisein von vielen Vertretern von Staat unb Partei, ber Wehrmacht unb Polizei ein» geweiht würbe. Der Reichsführer ber Technischen Nothilfe SA-Gruppenführer W e i n r e i ch erwähnte bie gute kameradschaftliche Zusammenarbeit mit allen beteiligten staatlichen und Parteistellen. Ministerialdirigent Bracht eröffnete im Namen des Reichsinnenministers die Reichsschule unb überbrachte ber Technischen Nothilfe ben Dank unb bie Anerkennung ber Reichsregierung. Die Technische Nothilfe müsse nicht nur in ber Spitze ber Verwaltung, fonbern auch mit ben nachgeorbneten Stellen enger an bie Polizeibehörden angegliebert werben als eine Art freiwillige technische Hilfspolizei.
Dann erläuterte ber stellvertretenbe Reichsführer ber Technischen Nothilfe Hampe Zweck unb Aufgabe ber Reichsschule, deren Errichtung notwendig geworden sei, nachdem der Teno ber Instanb - setzungsdienst im Rahmen bes zivilen Luftschutzes übertragen würbe. Die Gestaltung ber Reichsschule wahrt in ber baulichen Anlage ben geschichtlichen Charakter ber Burg. Ein Mobell- übungsraum, ein Gasschutzgeräteraum unb Werkstätten kennzeichnen bas Wesen dieser Schule. Daneben stehen zweckmäßig eingerichtete Unterbrin- gungs« unb Derpfleaungsräume. In erster Linie wirb auf Burg Eisenyarbt bie praktische Ausbildung betrieben, die vor allem im Gelände vor sich gehen wird. Die Teilnehmer an den 14- tägigen Kursen sollen eine gründliche fachliche Aus- ditdungsgrundlage für ben Sicherungs- unb Hilfsdienst erhalten. Einige Uebungen vor ben Gästen bei ber Einweihungsfeier, barunter Sicherung eines befähigten Brückenlagers, bie Oeffnung verschütteter Zugänge zu einem Schutzraum unb bie Bergung ber Belegschaft sowie ber Bau einer Behelfsbrücke ließen eindringlich bie Notwenbigkeit biejes aufopfernden Dienstes an ber Volksgemeinschaft erkennen.
Der ungarische Mmisterbesuch in Berlin.
Dr. Homan hat tiefe Eindrücke empfangen.
Berlin, 29. Mai. (DNB.) Vor seiner Abreise aus Berlin gab ber ungarische Kultusminister Dr. Dr. h. c. Homan ber Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz eine Erklärung für bie beut« sche Presse, in ber ber Minister u. a. ausführte:
Der beutsch-ungarische Kulturvertrag unterbaut schon vorhanbene Institutionen unb Beziehungen, erweitert unb festigt bas Geschaffene. Für uns Ungarn hat biefe Sicherung bes wechselseitigen Kulturverkehrs eine befonbere Bebeutung, benn sie macht uns möglich, teilhaft zu werben an ben geistigen unb ethischen Kräften, bie in ber beutschen Kultur enthalten finb unb keine Beschränkung unseres eigenen Geistesleben bebeuten. Ich habe während meines Besuches in Berlin ben Führer bes beut- scheu Volkes unb sein Werk, bas von ber großen Jbee ber nationalen Volksgemeinschaft erfüllte beut« sche Leben, nicht nur als Kulturpolitiker, fonbern auch als Historiker erfaßt unb als tiefes Erlebnis empfunben. Tief hat mich bie Beobachtung beeinbrucft, baß bas Regime ben altbewährten Institutionen ber beutschen Wissenschaft und der deutschen Kultur die volle Unterstützung des Staates angedeihen läßt. Mit besonderem Nachdruck möchte ich die großartige Leistung hervorheben, die sich in
schleussner E?.h°
rn Garantieschein
Das Festspiel des Reichslriegertages.
LPD Kassel, 29. Mai. Am 7. Juni wird in dem Städtchen W a n g e r i n in Pommern das Jubiläum des 150jährigen Bestehens des Kyffhauser- bundes gefeiert, benn aus ber kleinsten Kamerab- schäft ehemaliger Füsiliere bes Regiments von Brünning hat sich die größte ©olbatenorgamfation der Welt entwickelt. Die Leitung des Kyffhauser- bundes hielt es für ihre Ehrenpflicht d en Reichs- kriegertag 19 3 6 in Kasfel im Zeichen des 150jäbrigen Bestehens des Bundes zu begehen. Bei Gestaltung der Festfolge mußte auf ein Spiel Bedacht genommen werben, bas es allen Teilneh-


