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neraivberst Göring dienen darf. Die Beförderungs­aussichten und die Möglichkeit der Weiterverpflich- tung auf zwölf Jahre sind im Regiment General Göring für tüchtige Soldaten besonders günstig.

Die Freiwilligen können entsprechend der Vielsei­tigkeit des Regiments General Göring als Infan­teristen (Säger), Flakartilleristen, Pioniere, Kraft­fahrer und Reiter Verwendung finden.

Einstellungsgesuche mlt den notwendigen Papie­ren sind sofort zu richten an:

RegimentGeneral Göring", Berlin-Charlotten­burg, Königin-Elisabeth-Straße 49.

Weihnachten Oer alten Artilleristen.

Der Artillerieverein Gießen feierte am zweiten Feiertag in herkömmlicher Weise im Saale des Burghof" Weihnachten. Der Besuch , war außer­ordentlich stark und zeigte so recht die enge Ver­bundenheit dieser alten Soldaten. Beim Schein des Tannenbaums wechselten Weihnachtslieder und Sol­datenweisen miteinander ab. Die vielen Kinder, groß und klein, zeigten dem Nikolaus, der persön­lich erschienen war, was sie konnten, und gar bald war der große Gabensack geleert. Viel Freude be­reitete der schon oft erprobte Geschenkaustausch. Der Abend verlief in bester Stimmung und in schönster Harmonie.

Weihnachtsfeier

für mittellose Durchwanderer.

Am 24. Dezember abends fand wie alljährlich, im städtischen Obdachlosenasyl in der Sandgasse eine Weihnachtsfeier mit Bescheruna für die vom Wohl­fahrtsamt eingemiefenen Durchwanderer statt. Es befanden sich rund 25 Durchwanderer zur Verpfle­gung und Uebernachtung im Asyl. Im Mittelpunkt der Feier, der ein Vertreter des städtischen Wohl­fahrtsamtes beiwohnte, stand ein von Pfarrer Becker gehaltener Gottesdienst mit gemeinsam ge­

sungenen Liedern, Verlesung der Weihnachts­geschichte, Ansprache und Gebet. Der brennende Weihnachtsbaum und Musikvorträge des Hospital- Verwalters Franz (Trompete) und von vier Schülerinnen (Blockflöten) gaben der Feier einen stimmungsvollen Raymen. Anschließend erfolgte die Bescherung, bei der jeder Durchwanderer einen Tel­ler mit Weihnachtsgebäck und Rauchwaren, sowie ein Wäschestück erhielt.

Gießener Vochenmarktpreife.

* Gießen, 29. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, XA kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, ungezeichnete, 10, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rot­kraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meer­rettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kar­toffeln, kg 5 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1,10 Mk., Blumenkohl, das Stück 30 bis 70 Pf., Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.

* Bantenfchluß am Silvesterabend. Vier Gießener Geldinstitute geben in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Geschäfts­räume am Silvesterabend, 31. Dezember, nach­mittags geschlossen sind und die Kassenstunden nur von 8 bis 13 Uhr andauern. (Siehe heutige An­zeige.)

* * Preußisch-Süddeutsche Klassen- lotterie. Die Ziehung der 4. Klasse der lausen­den (48-/274.) Lotterie findet am 8. und 9. Januar 1937 statt. Schluß der Erneuerung 2. Januar.

Unsere Vogelwelt im Winter.

Wer mit offenen Augen und offenen Ohren durch die Natur zu gehen versteht, der wird es immer wieder erleben, daß auch in der kalten Jahreszeit unsere Vogelwelt nicht ausgestorben ist. Gewiß kennen wir alle das laute Geschimpfe des Sper­lings, der ost genug vor unserem Küchenfenster randaliert. Der aufmerksame Vogelfreund wirb ober gerade bei allem lauten Trubel an den Futter­plätzen, die wir Menschen den Vögeln im Winter einzurichten pflegen, in dem Schwarm dieser lauten Gesellen noch manch anderes Tierchen finden, das sich bescheiden zurückhält und genügsam mit den paar Bröckchen davonflieat, die ihm seine frechen und vorwitzigen Artgenossen übriggelassen haben. Der Vogelkenner wird gar bald die Goldammer entdeckt haben, die sich im Winter mit Vorliebe in der Nähe der menschlichen Wohnung aufhält, und vor allem auch den Gimpel, einen Verwandten des Sperlings, der im Winter den Wald verläßt und in die Nähe der Häuser zieht. Der Gimpel ist mehr noch unter dem Namen Dompfaff be­kannt. Bei einem Spaziergang durch die städtischen Anlagen ober vor den Toren der Stadt kommen wir oftmals auch an einer vertrockneten Distelstaude vorbei, und hier scheu wir den buntfarbigen Distelfink herumturnen, wenn er auf der Nah­rungssuche ist. Aus den dunklen Baumkronen der Tannenwälder kommt in dieser Zeit der gelbgrüne Zeisig zu uns und läßt sich in unseren Obst­gärten nieder, oft begleitet von dem Grünfink, auch Grünling genannt. Am meisten aber finden wir in der kalten Jahreszeit die Meisen. Es ist die Kohlmeise, die wir an ihrem hellen Ruf er­kennen, und die Blaumeise mit ihrem schönen blaugelbgrünen Gefieder, die braungraue Hauben­meise mit ihrem koketten Federhäubchen oder die Schwanzmeise mit dem scheinbar übermäßig langen Schwanz. Ihnen allen scheint die Kälte des Winters wenig auszumachen. Solange die Aeste unserer ©artenbäume noch frei von Schnee sind, leiden sie keine Not. In jeder Spalte, in der kleinsten Ritze finden sie Puppen und Larven und Jnsekten- eier, und sie alle lassen sich die oft mühsame Suche nach der Nahrung nicht verdrießen, sind immer

vergnügt und zum Zwitschern aufgelegt. Nicht ver­gessen dürfen wir hier auch das Goldhähnchen, die kleinste Meisenart, der sich anscheinend immer im Kampf gegen einen Feind sieht und seinen goldenen Federkamm wehrhaft sträubt.

Aber auch im Winterwald ist es nicht so tot ge­worden, wie wir vielleicht denken. Hier tummeln sich Baumläufer und Kleiber, durch ihren ein wenig plumpen Körperbau und die blaugraue Färbung an den entlaubten Stämmen oftmals nur schwer ausfindig zu machen. In allen nur erdenk­lichen Lagen klammern sie sich an Aeste und Stämme und trommeln mit dem Buntspecht ober dem Schwarzspecht die Rinde nach Nah­rung ab. Sehr scheu ist der Eichelhäher, den wir an seinem hellen Geschrei kennen, mit dem er bei unserem Nahen seine Artgenossen in weitem Umkreis zu warnen scheint. Selten treffen wir die Elster, die darum aber nicht weniger stech ist. Beinahe zutraulich können wir die Hauben­lerche beobachten, wie sie dankbar für ein paar Körnchen an der Straße oder vor den Scheunen sitzt. Ein besonderer Freund ist der winzige Zaun­könig, ein besonders lustiger Geselle, der faft als einziger auch bei vielen Grad Kälte seinen hellen Pfiff durch die Winterlust erfüllen läßt. Er ist so klein, daß er bis in die entferntesten Winkel und Ecken gelangen kann, um sich Nahrung zu suchen und sie auch zu finden. Auf dem Lande wird er Schneekönig" genannt und ist bei alt und jung als einer der treuesten gefieberten Freunde sehr beliebt.

Die Mehrzahl unserer heimatlichen Vögel, die uns im Winter nicht verlassen, leidet aber oftmals bit­tere Not. Es ist mehr als nur menschliche Pflicht, diesen kleinen gefieberten Gesellen in ihrer Winters­not zu helfen und ihnen leicht zugängliche Futterplätze einzurichten, damit sie nicht den Strapazen der kalten Jahreszeit erliegen müssen. Sie werden uns ihren Dank im Frühling und Som­mer durch ihren fröhlichen Gesang reichlich abftatten, abgesehen davon, daß der Bauer und Gärtner ihren großen Wert als Vertilger schädlicher Insekten zu schätzen wissen.

Oberheffen.

20 Jahre Evangelische Frauenhilfe.

5 Steinbach, 28. Dez. Am gestrigen 27. De­zember fand die Feier des 20jährige n B e - stehens der Frauenhilfe statt. Vom Kirch­turm grüßte im Sonnenschein die Kirchenfahne und betonte so schon äußerlich die Verbundenheit der Kirche mit dem Verein und der Frauenhilfe mit der Kirche. Eine große Reihe von Stiftungen zum Schmuck des Gotteshauses durch die Frauenhilfe ist der Beweis für ihre Verbundenheit mit der Kirche.

Ein Festgottesdienst bildete den Auftakt des Festtages. Der Evangelische Frauenchor, der den Sonntag nach Weihnachten als Geburtstag feiert er wurde 1930 von dem damaligen Pfar­rer W. Kraemer, jetzt im Ruhestände in Darm­stadt lebend, ins Leben gerufen verschönte den Gottesdienst mit zwei Chören, einem Weihnachts­lied und der MotetteHerr deine Güte reichet soweit". Der Festprediger, Missionar Walther (Gießen), verfehlte nicht, dem Chor seinen und aller Dank für seinen Gesang auszusprechen. Als Predigt- text hatte der Festprediger das Evangelium des Sonntags Lukas 2, 25 bis 32 und 36 bis 38, die Geschichte von Simeon und Hanna, gewählt. Mis­sionar Walther, der das letztemal vor etwa 15 Jahren hier gepredigt hat, verstand es in seiner volkstümlich packenden Art die Herzen warm zu machen für den Heiland, die herrliche Gabe der Weihnacht und den wahren Inhalt der Weihnachts- freube.

Um 13 Uhr fand im Gotteshause die Festver­sammlung statt. Der Leiter der Frauenhilfe, Pfarrer D ö l l, eröffnet mit der Losung des Weih­nachtstages 1. Mose 24, 27Der Herr hat mich den Weg gesühret", grüßte die Frauen und die an­deren ©emeindeglieder, besonders Dekan Sattler (Wieseck), Frau Hoffmann (Ossenheim), bie in letzter Stunde für die erkrankte Derbandsrednerin den Vortrag übernommen hatte, und die Frau des Gründers und Mitgründerin, Frau Koehler Witwe (Gießen.) Darauf sprach der Dekan des Dekanats Gießen unter Zugrundelegung von Lukas 1, 38Siehe, ich bin des Herrn Magd", zu der Ver­sammlung und überbrachte die Glückwünsche des Dekanats. Frau Hoffmann, den Steinbachern noch in bester Erinnerung von ihrem ersten Vor­trage hier beim Kreisfrauenhilfetreffen, sprach hier­auf über bas ThemaUnser bleibender Dienst". Die Radnerin hatte bas Ohr und Herz ihrer Schwestern,

als sie das Ideal des Dienstes einer echten Christen­frau und Mutter das sollen die Frauen der Frauenhilfe sein und immer besser werden schil­derte. Wohl am herzlichsten klangen ihre Worte, as sie von der Liebe zu Volk und Vaterland sprach; das sei die beste Gabe für bas teure Vaterland, daß mir helfen, daß Christus in unserem Volke sei. Mis­sionar Walther sprach dann unter Zugrunde­legung des Wortes: Psalm 84, 11Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend" über des Christen Liebe zu seinem Gott und dessen Haus. Von seinen Jugend- und Kindheitserinne­rungen ausgehend schilderte er die Schönheit und Macht kirchlicher Sitte und mahnte ernst zur Erhal­tung und dem Aufbau solcher Sitte und zur Be­währung des Christenglaubens im Leben.

Nach der Versammlung begaben sich die Frauen­hilfe und ihre ©äste in den Saal desEinhorn", wo gemeinsam der Kaffee eingenommen wurde. Hier sprach Frau Koehler von der Gründung und den ersten Jahren des Vereins. Im Kriege als Alice-Frauen-Derein vom Roten Kreuz vom Pfar­rer und der Rednerin gegründet, trieb der Verein zunächst Kriegsfürsorge aller Art, man strickte und arbeitete für die Krieger, im Sommer wurde ein Kriegskindergarten eröffnet, bei allen Sammlungen half der Verein eifrig mit. Nach dem Kriege wurde der Verein auf Betreiben von Dekan Gußmann in einen Evangelischen Frauenverein umgewandelt. Nach dem Tode des Gründers und dem Aufzug des Pfarrer Kraemer erfuhr der Verein einen neuen Aufschwung. Die Zeit nach dem Umbruch stand unter Leitung des jetzigen Pfarrers, und bie Frauen- Hilfe hat nun ihren bisher höchsten Mitgliederbe- ftanb erreicht. Ein Teil der Mitgründerinnen ist heute noch im Verein, ein Teil ist verstorben. Eine Mitgründerin ist in Wieseck verheiratet und war als Gast zum Feste anwesend. Der Vereinsleiter, der inzwischen von einer Amtshandlung in Albach zurückgekehrt war, betonte unter dem Eindruck des offenen Grabes, an dem er eben gestanden hatte, die Grundlage des Christenglaubens und betonte, baß er alle Arbeit in der Frauenhilfe als Dienst zu diesem Herrn Christus hin tue. Dekan Sattler sprach das Schlußwort des harmonisch verlaufenen Festes.

Der Dank der gastgebenden Frauenhilfe und der ©emeinbeglieber, die sich zahlreich zum Festgottes­dienst und zur Versammlung im wechnachtlich ge­schmückten Gotteshause eingefunden hatten, verband

sich mit der Mahnung zur Treue. Die Festkolle-Ne betrug 15 Mark und wurde der Mission überwie- sen, für das WHW. hat die Frauenhilfe, wie all- jährnch, ihre Gabe schon gegeben.

Landkreis Glesien.

00 Klein-Linden, 28. Dez. Am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages fand in der Kirche die Weihnachtsfeier des Kindergottes- d i e n ft e s statt. Die Kinder hatten unter Anlei­tung ihrer Helferinnen und des Ortspfarrers bie Weissagungen und die Erfüllung der Messiashoff­nung in ihren Gruppen in Wort und Gesang ein­geübt und boten sie ihren Eltern und den sonstigen Gemeindegliebern dar. Gemeindegesang, Chorvor­träge eines Schülerchors und des Frauen- und Mädchenchors unserer Kirchengemeinde fügten sich passend in den Rahmen der Feierstunde ein. Pfar­rer König als Leiter des Kindergottesdienstes hielt die Ansprache. Zum Schluß wurde jedem Kind ein Weihnachtsgeschenk überreicht. Dem Vor­mittagsgottesdienst des ersten Weihnachtsfeiertages gab die Mitwirkung des Männergesangver­einsEintracht" eine besondere Note. Der Verein sang unter Stabführung von Chormeister Harnisch (Watzenborn - Steinberg) die Chöre Winternächt'ges Schweigen hüllet..." von Son­net und BeethovensHeil'ge Nacht, o gieße du ...". Auch der Pofaunenchor wirkte in diesem Got­tesdienste mit. Den Vormittagsgottesdienst des zweiten Feiertages bereicherte der Kirchenchor mit schönem Liebvortrag.

wg. Großen-Buseck, 28. Dez. Der Land­wirt und Zimmermann Heinrich M e r z I , Bahn­hofstraße, konnte dieser Tage in geistiger und kör­perlicher Frische seinen 8 5. Geburtstag feiern. Der Jubilar versieht noch alle Haus- und Feld­arbeiten und nimmt an den Geschehnissen der Ge­genwart regen Anteil. Dem hiesigen Flurschützen Konrad Münch wurde in einer der letzten Nächte ein Teil der Wäsche, die im ©arten zum Trock­nen aufgehängt war, entwendet. Ein anderer Teil der Wäsche lag verschmutzt am Boden. Die ent- roenbete Wäsche wurde bei der sofortigen polizei­lichen Ermittlung an der Wieseck wiedergefunden. Ob es sich um einen mißglückten Diebstahl, ober um einen Bubenstreich handelt, konnte bisher noch nicht enbgütog festgestellt werden.

Lollar, 28. Dez. Der hiesige Turn- und Gesangverein hielt im SaalZum Schwanen" feine Weihnachtsfeier ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein gemeinschaftlich ge­sungenes Weihnachtslied eröffnete den Abend. Der Gemischte Chor brachte unter Musikbegleitung eben­falls ein Weihnachtslied zu Gehor.^ In bunter Reihenfolge wurden bann Theaterstücke, weitere ©efangsüorträge mit und ohne Instrumentalbe­gleitung auf geführt und damit bie Besucher unter­halten. Den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt die Kapelle Lynker. Der Abend brachte den Beweis, daß der Chor des Vereins in feinen Leistungen eine erfreuliche Steigerung aufzuweisen hat.

00 Staufenberg, 28. Dez. Der hiesige G e- sangverein veranstaltete am ersten Weihnachts­feiertag im Saale von Geißler einen wohlgelun­genen Theaterabend. Die Darbietungen wur­den dankbar ausgenommen.

= Mainzlar, 28. Dez. Der hiesige Gesang- verein hielt am zweiten Weihnachtsfeiertag im Saale von Müller seine Winterfeier ab. Ver­einsführer Fuchs hieß die Teilnehmer willkom­men. Sängerkreisführer Karl Müller aus Gießen forderte in einer kurzen Ansprache besonders die Jugend auf, das deutsche Lied zu pflege,, und sich aktto in den Vereinen einzusetzen. Mit einer Kom­position von Beethoven leitete der Chor den unter­haltenden Teil des Abends ein. Musikalische Dar­bietungen der Kapelle Berger, unterhaltsame Gesangsstücke Gießener Humoristen, sowie weitere Darbietungen des Männerchores wechselten mitein­ander ab. Tanz und Musik beschlossen die Veran­staltung.

<£ Dau bringen, 26. Dez. Der Gesang­verein Daubringen veranstaltete gestern abend im Saale der Wirtschaft Erb einen Theater­abend. Mit einem gut vorgetragenen Weihnachts­chor (Chormeister Schreiner, Alten-Buseck) er­öffnete der Männerchor den Abend. Nach der Be­grüßungsansprache des zweiten Vereinsführers Äug. Kimmel wurden noch ein Männer- und ein Gemischter Chor vorgetragen. Ein gut gespiel­ter Dreiakter wurde von den Besuchern sehr bei- S aufgenommen. Herr Kimmel ehrte als- die 25jährige Mitgliedschaft der beiden Mit­glieder Hch. Latsch, der auch ebensolange Rechner des Vereins ist, und W. Weimer, indem er sie unter Überreichung von Diplomen zu Ehrenmit­gliedern ernannte. Ein anschließendes Lustspiel wirkte sehr erheiternd. Daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, mag als Beweis für die allgemeine Wertschätzung des Vereins und feiner Darbietungen gelten.

3) Allendorf a. d. Lda., 28. De; Am zweiten Feiertag veranstaltete der unter der bewährten Leitung des Lehrers Schmidt von Kesselbach stehende hiesige Männergesangverein in der Stadthalle eine in allen Teilen wohlgelungene Weihnachtsfeier. Unsere Einwohnerschaft hatte auch diesmal wieder dem Männergesangverein ihre Ver­bundenheit dadurch bezeugt, daß sie überaus zahl­reich erschienen war. Eröffnet wurde die Feier durch den Ehrenvorsitzenden mit einer kurzen Begrü­ßungsansprache, die mit dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel- Liedes endete. Dann trug der Männergesangver­ein zwei passende Chore stimmungsvoll vor, von denen der zweite ChorWeihnachten im Wald­kirchlein" wegen feines Ausklanges in das Weih­nachtsliedO du ftöhliche, o du selige, gnaden­bringende Weihnachtszeit" bei den Zuhörern be­sonders starken Beifall fand. Anschließend wurde unter Musikbegleitung die erste Strophe des alten WeihnachtsliedesO du fröhliche, o du selige" ge­meinschaftlich gesungen. Die nun folgenden zwei Theaterstücke wurden vorwiegend von Mitgliedern des Mannergesangvereins flott gespielt. Zwei wei­tere Chöre des Männergesangvereins beschlossen den offiziellen Teil. Der musikalische Teil der Feier wurde in vorzüglicher Weise von der Standarten­kapelle Gießen bestritten. Der übliche Tanz hielt dann die Teilnehmer noch bis in die frühen Mor­genstunden beisammen. Zu Weihnachten konnte Frl. Friederike Stier aus Londorf das Jubiläum ihrer 20jährigen Tätigkeit in der Familie des hie- figen Apothekers Welcker begehen. Der treuen Hausgehilfin wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bereitet.

* Beuern, 29. Dez. Am 31. Dezember begehen die Eheleute Georg Nachtigall und Frau Anna Marie, geborene Stein, im Kreise ihrer Familie das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Die Jubilare sind noch so rüftig, daß sie noch alle Haus- und Feldarbeiten verrichten können.

ch Beuern, 27. Dez. Der hiesige Gesang- vereinPolyhymnia-Liederkranz" ver­anstaltete im Saale derGermania" sein .Winter» vergnügen. Vereinyführer Dort hieß bie zahl» reichen Teilnehmer, insbesondere die Gäste aus Heidelbach, herzlich willkommen und sprach dann kurz über die Bedeutung der Gesangvereine für die Pflege des deutschen Liedgutes. Er forderte auch bie Jugend auf, durch den Beitritt zum Verein die Sache des deutschen Liedes zu unterstützen. Der Chor erfreute im Verlaufe des Abends durch den Gesang mehrerer Lieder und fand dafür lebhaften Beifall. Ferner gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung, die ebenfalls dankbar aufgenommen wurden. Vier Mitglieder wurden für 25jährige Zu­gehörigkeit zum Verein zu Ehrenmitgliedern er­nannt. Stunden der Kameradschaft beschlossen den Abend. Am Heiligen Abend wurde in der Kirche ein Krippenspiel von den Schulkindern auf­geführt. Der Kirchenchor und der Gesangverein stell­ten sich in den Dienst der Sache und verschonten die Feier. Das Krippenspiel und die Lieder waren von den Lehrern Müller und Schmand eingeübt worden. Den Abschluß der Feier bildete die Ver­teilung von Weihnachtsgeschenken an die Kinder.

<£ Reiskirchen, 29. Dez. Der Turnver­ein Reiskirchen hielt am zweiten Weihnachts­feiertag fein diesjähriges Winterveranügen im SaaleZum Hirsch". Der Abend wurde mit dem Einmarsch der Turner und Turnerinnen eingelei­tet. Dann folgte ein Gedicht, in dem Deutschlands Größe und Stärke gepriesen wurde. In seiner Be­grüßungsansprache wies der Vereinsvorsitzende auf die Gründung des Reichsbundes für Leibesübungen nach der Machtergreifung durch unseren Führer Adolf Hitler hin, er sprach von den Aufgaben eines Turnvereins im Reichsbund für Leibesübungen, schilderte noch einmal die großen deutschen Leistun­gen auf den Olympischen Spielen in Berlin und sprach dann von den Erfolgen unserer Turner auf den in diesem Jahre besuchten drei Turnfesten, von denen der Verein jedesmal mit einem 1. Preis nach Haufe gehen konnte. Die Turnerinnen und Turner forderte er auf, weiter in dem Geiste zu arbeiten, wie bisher. Es folgten bann Freiübungen der Schü­ler, Turnen am Pferd, gemischte Freiübungen (acht Turnerinnen und acht Turner). Ein Theaterstück wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Dann folgte noch Turnen an den Ringen, Reigen der Schüler, Keulenschwingen, Stabübungen und Ball­reigen der Turnerinnen. Eine Verlosung bildete das Ende des ersten Teils des Abends. Es sprach noch Zellenleiter Lehrer Roth, Reiskirchen, dessen An­sprache mit dem Sieg-Heil auf den Führer endete. Im zweiten Teil des Abends folgte Tanz. Die Pau­sen wurden von Musikstücken der Kapelle M ö b u s (Reiskirchen) ausgefüllt.

3 Saasen, 27. Dez. Am ersten Weihnachts­feiertag fand abends in unserem Kirchlein auf dem Veitsberg die Lichterkirche statt. Die Schüler der Oberklasse unter Leitung von Lehrer B l e s e r brachten ein Weihnachtsspiel zur Aufführung, das allgemein reichen Anklang fand. Der hiesige GesangvereinEintracht" hielt am zweiten Feiertag sein biesj'irriges Wintervergnügen ab. Nach einem von dem Gesangverein Dorgetragenen Lied (Leitung Dirigent Volk) begrüßte Vereins­leiter Wagner die Besucher. Nach einem weite­ren Lied kamen zwei Theaterstücke zur Ausführung. Beide fanden großen Beifall. Anschließend fanden eine Verlosung und Tanzbelustigung statt.

)( L i ch, 28. Dez. Die Eheleute Johann Ludwig Alles und Anna Maria, geb. Sommer, können am 30. Dezember in voller körperlicher und geifti« ger Frische das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar war in früherer Zeit mehrere Jahrzehnte lang bei Bauunternehmer Heinrich Winn in Gießen tätig.

T ßid), 28. Dez. Die Sängervereinigung C ä c i I i a" L i ch veranstaltete am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages in der Turnhalle ihr traditionelles Wintervergnügen. Mitglieder des Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 Gießen leiteten mit demChristnachtsglockenmarsch", einer Komposition von Bettche, die Vortragsfolge ein und trugen weiter durch Konzerteinlagen ihr wesentliches Teil zum guten Gelingen der Feier bei. Der starke Chor derCäcilia", von Chorleiter Ernst I l g e geführt, wartete mit einigen wertvollen Liedern auf, die den starken Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer verdient hatten. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines Schauspiels in drei Akten. Mitglieder derCäcilia" und deren Fa­milienangehörige hatten die Rollen übernommen. Tanz und Frohsinn hielt dann die Besucher noch bis zum frühen Sonntagmorgen in schöner Volks­gemeinschaft beisammen.

Kreis Friedberg.

+ Ostheim b. Butzbach, 28. Dez. Am Tag vor Weihnachten ereignete sich an der Haltestelle ein Autounfall, bei dem in letzter Minute zwei Menschen dem Tode entgingen. Ein aus Richtung Nieder-Weisel kommender Kraftwagen fuhr infolge Nebels gegen eine Schranke des Bahnüberganges und blieb darin stecken. Kaum waren die Insassen dem Auto entstiegen, als auch schon ein Güterzug herangebraust kam, der den Kraftwagen erfaßte und ihn zur Seite schleuderte, so daß er fast völlig zer­trümmert wurde. Durch den Anprall wurde der Fahrer des Kraftwagens derart im Gesicht verletzt, daß er ins Krankenhaus nach Nieder-Weisel ge­bracht werden mußte.

Kreis Schotten.

O L a u b a ch, 27. Dez. Am zweiten Weihnachts­feiertag wurde hier der im Ruhestand lebende Leh­rer Jakob Spilger unter großer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Er war ge­boren am 5. September 1848 zu Lehnsweier int Odenwald. Schon in feiner zweiten Verwendung tarn er als Lehrer im Jahre 1871 an die hiesige Stadtschule, an der er bis zu feiner Pensionierung im Jahre 1914 im Segen wirkte. Aber nicht von langer Dauer war fein Ruhestand. Als zu Beginn des Krieges zwei Lehrkräfte sich als Kriegsfreiwil­lige meldeten, sprang er wieder ein und tat den ganzen Krieg freudig Schuldienst. Beinahe fünfzig Jahre war und in feinem Beruf als Lehrer tätig. Als er endgültig in den Ruhestand trat, blieb er hier in Laubach wohnen. An feinem Grabe hielt der Ortsgeistliche die Gedächtnisrede. Im Namen des Kirchenvorstandes, dem der Verstorbene von 1903 bis 1933 angehört hatte, legte Lehrer Gaub einen Kranz nieder. Rektor D ö l l sprach herzliche Worte des Gedenkens im Namen des Lehrerkollegiums. Auch die Kriegerkameradschaft, der Lehrer Spilger lange Jahre führend angehörte, gedachte des Er­storbenen.

* Groß-Eichen, 29. Dez. Morgen, 30. Dez^ feiert Herr Heinrich PeterII. als ä l t e st e r E i n- wohn er bei bester Gesundheit seinen 9 2. Ge­burtstag.

Kreis Alsfeld.

# Ober. Ohmen, 28. Dez. Der hiesige Mkkn, nergefangvereinGermania" hielt