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Schwurgericht in Gießen

Hilfsmaßnahmen für die Schuhmacher

Ortsbanernführer-Tagung in Gießen

Kreis Friedberg.

# Aus der mittleren Wetterau, 28. Sept. Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Während der Ertrag bei den Frühkartoffeln als sehr gut bezeichnet werden konnte, ist das Ernte- ^gebnis der Späternte innerhalb der einzelnen Gemarkungen recht unterschiedlich. In Lagen mit schweren undurchlässigen Böden gibt es häufig Klagen über das Auftreten von Knollenfäule. Auch ist hier der Behang der Stöcke trotz starker Kraut» bildung unter mittel. Gerade die beste Speisekar- toffel, die Industrie, hat hier versagt, hingegen lie- sertenAckersegen",Priska" undParnassia" gute Ernten. Ueber neuere Züchtungen, wieRaddatz voran" lauten die Urteile recht verschieden. Derschie- deutlich ist es noch üblich, die Furchen der Kartoffel­äcker mit Buschbohnen zu bepflanzen. Dies« haben in diesem Jahre einen sehr guten Behang. Teilweise müssen die Hülsen noch grün geerntet werden, um das Feld zu räumen.

er dann über das Ansehen unseres Führers im Auslande.

In eingehender Besprechung wurden die Vorbe­reitungen für die Hilfsmaßnahmen für das Schuhmacherhandwerk vorgenommen. Der Kampf gegen das Borgunwesen und die Not­lage des Schuhmacherhandwerks, das in den letzten Jahren immer sehr übel dran war, veranlassen nun auch die Innung des Kreises Gießen, Hilfsmaß­nahmen durchzuführen, um den Berufskameraden den Lebensunterhalt zu sichern. Die Außenstände manches Meisters sind so groß, daß die Herein­bringung ihn von sämtlichen Sorgen befreien könnte. Die Innung des Kreises Gießen wird dar­um, in Verbindung mit den zustebenden Behörden und in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerker­schaft, von einem rechtzeitig angekündigten Termin ab die Abgabe der Reparaturen nur noch gegen Barzahlung durchführen. Alle 349 Betriebe Der Städte und der Dörfer des Kreises Gießen sind einig in dieser Forderung, die allein geeignet sein wird, das Schuhmacherhandwerk über die schwieri­gen Zeiten hinwegzubringen. Die Schuhmacher sind gewiß, daß sie dabei auf das volle Verständnis aller Volksgenossen rechnen können. Die Maßnahme werde so durchgeführt, daß der Kundschaft und dem Handwerker zugleich gedient sein wird. Die Ein­kassierung der Rückstände wird einer zentralen Stelle bei der Kreishandwerkerschaft übertragen werden.

Das Schuhmacherhandwerk wird weiterhin dar­auf bedacht sein, die Anfertigung von Maßschuh­werk zu fördern, um damit den Volksgenossen einen guten Dienst zu leisten.

Mit freudigem Bekenntnis zum Führer wurde die Jnnungstagung beschlossen.

Den Vorsitz in der gestrigen Schwurgerichtssitzung führte Landgerichtsdirektor Dr. S p e ck h a r d t. Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Rumpf, als Ver­teidiger fungierte Rechtsanwalt Koehler in Gie­ßen.

Der 55 Jahre alte Georg Bill aus Nieder- Weisel, zuletzt in Wetzlar wohnhaft gewesen, ist einer ganzen Reihe von Delikten angeklagt. Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen vielfach vorbestraften Menschen, der u. a. wiederholt wegen Urkundenfälschung, einmal wegen Sittlichkeitsver­brechens und anderen Delikten mit dem Strafgesetz­buch Bekanntschaft gemacht hat. Der Angeklagte hat schon mehrere Jahre hinter Gefängnis- und Zucht­hausmauern zugebracht.

Die Anklage legt dem Angeklagten Bill zur Last: Im ersten Falle eine Unterschlagung, indem er eine Schneidemaschine, die bereits einer Frank­furter Firma übereignet war, gegen eine gering­wertige Maschine eintauschte; im zweiten Falle einen Betrug, indem er einem Händler eine Schnell­presse zum Preise von 150 Mark verkaufte und hierbei dem Käufer verschwieg, daß die fragliche Maschine einer Frankfurter Firma sicherungsüber- eignet war, handelnd im strafschärfenden Rückfall, d. h., daß der Angeklagte bereits wegen Betrugs vorbestraft ist; im dritten Falle eine Pfandunter­schlagung, indem der Angeklagte eine durch den

Die Schuhmacherinnung für den Kreis Gießen hielt am gestrigen Montagvormittag eine gut be­suchte Jnnungsversammlung im Cafe Leib zu Gie­ßen ab, der auch der Kreishandwerksmeister Stüh- l e r beiwohnte.

Obermeister Emil Kraus, Gießen, begrüßte be­sonders die aus den entfernteren Ortschaften des Kreises erschienenen Berufskameraden und erstattete dann einen ausführlichen Jahresbericht, aus dem die vielen Sorgen und Nöte, die das Schuhmacher­handwerk noch zu tragen hat, ersichtlich waren. U. a. sagte er, wie schwierig es sei, eine Genoisen- schaft für den Materialbezug zu erhalten, und wies auf die Landeslieferungsgenossenschaft Hessen-Nassau hin, durch die den Innungen Aufträge zugewie^en werden. Er hob hervor, daß auch in diesem Jahre die Innung wieder Schuhreparaturen für das Win­terhilfswerk ausführt. DieBraune Messe", in der das Handwerk mit ausgestellt hat, sei eine begrü­ßenswerte Veranstaltung auch für die Schuhmacher. Ein immer noch bedauernswerter Zustand sei die Schwarzarbeit, die dem Handwerk sehr^ schadet. Zum Schluß rief der Obermeister noch einmal zur Zeichnung für dieAdolf-Hitler-Spende des deut­schen Handwerks" auf.

Der stellvertretende Obermeister Ph. Hch. Findt, Lich, leitete die Wahl des Obermeisters. Aus der Versammlung wurde die Wiederwahl des bisherigen Obermeisters vorgeschlagen. Kreishandwerksmeister Stichler sprach über die Bedeutung dieser Wahl und würdigte die Schwierigkeiten, die gerade der Schuh­macherberuf zu meistern habe. Als dann Obermei­ster Emil Kraus einstimmig wiedergewählt wurde, gab der Kreishandwerksmeister seiner Freude über diese Vertrauenskundgebung Ausdruck. Er dankte den Berufskameraden und verpflichtete erneut den Obermeister. In einigen Ausführungen sprach

leistungsprüfung am amerikanischen Kraftmeßwagen auf der Seewiese.

Die ganze Veranstaltung wird umrahmt von einem gediegenen Volksfest größten Ausmaßes, das sich der uralten Ueberlieferung Friedbergs als einer Stadt des gepflegten Frohsinns und einer echten Volksgemeinschaft würdig erweisen wird.

Oberhessen.

Tödlicher Unfall auf dem Bahnsteig.

* Friedberg, 27. Sept. In der Nacht zum Sonntag ereignete sich auf einem B a h n st e i g unseres Bahnhofs ein schwerer Unfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer siel. Die etwa 23jährige Kontoristin Elfriede K i ß l e r aus Butzbacb wollte trotz des warnenden Zurufes des Fahrdienstleiters auf den Personenzug auf­springen, der sich schon in Fahrt in der Richtung nach Gießen befand. Das Mädchen verfehlte dabei jedoch das Trittorett, stürzte und wurde zwischen Trittbrett und Bahnsteigrampe ein­geklemmt. Der Zug konnte unmittelbar nach dem Unfall zum Halten gebracht werden. Das Mädchen wurde sofort aus der verhängnisvollen Lage befreit, es hatte jedoch so schwere Verletzun­gen erlitten, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Dieser Vorfall dürfte für jedermann eine ernste Warnung sein!

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 28. Sept. In den Wie­sen an der Lahn flog am Samstagnachmittag ein Storch gegen die elektrische Lichtleitung und verletzte sich, daß er nicht weiterfliegen konnte und zur Erde stürzte. Einige Knaben fanden ihn und lieferten ihn in der Veterinärklinik zu Gießen ab. Da dem Vogel an beiden Flügeln di^ großen Schwingfedern gestümpft waren, anscheinend mit einer Schere, so ist anzunehmen, daß es sich um ein in der Gefangenschaft gehaltenes zahmes Tier handelt, das, dem Wandertrieb folgend, durch­gegangen ist, um die Reise nach dem Süden anzu­treten. Beringt war der Vogel nicht.

1. die Jahre 1936 als Vor-, Zwischen- und Nach­frucht angebauten Flächen von Gartengewächsen in Freilandkultur;

2. die Anbaufläche der landwirtschaftlichen Zwi­schenfrüchte;

3. der Anbau der Futterpflanzen zur Samen­gewinnung.

Da die Ergebnisse für die Kenntnis der Lage der Futter-, Saatgut- und Nahrungsmittelversorgung unentbehrlich sind, muß die Erhebung so zuver­lässig wie möglich durchgeführt werden.

Die Betriebsinhaber oder deren gesetzliche Der- treter sind auf Grund der Verordnung über die Auskunftspflicht vom 13. 7. 23 gesetzlich verpflich­tet, wahrheitsgemäße Auskunft zu erteilen.

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** Silberne Hochzeit. Der Bürodirektor bei der Verwaltung der Universitätskliniken Heinrich Freundlieb und Frau, Friedrichstraße 16 wohn­haft, können am morgigen 30. September das Fest der silbernen Hochzeit begehen.

** 3 uft i3p e r f o.naIi e n. Die Justizkanzlei­gehilfen Willy Goffelmeyer (Gießen), Heinrich Gerhard (Launsbach) und Karl Fett (Rödgen), sämtlich beim Amtsgericht Gießen beschäftigt, wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 ab zu außerplan­mäßigen Kanzlisten im Justizdienst ernannt.

Straßensperrung. Wegen Ausführung von Autobahnarbeiten werden die Landstraßen: D 'Gill Holzheim und Grüningen D o rf - Gill vom 1. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Eberstadt Gambach bzw.Watzenborn-SteinbergGarbenteich.

Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Landstraßenstrecke Heuchel- h e l m A tz b a ch bis Landesgrenze ist ab 27. Sep­tember aufgehoben worden.

Die Gießener Wochenmärkte begin­nen vom kommenden Donnerstag ab um 8 Uhr und enden um 14 Uhr.

,.** nzelhandels Versammlung. An­läßlich der Braunen Messe findet am 30. September lrn W Leck, zu Gießen, Walltorstraße, um 16 Uhr eine Versammlung des Einzelhandels des Bezirkes die sich Tagungen der einzelnen Fachgruppen Wlrtschaftsgruppe Einzelhandel anschließen. Rest- lose Beteiligung wird erwartet. Auf die Anzeige im heutigen Anzeigenteil wird verwiesen.

** Samilien3ufammenf unft des G i e- 6 en er Geflugelzuchtver eins. Man be- nch et uns: Einmal im Jahre läßt der Gießener

"^elzuchtverein seine Monatsversammlung aus- tShmT» xeV,nS Familienzusammenkunft Un- zu ihrem Recht kommen. Am Samstag trafen sich die Mitglieder mit ihren D?r ^ön^ mT tm. ^°rMre' ini Schützenhaus.

$aIlten£&ent) wurde mit einem Hah- nenesien eingeleitet. Für abwechslungsreiche Unter­haltung hatte der Vorsitzende, Fritz Bauer Sorge getragen. Talentierte Mitglieder Überboten sich neben guter Musik in Humor- und Dialektvor- tragen, ein Mitglieds-Ehepaar erfreute durch seine formvollendet vorgeführten modernen Tänze. Der Gießener Geflugelzuchtoerein läßt es sich nicht nur ,Wieber durch gut vorberei­tete Monatsversammlungen für aufbauende Arbeit zu chulen, er ist auch darauf bedacht, den Gemein" lchaftsgedanken zu pflegen und auch die Angehöri- nehmen'' ie&er ln ^efe Gemeinschaft aufzu-

** Keine Streichhölzer in Postpake - te n v e r se nd e n ! Im Postbetrieb kommen immer wieder Selbstentzündungen von Paketen vor die einzelne Schachteln mit Streichhölzern enthalten haben und verbotswidrig mit der Post verschickt worden sind. Die Deutsche Reichspost macht dar- auf aufmerksam, daß Streichhölzer in Schachteln grundsätzlich nicht mit der Post verschickt werden dürfen. Bei Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot hat der Absender nicht nur den etwa entstehenden Schaden zu ersetzen, andern macht sich auch straf­fällig (Strafgesetzbuch § 367). J 11

Arbeit gewidmet. Ein Kameradschaftsabend ver­einigte alle Teilnehmer im Studentenheim. Aus­gerüstet für die kommende Winterarbeit in ihren Einheiten verließen die Führer am Sonntagabend unsere Stadt.

Aus parteiamtlichenBekanntmachungen

Die Geschäftsstelle der NS.-Kreisftauenschaft ist nur noch am Dienstag, Donnerstag und Freitag, je­weils von 9 bis 10 Uhr vormittags und von 4 bis 5 Uhr nachmittags, für den Geschäftsverkehr geöffnet Ausnahmen von dieser Sprechzeit können nicht ge­macht werden.

HG>£8., Kreis Gießen.

Mittwoch, 30. September, 15.30 Uhr, im Sing­saal des Realgymnasiums Sitzung der Gesamtfach­schaft 2 (Höhere Schule). Vortrag von Universitäts- Professor Dr. Schmied-Kowarzik:Die religiöse Lage der Gegenwart". Gäste willkommen.

MG.-Batl. 2 verläßt Gießen.

Heute morgen verließ das Maschinengewehr-Ba­taillon Nr. 2 unsere Stadt. In feierlicher Form wurde an der Artilleriekaserne die Fahne eingeholt, dann stellten sich die Mannschaften mit ihren Fahr­zeugen zur Abfahrt auf. Ueber die Kaiserallee bzw. über die Licher Straße, den Ludwigsplatz und durch die Ludwigstraße sowie durch die Frankfurter Straße fuhren die zahlreichen Motorräder und Kraftwagen des Bataillons ab, um sich nach der neuen Garnison zu begeben.

Gauwandertreffen der KdI.-Ferienwanderer.

NSG. Am 11. Oktober treffen sich die ,Kraft- durch-Freude"-Ferienwanderer des Gaues Hessen- Nassau zu einem Gauwanderertreffen auf der Burg Dreieichenhain, um Erfahrungen und Erlebnisse ihrer diesjährigen Ferienwanderungen auszutau­schen. Außerdem sollen auf diesem Treffen die Wanderpläne des kommenden Jahres besprochen werden. Eine Photoausstellung, in der die besten Aufnahmen von den Wanderungen des Jahres 1936, die die ,Kraft-durch-Freude"-Wanderer in alle deutschen Gaue geführt haben, gezeigt werden, ist mit diesem Wanderertreffen verbunden.

liacherhebung zur Bodenbenuhungsaufnahme -1936.

NSG. Das Reichs- und Preußische Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat für das ge­samte Reichsgebiet eine Nacherhebung zur Boden­benutzungsaufnahme angeordnet. Die Durchführung der Erhebungen, die in der ersten Hälfte des Oktobers 1936 vorgenommen wird, liegt in den Händen der Landräte, Bürgermeister, Bezirksamtmänner usw.

Die Haupterhebung zur Bodenbenutzungsauf­nahme 1936 ist abgeschlossen. Bei den jetzt durchzu­führenden ergänzenden Nacherhebungen werden ermittelt:

Gerichtsvollzieher gepfändete Schnellpresse weiter­verkaufte; im vierten Falle eine Urkundenfälschung. Der Angeklagte hatte bei dem Verkauf der im vori­gen Falle erwähnten gepfändeten Schnellpresse einer von dem Käufer unterschriebenen Bescheinigung verschiedene rechtsverbindliche Zusätze und Abände­rungen beigefügt und von diesen gefälschten Ur­kunden in einem gerichtlichen Verfahren Gebrauch gemacht; im fünften Falle war der Angeklagte wiederum des Gebrauchs einer gefälschten Urkunde angeklagt, indem er ein Zwangsvollstreckungspro- tokoll des betreffenden Gerichtsvollziehers zur Täu­schung des Gerichts abänderte; im sechsten Falle legte die Anklage dem Angeklagten zur Last, daß er eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben hat; als siebter Punkt warf die Anklage dem An­geklagten vor, sich eines Meineids schuldig gemacht zu haben. Bill hat bei Leistung des Offenbarungs­eides verschiedene im zustehende geldliche Ansprüche wissentlich verschwiegen.

Der Angeklagte stritt in der gestrigen Hauptver­handlung sämtliche'ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen ab. Es wurde eine große Anzahl Zeu­gen vernommen, die den Angeklagten stark belaste­ten.

Die Verhandlung wurde gestern spät abends auf Dienstagvormittag vertagt.

leichtern bzw. zu sichern. Er forderte vor allem auf, die bewährten Landarbeiter zu ft ä n d i g e n Hel­fern zu machen und ihnen damit das Gefühl der Zugehörigkeit zum Hofe zu geben. Er gab ferner die Anregung, den Landarbeitern durch die lieber» laffung eines Stückes Land jur eigenen Bewirt­schaftung des Arbeiters, ihm das eigene Interesse an seinem Arbeitsplatz zu steigern.

Kreisleiter Dr. Hildebrandt unterstützte diese Ausführungen und wies vor allem darauf hin, daß auch der Landarbeiter das Gefiihl der Achtung kennenlernen solle. Er müsse als vollwertiger Volks­genosse betrachtet werden, der durck) seine Arbeit an der Scholle für die Volksgemeinschaft wertvolle Arbeit leiste.

Kreisbauernführer Ott unterstützte auch seiner­seits die in diesem Zusammenhang zum Ausdruck gekommenen Anregungen.

Nachdem noch auf verschiedene geschäftliche Dinge hinsichtlich der Kontingentierung von Schweinen und des Getreides hingewiesen und Unklarheiten beseitigt worden waren, ferner die Erfassung der Winterhilfsspenden 1936/37 besprochen worden war, fand die anregende Versammlung mit dreifachem Sieg-Hell!" auf den Führer chren Abschluß.

Kreisbauerntag Oberheffen-West

in Verbindung mit dem Friedberger Herbstmarkt vom 10. bis 14. Oktober.

Von der Kreisbauernschaft Oberhessen-West in Friedberg wird uns geschrieben:

Die umfangreichen Vorarbeiten für das Pro­gramm dieser Großveranstaltung in der alten Reichsstadt Friedberg sind beendet. Es hat sich hier­bei herausgestellt, wie anregend und nützlich der Ge­danke einer Verbindung der Arbeitstagung der Kreisbauernschaft mit dem Friedberger Herbstmarkt gewesen ist. Für alle Lehrtätigkeit auf dem Lande ist Anschauung, praktische Vorführung alles.

So tritt der Arbeitstagung Der Kreis- bausrnschaft mit ihren theoretischen Erörterun­gen auch in bezug auf dieErzeugungsschlacht" die praktische Vorführung einer Wetterauer H ei­matschauBlut und Boden", sowie einer Reihe von Lehrschauen, d. h. Ausschnitten aus den verschiedenen Arbeitsgebieten, wieHof", Markt",Landwirtschaftliche Maschinen",Be­kämpfung der Schädlinge" usw. ergänzend zur Seite.

In Verbindung mit dem uralten Friedberger Herbstmarkt findet ein Großes SA. ° und Ländliches Reit - und Fahrturnier statt. Es beginnt am Montag, 12. Oktober, mit einem Zuchtkoppelwettbewerb der Ortsbauernschaften, hessen-nassauisches Warmblut, bringt ferner eine Vorführung der Warmblut-Zuchtkoppeln, eine Eig­nungsprüfung für Gespanne, Dressur- und Reiter- Prüfung, sowie Jagdspringen in zwei Klassen und schließlich als große Turnier-Schaunummer eine DarstellungModerne Raubritterkämpfe".

Der eigentliche Friedberger Herbstpferdemarkt wird am Dienstag eröffnet. Ihm reihen sich Prä­miierungen der Händlerpferde und im Hufbeschlag an. Es folgen Zuchtkoppelwettbewerbe und die Vorführung von hessen-nassauischem Kaltblut. Den Abschluß des Herbstpferdemarktes bildet eine Zug­

s. Lang-Göns, 28. Sept. Die Kartoffel» ernte ist in vollem Gange. Trotz des ständigen Regenwetters schreitet die Arbeit rüstig weiter. Die Sträucher sind fast alle abgestorben, die Kartoffeln sind reif. Alle Arbeitskräfte im Dorfe helfen bei dem Ausmachen. Die größeren Betriebe haben fast alle Auswurfmaschinen. Beim Auslesen helfen Tag- löhner, aber auch Gefangene aus dem nahen Butz­bacher Zuchthaus. Da der Boden sehr naß tft, ist die Arbeit in Diesem Jahre sehr mühselig. Die Knollen müssen zuerst von der anhaftenden Erde befreit werden. Auch gibt es bedingt durch die Feuchtig­keit ziemlich viel faule Knollen, besonders auf dem schweren Boden. Auf leichtem, durchlässigem Land sind die Kartoffeln dagegen gesund. Im all­gemeinen kann man sagen, daß etwa zehn v. H. faul sind. Die Knollen sind sehr dick. Die Ernte ist durchaus befriedigend. Freilich finb die Erträge der einzelnen Sorten recht verschieden. Sehr gut schneidet die SorteErdgold" ab, sie zeigt auch fast gar keine faulen Knollen. Dagegen ist die Industrie" nicht so gut geraten, da viele Stöcke schon vor der Reife abgestorben waren. Für die Züchter in hiesiger Gemeinde sind die dicken Kar­toffeln keineswegs erwünscht, denn nur die mittel­großen Knollen geben einwandfreies Saatgut.

5 Steinbach, 29. Sept. Am 1. Oktober feiern die Eheleute Straßenwart Karl Heinr. Hermann und Luise, geb. Herbel, das Fest der Silbernen Hochzeit.

«^Reiskirchen, 28. Sept. Am Freitag wur­den in unserer Gemeinde und am Samstag an der Kreisstraße die A e p f e I versteigert. Ein Korb Aepfel kam auf 4, bis 6, RM. Die in unserer Gemeinde verladenen Zwetschen erbrachten den Be­trag von 1500, RM. Nicht weniger als 28 Eisen­bahnwagen, gefüllt mit Zwetschen, verließen unse­ren Ort.

* Reiskirchen, 27. Sept. Auf der Straße zwischen hier und Lindenstruth ereignete sich gestern mittag ein Unfall. Ein Personenkraft­wagen geriet auf der regennassen Straße in einer Kurve ins Rutschen und fuhr gegen einen B aum. Der Wagen wurde beschädigt. Der Fahr­zeugführer erlitt glücklicherweise nur eine leichte Kopfverletzung.

* Langsdorf, 27. Sept. Auf der Straße zwischen Langsdorf und Hungen ereignete sich am Samstag gegen 18 Uhr ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer aus Wallernhausen fuhr mit feinem Kraftrad gegen ein Pferdefuhr­werk, das aus einem Feldweg auf die Haupt­straße einbog. Der Motorradfahrer stürzte und er­litt einen Unterschenkelbruch. Im Kraftwagen eines herbeigerufenen Arztes wurde der Verunglückte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht.

)( Steinheim, 28. Sept. Der Fußpfad 3um Bahnhof Trais-Horloff, der kurz nach der Feldbereinigung auf Betreiben des dama­ligen Bürgermeisters Kreiling geschaffen wor­den war, weist infolge der starken Benutzung bet Regenwetter verschiedene stark ausgetretene Stellen auf, die der Gemeinde alljährlich Ausbesserungs­kosten verursachten. Um nun ganze Arbeit zu lei­sten, beschloß die Gemeindeverwaltung schon vor einiger Zeit, den ganzen Gehpfad mit Klein» P f l a st e r u n g befestigen zu lassen. Mit Rücksicht auf die Gemeindefinanzen wird die Arbeit in meh­reren Abschnitten vorgenommen. Mit den Pflaster­arbeiten wurde bereits von der Dorfseite her be­gonnen. Während die Zwetschenernte hier sehr gut ausfiel, so daß starke Verladetätigkeit auf dem Versandbahnhofe Ober-Widdersheim herrschte, zeigen die Aepfelbäume in den Hauptobstanlagen auf dem Kalten Rain nur einen mäßigen Behang. Einige Wirtschaftssorten machen nur eine Ausnahme. Die Honigbirnen, vor allem die Schulbirne, tragen gut.

Am gestrigen Montagnachmittag fand im Saale derGermania" eine Versammlung der Orts­bauernführer des Kreises Gießen statt. Die Versammlung wurde durch Bezirks­bauernführer Metzger (Röthges) eröffnet und geleitet; er begrüßte die Teilnehmer, insbesondere Kreisleiter Dr. Hildebrandt.

Kreisleiter Dr. Hildebrandt hielt eingangs eine kurze Ansprache, in der er zum steten Einsatz für die Volksgemeinschaft aufrief und forderte, daß gerade die Arbeit des Bauern und des Bauern­führers geleistet werden müsse im Verantwortungs­bewußtsein der Volksgemeinschaft gegenüber. Er forderte ferner zur Kameradschaftlichkeit in dieser Arbeit auf und erinnerte an die Kameradschaft, wie sie im Kriege beispielhaft zur gegenseitigen Ver­pflichtung geworden war. Diese Auffassung von Kameradschaft müsse auch unsere gegenwärtige Ar­beit bestimmen.

3m Verlaufe der Versammlung wurden dann zahlreiche geschäftliche und organisatorische Fragen besprochen und geklärt. Der Stabsleiter der Kreis­bauernschaft Oberhessen - West, Dr. Krämer, Friedberg, regte zunächst zum Besuch der Kreis­bauernschule in Michelstadt an, in der ein neuer Lehrgang am 24. Oktober beginnt. Die­jenigen Junglandwirte, die daran teilnehmen wol­len, haben ihrer Bezirksbauernschaft einen Lebens­lauf und ein Lichtbild einzusenden. Anschließend prach er über den bevorstehenden Kr e i s b au e rn- tag in Friedberg. Er wies besonders auf die damit verbundene HeimatschauBlut und Boden" hin, die in der Burgkirche zu Friedberg gezeigt werden wird. Mit dieser Tagung wird auch eine Kartoffelprüfung verbunden sein, fer­ner eine Sonderschau unter dem TitelKampf dem Verderb". Eine Arbeitstagung der Kreisbauernschaft und eine Sondertagung der Orts» bauernführer sind ebenfalls vorgesehen. Der Refe­rent sprach bann über die K a r t o f f e l p r e i s e unb forberte, baß diese unbedingt eingehalten wer­den. Die bekanntgegebenen Preise seien E r z en­ger - H o ch st p r e i s e. Von diesen Preisen sei die Fracht abzuziehen, sofern die Kartoffeln durch Last- kraftwagen oder Fuhrwerk abgeholt würden. Der Abzug dürfe aber nicht mehr als 15 Pfennig je Zentner betragen. Kartoffeln sollen nicht unter dem ttstgesetzten Preis abgegeben werden. Wer die s*refcr-^Ttetrbie^' ^rafe zu gewärtigen.

Schließlich sprach Dr. Krämer noch über den h»n @rU-bf ax ber auch in diesem Jahre

Den Kleinlandwirten und Landarbeitern Gelegen- heit geben solle, in Fahrten über einen Zeitraum

8 Tagen einen Teil unseres deutschen Vater­landes kennenzulernen.

Im weiteren Verlaufe der Versammlung machte Herr Pfeiffer von der Hauptabteilung I ber Kreisbauernschaft Ausführungen über den L a nd -

Eltertarif und gab eine Reihe von Orten bekannt, die im fianbarbeitertarif aus ber Lohn- naije 2 m bie Lohnklasse 1 umgesetzt würben. Der J^e-Dner sprach bann in einigen grunbsätzlichen Aus- ubrungen über bie Entlohnung der Landarbeiter und forderte vor allem, baß jeher Bauer dazu bei» tragen solle, bie ßanbarbeiter seßhaft zu machen und ihnen und ihrer Familie die Existenz zu er-