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Vornan von Marlise Kölling.
Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.
24 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Benedikte wandte sich noch einmal um. Hans- Hermann saß in eifrigem Gespräch mit der hübschen kleinen Rotblonden zusammen. Er schien sich wohl- zusühlen. Das freute sie fehr für ihn.
Ähre schöne Gestalt, hell beschienen, kam im Davonschreiten herrlich zur Geltung. Lonne sah ihr nach.
Ein Gedanke blitzte in ihm auf. Vielleicht hatte Steffens doch recht, seine Zeit an dieses schöne deutsche Mädchen zu verschwenden. Peggy war in der letzten Zeit ein Versager gewesen, auch Dorothy Warkings hatte Zuletzt nicht gut gearbeitet. Wie, wenn man diese Benedikte Zedlitz gewinnen könnte?
Lonne steckte sich eine Zigarre an und blickte gedankenvoll in den vom Brand kräuselnd aufsteigenden feinen Rauch.
Wenn er feinen Blick zur Seite schickte, konnte er den Vetter dieses Mädchens lebhaft auf die genußvoll zurückgelehnte Peagy einsprechen sehen. — Und wie stand es mit diesem jungen Mann? Steffens hatte genaue Erkundigungen eingezogen. Der wunde Punkt war überall das Geld. Die Lebensunzufriedenheit hatte diesem jungen Menschen ja geradezu aus dem Gesicht gesprochen.
Freilich, jetzt war er aufgetaut. Und rote! Peggy verstand ihre Sache. Wenn der Abend so weiterging, wie er angefangen, konnte man recht zufrieden sein. Es war freilich auch dringend nötig, Ersatz zu schaffen. Der Chef in London zeigte schon ziemlich deutlich seine Unzufriedenheit.
"Auf Ihre Gesundheit, Herr Zedlitz." Lonne hatte sich das Glas frisch mit Bowle gefüllt und trank Hans-Hermann zu. f
„Dielen Dank! Ich erlaube nur em gleiches!
Hans-Hermann erhob fein Glas gegen Sp^ne- Auch Peggy griff nach dem geschliffenen Knstall- kelch:
„Ich trinke gleich auf meine Gesundheit mit", sagte sie lachend, „auf die Gesundheit! Auf die Freude! Auf die Jugend! Auf uns!"
Sie schaute Hans-Hermann dabei an. Den überfloß wieder die heiße Welle der Sehnsucht, des Verlangens.
wurde sie durch ein persönliches Glückwunschschreiben des Führers geehrt. Auch andere amtliche Stellen, Kreisamt, Bürgermeisterei, ließen ihre Glückwünsche aussprechen und überreichten ein Geschenk.
Ein vergessener pfingstbrauch in Odenhausen (Kreis Wetzlar).
Wie anderen Ortes der „Maimann", so hielt vor langen, langen Jahren am letzten Pfingsttag in Odenhauf en der,,Stengfister(?)" seinen Umzug. In tiefer Heimlichkeit wurde auf dem Heuboden irgendeiner Scheune ein Bursche, der unerkannt bleiben mußte, in einen seltsamen Anzug gekleidet. Ganze Bündel Farnkraut waren zuvor herbei- geschafft worden. Wedel um Wedel dieses grünen Krautes verwoben und verflochten im Korbflechten geübte Personen kunstgerecht vermittels Weidenbast zu dem Kleid des Popanzes. Ein aus demselben Material gefertigter Hut von ungeheurer Höhe zierte den Kopf. So zog die „Schreckgestalt", von der gesamten Burschenschar begleitet, welche hunderte frisch geschnittene, geringelte Stöckchen trugen, durch den Ort. Die Stöckchen standen dem Farnkraut- Popanz zur Verfügung, der damit auf die ihm in den Weg kommenden großen und kleinen Dorfbewohner aufs beste einschlug und warf. Ein gewisser Gemeinde-Walddistrikt, in dem jährlich die Stöcke geschnitten zu werden pflegten, blieb infolge dieser Sitte abgeholzt. Bereitwilligst spendeten Frauen und Kinder den begleitenden Burschen Speck und Eier und sonstige Eßwaren. Nach geschehenem Umzug geleitete man mit Juchhe und Gesang den Popanz nach dem Walde. Während die Jugend hier
das Feld räumen mußte, feierten die älteren Burschen ein Gelage, wobei der „Stengfister" angeblich begraben wurde, um im nächsten Jahre zu Pfingsten wieder mit Feierlichkeit ausgegraben zu werden.
Ausbrecher Gieren; noch nicht eingefangen.
Sein Fluchtweg von Einbrüchen gekennzeichnet.
Lpd. Limburg, 25. Mai. Trotz aller Bemühungen ist es noch nicht gelungen, den auf raffinierte Weife aus der Strafanstalt Freiendiez entsprungenen Schwerverbrecher G i e r e n z wieder einzufangen. Sein Fluchtweg wird aber jetzt schon von Einbrüchen gekennzeichnet. Sofort nach der Flucht verübte er — nicht weit von der Anstalt entfernt — einen Einbruch. Dabei wurde er von den verfolgenden Beamten aufgespürt, konnte aber in den Gärten im Dunkel der Nacht entkommen. Er war von der Frau des Hauses bemerkt worden, die ihn aber für den Großvater hielt und ihn sogar am Arm packte und unter gütlichem Zureden in Großvaters Zimmer führte. In diesem Augenblick alarmierten die Beamten an der Haustür, der Flüchtling rannte durch Großvaters Zimmer und gelangte nach waghalsigem Sprung in den Garten und von dort trotz verschiedener Sck)üsse wiederum in die Freiheit. Dann wurde er in Niederzeuzheim (Westerwald) festgestellt, wo er ebenfalls einen Einbruch verübte und Lebensrnittel, Kleider und Wäsche stahl. Da er sich immer noch in Gefangenenkleidung befindet, auch weitere Lebensrnittel nötig haben wird, dürfte er immer wieder Einbrüche versuchen und dabei doch vom Schicksal ereilt werden.
Die „letzten Mer" im Handball.
Oer deutsche Meister MSV. Magdeburg ausgeschaltet.
Im Kampf um die Deutsche Handball-Meisterschaft fielen am Sonntag die letzten Entscheidungen. Die beiden noch fehlenden Gruppensieger wurden im Tv. Dberalfter (Gruppe 2) und Rasensport Mülh eim (Gruppe 4) ermittelt. Der Tv. Oberalster schlug den deutschen Meister MSV. Magdeburg mit 11:8 (6:4), steht mit den Magdeburgern punktgleich an der Spitze und ist auf Grund des besseren Torverhältnisses Gruppensieger. Diese Angelegenheit ist bekanntlich eine recht merkwürdige, da die Entscheidung eigentlich bereits am letzten Sonntag zu Gunsten der Magdeburger gefallen war, als man sich an maßgebender Stelle darauf besann, daß der Torhüter von Post Hannover nicht spielberechtigt war. Diese Feststellung wurde nach fünf Spielen (!) getroffen, Hannover verlor sämtliche Punkte, die den Gegnern zufielen. Dadurch gewann Oberalster zwei wertvolle Punkte und da Hannover auch die erzielten Tore gestrichen wurden, ergab sich nach dem sonntäglichen Sieg Oberalsters bei Punktgleichheit beider Vereine ein Torverhältnis von 58:29 für Oberalster gegenüber 42:29 Toren der Magdeburger, so daß Dberalfter Gruppensieger wurde. Die Angelegenheit dürfte damit kaum erledigt sein, denn unseres Erachtens wird sich der deutsche Meister damit
ebensowenig zufriedengeben wie Post Hannover, und die Sache kann also noch ein Nachspiel haben. Bedauerlich, daß die an sich schön verlaufenen Gruppenspiele mit einem Mißklang endeten.
In Gruppei erlitt der Gruppensieger MDSA. Leipzig seine erste Niederlage, er wurde vom Berliner SV. 92 mit 14:8 (7:8) geschlagen. Das zweite Spiel zwischen Hindenburg Bischofsburg und Post Oppeln wurde bekanntlich abgesagt.
In Gruppe 2 trafen sich neben dem oben erwähnten Hauptspiel noch KTV. Stettin und Post Hannover, die Hannoveraner siegten hier mit 8:2 (4:1).
In Gruppe 3 hatten beide Spiele keine Bedeutung mehr. Gruppensieger Hindenburg Minden empfahl sich für die Vorschlußrunde mit einem hohen Sieg von 19:2 (10:0) über den TV. Altenstadt, und bie Spielvgg. Fürth gewann knapper als erwartet mit 9:8 (5:7) gegen Obermendig.
In Gruppe 4 fiel die erwartete Entscheidung zu Gunsten von Rasensport Mülheim. Die Mülheimer gewannen 19:4 (11:4) über Kurhessen Kassel, bedurften dieses Sieges allerdings gar nicht, da der SV. Waldhof über den einzigen Rivalen Mülheims, MSV. Darmstadt, mit 8:4 (2:0) gewann.
Handball im Sporlkreis Gießen.
S.Ji.-i’port
Gpielvereinigung 1900 Gießen.
Jugend-Fußball
1900 1. Jugend — Gladenbach 1. Jugend 4:1
1900 2. Jgd. — Grohen-Llnden 2. Jgd. 4:1
1900 3. Jugend — Heuchelheim 2. Jugend 1:5
1900 1. Schüler — Wetzlar 05 1. Schüler 1:0
1900 2. Schüler — Wetzlar 05 2. Schüler 1:0
1900 3. Schüler — Wetzlar 05 3. Schüler 1:0.
Am Sonntag empfing die 1. Jugend die Jugendmannschaft aus Gladenbach zum Feundsckaftsrück- spiel. Seiner Zeit mußten die 1900er in Gladenbach eine Niederlage einstecken, und es galt nun, in diesem Spiel Revanche zu nehmen. Dies glückte auch auf Grund der besseren Mannschaftsleistung. In der ersten Halbzeit sah es allerdings noch nicht nach einem Siege aus, denn die Gäste gingen in Führung und behaupteten diese bis kurz nach Halbzeit. Erst dann gelang der Ausgleich, und es konnten noch drei weitere Tore erzielt werden.
Die 2. Jugend konnte auch das Spiel m Großen- Linden gewinnen, sie hatte das Spiel jederzeit in der Hand und hat verdient gewonnen. Die Mannschaft verdient ein Gesamtlvv.
Zu Freundschaftsspielen waren die drei Schülermannschaften des Sportvereins 05 Wetzlar auf dem Trieb bei den Blauweißen.
Die Spiele eröffnete die 2. Schülermannschaft; wie bei allen drei Kämpfen, so standen sich auch hier zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, die mutig um den Sieg kämpften. Der Charakter des Spieles wird am besten dadurch gekennzeichnet, daß im ganzen Spiel nur ein Strafstoß verhängt wurde. Der Siegestreffer fiel Ende der ersten Halbzeit.
Anschließend spielten die Kleinsten beider Vereine. Es war erstaunlich, was die kleinen Kerle für eine Bellbehandlung zeigten. Auch hier fiel der Treffer erst gegen Ende.
Als letztes Spiel fand das Treffen der 1. Schülermannschaften statt. Wie im Treffen in Wetzlar, blieb auch diesmal die Mannschaft der Blauweißen mit 1:0 im Vorteil. Auf beiden Seiten wurden präck- tige Leistungen gezeigt, und es wäre wohl zu mehreren Treffern gekommen, wenn nicht die Hintermannschaften gut auf dem Posten gewesen wären.
Die 3. Jugend mußte auch in Heuchelheim gegen
die dortige 2. Jugend eine Niederlage einstecken. Allerdings konnte die Mannschaft durch in letzter Minute erfolgte Absagen nicht vollständig antreten.
„FETeutonia^Watzenbom-Steinberg
VfR. Lich 1. Mannschaft — kombinierte Mannschaft von Watzenborn-Steinberg 1:3 (0:2).
Arn Sonntag mußte der FC. Teutonia einer rückständigen Gesellschaftsspieloerpflichtung bei dem VfR. Lich nachkommen. Durch Verhinderung von mehreren Spielern stellte man eine kombinierte Mannschaft auf, ohne den Torwart Happel und ohne die gesamte Läuferreihe. Im Sturm fehlte Lang. Die Licher Mannschaft war vollzählig. Daß die Teutonen mit dieser Mannschaft keinen hohen Sieg erringen konnten, war vorauszusehen. In der ersten Halbzeit sah man die Teutonen meist im Angriff, aber Fett und Haas konnten durch ihre unsicheren Schüsse nichts anbringen, besser gesagt, sie tarnen nie in eine sichere Schußstellung. Die Licher Mannschaft war immer zum größten Teil in der Verteidigung und im gegebenen Moment auch wieder im Sturm. Der erste Treffer für die Gäste war ein Elfmeter, der zweite ein placierter Schuß von Haas. Mit dem Stand von 2:0 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Halbzeit ein anderes Bild. Die Licher Mannschaft, die jetzt auf ihr Trainingstor spielte, wollte mit aller Gewalt Tore aufholen. Sie hatte auch oft Gelegenheit dazu, denn die beiden Verteidiger der Teutonen waren wohl sicher, aber sie nahmen den Sturm nie ernst und gefährlich. Lich wurde nun immer härter, und mancher Spieler der ersten Mannschaft der Teutonen ließ vielfach den Ball dem Gegner, vielleicht war es auch das beste.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Heuchelheim — Vollenhorn 1:2 (1:2).
Bottenhorn stellte eine äußerst spielstarke Mannschaft und Heuchelheim mußte seine alten Spieler mit heranziehen, um eine höhere Niederlage zu verhüten. Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel, doch machte sich bei den Ersatzleuten die längere Pause bemerkbar. Bottenhorn gewann verdient auf Grund seines besseren Zuspiels.
Vorher spielte die zweite Jugend gegen die zweite Jugend 1900. Das Spiel endete 4:1.
Am Sonntag herrschte im Kreis ein über das übliche Maß hinausgehender Spielbetrieb. Ueberall hatten sich Mannschaften ^ufammengefunben, die sich in Pflicht- und Freundschaftsspielen harte und spannende Kämpfe lieferten. Daneben hatte der Tv. Wißmar zu einem Handballwerbeturnier eingeladen, das einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Nicht unerwähnt sollen auch die Pokalspiele bleiben, von denen allerdings die Paarung Lützellinden gegen Spvgg. 1900 nicht zustandekam, weil Gießen auf die Austragung verzichtet hatte. Damit ist Lützellinden kampflos in die weitere Runde gekommen.
Aufstiegspiele.
Tv. Dutenhofen —- Tv. Grüningen 12:4 (3:2). Bis zur ersten Halbzeit* sah es keinesfalls nach einem so hohen Sieg der Platzbesitzer aus, zumal in dieser Zeit Grüningen auch noch einigermaßen Widerstand leistete. Nach der Pause nahm das Spiel härtere Formen an, so daß zwei Spieler der Gäste den Platz verlassen mußten. Unter diesen Umständen war es flar, daß Grüningen den ungestümen Angriffen des ausgezeichneten Gästesturmes nicht mehr standhalten konnte. In regelmäßigen Abständen fielen die Tore. Es ist schade, daß Grüningen auf diese Weise kapitulierte, vielleicht hätte das Treffen doch noch einen anderen Ausgang genommen. Dutenhofen hat sich jedenfalls jetzt an die Spitze gefetzt, die es auch wohl kaum noch abgeben wird.
Tv. Allendorf (Lda.) — Tv. Katzenfurt 13:5 (4:3). Die erste Halbzeit zeigte verteiltes Feldspiel und beiderseitig gute Leistungen. Nach dem Wechsel versuchte Katzenfurt mit allen Mitteln die Oberhand zu behalten, so -aß das Treffen zeitweilig unschöne Formen annahm. Lobenswert ist die Haltung der Platzmannschaft, die trotzdem die Ruhe behielt und auf diese Weise zu einem bemerkenswerten Sieg kam.
Tv. Münchholzhausen — Tv. Lang- Göns Jgd. 8:5 (3:3). Der neue Kreismeister mußte in Münchholzhausen eine nicht ganz unverdiente Niederlage hinnehmen. Lang-Göns spielte nicht mit dem Elan, den die Mannschaft während der Runde zeigte. Sie macht einen etwas überspielten Eindruck und trat zudem noch mit Ersatz an. Nicht vergessen soll auch werden, daß die einzelnen Spieler anscheinend auf Grund der Tatsache, daß der Meister bereits feststeht, zum Teil recht lustlos spielten.
Pokalspiel.
Tv. Alsfeld — T gd e. Fulda 5:8 (2:3). In einem überaus spannenden Treffen mußte sich Als
feld dem besseren Können der Gäste beugen. Damit ist im heimischen Kreis nur noch Lützellinden in der Polakrunde, die demnächst ihren Fortgang nimmt.
Freundschaftsspiele.
To. Niedergirmes — Tv. Heuchelheim 15:11 (6:6). Mit einem hohen Ergebnis trennten sich beide Mannschaften. Auf beiden Seiten gab es sehr schöne Leistungen, vor allem die Stürmerreihen waren voll und gan$ bei der Sache. Die Platzbesitzer haben gezeigt, daß sie in der kommenden Verbandsrunde sicher ein Wort mitreden werden. Aber auch Heuchelheim merkt man an, daß es die lange Pause gut überstanden hat. — Die beiderseitigen Reservemannschaften trennten sich mit einem sicheren Sieg der Gäste. Niedergirmes besitzt hier nicht die Spielerfahrung, die Heuchelheim sein eigen nennt.
Tv. Lützellind en — Tv. Garbenheim 9:3 (3:2). Lützellinden l)at erneut bewiesen, daß es die Krise gut überstanden hat und daß seine heutige Mannschaft auf dem besten Wege ist, das Erbe von einst würdig zu vertreten. Denn die Gäste, die recht gut gefallen konnten, so eindeutig zu schlagen, will schon etwas heißen.
Tv. Garben heim Jgd. — To. Lützellinden 1. Jad. 11:5 (4:3). Wir wissen, daß die Jugend des Tv. Lützellinden äußerst spielstark ist. Es überrascht deshalb um so mehr, daß sie sich in Garbenheim so einwandfrei hat schlagen lassen.
To. Hausen — To. Holzheim komb. 9:8 (2:4). Das Spiel zeigte auf beiden Seiten keine besonderen Leistungen. Holzheim hatte in der ersten Halbzeit weit mehr vom Spiel, während die Gastgeber nach der Pause stark aufkamen und mit etwas Glück einen knappen Sieg landen konnten.
To. Münchholzhausen — Tv. Hörns- heim 10:9 (6:4). Zu einem äußerst spannenden Kampf gestaltete sich das Zusammentreffen dieser Mannschaften. Die Gäste waren durch längeres Pausieren stark im Nachteil, während die Platzbesitzer zur Zeit wieder über eine sehr gut eingespielte Mannschaft verfügen. Unter normalen Verhältnissen hätte Hörnsheim zu einem beachtenswerten Sieg kommen können.
Tv. A l l e n b o r f (L d a.) Jgd. — Tv. Katzenfurt Jgd. 5:5 (2:2). Beide Mannschaften lieferten einen jederzeit anständigen und spannenden Kampf, der einen gerechten Ausgang nahm.
hanballwerbeturnier in Wißmar.
Die vom Turnverein Wißmar durchgeführte Veranstaltung nahm einen ausgezeichneten Verlauf. Die Kämpfe, vor allem in der Kreis klasse, brachten spannende Spiele, die oft nur ganz knapp ausgingen. Sieger wurde mit einer ausgezeichneten
Wie lange schon war er nicht so fröhlich gewesen? — Seit sich dieser Jens Petersen zwischen ihn und Benedikte gedrängt hatte war ihm das Lachen abhanden gekommen. Jetzt aber konnte er endlich wieder vergnügt fein.
Benedikte hörte die Aeußerungen seiner guten Laune durch die geöffneten Fenster bis herein in das Herrenzimmer Lonnes.
„Mein Vetter scheint sich sehr wohlzufühlen", sagte sie lächelnd zu Steffens. „Ich bin Ihnen wirklich dankbar. Der Junge hat in der letzten Zett sehr den Kopf hängen lassen." „
„Vielleicht paßt er nicht für das Landleben hier , forschte Steffens.
Benedikte zuckte die Achseln:
„Möglicherweise. Aber man kann sich die Dinge feute nicht aussuchen, Herr Steffens.
Sie hatten inzwischen Platz genommen. Torsion eröffnete die Unterhaltung:
„Also, Fräulein Zedlitz, ich habe Zwar die Bilder Ihres Herrn Onkels noch nicht gesehen. Aber unser Freund Steffens hat schon viel Gutachten für mich abgegeben. Außerdem weiß ich, was Afrttabttder von Hubert Zedlitz auf dem internationalen Markt wert sind. Unter tausend Mark kann das kleinste Bild nicht abgegeben werden, Studien natürlich etwas weniger. Ich würde also, sagen wir, von siebenhundert Mark an bieten und behalte mir vor, bei größeren Bildern höher zu gehen. Darf ich vielleicht morgen mit meinem Freunde zusammen zu Ihnen kommen und mir alles besehen?
„Aber gern, Herr Torsion!" ...
Benedikte schwindelte der Kopf. Soviel Geld für Bilder? Sie hatte davon keine blasse Ahnung.
Blitzschnell überschlug sie im Geiste die' Summe, die da herauskommen würde. Mein Gott, wenn das alles Wirklichkeit wurde, dann konnte man ja den Roggenschlag nebenan ankaufen. Man konnte die Scheune vergrößern, einen Stall anbauen. Dann konnte man — ach, was konnte man niefjt alles! Und mitten in diesem sekundenlangen Rausch der Hoffnung mußte sie denken: Was wirb nur Jens Petersen sagen?
„Noch eins, Fräulein Zedlitz", klang ihr erneut Herrn Torsions Stimme entgegen. „Ihr Vetter hat Herrn Steffens von verschiedenen Studienmappen und ungerahmten Entwürfen erzählt. Könnten wir diese Sachen einmal hier in Ruhe durchsehen? Ja? Dann werde ich morgen Lonne bitten, den Wagen hinüberzuschicken. Die Sachen können aufgeladen werden, und wir können sie hier prüfen. Nach der
Durchsicht werde ich Ihnen mein Angebot machen. Und nun" — er erhob sich — „möchte ich Sie der Gesellschaft draußen nicht länger entziehen. Der Abend ist zu schön, um ihn im Zimmer zu verbringen."
Tief in der Nacht gingen Benedikte und Hans- Hermann über die stillen Wiesen heimwärts. Graf Lonne hatte den Wagen anspannen lassen wollen, aber Benedikte hatte abgelehnt. Die Nacht war so wunderschön. Warum sollte man nicht den Weg nach. Hause zu Fuß machen?
Mit dem Versprechen, sich sehr bald wieder auf der „Burg" sehen zu lassen, waren sie geschieden. Steffens, Lonne sowie Peggy hatten ihnen noch das Geleit bis an den Hügel gegeben, von dem aus der Wiesenweg in das Dorf und zum Haus „Endlich allein" abzweigte.
Die anderst Gäste standen auf der Terrasse. Ihr fröhliches: „Auf Wiedersehen. Gute Nacht. Lassen Sie es sich gut bekommen!" klang in die Stille.
Schweigend gingen die beiden jungen Menschen ihrem Heim zu.
Der Himmel war von einer samtigen Blaue, der Mond erhellte das Land weithin bis zum Meer. Man sah das Wasser nicht, man hörte nur sein gleichmäßiges, tiefes Rauschen jenseits der Dünen.
„Ist es nicht wunderschön?", fragte Benedikte nach langer Pause. „Sag', Hans-Hermann, hat dir der Abend auch so gut gefallen? Ich muß bekennen, ich bin mit großer Unsicherheit hingegangen. Aber wirklich _ so etwas von Gastfreundschaft und Fröhlichkeit habe ich schon lange nicht mehr erlebt."
„Mir geht es genau so", stimmte Hans-Hermann langsam zu. Benedikte schaute den Vetter an. Er schien sich mit etwas zu quälen.
Plötzlich blieb der junge Mann mit einem Ruck stehen, faßte Benediktes Hände und stieß hervor:
„Benedikte, ich muß es dir noch einmal sagen: sprich ein einziges Wort, und ich lasse alles, alles — Du wirst keinen Anlaß mehr finden, dich über mich zu beklagen wie jetzt — ich weiß, ich weiß — — Nein, ich werde nur daran denken, für dich alles richtig und gutzumachen. Aber wenn du mich von dir schickst, wenn du einen andern lieb hast, Benedikte, gut dann soll mir alles gleich sein. Verstehst du, das ist mein voller Ernst. Dann bist du verantwortlich für das, was geschieht."
Benedikte sah entsetzt zu Hans-Hermann hin. Was sagte er da? Sie verantwortlich für alles, was geschehen könnte? Wie meinte er das?
„Ich verstehe dich nicht, Hans-Hermann. Was soll denn geschehen?"
Er machte eine unbestimmte Handbewegung: „Ach laß! Sag mir nur das eine, Benedikte: hab' ich keine Hoffnung? Kannst du mich nicht lieb haben?"
„Aber Hans-Hermann, ich habe dich doch lieb, das weißt du doch."
Er schüttelte störrisch den Kopf:
„Ja, so wie man seinen Vetter lieb hat ober irgendeinen andern Verwandten! Aber du weißt, daß ich mehr haben will, mehr, Benedikte!"
Und plötzlich riß er sie an sich. Sein weinerhitztes Gesicht, seine Lippen waren ihr ganz nahe. x6ie versuchte, sich zu wehren, sich freizumachen, aber er hielt sie mit stählernen Armen. Seiner selbst nicht mächtia, zwang er ihr Gesicht in seine Hände und küßte sie gierig.
Einen Augenblick verharrte Benedikte so, ganz betäubt von Hans-Hermanns Leidenschaft. Ader dann überkam sie die keusche Abwehr eines Menschen, der einem andern gehört mit Leib und Seele und sich für ihn aufsparen möchte auch mit der kleinsten Liebkosung.
Sie stieß ihre Fäuste gegen Hans-Hermanns Brust, daß er von ihr abließ und einen Schritt zurücktaumelte.
„Pfui", rief sie, „pfui, das war häßlich!"
Sie schluchzte auf. Und dann wandte sie sich um und lief, lief — so schnell sie konnte.
Hans-Hermann blieb stehen. Er sah des Mädchens helles Kleid im Mondlicht schimmern, sah ihre Gestalt sich immer weiter entfernen. Schließlich stand er allein in der atmenden Sommernacht.
Da brach ein unbändiger Trotz in ihm auf. Gut, sie wollte ihn nicht! Aber es gab andere, die ihn wollten. Diese kleine Peggy — was hatte sie ihm gesagt in den paar Minuten, da sie beide allein zwischen den Fliedergängen des Gartens einhergingen? Er wäre zu schade für solch ein Leben wie das hier auf Oevenshöe! Was alles hatte sie 'hm nicht zugeflüstert mit ihrer reizenden kecken Kinderstimme. Ja, sie hatte es sich sogar gefallen lassen, daß er sie im Dunkel einmal umarmte... Strich darunter! Es gab andere Frauen, die waren nicht so spröde wie Benedikte. Und er würde kein Narr sein, sich sein ganzes Leben Benediktes wegen zu zerstören.
Aber bei allem Zorn verließ ihn doch nicht das jämmerliche Gefühl und die peinliche Ahnung: daß, was er auch tat, er es nur aus Trotz gegen Benedikte tun würde — weil sie ihn nicht liebte.
(Fortsetzung folgt I)


