kes und die geschmeidige Diplomatie Italiens, die es nicht bis zum europäischen Krieg kommen ließ, aber alle Schwächen der Sanktionsfront auszunutzen verstand, waren die Voraussetzung dieses Erfolgs. Nach den Sanktionen kam Italiens Außenhandel verhältnismäßig rasch wieder in Fluß. Die Goldbestände der Staatsbank, die während des abessinischen Feldzugs von 7 auf annähernd 3 Milliarden Lire zusammengeschrumpft sind, werden seit einem halben Jahr nicht mehr angetastet.
Auf den militärischen Sieg in Ostafrika ist nach der großen Regenzeit und nach gründlicher Vorbereitung die vollständige Besetzung Aethiopiens bis zu den Grenzen des Sudans gefolgt. Die letzten großen bewaffneten Banden und Ueberreste der abessinischen Heere sind aufgerieben und überall beginnen in Aethiopien, dem neuen italienischen Imperium, die Arbeiten einer planmäßigen Besiedlung und Erschließung seiner fruchtbaren und reichen Provinzen. Politisch ist allerdings das Ringen um die rechtliche oder wenigstens praktische Anerkennung der italienischen Souveränität über Aethiopien noch nicht abgeschlossen. Genf hat sich im Juli die Möglichkeit nicht entgehen lassen, durch Aufrechterhaltung der gröblichen Fiktion einer abessinischen Regierung in Gore einen letzten schweren Fehler zu machen. Italien hat seither jede Mitarbeit im Völkerbund eingestellt. Italien ist überzeugt, daß die Anerkennung seiner Annexion Äthiopiens nur eine Frage der Zeit ist und daß sich die Realität sckließlich von selbst durchsetzen wird. Italien bezeichnet sich denn auch selbst ckls eine Kolonialmacht, die gesättigt und zufriedengestellt ist, mindestens für ein halbes Jahrhundert, während dessen das neue Italien mit dem lieber» schuß seiner Bevölkerung die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Bodenschätze seines Imperiums in Ostafrika erschließen will. Italien seht alles ein, um mit streng korporativen Methoden nach einer modernen Lösung des Problems der Kolonisation zu suchen, das Dasein der Eingeborenen und ihre Leistungsfähigkeit zu heben, aber bei aller Zusammenarbeit mit den Eingeborenen die Mischung der beiden Rassen zu vermeiden, die wegen der Gefährdung des Enderfolges der gestellten Aufgabe abgelehnt wird.
Wenn sich Italien heute, nach der Eroberung von Abessinien als ausgesprochene, leistungsfähige und zugleich berufene Kolonialmacht in Nord- und Ostafrika fühlt, so ist sein Selbstbehauptungs- und Machtwille als Mittelmeer st aat nicht weniger gewachsen. Italien nicht mehr als Gleichgewichtsfaktor neben England und Frankreich, sondern Italien schlechtweg als gleichberechtigter Machtfaktor im Mittelmeer ist jetzt die Losung Roms geworden. Man weiß, daß militärpolitisch Italien Frankreich zu Wasser und in der Luft überflügelt hat. Die Tatsache der englischen Aufrüstung und Verstärkung au Malta und Cypern, in Haifa und Alexandrien gilt hierzulande als Beweis für den tatsächlichen Aufstieg der Wehrmachtstellung Italiens im Mittelmeer. Noch nie hat Italien so eifersüchtig die machtpolitische Stellung Englands im Mittelmeer beobachtet. Noch nie sah es — wie im vergangenen Sommer — so sehr in England den unmittelbaren und einzigen Rivalen im Mittelmeer, der militärisch wie politisch auf Jahre hinaus so seine Dinge vorbe- ( reitet, daß für die eigentliche und erwartete Auseinandersetzung die stärksten Chancen auf seiner Seite sind.
Ohne den Bürgerkrieg in Spanien und ohne das Auftauchen einer neuen Flotten- m ach t im Mittelmeer hätte sich diese englisch-italienische Rivalität eher noch verstärkt — statt jene Entspannung zu erfahren, an der beide Staa-. ten jetzt zum Jahresende im beiderseitig eingestandenen eigenen Interesse arbeiten. Man weiß zwar noch nicht genau, wie die Formel zur Anerkennung des territorialen status quo im Mittelmeer aus- sehen wird Kommt aber eine solche Formel zustande, so mag sie noch so vorsichtig gehalten sein, sie wird immer für England ein erster Schritt gegen eine katalanischeBolschewisten- r e p u b l i k bedeuten, an der Sowjetrußland und Frankreich so sehr interessiert sind, die jedoch Italien nicht zulassen kann. Aber auch im östlichen Mittel- meer würde eine solche Formel für Italien eine wichtige Sicherheit zugunsten der Beibehaltung des jetzigen^ Regimes im Suezkanal darstellen. Anderseits könnte England seine Befürchtungen wegen territorialer Veränderungen im westlichen Mittelmeer genau so zurückstellen wie das ihm verbündete Frankreich, das freilich das italienisch- englische Gentleman Agrement mit Mißtrauen betrachtet.
Wurde der Lappoführer Kosola vergiftet?
Helsinki, 28. Dez. (DNB.) Die finnischen Morgenblatter äußern den Verdacht, daß der kürzlich verstorbene Lappoführer Viktor Ko so la das Opfer einer Arsenikoergiftung geworden stl- Die Leiche Kosolas wurde obduziert; das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung ist aber noch nicht bekannt. Die Verwandten Kosolas erklärten, sie hätten ursprünglich keinerlei Verdacht gehabt, schließlich jedoch selbst Antrag auf gerichtliche Untersuchung gestellt. Man glaubt, daß auch Kosola das Opfer jener bolschewistischen Giftmord jene geworden ist, die im Jahre 1933 in Finnland und in ganz Europa das größte Aufsehen erregte. Damals wurde eines Tages der Direktor der finnischen Patronenfabrik, Oberst Asplund, in seiner Dienstwohnung tot aufgefunden. Die genauere Untersuchung ergab, daß der Oberst nicht, wie ursprünglich angenommen, an Lungenentzündung, sondern an Gift geworben "roar. Des Giftmordes wurde seine Haushälterin Jenny Antti l a überführt. Gleichzeitig wurde ihr nachgewiesen, daß sie im Dienste einer fremden Macht nach der Ermordung Asplunds Geheimbefehle für die finnische Mobilmachung aus dessen Dienstwohnung g e st o h l e n hatte. Oberst Asplund war mit dem Führer der ßappoberoegung eng befreundet. Zur gleichen Zeit mit dem Anschlag auf Asplund zeigten eine Anzahl Lappoführer ebenfalls Vergiftungsmerkmale. Kosola selbst war weit über seine finnische Heimat hinaus als schärfster Feind des Bolschewismus bekannt, nicht erst feit dem Bauernmarsch der Lappo- beroegung nach Helsinki vom Jahre 1930.
Englische Munitionsfabriken werden verlegt.
London, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Herold" meldet, wird ein großer Teil der staatlichen Munitionsfabriken und Lager i n W o o l- wich bei London demnächst nach vier verschiedenen Orten im Westen Englands verlegt werden. Die neuen Arsenale sollen in Irvine (Schottland), Chorley (Grafschaft Lancashire), Herford und Bridgend (Südwales) errichtet wer
den. Sie sollen nicht nur das bisher in Woolwich geleistete Arbeitsprogramm übernehmen, sondern auch für hie zusätzliche Munitionsbeschaffung auf Grund des Aufrüstungsprogrammes sorgen. Als Grund für die Verlegung wird angegeben, daß Woolwich etwaigen Luftangriffen stärker ausgesetzt sei, als die neuen Orte. Mit der Arbeit des Arsenals in Chorley soll bereits zu Anfang des neuen Jahres begonnen werden. Allein für die Errichtung der Gebäude und der Eisenbahnanschlüsse wer fünf Millionen Pfund benötigt. In Woolwich sollen in Zukunft nur nichtexplosioe Gegenstände für den Kriegsbedarf herstellt und gelagert werden.
Der Raiionalkongretz lehnt indische Serfaffung ab.
Gandhi bricht sein Schweigen.
Bombay, 28. Dez. (DNB.) Bei der Eröffnung des 50. Indischen Nationalkongresses richtete Pandit N e h r u als Präsident einen Angriff gegen die neue indische Verfassungsakte. Er erklärte, der Nationalkongreß werde nicht zulassen, daß die Männer und die Hilfsquellen Indiens für einen im« perialistifchen Krieg ausgebeutet würden. Der Kongreß werde allen Versuchen des britischen Imperialismus, feine Stellung in Indien zu ver-
Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger kam in einer Unterredung mit dem Hauptschrift- leiter des Frankfurter Volksblatts über die Erfolae nationalsozialistischer Aufbauarbeit im Gau Hessen-Nassau am Ende eines vierjährigen Kampfabschnitts auch auf die Verw altungs- r e f orm in Hessen au sprechen, wobei er u. a. erklärte: Das Land Hessen wurde vor der großen Entscheidung von einem Gesamtministerium regiert, das zeitweise aus fünf, vier oder drei Ministern, und, zu allem Ueberfluß, noch aus einem Staatspräsidenten bestand. Der Steuerzahler hatte die Bezüge und die Pensionskosten dieser Herren zu tragen. Es war für uns Nationalsozialisten klar, daß dieser von Grund aus ungesunde Zustand b e - feitigt werden mußte. Die Forderung des sogenannten E i n m i n i st e r s y st e m s, die wir in den Tagen des Kampfes so oft erhoben hatten, mußte erfüllt werden. Die besonders schwierige Lage des Finanzhaushalts besttmmte mich, über diese in der Kampfzeit erhobene Forderung noch hinaus zu gehen, den Staatsapparat noch einfacher und straffer zu gestalten. Nach einer kurzen lieber» gcmgsperiode ist es mir gelungen, diese Vereinfachung so durchzuführen, daß Hessen feit dem 5. März 1935 überhaupt keinen Minister mehr hat. An diesem Tage hat mich der Führer als Gauleiter und Reichsstatthalter in Hessen auch mit der verwaltungsmäßigen Führung des Landes betraut. Selbstverständlich beziehe ich als Leiter der hessischen Landesregierung keinerlei Besoldung; der Staatshaushalt ist nicht mehr mit den Ministergehältern von ehedem belastet. Was das bedeutet, kann jeder Volksgenosse ohne weiteres ermessen. Vor allem wenn er sich noch einmal d i e Höhe der Bezüge vor Augen hält, die der arme und verschuldete hessische Staat seinerzeit den Herren Adelung und Leuschner zahlen mußte. Die Umgestaltung hatte zur Folge, daß die einzelnen Ressorts des Ministeriums ihre Selbständigkeit verloren und lediglick Dienststellen der Obersten Landesbehörde wurden. Ihre Aufgabe ist die Beratung des Führers der Landesregierung, dessen Weisungen sie zu befolgen haben.
stärken. Widerstand leisten. Der Nationalkongreß nahm dann, wie zu erwarten war, eine Entschließung an, die d i e neue Verfassung I n - die'ns einstimmig ablehnt, weil sie Indien gegen den Willen seines Volkes aufgezwungen worden fei. Jede Mitarbeit unter dieser Verfassung sei ein Verrat an Indiens Freihe i t s k a m p f und stärke den britischen Imperialismus. Der Kongreß verlangt stattdessen die E i n- berufung einer gesetzgebenden Versammlung, auf Grund des direkten Wahlrechts, Die eine neue Verfassung entwerfen soll. Die Frage der Annahme von Aemtern durch Mitglieder der Kongreßpartei wurde bis nach den Kongreßwahlen zurückgestellt. Der Kongreß beschloß ferner, sich nicht an den Krönungsfeierlichkeiten für Georg VI. zu beteiligen.
In der Nähe von Faizpur, wo der Nationalkongreß tagt, brach Mahatma Gandhi am Sonntag in einer Ansprache vor 10 000 Personen zum ersten Male sein seit zwei Jahren innegehaltenes Schweigen. Seine Rede enthielt jedoch keinerlei Andeutungen, die Rückschlüsse auf die im Augenblick in Indien im Gang befindlichen Entwicklungen zuließen. — Dem Reutervertreter erklärte er, aus der Tatsache, daß er gesprochen habe, dürfe nicht die Absicht gefolgert werden, in naher Zukunft wieder aktiv in die Politik eingreifen zu wollen.
Partei und Staat bilden eine Einheit. Als Führer der Landesregierung bin ich gleichzeitig Vertreter des Reichs und polittfcher Sachwalter des Führers in Hessen. Eine Anzahl meiner Gauamtsleiter betreuen Ministerialabteilungen und Dienststellen der Landesregierung. Bewegung und Staat sind so auch auf dem Gebiet der Verwaltung innig miteinander verknüpft. Es gibt nur eine Marschrichtung in Hessen: Das ist der Wille des Führers, das Programm der Bewegung. Wir haben den Meinungsstreit, ob es ratsam sei, das Führerprinzip in der Verwaltung durchzuführen ober nicht, durch d i e Tat entschieden — und der Erfolg spricht für uns. An die Stelle einer verknöcherten Bürokratie haben wir dieJdeeder lebendigen Gemeinschaft gesetzt, die unter einer Führung einem gemeinsamen und hohen Ziel zustrebt.
Ich betone, daß wir erst am Anfang unserer Arbeit stehen. Bei einer autoritären Staatsführung muß auch die Durchbildung der Verwaltung von oben nach unten gehen. Die Provinzialverwaltungen in Hessen werden aufgelöst und die Aufgaben, die zentral behandelt werden können, der Staatsregierung übertragen. Untergeordnete Aufgaben werden den Kreisämtern zugewiesen. Auch die Einteilung des hessischen Landes in Kreise muß reformiert werden. Drei Kreise, die sehr unglücklich gelagert sind, werden aufgelöst. Aber es handelt sich nicht nur um eine Auflösung, sondern gleichzeitig um eine Umgliederung, die alle Schwierigkeiten im Verkehr der Bevölkerung mit der Behörde aus dem Wege räumen wird. Die Regelung wird so aussehen, daß jeder Volksgenosse die Möglichkeit besitzt, auf dem schnellsten Wege zu seiner Zentralbehörde zu kommen, daß aber auch umgekehrt die Behörde ohne nennenswerte Schwierigkeiten zum Volksgenossen gelangen kann. Zwischen Volk und Regierung, zwischen' Führung und Gemeinschaft, müssen ständig Kraftströme pub fieren, Kraftströme, die nicht über Umwege geleitet werden dürfen, denn nur die kürzeste Verbindung garantiert die volle Wirksamkeit.
Ziehung erst nach Abschluß des Studiums erfolgt. Zu diesem Wege ist aber nichtzura 1 en; im Gegenteil: es ist jedem Abiturienten dringend zu empfehlen, den zweijährigen Wehrdienst vor dem Beziehen der Hochschule — also im Anschluß an den Arbeitsdienst — abzuleisten.
Reujahrskundgebung des Reichskriegerbundes.
Berlin, 28 Dez. (DNB.) Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes, SS.-Brigade- Führer Oberst a. D. Reinhard, erließ aus Anlaß des Jahreswechsels eine Kundgebung, in der es heißt:
Anderthalb Jahrhunderte hindurch, angefangen von jenen ersten vierzig friderizianischen Füsilieren in Wangerin bis zu unseren heute 34 000 Kameradschaften im letzten Dorf und in der kleinsten Stadt des deutschen Vaterlandes, haben wir die Fahne unseres Bundes aufrecht getragen in echter soldatischer Kameradschaft, in militärischer Disziplin und in begeisterter Liebe zu Volk und Reich. In der Geschichte Preußens und am Schicksal Deutschlands hatten und haben die Männer unseres Bundes 150 Jahre hindurch den Anteil der Front: wo immer es Deutschlands Ehre und Deutschlands Lebensrecht mit der Waffe in der Faust zu wahren und zu verteidigen galt, sind sie, sind wir mit dem Einsatz unseres Lebens zur Stelle gewesen. So haben wir uns selbst das Leben, die Zukunft verdient. Und wenn die Welt, wie wir deutschen Frontkämpfer es tun, auf Adolf Hitler hort, dann wird diese Zukunft für uns und für die gesamte Menschheit schöner und glückhafter fein. Meinen Dank allen Kameraden für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr! Und nun mit oller Kraft, mit unverbrüchlichem Vertrauen und mit dem steten Dank an das nationalsozialistische Deutschland im Herzen vorwärts ins neue Jahr!"
Oie „Schlesien" verläßt Rio.
Herzliche Kundgebungen deutsch -brasilianischer Freundschaft.
Rio de Janeiro, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach 14tägigem Aufenthalt verließ das Schulschiff „Schlesien^ Rio de Janeiro mit Kurs auf die Hauptstadt Fortaleza der Provinz Ceara. Zum Abschied hatten sich tausende deutscher Volksgenossen, u. a. der deutsche Botschafter Schmidt-Elskop und Landesgruppenleiter Schagen, und eine riesige brasilianische Menschenmenge eingefunden. Die Kapelle der brasilianischen Marinefüsiliere spielte zum Abschied deutsche Marinelieder. Der Besuch des deutschen Schulschiffes wurde von den Deutschen Brasiliens mit großer Begeisterung vermerkt. Der Empfang, der der Besatzung durch die brasilianische Regierung und durch die Bevölkerung bereitet wurde, mar ungewöhnlich herzlich. Die Presse schreibt von dem glänzenden Eindruck, den die deutschen Seeleute machten. Mit großer Aufmerksamkeit wurde von der ganzen Bevölkerung der Besuch des Präsidenten V a r g a s an Bord des S.chulschiffes ausgenommen. Die Anwesenheit des Marineministers bei der Bei- etzung eines Mitgliedes der Besatzung wird eben- •aßs als ein Zeichen der herzlichen Verbundenheit der brasilianischen und deutschen Marine gewertet.
Gedenktafeln an Vorkriegskasernen
Das Ob er kommando des Heeres hat verfügt: Ilm die örtliche (Erinnerung an die Truppen des Vorkriegsheeres im neuen Heere wach zu erhalten, sind in allen den Vorkriegs- k a \ e r n e n , die von Truppen ober sonstigen Dienststellen und Diensteinrichtungen des Heeres wieder belegt sind, in geeigneter Weise G e - benftafeln anzubringen, soweit nicht bereits in ober bei den Kasernen sinnfällige Erinnerungszeichen, z. B. Denkmäler, aufgestellt worben sind. Die Gedenktafeln sind einfach, aber würdig künstlerisch zu gestalten; bei ihrer Gestaltung und Beschriftung, Wahl des Anbringungsortes und Enthüllung sind die Offizier- und Mcmnschastsver- etntgungen der betreffenden Vorkriegstruppenteile zu beteiligen. Die Durchführung dieser Anordnung obliegt den Generalkommandos im Verein mit den Wehrkreisverwaltungen, die die künsterischen Ent- würfe zu prüfen haben.
Erfolgreicher Protest Danzigs.
Danzig, 28. Dez. (DNB.) Die Pressestelle des Senats teilt mit: „Der Senat der freien Stadt Danzig hat gegen den von den kaufrnänni- chen Verbänden in Gdingen unlängst ge- aßten Beschluß, in Danzig nichts mehr zu kaufen und keine Danziger Staatsangehörige zu beschäfttgen, bei der diplomatischen Vertretung der Republik Polen protestiert und scharfe Maß- nahmen gegen die Ausführung dieses Boykottbe- schlusses verlangt. Seitens der diplomattschen Vertretung der Republik Polen wurde erklärt, daß die erforderlichen Maßnahmen bereits getroffen seien, um die Durchführung des Boykottbeschlusses zu verhindern. Weiterhin wurde versichert, daß solchen Beschlüssen keine Bedeutung zukäme. Im übrigen würde dafür geforgt werden, baß derartige Beschlüsse gegen Danzig nicht mehr gefaßt würden."
3um Flaggenerlaß vom 7. Dezember.
Berlin, 28. Dez. (DNB.) Es sind Zweifel darüber entstanden, ob der Runderlaß vom 7. Dezember 1936 (RMBliV. Seite 1631) über die Aus- legung des Verbots des § 4 des Blutschutzgesetzes auch dann Anwendung findet, wenn in einem Miethaus unter anderem auch jüdische Mieter wohnen. Der Reichs- und preußische Minister des Innern gibt daher bekannt, daß der Flaggenerlaß auf Fälle dieser Art keine Anwendung findet. Das Flaggenverbot trifft nur d i e Wohnungsinhaber, deren Haus- halt ein Jude teilt.
Hochflut im Veihnachlspakelverkehr.
Der Berliner Weihnachtspostpaketverkehr hat sich in diesem Jahre auf wenige Tage vor dem Weihnachtsfest zusammengeballt und dadurch an die Leistungsfähigkeit des Postperso- nals außergewöhnlich hohe Anforderungen gestellt. Ausgeliefert wurden in der Weihnachtswoche rund 1,1 Millionen Pakete und Postgüter sowie 1,4 Mil- honen Päckchen. Angekommen sind im gleichen Zeitraum rund ein Million Pakete und Postgüter s°wie 600 000 Päckchen. Mit insgesamt bearbeiteten 12 Millionen Paketen und Postgütern sowie 7,5 Millionen Päckchen in Berlin eine ansehnliche Steigerung gegen das Vorjahr auf. — Ein erfreu* uches Zeichen für den wirtschaftlichen Aufstieg
Staatsbegräbnis für benGeneraloberstvon Geeckt
Das Heer senkt die Fahnen an
Berlin, 28. Dez. (DNB.) Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall von Blomberg veröftentlicht für den verstorbenen Generalobersten von S e e ck t folgenden Nachruf:
In tiefer Trauer steht die Wehrmacht an der Bahre des Generalobersten Hans von Seeckt. Deutschland verliert in ihm einen vorbildlichen Soldaten, einen Wegbereiter völkischer Erneuerung und einen großen Wehr- Töpfer. In der dunkelsten Stunde des Vaterlandes übernahm General von Seeckt eine Aufgabe, wie sie einst Scharnhorst zu lösen hatte. Im Zwei- rontenfampf gegen das Haßdiktat von Versailles und gegen die inneren Feinde Deutschlands schuf er das Reichsheer als Pflegestätte preußisch- deutscher Soldatentugenden, als eiserne Klammer des Reiches und als Keimzelle des neuen Volksheeres. Generaloberst von Seeckt, der von uns ging, lebt in der Wehrmacht des Dritten Reiches weiter. Wir folgen der Losung, die er dem Hunderttausendmannheer bei der Gründung gab. „Wir wollen das Schwert scharf, den Schild blank halten."
Der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch veröffentlicht für den verstorbenen Generaloberst von Seeckt folgenden Nachruf:
„Am 27. Dezember 1936 verstarb in Berlin der Chef des Infanterieregiments 67, Generaloberst Hans von Seeckt, Ritter des Ordens Pour le Mdrite mit Eichenlaub. Einer der bedeutendsten Soldaten, die das deutsche Heer sein eigen nennen durfte, ist nach einem von reichen Erfolgen gekrönten Leben zur großen Armee abberufen worden. Seine überragenden militärischen Leistungen im Kriege hatten einen maßgeblichen Einfluß "auf die erfolgreiche Kriegführung. Sein Können und seine Charakterstärke schufen nach der Auflösung der alten Armee nach Beendigung des Weltkrieges das Reichsheer, das durch sein Wirken trotz geringer Stärke in der Welt eine geachtete Stellung einnahm. Durch seine aufopfernde tatkräftige Arbeit als Chef der Heeresleitung wurde der Grund- tein zum Aufbau des jetzigen Heeres gelegt. Sein Name wird in der Geschichte des Heeres ewig weiterleben. Das Heer senkt die Fahnen vor diesem großen Soldaten."
Generalfeldmarschall v. Blomberg hat Frau o. Seeckt persönlich ausgesucht und ihr fein und der Wehrmacht Beileid zum Heimgang des Generalobersten ausgesprochen. Generaloberst Freiherr v. Fritsch, der zur Zeit von Berlin abwesend ist, hat folgendes Beileidstelegramm an Frau v. Seeckt gerichtet: „Tief erschüttert erhalte ich soeben die Nachricht vom Ableben Ihres von mir so hoch ver-
der Bahre eines seiner Besten.
ehrten Herrn Gemahls. Mit ihm hat die Armee einen unersetzlichen Verlust erlitten. Seien Sie versichert, daß das Andenken an diesen Mnn und das, was er dem Heere im Krieg und Frieden, insbesondere in schwersten Nach- kriegsjahren gewesen ist, stets unvergessen bleiben wird."
Der Oberbefehlshaber des Heeres hat anläßlich des Ablebens des Generalobersten v. Seeckt für die Offiziere und Beamten des Oberkommandos des Heeres und des Infanterie-Regiments Nr. 67 das Anlegen von Trauerabzeichen auf die Dauer von acht Tagen angeordnet. Trauerbeffaggung ist befohlen vom 28. bis 30. Dezember auf dem Reichskriegsministerium und den Kasernen des Jnf.-Rgts Nr. 67. Am Tage der Beisetzung, dem 30. Dezember, flaggen alle öffentlichen Gebäude im Reich halbmast. Das vom Führer und Reichskanzler angeordnete Staatsbegräbnis findet um 13 Uhr auf d e m Jnvalidenfriedhof statt. Die Trauerparade, die ihren Weg vom Trauer- Hause in der Liechtenstein-Allee 2a zum Jnvaliden- fnedhof nimmt, wird vorn Kommandeur der 23 Division, Generalmajor Busch, geführt und besteht aus einem Bataillon des Jnf.-Rgts. 67 mit Musikkorps und Spielleuten sowie den Fahnen des 1. Garderegiments, einem Bataillon des Inf -Rqts Nr.9, einer Schwadron des Kavallerieregiments 9 und einer Batterie des Artillerieregiments 23 die auch die bespannte Lafette für den'Sarg des Ver- wigten stellt. Außerdem bilden zwei Kompanien der Wachtruppe Spalier.
Trauer auch in Ebiua.
Nanking, 28. Dez. (Ostasiendienst des DNB) Der deutsche Botschafter sprach dem chinesischen Außenminister Glückwünsche zur Rückkehr des Marschalls Tschiangkaischek aus. Bei dieser Gelegenheit übermittelte der Außenminister dem Botschafter das tiefste Beileid zum Tode des Ge- neratoberften vonSeeckt. Die Anteilnahme am Tode Seeckts, der hier großes Ansehen und Hochachtung genoß, ist in China überall sehr stark
Abiturienten und Wehrdienst.
Der Abteilungsleiter im Akademischen Auskunftsamt Berlin, Dr. Wienert, rät: Von der Ableistung des Wehrdienstes ist die Jmmatriku- lation nicht abhängig. Im Falle der terminmäßigen Einziehung kann sich der Student jeweils auf ein Jahr zurück stellen lassen. Durch entsprechende Wiederholung des Zurückstellungsantrages kann also unter Umständen erreicht werden, daß die Ein
Die Fortführung der Verwaltungsreform in Hessen.
Gauleiter Sprenger kündigt weitere BereinfachungSmaßnahmen an.


