Aus aller Welt.
Das Berliner Einsturzunglück vor Gericht.
In dem wegen des Bauunglücks in der Hermann-Göring-S^raßc am 20. August 1935 eingeleiteten Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung ist nunmehr das Hauptverfahren vor der Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts eröffnet worden. Die Hauptoerhandlung beginnt am 16. März. Wie erinnerlich, hatten durch den Einsturz der Baugrube 19 Arbeiter den Tod gefunden. Bauausführende Firma war zur Zeit des Unglücks die Berlinische Baugesellschaft. Als Ursache des Einsturzunglücks sind nach Auffassung der Statsanwaltschaft bedeutsame technische Mängel der Bauausführung und Organisationsfehler bei der Firma, die ihrem Auftrag nicht gewachsen war, als auch Fehler der örtlich für dieses Baulos verantwortlichen Bediensteten der Reichsbahn festgestellt worden.
Die Anklage richtet sich gegen den Diplomingenieur Hugo Hoffmann von der Geschäftsführung der Berlinischen Baugesellschaft, den Bauleiter der Firma Diplomingenieur Fritz Noth, den Reichsbahnrat Wilhelm Weyher, dessen Bauwart Wilhelm Schmitt und den Reichsbahnoberrat Kurt Kellberg. Den Angeklagten wird zum Vorwurf gemacht, durch Fahrlässigkeit unter Außerachtlassung der pflichtgemäßen Sorgfalt den Tod der 19 Arbeiter verschuldet zu haben. Die Untersuchung hat nach der Anklage nicht nur schwere handwerkliche Mängel in der eingestürzten Baustelle ergeben, sondern auch Mängel in dem verwendeten Material.
Entscheidend für das Einstürzen der Baugrube war offenbar der Umstand, daß eine mehrfach von der Reichsbahn angeordnete Projektänderung den Bauausführenden keinen Anlaß gegeben hat, die Konstruktion genau zu überprüfen und der Weiterarbeit neue Berechnungen und Pläne zugrunde zu legen. Die Anklage hält für festgestellt, daß an Ort und Stelle nicht ein einziger mit der Wirklichkeit übereinstimmender Bauplan vorhanden war. Da die Projektänderung nicht nur zu einer Verbreiterung der Baugrube, sondern auch zu ihrer Tieferverlegung um einen Meter führte, hatten die unter anderen Voraussetzungen gerammten Stiele nicht mehr den genügenden Halt.
Verantwortlich erscheint neben dem Ingenieur Noth in erster Linie der Angeklagte Hoffmann, der trotz mehrfacher Beanstandungen die örtliche Bauleitung nicht in der notwendigen Weise unterstützte. Die Beamten der Reichsbahn trifft der Vorwurf, ihrer Kontrollpflicht unzulänglich genügt zu haben.
Der Führer
besichtigt noch einmal die Automobilausstellung.
Viermal, 1933, 1934, 1935 und 1936 hat der Führer die Automobilausstellung eröffnet und Jahr für Jahr hak er seine besondere Liebe zum Kraftfahrzeug durch einen mehrmaligen Besuch der Berliner Autoschau bekundet. Auch am Donnerstag besichtigte der Führer noch einmal, begleitet von seinem Adjutanten Hauptmann Wiedemann, Brigadeführer Schreck sowie dem Leiter der Fachgruppe Kraftfahrzeuge, Direktor Merlin und Oberingenieur Schirz vom Reichsverband der Automobilindustrie e. 23., alle zur Schau gestellten Kraftfahrzeuge, um sich in Muße von allen Einzelheiten des technischen Fortschritts aus dem Gebiete des deutschen Kraftfahrzeugbaues zu überzeugen. Sein Urteil: „Jetzt ist die deutsche Automobilindustrie wieder auf der Höh e", ist die beste Anerkennung für die hier geleistete Arbeit und wird zugleich ein Ansporn zur Lösung zukünftiger Aufgaben sein. Lange verweilte der F ü hr e r auch bei seinen in der Ehrenhalle aufgestellten Kraftwagen, mit denen er in den schwersten Jahren seines Kampfes um die Erneuerung Deutschlands durch alle deutschen Gaue gefahren ist. Die Besichtigung war erst gegen 1 Uhr nachts beendet.
Zwei Knaben
auf der Landstraße tödlich verunglückt.
Einem schweren Unfall fielen der zehn Jahre alte Sohn des Bürgermeisters von Heinrichsthal bei Aschaffenburg und dessen neunjähriger Neffe zum Opfer. Beide Knaben wollten zum Schlachtfest ihrer Verwandten nach Jakobsthal. Als ihnen unterwegs ein Lastzug begegnete, stiegen sie während der Fahrt auf den zweiten Anhänger, um bis zum Talübergang unterhalb Unterlohrgrund mitzufahren. Als beide Buben vom fahrenden Lastzug abspringen wollten, wurde der eine vom Anhänger überfahren und getötet; der zweite wurde 500 Schritte weit geschleift und fand ebenfalls den Tod.
Zwei Bankbeamte überfallen und beraubt.
In Velbert (Rheinland) wurden zwei Beamte der Commerz und Privatbank, die 50 000 Mark von der Reichsbankzweigstelle Velbert abgeholt hatten, etwa 10$ Meter vom Reichsbankgebäude entfernt, von vier Bewaffneten beraubt. Die Verbrecher holten die Kassenboten mit einer viersitzigen Limousine ein und erzwangen unter Vorhalten von Waffen die Herausgabe der Geldkasse. Dann schwangen sie sich auf den Wagen und fuhren davon. Es handelt sich um Männer im Alter von 25 bis 30 Ähren von mittlerer Gestalt. Einer trug einen grauen Mantel,
zwei hatten blaue Mäntel an und der vierte einen helleren. Der Wagen der Räuber hat eine gelbe Grundfarbe mit Nickelbeschlägen und ein gleichfarbiges Verdeck. Er trug das Erkennungszeichen IZ 55357.
Kunst und Wissenschaft.
Wilhelm-Raabe-Zeier in Berlin.
In Gegenwart des Reichsministers Rust als des Schirmherrn der Raabe-Stiftung fand in der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin eine Wilhelm-Raabe-Feier statt, die die NS.- Kulturgemeinde veranstaltet hatte. Nach der Ouvertüre zu „Rosamunde", unter Leitung des Generalmusikdirektors Pros. Abendroth vom Leipziger Gewandhausorchester meisterlich zum Vortrag gebracht, erhielt Anton Dörfler, der letzte Träger des Volkspreises für deutsche Dichtung (Raabe- Preis) das Wort zu einem „Bekenntnis zu Wilhelm Raabe". Dörfler pries Raabe als den grundgütigen, echt deutschen Menschen. Mit starkem Glauben habe Raabe jenes Volksreich herbeigesehnt, das heute Tatsache geworden sei.
Anschließend führte Reichsminister R u st u. a. aus: „Der Deutsche will nie sich selbst." Dieses Wort Raabes mußte die Tragödie des Mannes bedeuten, der Deutschland suchte und für sich gefunden hatte. Es konnte ihm in j"ner Zeit nicht mehr werden als eine kleine Gemeinde. Raabe aber sah Deutschland „im Heroismus des Alltags". Was draußen in der sogenannten führenden Gesellschaft nicht zählte, das war ihm das Deutschland der Zukunft. Es ist, fo rief der Minister aus, dasselbe Deutschland, an das sich Adolf Hitler wandte, als die Paläste ihn nicht verstanden und sich ihm dafür die Herzen der Menschen in den Hütten, der einfachen, unverbildeten Volksangehörigen öffneten und ihm folgten zum Opfergang.
Den musikalischen Höhepunkt des Festaktes bildete die unter Professor Abendroth als Uraufführung zu Gehör gebrachte, von Hansbeinrich Dransmann geschaffene Vertonung des Raabe- Gedichtes „Ans Werk, ans Werk!" Rauschender Beifall dankte für die glanzvolle Aufführung. Anton Dörfler las dann ein stimmungsvolles Kapitel aus feinem preisgekrönten Roman „Der tausendjährige Krieg". Die 6. Symphonie von Beethoven bildete den Abschluß.
Große Erfolge Richard Skraußens in Italien.
Im Theater Carlo Fenice in Genua erlebte die Oper „Arabella" von Richard Strauß ihre italienische Uraufführung. Das von Richard Strauß selbst dirigierte Werk fand beim Publikum begeisterten Beifall, der nicht nur der herrlichen Musik und ihrem Schöpfer, sondern auch den ausgezeichneten Gesangsleistungen galt. Mehr als 25 Mal mußten Richard Strauß und die Darsteller
Oberhessischer Kunstverein
Turmhaus am Brand
Gedächtnis-Ausstellung Hans-Ewald Kleine t
Oelgemälde - Bühnenbilder - Graphik
Dauer der Ausstellung: Sonntag, 1. März bis Sonntag, den 8. März 1936
Besuchszeiten: Sonntags von 11 bis 1 Uhr und Werktags von 15 bis 17 Uhr
Die Ausstellung wird eröffnet: Sonntag, den 1. März, 11 Uhr
Eintritt für Mitglieder frei,
1290 d für Nichtmitglieder 0,30 Mk.
MW WMkl am Donnerstag, dem 19. März 1936. Uferte', WM-, Meine- o. Siegenmarll Auftrieb von 7-8 Uhr.
Für zum Verkauf gestellte Rinder ist neben dem Ursprungszeugnis eine amtliche Bescheinigung über negativen Ausfall der Blutuntersuchung auf ansteckendes Verkalben vorzulegen.
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Montag, den 2. März, abends 8 Uhr, Neue Aula
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Ab 1. März die neue Hauskapelle
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Samstag, den 7. März 1936, 20 Uhr (wegen Helden-Gedenkfeier am Sonntag, 8. März vorverlegt), im „Katholischen Vereinshans“
Ordentliche General-Versammlung
Tagesordnung: Geschäftsbericht. Rechnungsablage. Wahl des 1. Vorsitzenden. Umstellung des Vereins. 1281D Der Vorstand und Aufsichtsrat.
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vor dem Vorhang erscheinen. Auch auf offener Szene gab es mehrmals Beifall. Die Opernwerke von Richard Strauß spielen in diesem Jahre eine bemerkenswerte Rolle im Programm der großen
italienischen Bühnen. Dor kurzem errang seine „E l e k t r a" in Triest großen Erfolg. In der Mai« länder Scala wird an den Proben für die italienl» sche Uraufführung von Richard Strauß' jüngstem Werk „Die schweigsame Frau" gearbeitet. Diese auf den 11. März festgesetzte Aufführung bil- bet einen mit großer Spannung erwarteten Höhepunkt der diesjährigen Opernspielzeit.
Vechstein- Stipendien-Fonds.
Der Bechstein-Stipendien-Fonds und die Stipendien-Konzerte verwirklichen den Wunsch, dem berufenen Künstler den Weg zu ebnen. Unter Hilfe mitwirkender Künstler von Ruf ist beabsichtigt,
Der Kamerad der DAF. sammelt gern am 29. 2. und 1. 3. für das WHw. Denn die Ehre des deutschen Volkes ist seine Ehre, und die Freiheit des deutschen Volkes ist seine Freiheit!
den Bechstein-Stipendien-Fonds um die Ueberschüsse aus diesen Konzerten so anzureichern, daß dem künstlerischen Nachwuchs auf allen Gebieten der ernsten Musik die ersten Möglichkeiten seiner fon» zertierenden Betätigung geboten werden können. Die Entscheidung über die Verwendung des Bechstein-Stipendien-Fonds obliegt dem Kuratorium: Dr. Peter Raabe (Präsident der Reichsmusikkammer), Prof. Wilhelm Backhaus (Mitglied des Reichskultursenats), Prof. Friedrich W ü h- r e r, Dr. Rudolf Goe11e, Gustav F i n e m a n und Dr. Rene Ibach (C. Bechstein). Stipendien sollen nur vergeben werden, wenn eine Begründung dafür durch eine Überdurchschnittliche Leistung gegeben ist. Die ersten Konzerte der beiden Zyklen in Köln und Berlin zeitigten einen starken Erfolg durch die Mitwirkung von Gaspar Cassadd, Friedrich W Üh r e r, Amalie Merz-Tunner und Quartetto di Roma.
Ernennung in der Reichsmusikkammer.
Der Präsident der Reichsmusikkammer, Dr. Peter Raabe, hat den Oberbannführer im Stabe der Reichsjugendführung, Fr. Ernst SürenhageN, zum ehrenamtlichen Geschäftsführer der Reichsfachschaft Konzertwesen ernannt.
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