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schutzbundes unter Leitung des Gemeinde­gruppenführers Eberle statt, in deren Mittel­punkt eine Besprechung der Maßnahmen stand, die bei einer Verdunkelungsübung zu ergreifen sind. Die von der Lezirksgruppe Oberhessen des RLB. herausgegebenen Richtlinien für die Durchführung der Verdunkelung durch den Selbstschutz und er­weiterten Selbstschutz wurden eingehend besprochen. Weiter wurde noch eine Reihe die Organisation be­treffende Fragen behandelt.

I Lollar, 27. Augst. An Stelle der alten War­nungstafeln wurden am Uebergang der Haupt st raße über die Lurndatalbah.n die neuen Warnungszeichen angebracht, die eine weit­aus bessere Sicherung vor allem auch nachts infolge der Rückstrahler gewährleisten. Bei dem starken Verkehr auf dieser Straße war eine bessere Sicherung des Bahnübergangs seit langem erfor­derlich. Aber nur die Anbringung von S ch r a n - k e n könnte hier den Erfordernissen ganz gerecht werden.

/X Großen-Linden, 26. Aug. Eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Christine P e p p l e r , geborene Stamm, Bahnhofstraße 110, konnte gestern ihren 8 6. Geburtstag feiern. Die Greisin erfreut sich noch körperlicher und geizi­ger Rüstigkeit.

+ Grünberg, 26. Aug. Am Mittwoch fand im Gebäude des hiesigen Bahnhofs eine Ehrung des 40 Jahre im Dienst der Reichsbahn sich befin­denden Reichsbahnobersekretärs Heinrich Schmidt statt. Oberbahnhofsvorsteher F e i st sprach die Glück­wünsche der Bahnverwaltung aus und feierte den Jubilar als tüchtigen, pflichteifrigen Beamten. Die ihm zugedachte Urkunde, sowie des Führers Buch Mein Kampf" werden ihm später überreicht, da sie noch nicht eingetroffen waren. Außerdem sprach der Vorsitzende des Eisenbahnvereins Heinrich S ch e I l h a a s , da der Jubilar zu den Gründern des Vereins zählt. Er überreichte ihm eine gerahmte Plakette. Der Geehrte dankte für die ihm erwiesenen Ehrungen.

cv) Langsdorf, 26. Aug. Die Getreide­ernte nähert sich ihrem Ende. Rur noch der Ha­fer harrt in Hausten der Einbringung. Durch die beständige Sommerwitterung der letzten Tage trocknet die Frucht schön aus und gelangt in gutem Zustand in die Scheuern. Das Getreide, das in den vorigen Wochen nicht ganz ausgetrocknet ge­borgen wurde, verursacht beim Ausdrusch fast un- . erträglichen Schmutz und Staub. Die Landwirte, die

sich in der Regenperiode nicht nervös machen lie­ßen, hatten wieder das bessere Teil erwählt. Da in die Einbringung des letzten Getreides die Grummeternte einbricht, fehlt es den Bauern wieder einmal an Händen. Dafür ist das Grum­met von erlesener Güte und großer Menge. Es gibt wenig Landwirte, die genügend Raum zur Unter­bringung aller Ernteteile haben. Leider .scheinen wir trotz des nassen Sommers mit einer Mäuse- plage rechnen zu müssen. Pie Frühkartof­feln bringen nicht den gewünschten Ertrag. Sie hatten in dem für sie entscheidenden Monat Juli zuviel Rässe und zu wenig Sonne. Die Gemeinde plant im kommenden Winter eine Zarte Aus - Holzung d e s Hegerichswaldes, dessen meist 150jährige Buchen, längst hiebreif, jungem Wuchs Platz machen müssen. Darum wird die eine Abfahrtstraße auf einen halben Kilometer Länge im Herbst chauffiert. Unsere Arbeiter sind zur Zeit dabei, in einem vor Jahrzehnten schon benutzten Steinbruch, der u. a. das Material für den Bahn­körper der Strecke GießenGelnhausen lieferte, die erforderlichen Steine im Distrikt Hinter den Alten Landen zu brechen.

Kreis Bübingen.

* Büdingen, 26. August. Beim Füttern der Schweine wurde heute die Frau des Dauern Lud­wig Schwarz im Stalle von einem Herzschlag betroffen, so daß sie auf der Stelle tot zu Boden sank. Erst später fand man die bedauernswerte Frau leblos im Stalle auf.

Kreis Alsfeld.

# Ober-Ohmen, 26. Aug. Dem hiesigen Feldpolizisten und Totengräber Johannes Rühl, der bei der Freiherrlich Riedsselschen Revierverwal­tung Oder-Ohmen noch als Vorarbeiter bei den Waldarbeiten tätig ist und jetzt im achtzigsten Lebensjahre steht, wurde eine besondere Ehrung für langjährige treue Dienste zuteil. An­läßlich einer Zusammenkunft Riedeselscher Arbeiter in Lauterbach erhielt der trotz seiner Jahre noch rüstige Volksgenosse für seine mehr als vierzig­jährige Tätigkeit als Waldarbeiter eine Ehrengabe und ein Diplom mit anerkennender Widmung der Dienstherrschaft.

co Deckenbach, 26. Aug. Am kommenden Sonntag, 30. August, kann der älteste Ein- wohn er unseres Ortes, Ludwig Scholl II., feinen 91. Geburtstag feiern.

Aus den preußischen Nachbargebieten.

Zusammenstoß zwischen Kleinbahn und Neichspost-Omnibus.

vier Verletzte.

* Braunfels, 27. Aug. Arn gestrigen Mitt­wochnachmittag ereignete sich in der Gegend der Wolfsmühle an der unbeschrankten Bahn­überführung der Ern st bahn ein schwerer .Zusammen st zwischen einem Zuge der «Ernst bahn und einem Reichspo st-Perso­nenomnibus. Der Kleinbahnzug, der leer vom «Staatsbahnhof nach der Stadt Braunfels fuhr, be= gegnete an dem ungesicherten Bahnübergang dem ! Reichspost-Personenomnibus, der mit Fahrgästen auf der Fahrt von der Stadt zum Staatsbahnhof Ibegriffen war. Der Postomnibus wurde von idem Zuge so kräftig zur Seite geschleudert, daß er ivon der einen Straßenseite auf die andere Seite I flog und dabei eine Seitenwand des W a - igens vollständig aufgeriffen wurde. !Dier Fahrgäste des Omnibusses wurden v e r- Hetzt, zum Glück sind jedoch die Verletzungen nur Ileichterer Art. An der Lokomotive des Klein- ! bahnzuges wurden bei dem Zusammenprall die

Puffer abgebrochen. Die polizeilichen Er­mittlungen über die Schuld frage sind im Gange.

Oie Arbeitskameradin mit dem Spaten niedergeschlagen.

LPD. Frankfurt a. M., 26. Aug. Die Krimi- nalpolizei teilt mit: Arn Mittwoch um 17.15 Uhr hat der Ernst Tausend, geboren 16. Juli 1900 zu Friedberg, wohnhaft Basaltstraße 27, die ledige Frieda Veite, Wurmbachstraße 14 wohnhaft, mit einem Spät e n niedergeschlagen. Tausend und die Veite arbeiteten auf einem Gar­tenstück, das im Ginnheimer Wäldchen liegt. Die Veite hatte dem Tausend vorgeworfen, er habe aus dem Garten des Milchhändlers Dörr die Birnen vom Baum gestohlen und verkauft. Hierüber geriet Tausend dermaßen in Wut, daß er feinen Spaten ergriff und die Veite damit auf den Kopf schlug. Sie wurde in schwerverletztem Zu st and dem Markus-Krankenhaus zugeführt; Lebensgefahr besteht nicht, sie ist bei vollem Bewußtsein. Der Täter wurde fest genommen, Untersuchung ist eingeleitet.

Wie Deutschlands größter Weinsestzug entsteht.

Am 30. August wird er über Hunderttausend Gäste nach Mainz bringen.

RSG. Mainz rüstet zum größten Weinfestzug, 1 der bisher in Deutschland veranstaltet wurde. Die i alte Weinmetropole des Rhein-Main-Gebretes hat Hebung in solchen Dingen. Richt umsonst wird hier | feit Generationen der Karneval mit einer Anteil­nahme von jung und alt gefeiert, die ^^oufe der Jahrhunderte bestimmte Formen und Grundsätze als praktisch und gut entwickelte. Da weiß man im .goldenen Mainz", wie so'etwas angepackt werden imuß. Und fix und schnell wird gearbeitet, fast über 'Nacht wird eine Veranstaltung entworfen und auf- gebaut die weit über hunderttausend Besucher ans ganz Deutschland in die Mauern der alten Stadt i führen soll.

Vom 2 9. August bis 1. S'eptember ver- i eint derRhein-Mainische Winzertag ii n Mainz alles, was an der schweren Arbeit des ? Weinbauern Anteil hat. Aus dem alten Mainzer iWeimnirkt wurde dieses Fest des Winzers im Mhein-Main-Gebiet, dem größten geschloffenen 'Weinbaugebiet Deutschlands, entwickelt. Es soll Heine tiefste Bedeutung darin finden, ein Iebens= iwahres Spiegelbild des Menschen und der Land- I schäft, der Geschichte und des Brauchtums im ! Weinland unserer deutschen Westmark zu sein.

Den Höhepunkt dieser vier Tage bildet der große ! W e i n f e st z u g , der am Sonntag, 30. August, «durch Mainz ziehen wird. Es ist keine Rekordiagerei Iber Zahlen, wenn erklärt wird, daß es der größte ! Weinfestzug ist, den man in Deutschland bisher i veranstaltete. Denn hierin zeigt sich ja zugleich auch ibie Bedeutung unseres Weinbaues in kultureller «und wirtschaftlicher Hinsicht. Und den über hundert- itaulend Gästen von überall her wird gerade dieser jFestzug einen bedeutsamen Eindruck von dem lLebensbild des rhein-mainischen Winzers bieten.

Weit über 200 Weinorte und Kreise des rhem- imainifchen Weinbaugebietes sind an der Ausgestal- üung dieses Weinfestzuges beteiligt. Mit über 24 Wagen unzähliger Tanz-, Brauchtums- und Trach- rtengruppen, Fahnenschwingern und Herolden wird -er sogar die berühmten Mainzer Karneoalszuge iübertreffen, lieber 1500 Teilnehmer umfaßt der ° ganze Zug. Er wird am ©onntagmitag um 14 Uhr beginnen und etwa um 17.30 uf£beenbet 5bei legt die endlose Kette von Wagen und Grup- lpen einen Weg von etwa 8 Kilometer zuruck, den immer wieder kurze Haltepausen von etwa 5 Mi- muten Dauer unterbrechen. In diesen sollen dann ibie Tanz- und Brauchtumsgruppen dort wo sie Aerobe stehen ihre historischen Tanze und Dar- $,lS,e'|fant0irt ein Einblick in die Organisation rines solchen Riesenzuges. Dann sind die Mainzer wahre Meister. Wenige Tage vor dem Fest selbst werden die letzten, entscheidenden Bestimmungen getroffen. Es heißt bann:.. "der Zug wirb auf­gelegt!" Auf einem riesigen Tisch wird babei tat­

sächlich ber ganze Zug im kleinen rekonstruiert. Jeber Wagen unb jebe Gruppe, ja selbst bie ein­zelnen Fußgänger unb Reiter werben burch kleine Pappschilber in bestimmter Farbe unb Kennzeich­nung markiert. So wirb die genaue Reihenfolge festgelegt, wobei auch bie geringsten Einzelheiten ihre Berücksichtigung finben. Die Art ber aufein- anberfolgenben Wagen unb Gruppen muß zusam­menpassen, bie Farbwirkungen wollen bebacht wer­ben, Herolde und Reiter, Fahnenschwinger und Schilderträger sind an den richtigen Stellen einzu­setzen.

Unterdessen arbeiten die Mainzer Künstler an den Wagen, die eine besondere künstlerische Rote tragen sollen. Es wird dabei ein Verfahren ange wandt, das charakteristisch für Mainz ist unb au bas bie Mainzer besonders stolz sind, weil hier­durch eine besondere Feinheit der Plastiken der Festwagen erhielt wird. Die über zwei Meter hohen Figuren werden zuerst in Ton herausgearbeitet, hierauf in ihren einzelnen Teilen abgegossen. Diese werden bann in einem besonberen Verfahren mit einer-bünnen Papierschicht ausgelegt, bie bann, er­härtet und bemalt, bie eigentlichen Figuren bilben. So wird einmal erreicht, daß die riesigen Figuren bis in die letzten Feinheiten herausgearbeitet werden können, weiter ist dadurch aber auch ihr Gewicht verblüffend gering.

Alle Kräfte im Rhein-Main-Gebiet sind so ange­spannt, um denRhein-mainischen Winzertaa" und seinem Weinfestzug den Erfolg zu sichern, ben er in Anbetracht seiner bedeutenden kulturellen und wirtschaftlichen Zielsetzung verdient. Die Tage vom 29. August bis 1. September in Mainz sollen Ehrentage des rhein-mainischen Win- ze^s und Weinbaues sein. Zu Zehntausen­den werden die Volksgenossen aus ganz Deutsch­land an ihnen teilnehmen und sie so zu einem Er­eignis für die ganze deutsche Oeffentlichkeit gestalten Helsen.

Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechen.

Mainz, 26. Aug. (LPD.) Der 39jährige evan­gelische Pfarrer Hans Durst aus Westhofen hat sich in fünf Fällen an minderjährigen Jungen ver­gangen. Eine Reihe von Fällen wurden von dem Gericht wegen Verjährung eingestellt. Die Erste Große Strafkammer in Mainz verurteilte den An­geklagten wegen Sittlichkeitsverbrechen in fünf Fällen zu drei Jahren Zuchthaus, abzüg­lich sechs Monate ber bereits verbüßten Unter­suchungshaft- Im Hinblick darauf, daß der Ange­klagte (einerlei tiefgehende Reue zeigte, konnte das Gericht keine mildernden Umstände zuerkennen.

Schach her Nationen"in München.

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Während einer Kampfpause wurde im Rahmen des Schach-Olympias t n München eine großartige FestvorstellungSchach der Rationen" aufgeführt, bei der bas Staatstheater-Ballett, bie Berittmachungsstaffel ber Kriegsschule, Tänzerinnen aus 18 Länbern, Gaukler, Artisten, sogar ein Elefant unb zwei Robote mitwirkten. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

Tag her Artillerie.

Vorführungen her Frankfurter Artillerie.-Fliegerabwehr.-Bernebelung. -Biwak.

LPD. Frankfurt a. M., 26. Aug. Mit gro­ßer Freube würbe von ber Bevölkerung schon vor mehreren Tagen bie Nachricht ausgenommen, baß bie Frankfurter Garnison im Sportfelb sich mit einer Veranstaltung militärischer Art bem Frank- urter Publikum vorstellen werbe. Unb heute war tiefer Tag gekommen. Schon lange vor bem Ab­marsch ber Solbaten waren bie Straßen, bie die Truppe passieren mußte, von Tausenden von Volks­genossen besetzt, und aus allen Fenstern winkten die Bewohner ben Felbgrauen zu. Je mehr sich bie Solbaten bem Sportfelbe näherten, besto beängsti- genber würbe ber Anbrcmg, unb auf dem Sport­feld selbst hatte sich bereits eine unübersehbare Menschenmenge eingefunden.

Nach fast zweistündigem Marsch von der Ka­serne machte die Truppe noch einmal eine halb­stündige Rast auf ber Forsthausstraße, um bann mit fdjmetternber Musik ms Sportfelb einzuziehen. Auf ber großen Spielwiese vor bem eigentlichen Stabion stauben die Menschen in erbrücfenber Fülle unb begrüßten bie Artilleristen mit lauten Rufen. In verschiebenen Gangarten geritten, um­rasten nun bie Batterien den weiten Platz, um schließlich Aufstellung zum Gefecht zu nehmen. Ge­schütze werden eingestellt, die Fernsprechleitunaen gelegt. Gasmasken aufgesetzt, Geschütze eingeschossen, alles das Werk weniger Sekunden. Da kommen auch schon die feindlichen Flieger; neun Stück auf einen Schlag und schon in nächster Nähe. Schnell wird Deckung genommen, die jeder Batterie zuge­teilten Maschinengewehre beginnen ihr Geknatter, und nachdem die Entfernung angegeben worden ist, bellen die Kanonen auch schon los. Bald hat man festgestellt, auf welches Ziel die Flieger es abgesehen haben, die Vernebelung setzt ein, die so vollkommen war, daß alles in einem weißen Ne­bel verschwand. Zu sehen war- jetzt nichts mehr,

dafür knatterten aber um so heftiger die Maschinen­gewehre, um so intensiver donnerten die Geschütze. Die Flieger sind abgeschlagen. Langsam verzieht sich der Nebel, und die Sonne kommt wieder durch.

Das war der ernstere Teil der Darbietung. Jetzt wird es gemütlicher. Die Soldaten schlagen ihr Biwak auf, ein Friedensbiwak, das soll heißen, es darf vom Publikum besucht werden, und davon wurde so ausgiebig Gebrauch gemacht, daß die

Hiiler-Zugendkameradschasien kämpfen am 30. August in Gießen um die beste Kameradschaft im Bann 116.

Soldaten unter der ungeheuren Menschenmasse fast vollkommen verschwanden. Der Kommandant hielt eine kurze Ansprache, und dann trat die Gulasch­kanone in Tätigkeit. Zwischendurch fangen die Batterien zunächst einzeln und dann alle zusammen schöne, alte und auch neuere Soldatenlieder, die bei vielen ber Zuschauer liebe alte Erinnerungen an bie Dienstzeit wach werben ließen.

Der Abschluß war ber Zapfenstreich, so oft gehört unb boch immer roieber eine besondere Empfindung wachrufend. Auch diesmal standen die Massen in Andacht zuhörend, als der umliegende Wald die Töne in sich aufnahm und die Nacht ihre Schatten über alles verbreitete.

Das militärische Schauspiel war aus, aber für die Jugend war es der Geschehnisse noch nicht genug. Fröhlich wurde noch lange das Tanzbein geschwungen, denn schließlich war es ja ein Frie­densbiwak.

Die Hausfrau muß ihre Kräste sparen.

Von Hilde Fries.

Spare in der Zeit, so hast du in ber Not", heißt ein altes Sprichwort, doch wer ist schon ein­mal auf ben Gebauten gekommen, biefes Sparen auf bie menschliche Kraft zu beziehen? Eine vielbe­schäftigte Hausfrau ganz gewiß nicht. Unb doch, wie klug würden wir handeln, wenn wir beizeiten bem unnützen Kräfteverbrauch Einhalt geböten, wenn wir bafür sorgten, daß so etwas wie eine Bremse in unserem Innern selbsttätig in Bewegung träte sobald wir uns zuviel zumuten wollen. Wie- oiele von uns sparen Geld für eine Reise, für ein Vergnügen, oder gar für einen eigenen Besitz, warum soll man es nicht auch einmal mit dem Kraftsparen versuchen?Jetzt ist es endgültig genug", sei für diesen Zweck unsere Parole. Es muß soweit kommen, daß unwillkürlich die Bremse anzieht, die noch vorhandene Kraft aufgespeichert wird, damit sie im Notfall zur Hilfe herangeholt werden kann.

Dieser Vorschlag, den die meisten Hausfrauen sicher für unausführbar halten, ist dessenungeach­tet in der Praxis wohl anzuwenden. Man braucht nur darüber nachzudenken, welche unnötige Laufe­rei an manchem Tag allein durch unser schwaches Gedächtnis verursacht wird. Wir gehen vom Zim­mer in die Küche und umgekehrt, um schließlich fest­zustellen, daß wir die Hauptsache doch wieder ha­ben liegen lassen. So bleibt oft em benutzter Asch­becher, eine Vase mit welken Blumen, eine abge­legte Zeitung usw. im Zimmer zurück, die längst im Vorübergehen hätten mitgenommen werden können. Wenn man seine doch immerhin kostbare Zeit nicht besser einzuteilen versteht, macht man sich zum Sklaven des Objekts, eine Eigenschaft, die niemand erstrebt. Es ließen sich in dieser Hinsicht noch viele Beispiele anführen erinnert sei an die Besorgungen, die wir mehrmals täglich in Etap­pen, anstatt gesammelt und nach einem bestimmten Plan morgens in aller Frühe erledigen, wenn der Mann im Dienst ist unb bie Kinber in der Schule sind. .

Nicht selten bilden wir uns auch em, sehr ge­schickt zu handeln, wenn wir mehrere Obliegenhei­ten beinahe gleichzeitig ausführen. Eben noch mit Gemüseputzen beschäftigt, sausen wir in bie Speisekammer, um etwas nachzusehen, bann be­ginnt vielleicht ein vergebliches Suchen nach einem Gebrauchsgerät, unb nach einer Unterbrechung von einer Diertelstunbe setzen wir uns roieber an bie vernachlässigten Mohrrüben, ober was es sonst fein möge. Hoffentlich setzt man sich auch wirklich, benn barüber, baß bas Stehen bei einer Beschäftigung, die im Sitzen geleistet werden kann, eine ganz schlimme Kraftvergeudung barstellt, bürste man sich allmählich auch im letzten Dorf klar sein.

Selbst wenn man von ben immer mehr m Den Hanbel gelangenben Hilfsmitteln für ben Haushalt absieht, bleiben gar nicht so wenige Arbeiten übrig, bie bei einiger Ueberlegung leichter gestaltet wer­den können. Da ist z. B. die Kaffeemühle, bie bie Bohnen meist auch noch viel zu grob mahlt. Warum läßt man nicht ben Kaffee gleich beim

Einkauf im Geschäft mahlen? Das Aroma braucht keineswegs zu leiben, wenn das braune Mehl in nicht zu reichlicher Menge in festschließenden Blech­oder Porzellandosen aufbewahrt wird. Weiter fällt ber Blick auf bie Fleischmaschine, die sich oft so schwer dreht. Ob sie ber Handwerker nicht wieder zurechtrücken konnte, oder womöglich wäre auch ein neues Messer für sie am Platz? Und warum schleppen wir uns fast alle an Markttagen mit vollbepackten Netzen in beiden Händen ab? Nur die ganz Klugen benutzen den von ihren Kindern außer Betrieb gesetzten Roller ober ein ähnlich fahr­bares Gestell, an bas sie beguem ihre Taschen hängen können. Sie wissen, baß sie auf diese Weise Zeit unb Kraft sparen, unb baß sie früher ober später bie aufgespeicherten Reserven anber- roeitig benötigen werden.

Ein raffinierter Schwindler.

Er stellte sich als Freund des Sohnes vor.

Oppenheim, 26. Aug. (LPD.) An einem der letzten Tage trieb ein raffinierter Schwind- I e r im nahen Guntersblum sein Unwesen. Bei einer dortigen Familie stellte er sich als Freund ihres Sohnes vor, der zur Zeit seiner Arbeitsbienst- pflicht genügt. Ihr Sohn habe ihn geschickt, um zwecks Teilnahme an einer Veranstaltung seinen Sonntagsanzug unb feinen Sommermantel obzu- holen. Die Frau bes Hauses hänbigte nichtahnend die gewünschten Kleidungsstücke aus, außer dem Mantel, der wie sie sagte, überflüssig sei. Nachdem der Fremde den Anzug erhalten hatte, machte er sich in einem Auto so schnell wie möglich aus dem Staube. Groß war allerdings die Uederraschung am Abend, als der Sohn nach Hause kam und es sich herausstellte, daß man einem ganz raffinierten Schwindler ins Garn gegangen war. Die sofort aufgenommenen polizeilichen Ermittlungen führten bisher zu keinem Erfolg.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bie 12.30 Uhr, 16 bie 17 Ubr Samstagnad)- mittag geschlossen.

Wie oft soll ich

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