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Gir Samuel Hoare erster Lord der Admiralität.

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London, 27. April. (DNB. Funkspruch.) Die Morning Post" meldet, daß in der nächsten Woche mit der Ernennung des früheren Außenministers Sir Samuel Hoare zum ersten Lord der Admiralität an Stelle Lord M o n s e l l s, der in den Ruhestand treten werde, zu rechnen sei. Nach Mitteilung gut unterrichteter Kreise sei ihm der Posten bereits angeboten worden, und er habe ihn angenommen. Hieraus könne man schließen, daß die Gesundheit von Sir Samuel Hoare, der nach der Ablehnung des Hoare-Laoalschen Friedens­planes durch die britische Öffentlichkeit zurückgetre­ten war, wieder voll hergestellt sei.

Oer italienische Landwirtschafisminister in Berlin.

Berlin, 26. April. (DNB.) Der königlich-italie­nische Landwirtschaftsminister Exzellenz R o s s o n i ist am Samstagabend hier eingetroffen, um eine Reihe von Einrichtungen des Dritten Reiches, beson­ders auf landwirtschaftlichem und sozialem Gebiet, aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Auf Ein­ladung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wird er am Mittwoch, 29. April, im Harnack-Haus einen Vor­trag über diepolitischen und moralischen Gesichts­punkte der neuen korporativen Wirtschaft" halten.

Er wird darauf als Gast des Reichsbauernführers Reichsminister Darre eine Reise in verschiedene Gebiete Deutschlands antreten, um Einrichtungen des Reichsnährstandes, besonders auf dem Gebiete der Binnensiedlung, sowie im Deichgebiet der Nord­see in Augenschein nehmen. Während seines Auf­enthaltes in Berlin wird er Gelegenheit haben, mit den ihn interessierenden Regierungs- und Partei­stellen Fühlung zu nehmen.

26 jüdische Kommunisten in Warschau abgeurteilt.

Warschau, 26. April. (DNB.) In Warschau ging ein großer Kommuni st enprozeß zu Ende. Angeklagt waren 26 Personen fast durchweg Juden wegen Beteiligung bei der Ab­fassung, Herstellung und Verbreitung illegaler Zeit­schriften und Broschüren. Die Wühlarbeit der Angeklagten richtete sich besonders gegen die Diszi­plin in der polnischen Armee. Die jüdischen Hetzer versuchten, die Soldaten zum Ungehorsam, zur Meuterei und zur Spionage zu bewegen. Der Hauptangeklagte wurde zu 12 Jahren Ge­fängnis verurteilt. Die Möglichkeiten des letzten Begnadigungsgesetzes wurden ihm gegenüber nicht angewendet. Die übrigen Angeklagten wurden zu Freiheits st rasen zwischen 10 und 3 Jahren verurteilt, wobei ein Teil der Strafe auf Grund des Begnadigungsgesetzes erlassen wird.

Kulturtagung der HI. in Heidelberg.

Im Heidelberger Rathaus eröffnete der stellver­tretende Leiter des Kulturamtes Obergebietsführer Cerff die Reichstagung der Haupt­referenten und Mitarbeiter des Kul- turamtes der Reichsjugendführung sowie der Leiter und Leiterinnen der Kulturabteilungen in den Gebieten und Obergauen. Obergebietsführer Cer ff wies darauf hin, daß die Kulturarbeit der HI. nur als Teil der Totalität der nationalsozialisti­schen Weltanschauung aufzufassen sei. Die HI. wende ihr stärkstes Interesse der kulturellen Arbeit zu. Sie müsse die Behauptung zurückweisen, daß nur die Menschen zur Gestaltung der neuen natio­nalsozialistischen Kultur berufen seien, die auch in der Vergangenheit kulturelle Fragen betreuten. Das Kultur- und Rundfunkamt der Reichsjugendführung habe es sich zur Aufgabe gemacht, die jungen schöp­ferischen Kräfte der Hitler-Jugend planmäßig zur Gemeinschaftsarbeit zu erziehen. Dieser Erziehung diene das alljährliche Sommerlager. Zweck dieser Reichstagung müsse es sein, mit allen Gliederungen der Bewegung zusammen eine Front der kulturellen Aktivisten zu bilden.

Der Hauptreferent für bildende Kunst, Heinrich Hartmann, gab u. a. eine Uebersicht über den Einsatz der bildenden Künstler der Hitlerjugend für die Notwendigkeit des politischen Lebens. Maler und Graphiker der Arbeitsgemeinschaft junger Künstler seien in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt worden. Architekten und Heimgestalter haben eine große Aufgabe im Bau und der Aus­gestaltung der neuen Jugendherbergen erhalten. Der Münchener Schriftsteller Wolf Justin Hart­mann brachte die enge Verbindung von Jugend und Frontsoldatentum zum Ausdruck, lieber die Arbeitsgemeinschaft junger Künstler, ihren Einsatz und ihre Aufgaben sprach der Geschäftsführer des Kulturamtes Hermann Roth Der bekannte Film­schauspieler und Regisseur Luis Trenker sprach über das deutsche Filmschaffen der Gegenwart. Der alemannische Dichter Hermann Burte las aus seinen Werken. Karl Richard Ganzer sprach zum ThemaKunstschaffen der deutschen Nation". Nach einer gemeinsamen Fahrt zum Ehrenfriedhof wurde der Platz beim Bierhelderhof besichtigt, auf dem m diesem Sommer ein Lager des Rundfunk- und Kulturamtes durchgeführt werden wird.

Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach besichtigte mit den Tagungsteilnehmern die Burg Rotenberg, die in Kürze Reichsschule des Kultur­amtes wird. Am Abend sprach der Reichsjugend­führer im Heidelberger Rathaus vor den versam­melten Kultur- und Rundfunkabteilungsleitern und -leiterinnen der Gebiete und Obergaue.

Aus aller Welt.

miert worden. Das entkommene Flugzeug ist ein gelber Doppeldecker und trägt als Kennzeichen ein Kleeblatt an der Seitensteuerfläche.

Oie sportliche Prüfung im Reichsberufswettkampf.

Zu den sportlichen Wettbewerben im Reichs- k a m p f des Reichsberufswettkampfes in Königsberg traten 650 Jungen und Mädel, die am Tage zuvor im beruflichen Wettstreit ihre Kräfte gemessen hatten, an. In Anwesenheit des Gauleiters Koch begann das Wettkampfprogramm mit einem 100-Meter-Lauf und mit Weitspringen jur Jungen und Mädel sowie mit Keulenwerfen Der Jungen und Schlagballweitwurf der Mädel. In glänzender Disziplin wurden die Hebungen öurchgeführt. Die Bestleistungen der einzelnen Klaßen liegen trotz der strengen Bedingungen be­trächtlich über dem geforderten Mindestmaß. Nach den Wettkämpfen zeigten die Königsberger Forma­tionen der HI. und des BDM. in mannigfachen Vorführungen den hohen Stand ihrer körperlichen Ausbildung. Ein Vorbeimarsch der Reichsberufs­kampfteilnehmer und der Königsberger HJ.-For- mationen vor Gauleiter Koch und Obergebiets­führer Axmann beschloß die sportlichen Wett­bewerbe.

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Die Schulungstagung für soziale Jugendarbeit nah^n ihren Fortgang. Der Leiter des Sozialamtes der DAF., Reichsabteilungsleiter M e n d , sprach über die Sozialpolitik des nationalsozialistischen Staates. DerReichshauptabteilungsleiter I des Reichs­nährstandes SS.-Obersturmbannführer Haidn ent­wickelte den Gedanken des Volkes als der höchsten, weil gottgewollten, blut- und bodenverbundenen Gemeinschaftsform.

Ehrung eines flämischen Dichters im Deutschlandsender.

Stijn S t r e u v e l s, einer der größten flämi­schen Dichter, der für seinen RomanKnecht J a n" 1927 den großen Flamenpreis erhielt und kürzlich von der Stadt Hamburg durch Verleihung des Rembrandt-Preises ausgezeichnet wurde, kommt am 30. April im Deutschlandsender zu Wort. Nach Streuvels' Roman schuf Gerhart Pohl auf An­regung des Deutschlandsenders eine dramatische Skizze, die mit außerordentlichem Geschick zwischen den Gegebenheiten des Romans und den Not­wendigkeiten des Funks vermittelt. In Streuvels' Werk, das den Lebensweg des armen Pferde­knechtes Jan schildert, ersteht vor dem Hörer ein großes bäuerliches Epos von flämischer Erde und ihren Menschen.

Englisches Dankschreiben an die HI.

Der Führer der englischen Schülergruppe, die von dem traurigen Unglück a u f dem Schauins- l a n d betroffen wurde, hat an den Beauftragten des Gebietsführers Kemper, Gefolgschaftsführer Stähle bei seiner Abreise von Freiburg folgendes Schreiben gerichtet:

Lieber Kamerad!

Wir jungen Engländer haben es tief dankbar empfunden, daß die HI. uns in den schweren Stunden selbstlos und kameradschaftlich geholfen hat. Wir freuen uns, daß es möglich war, daß sich in einer menschlichen Not die Jugend zweier ßänoer über Grenze und Sprache hinroea verstanden hat. Es war mit eine sehr große Hilfe, daß Sie uns so selbstverständlich Ihre Organisation zur Ver­fügung stellten und alle Arbeiten, die Sie erledigen konnten, übernahmen.

Wir bitten Sie, Ihrem Gebietsführer unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen, daß die Hitler-Jugend bei unseren Kameraden Wache gestanden hat und für die Worte, die der Gebiets­führer zu uns .gesprochen hat.

Ihr habt unseren toten Kameraden ein Ehren­geleit bis zur deutschen Grenze gegeben, und wir werden Euch das nicht vergessen. Der Generalkonsul, der englische Pfarrer uno vor allem der Vater haben mir wiederholt ihre Dankbarkeit und Ergrif­fenheit bekundet. Der Vater sagte mir am Bahnhof, er wünsche, gain England könne sehen, was Sie für uns getan haben und wie Sie von unseren toten Kameraden Abschied genommen haben.

(Gez.) Kenneth Kea st.

Gasexplosion In einem Berliner Methans. Verbrecherischer Anschlag des Hausverwalters. In der Georgenkirch-Straße in Berlin ereignete sich in einem^ Wohnhaus eine schwere Explo­sion. Das ganze Gebäude wurde stark beschädigt. Wohnungen und Läden boten den Anblick eines Trümmerfeldes. 13 Personen wurden durch herab­fallende Wandverkleidung und durch Glassplitter leicht verletzt. Das Haus mußte wegen Ein­sturzgefahr vollständig geräumt werden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei führten zu der Feststellung, daß der Verwalter des Hauses, der 61jährige Franz Hänel, aus Rache gegen den Eigentümer und mehrere Mieter nach einem raffiniert ausgeklügelten Plan in der Waschküche ausströmendes Leuchtgas zur Explosion gebracht hat. Hänel wurde verhaftet.

Durch die Explosion schwebten annähernd 100 Personen das Haus beherbergte 27 Mietparteien mit 10 Untermietern in Lebensgefahr. Der Ver­walter Hänel war zunächst nicht aufzufinden, so daß man vermutete, er sei bei der Explosion um­gekommen. Später hörten Bewohner des Nachbar­hauses Klopfgeräusche, die aus der Wand zu kom­men schienen. Nachforschungen ergaben, daß sich Hänel in einem Schornstein verborgen hatte, wo er hilflos eingeklemmt war. Die Feuerwehr konnte ihn mit großer Mühe bergen. Er gestand nach kur­zem Leugnen das Verbrechen ein. Hänel war an dem Haufe, das feiner in Kopenhagen wohnenden Schwester und deren Tochter gehört, mit 15 000 Mark beteiligt. Da seine Absicht, gegen den Willen seiner Verwandten das Haus zu verkaufen, nicht auszuführen war, kam er auf den verbrecherischen Gedanken, das Haus durch eine Gasexplosion zu vernichten. Dabei leitete ihn auch die Absicht, seine eigene Frau und seinen Sohn unö einige ihm ver­haßte Mieter zu beseitigen. Angeblich wollte Hänel nach der Tat sich erschießen, will aber nicht mehr den Mut gefunden haben; sprang dann in einen Schornstein des Nachbarhauses, um sich zu ver­stecken. Dort blieb er hängen, so daß er nur noch die Wahl hatte, zu verhungern ober um Hilfe zu rufen. Hänel, der bei dem Sprung in den Schorn­stein Verletzungen erlitten hatte, wurde als Ge­fangener in das Staatskrankenhaus gebracht.

kohlenoydgasvergiftungen während einer Abendmahlsfeier ln Jütland.

In der Kirche in Logftör in Jütland erlitten während der Abendmahlsfeier zahlreiche Besucher schwere Kohlenoxydgasvergiftungen. Als nach Beginn der Abendmahlsausteilung erst eine ältere Dame und dann mehrere Konfirmanden bewußtlos zusammenbrachen, wollte der Geistliche

die Feier schnell beendigen. Während des Orgel­spiels verloren noch die Organistin und zwei Frauen aus dem Kirchenchor das Bewußtsein. Die Besucher eilten ins Freie. In der frischen Luft erlitten noch weitere Personen Ohnmachtsanfälle. Aerztliche Hilfe war rasch zur Stelle. Verschiedene Kirchenbesucher spürten die Folgen der Vergiftung erst in ihren Wohnungen und mußten sich ebenfalls in ärztliche Behandlung begeben. Insgesamt hatten etwa 20 Personen unter den Vergiftungen zu leiden; in zwei Fällen mußten die Betroffenen ins Kranken­haus gebracht werden. Eine Untersuchung ergab, daß die giftigen Gase offenbar durch eine undichte Leitung in das Kircheninnere eingedrungen waren.

Großfeuer im Jeverlande.

In der Gemeinde Wangerland in der Nähe von Jever wurde das große landwirtschaftliche Anwesen des Bauern Janssen in Gammens durch ein Schadenfeuer eingeäschert. Nur das Wohnhaus konnte durch den Einsatz von zwei Feuerwehren aus der Umgegend gerettet werden. Der große Vieh­bestand, acht Pferde, mehr als 45 Stück Rindvieh, zahlreiche Schweine, Schafe und Schaflämmer so­wie 70 Hühner kamen in den Flammen um. Auch sämtliche landwirtschaftlichen Geräte wurden ver­nichtet. Man vermutet Brandstiftung. Die Polizei nahm bereits einen Verdächtigen fest.

Furchtbare Bluttat in Hannover.

In dem Vorort Hannover-Wülfel ereignete sich am Sonntagvormittag eine blutige Familientragö­die. Der etwa 28jährige Schmied Sille drang nach einem Streit mit seiner Mutter und seiner Frau mit einem großen Messer auf seine Mutter ein und durchschnitt ihr den Hals. Dann versuchte er seine Frau zu ermorden und tötete schließlich sich selbst durch einen Schnitt in den Hals. Die beiden Frauen wurden ins Krankenhaus gebracht, wo die Mutter unmittelbar nach der Einlieferung starb.

Französischer Flieger narrt die Luftpolizei.

Der Berater des Negus für flugtechnische Fragen, der französische Flieger Drouillet, hat der Luftpolizei einen Streich gespielt, der in Paris all­gemeines Aufsehen erregt. Drouillet hatte in abessi­nischem Auftrage ein Flugzeug in Amerika gekauft. Es wurde in einem französischen Kanalhafen ge­landet und von Drouillet nach dem bei Paris ge­legenen Flughafen Villacoublay geflogen. Mit der Begründung, daß die Einfuhr nicht rechtmäßig er­folgt sei, wurde es von den französischen Behörden zunächst unter Verschluß genommen. Der Flieger Drouillet erhob hiergegen gerichtlichen Einspruch, der noch nicht erledigt ist. Auf seine dringenden Bitten erteilte die Polizei dem Flieger die Erlaub­nis zu einem kurzen Probeflug über dem Flugplatz. Von diesem Probeflug ist Drouillet aber nicht zurückgekehrt. Nun ist die Luftpolizei alar-

Geführliche Geldschrankknacker in Amsterdam verhaftet.

Der holländischen Polizei ist ein guter Fang ge­lungen. In Hartem wurden in einer der letzten Nächte vier Einbrecher verhaftet, die gerade im Begriff waren, im dortigen Finanzamt einen Geldschrank mit Hilfe von Schneidebrennern zu öffnen. Die vier Verbrecher, die einer berüchtig­ten Bande angehören, dürften nach Annahme der Polizei u. a. auch den Einbruch in einem städtischen Büro Amsterdams auf dem Gewissen haben, bei dem nicht weniger als vier Geldschränke aufge« brachen wurden. Dieser Fall, der bisher nicht auf­geklärt werden konnte, hatte im vorigen Jahr in Amsterdam großes Aussehen erregt.

Otto-von-Guericke-Erinnerungsmarke.

Die Deutsche Reichspost gibt zur Erinnerung an den deutschen Physiker Otto von Guericke an­läßlich der 250. Wiederkehr seines Todestags eine Sondermarke z u 6 Pf. heraus. Otto von Guericke schuf wesentliche Grundlagen der Maschi­nentechnik, die sich u. a. auch bei der Entwicklung der Rohrpost und des Rundfunks wiederfinden. Die neue Marke, die in beschränkter Auflage vom 4. Mai ab an den Postschaltern ausgegeben wird, zeigt das Bildnis des deutschen Erfinders nach einem Entwurf von Professor Richard Klein in München. Sie ist in grüner Farbe in Rastertiefdruck hergestellt und kann auch zur Freimachung von Postsendungen nach dem Ausland benutzt werden.

Betrügerischer Bankier in Dijon verhaftet.

Die Polizei in Dijon verhaftete einen Bankier B e r t i l l o n, der seine Kunden um nicht weniger als 20 Millionen Franks betrogen hat.

Gauausscheidungskampf im Schreibmaschinenschreiben.

LPD. Frankfurt a. M., 26. April. Bei dem großen Treffen der deutschen Stenographen und Maschinenschreiber im vorigen Jahre in Frankfurt war beschlossen worden, die Reichsmeister- schäft im Maschinenschreiben zu Pfingsten in Bayreuth auszutragen. Zur Ermittlung der An­wärter aus unserem Gau fand hier am heutigen Sonntag ein Kampf um die (Saumei ft erfdjaft statt. Siegerinnen wurden:

Emmi B ä 11 g e r (Wiesbaden-Biebrich) mit 23,08 Punkten und 7,6 Anschlägen in der Sekunde; Edith Steinmetz (Frankfurt a. M.) mit 23,05 Punkten; Elfriede Sander (Frankfurt a. M.)

An diesem Gaumeisterschaftsschreiben nahm außer Konkurrenz auch die zweite Preisträgerin des letz­ten Kampfes um die Reichsmeisterschaft, Olga F i - scher- Berlin teil. Sie erreichte insgesamt 27,34 Punkte bei 8,033 Anschlägen in der Sekunde.

Buntes Allerlei.

. Erinnerungen an Max Reger.

Am 11. Mai jährt sich zum 20. Mal der Tag, an dem Max Reger starb; aus diesem Anlaß ver­öffentlicht Freiherr v. Malapert-Neufville inVelhagen & Klassings Monatsheften" fesselnde persönliche Erinnerungen an den großen Kompo­nisten. Er hatte Reger als bescheidenen Musiklehrer am Freudenbergischen Konservatorium in Wies­baden kennengelernt.Gut mittelgroß, mit etwas nach vorn geneigter Körperhaltung, trug er nach Künstlersitte eine kurzgeschnittene Sammetjacke, einen großen Schlapphut und einen schwarzeinge­faßten Kneifer an schwarzer Schnur." Der Künstler verkehrte viel im Elternhause des Verfassers und erfreute die Familie häufig durch sein herrliches Spiel.Bei diesen Gelegenheiten führte er auch alle möglichen Virtuosenstückchen vor; so legte er ein Handtuch auf die Tasten des Klaviers und spielte dann verdeckt ebenso meisterhaft wie bei freier Klaviatur. Dabei mußte stets ein Glas Gerstensaft auf dem Klavier stehen, da Reger als echter Bayer ein großer Liebhaber dieses Geträn­kes war und oft zu sagen pflegte:Trink, damit du noch an 'n triggft!"

Reger hatte die Erlaubnis, jederzeit die Orgel in der Marktkirche zu spielen, und Freiherr von Mala­pert-Neufville war oft mit ihm allein in dem weiten Gotteshaus.Reger, der an sich gerade keine Schön­heit war, verklärte sich bei feinem Orgelspiel; fin­ster, wuchtig, könnte man sagen, wurde der Ge» sichtsausdruck, wenn er mit allen Registern los- brauste, dann wieder zart und milde, kindlich rein bei seinen eben nur hingehauchten Pianos, die wie aus weiter Himmelshöhe klangen ..."

Gern teilte Reger mit seinen Freunden; wenn er aber knapp war, verlangte er das gleiche von ihnen. Als der Verfasser ihn einmal in seiner Wohnung in der Sedanstraße besuchte, lagen frisch geschriebene Notenblätter auf allen Möbeln. Er habe etwas zu- fammengeschmiert, um wieder flott zu werden, erklärte er. Damals hatte Reger einen Verleger in England, der seine Kompositionen erwarb und sicher dafür nur sehr bescheidene Honorare zahlte. Es war die höchste Zeit, daß Hilfe kam; der Ge­richtsvollzieher hatte aerobe Regers Klavier ge­pfändet, und Reger spielte nun mit göttlichem Humor auf dem gepfändeten Klavier:Kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf mein Klavier."

Neues Licht

auf die älteste ägyptische Kultur.

Die Entdeckungen, die vor kurzem in einem Grabe in Sakkara aus dem Jahre 3500 v. Chr. gemacht worden sind, gehören zu den bedeutungs­vollsten Gräberfunden, die bisher in Aegypten gelungen sind. Im Museum von Kairo werden jetzt die ersten Gegenstände von diesen Ausgrabungen gezeigt. Das Grab, das 2000 Jahre älter ist als das von Tut-ench-Amun, in dem vor 14 Jahren so reiche Schätze gefunden wurden, wurde bereits 1931 zum ersten Male geöffnet. Seine volle Bedeu­tung wurde jedoch zunächst nicht erkannt; erst bei neuen Untersuchungen, die W. B. E mer y jetzt auf­nahm, wurden in der letzten Woche 42 Vorrats­kammern gefunden, deren Inhalt außerordentlich reiche Schätze umfaßte. Dr. Reisner, der Führer der Boston-Harward-Expedition, der bereits feit 40 Iahrtzn amerikanische Ausgrabungsarbeiten in Aegypten leitet, machte darüber einige Mitteilun­gen. Emerys Entdeckung ist danach von der größ­ten Bedeutung, weil sie wichtige Tatsachen vom Leben unter der ersten Dynastie enthüllt. Es ist die größte Sammlung von Grabreliquien, die jemals in einem Prioatgrabe gefunden worden ist. Die Entdeckung von Borratsräumen, die in den Felsen ausgehauen waren, ist besonders wertvoll. Sie ent­

halten Schmuckschalen und Platten und eine große Menge von Gefäßen, Waffen und Werkzeugen, die Licht auf die handwerkliche Geschicklichkeit und Er­findungsgabe der ägyptischen Kultur 3000 Jahre vor Christi Geburt werfen. Das Grab war, bald nachdem das Begräbnis stattgefunden hatte, aus- geplündert worden. Die Diebe nahmen aber nur die wertvollen Metalle und ließen die Vorrats­räume unberührt; ihr Vorhandensein wurde auch bei den Ausgrabungsarbeiten vor fünf Jahren nicht bemerkt.

Die 42 Vorratsräume, die in den Felsen ein­geschnitten sind, wurden mit Ziegeln getäfelt. Etwa die Hälfte davon ist bisher nur ausgeräumt wor­den. In den Räumen fanden sich Gefäße, in denen Wein und Nahrung für den Bestatteten in seinem Leben nach dem Tode gehalten wurden. Lehmsiegel tragen den Namen der begrabenen Person und seines Königs. Die Schmuckscheiben sind aus Stein, Bronze, Holz und Elfenbein. Eine aus gefärbtem Kalkstein trägt eine Jagdszene, einen Hund, der eine Antilope verfolgt, eingraviert. Auf einer an­deren sieht man ein Bild, wie der Hund die Anti­lope an der Kehle gepackt hat. Merkwürdig ist eine Scheibe, die ein Ornament von abwechselnden roten und schwarzen Kreisen aufweist, auf die weiße Sterne aufgetragen sind.

Unter den Gegenständen, die jetzt im Museum von Kairo gezeigt werden, befinden sich riesige Sicheln mit Flintschneiden, sehr große Messer aus Feuerstein von bemerkenswerter Schärfe, ein Ko­cher, der aus Rindleder hergestellt ist, Pfeile aus Knochen, deren Spitzen von Elfenbein ober Feuer­stein sind, ein Speer aus Elfenbein, ein kreisrunder Kasten mit eingelegten Vierecken und eine Reihe merkwürdiger Gegenstände, die noch der genaueren Deutung harren. Die Funde bringen in allem eine bedeutende Vermehrung und Erkenntnis über diese fernste Zeit der ägypttschen Geschichte.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Im Bereich subtropischer Warmluft bei gleich­zeitig kräftiger Sonneneinstrahlung setzte gestern vornehmlich in West- und Süddeutschland erhebliche Wärmezunahme ein. Sie begünstigte das Eindrin­gen kühlerer Meeresluft, die in der Nacht zum Montag stellenweise sogar zum Auftreten von Ge­wittern Anlaß gab und heute unbeständigeres Wetter bedingt. Kräftiger, von Westen einsetzender Lufttiruckanstieg bedingt erneut den Aufbau eines Zwischenhochs und Witterungsbesserung. Doch läßt die gleichzeitige Zufuhr feuchter Meeresluft für längere Zeit trockenes Wetter noch nicht erwarten.

Aussichten für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd, aber nicht durchaus trocken, tagsüber wieder leichte Wärmezunahme, westliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Im wesent­lichen freundliches und ziemlich warmes Wetter, doch nicht regensicher.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschristleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Ver­tretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. HI. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 8 Pf. mehr.

Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.