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N.51 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

Samstag, 29. Zebruar (936

Zunge deutsche Nation

Um den Sieg

8. P.

festigten und uns vorwärts brachten.

Punkte! bekam ihren Schlag blitzte ab

tarnen sie angesaust, strahlend

aber Punkte!

H. K.

seiner Art gemäß leisten.

Das war des Pudels Kern!

A. P. Kr.

rkeag ausen

Tag Eingang uheiten in

riigen nteln

lern ai11 °>° Lhn und die Freiheit!

Hünengräber, dieSteinhäuser", die von Machan­deln und Tannen umgeben sind und sich so vor dem zudringlichen Auge derReisenden" schützen. Hier bleiben wir und horchen dem Specht zu, der oben an einer riesigen Tanne sitzt und unermüdlich mit seinem Schnabel gegen die Rinde schlägt.

1 ü d d e.

le vor der Tonne. Ihr Gegner war schon durchge- rampelt. Pünktel strampelte nicht wie ein Fisch litt sie durch die Tonne durch. Dann rannte sie och einmal, rannte, rannte. Wir auf der Tribüne

schlichen in den Gärten weiter. Sie schlüpften durch Stauden und Gebüsch, durch Zaunlöcher, flohen vor einem plötzlich auftretenden Gartenbesitzer und gelangten so an den Bartholomäusturm.'

Jetzt wurde es brenzlich. Die beidenrobbten", wie sie es im Geländesport gelernt hatten, an das

Da ertönte plötzlich eine grobe Stimme, ein Hund bellte. v

«allen es schon aufgegeben, obgleich wir immer «och wie besinnungslos:Pünktel, Pünktel" riefen. ßünftel gab nicht auf. Pünktel flog. Aber es Durbe nichts. Weder mit dem ersten Sieg, noch mit lern Medizinball. Pünktel ging als zweite durchs Ziel . . .

Wir nahmen das gar nicht so tragisch.Zweiter sein", das ist noch recht ehrenvoll und der Preis, Iein Handball, war auch nicht zu verachten. Die Staffeln marschierten von der Bahn, und wir stürzten von der Tribüne, um unsere Staffel zu feiern. Da

r.n können, höung des P1 Kurata. der Reichs,

Gemäuer heran und richteten sich mißtrauisch auf, doch hörten sie niemanden. Fritz deutete hinauf. Dort oben, kurz unter dem Dach, wo die Mauer­krone ansetzte, bewegte sich etwas. Eine Gestalt hob sich gegen den dunklen Himmel ab. Fritz stieß Hans in die Seite:

Das ist Werner vom zweiten Zug", flüsterte er. Um zwanzig Uhr wollten sie hier sein!"

Er sah auf seine Armbanduhr. Das Leuchtziffer­blatt zeigte fünf Minuten vor acht. Das konnte luftig werden! Er zog Hans hinter ein Gestrüpp auf die andere Seite des Turmes. Dann rief er leise:Werner! Werner!"

Werner vor dem Eingangsloch streckte den Kopf Über die Mauer.

Wer ist da?"

Fritz freute sich.Da haben diese ,pfeifen' keine Parole ausgegeben!" Dann flüsterte er den Namen des Scharführers:

Konrad. Komm herunter!"

Da Werner die bekannte Stimme im Flüstern zu vernehmen glaubte, stieg er vorsichtig von seiner Warte herunter. Doch kaum hatte er den Erdboden betreten, da saß ihm auch schon Fritz im Genick. Hans kam von der anderen Seite und hielt ihm den Mund zu. Hinter den Zweigen fesselten sie Werner.

Fritz und Hans lachten und stiegen auf die Mauer. Als sie auf der Krone standen, griff Hans in die Tasche und zog eine Trillerpfeife hervor. Er pfiff. Da hörten sie ein Kommando hinter den Gärten, dann drang ein Keuchen zu ihnen empor. Man hörte die Kameraden über die Mauer klettern, vernahm, wie einer ins Wasser plunschte und ... hörte, daß von der anderen Seite ebenfalls eine Gruppe von Jungen heransauste.

Der zweite Zug!" schrie Hans entzückt rmb hopste auf der Mauerkrone umher.

Da waren sie heran. Fritz sah, wie Hein längst vorgeschritten war und hinter dem Turm lag. Heins Pfeife trillerte. Da gerieten die beiden Par­teien zusammen. 0 dieser Kampf in Büschen, Ge-

Der Aufseher!" /

Ein Schrei, bann Stille. Man hörte nur noch hastiges Flüchten. Die beiden brücfnen sich an bie Wanb, bis bie Gefahr vorüber war.

Das alles um einen Turm!

Wolfgang Kummer.

pmer. ' r, Dr. Peter i Stabe der enhagett.

Reichsfalj-

Wasserturm auf, unter bem ber Bach hinburch- strüpp unb Sträuchern! Hans unb Fritz riefen strömt. Sie schritten behutsam in biefe Finsternis von oben:Hau ruck! Hau ruck!" hinein unb tasteten sich bis zur anberen Seite hin- ~ ' ------- ' - - ...

burch. Hier erklommen sie bas Ufer roieber unb

Dor bem alten strohgebeckten Bauernhause mach­ten sie Halt unb plierten in bie Sonne. Nicht lange, ba steckten auch bie Bäuerin unb ihre Magb bie Köpfe aus bem Küchenfenster bes Neubaus unb horchten hell auf.

Gerb, ber Sohn bes Hofes, stellte eine Leiter an ben breiten beschrifteten Torbalken, ber in einge­meißelten unb "noch beutlich lesbaren Worten unb Zahlen Kunbe gab vom Jahr ber Erbauung, von Hanbwerkern unb Auftraggebern unb vom from­men Sinn ber Bewohner. Die Pimpfe schrieben auf unb zeichneten. Die beiben Frauensleute stie­ßen sich von Zeit zu Zeit mit ben Ellenbogen in bie Seite, schüttelten bie Köpfe unb vergaßen bie Arbeit.

Lies, Johann, bich geht's am meisten an", sor­tierte einer, unb stolz las ber Hoferbe vom Blatt: Was Gott burch Feuer zweimal hat in fechsunb- zwanzig Jahr vernichtet, bas wirb burch Gottes Güte aufs Neue roieber aufgerichtet. In jeher Not feib unverzagt unb stets im Kummer, ber uns nagt. Ist ihm boch nichts verborgen. Gott segne un­fern Eingang unb Ausgang ... Anno 1832, ben 24. July."

Schnell klappte bie Bäuerin bas Fenster zu unb roanbte sich erregt an bie Magb:Wat bat Jung­volk boch uk allens finben beit! Heß bu all roeeten, bat unfe ole Hus all ober hunbert Jahr stöhn beit?"

Draußen aber packten bie Jungens bas Prak­tische, bie bestimmten Angaben unb bas Familien- unb Dorfgeschichtliche. Von allen Seiten belugten sie bas alte gebückte Haus, bas ihnen zum Künber hunbertjähriger Familien- unb Dorfereignisse ge­worben war. Schon wollte sich bie Schar zum Heimweg roenben, ba stürmte einer ber Pimpfe auf sie zu. Natürlich, ber Karl war es, ber immer feine befonberen Wege zu gehen wußte! Unb selbstver- ftänblid) hatte er roieber eine Entbeckung gemacht man sah es seinem Gesicht schon von weitem an. In ber Erregung vermengte er hochbeutsch unb plattbeutsch miteinanber unb krähte:Hier bi Breu­ker sien Hus, ba steht auch was von Feuer! Un uk achteinhunbertuntweeunbbörtig! Ist ganz gewiß! Unb ... unb .. ", so schloß er etwas verstört,unb ber liebe Gott ist uk borbi!"

Da trollten sie sich alle miteinanber zum Nach­

barhof, wo sie vom zornigen Gebell bes Hofhunbes begrüßt würben. Der Bauer pfiff ben Köter zurück unb fragte nach bem Begehr.

Ja, den Hausspruch könne man gern mal sehen. Er habe ihn vor einem Jahre noch neu nachmalen lassen. Seine Familie wohne hier zwar noch keine hundert Jahre. Aber er betrachte sich dennoch als Erbe des Hofes, und der Torspruch gehöre dazu.

Richtig, da stand es:Zweimal das Haus zer­störet war in der Zeit von sechsundzwanzig Jahr. Nach Gottes Rat durch Feuers Wut. Jetzt steht es wieder neu und gut. D, Herr, erhöre unser Flehn, laß es nun viele Jahre stehn. Laß es ein HauS des Segens sein, geh mit uns aus, geh mit uns ein ... Anno 1832, den 30. Mai".

Nun wollen wir man noch ein Haus weiter marschieren", meinte Karl,das wird auch wohl noch von 1832 sein!" In der Tat, noch an sechs weiteren Häusern fanden sie Zeugnis vom großen Dorfbrand vor reichlich hundert Jahren, von dem in immer anderen Wendungen die Torbalken Kunde gaben ...

Es war ein schöner klarer Frosttag, als sie diese Entdeckung machten. Und am nächsten Heimabend gabs ein Hallo, wie lange nicht. Jeder wollte der erste sein, seine Forschungsergebnisse über die Tor­sprüche, darf- und familiengeschichtliche Ereignisse und die anderen Angaben an den Mann zu brin­gen. Endlich trat Ruhe ein. Der Schlachtplan wurde gemeinschaftlich entworfen. Und der sah so aus: Karl und Fritz zeichnen alle Häuser des Dorfes auf einen großen weißen Bogen und versehen die Ge­bäude je eines Zeitabschnitts mit verschiedenen Zeichen ober Farben, z. B. alle von 1750 bis 1800 erbauten Häuser rot, alle von 1800 bis 1825 grün usw. Johann unb Werner notieren alle Torspruche, Hermann unb Christoph stürzen sich auf bie fami- liengefchichtlichen Aufgaben, unb ber gesamte Rest will sich wie Schweißhunbe auf bie Suche begeben, um bei alten Leuten vielleicht noch zu erfahren, wo früher noch ein Haus im Dorf ftanb, wann unb auf welche Art es verschwanb unb welcher Torspruch baran verzeichnet war.

Denn es sollte ja eine Dorfchronik entstehen, unb ba wollten alle Pimpfe ihr Teil beisteuern!

llßfeT Ring war auch mit babei. Pünktel üßi als Letzte, hatte bas letzte Hinbernis z'S nehmen unb mußte uns ben Sieg unb bamit einen Mebizinball holen. Pünktel wußte ganz 9(naii, was es hieß, bie Letzte zu fein. Hatten' bie, bfr vor ihr liefen, einen orbentlichen Vorsprung ge- j lt, bann konnte sie alles verderben, waren aber btt- anberen zurückgeblieben, bann konnte sie viel ßiiebergutmad)en.

Immer noch ein Hans weiter!

Pimpfe schreiben eine Dorfgeschichte...

F Ki1

Pneti i]hi b-°bsqU

ius für ungen |U wohn- eiswerte11 ;uchl

führer! Wie haben ba manche gejammert. Damals freute ich mich zum erstenmal über bich, wie bu ohne viel Erklärungen ben auf bich entfaüenben Anteil aufbrachtest. Unb wenn ich hier bie Aus­gaben für bie Anschaffung von Fackeln sehe ober bie Kosten für eine Abventsfeier bamals; solch eine Feier hatten wir noch nie gemacht, unb ich war schön roütenb, baß bu soviel Gelb bafür angelegt hattest. Aber bann würbe es boch kein Miß­erfolg, fonbern ein fabelhaft gelungener Abend, und ich freute mich, daß du recht behalten hattest.

Als wir einen neuen Speer für die Fahne brauch­ten, wart ihr bie ersten, bie 10 Mark besteuerten. Zur Verrechnung auf Schulbkonto" hattest bu stolz auf bie Quittung geschrieben unb ber Bote trat roürbig wie ein Königsbote auf. Ich habe ihn bamals ausgelacht unb ihm gesagt, er brauche ba­bei nicht so großmütig zu tun, aber gefreut habe ich mich boch.

Auch von traurigen unb für uns so bitteren Er­eignissen erzählt bas Kassenbuch. Ein kleiner Ka- merab war gestorben, unb bas Fähnlein kaufte einen schönen Kranz ...

Im ganzen aber ist biefes Kassenbuch eine ein­zige Bilanz bes Aufstiegs. Es sagt in trockenen Zahlen, wie bas Fähnlein immer stärker würbe und wie neue Unternehmungen bie Kamerabschaft

Um einen Tnrm!

Als Hein eines Tages von ber Arbeit kam, traf er vor feiner Haustür Fritz unb Hans. Die gaben ihm verschmitzt lächelnb bie Hanb unb baten ihn, möglichst halb roieber auf ber Straße zu erscheinen. Augenblick!" sagte Hein unb verschwanb in ber Haustür. Als er roieber heraustrat, staunte er nicht wenig. Da ftanb fast fein gesamter Jungzug auf bem Bürgersteig unb begrüßte ihn jubelnb. Vern- harb trat vor, tippte ihm auf bie Brust unb sagte vielversprechenb:

Wir haben einen Turm!"

Svovo?" fragte Hein erstaunt.

Ja! nur eines ist unangenehm. Der zweite Zug hat sich auch schon barauf gespitzt heute abend wollen sich die Brüder den Turm ansehen!"

Welchen Turm?"

Den alten Bartholomäusturm zwischen den Gärten und dem Park."

Aha! Dann wollen wir einmal sehen, wer eher da ist!" sagte Hein fröhlich.

Die Gruppe setzte sich in Bewegung und trennte sich an der nächsten Laterne. Fritz und Hans schlichen als Kundschafter davon. Sie gingen, als wenn gar nichts in der nächsten Zeit geschehen sollte, die alte Straße entlang, bis sie an den Bach kamen, der von den Bergen herniederfließt und hier die Mauern wieder verläßt. Sie stiegen in sein Bett hinunter und gingen an dem Ufergebüsch geduckt weiter.

Vor ihnen tauchte im Abenddunkel der alte

Mdel im WWK. 1936.

In allen Teilen Deutschlands steht jetzt neben ben männlichen Jugenblichen auch bas berufstätige Mäbel im Reichsberufswettkampf. Fabrikarbeiterin unb Kontoristin, Verkäuferin unb Stubei^in, alle haben sich zu biefem Beweis bes Leistungswillens ber beutschen Jugenb zusammengefunben. Die Ge­samtteilnehmerzahl beträgt eine Million. Runb 40 v. H. hiervon mehr als im Vorjahr stehen für bie Teilnahme ber Mäbel zur Verfügung. Jebes Mäbel konnte sich melden, gleich ob es eine voll­ständige Berufsausbildung hat oder ob es un- ober angelernte Jungarbeiterin ist.

Der Gauzwifckenentfcheib bringt barüber hinaus auch sportliche Aufgaben. Sie liegen im Rahmen bes BDM. -Leistungsabzeichens, können also mit einigem guten Willen von jebem Mäbel erfüllt werben. Nur das Mädel wird also Siegerin sein, das leistungsmäßig, weltanschaulich und sport­lich so dasteht, daß es als vollwertiges Glied der schaffenden Gemeinschaft gelten kann.

Die Teilnahme am Reichsberufswettkampf ist freiwillig. Diese Tatsache wirkt um so stärker, wenn man das frühere Berufsleben ber Jung­arbeiterin mit bem heutigen vergleicht. In ber Zeit bes Marxismus sahen bie Jungarbeiterinnen aus Fabriken, Kontoren unb Geschäften ihre Tätigkeit nur als Gelbquelle an. Sie kamen baburch in Be­rufe, bie roeber ihrer Eigenart als Mäbel ent­sprachen, noch ihnen bie Möglichkeit boten, in ge» orbneter Serufsausbilbung weiterzukommen. Sie schafften nur zu ihrem eigenen Vorteil.

Heute hat das Berufsleben der Jungarbeiterin eine neue Wertung erfahren. Dazu bedurfte und bedarf es einer dem Wesen der nationalsozialisti­schen Jugend entsprechenden berufserzieherischen Arbeit und Wissensvermittlung, die das Jugend­amt der Deutschen Arbeitsfront gemeinsam mit dem Sozialen Amt der Reichsjugendführung in Form der zusätzlichen Berufsschulung geschaffen hat. Fach­berufliche und hauswirtschaftllche Arbeitsgemein­schaften sowie wirtschaftskundliche Fahrten führten die Jungarbeiterin in jeden Zweig ihres Berufes ein. Durch diese Kenntnisse und den Weitblick, den sie dadurch erhält, sieht sie über ihre Sonderaufgabe hinaus das Wirtschaftsleben des gesamten Volkes. Sie erkennt, daß nicht das Kapital, sondern die Arbeit und Einsatzbereitschaft jedes einzelnen der Mittelpunkt der Wirtschaft ist. Diese Erkenntnis zwingt von selbst zur Leistung, einer Leistung, die nicht um des persönlichen Vorteils willen geschieht, sondern die als Endziel den Dienst an Volk und Staat sieht. Ihren stärksten Ausdruck findet sie im Reichsberufswettkampf.

Die berufliche Leistung wird durch die weltan­schauliche Schulung ergänzt. Heimabende, Fahrten und Lager, Singen und Feierstunden lassen sie im BDM. nationalsozialistisches Gedankengut erleben. Steht bie Jungarbeiterin nicht im Bund, so wird ihr durch das Vertrauensmädel auf Betriebsappellen * bas Wollen bes BDM. nahegebracht.

Schon in ben vorhergehenben Reichsberufswett­kämpfen hat sich bas werktätige Mäbel einen festen Platz erobert, ber es leistungsmäßig gleichwertig neben feine Arbeitskameraben stellt. Es ist falsch, bie Jungarbeiterinnen aus Fabriken, Kontoren und Geschäften einzig und allein auf die Berufe der Kindererziehung, der Hauswirtschaft und solche ähn­licher Art beschränken zu wollen. Die deutsche Wirt­schaft braucht die Facharbeit auch bes werktätigen Möbels an unendlich vielen und entgegengesetzten Stellen. Das Mädel wird diese Arbeit im Dienst an Volk und Staat verantwortungsbewußt und

sich das Fähnlein einen neuen Hordenpott zugelegt. Aha, das Fähnlein hat starken Zuwachs gehabt und ist auf Fahrt gegangen. Hier sind eine Reihe Ausgaben für Nägel, Holz und ein Führerbild verbucht. Sieht fo aus, als ob die Jungen ein neues j)eim ergattert haben. Vielleicht ist es nur ein Hei­ner Keller ober ein Holzschuppen, aber sicher finb fie mit so viel Liebe bei ber Arbeit gewesen, baß es halb zum gemütlichen Bunker würbe. Einen Ofen haben sie ja auch. Natürlich mußte ber von irgenbeinem gutgesinnten Nachbarn gestiftet wer­ben. Bißchen alt wirb er aUerbings gewesen fein. Wie bas Kassenbuch beweist, hat ber Ofensetzer erst einmal eine grünbüdje Reparatur vornehmen müssen.

Letztens war ich bei bem ältesten Kassenverwalter im Stamm. Er arbeitet genau so lange wie ich an diesem Platz. Ich freue mich immer über seine offene klare Schrift, bie sauberen Reihen unb bie orbentlichen monatlichen Abschlüsse. Versonnen blättere ich bie Seiten nochmals burch. In ben nüch­ternen Zahlen steht ein gut Teil ber Geschichte bes Fähnleins und des Stammes. Man muß nur lesen können. Alte, fast vergessene Ereignisse steigen vor mir auf. Weißt du noch, Hans, wie wir im Jung­bann eine Aktion durchführten, um die Kassen auf einen glatten, ausgeglichenen Stand zu bringen. Das war eine Leistungsprobe für die Fähnlein-

für winzige Doppelpunkte am Ackerrain? Mäuse­spuren, ich kann die Distanz kaum mit meiner Hand Überspannen. Das kleine Tier muß wie rasend dahergeschnellt sein, so daß es kaum im Schnee einsank.

Mein Kamerad zeigt auf große runde Stapfen. Der Dachs war nächtens aus bem Bau unb wird sich wie ich fürchte, eine starke Erkältung geholt haben. Die Fährten von Marber, Wiesel unb Iltis begegnen uns. Sie ähneln sehr der Katzenspur, nur zeigen sie noch ihre vorragenben Mittelzehen unb aufcerbem liegen bie linken unb rechten Znttfiegel dichter nebeneinander. Hier ist ein Eichhörnchen kurz oor uns vom Baum in den Schnee gesprungen und ist lustig herumgeturnt, immer um ben braunen Zapfen "herum. Zu ihm führt roieber eine ganz ^erlich Prägung: Drei bünne Strichlem mit einem Mittelpunkt,' kleine Dreizacke, bie alle burch eine scharfe Linie oerbunben finb: Ein Singvogel hupfte oftzu bem Tannenzapfen.

Vogelspuren treffen wir oft, die ©puren ber hüpfenben Spatzen, ber laufenben Haubenlerchen unb oor allem die Abdrücke der Krähen. Je nach der Größe der Spuren kann man die einzelnen Vogel­arten erkennen. r '

Der Winter bietet uns ein großes, aufgeschlage­nes Buch, in dem viel Heiteres und Ernstes zu fin­den ist. Die Tierspuren erzählen. Wir sehen selbst­verständlich, welche Spur frisch, welche alt und ver­weht ist, welches Tier zuerst voruberstrich und wel­ches ihm folgte.

Am Waldrand haben Krähen einen Hasen zer­hackt, ber vielleicht von vielen Treibjagben erschöpft zusammengesunken war. ,

An ber Hecke hat Geo eine Drossel gefunben, flatternb unb strauchelnb. Vorsichtig bongt er mir bas braungesprenkelte Tier, bas sichtlich krank i|t. Aber eine Wunbe kann ich nicht sehen, auch keine Schwellung. Sie muß eine innere Verletzung haben, benn sie vermag nicht, sich auf ben Beinen zu hal­ten unb liegt weich zusammengekrümmt in meiner Hanb. Hin unb roieber zucken bie Flügel, unb ich meine, bas angstvoll flopfenbe Herzchen 5U spuren. Behutsam streiche ich mit einem Finger über bie Feberchen am Hals unb im Racken. 21ber ich fühle es: Die Drossel stirbt: was nutzt mein Mitgefühl? - Ein Krampf erschüttert ben kleinen Vogelkorper in meiner Hanb, leise zittern bie Febern nach, bie Drossel ist tot. .

üßir gehen weiter hinein in ben Tannenwald, ben immergrünen Tannenwald. Und dort finden wir die

fehlte.

Wir haben Pünktel lange gesucht. Hinter einem C krauch mit weißen Knallbeeren lag sie und schluchzte. Nanu?!Aber Pünktel, was ist denn los?" Die Tränen kollerten noch mehr.Aber Pünktel, ein Jungmädel heut doch nicht!" Pünktel schluckte:Nun sind wir doch nicht Erster gewor­den und haben den Medizinball nicht gekriegt, und ihr hattet euch das doch alle soooo gewünscht!"

Es dauerte lange, bis wir bem Pünktel klarge- Mcht hatten, baß wir auch auf ben zweiten Platz stolz sein könnten, unb daß wir uns über den -ondball tüchtig freuten. A. M.

IN bem ie.b!eten ber lewer fOn.

Kassenbücher erzählen...

Aus mancherlei hat man schon die Geschichte, die Tradition, die Entwicklung einer Einheit abgeleitet. ®nn hat vielleicht die ersten Flugzettel, Plakate, Uniformen, Kleistertöpfe und mancherlei zusammen- zestellt. Aber, was würdet ihr dazu sagen, wenn ich jetzt behaupte, auch an einem ganz sachlichen, nüchternen Kassenbuch kann man vieles über einen äungaug ober ein Fähnlein, einen Stamm ober einen Jungbann erfahren. Ich bin Kaffenprüfer unb rabele von Ort zu Ort, um mich zu verge­wissern, ob bie Bücher überall stimmen. Ich komme »ganz unverhofft. Unb wehe! wenn nicht alles in lieber Stunbe, in jeber Minute stimmt.

I Aber mein ernstes Amt hat auch recht freundliche lEeiten. Das Kassenbuch ist nämlich aufschlußreicher als manche Chronik. So, also bann unb bann hat

Tiere im Schnee.

I Es bat über Nacht tüchtig geschneit, unb weil jetzt |i:e Sonne scheint, kalte Wintersonne bei flirrenbem |£roft, setze ich bie Schneebrille auf. Eigenartig, »durch bie gelben Gläser auf bie weiße, reine Schnee- liztfe zu sehen. Unb herrlich ist es, man kann ohne Ibchmerzen in bie Sonne blicken, die nun freilich I.strahlenlos geworden ist unb mild.

I Im einsamen Winterwalb stapfen wir burch bie I unberührte, reine Fläche unb ärgern uns fast, baß I vir als erste bie Aänzenbe Reinheit zerstören. Es | seht über gefrorene Tümpel, quer über ben See, dessen Decke unter uns unheimlich ächzt unb knarrt.

Eine tolle Freube ist in uns, baß wir als erste He herrliche Winterpracht erleben können. Der I >rühe Morgen unb bie warme Stube haben uns tiicht baran gehinbert.

Aber wir finb gar nicht bie ersten: manches ge- | Ichah hier schon vor uns, in ber Nacht. Ein irrsin­niges Wirrwarr von Fährten zeigt sich uns plötzlich, iir ben Jäger wahreßeitfäben".

Da finb vier Pfötchen ganz nahe beieinander em- Hepreßt' es muß ein kleinerLampe vewesen sein, der da'gekauert hat. Einige Meter weiter prägen :id) Fluchten ab; 6a hat TOeifter Lampe hm«-- chrieben, was er alles macht: wie er Haken fd) ug unb über ben Baumstamm sprang. Ob em Fuqs den Hasen verfolgte? Ich gehe einige schritte zurück: ja, vom Abhang schnürte Reineke Fuchs herbei. Wie auf einer Perlenkette aufgere.ht liegen Die Trittfiegel in einer Linie aneinander. Scharf finb bie Krallen abgezeichnet. Doch er scheint bies- mal kein Glück gehabt zu haben, der Meister Voß^ hier blieb er fitzen, unb bann bmumelte er zu be Weibenstrunk weiter. Sein Bau? Der Untersch Pf

Oe^roirft übrigens beim Laufen Zuerst die bei­den Hinterläufe vor, bie einen langen Abbruck ge­ben, unb zieht bann bie Vorberlaufe nach^ -weite Strecke fehlt jetzt jebe Spur. Emsames Bin- fengras schaut halb zugeweht hervor, em Zweig sticht aus bem Schnee. -, .

Klauenabdrücke, mandelsormige Schalen. Un Reh flin« spazieren, chier lammt die Spur emes Hirsches bazu, besten Schalenspitzen enger z s men finb als bie bes Rehes. Bei der Flucht wer den bie 2Ibftänbe ber einzelnen .^drucke bis zu fünf Meter groß. Unb immer roieber Hafen- uno Karnickelspuren, wild durcheinanber m Logen un Kreisen, ein tolle- S)m und Her. - Was smd da­

Sie ftanb sprungbereit unb paßte höllisch auf llrüien auf ber Kampfbahn hatte ber Lauf begom tum. Pünktel konnte leibet nicht sehen, welcher 2linfl die Führung hatte. Aber die Staffel kam rasch ruber. Punktei sah, daß ihr Ring an zweiter Stelle List, und Pünktel fing an zu fiebern. Pünktel fühlte M wir, bie wir auf ber Tribüne saßen, jetzt auf Qu, /M). ft schauten unb ben Daumen brückten. In Pünk- IbriAffi?' W herrschte Hochspannung. Neben ihr lief schon l'a) Wilh. jfmonb! Sie hielt ben Atem an streckte ben Arm pinemon ;u5, soweit es ging fieberte, fieberte! Schnell I Wnbien Mmll, schnell! 1 '

Irho c/fN* pi vnuui lyitn vu/iu« uugie ao

T "ttluig rannte, rannte, rannte ... Pünktel lief an zweiter Fen Zyklen Stelle. Sie flog, raste bie zwei winzigen Beine goren nicht mehr auseinanberzuhalten. Jetzt ftanb Cassady, L - - ------ Af- - ''

i'Tunner

Püiftel heißt sie, weil sie so klein ist, bas kleinste g'nginabel tn unserer Schar. Unb weil sie so klein is i Mte sie auch burch bie Tonne kriechen ... Es tnur bei ber Geschicklichkeitsstaffel zu unserem Um tsrMsportfest, vier Ringe kämpften gegeneinanber Mer Rinc ---* - '