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Graf Crano beim Führer in Berchtesgaden. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

Das Echo in Rom.

Botschafter von Ribbentrop mit Frau nach London abgefahren. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Die Burg des Friedens, an der Deutschland und Italien in Mitteleuropa bauen, ist keine Raub» ritterburg, sie hat keine unübersteigbaren Wälle für Leute mit anderer weltanschaulicher Einstellung und ihre Tore stehen weit offen für alle die Politiker, die auten Willens sind und die mithelfen möchten bei Dem großen Werk der Befriedung Europas. Dies ist in den Verlautbarungen, die das Ergebnis der Gespräche Cianos in Deutschland zusammen- saßten, sehr deutlich zum Ausdruck gekommen. Es ist nun erstaunlich, zu sehen, bis zu welchem Grade die maßgebende Presse des Auslandes die Absichten und Ziele der deutsch-italienischen Zu­sammenarbeit begriffen hat. Während früher jede außenpolitische Aktion des nationalsozialistischen Reiches einen Sturm der Entrüstung und der übel­sten Verdächtigungen ringsum entfesselte, ist heute bei allen maßgebenden Zeitungen ein weitgehendes Verständnis und ein Überraschend positives Urteil über die deutsch-italienische Aussprache festzustellen. Diese Beobachtung erscheint uns besonders wertvoll, weil sie gerade bei den Staaten gemacht werden kann, die sich aus irgendwelchen dunklen Gründen bisher gegen jede nationalsozialistische Initiative in der internationalen Politik gesträubt haben, nämlich bei England und Frankreich.

Zwei Momente werden in der ausländischen Presse vor allem hervorgehoben: Einmal die Tat­sache, daß es sich bei den deutsch-italienischen Be­sprechungen nicht um die Herstellung eines Blocks, eines Paktes oder einer Allianz gehandelt habe, und zum anderen die Tatsache, daß die deutsch-italienische Uebereinkunft die Tür zu weitergehenden und umfassenderen in­ternationalen Verhandlungen nicht versperre. Wenn darüber hinaus sogar Blätter wie die liberalen News Chronicle" schreiben, das Abkommen festige die Lage und verringere die Aus­sichten auf einen Krieg, wenn die ,firnes" meint, die deutsch-italienische Zusammenarbeit werde in jedem Falle auch für den Welthandel all­gemeine Vorteile bringen, wenn diese Zeitung die Vereinbarkeit der englischen Ansicht über das spa­nische Problem mit derjenigen Deutschlands und Italiens ausdrücklich unterstreicht und in diesem Zusammenhang die Londoner Regierung mahnt, die Anerkennung der Franko-Regie- rung nicht zu lange hinauszuzögern, wenn schließlich ein Blatt wie derPetit Parisien" die Ansicht vertritt, daß die deutsch-italienischen Be­sprechungen in keinem einzigen Lande Beunruhigung auslösen könnten, so sind das alles in der Tat hoffnungsvolle Zeichen eines Um­schwungs der öffentlichen Meinung und wohl auch der offiziellen Ansichten zum ThemaNational­sozialismus".

Gewiß, es ertönt auch die Stimme der Unbelehr­baren und der ewigen Rückschrittler, die vorüber­gehend wieder die Oberhand gewinnen mögen, aber auf die Dauer lassen sich die Völker nicht betrügen. Es ist überaus bedeutsam, daß die Ciano-Reise ge­rade in einem Augenblick stattfand, da Europa i n ft ä r f ft e politische Bewegung geraten war, da England einen radikalen Stellungs­wechsel in seiner sowjetrussischen Politik vollzog, da die französischen Radikalsozialisten ihrer Regierung ein verschleiertes antibolschewisti- sches Ultmatum stellten, und da Belgien sich aus Furcht vor Kriegsgefahr aus der Umarmung der Moskau-Pariser Allianz löste. Im Lichte dieser Er­eignisse und ihrer möglichen Folgen betrachtet, er­hebt sich das deutsche-italienische Gespräch zu einer Tatsache von geschichtlichem Rang. Der Widerhall, den es draußen gefunden hat, bestätigt seine weg­weisende Bedeutung für die Zukunft Europas. Ev. Oank des italienischen Außenministers.

Berlin, 26. Oft. (DNB.) Der italienische Außenminister Graf C i a n o hat an den Reichs­minister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, das folgende Telegramm gerichtet:

Bei meiner Rückkehr nach Italien sende ich meine dankbarsten und ergebensten Grüße dem Führer und Kanzler des Deutschen Reiches, loroie Ew. Exzellenz und den Persönlichkeiten des nationalsozialistischen Reiches, mit denen ich in die- fen Tagen in Fühlung treten konnte und die mich in so großzügiger und herzlicher Weise begrüßt haben. Die Besprechungen, die ich in Deutschland gehabt habe und ihre Ergebnisse sind die sichere Bürgschaft für eine fruchtbringende künftige Zusammenarbeit, die im Inter­esse der Beziehungen zwischen unseren beiden Län­dern sowie im Interesse des allgemeinen Wieder- cufbaues auf das wärmste zu begrüßen ist. Ich wäre Ew. Exzellenz dankbar, wenn Sie sich zum Dolmetscher dieser meiner Gefühle beim Führer unb Reichskanzler machen würden. Genehmigen Sie gleichzeitig selbst den Ausdruck meines per­sönlichen Gedenkens."

*

Die deutschen Industriellen, die unter ber Führung des früheren Staatssekretärs Dr. Trendelenburg eine Studienreise durch Ita­lien machen, wurden von Mussolini empfangen. Graf Volpi, Präsident des faschistischen Jndustrie- verdandes, stellte die Herren dem Duce vor. Dr. Irenbelenburg betont, welch starken Eindruck bie Jnbuftrie von ber burch bas faschistische Regime be­wirkten tiefen geistigen unb materiellen Erneuerung Italiens unb Sem regen tätigen Leben bes faschi­stischen Roms empfangen Hütten

Otfobrote.

Von unterem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, Enbe Oktober.

Oktober 1911: Italien besetzt Tripolis. Oktober 1918: Trient unb Triest italienisch. Oktober 1922: Marsch auf Rom. Oktober 1935: Beginn bes abes­sinischen Krieges. Oktober 1936: Deutsche Anerken­nung bes römischen Imperiums.

Das finb wahrlich D 11 o b r a t e nach bem Her­zen bes Römers! Er versteht unter biefem Ausbruck bie klassischen Ausflüge im klassischen römischen Herbst, Feste bes Lichts unb bes göttlichen Wei­nes! im strahlenbsten Monat bes Jahres. Er weiß heute mehr benn je zu feiern unb zu siegen, es ist w i e ein-Rausch bes Erfolges über ihn gekommen, unter bem er aber nicht auch bas Marschieren vergißt. Währenb ber zweite Grünber bes Imperiums bem ersten huldigt, Mussolini auf Cäsar verweist, bringen feine Legionenauf ber Suche nach ber Gespensterregierung von Gore" tief ins Innere Afrikas unb bas, wie man sieht, nicht ohne Humor. Zu Genf aber auf bem Dache sitzt ein Greis ...

Gibt es einen größeren Gegensatz als bie Politik in Rom unb Berlin, wo man hanbelt, unb bie im Völkerbunb, wo manhanbelt"? Kein Wunber, wenn sich Erfolg auf Erfolg an bie Fah­nen bes Hakenkreuzes unb bes Liktorenbündels hef­tet, währenb bie Paragraphenschusterei ber Kollek­tivpolitiker einen Leisten nach bem anbern krumm- schlägt. Nach bem peinlichen Rückzug aus bem Sank­tionskrieg muß nun ber blamable Auszug aus bem Schmollwinkel folgen, ein Staat nach bem anbern bem beutschen Beispiel nachhumpeln. Ober glaubt jemanb noch im Ernst, bas italienische Imperium könne von bem einen anerkannt unb von bem an» beren übersehen werben? Unb es heißt rasch bie Konsequenzen ziehen, wenn man nicht will, daß Mussolini vor jeder Verbandlung mit durchaus diplomatischem Lächeln ein" unerschütterliche Vor­aussetzung auf den grünet. Tisch wirft: Conditio sine qua non!

Der Hauch großer Politik weht durch Europa Fenster auf! In Muff und Moder schickt sich an in Spanien unterzugehen, was faul und unfruchtbar ist: sollte aber der russische Nährboden neue Gär­stoffe ins Ausland verfrachten, so werden Deutsch­land und Italien bie Quarantäne verhängen. Das ist bas internationale Ergebnis ber Deutschland- sahrt bes Grafen Ciano, bes Botschafters ber jüng­sten Weltmacht. Die Sowjetherren werben sich wohl ober übel bamit abfinben müssen. Mag sein, baß eines wie bas anbere Bluff ist, ber angedrohte Rückzug von ber Nichtinteroentionsoerpflichtung wie bas Auslaufen ber Flotte von Obessa, mag beibes auch ernst gemeint sein mit der russischen Fest­setzung an der katalanischen Küste wird es nichts werden

Das zweite wichtige Ergebnis für Europa darf man in dem vereinten Willen Deutschlands und Italiens erblicken, die Hindernisse für eine allge­meine Verständigung unter den west­lichen Staaten aus dem Wege zu räumen. Eines dieser Hindernisse kann der Völkerbund sein, wenn er sich sperrig zeigen sollte. In diesem Falle geht die Entwicklung eben über ihn hinweg. In Rom wird heute eine harte, aber offene Sprache gesprochen.

Drittens: Im Donaubecken prallen deutsche

und italienische Belange nicht unvermeidbar aufein­ander, wie jenes Friedenssystem voraussah, bas mit dem Gegensatz der Nationen spekuliert, sondern es hat sich im Gegenteil ein Parallelismus zwi­schen Deutschland und Italien in Bezug auf Oester­reich herausgebildet, wie sich das Giornale d'Jtalia ausdrückt, unb Oesterreich wie Ungarn können unb sollen zu Binbegliebern werben, nicht zum ftörenben Keil in bem norb-süblichen Drbnungsbamm

Noch eines, was man aus bem Jubel, ber heute in Rom bem Schwiegersohn bes Duce bei feiner Rückkehr als Siegeshuldigung entgegenbranbet, her­

aushört: Hunbertzehn Millionen Menschen, geführt von zwei entschlossenen Männern, gestützt auf mäch­tige nationale Heere eiserner Disziplin, stehen als Garanten hinter dem Ergebnis von Berlin! Die wenigen Männer, bie seit bem Weltunheil von Versailles bie Möglichkeit unb Wünschbarkeit einer deutsch-italienischen Verständigung hervorgehoben unb sie burch alle Anfeinbungen unb Mißverständ- niffe hinburch geförbert haben, erleben heute bie Genugtuung bes Erfolges. Wir finb sicher, baß sie ganz Europa zum Heil gereichen wird, benn Sinn bieser nicht auf Papier, fonbern auf nüchterne unb praktische Erwägungen aufgebauten Einigung kann nur bas Ziel fein, ben Frieden, bas heißt: einen wahren Frieben herbeizuführen und mit allen Mitteln zu erhalten.

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Frankreichs Vischvse gegen den Kommunismus.

Der letzte Sonntag stanb in Nord- unb O st frankreich unter bem Zeichen bes G e - genstoßes ber französischen Katholi­ken gegen bie unerhörten Provokationen ber fran­zösischen Bolschewisten. Zuverlässige Zahlenangaben aus bem Elsaß, aus Lille unb aus vielen anberen französischen Stäbten liegen uns vor. Nur wer französische Verhältnisse kennt, weiß, was es heißt, wenn ber Straßburger Bischof vor 60 000 Elsässern in Mülhausen sprechen konnte unb i n N a n c y sich 30 000 zu einer nationalen Kundge­bung zusarnrnenfanden. In Worten schärfster Kampfansage unb völliger Kompromißlosigkeit ha­ben bie Bischöfe von Straßburg unb von Lille bas hoppelte Gesicht ber bolschewistischen Propaganba außerhalb Rußlanbs gebranbmarft unb ihn beschulbigt, bas innerfranzosische Leben burch bie ununterbrochene Zerstörungsarbeit ber Anzettelung von Streiks, örtlichen Unruhen, tät­lichen Angriffen ufw. zerrüttet zu haben. Das ka­tholische Elsaß unb basselbe Nordfrankreich, dessen Radikalsozialiften auf dem radikalsozialistischen Parteitag von Biarritz mit bem faschistischen Gruß unb ber Nationalhymne ben geballten Fäusten ber Volksfrontanhänger entgegentraten, finb erwacht, so erklärte ber Bischof von Lille. Der Haß des Kommunismus sei so groß, daß er weder das Le-

Aus aller Well.

Giurmfahrt berQueen Mary'6'.

Ein schwerer Sturm, der seit zwei Tagen über den Nordatlantik und den englischen Küsten wütet, hat großen Schaden angerichtet. Der englische RiesendampferQueen Mary, der am Montag mit sechs Stunden Verspätung in Southampton eintraf, hatte besonders schwer unter dem Sturmwetter zu leiden. Durch bas starke Rollen bes Schiffes würben über 50 Fahrgäste unb Mitglieber ber Besatzung verletzt. Zwei Personen, von benen eine einen Schäbelbruch erlitt, mußten noch währenb ber Fahrt operiert werben. Gleich nach ber Ankunft bes Dampfers würben sechs Verletzte in ein Krankenhaus beförbert. Der amerikanische DampferAmerican Shippers (7500 Tonnen) verlor im irischen Kanal sein Steuer unb mußte von englischen Schleppern geborgen werben. Mehrere Schiffe würben burch ben Orkan auf Sfranb getrieben. Besonbers schwer würbe ber Westen Schottlanbs heimgesucht. In Glas- gow würbe ein zweistöckiger Straßenbahnwagen aus

ben noch bie Ehre feiner Opfer a$te unb ihren Tob mit ben raffinierte ft en Mitteln unmenschlicher Grausamkeit herbei­führe. Man müsse im Namen ber geheiligten Rechte ber geschänbeten Menschheit ebenso wie im Na­men ber christlichen Brüberlichkeit btefen Opfern bes Hasses bie tiefste Sympathie zum Ausdruck bringen, ohne sich deshalb in die inneren Angele­genheiten anderer Länder zu mischen. Man müsse sich fragen, ob bie Arbeiter unb Bauern in Sowjetrußlanb wirklich glücklich seien, nachbem ihnen jebes Recht ber Verteidi­gung genommen worden sei und sie nicht ein­mal die Möglichkeit hätten, auszuwandern. Gott möae Frankreichk vor einem solchenGlück" be­wahren. Glücklicherweise sei es in Frankreich noch nicht soweit, aber es gebe Franzosen unb Aus- länber, bie bas französische Volk ebenfalls bahin bringen möchten. In ben französischen Norb- bepartements ebenso wie im übrigen Frankreich habe ber Kommunismus bewiesen, wieweit er bie Organisierung von Unruhen burch Streiks unb Fa­brikbesetzungen beherrsche. Wenn man sich aber bemühe, bie Wurzeln biefes Hebels zu suchen, so werbe man auch Mittel finben, ihm wirksam entgegentreten zu können.

ben Schienen gehoben unb umgestürzt. Der Führer unb bie Insassen kamen mit Verletzungen bavon. In ben Straßen Glasgows würben viele Leute burch ab« stürzenbe Ziegel unb Kamine verletzt.

Oistnwrdprozeß in Wuppertal

Unter ber Anklage, ihren Ehemann K. Meyer aus Wupperau bei Solingen vorsätzlich unb mit Ueberlegung durch Gift getötet zu haben, haben sich in Wuppertal bie 36jährige Antonie Meyer und der 35jährige Robert Marx aus Solingen zu verantworten. Meyer war am 29. Mai im Krankenhaus unter Vergiftungserscheinungen gestorben. Bereits vor Eintritt seines Todes war die Kriminalpolizei zugezogen unb bie Ehefrau Meyer, als sie im Krankenhaus ihren Mann besuchen wollte, verhaftet worben. Zwei Stunben später bat­ten bie Kriminalbeamten ben Rodert Marx, der zu Frau Meyer in näheren Beziehungen stand, ver­haftet. Beide legten unter den belastenden Zeugen­aussagen ein Geständnis ab, bestritten jedoch,