Ausgabe 
26.3.1936
 
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NSDAP Ortsgruppe Gießen-Ost

Getreu -der vom Reichshandwerksmeister ausge­gebenen Parole ist die Arbeitsbeschaffung die vor­dringlichste Arbeit des Landeshandwerksmeisters Hessen . Gerade für unseren Bezirk, der zu einem großen Teil von der bisher militärfreien Zone ge­bildet wird, ist die Arbeitsbeschaffung besonders nötig und wichtig. Unter der zielbewußten Füh­rung unseres Gauleiters Sprenger ist darum die Arbeitsbeschaffung auch für das Handwerk in groß­zügiger Weise angepackt worden, wie die bisher er­reichten Erfolge zeigen.

Die Jnstandsehungsaktion 1933/34 bedeutete allein eine Mobilisierung von Bau­aufträgen von über 115 Millionen Mark. Die Eleklro-Gasfront-Werbung brachte in unseren Bezirk zusätzliche Aufträge von über 5.4 Millio­nen Mark. Mit besonderem Bachdruck wird vom Gauleiter die Neubautätigkeit, ins­besondere die Kleinsiedlungen gefördert. Seit 1933 sind schon über 3000 Heimstätten er­baut, ca. 2000 sind im Entstehen. 3m urbar­gemachten hessischen Ried ist ein neues Bauerndorf, Riedrod genannt, entstan­den; weitere werden folgen. An dem Bau der

Wahlkundgebungen im Kreise Wetterau der NSDAP

Pg. August Wagner, Vertreter: Pg. Heinrich Friedrich.

Wahlbüro für den Wahlbezirk XIV:Stadt Lich", Licher Straße 59, Fernruf 3279. Leiter: Pg. Hch. Rühl, Vertreter: Pg. Fritz Möller.

Wahlbüro für den Wahlbezirk XV: Gastwirtschaft Böß, Kaiserallee 21, Fernruf 2901. Leiter: Pg. August Hauser, Vertreter: Pg. Raimund Hoog.

Die Wahlbüros stehen jedem Volksgenossen zur Auskunft frei. Gehunfähige bitten wir um Mel­dung beim zuständigen Blockleiter oder dem ent­sprechenden Wahlbüro, damit der Transport durch ein Auto vorgenommen werden kann.

Bieder-Bessingen: Redner Dr. Mörschel, Butzbach.

Bonnenroth: Redner Freund, Assenheim.

Allertshausen: Redner Schimmel.

Hungen: Redner Oberbürgermeister Ritter.

G a m b a ch : Redner Münz, Frankfurt a. M. Bieder-Flor st adt: Redner Wagner. Ober-Mörlen: Redner Schmelz.

Ober-Besfingen: Redner Edler von Graeve.

Gamstaa keine Versammlungen.

Die Versammlungen am Samstag, 28. März, fallen aus, soweit sie nicht auf den 27. März verlegt sind.

In enger Zusammenarbeit mit dem Reichsnähr­stand wird die Pflege einer arteigenen Ban­ge st a l t u n g und Wohnkultur betrieben. Durch die von der Gewerbeförder u n g s - st e l l e Hessen mit steigendem Erfolg geförderte Beteiligung messereifer Betriebe an der Leipzi­ger Messe und anderen Großmessen wird auch zukünftig das Handwerk unseres Bezirks am Export stärker beteiligt sein. Die von der Handwerksfüh­rung mit Eifer betriebenen oder unterstützten

schlagssätze für die Gemeindesteuern in den meisten Gemeinden eine Höhe erreicht, die schlechterdings nicht mehr überschritten und bestimmt nicht mehr lange beibehalten werden konnte, wenn die Steuerkraft der Gemeindeangehörigen nicht völlig zum Erliegen kommen sollte.

Auch hier ist innerhalb von drei Fahren fest­zustellen, daß in 40 Gemeinden des Kreises Gießen die Ausschlagssähe für die Steuern und damit der Umlagebedarf zum Teil ganz erheblich gesenkt werden konnte. Trotz dieser Umlagen­senkung haben die Gemeinden ihre rückständigen Verpflichtungen aus den Fahren vor 1932 bis heute fast ausnahmslos abdecken können. Zins- und Tilgungsraten werden wieder pünktlich be­zahlt, ja, es konnten sogar verstärkte außer­ordentliche Tilgungen vorgenommen werden.

Soweit die Gemeinden drückendste Verpflichtungen, die namentlich die kurzfristigen Kredite darstellle//, nicht aus eigener Kraft abzudecken vermochten, griff das Reich mit der Umschuldungsgesetz­gebung ein. 20 Gemeinden des Kreises Gießen haben auf diese Weise kurzfristige Darlehn von über eine halbe Million Reichsmark umgeschuldet, d. h. man hat den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, diese Darlehen in langen Zeitabschnitten zu tilgen und zu einem durchaus angemessenen Betrag zu ver­zinsen. Die Rückzahlungsquote beträgt zur Zeit 3 v. H., der Zinsfuß 4 v. H. Auch der hessische Staat hat an seinem Teil dazu beigetragen, die Lage der Gemeinden zu verbessern, indem er die zum Teil erheblichen Rückstände der Gemeinden dem Staate gegenüber ebenfalls umschuldete und sie darüber hin­aus sogar für die Dauer von drei Jahren von jeder Zinszahlung hierfür befreite.

Von allen diesen drückenden Lasten der Vergan­genheit befreit, vermochten die -Gemeinden sich nunmehr in steigendem Waße wieder anderen

Aufgaben zuzuwenden.

Reben den bereits erwähnten Notstandsar­beiten der vergangenen Jahre sei hier besonders noch das großzügige Reinhardt-Programm erwähnt. Es hat seinen Niederschlag in dem Ge­setz zur Verminderung der Arbeits­losigkeit vom 1. Juni 1933 gefunden und bie­tet eine Fülle von Möglichkeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und damit zur Wirtschafts­belebung. Von 79 Kreisgemeinden haben sofort bei Bekanntgabe des Gesetzes 36 Gemeinden und öffentlichen Körperschaften von den Möglichkeiten des Gesetzes Gebrauch gemacht und Darleben und Zuschüsse beantragt und unter günstigen Bedingun­gen auch erhalten.

Es wurden vorwiegend kanalisations- und Wasserversorgungsanlagen, Instandsetzungen an öffentlichen Gebäuden, sowie Drainageprojekte, wie Ve- und Entwässerungen und Bodenver­besserungen durchgeführt. Gerade die letzteren Arbeiten lagen sehr im Interesse der Förde­rung der Landwirtschaft. Der Kreis Gießen hat in der Kreisabdeckerei Garbenteich eine moderne unterirdische Versickerungsanlage zur Abteilung der Abwässer geschaffen.

Diese, sowie alle Maßnahmen haben für das Volks­ganze einen Volkswirtschaft l'ichen Sinn, weil durch diese Arbeiten zunächst einmal die Ar­beitslosigkeit zu einem guten Teil zurückgedämmt und darbende Volksgenossen dadurch wieder in Arbeit und Brot gekommen

Funowahler denke daran!"

Wahlberechtigt ist, wer am 29. Vlärz sein 20. Lebensjahr vollendet hat, d. h. wer am 29. Vlärz zwanzig Fahre alt geworden ist.

Denke daran, junger Deutscher! Denke daran, deutsches Vlädel!

wer die Jugend hat, hat die Zukunft

Deine Stimme üem Führer!

Donnerstag, 26. März.

Beginn: 20.30 Uhr.

Heuchelheim: Redner Dr.Hildebrandt. Lollar: Redner Ritter.

Steinheim: Redner Bebeling. Harbach: Redner Heß.

Londorf: Redner Edler von Graeve.

Odenhaufen: Redner Vieth.

Lumda: Redner Freund.

Beltershain: Redner Schimmel. Reinhardshain: Redner Wichel. Rodheim v. d. höhe: Redner Schmelz. A f f e n h e i m: Redner Wagner.

Lang-Göns: Redner Vlünz, Frankfurt.

Freitag, 27. März.

Beginn: 20.30 Uhr.

Dettenhausen: Redner Dr. Hildebrandt. D o r f - G i l l: Redner Bebeling.

Stockhausen: Redner Wichel. Lauter: Redner Heß.

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Einst undZeht im Kreise Gießen.

Starke Gesundung der Gemeinden durch das Aufbauwerk des Führers.

Organisations-plan

der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, zur Neichstagswahl am 29. März.

Es geht auswärts!

Arbeitsbeschaffung für das Handwerk im Bezirk Hessen

Maßnahmen zur Berufsauslese und Verbesse­rung der Berufsausbildung dienen der Sicherung eines h o ch q u a l i f i z i e r t e n handwerklichen Berufsnachwuchses als Garanten zur L e i ft u n g s st e i g e r u n g. Alles in allem:

Es geht aufwärts!"

Mit Mut und Zuversicht setzt das wiedererstar­kende Handwerk seine ganzen Kräfte ein, damit das große Werk unseres Führers gelingt.

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Pi x Nichts schlug bei ihm recht an.

w ^ur3cm gedeiht er ( prächtig, was ist geschehen?

Seine Mutter ist auf den glücklichen ^^^^^^^^^^Gedanken gekommen, ihm jeden Tag einen Dr. Getter» Pudding zu geben.

Das war das Richtige?

Achtung - auöFckneiden! prejsaufgabek

Preise sind 0,40 (unnumeriert), 0,60, 0,80 und 1 Mark (numeriert).

** Besitzwechsel. Das bisher in nichtarischen Händen befindliche Schuhhaus Süß ist, wie im heu­tigen Anzeigenteil bekanntgegeben wird, in arischen Besitz übergegangen. Inhaber des Geschäfts ist jetzt der Kaufmann Brackelsberg.

** Todes stürz eines Kindes. Vorgestern stützte hier in einem Hause der acht Jahre alte Ernst N e e b aus Naunheim so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Nach etwa eintägigem Schmerzenslager ist das bedauernswerte Kind gestern in der Chirurgischen Klinik verstorben.

** Verhängnisvolles Böllerschie­ßen. Gelegentlich einer Hochzeit in dem Dorfe Heinzenberg (Kreis Usingen) veranstalteten Bur­schen des Dorfes ein Böllerschießen. Dabei kamen die 16 Jahre alte Erna Bach und die 15 Jahre alte Hildegard Niederhäuser, die als Zu­schauerinnen den Verlauf des Schießens beobach­teten, einem Böller in dem Augenblick zu nahe, als gerade ein Schuß abgefeuert wurde. Die Mädchen wurden von der Ladung an den Armen getroffen und erheblich verletzt. Während Erna Bach schon vor einigen Tagen in die Chirurgische Klinik zu

Zentralstelle: Geschäftsstelle, Walltorstr. 16, Tel. 3514. Leiter: Pg. Hermann Thomas, Stellvertreter: Pg. Willi Wenzel.

Abstimmungsbezirk I: Auf der Bach, Burggraben, Hundsgasse, Kirchenplatz, Kirchstraße, Lindengasse, Lindenplatz, Marktplatz, Marktstraße, Walltorstraße, Wetzsteingasse, Wetzsteinstraße, Zozelsgasse. Ab­stimmungsraum: Schulhaus Kirchstraße 16, Saal 9, Erdgeschoß. Parteiwahllokal: Cafe Leib, Wall­torstraße 38, Tel. 3792. Leiter: Pg. H. S ch o m b e r.

Abstimmungsbezirk II: Asterweg, Dammstraße, Ederstraße, Im Gartfeld, Schillerstraße, Weser- straße. Abstimmungsraum: Schillerschule, Schil­lerstraße 8, Saal 6, Haupteingang links. Partei­wahllokal: Wirtschaft Nohl, Ederstraße 6, Tel. 3737. Leiter: Pg. H. Bommersheim.

Abstimmungsbezirk III: An der Hardt, Bootshaus­straße, (Bleiberger Weg, Hinter den Schießgärten, Krofdorfer Straße, Leimenkauterweg, Rodheimer Straße, Schlachthofstraße, Schottstraße, Schützen­straße, Wernerwall, Zu den Mühlen. Abstim­mungsraum: Schulhaus Kirchstraße 16, Saal 5, Erdgeschoß. Parteiwahllokal: Wirtschaft Pulver­mühle, Rodheimer Straße, Tel. 3027. Leiter: Pg. P. Jäckel.

Abstimmungsbezirk IV: Am Rodtberg, Am Win-

Gießen eingeliefert werden mußte, machte sich am gestrigen Mittwoch auch die Ueberfuhrung der Hildegard Niederhäuser nach der hiesigen Klinik erforderlich. Beide Mädchen liegen hier mit Brand-Schußwunden an den Armen darnieder.

Gießener Wochenmarktpreife.

* G i e ß e n, 26. März. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, deutsche Handelsklassen-Eier Kl. S 11, Kl. / IOV2, Kl. B 10, Kl. C 9V2, Kl. D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 12, Wirsing (gelb), das Pfund 25 Weißkraut 15 bis 18, Rotkraut 20 bis 22, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosen­kohl 20 bis 35, Feldsalat 70 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 40 bis 45 Pf., Zwiebeln 10 bis 18, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 5, 10 Pfund 44 Pf., der Zentner 3,60 bis 3,80 Mk., Aepfel, das Pfund 20 bis 50 Pf., Russe 45 bis 50, Zwetschenhonig 40 bis 45, Suppenhühner 85 bis 90, Blumenkohl, das Stück 25 bis 50, Salat 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bund 15 Pf.

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gert, Böcklinstraße, Bückingstraße, Cranachstraße, Dürerstraße, Feuerbachstraße, Friedhofsallee, Hol- beinstraße, In der Schwarzlach, Marburger Straße, Menzelstraße, Spitzwegstraße, Steinstraße, Thornas- straße, Wiesecker Weg, Wißmarer Wea. Abstim­mungsraum: Schillerschule, Schillerstratze 8, Turn­halle. Parteiwahllokal: WirtschaftStadt Mar­burg", Marburger- Straße 23, Xel. 3811. Leiter: Pg. L. Pitze r.

Abstimmungsbezirk XVI: Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Diezstraße, Dreihäusergasse, Erlengasse, Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Landgrafenstraße, Land­graf-Philipp-Platz, Marktlaubenstraße, Neuen Säue, Schloßgasse, Schulstraße, Senckenbergstraße, Son­nenstraße, Trillergasse, Wagengasse, Weidengasse. Abstimmungsraum: Regierungsgebäude Landgraf- Philipp-Platz 3, Sitzungssaal. Parteiwahllokal: Wirtschaft Soldan, Kanzleiberg 5, Tel. 3786. Leiter: Pg. Gg. Schuchmann.

Alle Volksgenossen in obigen Wahlbezirken, die infolge irgendeines Gebrechens nicht zur Wahlurne gehen können, melden dies, soweit es noch nicht bei den Blockleitern geschehen ist, telephonisch unter 3514, Geschäftsstelle, Walltorstraße 16. Für Ab­holung mit Auto wird Sorge getragen.

Thomas, Ortsgruppenleiter.

Reichsautobahn ft raßen, am Well­luft f ch i f f h a f en, bei Erstellung von Grünfutter- und k a r t 0 f f e l f i l 0 s (1932: 1000 Kubikmeter, 1935: über 30 000 Ku­bikmeter!), bei Erstellung von heeresbau- t e n, überall war das Handwerk unseres Be­zirks eingeschaltet.

Nach Gründung von 13 Landesliefe­rungsgenossenschaften durch den Landes­handwerksmeister konnte das hessische Handwerk insbesondere die Klein- und Mittelbetriebe in rcdjt beträchtlichem Umfange bereits im Gründungs­jahr auch zur Ausführung von öffentlichen Lieferungen eingeschaltet werden. Gerade au diesem Gebiet wird sich noch in diesem und in den kommenden Jahren ein durchgreifender Erfolg für das Handwerk erzielen lassen.

Hand in Hand mit der Arbeitsbeschaffung ging eine Vereinfachung und Erleichte­rung der Kreditbeschaffung für das Handwerk. Sparkassen, Kreditgenossenschaften, insbesondere der Rhein-Wainische Garantiever­band und die Bank für Industrie-Obligationen I dienen diesem Ziele.

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Straßenhersiellungen, Wegeverbesserungen, selbst notwendige Reparaturen, Zinsverpflichtungen, ganz zu schweigen von Tilgungen, konnten nicht mehr geleistet werden.

In immer größerem Maße wurden die Kontis der Gemeinden bei den öffentlichen Kassen über­zogen, ohne daß auch nur eine Aussicht bestand, diese hochverzinslichen kurzfristigen Kredite in abseh­barer Zeit wieder abdecken zu können. Hand in Hand hiermit und als weitere Ursache der Verschlechterung der gemeindlichen Finanzen ging das Sinken der Steuermoral, das beson­ders in den Jahren 1931 und 1932 geradezu gro­teske Formen annahm. So betrugen beispielsweise die Ausstände in der Rechnung einer Gemeinde in der Größe von 1100 Einwohnern im Jahre 1931 22 000 RM. bei einem Gesamtrechnungsrest von rund 23 000 RM., d. h. mit anderen Worten: über 90 v. H. des sich bei Abschluß der Rechnung er­gebenden Überschusses war nicht eingegangen. Jn- olge dieser Verhältnisse zeigten die Voranschläge der Gemeinden in zunehmendem Maße Fehlbeträge.

So waren im kreise Gießen beispielsweise im Jahre 1932 nicht weniger als 23 Gemeinden vorhanden, die ihren Voranschlag nicht aus- zugleichen in der Lage waren.

Dies konnte kein Wunder nehmen, wenn man be­denkt, daß in einzelnen Gemeinden 50 v. H. bis 70 und 80 v. H. der gesamten Einnahmen der Ge­meinden für Unterstützungen an Erwerbslose aus­geworfen werden mußten. Selbst weitgehende Hilfsmaßnahmen des Reichs, der Länder und der Kreise vermochten nicht, eine wesentliche Besserung herbeizuführen. So betrug der Zuschuß des Krei­ses Gießen einschl. der Gemeinden für Fürsorge­zwecke im Jahre 1932 = 781 900 RM., während er im Jahre 1934 bereits auf 288 700 RM. zurück- gegangen war; die Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor, doch kann schon jetzt gesagt werden, daß sie ganz erheblich unter den letztgenannten Zahlen liegen werden.

Das waren in kurzen Worten die Verhältnisse, wie man sie bei 95 v. H. aller Gemeinden antreffen konnte. Wie liegen sie nun heute?

Im Jahre 1936 wird voraussichtlich keine ein­zige Gemeinde im kreise Gießen vorhanden sein, die ihren Voranschlag nicht ausgleichen kann. Es wird keine Gemeinde geben, die ihren Um­lagebedarf gegenüber dem Vorjahre wird er­höhen müssen.

Dies hat verschiedene Ursachen: Einmal ist es die steigende Steuermoral. Die Steuerzahler haben in immer wachsendem Maße erkannt, daß auch sie ihren Verpflichtungen pünktlich nachkommen müssen, weil sie damit der Allgemeinheit Nutzen bringen. Die Folge davon ist, daß die Ausstände, d. h. also die Rückstände, sich wieder in den nor­malen Grenzen der Vorkriegszeit bewegen. Es gibt sogar wieder eine ganze Reihe von Gemeinden, die im Rechnungsjahre 1934 ohne Ausstände abschließen konnten, eine Tatsache, die jedenfalls feit 1920 nicht mehr zu beachten war. Weiter ist als eine erfreuliche Tatsache festzustellen, daß die Gemeinden im letzten und vorletzten Jahre wieder an Aufgaben heran­getreten sind, die sie jahrelang zurückstellen mußten; so wurden beispielsweise

im Jahre 1935 mit Hilfe von Reichszuschüssen nicht weniger als 80 Projekte in Form von Bot- standsarbeiten von den Gemeinden des Kreises durchgeführt und finanziert.

Nicht nur d i e Tatsache ist beachtenswert, daß hier­durch Arbeit und Brot für viele Volksgenossen geschaffen werden konnte, sondern auch als nicht minder erfreulich ist der Umstand festzustellen, daß die Gemeinden überhaupt wieder als Arbeit­geber auftreten und diese Arbeiten sogar aus eigenen Mitteln finanzieren konnten.

In den Jahren vor dem Umbruch hatten die Aus-

Die unbestreitbare Tatsache der Besserung der Gemeindefinanzen läßt sich nur dann in ihrer ganzen Größe und Bedeutung richtig wür­digen, wenn man zunächst einmal die Verhältnisse vor dem Umbruch zum Vergleich heran­zieht. In Auswirkung der riesigen Arbeitslosigkeit wurden damals die Aufwendungen der Gemeinden ür Fürsorgemaßnahmen immer größer, die Mög­lichkeiten dagegen, ihren sonstigen Verpflichtungen nachzukommen, immer geringer.

Zentralwahlbüro: BDM. - Dienststelle, Ludwig- straße 12, Fernruf 3733. Leiter: Pg. Ernst Kreu- der, Vertreter: Pg. Adolf Treser.

Wahlbüro für den Wahlbezirk XI: Restauration Rheingold", Ludwigstraße 6, Fernruf 3329. Leiter: Pg. Fritz Friedrich, Vertreter: Pg. Karl Pfeil.

Wahlbüro für den Wahlbezirk XII:Zum Augu­stiner", Ludwigsplatz 14, Eingang Löberstraße, Fernruf 2971. Leiter: Pg. Wilhelm Peppler, Vertreter: Pg. Heinrich Müller.

Wahlbüro für den Wahlbezirk XIII: BDM.-Dienst- stelle, Ludwigstraße 12, Fernruf 3733. Leiter: