Dank der Stadt Gießen.
Im „Gießener Anzeiger" Nr. 250 vom 24. Oktober hatten wir einen „G r u ß a n G i e ß e n" von Major Welte, Kommandeur der I. Abt. Art.-Regts. 36 in Mainz abgedruckt, den er uns in Form eines künstlerischen Dokuments zur Veröffentlichung und zur Weiterleitung des Dokuments an die Stadtverwaltung zugefchickt hatte. Wir hatten auf photographischem Wege eine Wiedergabe des Originaldokuments hergestellt, so daß unsere Leser die schöne Gestaltung dieses Grußes an Gießen im Bild vor sich hatten. Das Originaldokument haben wir am Samstagvor« mittag der Stadtverwaltung zugestellt. Als Dank der Stadt Gießen hat der Herr Oberbürgermeister, wie uns von der Stadtverwaltung mitgeteilt wird, folgendes Schreiben abgesandt:
Der Oberbürgermeister
der Stadt Gießen. , Gießen, den 27. Oktober 1936.
Herrn
Major Welte
Kommandeur der I. Abt. Art.-Regts. 36
Mainz a. Rhein.
Sehr verehrter, lieber Herr Major Welte!
Mit der wunderschönen Urkunde, die Sie mir kürzlich überreichen ließen, haben Sie mir und der
Stadt Gießen eine ganz große Freude bereitet. Aus jeder Zeile spricht die tiefe Verbundenheit des Kommandeurs und seiner Truppe mit der Bevölkerung unserer schönen Stadt. Ich darf Ihnen versichern, daß Sie während Ihrer leider zu kurzen Anwesenheit in Gießen die Ihnen vom Dritten Reich gestellte Aufgabe, mit den Behörden verständnisvoll zusammenzuarbeiten und mit der Bevölkerung ein enges und freundschaftliches Verhältnis zu pflegen, hervorragend gelöst haben. Die Stadtverwaltung Gießen und mit ihr die ganze Bevölkerung gedenkt Ihrer hiesigen Tätigkeit in Treue und Dankbarkeit.
Ihnen und Ihrer Abteilung treue und herzliche Wünsche.
Heil Hitler!
Ihr ergebener
Ritter
Oberbürgermeister.
Die Rekruten-Betei-igung in Gießen.
Am morgigen Freitag, 30. Oktober, 11 Uhr, findet — wie wir bereits berichteten — auf dem Platz zwischen der Artillerie-Kaserne und der Volkshalle die Vereidigung der Rekruten der Gießener Truppenteile statt.
Der Bevölkerung ist in weitestgehendem Maße Gelegenheit gegeben, dieser militärischen Jeter beizuwohnen.
Heber den Verlauf d e r Feier können wir nach Erkundigungen an maßgebender Stelle folgendes mitteilen:
Rach der Meldung der gesamten Truppenaufstellung durch den Kommandeur des Jnf.-Rgts. 116 an den Standortältesten wird dieser die Front der Truppen abfchreiten. Anschließend wird die Feier mit dem Spiel des Chorals „Lobe den Herrn" beginnen. Dem Choral folgt die Ansprache des evangelischen Militärgeistlichen, Pfarrer A u s f e ld. Der hierauf folgende Choral „Großer Gott wir loben dich" leitet über zu der Ansprache des katholischen Militärgeistlichen, Pfarrer Dr. He mm es. Sodann folgt der Choral „Wir treten zum Beten". Nunmehr wird man die Ansprache des Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d , an seine Soldaten hören. Dann folgt die feierliche Vereidigung der Rekruten mit dem Sieg-Heil aus den Führer
und das Deutsche Reich, sowie dem Spiel der Nationalhymnen durch das Musikkorps als Abschluß. Nach der Vereidigung formieren sich die Truppen zum Vorbeimarsch vor dem Standortältesten. Mit diesem Vorbeimarsch wird die Feier beendet.
Es sei noch besonders daraus hingewiesen, daß die Feier mit militärischer Pünktlichkeit beginnen wird. Hieraus ergibt sich für die Zuschauer die Notwendigkeit, sich beizeiten auf den Zuschauerplätzen ein^ufinden. Den Anordnungen der Absperrkommandos ist unbedingt Folge zu leisten.
Sämtliche Zuschauer mögen sich bewußt fein, daß sie verpflichtet sind, besonders während des feierlichen Aktes der Vereidigung und beim Gruß an Führer und Vaterland ein der Würde des feierlichen Augenblicks entsprechendes Verhalten zu bekunden, insbesondere nicht etwa durch Rufe oder taute Unterhaltungen eine Störung hervorzurufen.
Man darf wohl die Gewißheit hegen, daß sämtliche Teilnehmer dieser Feierstunde in allen Teilen der Veranstaltung sich bemühen werden, an ihrem Teile dazu beizutragen, daß die Feier für jedermann zu einem erhebenden Erlebnis wird.
Eine Erinnerung an die Vorkriegszeit.
Von einem ehemaligen Angehörigen des alten Gießener Regiments Nr. 116 wird uns folgende Erinnerung an die Vorkriegszeit übermittelt:
Zum ersten Male seit dem unglücklichen Kriegsausgang werden morgen, Freitag, in der alten Garnisonstadt Gießen junae Soldaten mit der wiedererstandenen stolzen Regimentsnummer 116 vereidigt. Dank dem Entgegenkommen der Militärbehörde kann die Gießener Bevölkerung an der feierlichen Handlung teilnehmen, und was früher ein alljährlich wiederkehrendes und darum nicht sonderlich beachtetes Schauspiel war, wird morgen sich zu einem weihevollen, lokalgeschichtlichen Akt gestalten, zumal mit dem alten Haus- regiment 116 auch die Artilleristen vereidigt werden. Wenn sich dabei auch Sinn und Form nach wenig oder nichts geändert hat — denn was die alte Armee in Iahrunderte alter Tradition pflegte, war gut — so werden doch sicherlich die alten Soldaten, die in stattlicher Zahl erscheinen werden, bis ins Innerste ergriffen dem feierlichen Akt folgen und sich im Geiste zurückversetzen in die Zeit, wo sie selbst einst ihren Fahneneid leisteten, weshalb auch bei ihnen eine kurze Schilderung der Vereidigungstage von damals zweifellos Interesse begegnen dürste.
Der Vereidigung gingen eine lange Instruktion und Belehrung durch Offiziere und Unteroffiziere über Fahne, Eid und Bedeutung der Feierlichkeit, sowie unendlich viele Appells in' allem möglichem, was zum Anzug für die Vereidigung gehörte, voraus. War endlich der bedeutsame Tag da, der wegen der erst gegen den 20. Oktober eingerückten Rekruten auf Anfang November gelegt war, so wurde zunächst zum Kirchgang ohne Gewehr, mit Mantel, Hosen in den Stieseln und Helm mit schwarzem Haarbusch angetreten. Noch einmal wurde vom Feldwebel eingehend der Anzug nachgesehen, ebenso wurde geprüft, ob die mancherseits widerspenstigen Haare zu einem schönen Scheitel gebürstet waren. Auch unterließ es die besorgte „Kompaniemutter" nicht, die jungen Soldaten zur Aufmerksamkeit in der Kirche anzuhalten unter der Androhung, etwaige Schläfer nachher selbst zu Bett zu bringen und bis zum jüngsten Tag in Schlaf zu wiegen.
Schließlich war zur festgesetzten Zeit aber doch alles fertig, und unter Führung der Ausbildungsoffiziere marschierten die Kompanien im Bataillonsverband zur alt-ehrwürdigen Stadtkirche, wobei man den wackeligen Haarbusch auf dem Helm überall hinwünschte, nur nicht auf den eigenen Schädel. War das Offizierkorps, einschließlich Kommandeur, vollzählig versammelt, so rückten die Mannschaften in ole Kirche und nahmen kompanieweise ihre angewiesenen Plätze ein. Mächtig erbrausten, von tausend jungen Soldatenkehlen unter Begleitung der Regimentskapelle gesungen, die Kirchenlieder durch den hohen Raum unserer Stadtkirche, und in
eindringlichen Worten sprach der Geistliche unter Hinweis auf die Bedeutung des Eides und der Verpflichtung daraus zu den jungen Kriegern.
Nach dem Gottesdienst rückten die Kompanien sofort zur Zeughauskaserne, wo die Bataillone In einem nach dem Kasernengebäude offenen Viereck Aufstellung nahmen, und zwar geordnet nach Nationalitäten (die Hessen zuerst, dann die Preußen usw.) und Konfessionen, nachem inzwischen dort auch Die katholischen Soldaten eingetroffen waren. So neu rangiert warteten die Bataillone und das Offizierkorps mit den Reserveoffizieren des hiesigen Landwehrbezirkes auf das Eintreffen der Fahnen, die von einer zusammengestellten Kompanie damals von der Wohnung des Kommandeurs mit dem klingenden Spiel unter Lorantritt von „Vater" Krause abgeholt und durch die Stadt nach der Zeughauskaserne getragen wurden.
Trommeln und Querpfeifen gellen auf — „heraus!" brüllt der Posten! Im Nu ist die Wache unter Gewehr, sie präsentiert. — Das Spiel bricht ab. Aufjauchzt der alte Traditionsparademarsch, und einschwenken die roten Haarbüschel der Spielleute ins Kasernentor. „Stillgestanden — Augen rechts!" kommandiert der Oberst, die behandschuhten Hände der Offiziere fahren an die Helmschienen und grüßen die stolz im Winde flatternden Feldzeichen. Hoch zu Roß führt der Hauptmann die Kompanie im Paradeschritt vorbei, läßt in Sektionen einschwenken und so das bisher auf der Kasernenseite offene Viereck schließen. Danach werden die Fahnen zu ihren Bataillonen verbracht.
Aus jeder Kompanie, möglichst jedem Dolksstamm und jeder Konfession, traten die vorher dazu bestimmten Leute an die ihnen vorgehaltene Fahne heran, alle anderen Rekruten stehen still, erheben die rechte Hand zum Schwur und sprechen laut die von einem Offizier abschnittsweise vorgelesene Eidesformel nach. Ein vom Oberst ausgebrachtes Hurra auf den Obersten Kriegsherrn und Landesherrn beendigte die Feier, worauf die Fahnen wieder zu ihrer Ehrenkompanie zurückkehren. Noch einmal wird bei ihrem Abmarsch stillgestanden, danach auch die Bataillone entlüften werden und in ihre Kasernen abrücken.
An dem dienstfreien Nachmittag begegnete man dann in allen Straßen der Stadt Zügen von Rekruten, geführt von den ausbildenden Unteroffizieren, um sie auf diese Art mit ihrer Garnisonstadt näher bekgnntzumachen, wobei natürlich nicht ver- fehlt wurde, die jungen Vaterlandsverteidiger in den Kompaniestammlokalen einzuführen. Am nächsten Tag trat dann des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr wieder in Funktion, meist sogar in gefteiger- tem Tempo zur Austreibung etwaiger Nachwehen vom vorhergegangenen großen Tag der Vereidigung.
Wie uns der Herr Oberstaatsanwalt mitteilt, wird die Sache nunmehr dem Herrn Untersuchungsrichter zur weiteren Untersuchung zugeleitet werden.
Barzahlungsaktion
Der Schuhmacherinnung Gießen.
Mit dem 1. November führt die Schuhmacher- innung des Kreises Gießen im Verkehr mit ihren Kunden die Barzahlung ein. Die Innung gibt uns nachstehend eine Begründung für diese Maßnahme:
Die wirtschaftliche Lage des Schuhmacherhandwerks im Kreise Gießen ist katastrophal. Die Schuhmacherinnung umfaßt 349 Betriebe. Diese starke Uebersetzung hat zur Folge, daß bei einem Großteil der selbständigen Schuhmacher die Lebenshaltung unter der eines Unterstützungsempfängers liegt. Der Arbeitsanfall ist oft zu gering, um davon eine Familie ernähren zu können. Besonders schwer fällt aber ins Gewicht, daß in weiten Kreisen die Unsitte des Borgens besteht. Infolge der verhältnismäßig hohen Außenstände und der damit immer verbundenen Buchverluste ist es bei der Lederverknappung oft unmöglich, neue Materialien einzukaufen und laufenden Verpflichtungen gegenüber Staat und Vorlieferanten .nachzukommen. Eine Aenderung dieser Verhältnisse ist nur möglich, wenn radikal mit dem Borgunwesen gebrochen wird.
Die Barzahlungsaktion der Schuhmacherinnung ist durch einen Innungsbeschluß in ihrer Auswirkung genau festgelegt. Es ist jedes Innungsmit- glieo zur Einhaltung des gefaßten Beschlusses streng verpflichtet, so daß eine Abwanderung der Kundschaft zwecklos ist. Die Schuhmacherinnung für den Kreis Gießen bittet daher in einem Aufruf in unserem heutigen Blatte um Verständnis für ihren Beschluß, der sicher von der wohlmeinenden Bevölkerung nicht falsch ausgelegt werden wird.
*
♦♦ Sitzung des P r ovi nzia ln u s s chus- s e s. Am Samstag, 31. Oktober, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschuftes statt mit folgender Tagesordnung: 1. Disziplinarverfahren gegen den städtischen Friedhofsaufseher Adam Gondolf in Friedberg. 2. Klage des Hubert Timmer in Butzbach gegen die Entscheidung des Kreisamts Friedberg wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein im Hause Weiseler Straße 5 in Butzbach.
** Uraufführung. Ottmar Gersters neueste Oper „Enoch Arden" wird heute, Donnerstag, 20 Uhr, durch den Reichssender Köln urauf» geführt. Der Komponist, der bereits eine große Anzahl von Orchester-, Instrumental- und Chorwerken, ferner die auf vielen deutschen Bühnen mit großem Erfolg aufgeführte Oper „Madame Lieselotte" geschrieben hat, ist 1897 in Braunfels geboren, also ein Kind unserer engeren Heimat.
** Erster Schneefall. Gestern fiel in Gießen der erste Schnee des Winters 1936/37, der — nach dem frühen Erscheinen der Schneegänse über unserer Heimat und nach manchen anderen Prophezeiungen — sehr viel Schnee bringen soll. Es schneite in großen, aber sehr wässerigen Flocken und regnete außerdem, so daß die Herrlichkeit schon bei der Ankunst der weihen Flocken auf der Erde zu Ende war. — Auch auf dem Hoherodskopf fjat es gestern heftig geschneit, und es bildete sich für einige Zeit eine Schneedecke von 12 bis 15 Zentimeter, die allerdings auch noch nicht standzuhalten vermochte. In der vergangenen Nacht wurde auf dem Hoherodskopf ein Grad Kälte gemessen. Heute morgen liegt über dem Berg unserer Heimat eine dichte Nebeldecke. Die Skiläufer mü$en sich also zunächst noch im Trockenskikursus beschäftigen, der vom Skiklub Gießen gestern abend in der Reithalle am Brandplatz eröffnet wurde.
** Renovierung im Oberhessischen M u s e u m. In den letzten Wochen wurde das Treppenhaus im Alten Schloß einer gründlichen lieber« holung unterworfen. Die Wände wurden neu gekalkt und dabei in einem zarten gelblichen Ton gehalten, von dem sich das dunkle Balkenwerk klar abhebt. Das Treppenhaus macht jetzt einen sehr gediegenen Eindruck. Für die Museumsverwaltung brachte diese Wiederherstellung viel Arbeit mit sich, weil auch das Treppenhaus mit vielen Museumsschätzen angefüllt war, die erst entfernt werden mußten und nun wieder an ihren Platz gebracht werden können.
Vezirlsschöffengericht Gießen.
Der 30jährige K. D. aus Hopfgarten (Kreis Alsfeld) hatte sich gestern vor dem Bezirksschöffenge- richt wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Es war ihm zur Last gelegt, im Juni 1936 oder um diese Zeit in mehreren Orten von Oberheften fortgesetzt Privaturkunden fälschlich angefertigt und von diesen zum Zwecke der Täuschung Gebrauch gemacht zu haben. Er hat hierdurch Das Vermögen ahberer geschädigt. Der Angeklagte war geständig und zeigte Reue über seine Taten. In der gestrigen Hauptverhandlung schilderte der Angeklagte seine schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse. Das Gericht verurteilte ihn, unter Annahme mildernder Umstände, zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen und zur Tragung der Kosten des Verfahrens.
Der Angeklagte E. Sch. von Bad Homburg, 25 Jahre alt, war als Maschinist am Reichsautobahnbau in der Gegend von Garbenteich beschäftigt. Am 9. 8. fuhr er von seiner Arbeitsstelle nach seinem Heimatort Bad Homburg, um sich am nächsten Tage von dort auf einem Motorrad wieder an die Arbeitsstelle in Garbenteich zu begeben. Seine Braut begleitete ihn auf dem Soziussitz. In Garbenteich hatte der Angeklagte den Tag über gearbeitet, zu den Mahlzeiten und auch sonst zwischendurch Bier getrunken und sich abends zur Rückfahrt mit seiner Braut gerichtet. Zuvor besuchte er gegen 22 Uhr mit Arbeitskameraden eine Schankwirtschaft in Garbenteich, wo bis gegen 1 Uhr gezecht wurde.
In der gestrigen Hauptverhandlung wurde fest- gcftettt, daß dem Angeklagten an jenem Abend vor seiner Abfahrt in Garbenteich — offenbar infolge seines Zustandes — geraten worden war, die Fahrt nach Bad Homburg zu unterlassen und in Garbenteich zu nächtigen. Der Angeklagte unternahm trotzdem die Fahrt. Er gewahrte bei seiner Einfahrt vor Friedberg in seinem Scheinwerferlicht in einer Linkskurve vor sich auf dem rechten Bürgersteig einen Fußgänger. Der Angeklagte kam mit seiner Maschine an den Rand des rechten Bürgersteigs — Kratz- bzw. Schleifspuren bis zu 12 Meter Länge wurden festgestellt — und erfaßte den dort gehenden Wegebenutzer so unglücklich, daß dieser zu Boden stürzte, sich einen Schädelbruch zuzog, wodurch der Tod auf der Stelle eintrat.
In Anbetracht des ganz erheblichen Alkoholgenusses des Angeklagten und seiner äußerst groben Fahrlässigkeit erkannte das Gericht auf eine G e -
fängnisftrafe von 6 Monaten und Kostentragung. Als einziger Strafmrlderungsgrund wurde dem Angeklagten lediglich zugute gehalten, daß er schon seit etwa 8 Jahren Kraftfahrzeuge führt und bisher noch unbestraft ist.
Rundfunkprogramm
Jreilag, 30. Oktober:
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon^ert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik alemannischer Komponisten. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. Der Zinnschatz im deutschen Bauernhaus. 11.45: Sozialdienst. 12: Frankfurter Mittagsmusik. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Frankfurter Mit- tagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXII). 15: Volk und Wirtschaft. Die moderne Telephon-Anlage. 15.15: „Volk und Welt". Ein Monatsbuch für Jedermann. 15.25: Längs der Grenze. Hörbild von Gattingen am Hochrhein bei
Schaffhausen. 16: Abschied vom Walde. Ein Unterhaltungskonzert um herbstliche Weisen. 17.30: In der Dreiländerecke (II). Vor Hermann Bürte. 18: Musik aus Dresden. 19: Lieder von Hans Pfitzner. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Kleine Abendmusik. 21: Die Pflicht. Hörspiel von Wilhelm von Scholz. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik.
Samstag, 31. Oktober.
6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Zum Staatsjuaendtao: HI.-Sport. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nach- richten. 14.10: Sag es durch Musik! Schallplattenpotpourri. 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15: Und mögen die Spießer auch schel
ten... Panoptikum der Zeit. 15.30: HI.-Futtk. 16: Froher Funk für alt und jung. Ein buntes Konzert. 18: Militärkonzert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nach- richten. 20.10: Halloh, halloh — heut sind wir froh. Ein Bunter Abend am Bodensee. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportschau. 22.30: ... und morgen Ist Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Gauamtsleitung der 7IGV. nach Darmstadt verlegt.
LPD, Darmstadt, 28. Oft. Di- „Hess Landes, zeitung" teilt mit: Um der Stadt Darmstadt einen Ausgleich für die Verlegung der Reichsbahnverkehrskontrolle zu geben, hat Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger auf Antrag des Gauamtsleiters Pg. Haug die Verlegung der Gauamtsleitung Hessen-Nassau des Amts für Volkswohlfahrt nach Darmstadt angeordnet. Mit der Gauamtsleitung der NSV. kommen über hundert Angestellte mit ihren Familien nach Darmstadt. Das Gebäude der Verkehrskontrolle am Steubenplatz ist bereits käuflich erworben.
Oberhesieu.
Kalter Markt in Homberg.
= .= Homberg, 28. Okt. Heute fand hier der altbekannte Kalte Markt für Homberg und Umgebung statt, der sich eines guten Besuches erfreute. Während des am Morgen beginnenden Schweinemarktes regnete es, aber am Mittag erfreute milder Herbstsonnenschein. Infolgedessen eilten jung und alt aus den Ortschaften der Umgegend in Massen herbei. Auf dem Marktplatz herrschte großer Menschenandrang bei dem Krä- m e r m a r k t. Dort hatten viele Verkäufer auf unzähligen Ständen ihre Waren zum Verkauf ausgelegt und auch flotten Absatz gefunden. Gegen 17 Uhr begann es leider wieder zu regnen, so daß die Gäste frühzeitig den Marktplatz räumen mußten. Man suchte nun, mit Paketen und allerlei Waren beladen, darunter natürlich das übliche Marktstück, den Wohnort wieder auf. Die Jugend dagegen strömte zum Tanz, entweder in den „Frankfurter Hof" oder in die geräumige Stadthalle, wo bis zur späten Stunde getanzt wurde. Der Verlauf des Kalten Marktes kann für Käufer und Verkäufer sowie für alle Teilnehmer als ein guter bezeichnet werden. Von feiner alten Anziehungskraft hat er noch nichts verloren.
Canöfrd» Giehea
S Alten - Bufeck, 28. Oktober. Heute wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Wwe. Susanna S ch r e i n e r, zur letzten Ruhe geleitet. Sie erreichte das hohe Alter von über 92 Jahre und erfreute sich bis vor kurzem noch voller geistiger und körperlicher Frische. Von Ihren Kindern sind ihr zwei im Tode vorausgegangen, zwei Kinder, 13 Enkel und 20 Urenkel stehen trauernd an ihrem Grabe.
* Burkhardsfelden, 29.Okt. Den etwa 35 Jahre alten Telegraphenarbeiter Wilhelm Stumpf von hier traf gestern ein schwerer Unfall. Er stürzte bei seiner Arbeit an einem Telegraphenmast, zusammen mit einem Kollegen, aus etwa 8 Meter Höhe ab und erlitt dabei eine chwere Gehirnerschütterung, die seine ledersührung in die Chirurgische Klinik nach Gieren notwendig machte. Sein Arbeitskamerad kam ohne Schaden davon.
# Daubringen, 27.Okt. Die vom Jungvolk durchgeführte Brotsammlung ergab hier insgesamt 91 Brote.
* Ruttershausen, 29. Okt. Am Samstag feierte der Gesangverein Ruttershausen im Saale der Wirtschaft „Zur Lahnbrücke" die 25jährige Tätigkeit des Chormeisters Konrad Nikolei (Großen-Buseck) als Dirigent des Vereins. Der Ehrenvorsitzende H. Schwarz mies auf die erfolgreiche Arbeit hin, die während dieser 25 Jahre geleistet wurde, und überreichte dem Chorleiter als Zeichen der Dankbarkeit ein Geschenk. Im Laufe des Abends wurden von den Sängern mehrere Lieder zu Gehör gebracht, ferner wurden etliche Konzertstücke vorgetragen. Die Feier nahm einen sehr harmonischen Verlauf.
j) Allendors a. d. L d a., 28. Okt. Die am vergangenen Samstag vom Jungvolk durchgeführte Brotsammlung hat in der hiesigen Ortsgruppe wiederum ein recht gutes Ergebnis gezeitigt. Es wurden zusammen 292 Laibe gesammelt. Hiervon entfielen auf die hiesige Stadt 146, auf die Stützpunkte Treis 117 und Climbach 29 Brote. — In der hiesigen Gemarkung haben die Feldmäuse sehr überhand genommen. Um dem Treiben der schädlichen Nager zu steuern, hat die Stadtverwaltung auf eigene Kosten einige Zentner vergifte- ten Weizen beschafft und diesen an die einzelnen Grundbesitzer zur Auslegung auf den Grundstücken verteilt.
4- Grünberg, 28. Okt. Im Gasthaus „Zum Taunus" hielt vor der NS. -Frauenschaft Fräulein Schumacher von der Gauabteiluna „Ausland-Grenzland" im deutschen Frauenwerr einen Vortrag über „Deutsche Kolonien". Die Rednerin, die nach dem Besuche einer Kolonlalsrauen- schule mehrere Jahre auf einer Farm in Deutsch- Südwest-Afrika tätig war, sprach in eingehender und fesselnder Weise über die deutsche Kolonisationsarbeit und wies vor allem auf die Aufgaben hin, welche die deutsche Frau dabei zu erfüllen hat.
Kreis Büdingen.
f Nidda, 28. Okt. Obwohl durch die Regulierung des Flut grabens, der die im großen Bogen dahinschlängelnde Nidda oberhalb und unterhalb der Stadt verbindet, die Gefahren der lieber« schwemmungen, wie sie vordem bestanden, der Vergangenheit angehören, so litten seither doch noch einzelne niedrig gelegene innere Stadtteile mangels notwendigen Gefälles zur Nidda durch Tageswasser und sonstige Abwässer. Gegenwärtig sucht man diesen Mißstand durch eine Teilkanalisation zu beseitigen, indem man Zementrohre mit einem lichten Durchmesser von 60 Zenttmeter durch die Gerbergasse, Kuhgasse u. a. zum Marktplatz und darüberhinaus bis zur Schloßgasse und Mühlstraße legt. Infolge des Aufbruchs des Marktplatzes ist die Ortsdurchfahrt durch Nidda für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt vom alten Kriegerdenkmal über die Krötenburg zum Karlshof oder umgekehrt. Zur Ausführung dieser Notstandsarbeiten wurden in Ermangelung hiesiger Arbeitskräfte 25 Arbeitslose von auswärts, z. B. Offenbach und Worms, herangezogen. — Bei der S r o t f a m m/ I u n g zum Winterhilfswerk sammelten die Pimpfs in unserer Stadt 463, im ganzen Sammelbezirk Nidda 960 Laib Brot. Den Jundmädchen war es möglich, zu gleicher Zeit eine ansehnliche Menge Kinoerwäsche zu sammeln. Die ReichsstraßensamM«
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