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Ur. 50 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (Genem'-Anzeiger für Gberheffen)

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Der Leitung des Goethe-Bundes Gießen es, wie man uns mitteilt, gelungen, den großen

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die Fahnen der $21., ein Ehrensturm der $21.;

die Fahnen der Gießener Ortsgruppen, eine Ehrenbereitfchaft der politischen Leiter;

die Fahnen der HF.

$tadttheater Gießen. Ein Fest bei Prinz Orlofsky. dem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt:

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malig vorn Stapel gelassen wurde. Paul Nieren zeichnet für die Gesamtleitur»g. Mitwirkende sind die gesamten Solo-Kräfte, sowie das städtische Or­chester, das Chorpersonal, alle Regisseure, Kapell­meister und technische Bühnenvorstände.

$ven hedin spricht in Gießen.

Zeiten kulturelle- Zusammenhänge zwischen dem weiten Asien und unserer europäischen Welt bestan­den haben. Die Lichtbilder, die in reicher Auswahl den Dortrag des Forschers illustrieren, sind kleine Meisterwerke der Photographie, oft unter größten Gefahren ausgenommen. Sven Hedin fand auf seiner Vortragsfahrt durch Deutschland überall be­geisterten Beifall, und in jeder Stadt waren die Dortragssäle ausverkauft. Der Goechebund wird

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stellung der heute überall notwendigen Ahnentafel z. B. genügt vielen Volksgenossen nicht mehr. Sie wollen ihre Ahnentafel oder die ihrer Kinder auch in künstlerischer Form besitzen, sei es als Graphik oder als Bild oder als Glasmalerei, als kunstvolle Webearbeit oder als Jntarsienarbeit in einem wert­vollen Möbelstück. Die Darstellung eines Stamm­baumes stellt ebenfalls dankbare Aufgaben an Maler und Graphiker, die leider manchmal deswegen nicht gut gelöst werden, weil die sippenkundlichen Bedin­gungen dem Darsteller oft nicht genügend bekannt sind. Die Sinnbilder, die zur Festigung des Fami­liensinns und zum Zusammenhalt der Stämme und Geschlechter dienen, die Hausmarken und die Fami­lienwappen verlangen zu guter Darstellung den tüchtigen und sachkundigen Graphiker, Maler, Glas­schleifer, Holzschnitzer, Weber, Gold- und Silber­schmied.

Sie wollen die Studierenden auf die Familien­kunde nicht nur als auf ein für jeden Volksgenossen wichtiges Gebiet, sondern auch in seiner Bedeutung für neue Arbeitsmögglichkeiten des formenden Hand­werks aufmerksam machen.

nach bestimmten statistischen Gesetzen regelt. Zwar steht der berühmte St. Georg von Or San Mi­chele noch in einer Nische und stützt sich auf einen Schild. Aber welch ein Stehen ist das und welch ein Wille in den gespannten Gesichtszügen, diesen Platz für die Ewigkeit zu behaupten! Das meinte wohl V a s a r i, wenn er Donatello nachrllhmt, seine Werke seien denen der alten Griechen ähnlicher als jemals die eines anderen. Ist schon dieser Nischen- Georg der Absicht nach allseitig umgehbar, so darf der Erzdavid des Nationalmuseums als die erste moderne Freifigur gelten. Auch als die erste Nacktfigur, im Spiel ihrer kontrapunktisch beweg­ten Glieder geschmeidig wie ein Apoll des Praxi­teles frei im Raume stehend und von jedem Stand­punkte aus dem Auge die schönsten Ansichten bie­tend. Wieder in anderer Weise kommt der Gatta- melata in Padua der klassischen Vollkommenheit nahe. Wohl steht dieses trotz dem Colleoni! vielleicht herrlichste Reiterdenkmal der Welt auf einem Sockel, der zugleich Grabmonu­ment ist, aber das ist auch das einzige, was noch an die gotischen Reiter der Skaliger in Verona er­innert. Wie zapplig wirkt selbst der Marc Aurel des sinkenden Altertums gegen die unsagbare Würde dieses Monuments, in dem Roß und Rei­ter wie zu einer höheren Einheit zusammengewach­sen sind!

Als die dritte Komponente in Donatellos Werken nannten wir die Natur. Er ist ihr verschworen wie der mittelalterliche Gläubige seiner Kirche. Er sucht in ihr das gegenwärtige Leben mit seiner wilden Großartigkeit, seiner rastlosen Bewegung. Sein Radikalismus ist hier so groß, sein Wahr­heitssinn so frei von aller Ueberlieferung, daß er, namentlich in seiner Spätzeit, wo er die bildsamen Werkstoffe wie Stuck, Holz und Bronze meist dem harten Marmor vorzieht, der Schönheit und dem Allgemein-Gültigen mehr als einmal den Kampf ansagt und dafür das Häßliche und Abscheuerre­gende, aber Charaktervolle für darstellungswürdig erklärt. Die häufigen Bemühungen um die ausge­mergelte Wüstengestalt des Täufers, die büßende Magdalena, vor allem die Passion, der er gern die düstersten Seiten abgewinnt, sind seine Lieb- linqsthemen, und die tollenden Kinder auf der Florentiner Sängertribüne und an der Außenkan- zel von Prato sind mindestens keine überzeugenden Beweise gegen diesen Kultus der gehaltvollen Häß­lichkeit so ungebärdig und lärmend, wie sie sich geben. Aber gerade dieser konzessionslose Naturalis­mus, so sehr wir dazu neigen, ihn als einen Ueber- gang zu einer höheren Art von Schönheit zu be­trachten, war damals notwendig, weil er allein sich

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schwedischen Forscher Sven Hedin zu einem LichtbilderoortragAcht Jahre Kampf in Zentral­asien" für Freitag, 6. März, nach Gießen gewin­nen zu können. Sven Hedin wird über seine großen Forschungsreisen nach Jnnerasien berichten. Acht Jahre durchstreifte der Forscher mit seinem umfas­senden Mitarbeiterstab die bisher unerforschten Teile Zentralasiens und Chinas und kehrte mit außergewöhnlichem, reichem wissenschaftlichen Ma­terial nach Schweden zurück. Der Vortrag wird interessante Eindrücke von fremder Erde und un­bekannten Völkern vermitteln zugleich aber auch dartun, daß schon in alten, längst vergangenen

Undine". Gloria-Palast, Seltersweg:Soldaten Kameraden". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Leuchter des Kaisers".

$ladllhealer Gießen.

Heute von 20 bis 23 Uhr Lortzings Meisteroper Undine". Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. 20. Freitag-Abonne­ment.

Oeffnung der Volkshalle um 19.30 Uhr. Die Volkshalle ist geheizt! Den Ordnungsdienst übernimmt die $$.

Kreisleitung Gießen der 31 $ D 21 p.

nis von höchster und seltener Bedeutung vermitteln. (Siehe heutige Anzeige.)

Aus parteiamtlichenBekanntmachuugen

In einer Ortsgruppenversammlung der Ortsgruppe Gießen-Süd am Montag, 2. März, 20.30 Uhr, wird der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront Pg. Wagner über das Thema:Wesen und Ziele der Deutschen Arbeitsfront" sprechen. Ferner wer­den in dieser Versammlung Mitgliedsbücher aus­gegeben. Das Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Mitglieder der angeschlossenen Gliederungen und Verbände sind eingeladen.

Ahnenforschung und Handwerk

Die Landesregierung Abteilung II veröf­fentlicht den nachstehenden Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung an die Unterrichtsverwaltung der Länder:

Der durch die nationalsozialistische Bewegung neu geweckte Sinn für die Familie, den Stamm, die Sippe und die Ahnen stellt auch das formende Handwerk vor neue Aufgaben. Die schematische Dar-

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Unter dem TitelEin Fest bei Prinz Orlofsky" findet am Sonntag, 1. März, eine einmalige Wie­derholung des Faschings-Kabaretts statt, das am Faschings-Dienstag vor ausverkauftem Hause erst-

Kundgebung der AGOAp. am Freitag. 2 8. Februar, um 20.30 Uhr, in der Volkshalle zu Gießen. Pfarrer Münchmeyer, MM.

spricht über das Thema:

Unfrieden in derWelt-Frieden in Deutschland

21lle Volksgenossen von Gießen und Umgebung sind zu dieser Kundgebung eingeladen.

Alle Gliederungen und angeschlossenen Verbände der 71$DAp. sorgen dafür, daß ihre Mitglieder geschlossen an der Kundgebung teilnehmen.

Am Fahneneinmarsch nehmen teil:

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vielleicht sogar fruchtbarer, denn die mittelalterliche Linie in Donatellos Werk ist ganz unverkennbar, auch wenn man von den überwiegend religiösen Themen absieht und sich nur an die Auffassung und die formale Gestaltung hält. Es gibt bei ihm nur wenigklassische" Figuren, in den weitaus meisten Fallen tritt der schöne Körper, die unbe­fangene Leiblichkeit hinter dem inneren Wert des Menschen zurück, der ein Hauptanliegen der Gotik war. Entscheidend ist ihm dieBedeutung also das, was der Körper offenbart, nicht das bloße Dasein; nicht die Erscheinung, sondern der Geist der den Ausdruck bestimmt. Bezeichnend dafür sind seine Madonnen, diese ängstlichen Mutter, die hr Kind mit einer Heftigkeit an sich drucken, als müfcten fie, was ihm bevorsteht. Mit der Unnah­barkeit einer byzantinischen Gottesgebärerin reicht die Bronzemadonna auf dem Hochaltar des Santo ,u Padua den Gläubigen ihren Bambino zur An­betung dar; in riesigen Faltenbauschungen die an die krause Linienführung nordischer Bildschnitzer denken lassen, verliert sich der Asketenleib des Kahlkopf" genannten Propheten am Glockenturm des Florentiner Domes, und noch die späte Erz­gruppe der Judith mit dem toten Holo­fernes die lange als das politische Wahrzeichen der Republik galt, verleugnet ihre gotische Ahnen- ^Auch'?as Nackte spielt bei Donatello eine sehr untergeordnete Rolle; mit Ausnahme der Putten handelt es sich fast durchweg um ®eroanbfiguren in jenem spätmittelalterlichen Faltenstil, dessenEx­pressionismus" die innere Unruhe verrat. Hinzu kommt daß die Mehrzahl von Donatellos Statuen in einem zyklischen Zusammenhang stehen und Anlehnung an eine große Archltektur suchen, wie die Figuren für die Domfassade und den Campanile, der St. Georg und die Apostel für die Zunitkirche Or San Michele und die Ar­beiten für Padua, wo doch selbst das R e 11 e r- denkmal des Gattamelata erst durch die Beziehungen zur Kirche des Hlg. Antonius (eine letzte Würde und Bedeutung erhalt.

Mit dieser Strömung in Donatellos Schaffen, die wir die mittelalterliche nennen dürfen, kreuzt sich nun allerdings eine andere, vom klassischen Alter­tum ausgehende Linie, die das Gotische aber nur torriflierf, nicht aushebt. Schon die h.ngebende Ar­beit für den Ruhm der Vaterstadt, jener Palis von Florenz die sedes Talent in ihren Dienst zwingt, mutet uns ganz antik an. Nicht weniger d,e neue Austastung von Monumentalität, die jetzt Ber (Ein. zelsiqur, auch wo sie noch im Bauverband steht, zugute kommt und nach der sich der Eli-derbau

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kleine Tupfen satten Grüns überraschen verschiedent­lich und verraten, daß es überall braut und brodelt. Es liegt eine Stimmung über Stadt und Land­schaft, wie sie vor Tau und Tag dem dämmernden Himmel eignet, der hinter ersten sHwachen Licht­schimmern ote anbrechende Morgenrote ahnen läßt.

Stärker als drunten in den Straßen empfindet man hier oben, daß der Frühlina auf dem Wege sein muß. Ein paar Schlote blasen zarte Kringel und Wölkchen silbernden Rauches, als säßen auf ihrem Rande wachsame Späher und hielten nach ihm Ausschau. Und ein Dogelschwarm rudert laut­los am Horizont hin. Fliegt er ihm entgegen, oder ist er schon die rasche Vorhut, die ihn uns oer-

Oer Bildhauer Oouaiello.

Zur 550. Wiederkehr seines Geburtsjahres.

Den Ruhm, das Geburtstagsland des modernen Menschen zu sein und dieses selbstbewußte, erd­verhaftete Wesen erstmalig in der Kunst dargestellt zu haben, wird man Italien schwerlich abstreiten können. In der Tat meldet dieser unbeirrbare Wille zum Zeitgemäßen, dem die sichtbare Welt Gluck und Erfüllung ist, zuerst in den italienischen Stadt­republiken des 15. Jahrhunderts seine Ansprüche an, und besonders war es Florenz, wo diese Pro­bleme am schärfsten und mit rücksichtsloser Folge­richtigkeit durchdacht und, was mehr ist, durchlebt wurden. Das alles findet seinen Ausdruck in oer Kunst der Frührenaissance, aber es ist weniger oie Wiederentdeckung des klassischen Altertums, als das Gewahrwerden 'der Natur: das fuhrt eme neue Kunst herauf, die sich mehr auf die Beobachtung als auf den Glauben gründet und die schone Welt in allen ihren Erscheinungen zu u^s^En ' Wie immer, wenn ein Zeitalter seine Krchs erlebt verdicktet sich der allgemeine, aber ooeh dumpfe was wir H-Ute die ..Renasttance nenn n lo^Beut^ nalom N^st^M Bettö' Bar^ genannt^ n = - Jahres' 1386 In No"n/'geboren wurde und be­reits im Alter von 20 Jahrender Domvau Hütte di- ersten Austrag- -rh'-U, um dann wah rend seines langen Lebens er . fünfte jähriger - der Bildhauer der Kirche, der ^un.-e und der Medici zu werden.

Drei Faktoren sind es. die S-memst-m und darum oft schwer unterscheidbar Donatellos Äimft (je|to ten. ihr den Inhalt und die Form geben das °us^ gehende Mittelalter, dem er l^'uer

gehörte, di- Antik-, die ..g-l°g-ntlich ,u -N°.- zag, und die Natur, di- erÄX S) die Mit Hils- der Antike das Mittelalter

Natur zu überwinden so etwa .,

schlagwortartig die Ausgabe, die das Schicksal ,ym stellte, formulieren. ff

Es ist jedem unbenommen,. ^orläu"

Michelangelo her dessen wichtig fer er war, zu betrachten, also ihn a em Väter der Hochrenaissance, jades Barocks zu w^ digen. Aber auch das Umgekehrte ist 9

NSDAP., Kreisleitung Gießen: 20.30 Uhr Kund­gebung in der Volkshalle, Pfarrer Münchmeyer, M. d. R., spricht über das ThemaUnfrieden in der Welt Frieden in Deutschland". ^SG.Kraft durch Freude": ab 20.30 Uhr allgemeine Körper­schule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr unö 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reit- yortragöfaie aubuetiuuiu U,LU

schul- Schömbs. - Stadtthe°t°r: 20 bis 23 Uhr! mit dieser Sonderveranstaltung e,n Bortragsere.g-

Aus der provmzialhauptstadt.

Blick über die Stadt.

Als hätten meine Blicke wie Magnete die Häuser mgezogen, so dicht sind sie um meinen hohen Aus- cuck geschart. Nur die nächsten Straßen haben irem Andrängen standgehalten und sich den freien Surchzug nicht schmälern lassen. Die weiter zurück­legenden sind völlig von aufgerückten Häusern am ccfüllt. Und alle erscheinen sie so klein, wie wir die cusgeschnittenen und geklebten Häuserchen eines .Modellierbogens" sahen, die wir als Knaben auf einem Stück Pappe zusammenstellten.

Wie Kinderspielzeug, von Federwerken aufge­zogen, rollen die Autos und Elektrischen. Und win­digen Marionetten gleich bewegei sich die Men- jchen dahin und dorthin. Was ich im ersten Augen- licf für eine schwarze Katze auf einem Dache hielt gibt sich bei schärferem Beobachten als Schornstein- eger zu erkennen, der eine kleine Leiter zu einem lamin emporklimmt.

Groß und weit ist nur der Himmel, der wie eine hohe gläserne Halle, den Glanz der Sonne aus- trahlend, nahe und ferne Ortschaften im Umkreis überspannt. Denn auch die Wege von der Stadt durch die Landschaft zu ihnen hin und die Ver­bindungsstrecken zwischen Dors und Dors erscheinen stark verkürzt und näher gekommen. Ein Auto, das wie auf der Flucht aus einer äußersten Straße der Stadt hinausschießt, macht es, eine Staubfahne hinter sich her schwenkend, den Blicken leicht, seine Spur zu verfolgen. Es verschwindet in der neu- aierigen Häuseransammlung des Dorfes wie ein Läufer am Ziel in der Menge der jubelnden Zu­schauer. Aber es läßt sich nicht aufhalten, sondern jagt schon jenseits der letzten Häuser weiter auf der endlosen Straße. Auch die Eisenbahn, über der sich eine dicke weiße Rauchschlange der Lokomotive fort­wellt, kann man bis zur nächsten Station rollen sehen.

Das Wunderbarste ist die Stille der Stadt. Aller Lärm des Verkehrs scheint abgestellt. Nichts erinnert an 5)aft und Gefahr, an harte Arbeit und mühe­vollen Alltag. Alles scheint sich ohne Anstrengung zu vollziehen wie im Spiel, oas nichts will, als Freude an der Bewegung zum Ausdruck bringen. Sanft wie der Traum lächelt, schimmern die dicht gelagerten Hügel der ziegelroten und schiefergrauen Dächer. Sie haben die kleinen frierenden Menschen- herzen über kalte und trübe Wochen hinweg be­hütet wie die schützende Erde Wurzeln und Winter­saat bewahrte und ihnen den Lebensfunken der Frühlingshoffnung wachhielt. Auch das Reiferge- wirr der Allee- und Waldwipfel ist von einem zauberhaften Schein erhellt, als leuchteten schon die Farben durch die Rinde, die es dem Frühling als Willkommensgruß zu hissen gedenkt. Sogar

heißen soll?

Dornoiizen.

Tageskalender für Freilag.

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Zreiiag, 28. Februar 1936

Frauenarbeit und Ehestandsdarlehen.

NSG. Bei der Bewilligung eines Ehestandsdar­lehens ist nach dem Gesetz über die Förderung von Eheschließungen vom 28. März 1934 eine Ver­pflichtungserklärungen abzugeben, wonach die Ehe­frau eine Tätigkeit als Arbeiterin nur im Ausnahme­fall, d. h. wenn der Ehemann hilfsbedürftig ist, aus- üben darf. Diese Verpflichtung gilt solange, als das Ehestandsdarlehen noch nicht getilgt ist. Neuer­dings ist durch die Arbeitsämter in verschiedenen Fällen festgestellt worden, daß Ehefrauen nach Er­halt des Ehestandsdarlehens wieder von neuem in ein Arbeitsverhältnis eingetreten sind. Dabei liegen die Voraussetzungen, die das Gesetz fordert, nicht vor. Den Betriebsführern wird empfohlen, alle Ar- beitsverhältnifse mit Ehefrauen, deren Ehen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 28. März 1934 geschlossen wurden, und die ihm durch das Arbeits­amt zugewiesen wurden, zu prüfen, ob hierbei die Ausnahmen des Gesetzes zutreffen. Am besten geschieht dies durch eine Rückfrage beim zuständi­gen Arbeitsamt. Ebenso ist in Zukunft jedesmal bei Einstellung verheirateter Frauen die Gültigkeit der Einstellung im Einvernehmen mit dem Arbeitsamt zu klären.

Aelteren Herren zum Trost.

Die Haare haben sich gelichtet, das Bäuchlein wurde peinlich rund, nach innen ist der Blick gerichtet, doch sonst fühlt man sich ganz gesund. Das ist der stille Herbst des Lebens, in dem der kluge Mann ermißt, daß er, wenn auch der Trost vergebens, ein Herr in bessern Jahren ist ...

Das Bäuchlein kann man fortmassieren, doch eines nur bleibt stets fatal: Wird man die Haare erst verlieren, dann bleibt der Kopf auch ratzekahl. Da nutzen keine Haartinkturen, und dufteten sie noch so schön, denn von den angepriefnen Kuren hat man noch nie Erfolg gesehn.

Jetzt rüstet euch zur Freudenfeier, denn ein Professor trat hervor, der trotz des Namens er heißt Meier emporsteigt wie ein Meteor!

Durch zarte Schwingung aller Töne stärkt er der Haare Wurzelkraft. Drum jauchze, Geige! Baß erdröhne! Professor Meier hat's geschafft!

Hei, wie die sanften Töne schwellen! Sobald sich jetzt ein Kahlkopf zeigt, so wird das Haar durch Aetherwellen gestärkt und wieder festgegeigt.

Die Schwingung der gespannten Saiten erzeugt den heilenden Effekt.

Vorbei, ihr Männer, sind die Zeiten, in denen man euch schnöd geneckt.

Ja, ja, das kommt wohl vom Studieren .. Ja, ja, der Helm war wohl zu schwer .. .* Wer Haare läßt, muß sie verlieren .. Und derart Redensarten mehr.

Ihr braucht vor Spott nicht mehr zu beben, denn ihr sagt einfach unbeschwert: Ich habe, ach, in meinem Leben zu wenig Streichmusik gehört!"

Puck.

Deutsche Lebensrettungs - Gesellschaff.

Bezirk Oberhessen.

Am kommenden Sonntag, 1. März, findet in Gießen im Studentenheim die Jahreshaupt­versammlung des Landesverbandes Hessen-Nassau der P. L. R. G. (Deutsche Le­bensrettungsgesellschaft) statt. Diese an sich rein ver­waltungstechnische Veranstaltung hat der Bezirk Oberhessen zum Anlaß genommen, um zum Auf­takt für seine diesjährige Tätigkeit werbend an die

als fähig erwies, die Florentiner Plastik, die zu­weilen im Lieblichen und Nur-Schönen zu versan­den drohte, dahin zu führen, wo Schönheit und Kraft den ewigen Bund schließen sollten: zu Michel­angelo.

Ernst von Niebelschütz.

Das Schwein frißt das Testament.

(Ejnen merkwürdigen Rechtsstreit führt augen­blicklich ein Bauer, der im Dorfe Pareggio in Apu­lien zu Hause ist. Er behauptet, der alleinige Erbe des im Oktober vorigen Jahres in Rom gestor­benen Apothekers Benvenuti zu fein. Er habe dies auch durch ein Testament des Apothekers beweisen können, leider habe er aber das Testament auf einen Stuhl gelegt, und in diesem Augenblick sei ein Schwein in die Stube gekommen und habe d«s wichtige Dokument verschlungen. Vorläufig ist das Gericht nicht geneigt, dieser etwas abenteuerlichen Erzählung Glauben zu schenken.

Zeitschriften.

Im Februarheft derB e r l i n e r Monats­hefte" Zeitschrift zur Vorgeschichte und Geschichte des Weltkrieges (Quaderoerlag, Berlin W 15, Preis vierteljährlich 2,50 RM.) nimmt Dr. Paul Rohrbach Stellung zu den letzten Aeußerungen des englischen Mitgliedes in der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes Lord Lugard über die kolonialen Forderungen Deutschlands. Wenn Lord Lugard sagt, man könne die Eingeborenen nichtwie Vieh" ohne ihr Wissen und Wollen verhandeln und ver­schieben, so antwortet ihm Dr. Rohrbach sehr zu­treffend: Hat man die Eingeborenen damals gefragt, ob sie von Deutschland sortwollten? Jawohl, man hat etwas der Art nachträglich in Oftafnfa versucht, aber das Ergebnis war so, daß man englischerseits die begonnene Befragung schleunigst abbrach! lieber afrikanische Plebiszite kann man 'grundsätzlich ver­schiedener Meinung sein, aber wenn es auf die Stimme Afrikas anfommt, so haben unsere alte* Askaris unter Lettow-Vorbeck sie unzweideutig ge­nug für Deutschland abgegeben und wenn Lord Lugard noch mehr davon hören möchte, so kann er sich erkundigen, was die Schwarzen in Daressalam sagten, als dort vor drei Jahren, zum erftenmaf nach dem Kriege, auf dem neu errichteten deutschen Konsulat die deutschen Farben aufgezogen wurden. Sie riefen:Bendera jetu! Mungu na lete!"Un­sere Flagge! Gott hat sie wiedergebracht!"