Nachdruck verboten!
36 Fortsetzung
an ein der
junge kocher
Leder Hilst dem WKW.!
Opferfpenben vom Lohn oder Gehalt sind an das Dlnterhilfswerk des Deutschen Vol- kes, Krelsführung Wetterau in Gießen, Postscheckkonto Jtr. 23 o33, oder auf dessen Bankkonto 6100 bei der vezirkssparkasse Gießen zu überweisen.
lung der Deutschen Arbeitsfront ergab für das Winterhilfswerk in der Ortsgruppe Nidda 350 Mk.
kreis Schotten
•egt.
ß°nbei. \ «nen Vnoer. Reich,, ^amts. ® Qu, Slmt,
kommen en nach olle am
hier der er9 und idjes en mnenben n Mittag ^dessen der Um- karktplah n Ära. auf un- >uf außi
Segen . so daß muhten, i Daren arttstück, baaegen ankfurter wo bis rlauf des Verkäufer "zeichnet t hat er
Unter Getreidesäcken begraben.
Ein eigenartiger Unfall.
Mainz, 28. Okt. (LPD.) In Finthen, brr Hauptverkehrsstraße nach Bingen, stürzte Don Wackernheim kommender La st wagen,
7' lS: ^nzert. w bii ■ Noch.
Tn. . 2215; ,0"ntag.
ie am ver» Mesührte Ortsgruppe rzeitigt- & lt. hiervon ; die Stütz' -3n der 'ausesehr der sch^
Verwaltung .ergifte' an die em- den Grund'
lensch"^ auabt?Üunj strauenwerl • e Red'
in Deutsch' eingehend^ e Kolon ln' e Aufgabe« erfüllen W
Durbe die de, Wive. leitet. Cie Jahre und Kiger und b ihr zwei
13 Enkel Grabe.
)en etwa Wilhelm chwerer an einem Kollegen, abei eine bit feine ad) @ie« rab tarn
hier ins«
Samstag
-Haufen rücke" die neisters s Dirigent schwart > während eichte dem
ein Ge- von den cht, ferner Die Feiet
Motorrad gegen Lastzug.
Offenbach, 28. Okt. (LPD.) Dienstag abend ereignete sich in der Tounusstraße in Offenbach ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der 42jährige Heinrich K n e i s e l stieck mit seinem Motorrad gegen den Anhänger eines mit Steinen beladenen L a st z u g e s. Kneifet wurde von seiner Maschine geschleudert und blieb schwer verletzt liegen. Die Rettungswache brachte ihn ins Krankenhaus, wo er g e st o r b e n
di-
‘6,5 1 «i ein? K ^dd° äw d--Ä
Wh
Sz
—Ober-Schmitten, 28. Okt. Eine hiesige Hausfrau wollte einen Topf mit d.heißem Wasser aus dem ersten Stock nach unten tragen. Auf der Treppe rutschte sie aus, fiel herunter und zog sich nicht unerhebliche Verbrühungen an beiden Armen zu so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. — Seitens der Gemeinde sind für das kommende Jahr Chaussierungsarbeiten am „Alten Weg" und an der „Hohl" sowie der Bau eines Spritzenhauses vorgesehen. Die Bürger st euer wurde beim seitherigen Satz von 100 v. H. belassen.
„Das Geschäftliche haben Sie ja geregelt, Herr Suntermann, vom Geschäft verstehen wir zwei ja nur auch rem gar nichts."
Jetzt wird ©Untermann ernst. Er nimmt seme Zigarre aus dem Mund und legt sie weg, das macht er immer, wenn es um etwas geht, was ihm sehr wichtig erscheint. Er patscht seine kurzen, dicken -ände zusammen und räuspert sich.
„Nun will ich Ihnen mal was sagen, Leonhardt. 9d) könnte ja nun gut und gern Ihr Vater sein, und Väter freuen sich bekanntlich über tüchtige Söhne. Sie haben mir mal einen großen, großen Dienst erwiesen. Schön, ich habe Ihnen einen Wagen geschenkt und war Ihnen behilflich, als Sie ein paar tausend Mark für den Wagen brauchten. Denn die Geschichte mit Ihrer Neukonstruktion nicht geklappt hätte, na, da wäre eben das Geld futsch gewesen, und ich hätte mich auch nicht umgebracht. Oder glauben Sie, daß mir das Leben meines Jungen weniger wert ist als em paar tausend Mark? . .. ...
Damit Sie Ihr zartes Gewissen beruhigen können, wollen wir es doch so machen: Sie geben mir erst mal nach und nach die geliehene Summe zu
„Woran ich mich genau zur Hälfte beteiligen werbe," fährt Herdegen dazwischen.
„Du bist ja überhaupt nicht gefragt, meint Leonhardt gelassen. . .
„Also eure Sorgen möcht ich haben! Wir werden bas Kind gelegentlich schon schaukeln, — ich hab doch schon eine Mordsfreude, und die ist auch was wert. Meine Mission ist ja nun so gut wie er- Itbigt, ich telegraphiere jetzt an meine brave Emmy, baß sie mit oder ohne Bretter in diese idyllische Gegend kommt, da kann sie auf ihre alten Tage nod) etwas für ihre schlanke Lime tun und mit bttn netten Fräulein Brandes aus Berlin auf die Serge steigen. Oder wollt ihr das arme Wesen m diesem Fünf-Häuser-Greiding allein lassen? Das oäre ja strafbar!"
Leonhardt im Wolde wird jetzt sehr schwach; das fehlte noch, daß man ihr Frau Emmy Gunter-
Kreis Alsfeld.
* Elpenrod, 29. Okt. Gestern ereignete sich in unserem Orte ein Unfall. Der 8jährige Sohn des hiesigen Landwirts Irlberg geriet' mit einer Hand in eine landwirtschaftliche Maschine und erlitt dabei schwere Verletzungen. Der bedauernswerte Junge mußte zur Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden.
Preußen.
Kreis Wetzlar
+ Wißmar, 27. Oft. Die hiesige NS.- Frauen sch a f t veranstaltete im Saale von Wolf einen heiteren Dolksabend, der sehr gut besucht war. Die Veranstaltung wurde unter Leitung von Frau Wagner mit einem Lied eröffnet. Die Frauen- schaftsführerin, Frau Törnert, sprach kurz über den Zweck des Abends, der in seinem Verlauf Theateraufführungen, Volkstänze und Gedichte in heimischer Mundart brachte. — Der hiesige Arbeiter Ludwig F o r b a ch , der in einer Kiesbaggerei beschäftigt ist, kam beim Schieben eines Rollwagens so unglücklich zu Fall, daß er einen Schulter- bruch erlitt und zur Behandlung in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte.
3 Frankenback), 29. Okt. Der Reichsluftschutzbund zäylt in unserem Orte 364 Mitglieder. In der vergangenen Woche unterzogen sich 175 Mitglieder, eingeteilt in zwei Lehrgänge, einer eingehenden Schulung.
in Finthen Getreide geladen hatte, beim Ausweichen um und stellte sich buchstäblich auf den Kopf. Ein neben dem Lastauto gehender Mann, btr einen Handkarren vor sich herschob, wollte sich durch einen Sprung vor den yerunterfallenden stetreidesäcken retten, wurde jedoch unter ihnen begraben. Mit schweren Verletzung g? n kam der Verunglückte ins Mainzer Krankenhaus. Seltsam ist, daß der Sohn des lebensgefährlich Verletzten vor fast genau drei Jahren an ungefähr der gleichen Stelle von einem Kraftfahrzeug erfaßt und getötet worden ist.
UMNMksUW
Roman von Ilse Schuster.
Copyright 1936 dy Auswärts-Verlag G. m. b. H.,
Berlin SW 68
Tagung der oberhessischen Evang. Frauenhilfe.
Zum ersten Male, verstärkt aus dem Dillkreis, tagte die Evangelische Frauenhilfe in Oberhessen am gestrigen Mittwochnachmittag im Saal des Caf6 Leib zu Gießen und wurde nach dem Lied „Herz und Herz vereint zusammen" von der Vorsitzenden, Frau Heräus - Offenbach, begrüßt. Jyr besonderer Gruß galt den bei der Rüstzeit vom 26. bis 29. Oktober zu Gießen besonders beteiligten: Viktoria Jonas- Potsdam und Fräulein Lukas- Potsdam von der Reichsfrauenhilfe, ihr Dank der Kreisverbandsvorsitzenden Frau K r e u d e r, Gießen, für die Arbeit der Vorbereitung.
Der Dorstandstisch zeigte als besonderen Schmuck ein aus Streichholzkästchen aufgebautes Häuschen mit Dankes- und Opfergaben für den Erweiterungsbau des Müttererholungsheims; damit gab Die Frauenhilfe von Mainz-Mombach ein der Nachahmung wertes Beispiel.
Nach der Kaffeepause hielt Fräulein Lukas, Potsdam einen Vortrag über das Thema: „Oer Dienst der Frau in der Gemeinde eine diakonische Aufgab e". Auf die Frage: „Was kann das Jahrhundertjubiläum der evangelischen Diakonie der Frau sagen?" gab die Vortragende mit Loehe eine dreifache Antwort: Sie hat die Füße im Staub niedriger Arbeit, die Hände an der Harfe und bas Haupt im Himmel. Es ist nur erfreulich, daß der starke Staat heute vieles tut, was vor dem Umbruch bei dem Unvermögen des damaligen Staates die Frauenhilfe tun mußte. Im Kirchlichen Mutterdienst kommt das Wort „evanae- lisch^ wieder zum Leuchten. Es hat die Sorge für die Kinder, die Erhaltung der evangelischen Kinder-
!|arten= und Kleinkinderschularbeit. Alte und Einame, uneheliche Mütter, die Belasteten und kranken gilt es zu betreuen. Die von dem warm begrüßten Sterilisierungsgesetz Betroffenen sind mitzutragen, und so wurden die Frauenhilfen die besten Helfer des Staates. Mit reichen Erfahrungen aus der Arbeit an Gefangenen und Gefährdeten stellte die Vortragende Den ersten Diakon Stephanus als Vorbild hin. Kenntnis von Bibel und Katechismus, gemeinsamer Kirchgang und Abendmahlsfeier, ernstes Erleben der Konfirman- denzeit sind nötig. Das Bewußtsein der Vergebung stärkt noch bei scheinbarer Erfolglosigkeit. Fürsorgerin, nicht „Fürsichsorgerin", die auf Dank sieht: s o soll es fein! Frauenhilfe und Gemeindeschwester gehören zusammen, die Sorge des Nachwuchses erfüllt die Diakonissenhäuser mit Sorge; das Hinein- stoßen der Mädchen in die Ehe ist unverantwortlich, und Unverheiratete, die es bei dem Frauenüberschuß in Deutschland immer geben wird, brauchen nicht zu versauern. Es gilt „Dienen aus Dank und Liebe" (Loehe). Auf den eindrucksvollen Vortrag antwortete die Versammlung mit dem Lied: „Ach bleib mit deiner Gnade".
Die kurze Schlußandacht in der Stadtkirche eröffnete ein während der Rüstzeit von Frau Ohly eingeübter Chorgesang: „Ach bleib bei uns, Herr Jesus Christ". Propst Knodt sprach für die von Jesus geforderte Gemeinschaft des Gehorsams durch Stillewerden und Lauschen, mit gemeinsamem Vaterunser, dem Schlußvers von Luthers Vaterunser.
Lied und Segen beendeten die inhaltreiche Tagung, die aus allen Dekanaten stark besucht war.
AaiionalsozialiMche Ausbauarbeil am DeulschenZugendherbergswerk in Oberhessen
Der Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen (DJH.) hot nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler einen gewaltigen Aufstieg genommen. Hatte er bis zum Jahre 1933 namentlich auf finanziellem Gebiet schwere Sorgen, so steht er heute nach mehr als dreijähriger nationalsozialistischer Aufbauarbeit in jeder Beziehung gesichert da, um feine Arbeit an der deutschen Jugend zum Segen von Volk und Vaterland weiterführen zu können.
Der Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution bedingte organisatorische und personelle Aenbe- rungen innerhalb des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen und seiner Gaue. Um den Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen in die große Front der deutschen Jugend einzugliedern, wurde auf Befehl des Reichsjugendführers im Frühjahr 1933 der Reichsverband für Deutsche Juqenoher- bergen in die Reichsjugendführung (Hitler-Jugend) eingegliedert. Als Richtlinien für die neue Arbeit unter nationalsozialistischer Führung wurden herausgegeben:
1. die Umstellung der Organisation auf den Führergedanken,
2. schnellmöglichste Abdeckung alter Schuldverpflichtungen,
3. verstärkte Propaganda für das Jugendherbergs- werk und damit Gewinnung neuer Mitglieder und Förderer.
Für den GauMain-Rhein-Lahn-Fulda (heute Landesverband Rhein-Main) wurde durch den Reichsverbandsführer mit der Wahrnehmung des Gauführeramtes der Gebietsführer im Stabe der Reichsjugendführung Balduin Geißler beauftragt. Die zähe Arbeit der neu berufenen Mitarbeiter im Herbergswerk brachte bald ein Aufblühen auch des Gaues Main-Rhein-Lahn-Fulda, so daß schon Ende des Jahres 1934, wie wir aus dem in diesen Tagen erschienenen Jahresbericht des Verbandes Rhein-Main über die Jahre 1933 und 1934 entnehmen, in unserem Heimatgau acht Aus- weisausgebestellen auf Grund ihrer Arbeit durch Gewinnung neuer Mitglieder zu Ortsgruppen erhoben werden konnten. Mithin konnte die Zahl der Ortsgruppen von 38 im Jahre 1933 auf 46 Anfang des Jahres 1935 steigen.
Gießen stehl am Ende des Berichtsjahres 1934, wie wir der Statistik entnehmen, mit 428 Mitgliedern (1935: 509), an dritter Stelle aller Ortsgruppen des Gaues und wurde nur von Marburg mit 660 und Frankfurt a. M. mit 1869 Mitgliedern übertroffen. Die Gesamtzahl der Gaumitglieder betrug 6226.
lieber den Stand der Entwicklung des Herbergs- netzes in den verflossenen Jahren ist folgendes mit- auteilen: Im Laufe der letzten Jahre wurden die unzureichenden Jugendherbergen aufgelöst und an deren Stelle mehr und mehr Gaueigenheime errichtet. Das Jugendher- bergswerk ist in seiner Entwicklung heute soweit, daß eine jede Jugendherberge den Anforderungen in bezug auf vorhandene Räumlichkeiten, sanitäre Einrichtungen usw. entspricht, denen nur noch ausschließlich ein Zweckbau (Eigenheim) gerecht werden kann. Der Gau ist deshalb dazu übergegangen, im Rahmen des Möglichen solche Jugendherbergen, die diesen Anforderungen nicht mehr entsprechen, lieber aufzulösen, als durch sie bas Herbergswerk schädigen zu lassen. Selbstverständlich werden diese Auflösungen nur nach und nach vorgenommen werden können, soweit Möglichkeiten für die Schaffung eines Besseren vorhanden sind. Damit wird eine Gefährdung der Unterbringung der Jugend nicht erfolgen, lieber die Verbesserung der vorhandenen Jugendherbergen hinaus hat der Gau aber in der Erschließung der Gebiete, die noch über gar keine Jugendherberge verfügen, noch wesentliche Auf- aaben zu lösen. Unter diesen Gebieten ist in erster Linie die Rhön zu nennen. Deshalb hatte sich der Gau entschlossen, in Gersfeld, am Fuße der Wasserkuppe, eine zweckentsprechende Jugendherberge zu errichten.
Ein weiteres Eigenheim konnte im Vogelsberg in den Dienst der wandernden Jugend gestellt werden. Der Vogelsberger Höhenklub schenkte dem Gau das auf der Herchenhainer Höhe gelegene Vater-Bender-Heim, das nach zweckentsprechendem Umbau zu den schönsten Eigenheimen des Gaues zählen kann. Es eignet sich namentlich als Schullandheim für Schüler, die Daueraufenthalt in einer Herberge nehmen wollen. Ferner wurden
viele vorhandenen Jugendherbergen mit neuen Geräten versehen und sonstige Verbesserungen vor- genommen.
Der Gau verwaltete Ende 1934 insgesamt 68 Jugendherbergen mit 4178 Betten und 1160 Notlagern, wovon sich in Oberhessen 13 herbergen mit 513 Betten und 115 Notlagern befanden.
Die oberhessischen Jugendherbergen verteilten sich auf folgende Orte: Büdingen mit 30 Betten und 12 Notlagern, Gedern mit 36 Betten und 10 Notlagern, Alsfeld 26 und 0, Butzbach 30 und 0, Friedberg (1935 eingegangen) 70 und 40, Gießen 50 und 20 (heute 70 und 10), Herbstein 37 und 0, Herchen- hain 88 und 0, Laubach 40 und 10, Lauterbach 33 und 14 (heute 60 und 10), Schlitz 28 und 0, Schotten 26 und 0, Hoherodskops 19 und 9,
Die Besuchsziffern der gesamten Jugendherbergen des Gaues sind in dem Berichtsjahr 1933 im ganzen 186 876. Im Jahre 1934 aber 316 858 An der Spitze mit der Besucherzahl steht die Herberge Rüdesheim mit 29 175 im Jahre 1933, im Jahre 1934 stieg sie auf 41123. Unsere oberhessischen Herbergen hatten folgende Uebernachtungs- ziffern aufzuweisen: Büdingen 1933: 724, 1934: 803, Gedern 453 und 349, Alsfeld 473 und 478, Butzbach 495 und 524, Friedberg 2063 und 2165, Gießen 2207 und 3150, Herbstein 677 und 187, Herchenhain 2202 und 3900, Laubach 527 und 576, Lauterbach 1016 und 1091, Schlitz 158 und 60, Schotten 361 und 335, Hoherodskops 762 und 729.
Die große Steigerung der Uebernachtungs- Ziffern im Jahre 1934 ist einmal in der durch die starke Werbetätigkeit des Reichsverbandes zugenommenen Benutzung der Jugendherbergen und zum andern in dem Landjahr begründet.
Rund 600 Landjahrpflichtige mußten neun Monate zweckentsprechend untergebracht werden. Die für Das Landjahr in Frage kommenden Jugendherbergen wurden mit den Beauftragten der Regierung ausgesucht und für die Dauerbelegung entsprechend hergerichtet.
Das Jugendherbergswerk stand bei der lieber» nähme durch die Hitler-Jugend erst am Anfang seiner Entwicklung. Durch die Einleitung großzügi- aer Werbemaßnahmen trieb der Gau diese Entwicklung energisch voran. Ein besonderer Erfolg der Werbung war die Anmeldung fast sämtlicher Schulen als körperschaftliche Mitglieder unseres Verbandes.
Durch diese Werbungen wurde in starkem Maße die Oeffentlichkeit für die Arbeit interessiert. Diesem Interesse und dem Einsatz der Ortsgruppen ist es auch zu danken, daß die Reichsopfertage 1933/34 Ergebnisse brachten, die die der Vorjahre weit überschritten. Die vielseitigen Aufgaben, die der Gau in den beiden Berichtsjahren durchführte, waren zu bewältigen, weil insbesondere die Behörden und darüber hinaus auch sonstige Kreise die Arbeit geldlich unterstützten. An Pflichtbeiträgen ist hier in erster Linie der
Schulpfennig
zu nennen. Dieser von dem Herrn Reichskultusminister angeordnete Betrag der Schüler für das Jugendherbergswerk ist eine wesentliche Hilfe für die Unterhaltung der vorhandenen Herbergen. Er wird von allen Schülern monatlich einmal erhoben.
Vieles ist in den ersten Jahren nach der Machtübernahme durch die NSDAP, auf dem Gebiete des Jugendherbergswesens erreicht worden. Noch mehr aber bleibt zu tun übrig. Neben der Gewinnung neuer Mitglieder müssen in erster Linie die vorhandenen Jugendherbergen auf ihren Zustand geprüft werden und dort, wo unzulängliche vorhanden sind, neue geschaffen werden. Nur wenn alle Stellen, Behörden und Freunde der Jugendherbergsarbeit tatkräftig am Ausbau des segenbringenden Werkes weiter Mitarbeiten, wie in den verflossenen Jahren, kann es sich so auswirken, wie es im Interesse unserer deutschen Jugend liegt.
Haarrvaschen — bei dem Wetter? Aber natürlich, Sie waschen das Haar einfach trocken mit Schwarzkopf- Trocken-Schaumpon, dann gibt es keine Erkältung. Leicht pudern, kräftig ausbürsten: in 3 Minuten ist das Haar locker und duftig, und Sie sehen aus wie frisch frisiert! Dabei kostet eine Trockenwäsche nur wenige Pfennige!
mann aufhalst — er hat nichts gegen die Dame einzuwenden, aber das will und muß er um Hannas willen verhindern.
„Ich werde mit Fräulein Brandes noch sprechen, ich well ohnehin morgen zu ihr, ist ja nicht weit."
„Nee, hundert Kilometer, das ist für Leute in einem gewissen Stadium nur ein Katzensprung," neckt ©Untermann. Herdegen blinzelt nur. Soll er nur fahren und auch ganz allein. Er wird sich morgen in die Sonne legen und braten. Sorgen hat er ja keine mehr, die Miete ist bezahlt, Schulden drücken ihn nicht — Berlin braucht ihn nicht — Gelegenheitsarbeiter ist er auch nicht mehr — Kinder, was kostet die Welt!
Leonhardt im Wolde hat um so mehr im Kopf. Er muß nach Berlin und zwar baldigst, vorher muß er mit Hanna Brandes noch einmal sprechen, und das eben morgen schon. Er wird anrufen und sich anmelden, damit er sie nicht auch verfehlt; ehe er noch den Gedanken zu Ende denkt, steht er schon auf, um ihn wahrzumachen. Er meldet ein Ferngespräch nach ©reiüing zum Gemeindevorsteher an und weiß nach zehn Minuten, daß Hanna Brandes ihn erwartet.
Das Werk stellt ihm für feinen Ausflug einen Wagen, und gegen Mittag trifft er nach scharfer Fahrt in ©reibing ein. Die Sternbäuerin führt ihn in die große Wohnstube, Fräulein Brandes käme sicher gleich.
„Es ist ja Essenszeit, ich habe schon auf Sie mitgerechnet. Speckknödel hats heut."
Leonhardt im Wolde ist durchaus einverstanden, Speckknödel hat er zwar noch nie gegessen, aber warum sollen sie ihm nicht schmecken, ein SA- Magen ist ohnehin nicht verwöhnt, und derbe Kost kennt er. Es ist ein wohltuender Gedanke, daß er so ohne Zeremonie einfach mit an den Familien- tisch gesetzt wird. Dann geht die Tür auf, und Hanna steht vor ihm. Heute nicht im Sportanzug, und nun erinnert sie ihn auch wieder mehr an Berlin. Die Sternbäuerin folgt ihr auf dem Fuß und deckt den Tisch.
„Da sind Sie ja, Her im Wolde." Hanna Brandes streckt die Hand aus, sie freut sich und sagt das auch. Dann will sie wissen, wie es mit den Der- Handlungen geklappt hat.
„So, wie ich es mir in meinen lebhaftesten Träumen nicht vorgestellt habe, Fräulein Brandes. Ich bin Mitarbeiter von Dr. Mittelstädt geworden, Herdegen auch. Zum Frühjahr soll der erste Serienwagen unserer Konstruktion herauskommen. Das ist die Hauptsache, und an der hat mir doch gelegen."
Sie sitzen auf der Ofenbank, die ihnen den Rük- ken wärmt. Hanna sieht der Bäuerin zu und zählt die Gedecke. Sie lächelt, da ist sie ja hübsch überrumpelt worden. Aber sie wird ihr heute die Freude nicht nehmen und am Familientisch mitessen.
„Und sonst — Herr im Wolde, ich meine, w.rd man Sie in dieser Stellung auch Ihrem Können entsprechend bezahlen?", fragt sie höflich.
„Das hat ©Untermann für uns geregelt."
Hanna lacht.
„Dann bin ich beruhigt. Was machen Sie nun mit Berlin?"
„Ich will in diesen Tagen zurück, ich weiß selbst noch nicht, wie ich alles ordnen soll. Wegen meiner Berliner Reise bin ich eigentlich zu Ihnen gekommen, Fräulein Brandes" Jetzt wird Leonhardt im Wolde unsicher, er weiß, daß er sich auf ein ganz persönliches Gebiet wagt und weiß nicht, wie Hanna Brandes das auffassen wird. Er will ihr nicht sagen, daß ihr Vater bei ihm war; daß er sich ängstigt und daß alle viel mehr wissen und ahnen als Hanna sich denkt. Er will, daß sie ihr Geheimnis für sich behält, wenn es ihr lieber ist, und es scheint so zu sein. „Fräulein Gottschalk war über Ihre Abreise sehr erschrocken und fragte erst mich, ob ich etwas wüßte, aber wie sollte ich denn bas, das sah sie ja auch gleich ein."
Dann erzählte sie mir aber auch in ihrer Aufregung, daß Ihr Herr Vater auch nicht wüßte, wo Sie sich aufhalten. Bitte, nicht bös sein, Fräulein Brandes, Leonhardt sagt es fast flehend, er sieht sehr genau, wie sich das Gesicht des Mädchens verändert, sich verschließt und wieder den hochmütigen Zug bekommt. „Ich will mich in nichts drängen, was mich nichts angeht, vielleicht weiß Ihr Herr Vater längst, wo Sie sind. Aber wenn er es nicht weiß — darf ich ihm dann einen ©ruß bestellen und ihm sagen, daß es Ihnen gut geht — ober vielleicht nur Fräulein Gottschalk sagen, sie kann ja bann anrufen —"
Hanna sieht minutenlang über ihn hinweg. Es ist sehr still im Zimmer, bie Sternbäuerin hantiert in ber Küche. Nun hat man sie glücklich auf- gespürt — durch einen Summen Zufall ist man auf ihre Spur gekommen, man wirb ihr keine Ruhe mehr lassen —- aber schließlich ist es ja ihr Vater — Hanna steht auf unb geht ans Fenster. Auf ber Dorfstraße hat sich die Jugend eingefun- den und bestaunt den blauen Wagen, der vor dem Hause parkt. Ein paar dicke Flocken wirbeln durch die Luft, setzen sich auf den glänzenden Lack und bleiben wie große Flocken darauf liegen. Endlich dreht sie sich wieder um.
„Rufen Sie meinen Vater an, Herr im Wolde, und bestellen Sie ihm Grüße. Sie sehen ja selbst, daß sich niemand um mich zu sorgen braucht. Ich bin nur stadtmüde. Sagen Sie auch, daß ich den Winter über hier bleiben will, es gefällt mir hier. Was zum Frühjahr fein wird —" Hanna zuckt die Schultern — „warten wir es doch ab. Sie können auch Liefe! einen Gruß bestellen und ihr dasselbe sagen. Es soll nur — es soll niemand nach ©reibing kommen, unb beshalb ist es besser —"
„Wenn ich nicht sage, wo Sie sich aufhalten. Das kann ich sehr gut verstehen. Wissen Sie, es hat auch mal eine Zeit gegeben, wo meine besten Freunbe nicht wußten, wo ich war. Manchmal braucht man bas — so einfach verschwinben und mit sich selber reben."
Leonharbt im Wölbe ist wie von einem Alp- brücke erlöst. Es ist ja eigentlich bumm von ihm, aber er mochte alles oermeiben, was Hanna kränkt ober ihr mißfällt. Er will ihr nur helfen, unb da- zu wirb wohl auch gehören, baß er sie von hier wegbekommt. Nicht leicht in einem Monat, vielleicht erst in zwei. Sie wirb ganz von selber bann ben Wunsch haben. Es gibt ja schließlich noch Dinge, bie sie vermissen wirb, sie ist boch nicht umsonst in einer Umgebung groß geworben, bie sehr verschieben von ber hiesigen ist. Keine ist besser ober schlechter, aber kein Mensch kann sich von heute auf morgen verpflanzen, ohne stark mitgenommen zu werben. Innerlich unb äußerlich. Man kann sich für kurze Zeit loslösen — mehr aber auch nicht, man wirb doch immer wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückstreben; wer es nicht erreichen kann, weil die Verhältnisse stärker sind, wird zeitlebens darunter leiden.
In seine Meditationen hinein kommt die Sternbäuerin mit einer Schüssel Speckknödel, ber Sepp geht ihr bicht am Rock, benn der neue Gast ist ihm noch nicht ganz geheuer. Es kommt auch gleich ber Sternbauer mit einem drohnenben „Grüaß Gott" und bann sitzt jeber vor seinem kindskopfgroßen Knöbel. Die Unterhaltung breht sich ums Wetter unb um Autos; ber Sternbauer und Gemeindevorsteher hat so seine Sorgen, er möchte gern den Fremdenverkehr heben und weiß doch nicht wie.
„Die neue Straß' war unser Unglück. Da rast halt alles vorbei und die Buchwälder fangens auf." Leonhardt tröffet ihn, so gut er kann. Er verspricht sogar, in Unterwaching im Werk für ©reibing zu werben. Woraufhin ihm ber Sternbauer ungefragt noch einen Knöbel auf ben Teller legt, ben Leonharbt mit Mühe unb Not noch zwingt.
(Fortsetzung folgt.)


