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Dienstag, 26. Mai 1936
186. Jahrgang
Nr. 12! Erstes Blatt
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Gespannte Lage in Palästina
Zertrüm- Wahlkampf hervor. Allein in drei Bezirken der Anspruch Provinz Lüttich hätten die Katholiken die Hälfte
trotz ihres Mandatsoerlustes durch die merung der Katholischen Partei heute den aus Besetzung des Ministerpräsidentenpostens, weil sie immerhin noch die zahlenstärkste Fraktion stellen. Ihr Kandidat ist V a n d e r v e l d e , einer der Unterzeichner des Versailler Vertrages und Führer der Zweiten Amsterdamer Internationale im Weltkrieg gegen Deutschland. Aber das neue Kabinett wird, obgleich es aus den alten drei Parteien ye- bildet werden wird, vor den größten Schwierigkeiten stehen, denn der Sieg der Opposition hat den Kamps um die politische Neuorientierung in Belgien mit verschärften Mitteln aufgeworfen.
gierung will. „
Auch der Londoner Korrespondent der „Tribüne spricht von einem Treiben der Sanktionisten, die dem Negus Kundgebungen bereiten wollten, me dazu führen würden, „das zwischen England und Italien bestehende Gefühl des Mißbehagens zu verschärfen". Wenn London wirklich den Wunsch nach einer Entspannung mit Rom habe, so hätte es keine unvorsichtigere Handlung begehen können, als die, in den Besuch einzuwilligen. Man könne allerdings hoffen, daß dieser ganze Fragenkomplex von der englischen Regierung noch reichtzeitlg in aller Ruhe überprüft werde.
Der Führer der belgischen Rex-Bewegung, der erst ZOjohrige Löon Degrelle. (Scherl-Bilderdienst-M.)
in beängstigender Weise. Wie in den Alarmtagen des September geht das schreckliche Wort K r i e g um, und die Lage wird nur noch düsterer durch den Umstand, daß niemand weiß, was die englische Re-
Belgien nach den Wahlen.
Die Wahlen am Sonntag haben für Belgien zwei Ueberraschungen gebracht: die Abgabe weißer Zettel im deutschsprachigen Gebiet Eupen- Malmedy und den Verlust der Katholiken durch eine im eigenen Lager ausgebrochene Revolte der sogen. Rex-Bewegung gegen die katholischen Parteihäupter, deren enge Verbindung mit dem zumeist in liberalen Händen sich befindenden Kapitalismus zu allerlei Parlamentsskandalen führte. Die Sozialisten haben ebenfalls verloren, die Kommunisten haben vor allem im französisch sprechenden Wallonien gewonnen, aber der nationalflämische Block hat insgesamt acht Sitze gewonnen und verstärkt die Bestrebungen, die in einer Ueberwindung des Parteiensystems, der französisch orientierten Po-
Gautag Hessen-Nassau derASOAp. in Frankfurt«.M am 11. und 12 Juli 1936.
hunderttausend werden am diesjährigen Gautag in Frankfurt a. 7N. aufmarschieren.
Mehrere hunderttausend Volksgenossen werden außerdem unmittelbar Zeuge dieser machtvollen Kundgebung sein.
Aus allen Teilen des Gaues werden Sonderzüge mit 75 v. h. Fahrpreisermäßigung die am Gautag teilnehmenden Volksgenossen nach Frankfurt befördern.
Um diese Sonderzüge in genügender Zahl bereitstellen zu können, ist es notwendig, daß sich alle Parteignos- sen, Mitglieder der Gliederungen und angeschlossenen Verbände und Volksgenossen, die am Gautag teilnehmen wollen, umgehend, spätestens aber bis zum 2 8. 211 at bei den zuständigen Ortsgruppen der NSDAP, vorläufig anmelden. Dies gilt nicht für die Teilnehmer am Gautag, die innerhalb ihrer Formationen in Frankfurt geschloffen aufmarschieren werden.
Nähe von Gaza mehrere englische Familien in Gefahr feien. Truppen brachten die Familien in Sicherheit. Auf der Straße zwischen Nablus und Janin kam es zu einem Gefecht zwischen Arabern und britischen Truppen, bei dem es mehrere Verletzte gab. Auf die Filiale der Anglo- Palästina-Bank und auf den Bahnhof in Jaffa wurden am Montag mehrere Bomben geschleudert. Die Einwohner der Stadt Ke fr K e n n a empfingen durchmarschierende englische Truppen mit einem Steinhagel. Die Truppen durchsuchten darauf die Häuser, wobei sie von den Dächern weiter mit Steinen beworfen wurden. Viele Frauen beteiligten sich an diesem Angriff. Ein Engländer erhielt eine schwere Kopfwunde. Die Truppen machten von der Schußwaffe Gebrauch. Dabei wurde ein arabisches Mädchen getötet. Nach einer weiteren Meldung wurde von der Moschee in Jaffa aus ein A n g r i f f a u f b i e Polizei durchgeführt. Es wurden Schüsse abgefeuert und Bomben geschleudert. Am Dienstagmorgen kam es am Fuße des Berges Tabor zu einem Zusammenstoß zwischen britischer Polizei und etwa 250 Arabern. Die Polizei mußte sich nach kurzem Gefecht wegen Munitionsmangel zurückziehen.
Eine Unterredung mit Degrelle.
Paris, 26. Mai. (DNB. Funkfpr.) Ein Berichterstatter des „Journal" hatte mit Degrelle, dem Führer der Rex-Partei, eine Unterredung. Schon beim Betreten des Rex-Gebäudes in Brussel, so meint der Berichterstatter, habe ihn eine Luft umgeben, wie sie vor der Machtergreifung der NSDAP, in Deutschland im Haufe des Berliner Gaues der nationalsozialistischen Bewegung geweht habe. Ueberall Plakate und Aufrufe, kurz und prägnant, überall das gleiche Organisationsfieber, die gleiche Geschäftigkeit und der gleiche Eifer. Mit 30 000 Franken habe Degrelle seine Bewegung gegründet. Heute habe sie bereits ein s e st e s Kapital von über 20 Millionen. Für einen Platz in den überfüllten Wahlversammlungen habe man in den letzten Wochen bis zu 20 Franken gezahlt. Aber selbst dann habe man noch keinen bekommen.
Degrelle habe mit ihm lange über das deutsch-französische Verhältnis gesprochen und ihn schließlich mit blitzenden Augen gefragt: Was würden Sie sagen, wenn einmal em belgischer Staatsmann in der Rolle des Vermittlers sich vornehmen würde, die deutschfranzösische Verständigung zu verwirklichen? Wie dem auch fei, so schließt der „Journal"-Dertreter seinen Bericht, noch steht Degrelle und seiner jungen Bewegung ein gutes Stück Arbeit bevor. Falls die Katholische Partei und Sozialisten in Belgien einig bleiben sollten, werde die Rex-Bewegung noch eine Probe ihrer Geduld ablegen müssen, andernfalls jedoch habe sie alle Hoffnungen.
Sorgen der Mparteien
Brüssel, 25. Mai. (DNB.) Das Organ der belgischen Arbeiterpartei „Le P e u p l e" macht aus der Betrübnis der Sozialisten über ihre Stimmenverluste kein Hehl. Das Blatt tröstet sich aber damit, daß die Partei nun die st ä r k st e Gruppe im Parlament geworden sei. — Der flämischkatholische „Standaard" erklärt, die Katholische Partei gehe schwer geschädigt aus dem
in den Reihen der belgischen Katholiken entstand, veranlaßte den belgischen Episkopat im November vergangenen Jahres, Priestern und Geistlichen die Verbindung mit Degrelle und seiner Bewegung zu untersagen, und auch die Katholische Partei zog damals den Trennungsstrich. Von da ab datiert eigentlich erst der Aufschwung der Rex-Bewegung, die nunmehr ihren Kampf von außen her gegen die Katholische Partei und darüber hinaus gegen das herrschende politische System in Belgien richtete und ständig steigerte. Das politische Programm der Rex-Bewegung geht auf eine Verstärkung der Regierungsgewalt gegenüber den Parteiemflussen und eine Reform des Parlaments im Sinne des ländischen Gedankens hinaus. Die katholische Grundlage seines Programms ist unverkennbar, wenn auch Nichtkatholiken nicht zuruckgewiesen werden Auf außenpolitischem Gebiet tritt Degrelle für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit Belgiens namentlich gegenüber Großmachteinflussen em. In der Frage Eupen-Malmedy hat er sich einer klaren Stellungnahme im Wahlkampf entzogen. Er scheint aber einer Verständigung mit Deusichland über diese Frage nicht abgeneigt zu sein. Degrelle besitzt eine hervorragende Rednergabe. Er hat in Löwen Jura und Philosophie studiert, hat aber niemals em Examen gemacht, sondern ist nach mehrjährigem Studium in einen katholischen Verlag m Löwen eingetreten und hat später die Leitung dieses Ver-
litik und der Errichtung eines auf christlicher Grund- t läge sich aufbauenden Stände-Staates bestehen. ,
Zunächst ist die Abgabe von über 9000 weißen Stimmzetteln durch die Deutschen in Eupen-Mal- medy eine eindrucksvolle Frontbildung gegen die Belgisierungsversuche, die von den Behörden unter Bruch des Rechtes gegen die Deutschen beliebt worden sind. Seit 1920 kämpft die deutsche Bevölkerung von Eupen Malmedy-St. Dich um ihr Recht. Der Versailler Vertrag hatte bestimmt, daß eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit dieses Gebietes zu Deutschland oder zu Belgien entscheiden sollte. Ader im Jahre 1920 ist dieses Gebiet ohne weiteres Belgien zugeschlagen worden, und alle Versuche, im angeblich demokratischen Staat Belgien das Selbstbestimmungsrecht der Bewohner dieses Gebietes durchzusetzen, wurden vereitelt.
Eine Unterdrückungspolitik setzte ein, die durch Ausbürgerungen, Verbot des Vertriebes heimattreuer Zeitungen und Flugblätter usw. die Eupen- Malmedyex mundtot machen wollte. Die Antwort darauf war die Ablehnung der altbelgischen Parteien, der Katholiken, der Liberalen und der Marxisten, und die Abgabe weißer S t i m m - zettel als ein deutliches und in seiner Geschlossenheit bis jetzt noch nicht vorgekommenes Eichen, daß die deutschstämmige Bevölkerung ihr Recht will und durch diese Politik der Verneinung des Altbelgiertums deutlich bekundet, wo sie steht. Die Heimattreue Front hat mit diesen weißen Stimmzetteln vor aller Welt deutlich bezeugt, daß sie nichts will als ihr Recht, aber ihr volles und uneingeschränktes Recht, und sie hat sich nicht von den Lockungen jener Parteien, die wie die Marxisten im Wahlkampf angeblich Verständnis für die Bestrebungen der Heimatfront zeigten, bewegen lassen auch nur einen Schritt von dem Pfade ihres Rechts abzuweichen. Diese Abgabe von weißen Stimmzetteln ist vor aller Welt ein Ruf nach Recht und nach dem Selbstbestimmungsrecht.
Der aufsehenerregende Erfolg der Rex- Bewegung und die katastrophale Niederlage der Kathalischen Partei bei den belgischen Wahlen sind in der Hauptsache das persönliche Werk Degrelle s des 30jährigen Führers der neuen Bewegung, der 'selbst aus der Katholischen Partei hervorge- aanaen ist. Die Entwicklung Degrelles und ferner Partei ist recht interessant Degrelle, ein gläubiger Katholik, hat jahrelang im Dienste des katholischen Laienapostolates gewirkt. Die von ihm geschaffene Junqkatholische Bewegung die Zunächst in enger Verbindung mit der Katholischen Aktion m Belgien stand bat Degrelle mit rein religiöser Zielsetzung un?e, dem Schutz des „Christkönigs" gestellt. Die entscheidende Wendung vom Religiösen zum Politischen hat sich bei Degrelle und feiner Bewegung eigentlich erst im vorigen Jahre vollzogen, als Degrelle erkannte, daß die von ihm erstrebte Reform der Katholischen Partei an der unheilvollen Verquickung zwischen Religion und Politik, die rn Belgien besonders kraß in Erscheinung tritt, scheiterte. Zum offenen Bruch kam es im September v -J., als Degrelle in Courtray die Jahresversammlung der Katholischen Partei stürmte und den Rücktritt des Präsidenten der Partei, des Staatsministers Seegers, forderte Der Kampf gegen Seegers, mit dem Degrelle einen beispiellosen Erfolg hatte, war der Anfang eines erbitterten Feldzuges gegen andere führende Persönlichkeiten der Katholischen Partei, die von f " *■ ■■*■ 0
Der Herausgeber der „Volonte", Albert D u- barry, der in dem Stavisky-Prozeß verwickelt war, fordert sofortige Aushebung der Sühnemaßnahmen. Zu Beginn des itallemsch- abessinifchen Streites sei es möglich und ohne Zweifel auch rechtmäßig gewesen, Italien als Angreifer zu betrachten, und als solchen zu behandeln. Heute sei Italien derHerr Abessiniens. Das sei eine fest stehende Tatsache. Die Suhne- maßnahmen aufrechtzuerhalten, sei daher eine nicht zu verteidigende Dummheit und ein gefährlicher Scherz. Frankreich habe bereits über eine Milliarde Franken durch die Anwendung der Suhne- maßnahmen verloren. Ferner habe es die italienische Freundschaft und Italiens Hilfe aufs Spiel gesetzt. Frankreich sei gegen England nicht voreingenommen, Es würde aber nicht verstehen, wenn man es in den
London, 26. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Unruhen in Palästina nehmen, wie die englischen Blätter melden, immer bedrohlicheren Umfang an. Teilweise haben die Kämpfe zwischen Arabern und Juden, die nun feit sechs Wochen im Gange sind, bereits den Charakter eines offenen Ausstandes, der den britischen Behörden große Schwierigkeiten bereitet. Der ganze Küstenstrich von Haifa bis Gaza und das Gebiet zwischen Jerusalem und Nazareth sind von den Unruhen berührt. Bewaffnete Trupps streifen durch die Hügel und feuern vielfach auf die Polizei und die britischen Truppen. Man vermutet, daß in nächster Zeit mit einem scharsenDorgehen der b r i t i sch e n Behörde n gerechnet werden muß. Der britische Oberkommissar erklärte am Montag, daß sich die Regierung durch keinen Streik und keine Gewalttätigkeiten von ihrer Entschlossenheit abbringen lassen werde die Mandatsverpflichtungen voll und ganz zu erfüllen.
In der jüdischen Kolonie Mesha kam es zu einem Kampf zwischen Arabern und der Polizei. Die Araber rückten aus mehreren Richtungen gegen die Kolonie vor, und eröffneten das Feuer. Später trafen englische Truppen ein, die die Araber zurücktrieben. Auch in Gaza, wo Araber die Telegraphenlinien zerstört hatten, machte die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. | Den Behörden war mitgeteilt worden, daß in der
der Stimmen an Rex abgeben müssen, in Brüssel sogar zwei Drittel. In Flandern dagegen habe die Katholische Partei Widerstand geleistet. Nur in den großen Städten wie Gent und Antwerpen hätten die Rexisten Stimmen erobern können. Der flämische Nationalismus habe hier und dort in ansehnlichem Maße Gewinne zu verbuchen, was begreiflich fei nach all dem, was Brüssel in letzter Zeit getan habe, um die Gemüter der Flamen in Wallung zu bringen. Flandern habe sich auch gegenüber dem Liberalismus und dem Marxismus als widerstandsfähig erwiesen. Das Blatt hebt dann besonders hervor, daß der bisherige Führer der flämischen Katholiken, Staatsminister van Cauvelaert, der von Rex und den flämischen Nationalisten angegriffen worden ist, in glanzvoller Weise wiedergewählt worden fei. „Sorge befällt uns", schreibt das Blatt, „bei dem Gedanken, daß jetzt die S o z i a l i st i s ch e Partei die st ä r f ft e im Parlament ist und die Führung der Staatsangelegenheiten übernehmen soll."
Italien uni) das europäische Mächtekonzert.
Oie Franzosen wünschen erst im Herbst eine Entscheidung Über die Sanktionen
Paris, 26. Mai. (DNB. Funkspr.) „Oeuvre" glaubt, die neue französische Regierung werde wahrscheinlich die endgültige Losung des abessinisch- italienischen Streitfalles und die Aufhebung der Sühnemaßnahmen gegen Italien auf d i e September-Sitzung des Völkerbundes verschieben. Durchaus möglich sei, daß Italien bis dahin aus dem Völkerbund ausgeschieden sei. Italien habe die Neigung bekundet, seine europäische Zusammenarbeit mit Frankreich und England wieder aufzunehmen, jedoch in einer Weise, die weder in London noch in Paris Zustimmung finden konnte. Bei einer Besprechung mit dem. französischen und sowjetrussischen Botschafter in Rom habe Mussolini eingewendet, daß Italien diese Zusammenarbeit i m Rahmen eines europäischen Direktoriums der großen Mächte wünsche. Gleichzeitig weigere Italien sich jedoch, das gleiche Recht für alle Staaten anzuwenden und sich mit der Kleinen Entente und der Balkan-Entente zu einigen. Bei den Besprechungen habe es sich um die Unterzeichnung eines Abkommens 3 u s e ch st mit Polen und Sowjetrußland oder eines Abkommens z u fünft ohne Polen gehandelt. Es fei anzunehmen, daß Italien weiterhin eine Politik der Revision der Vertrage betreiben werde. Alle diese Entscheidungen durften jedoch auf den September verschoben werden. Dies bedeute aber nicht, daß jegliche diplomatische Tätigkeit bis dahin ruhen solle, im Gegenteil, eine unentschlossene Haltung gegenüber der faschistischen Politik sei nicht mehr möglich, die neue französische Regierung werde in dieser Frage eine endgültige Stellungnahme treffen müssen.
laqes übernommen.
Bemerkenswert ist beim Wahlausgang auch die Zunahme der Flamen. Di- Flamen haben, zulammen mit den kathalischen M.tgftebern slami- scher Herkunft, der klerikalen Parteien. nunmehr das Uebergewicht im Senat und in der belgischen Kammer. Die Wallonen sind unterlegen Damit roirö die Frage wieder spruchreif, wie die belgische Militär- undAußenvol.tik orientiert werden soll. Gerade der belgische Militaretat und der Militärakkord waren die Hauptangriffspunkte der Flamen. Sie wandten sich dagegen daß einseitig das militärische Bündnis mit Frankreich sich nur gegen Deutschland richtete. Sie behaupteten mit Recht, Belgien spiele nur die Bolle eines militärischen Vorwerks Frankreichs gegen Deutschland, was für Belgien eine Politik für den Krieg bedeute. Diese Rolle müsse radikal gebrochen werden und die Erörterungen im Senat und m der Kammer über die Kündigung des Militärvertrages mit Frankreich nahmen äußerst heftige Formen an Einradckaler Flame erklärte: „In einem Kriegsfall wird Flandern für Belgien nicht mehr marschieren! wahrend anderseits die französisch sprechenden Wallonen mit separatistischen Bewegungen drohten^ Vor der Wahl wurde die Abgeordnetenzahl an die Be- volkerungszahl angeglichen, d. h. der flämischen Bevölkerungsmehrheit angepaßt. Der Abgrund zwl- aüft-h7n°rr°g°nd° sch-n dem germanischen und w-lsch-n T-.l der Be- Enthüllungen von der Oefsentlichkeit in Anklagezu-1 P^teftn °ha!un i" M arxisten
stand versetzt wurden. Die Verwirrung, die dadurch Von den alten Parieien yu
Dienst der reichen Händler der City und die Puritaner der presbyterianischen Kirche einspannen würde.
Mißfallen in Italien.
Rom, 25. Mai. (DNB.) Die Reise des Negus nach London wird von der römischen Presse als die „neueste Erfindung der Sanktionisten für ihre italienisch-feindliche Propaganda" stark abfällig behandelt. „Giornale d'Jtalia" schreibt u. a.: Der Negus komme mit der ausgesprochenen Absicht nach England, seine Sache von dort propagandistisch zu betreiben. Man wisse, daß er in London für die Fortsetzung und Verstärkung der Sanktionen werben wolle. Die englisch-italienischen Beziehungen werden täglich gebrechlicher, und der ganze europäische Horizont verdunkelt sich dadurch


