Montag. rr.AprN Mb
Eichener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberhchen)
Ar. 48 Zweiter Statt
Oie Weihe der Ordensburgen der NSDAP
(Fnwfinben die Halbfigur des weiblichen Aktes düng der angestammten Umwelt vollzieht sich bei
Ier ^mpslnoen oie 5)u।iyui u w j mel ein acker und unmittelbarer als bei
stellungen zu kurz.
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Eupen, Ende April 1936.
Wieder müssen wir Eupen-Malmedyer als „gleichberechtigte Staatsbürger" Belgiens zum belgiAen Parlament, zum belgischen Senat und zu den Provinzialräten des Staates wählen, in den wir vor sechzehn Jahren unter Nichtachtung der völkerrechtlichen Vereinbarungen verpflanzt wurden. Der innerbelgische Parteienkampf schlägt hohe Wellen: insbesondere befehden sich die Katholische Union, die führende Regierungspartei, und die Rex-Bewegung, die die Erneuerung des politischen Katholizismus in Belgien auf ihr Programm geschrieben hat und eindringlich gegen die politische Korruption zu Felde zieht. Was geht uns Eupen-Malmedyer der innerbelgische Parteienkampf an? Der belgische Staat, dessen Gesetze wir achten, ist uns Obrigkeit, und als deutsches Grenzland kämpfen wir nicht um Mandate, wohl aber nützen wir auch den kommenden belgischen Wahltag, um uns erneut zu Heimat, Volkstum, Gleichberechtigung und Frieden zu be-
Oberhessischer Kunstverein
Peter August Böckstiegel.— Fritz Heidingsfeld.
Stadtbaurat G r a v e r t eröffnete die Ausstellung als die letzte des Winterhalbjahres: die nächste soll in etwas anderem Rahmen im Theater veranstaltet werden und die Ergebnisse eines Wettbewerbes der deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst zeigen: „Frauen im Schmuck". Als Einführung zur gestrigen Ausstellung las Baurat G r a v e r t, sehr aufschlußreich, einiges von dem, was beide Künstler selbst zu ihren Arbeiten äußern.
teil verkündet:
„Die Angeklagten Karl und Heinrich Hey- mann werden verurteilt wegen fortgesetzten ge- meinschaftlichen Betrugs und fortgesetzten Ver
nicht mehr herein. Wir stehen für uns: als Heimattreue Front Eupen-Malmedys, die weiß, daß keine altbelgische Partei, ob groß oder klein, ob alt oder jung, sich für uns einsetzen wird. Und demgemäß lautet die Grundforderung auch bei dieser Wahl von 1936: keine neubelgische Stimme einer alt-
Briefmarke zu Ehren eines großen Erfinders.
Zm Zeichen der belgischen Neuwahlen Brief aus Eupen-Malmedy.
Böckstiegel viel einfacher und unmittelbarer als bei Heidingsfeld, in dessen Bildern sich jene „Auseinandersetzung", von der er spricht, die Problematik seiner Malerei sehr deutlich spiegelt. Man kann die Vielfalt der hier gezeigten Arbeiten von Heidlngs- feld kaum auf einen Nenner oder auf eine Formel bringen: sie wirken auf uns am ehesten wie der Ausschnitt aus einer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung, wie Zeugnisse eines Uebergangsstiles, dessen endgültige Form vorerst nur vermutet werden kann. Für die Art der Auseinandersetzung nut dem Vorwurf spricht wohl am deutlichsten eine Fiqurengruppe wie die Fischerfamilie, die schon m der Behandlung von Farbe und Umriß die innere Wesensart des ostdeutschen Menschenschlages zum Ausdruck bringen will. „Eine Bauersfrau, breit das Gesicht, fast ohne Plastik" — so kennzeichnet Heidingsfeld das Modell: man spürt die Bemühung um die Gestaltung des Lebensgrundes und der Seelenhaltung der von ihm dargestellten Menschen. Unmittelbarer, frisch zupackend gemalt, erscheint gegenüber das Porträt eines Vorarbeiters. Die Landschaft, in der diese Menschen zuhause sind, entwickelt sich in vielfältiger Gestalt, Belichtung und Tönung: sie erscheint bald heiter-idyllisch, bald großartig, einsam und herb, manchmal („Kühe am Abend") fast unheimlich und etwas gespenstig. Die für unser Empfinden geschlossenste Haltung zeigen etwa das pastellhaft zarte Vorfrühlingsbild, das Dorf in Ostpreußen", oder „Bei Rügen . „Das schönste Gefühl aber", sagt der Maler einmal, „ist für mich, zu sehen, daß ich malen kann, wie und was ich will — es werden doch immer meine Bilder." — Heidingsfeld ist noch jung und er hat in der letzten Zeit große und durchaus ungewöhnliche Erfolge zu verzeichnen gehabt: es wird interessant sein, seine Entwicklung zu verfolgen, der sich vielfältige Möglichkeiten anzubieten scheinen.
Recht! Das ist die Losung, nach der wir Eupen- Malmedyer daher auch bei diesen belgischen Neuwahlen handeln werden.
Landgerichtspräsident i. 2R. Geheimrat Theobald 80 Lahre alt. LPD. Darmstadt, 25. April. Am heutigen Tage vollendete der seit 12 Jahren im Ruhestand lebende Landgerichtspräsident Geheimrat Karl »Theobald das 8 0. Lebensjahr. Seme Berufstätigkeit war von Anfang an dem hessischen Justizdienst gewidmet, begann im Amte eines Staatsanwalts bei den Landgerichten m G i e ß e n und Mainz und führte zur Ernennung zum Land- gerichtsrat am Landgericht in Mainz. Die vorbildliche Richtertätigkeit und hervorragende Berufs- eignung fanden in der Folgezeit Anerkennung durch die Beförderung zum Oberstaatsanwalt in Gießen, zum Oberlandesgerichtsrat in Darmstadt und schließlich zum Präsidenten des Landgerichts m Darmstadt. Ehrungen mannigfacher Art kennzeichnen die allseitige Beliebtheit des verdienten Richters, dessen jahrelange auch nach dem Eintritt in den Ruhestand unermüdlich fortgesetzte soziale Wirksamkeit und Hilfsbereitschaft Ausdruck und I Prägung eines lebendigen und echten Berufsvor- bildes sind.
Das Urteil im Weinfälscherprozeß Heymann.
LPD. M a i n z, 26. April. Im Prozeß gegen die jüdischen Weinhändler H e y m a n n wurde von der Großen Strafkammer in Mainz folgendes Ur-
am Fenster; der beherrschende Eindruck haftet an den Gestalten aus bäuerlich-heimatlichem Umkreis; diese Plastiken entstammen im eigentlichen Sinne dem heimischen Boden; Backsteinton ist das in warmem Rot leuchtende, körnige und charaktervolle Material, mit dem Böckstiegel arbeitet: em wahrhaft stilvoller Werkstoff; man empfindet sofort die innere Zusammengehörigkeit von Material, Künstler und Modell. Hier kann man wirklich von bodenständiger, erdverbundener Kunst reden: in diesen Fluren und in dieser Landschaft ist die heimatliche Welt Bockstiegels beschlossen, hier ist er zu Hause, wie sein Vater, der auf einer der Zeichnungen zu sehen ist. So ist diese Ausstellung von hohem Reiz und vielfältiger Anziehungskraft, nicht nur weil sie eine al e Bekanntschaft auf eine lehrreiche, beziehungsvolle und erfreuliche Weise erneuert sondern auch, ganz allgemein, um des plastischen Gegenstandes willen, an und für sich, denn die Bildhauerei kommt ja in der Regel, nicht nur bei uns, tn den Kunstaus-
Der Maler Fritz Heidingsfeld ist 1907 als Sohn eines Musikers in Zoppot geboren war Schüler von Pfuhle in Danzig (wie die G eßener Malerin Lotte Droefe), reifte durch Deutschland Oesterreich und Spanien; gerade aus dem Erlebnis der südlichen Landschaft fand er M kehr zur Gestaltung der heimatlichen ostdeutschen Welt angeregt. Er schreibt darüber: „1934 machte ich meine zweite Studienreise nach Spanien, und zwar nach ^Mallorca. Dort setzte ich mich erneut mit der Farbe auseinander und ich muß sagen, daß diese Zeit nur zu Gunsten meiner Malerei des deutschen Ostens gewesen ist, denn heute sehe ich das Haff, ein Kornfeld, Baume Tiere und auch die Menschen in ganz anderen frischeren Farben.^ Trotzdem aber bleibe ich bei dem Ernst, der hier vor- wiegend herrscht — herbe und knapp - Diese Sätze scheinen uns bezeichnend für die Eigenart Heidingsstlds, für Richtung und 2^l ferner Arbeit, sie kennzeichnen die Bilder, die man hier ausgestellt findet, bis zu einem bestimmten Grade und deuten auch, in der Hinwendung zum Landschaftlich-Bodenständigen, eine flüchtige Berührung mit dem Schaffen Böckstiegels an. Freilich «^rd es angesichts dieser Ausstellung, niemandem entgehen können, daß hier zwei in'ihrer landschaftlichen ^hmft^ m der Generation und im künstlerischen Ausdruck . grundverschiedene Temperamente am : JBerf fmö , Die Anschauung und Umbildung, besser. Nachbil
belgischen Partei oder Bewegung!
Das gilt, wie gesagt, für alle altbelgischen Parteien, einschließlich der Rex-Partei, die ihrerseits als Gegner der Katholischen Union in ihren Wahlversprechungen „Gerechtigkeit für Eupen-Malmedy verkündet und gegenwärtig besonders rege ihre Propaganda auch in unserer Heimat betreibt. Das Rex-Organ erscheint ja schon seit einiger Zeit in einer deutschen Ausgabe, um auf die deutschen Wähler einzuwirken und ihnen darzutun, daß auch sie im Rexwagen am besten fahren wurden.
Was haben wir von dieser Propaganda zu halten? Letzthin fanden sowohl in Malmedy wie in Eupen Versammlungen der Rexisten statt, auf denen ihr Führer Leon De grelle selbst das Wort nahm. Diese Versammlungen klärten die Lage. Der rexistische Kampf gegen die Katholische Union allein, der bei uns Eupen-Malmedyern an sich Sympathien auslöst, weil die katholische Regierungspartei seit Jahr und Tag der schärfste Unterdrücker unserer Heimatrechte ist, kann uns nicht genügen; wir wollten hören, wie Rex zu uns und zu den Fragen, die uns bewegen, steht. Und da zeigte sich, daß die Rexisten, zur Stellungnahme gezwungen, keineswegs bereit waren, ihren Begriff „Gerechtigkeit für Eupen-Malmedy" näher zu erläutern, daß sie vielmehr sowohl gegenüber dem Ausbürgerungsgesetz, wie der Frage Eupen-Malmedy insgesamt einen durchaus „belgischen Standpunkt einnehmen, also sich im Grunde in nichts van anderen belgischen Parteien unterscheiden. Im
Die gestern eröffnete Ausstellung zeigt Plastiken und Steinzeichnungen von P. A. Böckstiegel, Dresden, und Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Fritz H e i d i n g s f e l d, Danzigs Böckstiegel haben wir vor längerer Zeit, im Jahre 1928, zuerst als Maler im Kunstverein kennen gelernt. Wenn man sich der damaligen Eindrücke noch ein wenig zu erinnern vermag, wird man bald, auch wenn die entschiedene Wendung zur bildhauerischen Form zunächst überraschen mag, Verbindungslinien von jener ersten zur heutigen Ausstellung Herstellen können und die Einheit des Werkes aus der in sich ruhenden abgeschlossenen Persönlichkeit dieses Künstlers empfunden. Bockstiegel ist soweit wir uns erinnern, im wesentlichen Autodidakt ohne akademische Schulen und Einflüsse groß geworden, fest verwurzelt in seiner bäuerlichen Herkunft und in seiner westfalischen Heimat, aus der ihm die in allen seinen Schöpfungen unmittelbar spürbaren und dem Beschauer sich mitteilen- den Blut- und Erdkräfte zuwachsen. Es ist seine eigenste Welt, die er da gestaltet, und em Zug zur Größe zur Monumentalität, der schon seinerzeit in den Gemälden Böckstiegels festzustellen war, prägt sich womöglich noch gesteigert, noch strenger und ausschließlicher in seinen figürlichen Arbecken, übrigens auch in den Stemzeichnungen aus. Erdnähe und unverfchminkte Realität spricht aus den großen kantigen Bauernköpfen dieser Bildnerei. Und wenn etwa der Kopf des blinden Bauern fd)on fast die übermenschlich-entrückten Zuge antiker Masken aufweist, so strotzen doch die meisten der anderen Skulpturen, das Selbstbillmis etwck der iunae Bauer", der „Bauer mit Hut , um nur einige der stärksten Leistungen herauszugreifen, von lebendigstem Leben. Diese Kopfe haben, oon enu- gen Ausnahmen abgesehen, schon m der eigentum- lichen Materialbehandlung, m lhrer Oberfläche nichts von jener bekannten, unverbmdlich-polierten akademischen Glätte, der man so häufig begegnet, sondern sie sind, gleichsam von innen her, übrigens mit einer bestechend ruhigen und Scheren Hand, aufgebaut und durchgebildet, gleichsam durch , immer ganz individuell geformt ohne die Mindeste Beschönigung oder Stilisierung, unmittelbar „Wachend" und ausstrahlend wie eine photagraphl che Momentaufnahme. Etwas außerhalb steht für un
kennen. , .. . . , ,
Schon bei früheren Wahlen, die wir tm beb
mschen Staatsverbande mitmachten, erlebten wir, daß uns die altbelgischen Parteien, die uns zuvor entweder übersahen oder aber kräftig zu entrechten halfen plötzlich ihrer liebevollen Aufmerksamkeit würdigten. Bei einer Wahl möchten sie gern unsere Stimmen haben! Diesmal sind sie noch eifriger bemüht als zuvor, uns klarzumachen, wie trefflich sie für das Wahl und Gedeihen Eupen-Malmedys argen würden, wenn... Bitterste Erfahrung hat uns endgültig darüber belehrt, was van solchen Wahlversprechungen zu halten ist. Wie uns Drohungen und Rechtsbeugung nicht von unserer- Pflicht abhalten, unsere Volkszugehörigkeit und unser Recht über alles zu setzen, fo fallen tmr auch auf Ser. lockungen und sogenanntes Zuckerbrot der Parteien
In der festlich g-fchmückten Ordensburg Crofsmfee übergab her Sübr« .am SÄieÄ?« 5 und" ffiem-
mit der der Führer in der Ordensburg umjubelt wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
0« l e 9 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe, ferner zu 1500, 300 und 300 Mark Geldstrafe. Für die Geldstrafen tritt im „, E ~ I Falle der Uneinbringlichkeit für je 100 Mark etn
zweiten Punkte zogen sie sich auf die übliche For- $ Gefängnis ein. Von der seit Oktober 1935 er- mel zurück, über eine Frage, die „durch mter- Iittenen Untersuchungshaft werden je 5 Monate nationalen Vertrag geregelt" fei, könne nicht ge= , bie Strafe angerechnet. Die Angeklagten I u - sprachen werden, im ersten Punkte wiesen sie sich \{ t u g c « m a n n und Fritz Prosch werden durchaus als Anhänger der Ausbürgerung aus, k ^gesprochen. Soweit Verurteilung erfolgt ist, wenn sie auch schüchtern mitteilten, daß das ent- tra Verurteilten die Kosten, im Falle der sprechende Gesetz nicht nur für einen Teil des skreisprechunq entfallen sie auf die Staatskasse." Staatsgebiets gelten dürfe. Gewichtiger war noch " ihr Verhalten bei der Eupener Versammlung selbst. Es wurde „freie Aussprache" vereinbart, und nach der Rede De grell es hatte die rexistische Leitung nichts dagegen, daß zwei Marxisten ausführlich machen. Als jedoch ein Vertreter der Heimattreuen Stellung zu nehmen gedachte, verließen D e q r e l l e und feine Freunde unter der Verkündigung, die Versammlung sei geschlossen den Saal. Die Masse der Teilnehmer, die natürlich aus fieimattreuen bestand, mußte erfahren, daß btefe belgische Erneuerungspartei in Sachen Eupen-Malmedy s anscheinend keineswegs Erneuerungsgrund- fätze vertritt, auch wenn Degrelle nicht noch' nach-' träglich, unter dem Druck gegenteiliger altbelgischer Behauptungen, bekannt hätte, die Versammlungen auf Eupen-Malmedyer Boden hätten „im Zeichen Belgiens" stattgefunden. .
Auch die Rexisten haben uns also, wie auf Grund ber belgisch-wallonischen Struktur dieser Gruppe kaum anders zu erwarten war, gründlich enttäuscht. Wir mußten erneut erfahren, daß wir auf uns selbst gestellt sind. Um so mehr aber wurde uns unsere Ausgabe bewußt: auch bei diesen Wahlen ein geschlossenes heimattreues Bekenntnis abzulegen. Jede Sttmme, die einer altbelgischen Gruppe gegeben wird, schwächt unsere völkische Geschlossenheit und damit die Geschlossenheit unseres
I Sie R-ich-post gibt «riäM* b« 2^«’ fpbfpr Störte hab mir bet diesen belgischen Wahlen Otta aan Guerickes eine Sondermarke zu 6 Pf. für kqenbtia SrüTfeler Sartoment ober für in beschränktem Umfange heraus. Otto aan Guencke : Drovinzialrate wähUn, sondern oar aller Welt war Physiker, gleichzeitig auch regterenber Bu ger- : Kenbaren müssen: baß wir Heimattreue und meister in Magdeburg wo er u. a. d-° Luftpumpe -i.tpr.nn. ifnner.Boimebner sind ersanb. Der Entwurf ber Priesmarke stammt von । und^nichts als dies. Treu der Heimat und unserem Professor Richard Klein, München. — (Scherl-M^)
Heger spendiert Gulasch.
Max Reger, dessen Todestag sich am 11. Mai zum zwanzigsten Male jährt, liebte sehr einen gemütlichen Äbendschoppen. Wir hatten, so erzählt Freiherr von Malapert-Neufville, em Jugendfreund des Komponisten, im Maiheft von Velhagen & Klasings Monatsheften, einen Stammtisch in einer bescheidenen Kneipe, zu dem junge Musiker, Schauspieler, Kaufleute und Studenten kamen. An solchen Abenden ging es sehr gemütlich und fidel zu. Auch ein alter Herr, der als junger Pfarrer wegen zu freier politischer Anstch. ten'aus dem Dienst entlassen war, kam des öfteren zu diesen Abenden. Er wurde van uns „Herr Pro- sessor" angeredet, obwohl ihm, soviel ich weiß, dieser Titel nicht zustand. Dieser alte Herr hatte einen sehr guten Appetit; besonders liebte er Gulasch. Als er einstmals wiederum diese Leibspeise bei dem Kellner bestellt hatte, nahm Reger den Kellner bei- feite und sagte ihm: „Bringen Sie dem Herrn Professor drei Portionen Gulasch, rechnen Sie ihm aber nur eine Portion an, die beiden anderen Portionen bezahle ich." Der Kellner brachte eine Nie- senportion, die unser lieber Professor mit gutem Appetit in kurzer Zeit verzehrte. Zu unserem größten Erstaunen bestellte sich der alte Herr noch eine zweite Portion Gulasch; er wollte eine derartig vorteilhafte Speise gründlich ausnützen. Das Er- staunen und die Enttäuschung war freilich auf Seiten des Professors, als der Kellner diesmal mit einer gewöhnlichen, natürlich viel kleineren Portion erschien.
Zeitschristen.
— Die Olympischen Spiele stehen in diesem Jahre im Mittelpunkt aller Sportinteressen; so schweift auch der Blick einmal zuruck zu der Ursprungsstätte im alten Hellas. Daher wird der reich bebilderte Artikel „Olympia" von Dr. Franz Kuy- pers in der neuesten Nummer der „Jllustrir- ten Zeitung" (I- I. Weber, Leipzig) begrüßt werden. Eine ganzseitige Bildertafel fuhrt die Stak- ten der modernen Olympischen Spiele vor Augen und stellt das Heute dem Einst gegenüber. — An bie Riesenschlacht von Verdun vor 20 Jahren gemahnt ein Gedenkbeitrag von Hermann Ziese- geringer: „Opfergang vor Verdun" Die beige- □ebenen Zeichnungen und Photos stellen Augenblicksbilder der Schlacht bar, Bilder wie sie die Kriegsteilnehmer sahen: hüben und drüben.


