Leistung der Tv. Atzbach vor Tv. Wißmar, Tv. Londorf, Tv. Krofdorf und To. Allendorf (Lahn). Allendorf enttäuschte etwas. Der Mannschaft fehlt das nötige Zusammenspiel und vor allem das Verstehen untereinander. Auch die Jugendspiele konnten gefallen. (Sieger wurde To. Ruttershausen.) Die Veranstaltung, die an Stelle des verhinderten Kreisspielwarts L u h unter Leitung von Bezirks- spielwart Seibert stand, hat dem Handball sicher neue Freunde zugeführt
Mx.
Jleuer Rekord im Hammerwerfen.
Bei der ersten Klubkampfrunde der Berliner Großvereine schleuderte Hein (Hamburg) den Hammer 52,84 Meter weit und verbesserte damit den jungen Rekord des Mannheimer Greulich, der 52,02 Meter erreicht hatte. — (Schirner-M.)
Ein verwegener Sprung.
Das Endspiel um den Reichsbundpokal in Leipzig brachte ein sensationelles Ergebnis, nämlich die 9:0- Niederlage von Südwest. Die Sachsen zeigten sich ihren Gegnern weit überlegen. Noch mit den besten Eindruck machte der Torwart von Südwest, Kersten, der hier einen verwegenen Sprung über den erfolgreichen Torschützen Heimchen macht, um diesen nicht zu verletzen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Schluß des Reichsnährstands-Reitturmers.
Biermaliges Stechen im Kanonen-Zagdspringen
Herrliches Wetter war am Sonntag dem Schluß des Reichsnährstands-Reitturniers auf dem Äus- stellungsgelände in Frankfurt befchieden. Den Höhepunkt des Nachmittags bildete, neben den verschiedenen Schaunummern, das Kanonen-Jagd- springen der Klasse Sb, das 23 Pferde am Start vereinte, von denen 13 ohne Fehler über den mit sechs schwierigen Hindernissen, ein Gatter ohne Absprungerleichterung, eine hohe Mauer mit Zinnendeckung, ein Oxer, ein Hochsprunggestell von 1,50 m Höhe, ein Toreingang mit dahinterliegenden Stangen und ein Gartenzaun mit zwischengesetzter Mauer, bespickten Kurs kamen, ein Zeichen dafür, wie gut gesprungen wurde, und wie sehr sich die Reiter und Pferde an den Turnierplatz gewöhnt haben.
Unter den 13 Fehlerlosen befanden sich Pferde der besten deutschen Klasse. Rittmeister Sahla war allein dreimal vertreten mit Posidonius, Bismarck und Erle. Weitere fehlerlose Ritte hatten zurückgelegt: Wachtmeister Weidemann mit dem Riesen Großfürst, Hauptmann Großkreutz mit Harras, SS.-Untersturmführer von Zastrow mit Christel, Herbert Frick mit Coralle, SS.-Unter- scharführer Stephan mit Flieger, Hermann I m - m e n d o r f f mit Nektar, Gustav Lange (München) mit Korsika, Oberleutnant von Trotha mit Fatalist, SS.-Obersturmführer T e m m e mit Nordland und Rittmeister von S a l v i a t i mit seinem Schimmel Großfürst. Verschiedene Bewerber waren sich so gleichwertig, daß das Springen erst nach viermaligem Stechen entschieden wurde. Erst dann hatte es H e r b e r t F r i ck mit der Stute Coralle gegen Bismarck unter Rittmeister Sahla geschafft.
Im ersten Stechen waren der Oxer auf 1,40 m Höhe und 2 m Weite und der Hochsprung auf 1,60 m erschwert. Posidonius, Coralle, Bismarck und Nordland kamen in dieser Reihenfolge fehlerlos über die Hindernisse. Fünf weitere Pferde wurden mit zwei Fehlern auf den fünften Platz gesetzt, während die restlichen vier je vier Fehler hatten.
Zum zweiten Stechen wurde der Hochsprung auf 1,75 m und der Oxer auf 1,60/2,15 m erhöht. Hierbei
machte Posidonius durch Abstreifen am Hochsprung mit der Hinterhand Mvei Fehler, während Nordland durch zu spätes Abspringen am Oxer ebenfalls zwei Fehler erhielt. Coralle unter Herbert Frick und Bismarck unter Rittmeister Sahla qualifizierten sich für das dritte Stechen, wobei , der Hochsprung auf 1,85 m gerichtet wurde, der Oxer dagegen unverändert blieb. Beide Pferde zogen sich diesmal vier Fehler zu, Coralle am Oxer und Bismarck am Hochsprung, so daß noch ein viertes Stechen notwendig wurde, das nun über die unveränderten Hindernisse führte. Bismarck versah sich am Oxer und streifte mit der Hinterhand, während es Herbert Frick mit einem meisterhaften Ritt gelang, den Rotschimmel Coralle ohne Fehler über die beiden Hindernisse und damit zum Sieg zu steuern
Coralles Sieg ist um so bemerkenswerter, als die Stute in Holstein von einem Kaltbluthengst aus einer Traberstute gezogen ist. Die heute Zwölfjährige gehört zu unseren besten Hochspring-Pserden. Herbert Frick, der noch mit bundagierten Knien reiten mußte, kam damit nach seinem schweren Sturz im Frühjahr zu seinem ersten Sieg.
Die Dressurprüfung der Klasse M brachte dem Stall Westen noch einen achten Erfolg während des Frankfurter Turniers. Meisterreiter August Staeck gewann auf Draufgänger, dem Olympiasieger von 1928, die mittlere Dressurprüfung gegen Mona Lisa mit Fritz Stecken und Tantris unter Sattelmeister Eckhardt. Die beiden nächsten Plätze hatte wieder Fritz Stecken, einer unserer besten Dressurreiter, mit Donner II und Waldkater inne.
Zur letzten Turnierprüfung erschienen dann die Mehrspänner in der Bahn, zwei Sechser- und zwei Fünferzüge in ungarischer Landanspannung. Hierbei blieb das berühmte Holsteiner-Gespann der Kavallerieschule Hannover von Wachtmeister Winkens siegreich.
Mit sämtlichen Schaunummern, die nochmals vorgeführt wurden, und dem Zapfenstreich, gespielt von vier Musikkorps, wurde das Reichsnährstands-Reitturnier und die -Ausstellung 1936 geschlossen.
SZ.-Zungfliegerireffen aus der Wasserkuppe.
Am Pfingstsonntag findet auf dem bereits historischen Segelfliegerberg der Rhön, auf der Wasserkuppe, als diesjährige große Jahresveranstaltung der Flieger-HI. ein Jungfliegertreffen statt. An diesem Treffen, das erstmalig in Form eines Zeltlagers aufgezogen sein wird, nehmen über 1000 Jungflieger der HI. aus allen Gebieten teil. Außerdem ist der Bann Fulda allein noch mit 500 Mann vertreten. Da in Verbindung mit diesem HJ.-Jung- fliegertreffen gleichzeitig auch der Reichswettbewerb für Segelflugzeugmodelle des Deutschen Luftsportverbandes durchgeführt wird, an dem etwa 400 Modellbauer teilnehmen, werden also fast 2000 Angehörige der Hitler-Jugend und des Deutschen Jung
volks um die Monatswende auf der Wasserkuppe versammelt sein.
Diese Zahl übertrifft die des Vorjahres um das Doppelte und würde vielleicht noch größer sein, wenn es die finanziellen Mittel und die Unterbringungsmöglichkeiten erlaubt hätten. Aber so schon zeigt sich der ungeheure Aufschwung, den die Jungfliegerei in Deutschland im letzten Jahr genommen hat. Dieser Aufschwung ist nicht zuletzt auch der intensiven Zu- sammenarbeit mit dem DLV. zu verdanken, dessen Unterstützung die Durchführung des Reichstreffens der HJ.-Jungflieger ermöglicht hat.
Das Reichstreffen soll die Gemeinschaft der Jungflieger ganz Deutschlands zusammenführen zum gemeinsamen Bekenntnis zur Luftfahrt, das in einer Ehrung und Gedenkfeier für die gefallenen Flieger des Weltkrieges am Abend des 31. Mai am Denkmal auf der Wasserkuppe zum Ausdruck kommen soll.
„Zeigen Sie mir mal deutsche Gemütlichkeit!"
Besuch beim Ausländerdienst in Berlin. - Dorbereitungen für die Olympiade.
In Sidney in Australien holt sich ein Mann Auskunft über Deutschland in einem Reisebüro. Er macht eine Geschäftsreise nach Europa. „Gern würde ich auch Berlin besuchen", sagt er vielleicht, „aber ich kann kein Wort Deutsch, höchstens Englisch und ein wenig Französisch". — „Das macht nichts", beruhigt ihn der Mann am Schalter, „bitte sehr!". Und ehe er sich's versieht, hat er ein buntes Heft in der Hand, auf dem steht in großen Lettern „Die Reichshauptstadt", er blättert um, und siehe, da sind drei Spalten Text, rechts englisch, in der Mitte deutsch, links französisch.
Bei der Ueberfahrt, ob es die Woermann-Linie ist, ob die White-Star-Linie, ob Hapag oder Llond, überall begegnete dem Mann aus Sidney dieses Heftchen mit seiner Aufforderung:
Come and consult us!
Venez nous rendre visite! Besuchen S i e uns!
In Hamburg sieht er das Heftchen wieder, im Speisewagen nach Berlin schlägt er die Mitropa- Zeitung auf und liest diese dreisprachige freundliche Aufforderung, und schließlich in seinem Hotel oder seiner Privatpension sagt man ihm: „Wenn Sie Ausländer sind, melden Sie sich doch beim Aus - länderdienst, dort wartet man auf Sie!"
Neugierig geworden, entschließt sich der Mann aus Sidney, einen Besuch in der Berliner Geschäftsstelle Unter den Linden zu machen. Und er hat es nicht zu bereuen. Im Gegenteil, er ist begeistert, schreibt sich ins Gästebuch ein und — erzählt seine Eindrücke weiter
„Es ist erstaunlich, wie schnell wir im Ausland populär geworden sind", berichtet einer der ständigen Dolmetscher und Betreuer fremder Gäste, „in allen Reisebüros liegen unsere Aufrufe, alle Schiffahrtslinien führen sie, die großen Hotels im Ausland legen sie größtenteils auf, aber sehr, sehr viel verdanken wir auch der Empfehlung von Mund zu Mund. Die fremden Gäste sind im allgemeinen hoch begeistert von unserer Einrichtung, die noch dazu kostenlos für sie ist, so daß jeder sie in Anspruch nehmen kann. Jetzt, vor Beginn der Olympiade wird der Zustrom täglich größer. Und das Schöne ist, daß wir mit fast allen ausländischen Besuchern in Briefwechsel bleiben, daß sie uns wiederum ihre Bekannten schicken und noch Lobeshymnen dazu über die Aufnahme."
„Wie bewältigen Sie denn nun diesen starken Besuch außer ihren laufenden Geschäften?"
„Uns steht ein ganzer Stamm ehrenamtlich e r D o l m e t s ch e r für die Betreuung zur Verfügung, außerdem haben wir für die Zeit der Olympiade noch eine große Anzahl weiterer Meldungen bekommen, und diese freiwilligen Helfer, die alle selbst schon einmal ähnliche Gastfreundschaft in fremden Ländern genossen haben, stehen unseren Gästen zur Verfügung, führen sie einzeln oder in Gruppen zu besonderen Sehenswürdigkeiten, gehen auf besondere Wünsche ein und zeigen ihnen soviel als möglich vom neuen Deutschland."
„Was haben die Ausländer im allgemeinen denn für Wünsche?"
„Fast alle möchten sie den Führer sehen, viele stehen stundenlang vor der Reichskanzlei, der .Kaiserhofi ist ihnen besonders interessant, viele bitten um den Besuch bei einem Arbeitslager. Dann die Reichsautobahnen, die Olympia
bauten, das historische Berlin, Potsdam natürlich, die meisten möchten einen ,trip‘ in die Umgegend machen, und wir versuchen, alle Wünsche nach Möglichkeit zu erfüllen."
„Und was wollen fiie alles wissen?"
„Ja, da haben sich tatsächlich einige Standardfragen herauskristallisiert, wenn man so sagen soll, die in irgendeiner Form bei fast jedem wißbegierigen Ausländer zu finden sind. Zunächst wundern sie sich über die vielen verschiedenen Uniformen und wollen sie genau erklärt haben, dann mußte ich sehr oft den Sinn des Deutschlandliedes erklären; daß unser .Deutschland, Deutschland über aües‘ keine Eroberungsgelüste in sich berge, ging den meisten nur langsam ein, die Judenfrage erörtern sie lang und breit, überhaupt führen sie gern außen- und innenpolitische Diskussionen. Wir freuen uns immer über das rege Interesse und geben gern Auskunft bis in jede Einzelheit."
„Und Deutschland selbst, welchen Eindruck geben die Fremden wieder?"
„Immer aufs neue freuen sie sich über die Sauberkeit, und schon mancher hat mich nach dem ,special secret* gefragt, nach dem Geheimnis dieser deutschen Sauberkeit.
.Zeigen Sie mir einmal deutsche Gemütlichkeit!« oder ,Was ist eigentlich deutsche Gemütliche feit?4 ist eine fast ebenso häufige Frage. „Das ist nun nicht so leicht jemandem klarzumachen, aber wir versuchen doch immer, irgendwie den Begriff am lebenden Beispiel zu erläutern, vielleicht gehen wir dazu gerade einmal in einen Schrebergarten, in eine Stehbierhalle ober gar für einen Sprung auf einen Rummelplatz."
„Sie erwähnten vorhin das Gästebuch?" >
„O ja, das muß ich Ihnen noch zeigen, das ift eine Sehenswürdigkeit für sich. Beim Abschied bitten wir jeden unserer betreuten Gäste, uns ein paar Worte zu schreiben. Sehen Sie, hier!"
Ein großes in Leder gebundenes Buch wird gebracht. Fast schon die Hälfte seiner Seiten sind bedeckt mit den verschiedensten Handschriften. Da stehen japanische, chinesische Lettern zwischen englischen, amerikanischen, dänischen Schriftzügen. Ein Südfranzose hat in feiner Kritzelschrift gar ein ganzes deutsches Gedicht verfaßt.
Untereinander stehen da die Namenszüge einer holländischen Schulklasse. Ueberall Dankes- worte dabei an den Ausländerdienst und für die liebevolle Betreuung.
Köstlich ist der Erguß eines englischen Faschistenführers, der sogar sein Bild dagelassen hat. Er schrieb wörtlich:
„Dienst is Dienst, und Schnapps is Schnapps, We received both! Many Thanks!
(Wir erhielten beides, vielen Dank!)
„Er war besonders begeistert von dem Besuch eines Arbeitsdienstlager s", erzählt sein Begleiter dazu, „statt acht Tage ist er nachher sechs Wochen hiergeblieben. Das überhaupt ist unser schönster Lohn, wenn die Gäste freiwillig ihren Aufenthalt verlängern, weil es ihnen so gut gefällt."
Noch einen letzten Blick ins Gästebuch, da hat ein jugoslawischer Arzt, der unter anderem die Berliner Charite besichtigte, mit energischen Buchstaben hingeschrieben: „Können, Wissen, Siegen, das ist das neue Deutschland!"
Dr. Ellen Riggert.
Beim Heimgange unserer JJiutter
3m Mai 1936
3387»
Zahlreiche erbeten.
<Srid) und Karl. Ernst Eichhoff wgleich Im Namen der Hinterbliebenen
sind uns in überreichem Maße Zeichen der Anteilnahme zuge- gangen. Dir haben unendlich viel verloren, aber diese starke Teilnahme unserer und unserer Mutter Freunde und Bekannten hat uns auch viel gegeben. Dafür möchten wir unseren herz- lichsten Dank sagen
Die Beerdigung unseres lieben Kameraden und Ehrenmitgliedes
W LouisSchäfer
jö Schneidermeister
findet Donnerstag, den
* 28. Mai. 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
Beteiligung der Kameraden
33991)
Heute morgen entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
Herr Louis Schäfer, Sdineidermeister im 85. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Schäfer Familie Louis Schäfer Familie Karl Schäfer Familie Joh. Fleischhauer Familie Hermann Jäger.
Gießen (Frankfurter Straße 132), den 25. Mai 1936.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 28.Mai, 14Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt.
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