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Der Oberste Befehlshaber und Arontkamerad:

Ich habe Euren Opfern den Lorbeer der Ehre, der Freiheit. der Arbeit und des Rechts erkämpft."

Die Krieger-Lltern, -Witwen und -Walsen, die Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer:

Zu Befehl. Wein Führer! Unseren Dank am 29. Wärzl"

ständig geheilt werden. Stellen sich bei dem einen oder anderen Untersuchten derartige Schäden heraus, so sorgt die Landesversicherungsänstalt auf Antrag des Arztes für Ausheilung in entsprechenden Kur­heimen.

Die Untersuchung wird für Jeden einzeln vor- genommen; jeder kann sich an -and der Liste der durch das Amt für Volksgesundheit zugelassenen Aerzte selbst den Arzt auswählen. So ist der indivi­duelle Charakter der Untersuchung gewahrt und die Gewähr gegeben, daß richtige Ratschläge jedem Ein­zelnen mitgegeben werden können.

lieber den Untersuchungsbefund wird jedem Unter­suchten ein Gesundheitsstammbuch ausgefertigt. Auf diese Weise ist man stets in der Lage festzustellen, wie sich der einzelne Mensch gesundheitlich weiter entwickelt hat. Die Untersuchung selbst erfolgt völlig kostenfrei, ebenso die Unterbringung in einem Kur­haus. Der Aerzteschaft und den Landesversicherungs­anstalten wird hier ein Mittel in die -and gegeben, sich jederzeit über den Stand der Volksgesundheit ein genaues Bild zu machen. Weiterhin wird durch das rechtzeitige Erkennen der einen oder der ande­ren Krankheit mancher junge Mensch vor Siechtum bewahrt und auf der anderen Seite der Allgemein­heit wieder Ausgaben erspart.

Finanzierungsmöglichkeiten für die Errichtung von Kleinsiedlungen.

Fwd. Durch einen neuen Runderlaß des Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministers sind die Fi­nanzierungsmöglichkeiten für die Errichtung von Kleinsiedlungen mit -ilfe von Sparkassenhypotheken wesentlich erweitert worden. Wenn die deutschen Sparkassen auch bisher schon in besonderem Maße an der Förderung der Kleinsiedlungsmaßnahmen der Reichsregierung mitgewirkt haben, so waren sie doch in manchen Fällen, wie z. B. bei Siedlungsvor­haben, deren zwischenzeitliche Träger Gemeinden oder Gemeindeverbände sind, durch das bestehende Verbot der Gewährung von Kommunalkrediten ge­hindert, -ypotheken zur Verfügung zu stellen. Nun­mehr ist auch für diese Fälle durch den vorerwähnten Erlaß eine Beleihungsmöglichkeit eröffnet worden, die den Sparkassen, unbeschadet des weiter in Gel­tung bleibenden Kommunalkreditverbotes, die Be­reitstellung von Mitteln für Kleinsiedlungszwecke ins­besondere dann gestattet, wenn gemeinnützige Woh-

Pwpagandafahri -es IlGKK.

Der Standort Gießen des NSKK. wird am heu­tigen Samstagnachmittag eine große Propaganda­fahrt durch den Kreis Gießen unternehmen. Die Abfahrt der Wagen erfolgt in drei Gruppen von der Bleickstraße, dem -indenburgwall und der Alicenstraße (Hessischer Hof) aus. Die Fahrt gebt in verschiedenen Richtungen und wird alle leib nehmer um 17 Uhr in Grünberg zu einer Kund­gebung vereinigen. Von Grünberg aus wird die Rückfahrt nach Gießen geschlossen erfolgen, hier wird als Abschluß eine Propagandafahrt durch die Stadt durchgeführt.

Sie Gesundheit

der berufstätigen Jugend wir- geprüft.

RSG. Das Amt für Volksgesundheit in der DAF. führt in der nächsten Zeit eine allgemeine Unter­suchung der Jahrgänge 1910 bis 1911 durch. Man­cher dieser jungen Menschen, der zur Untersuchung vor den Arzt tritt, hat während der langen Zeit der Erwerbslosigkeit Schaden an seiner Gesundheit ge­litten. Stellen sich bei diesen Untersuchungen krank­hafte Symptome heraus, so wird im Einvernehmen mit der Landesversicherungsanstalt für entsprechende Abhilfe gesorgt.

Gerade -erzfehler, Gelenkerkrankungen, Tuber­kulose, nervöse Erkrankungen usw., die zum Teil auf schlechtes Funktionieren der Drüsen zurückzuführen sind, können im Anfangsstadium erkannt voll-

Gesund und frisch, pausbäckig und froh.

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Wieviel Kinderelend mußte man früher oft mitansehen, ohne helfen zu können. Der Geist der Volksgemeinschaft, den Adolf -itler in die Herzen aller Deutschen pflanzte, und der in der NSV. mit seine lebendige Verwirklichung fand, verhllft jährlich Tausenden von Kindern zu einer gesunden Erholung. Welche Mutter und welcher Vater empfindet nicht den tiefsten Dank für Adolf Hitler, wenn sie ihre Kinder so kraftstrotzend wiedersehen! (Scherl-Bilderdienst-M.)

Wir können wieder sparen!

Das Anwachsen der Spareinlagen im Gau Hessen-Nassau.

Man hat früher vielfach die Börse alsWirt­schaftsbarometer" bezeichnet in der Meinung, daß die Bewegung der Kurse den Grad des Wohlstandes und der Gesundheit des Wirtschaftslebens wieder- aebe. Hierbei übersah man, daß in der Zeit eines schrankenlosen Liberalismus die Börsenkurse ebenso sehr durch Spekulationsmanöver, wie durch allge­mein wirtschaftliche Geschehnisse beeinflußt wurden.

Dagegen gibt es schon seit Jahrzehnten ein Wirt­schaftsbarometer, das mit unbestechlicher Sichecheit den Grad des Wohlstandes und vor allem des Ver­trauens anzeigt, das von den weiten Schichten des Volkes, von Arbeitern, Anaestellten, Bauern, Hand­werkern usw. der Wirtschaft entgegengebracht wird.

Dies ist die Höhe der Spareinlagen.

Der schwere Schlag, der diesem Vertrauen durch die Inflation versetzt wurde, hat das Barometer um vieles empfindlicher, dafür aber auch um vieles genauer gemacht.

Es gibt auf wirtschaftlichem Gebiet wohl kaum einen deutlicheren Beweis für das grenzenlose Ver­trauen des deutschen Volkes zu feinem Führer

als die Tatsache, daß die Spareinlagen im Deutschen Reich

von 9,917 Milliarden Wark Ende 1932

auf 13,384 Milliarden Mark Ende 1935,

also in drei Jahren um 35 v. h.,

gestiegen sind, während die Zunahme von 1929 bis 1932 nur 10 v. H. betrug. Besonders rasch hat sich diese Zunahme der Spareinlagen im Gau Hes­sen-Nassau vollzogen. Hier stiegen die Spar­einlagen

von 492 Millionen Mark Ende 1932

auf 665 Millionen Mark Ende 1935.

In diesen Hahlen zeigt sich, daß gerade in unserem Gau vorbildliche politische und wirtschaftliche Auf­klärungsarbeit geleistet wurde. Das starke An­wachsen der Spareinlagen und auch aller sonstigen Einlagen machte es den Kreditinstituten möglich, nicht nur der Wirtschaft die von ihr benötigten Kredite zur Verfügung zu stellen und damit die Arbeitsbeschaffung nachdrücklich zu fördern, sondern auch zur Festigung des Kapitalmarktes und zur Finanzierung der großen nationalen Aufgaben ent­scheidend beizutragen.

nungs- und Siedlungsunternehmungen, die auch bis­her schon unter gewissen Voraussetzungen Spar­kassenkredite aufnehmen konnten, als Träger für die Kleinsiedlungen nicht zur Verfügung stehen. Hier­mit werden die Kleinsiedlungsmaßnahmen der Reichsre^ierung durch Vermittlung von Hypotheken wieder einen erheblichen Schritt vorwärts getrieben mit dem Ziele, allen Volksgenossen mit Hilfe der Sparkassen die Errichtung eines Eigenheimes zu er­möglichen.

Ser Einzelhandel ist kein Verkehrsgewerbe.

Fwd. Der Sonderausschuß zur Regelung von Wettbewerbsfragen im Einzelhandel hatte zu folgen­der Frage Stellung zu nehmen:

3ft es zulässig, daß ein Einzelhandelsunternehmen Kaufinteressenten unentgeltlich befördert oder beför­

dern läßt, auch wenn ein Kaufzwang nicht aus- geübt wird?" Der Sonderausschuß hat dazu gut­achtlich entschieden, daß die unentgeltliche Beförde­rung von Kausinteressenten durch ein Einzelhandels­unternehmen unzulässig ist, wenn sie geeignet ist, Kunden anzulocken. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Freifahrt von einem Einkauf abhängig gemacht wird.

Gportamt ^Kraff durch Freude".

Jleue KdF.-Sportkurse ad 1. April.

Neben den bereits bestehenden Sportkursen wer­den vom Sportamt ,Lraft durch Freude" ab 1. April folgende Kurse neu aufgestellt:

Neue Reitkurse.

Die Kurse laufen in den Abendstunden und sind für Anfänger und Fortgeschrittene vorgesehen. Die Kosten betragen für den sechsstündigen Kursus für

Mitglieder der DAF. 6 Mark, für Nichtmitglieder 9 Mark. Anmeldung auf der Geschäftsstelle, Schau« zenstraße 18.

Fechtkurse.

Um allen Volksgenossen das Erlernen des Fech­tens möglich zu machen, werden Kurse für Florett und Säbel eingerichtet. Waffen werden gestellt. Die Kosten sind so gering gehalten, daß es jedem möglich sein wird, an den Kursen teilzunehmen. Anmeldung auf der Geschäftsstelle.

Kurse für Rollschuhlaufen.

Unter Anleitung von bewährten Lehrkräften be­steht hier die Möglichkeit für den Anfänger das Erlernen der Anfangsgründe, für den Fortgeschrit­tenen die Einführung in den Kunstlauf. Auch hier sind die Kosten so gering, daß sicher viele Volksge- Hoffen diesem schönen Sport neu gewonnen werden.

Schachkurf e.

Die Verbreitung des Schachspieles findet im gan­zen Volke mehr und mehr Anklang. Wer sich einmal damit befaßt hat, wird immer Anhänger dieses-

Wahlzeit von 9 bis ISttfor!

In diesen Stunden sind die Wahllokale un­unterbrochen geöffnet Alle gehen wählen!

niglichen Spiels bleiben. In den KdF.-Schachkurfen werden alle Volksgenossen mit den Feinheiten ver­traut gemacht und weiter fortgebildet. Wer Lust und Liebe hat, mitzumachen, der melde sich auf der Ge­schäftsstelle.

Schachturnier in Frankfurt

Für das von Karfreitag bis Ostermontag in Frank« furt a. M. stattfindende Schachturnier werden noch Anmeldungen angenommen. Jeder kann daran teil- nehmen und sich in die folgenden Spielklaffen selbst einteilen: 1. Anfänger, 2. Fortgeschrittene, 3. Gute Spieler, 4. Starke Spieler. Es stehen wertvolle Ehrenpreise zur Verfügung. Wer macht mit?

Kurse für Kindergymnastik.

Diese Kurse werden in den Nachmittagsstunden eingerichtet und dienen der körperlichen Ertüchtigung der Kleinen und Kleinsten. Was gibt es Schöneres für Kinder, als sich in frisch-fröhlichem Spiel zu tummeln? Auch hier stehen bewährte Lehrkräfte zut Verfügung, so daß für richtige Anleitung und Aus­bildung Gewähr gegeben ist. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen.

Jeder Deutsche kann an KdF.-Sportkursen teil- nehmen.

Hessenfahrt zu den Buchenlanddeutschen!

Die Donau abwärts nach Bukarest und in die Bukowina.

In den wildromantischen Tälern der Nordost­karpathen, in der Umgebung von Czernowitz in der Bukowina, wohnen seit rund 150 Jahren deut­sche Volksgenossen, deren Vorfahren einst aus dem Schwaben- und -essenlande ausgewandert fink Innerhalb eines bunten Völkergemisches von Ru- thenen, Rumänen, Russen und Juden haben sich die Volksgenossen des Buchenlandes deutsch er­halten. Blitzsaubere Dörfer und reizende deutsche Sommerfrischen harren des Besuchers aus dem Mutterlande. Ebenso wie im vorigen Jahre 150 Pfälzer mit ihrem Gauleiter B ü r ck e l die Stam­mesbrüder im Donauland besuchten, so findet vom 10. bis 26. Juli eine große Befuchsfahrt des Hessen- gaues zu den Landsleuten in den Buchenländer Waldkarpathen statt.

An dieser Freundschaftsfahrt kann sich jeder Volksgenosse zu einem im Verhältnis zur Fahrt­weite sehr niedrigen Preis beteiligen.

Die Fahrt aeht zunächst nach Eger, wo bit Kaiserpfalz besucht und die (Erinnerungen an Wallenstein, den großen Feldherrn des 30jähriaen Krieges, besichttgt werden. Von dort über Brunn nach Preßburg, wo der Donaudampfer bestiegen und auf ihm die Reise über Budapest und Belgrad fortgesetzt wird. Weiter donauabwärts fährt der Dampfer, passiert die schäumenden Katarakte des

EV der neue Foto-Film mit Garantieschein 1

OLYMPAN

Oie Tippgräfin.

Roman von Klothilde v. Siegmann

Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin, SW 68.

24. Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Mit müder Stimme begann Annina:

Lieber Freund, ich habe mich entschlossen, einige Monate zu verreisen. Das schwere Schicksal, das mich durch den Undank und das Verbrechen Ma­riellas getroffen hat, macht mir mein Haus hier zur Qual. Ich würde hier nicht zur Ruhe kommen. Immer wieder würde ich daran denken müssen, daß ick hier das undankbarste Geschöpf aufgezogen habe, das einen Mann wie Hagen in den Tod ge­trieben hat."

Kammacher unterdrückte ein heftiges Wort. Diese Verhimmelung Hagens hätte er von Annina am allerwenigsten erwartet. Denn er entsann sich noch genau der Zeiten, da Annina voller Abscheu von Hagen sprach, als er sich mit Mariella verlobt hatte. Und außerdem kannte er auch aus eigener Erfah­rung den Charakter des Verstorbenen nur allzu gut. Ein Edelmann von echtem Schrot und Korn war er schon seit Jahren nicht mehr gewesen. Kammacher wußte genau, wie Erhard von Hagen in der letzten Zeit gelebt hatte, von Schulden und von dem, was Mariella ihm zustecken konnte. Be­stimmt hatte Hagen auch von Mariellas verzwei­feltem Diebstahlsplan gewußt. Nicht nur gewußt, er hatte ihn sicher in Mariella hochgezüchtet.

Kammacher war sich völlig im klaren darüber, daß Mariella di Bonaglia Wachs in den Händen Erhard von Hagens gewesen. Er hatte im geheimen längst beschlossen, nicht mit seiner Meinuna zurück­zuhalten. Er hatte sich auch bereits bei Mariellas Verteidiger Doktor Hartwig als Entlastungszeuge gemeldet ebenso wie Herr Scherer, der Leiter des Spielklubs.

Annina fühlte sehr wohl Kammachers stummen Widerspruch gegen ihre Worte. Er war gegen sie, wie fast alle anderen Zeugen. Das machte ihren Haß gegen Mariella noch größer. Schneidend sagte sie:

,Lch kann Sie natürlich nicht daran hindern, anders über den Verswrbenen zu denken als ich,

feine aufrichtige Freundin. Mariella hat tatsächlich alle Menschen behext. Schließlich sieht es noch so aus, als ob ich; die Bestohlene, im Unrecht wäre. Aber das mutz ich eben hinnehmen. Jedenfalls möchte ich Sie bitten, den Behälter mit meinem Schmuck an sich zu nehmen und in einem Safe Ihrer Bank einzulaaern. Nach dem, was geschehen ist, scheint es mir allzu riskant, den unschätzbaren Schmuck auch nur noch eine einzige Nacht unter meinem Dach zu belassen!"

Mir scheint, gnädige Frau, die Sorge um den Schmuck ist jetzt wohl weniger dringend als die Sorge um die Principessa!" Kammacher konnte sich nicht länger zurückhalten. ,Hn dieser entsetzlichen Situation wollen Sie Ihre unglückliche Pflege­tochter wirklich sich selbst überlassen, gnädige Frau? Wollen Sie nicht warten, bis sie eine Existenz hat? Wir haben es alle überhaupt nicht begriffen, daß Sie Strafantrag gestellt haben. Sie find doch reich genug, um über den Schaden hinwegzukom- men, der Ihnen aus dem Verlust des Halsbandes entstand. Das arme Mädel aber ist doch wahrhaftig durch den Tod des Grafen schwer genug gestraft worden und sollte nicht noch obendrein ins Gefäng­nis wandern müssen."

Der Bankier war aufgesprungen und lief erregt im Zimmer auf und ab. Jetzt stand er mit finsterer Miene vor Annina und sagte:

Warum verzeihen Sie dem unglücklichen, jun­gen Geschöpf nicht?"

Der stolzen Annina wurde unter dem Blick Kam­machers sehr unbehaglich. Sie zündete sich mit ner­vös zitternden Händen eine neue Zigarette an.

Sie machen mich mit Ihrem Hin- und Her- laufen ganz nervös, Herr Kammacher. Ich will Mariella verzeihen, sobald der Schmuck wieder zur Stelle geschafft ist. Mehr kann wohl kein Mensch von mir verlangen."

Am liebsten hätte Kammacher das Zimmer wort- o.b verlassen, um mit dieser hartherzigen Frau n!? 3 m tun 3u haben. Aber ein eigentüm» jupes Gefühl, das ihm erst viel später klar wurde, sagte ihm, daß er Annina nicht noch mehr ver­letzen sollte. 1

Schön, meine Gnädigste, ich werde setzt von meiner Bank einen zuverlässigen Beamten herbei­telephonieren, damit in seiner Gegenwart eine Leltandsaujnahme gemacht wird» Sis erhattea dann

ein Duplikat der schriftlich sestgelegten Bestands­aufnahme und bestätigen mir, baß diese Juwelen als Ihr persönliches Eigentum m meine Obhut kommen sollen."

Annina war einverstanden. Nach einer halben Stunde bereits war ein zuverlässiger Beamter aus Kammachers Bank da. Die Bestandsaufnahme ging schnell vor sich. Und mit kühler Verbeugung verab­schiedete sich Kammacher, die Quittungen in der Hand.

Annina atmete auf. Das war der letzte Schritt gewesen. Es war alles vorbereitet. Die Koffer mit neuesten, modernsten Kleidern waren gepackt. Die Eisenbahn- und Schiffskarten waren bestellt. Sie wollte erst wieder nach Berlin zurückkehren, wenn fie als Hauptzeugin in dem Verfahren von Gellern gegen Bonaglia vor Gericht erscheinen mußte.

*

Ein schillernder Sonnenstrahl brach durch das Dickicht des afrikanischen Urwaldes. Der Strahl fiel auf den kleinen Teich, der, eine Seltenheit in diesem Gebiet, kristallklare Wasser barg. Noch war die tropische Hitze, die um diese Zeit hier herrschte, nicht ganz auf ihrem Höhepunkt angelangt. Er­quickende Kühle herrschte unter den Baumriesen, zwischen denen winzige Kolibris auf Honig spen­denden Orchideen gleich köstlich funkelnden Faltern gaukelten. Schmetterlinge, nicht weniger farben­prächtig, aber um Vielfaches größer als diese leben­den Juwelen, wetteiferten mit ihnen auf ihrer Suche nach Nahrung. Der Waldboden deckte lichtgrünes Moos, das wie ein Teppich dalag. Feingefiederte Farren wuchsen majestätisch hoch und höher, und smaragdgrüne Salamander huschten zwischen ihnen dahin.

Seltsame Geräusche tönten aus der heiligen Stille dieses Waldes empor. Es war, als riefe eine Hir­tenflöte die harmlosen Tiere des Waldes zum frohen Spiel herbei; die großen, gefährlichen Raubtiere hielten sich um diese Stunde verborgen und wagten sich nicht hervor. Aber da wurde ein grauröcfiges Eichhörnchen sichtbar, das eilig von Ast zu Ast einer bestimmten Stelle zuzueilen schien; dort tauchte zwischen den Zweigen ein winziges Blütenäffchen auf, das wohl das gleiche Ziel hatte. Eine Gazelle huschte eilfertig zum Rande des Sees, als ob sie sich nicht verspäten dürfte. Und zwei herrlich ge­färbte Enten segelten so eilfertig über das Wasser/

als ob sie zu einer bestimmten Stunde an einem bestimmten Ort fein müßten.

Der süße Klang der Hirtenflöte kam immer näher« Und plötzlich tauchte zwischen den Büschen von wil­den Bananen, die den See rings umgaben, eine Frauengestalt auf, die an dieser Stelle wie eine Mensch gewordene Märchengestalt wirkte.

Es war ein ganz junges Mädchen von rosig­weißer Hautfarbe, dessen Körper auch die heißest- Tropensonne nicht zu bräunen vermocht hatte. Lockiges Blondhaar von schimmernder Pracht um­wob das Haupt des elfenhaft schonen Wesens, irt Dem em paar Blauaugen nur so sprühten. Und doch lag ein ein leiser Schimmer von Melancholie in ihnen, als plötzlich zutraulich eine stattliche Affen- mutter vor ihr auftauchte und ihr mit klugem Blick dos Junge zeigte, das über Nacht geboren zu fein schien.

Die Waldfee ließ die Hirtenflöte sinken und streichelte das winzig kleine Aeffchen, ohne daß dis Alte Miene machte, damit zu fliehen.

Du hast es gut", murmelte das Mädchen ver­träumt.Du hast eine Mutter, kleines Ding." Das Erstaunliche an diesen Worten war aber nicht, daß sie ausgesprochen wurden, sondern die Tatsache, daß sich das Mädchen im Urwald in tadellosem Deutsch auszudrücken vermochte.

Die Affenmutter hatte sich wieder in das Dickicht zurückgezogen, aber die lachende Schöne vermochte sich kaum noch der Zärttichkeiten der anderen Tiere zu erwehren, die sich umschnupperten und umspran­gen. Das Eichhörnchen schwang sich mit kühnem "vatz auf ihre eine Schulter, das Blütenäffchen gra- zios auf die andere, und das Duckerböckchen ver­suchte sogar, sich mit den hoch erhobenen Vorder­beinen an der graziösen Mädchengestalt festzuhalten. Doch lachend schüttelte sie nach eifrigem Streicheln die ganze vierbeinige Gesellschaft ab, die nurt gleichfalls wieder davongaloppierte.

Plötzlich horte man Menschenstimmen, und gleich darauf traten zwei schwarzbraune Zwergfrauen an das Ufer des Sees und sahen sich dort suchend um.

Bibi, Bibi! Ilaro klarer riefen sie.

Sonderbar, auch sie schienen deutsch zu verstehen, denn das Mädchen, das wohl den Namen Ilaro führte, rief:

Mejenga, Fatoma hier bin ich!" (Fortsetzung folgt!)