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und eine wesentliche Mehrarbeit bei verschiedenen Behörden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften eingetreten wäre, hat der Reichsminister der Finanzen im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preuhi- fchen Wirtschaftsminister und dem Reichs- und Preußischen Arbeitsminister angeordnet, daß über die rechtzeitige Abführung dieser Steuern und Beiträge sowie über die Einhaltung der erwähnten Verpflichtungen der Bieter eine Erklärung abgeben soll, Seren Wortlaut in die „Besonderen Vertragsbedingungen" ausgenommen worden ist. Diese Erklärung, die entsprechend den steuerlichen Unbedenklichkeits
bescheinigungen bei allen Aufträgen von 100 RM. aufwärts verlangt wird, lautet:
„Ich erkläre, daß ich meinen gesetzlichen Pflichten zur Zahlung der Landes- und Gemeindesteuern, der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und zur Reichsoersicherung sowie meinen Verpflichtungen aus den Tarifordnungen, der Betriebsordnung und dem Schwerbeschädigtengesetz ordnungsmäßig nachkomme. Ich bin mir bewußt, daß eine wissentlich falsche Abgabe der vorstehenden Erklärung meinen Ausschluß von weiteren Leistungen und Lieferungen wegen Unzuverlässigkeit zur Folge hat."
Oberheffen.
Zugverstärkungen zum Bauerntag in Schotten.
Don der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt: -
Zur Bewältigung des stärkeren Personenverkehrs aus Anlaß des Bauerntages in Schotten wird die Reichsbahn folgende Züge dem Verkehrsbedürfnis entsprechend verstärken:
Samstag, 5. Dezember: P 4.183 Nidda ab 9.20 Uhr, Kp 4195 Nidda ab 11.20 Uhr, Kp 4188 W. Schotten ab 17.47 Uhr, Kp 4196 W. Schotten ab 20.00 Uhr.
Sonntag, 6. Dezember: Kp 4183 Nidda ab 9.30 Uhr, Kp 4195 Nidda ab 11.20 Uhr, Kp 4188 Schotten ab 19.05 Uhr.
Außerdem fährt am Sonntag, 6. Dez., ein Sonderzug ab Schotten 17.25 Uhr mit Halt auf allen Unterwegsbahnhöfen, an Nidda 18.07 Uhr. Für diesen Sonderzug sind die gleichen Fahrausweise (Sonntagskarten) zu lösen, wie für planmäßige Zug».
Landkreis Gießen.
durch die Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes durchgeführt. Dor längerer Zeit wurde unsere Bevölkerung durch die Ausgabe der allgemeinen Richtlinien für Verdunkelung auf die Hebung vorbereitet. Es konnte nun festgestellt werden, daß der größte Teil der Einwohner den Wert und die Wichtigkeit dieser Veranstaltung erkannt hat. Bis auf ganz kleine Ausnahmen waren von allen Bewohnern die Häuser vorschriftsmäßig verdunkelt. Die Ortsgruppe des RLB. konnte mit dem Erfolg sehr zufrieden sein. Die SA. war an den Ortsein- und Ausgängen aufgestelt, um Autos und Fuhrwerke jeder Art auf die Uebung aufmerksam zu machen und die nötigen Verhaltungsmaßnahmen zu geben; sie entledigte sich chrer Aufgabe sehr gut. Ortsgrup- Senführer S e l z e r dankte nach Beendigung der ebung allen Blockwarten, sowie der SA. für die Unterstützung bei der mit gutem Erfolg durchgeführten Uebung. — Bei der hiesigen Treibjagd konnten 21 Hasen, ein Fuchs und zwei Fasanen- hähne zur Strecke gebracht werden.
(£) Nieder-Besfingen, 27. Nov. Am morgigen Samstag kann eine der ältesten Einwohnerinnen unseres Dorfes, Frau Marie Pein, geb.
Krämer, in guter Gesundheit ihren 84. Geburtstag feiern. — Durch die Ortsgruppe der NSDAP. Ober- Bessingen, der unser Dorf angehört, wurde hier der Tonfilm „Soldaten — Kameraden" gezeigt. Die Filmvorführung war sehr güt besucht.
Kreis Bübingen.
tt. Mittleres Niddatal, 26. Nov. Der Obstbaumzucht bringt man in unserer Gegend immer mehr Interesse entgegen. Mit alten und überständigen Obstbäumen, die bekanntlich Brutstätten vieler tierischer und pflanzlicher Schädlinge bilden, wird gründlich aufgeräumt, und Baumkronen werden ausgelichtet. Aeltere, im Ertrag zu- rückaegangene Bäume werden verjüngt. Vielerorts befaßte man sich bis in die jüngste Zeit mit Neuanlagen von Obstbäumen, insbesondere mit Zwetschenbäumchen, letztere als notwendigen Ersatz für die vor etlichen Jahren wegen geringer Rentabilität beseitigten älteren Bäume. Wesentlichen Anlaß hierzu dürfte auch die Festsetzung des erhöhten Verkaufspreises für Zwetschen gegeben haben.
Kreis Alsfeld.
—Homb erg, 26. Nov. Das Dienst- aebäude der früheren Oberförsterei wurde seither vom Arbeitsdienst benutzt. Darin waren Büro-, Wohn- und Schlafräume untergebracht. Der Staat, dessen (Eigentum das Gebäude ist, beabsichtigt nun, es zu verkaufen, oder zu vermieten. Als Ersatz für diese Räume wurde bereits eine große Baracke aufgestellt, die sich an die übrigen Unterkunftsräume der Arbeitsmänner in schöner Aufmachung anschließt; sie wird in Kürze bezogen werden. — Der gestrige Schweinemarkt war nur mit 85 Ferkeln befahren. Es wurden für sechs bis acht Wochen alte Ferkel 10 bis 15 RM., für acht bis zehn Wochen alte 12 bis 18 RM., für zehn bis zwölf Wochen alte 15 bis 20 RM. pro Stück gezahlt. Der Handel war schleppend, es verblieb geringer Ueberstand.
* Großen-Linden, 27. Nov. Im hiesigen Braunsteinbergwerk ereignete sich gestern vormittag ein U n g l ü ck s f a 11. Der Arbeiter Friedrich E u - ler aus Allendors (Lahn) geriet unter stürmende Erdmassen und erlitt dabei mutmaßlich innere Verletzungen. Der Verunglückte mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden.
j Lollar, 27. Nov. Am morgigen Samstag, 28. November, begehen die Eheleute Georg Rechts und Frau Katharine, geb. Rain, Bleich- straße 20, in bester geistiger und körperlicher Frische im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der Goldenen Hochzeit.
* ßollar, 27. Nov. Am morgigen Samstag, 28. November, findet im Saal ,Zur Linde" ein heiterer Abend der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt, bei dem „Tuba-Ria-Avanti", Bruno Christoph und die Milton Sisters Mitwirken. Es gibt wohl — so schreibt man uns — kaum eine musikalische Nummer im VarietS, die einen derartigen Erfolg aufgewiesen hat, wie „Ria-Tuba-Avantt". Da ist die kleine elfjährige Ria, noch ein Kind, aber ihre Leistungen übertreffen alles, was bisher in dieser Art gezeigt wurde. Sie steppt, tanzt, spielt Klavier, Geige, Akkordeon, sie trägt vor und alles mit einer Virtuosität, die kaum zu übertreffen ist. Auch die beiden Avantts sind Meister in ihrem Fach; sie verstehen es, mit ihrer Musik und ihrem Humor die Besucher zu unterhalten. Bruno Christoph ist in unserem Gau kein Unbekannter mehr; er wird auch diesmal wieder durch seine Ansage und vor allem durch seine Zauberkunststücke die Zuschauer für sich erobern. Und dann die Millan Sisters, ein Tanzpaar, das an allen großen Variete-Bühnen mit Erfolg gearbeitet hat. Dieses Gastspiel, das in Form eines großen heiteren Abends durchgeführt wird, bietet das Beste an heiterer Unterhaltung und Humor und wird den Besuchern sicherlich einige frohe Stunden bringen. Man beachte die heuttge Anzeige.
T ©taufenberg, 26. Nov. In unserer Gemeinde hat man mit den Holzfällerarbei- t e n begonnen. Beschäftigt werden 16 Mann. Zur Fällung vorgesehen sind insgesamt 1000 Festmeter Holz.
)) Allendorf a. d. Lda., 26. Nov. In den hiesigen Stadtwaldungen wurde mit den Holzhauerarbeiten begonnen. Zur Fällung sind ca. 4000 Festmeter Nuß- und Brennholz vorgesehen. 40 bis 45 Volksgenossen, in acht Rotten eingeteilt, darunter auch eine Anzahl kleinere Landwirte, finden hierbei auf einige Wochen lohnende Beschäftigung.
5 Steinbach, 27. Nov. Der Kirchenvorstand mußte sich in feiner letzten Sitzung wieder einmal mit dem Zustand des Kirchendaches beschaf- tigen. Bei der großen Reparatur der Kirche, für deren Wiederherstellung im Jahre 1928 11 115 Mk. aufgewendet wurden, waren allein für das Kirchendach 3300 Mark ausgegeben worden. Da aber damals in unerklärlicher Weife das Turmdach nicht gründlich erneuert wurde, so fallen bei jedem stärkeren Wind Schiefer von dem Turm herunter und beschädigen das Kirchendach. Die Folge ist, daß alljährlich Ausbesserungsarbeiten an dem Kirchendach erforderlich werden. Den Turm selbst auszubessern ist nach Ansicht der Fachleute unmöglich, da die Bretter die Schiefernägel nicht mehr halten. Es kommt nur eine völlige Erneuerung in Frage, um den Mißstand zu beseitigen. An diese Aufgabe heranzutreten, verbot die Finanzlage der Kirche Steinbach. 1928 wurden 10 000 Mark zu 9 v. H. bei der Vezirkssparkasse Gießen geliehen, 5000 Mark wurden von der Gemeinde Steinbach, die laut Vertrag vom 20. März 1903 die subsidiäre Baulast hat, tn dankenswerter W"ile bezahlt, der Rest von 5000 Mark wurde bis Rechnungsjahr 1933 auf 2500 Mark durch Tilgung vermindert. Seitdem wurden weitere 1000 Mark getilgt, so daß immer noch 1500 Mark aus 1928 zu verzinsen und zu tilgen sind. Im neuen Jahre muß bas Plarchausdach völlig erneuert werden: dazu ist die Genehmigung nach langen Verhandlungen erteilt. Die Mittel für diese Reparatur sind durch Ersparnisse und Vorsehungen im Voranschlag gesichert. Diese schwierige Lage der Kirchenkasse, die sich in hohen Steuersätzen aus- wirkt, verbot die Inangriffnahme der Turmdacherneuerung. Veranlaßt durch einen Vorfall bei der letzten Beerdigung, wo ein vom Turm herunterfallender Schiefer beinahe em Gemeindeglied getroffen hätte, hat der Kirchenvorstand, der die Verantwortung nicht mehr länger tragen kann, me Erneuerung des Turmdaches beschlossen. Da es bet den im Herbst oft herrschenden böigen Winden lebensgefährlich ist, an dem Turm vorbeizugehen, wegen der Gefahr, durch herunterfallende Schiefer verletzt zu werden, da andererseits jeder Leichenzug am Turm vorbeizieyen muß, weil die Beerdigungen neben der Kirche stattfinden, ist bas Neudecken un- verschiebbar. Das Bauamt wurde beauftragt, einen Voranschlag auszuarbeiten.
4 Lexbenteich, 26. Nov. Gestern abend wurde hier die erste Verdunkelungsübung
Fußball und Handball der Universität Gießen.
Handball:
Universität Gießen — Universität Marburg.
Am morgigen Samstag tragen die Fußball- Mannschaft und die Handballmannschaft unserer Universität auf ihrem Sportplatz Spiele aus. Die Handballmannschaft tritt zu einem Kampf um die Deutsche Hochschulmeisterichaft gegen die Universität Marburg an, und bas Treffen wird zeigen, ob der Universität Gießen die Vorherrschaft im Handballspiel in Südwestdeutschland streitig gemacht werden kann. Wenn die Gießener Mannschaft vollzählig antritt, wird sich die Marburger Elf sehr anstrengen müssen, wenn sie vielleicht gar den Sieg mit nach Hause nehmen will.
Fußball:
Universität Gießen — Oberrealschule Gießen.
Im Fußballkampf erwartet vorher die Elf der Universität die Mannschaft der Ober-Realschule. Die Universität nimmt dabei Gelegenheit, einige neue Spieler zu prüfen. Man will dann eine Mannschaft Fusammenstellen, die den Kampf um die Hochschulmeisterschaft im Fußball am kommenden Mittwoch in Marburg, in stärkster Besetzung bestreiten kann.
Hockey-Länderspiele unserer Frauen.
Don der Fachwartin für Hockey sind folgende Frauen - Länderspiele betanntgegeben worden: 21. Februar in Frankfurt a. M.: Deutschland — Holland; 6. März in London: England — Deutschland; 10. März in Dublin: Deutschland — Irland.
Deutsch-italienische Vemssdoxkämpse in Berlin.
Der deutsch-italienische Boxkampfabend der Berufsboxer im Berliner Sportpalast hatte am Mittwoch nicht den erwartet großen Publikumserfolg zu verzeichnen, denn mit 6000 Zuschauern war die weite Halle nur zu Dreivierteln gefüllt. Die Kämpfe allerdings, in deren Mittelpunkt das Halbschwergewichts- trcffen zwischen dem „gesuchten" Bonner Adolf Heuser und dem Italiener Primo Bassi stand, verliefen sportlich zufriedenstellend.
Der aufstrebende Potsdamer Mittelgewichtler Przybilski bestritt den Einleitungskampf gegen den Italiener Clemente M e r o n i, der u. a. gegen Marcel Thil und Gustave Rotb nur nach Punkten verlor. Der Punktsieg des Deutschen nach acht Runden war nicht ganz verdient. Der deutsche Leichtgewichtsmeister Rudolf Kretzschmar feierte dagegen einen klaren und sicheren Punktsieg über seinen italienischen Gegner Giordano V i g o r e 11 i. Es war ein recht flotter Kampf, bei dem sich der Gast ständig auf dem Rückzug vor dem durchweg im Angriff liegenden Deutschen befand. Den besten und farbigsten Kampf bis zur Pause gab es dann im Schwergewicht zwischen dem italienischen Titelhalter Santa de Leo und dem Krefelder Jakob Schönrath. Der nervige Italiener begann in großem Stern, schlug eine saubere und harte Linke und seine genauen Kopf- und Körpertreffer brachten Schönrath oft in harte Bedrängnis. Der Westfale
hatte es schließlich nur seiner ungemein großen Härte zu verdanken, daß er nicht schon auf halbem Wege zu kapitulieren gezwungen war. Nach der vierten Runde hielt der Deutsche sogar noch tapfer mit, ließ sich in jeden Schlagwechsel ein und setzte auch dem Italiener schwer zu. Doch steuerte der Gast sicher auf feinen Punktsieg zu. Der Punktsieg nach acht Runden war vollauf verdient.
Heusers neuester k. o. - Sieg.
Im Hauptkampf benötigte Adolf Heuser nur fünf Runden, um zu einem entscheidenden Sieg über den Italiener Primo Bassi zu kommen. In der ersten Runde sah es noch keineswegs nach einem so schnellen Ende aus; Bassi brachte zwar mit 77 Kilo ein erstaunlich niedriges Gewicht, war aber an Große und Reichweite klar überlegen. Er setzte seine Linke gut ein. Die zweite Runde sah den Gast bereits auf der Flucht vor den stürmischen Angriffen des Deutschen, der in der dritten Runde seinen Gegner dreimal voll traf, in der vierten Runde völlig Oberwasser erhielt und den Italiener zum Taumeln brachte. Gleich zu Beginn der fünften Runde gab dann Bassi nach schwerster Bestrafung den aussichtslosen Kampf auf.
Im abschließenden Schwergewichtskampf errang Paul Wallner (Düsseldorf) über den Italiener Angelo ©aruggia einen überlegenen Punktsieg.
Die Lebensschule Sport.
Eines vor allem unterscheidet unsere heuttge Jugend oon der vergangener Zeiten. Es ist die hohe Bedeutung, die dem Sport zukommt. Gibt es doch keine Jungen und keine Mädel mehr, die den Sport nicht liebten, denen die Freude an der körperlichen Bewegung in der vielfältigsten Art nicht unentbehrlicher Bestandteil des Jungseins wäre.
Freude an der Bewegung, an der Kraftentfaltung — das ist es! Es geht nicht nur darum, den Körper stark und widerstandsfähig zu machen und zu erhalten.
Es gehl nicht allein um diesen für den einzelnen wie die Volksgesundheit freilich sehr wichtigen „Zweck", sondern Sport ist uns heute mehr denn se Spiel, freudespendendes Spiel des Körpers.
Wir erleben den Körper, feine Schwere und Leichtigkeit, feine Steigerungsfähigkeit und Ermüdungs- gefetze, die sieghafte Ueberwindung des Raumes und der Schwerkraft. Die Schwere, oie erlahmenden Kräfte ziehen uns immer wieder zu Boden, mit ihnen führen wir beständig Kampf. Um so mehr erfreut uns die scheinbare Leichtigkeit eines Sprunges, eines Wurfes, einer Welle, womit die Schwere überlistet wird durch Wille und Energie, durch Technik und Geist.
Der Geist ist es, der sich den Körper baut. Der Geist ist es, der den Sport regiert und mit dem Willen im Bunde zu Höchleistungen befähigt. Die rohe Kraft allein würde es nie schaffen. Der Boxer, der nur ein wilder Schläger ist, wird nicht geschätzt. Geistesgegenwart und Mut sind bei jeder sportlichen Uebung von höchster Wichtigkeit. Bei der Sportübung werden diese Eigenschaften geschult durch die notwendige äußerste Konzentration bei Angriff und Abwehr, bei Sprung und Wurf. Und so schafft der Sport oder soll er schaffen: freudige, geiftig frische und bewegliche Menschen. Zum menschlichen Geist im weiteren Sinne gehört der Charakter. Auch in biefer Hinsicht rft der Sport
als nicht zu unterschätzende Charakterschule eine geistige Angelegenheit. Ein rechter Sportler weiß, was Sportgeist ist, was Sportkameradschaft bedeutet. Eine Mannschaft, die nicht zusammenhält und in der jeher in übersteigertem Ehrgeiz nur auf den möglichst großen Eigenruhm bedacht ist, wird sich in Einzelaktionen zersplittern. Erst das Aufgehen des einzelnen im Ganzen gibt der Mannschaft die prächttge Durchschlagskraft, den unwiderstehlichen Siegeswillen.
Von jedem wahren Sportler muß die Kraft, die das Ich überwindet, verlangt werden, auch im Einzelwettkampf.
Der Sieg des andern darf kein Grund fein, die Stirn in Falten zu ziehen oder mit scheelem Mißbehagen wegzusehen. Neidlos und mit ehrlicher Anerkennung soll der Besiegte dem Sieger die Hand reichen. Hat er sich bis zur Selbstaufgabe eingesetzt, dann ist auch die Niederlage ehrenvoll.
Aber der gute Sportler wird nicht nur in der Kampfbahn feinen Mann stellen, sondern er wird auch im Leben ein anständiger Kerl sein, einsatzbereit für andere, ein guter ehrlicher Kamerad in der Werkstatt, im Büro, in der Fabrik und von Mensch zu Mensch. Denn der Sport will den Körper und den Willen hart, den Geist klar, bas Auge hell, den Charakter fest und selbstlos machen. Was nützte die Zucht des Körpers, wenn auf der andern ©eite die Zucht des Geistes und Willens im Alltag fehlt?
Hut Sportler, die auch im Leben auf entscheidenden Gebieten des Charakters und der Sitte bestehen, können Vorbilder der Jugend fein.
Hier wird deutlich, wie der Sport sogar Vorbild für unsere Lebenshaltung überhaupt sein kann. Sportkameradschaft ist auch im Leben notwendig: Einsatz und Zusammenhalten im Betrieb, in der Arbeitsgemeinschaft ober wo immer es [ei. Der Sport laßt uns die Kraft und die Wucht des ver-
Jeder hilft dem WHW.!
Opferfpenben vom Lohn ober Gehalt finb an bas Dinlerhilfswerk bes Deutschen Volkes, Kreisführung Wetterau in Gie- j e n , Postscheckkonto Hr. 23 o33, ober auf besten Bankkonto 6100 bei bet Bezirkssparkaste Gießen zu überweisen.
einten Einsatzes erleben: Wie stark muß ein Volk von Millionen sein, wenn es zusammenhält wie eine Kampfmannschast! Dr. K. Bohla.
Die Auslosung zum Tenniskampf Deutschland — Dänemark.
In Kopenhagen erfolgte am Donnerstag die Auslosung für den Aum Mr.-G.-Pokal zählenden Ten- nisfampf Deutschland — Dänemark, der vom 27. bis 29. November in der dänischen Hauptstadt durchgeführt wird. Es spielen:
Freitag, 19 Uhr: Deitmer — Plougman, Denker — Körner.
Samstag, 16 Uhr: Beuthner-Bartkowiak gegen Panker-Ulrich.
Sonntag, 13.30 Uhr: Denker — Plougman, Deitmer — Körner.
Die deutschen Spieler weilen unter Führung von Dr. Kleinschroth schon seit Montag in Kopenhagen und pflegen ein eifriges Training. Mann- chaftssührer Dr. Kleinschroth sprach sich sehr zuversichtlich hinsichtlich des Ausgangs der Begegnung aus.
Die FLFA. tagt in Frankfurt a. M.
Wichtige Beratungen
beim Kongreß des Fußball - Weltverbanbes.
Der Fußball-Weltverband, die FIFA, hält am Wochenende in Frankfurt a. M. eine Tagung ab, die von besonderer Bedeutung ist, denn es stehen einige wichtige Beratungspunkte auf dem Programm. Am Samstagvormitiag tagt die Internationale Regelkommission, deren Präsident Dr. B a u w e n s ift Im Vordergrund steht die vor einiger Zeit gegen die Stimmen des International Board geänderte Torabstoßregel, die bisher noch nicht genügend ausgearbeitet ist, so daß hier verschiedene Gegensätze bestehen. Auch über die Spiel- fcldlinien soll eine einheitliche Bestimmung geschaffen werden; denn heute ist es praktisch doch so, daß die Torpfosten im Spielfeld stehen.
Wichtigster Beratungspunkt am Nachmittag bet der FIFA-Sitzung ist die Frage der Weltmeisterschaft 1938, die an Frankreich vergeben wurde. Ob nun die Weltmeisterschaft tatsächlich in Frankreich abgehalten wird, steht im Augenblick noch nicht sicher fest; denn es sind noch mancherlei Schwierigkeiten zu beheben. Besondere Sorge macht den Franzosen natürlich die finanzielle Seite; denn die FIFA verlangt Garantien, und bisher hat der französische Staat noch keinerlei Zusicherungen gegeben. Auch die Platzfrage ist bisher nicht geklärt, sie bereitet Frankreich nicht weniger Sorgen als die Finanzierung. Von den weiteren Tagungspunkten wird besonders die Frage „Südamerika" einen breiten Raum einnehmen. Bei einer vor wenigen Tagen in Santiago de Chile abgehaltenen Ausschußtagung der südamerikanischen Staaten sind verschiedene Beschlüsse gefaßt worden, die nun der FIFA unterbreitet werden. Es handelt sich dabei nicht nur um den „Fall Peru", sondern auch um die Requalifika- tion von Berufsspielern in den südamerikanischen Ländern und anderen wichtigen Punkten.
Auto-Lknion dreimal in Südafrika.
Die beiden Auto-Union-Wagen, die von Bernd Rosemeyer und Ernst von Delius am 1. Januar beim Großen Preis von Südafrika in East-London gesteuert werden, werden wahrscheinlich in. noch zwei weiteren Rennen in Südafrika eingesetzt. In Frage kommen der Große Preis von Kapstadt am 16. Januar und der Große Preis oon Johannesburg am 30. Januar.
Weltmeister Karl Schäfer in München.
Zur dritten Cissport-Großveranstaltung waren am Mittwoch 4000 Zuschauer ins Münchener Prinz- regenten-Stadion gekommen. Ein ganz besonderes Interesse brachte man natürlich dem Münchener Erstauftreten des österreichischen Weltmeisters und Olympiasiegers Karl Schäfer entgegen, der wieder durch seine hervorragende Kunst verblüffte. Auch die Engländerin Megan Taylor sowie die kleine Wienerin Hedy S t e n u f erhielten für ihr Kunstlaufprogramm reichen Beifall. Das Eishockeyspiel zwischen dem Münchener EV. und einer Bayern-Auswahl wurde von dem EV. überlegen mit 7:2 (1:0, 3:1, 3:1) gewonnen.
Braddock-Louis im Februar?
Nach einer Schweizer Meldung soll es nun Braddock doch gelungen sein, für den 20. Februar 1937 einen Kampf mit Joe Louis abzuschließen. Auch die Neuyorker Boxkommission, die bisher die Sicherung des Weltmeisterschaftskampfes Braddock—Schmeling verlangte, soll ihre Zustimmung zu dem Louis-Treffen bereits ge• geben haben.
Kurze Sportnotizen.
Stuttgart erhält ein Fußball-Länderspiel. Und zwar werden Deutschland und Frankreich am 31. März in der Adolf-Hitler-Kampfbahn ihren vierten Länderkampf austragen.
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Das 100-Minuten-Mannschaftsren» nen in der Deutschlandhalle wurde von den Berlinern Gebr. Schmidt mit einer Leistung von 72,240 Kilometer gewonnen. Im Fliegerkampf siegte Weimer (Stuttgart) vor n. d. Ah6.
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Erwin Bruch traf im Brüsseler Sportpalast auf den starken Belgier Nestor Charlier. Der Berliner wurde nach Punkten geschlagen. Weltergewichts-Europameister Felix Wouters besiegte Al Baker ebenfalls nach Punkten und mit dem gleichen Ergebnis behielt Belgiens Bantamgewichtsmeister Petit Biquet über Kid Davidt die Oberhand.
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Das Berliner Reitturnier, das ur- sprünglich vom 5. bis 13. Februar vorgesehen war. ist vom 29. Januar bis 7. Februar vorverlegt worden.
»
Deutsche Polizei-Skiwettkämpfe t'n- den in der Zeit vom 24. bis 26. Februar 1937 «an Baldenwegerbuck im Schwarzwald in Verbindung mit den badischen Polizei-Skimeisterschaften statt.


