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Paris in gespannter Erwartung

nach Frieden und nach gutnachbarlichen Be­ziehungen zu Deutschland. Bei den anderen euro­päischen Völkern wird dies ebenso zutreffen. -Jd) bin fest überzeugt, daß im Hinblick auf diesen all­gemeinen Friedenswunsch der europäischen Volker es den europäischen Staatsmännern ein leichtes sein müßte, den 25jährigen Frre- densplan des Führers in bi e T a t umzusetzen. Meiner Ansicht nach steht Europa heute am Scheidewege: Wollen die Völker den Frieden oder wollen sie ihn nicht? Was Deutschlands Frie­densangebot angeht, so wird auf jeden Fall das Ergebnis der Wahlen am nach ft en Sonntag der ganzen Welt beweisen, daß das deutsche Volk auf diese Frage nur eine Ant­wort zu geben hat."

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durch die Wiederbesetzung des Rheinlandes unter­nommene Schritt die KonsolidierungEuro- pas entscheidend gefördert hat, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Ganz abgesehen davon, daß es grundsätzlich für jedes Volk unerträglich ist, und unerträglch sein muh, nicht Herr im eigenen Hause zu sein, war es nach dem Abschluh des antideutschen Mililär- bündnissrs zwischen Frankreich und Rußland unmöglich, die dicht bevölkerten westlichen Provinzen Deutschlands weiterhin ohne militärischen Schuh zu lassen.

2. Frühere Erfahrungen haben uns gelehrt, daß gar keine Aussicht bestand, eine Eini­gung über die Wiederherstellung der deutschen Souveränität im Rheinlands auf dem Verhand­lungsweg zu erreichen.

3. hieraus folgt, daß die Lösung der deutschen Souveränitätsfrage erst die Vorausset- z u n g für eine endgültige Lösung der europäi­schen Probleme geschaffen hat.

Die deutsche Regierung ist daher der Ansicht, daß sie durch die Wiederbesehung des Rheinlandes am 7. März den Weg zu Verhandlungen für einen dauernden Frieden freigemacht hat, weil derartige Verhandlungen nur Erfolge haben können, wenn sie zwischen gleich­berechtigten und freien Völkern durch­geführt werden."

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Europa am Scheidewege. - Eine Unterredung mit Botschafter von Ribbentrop.

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Paris, 26. März. (DNB. Funkspruch.) Die französische Abordnung ist aus London nach Paris zurückgekehrt. Trotzdem sind die Außenpolitiker der großen Pariser Blätter in der englischen Haupt­stadt geblieben, um die weitere Entwicklung aus der Nähe zu verfolgen. Vor allem interessiert sie die heutige Sitzung des Unterhauses und die weiteren Unterhaltungen zwischen von Ribbentrop und Eden. Der Unterhaus-Aussprache sieht man in­folge der Haltung der englischen öffentlichen Mei­nung und der Mehrheit der englischen Regierung mit Höch st er Besorgnis entgegen, die sogar soweit geht, daß Baldwin vomEcho de Paris" mit höchst unfreundlichen Worten bedacht wird. Per- tinax gibt sich der Hoffnung hin, daß Eden und Neville Chamberlain das Abkommen vom 19. März verteidigen würden.

Der Londoner Berichterstatter desJour" möchte die Lage so gesehen wissen, als ob Eden nur mit Mühe am Donnerstag das Schicksal seines Vor- gängers vermeiden könne. Die ganze Berichterstat­tung richtet deutlich spürbar ihre Meldungen- so ein, daß nur herausgearbeitet wird, was dem fran­zösischen Standpunkte dienen kann. Dagegen ver­sucht man die Bedeutung der Widerstände gegen die Pariser Politik, die sich in der englischen Oef- fentlichkeit regen, in den Hintergrund zu drücken. Diesem Ziel dient es wohl, wenn der Sonder­berichterstatter desJour" aus London meldet, daß in Der Fühlungnahmr zwischen dem

Stimme gehört dir, Adolf Hitler."

tinfere jüngsten Wähler.

Bei jeder Reichstagswahl stößt eine mehr oder weniger große Zahl neuer Wähler zu dem Heer der Wahlberechtigten. Es sind dies regelmäßig die jungen Männer und Frauen, die inzwischen d a s 2 0. Lebensjahr vollendet haben. Zu ihnen gehören auch jene, die am Wahltag selbst das für das Wahlrecht geltende Alter erreichen und in die Gemeinschaft derjenigen ausgenommen werden, die berufen sind, im politischen Leben ein Wort mit­zureden. Wahlrecht ist aber auch Wahlpflicht. Wer berechtigt ist, mit Hilfe seines Stimmzettels an wichtigen politischen Entscheidungen teilzuneh« men, hat auch die Pflicht, diese Entscheidungen ju fällen. Diese Pflicht schließt jedoch wieder die Kenntnis dessen ein, worum es geht. Wir dürfen wohl annehmen, daß heute auch der letzte Schuljunge weiß, in welchem Zeichen die Reichstagswahlen stehen. Um so eher kennen unsere Jungwähler den Kampf des Führers um die Frei­heit und die Gleichberechtigung unseres Volke, aber auch um die außenpolitischen Voraussetzungen für ein Fortschreiten des inneren Aufbaues auf allen Gebieten des Lebens unserer Nation. Je kompakter, je geschlossener das deutsche Volk durch die Stimm­abgabe in die Erscheinung tritt, desto fester ist der Boden, auf dem der Führer kämpfen kann. Da "um darf auch keinJungwähler, genau so wenig wie alle anderen wahlberechtigten Volksgenossen beiderlei Geschlechts, am 2 9. März an der Wahlurne fehlen. Gerade an die Jungen er­geht der Ruf: Hinein in die politische Front unseres Volkes, in der ihr von nun ab euren Mann zu stehen habt!

Steigende Einnahmen derReichsbahn.

Berlin, 25. März. (DNB.) Der Derwaltunqs- rat der Reichsbahn nahm einen eingehenden Ge­richt über die Finanzlage entgegen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres haben entsprechend der erfreulichen Zunahme des Ver­kehrs die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr eine Steigerung um 10,7 v. H., die aus dem Güterverkehr eine Erhöhung u m 11,7 v. H. gegenüber diesen Monaten des Vor­jahres erfahren, wobei allerdings im Januar-Fe­bruar 1935 die Einnahmen der Eisenbahnen des ehemaligen Saargebietes noch nicht enthalten waren. Gleichzeitig sind aber auch mit den ver­mehrten Betriebsleistungen die Ausgaben ge­stiegen. Der Verwaltungsrat empfahl, den Sproß. Tarifzuschlag bis spätestens 1. Oktober 1936 in die geltenden Tarife einzuarbeiten, die organische Tarifreform tunlichst bis zum gleichen Zeit­punkt durchzuführen, dabei aber eine weitere Belastung der Wirtschaft möglich st zu vermeiden.

Ein englischer Admiral in Irland erfchoffen.

London, 25. März. (DNB.) Von unbekannter Hand wurde der britische Vizeadmiral Henry So« merville auf seinem Landsitz in Castle Twownsend (Grafschaft Cork im Freistaat Ir­land) erschossen. Vorläufig ist nur bekannt, daß vor dem Hause des Admirals ein Kraft­wagen mit mehreren Personen vorge­fahren war, dem ein Man« entstieg. Wenige Mi­nuten darauf fiel im Hause ein Schuß, der den Admiral tödlich verletzte. Der mutmaßliche Ta­ter stürzte heraus und fuhr mit dem Kraftwagen in höchster Geschwindigkeit davon.

Vizeadmiral Somerville war 72 Jahre alt und hatte eine mehr als 50jährige Marinelaufbahn hin- ter sich. Während des Krieges befehligte er int Nordatlantik die britischen Patrouillenschiffe. So­merville hat sich auch durch archäologische Arbeiten einen Namen gemacht. Die angestellten Nachsor- : schungen haben einen Fund zutage gefördert, der gewisse Anhaltspunkte über die Beweggründe dev

französischen und dem englischen Ge­ne r a l st a b ein erster Schritt getan worden sei. Am Mittwochnachmittag habe General Schweiß- gut, vom französischen Militärattache in London General Voruz unterstützt, eine Unterredung mit hohen Persönlichkeiten des englischen Kriegsministeriums gehabt. Auch der Lon­doner Sonderberichterstatter desPetit Parisien" stellt es so dar, als ob trotz der feindseligen Ein­stellung der englischen Öffentlichkeit und eines Teiles der englischen Presse gegenüber der sofor­tigen Aufnahme militärischer Beratungen die amt­lichen englischen Kreise der Ansicht seien, daß diese Beratungen unabhängig von den Bestimmungen des Vierer-Abkommens seien, und sofort auf = genommen werden müßten. Die Entmilitari­sierung der Rheinzone fei für Frankreich nur so lange von lebenswichtigem Interesse, als es nicht gelungen sei, ein wirkungsvolles Sy st em der europäischen Sicherheit auf­zurichten.

Figaro" meldet aus London, daß Paul-Bon- cour in seiner Besprechung mit Eden nochmals die Haltung Frankreichs unterstrichen habe, keine Verhandlungen mit Deutsch­land unter dem Druck der vollzogenen Tatsache zu führen. Er habe daran festgehalten, daß Frankreich keine Art von Aussöhnung anneh­men könne, die seine Sicherheit beeinträchtige. Der Sonderberichterstatter desMatin" meint, die Hauptbesorgnis des englischen Unterhauses vor einer Verständigung zwischen dem englischen und dem französischen Generalstab sei zweifellos die Tatsache, M . Frankreich mit Sowjetrußland ein Bundms abgeschlossen habe. Dadurch könne Eng- land, wenn es militärische Verpflichtungen eingehe, sich eines Tages vor die Notwendigkeit gestellt sehen,

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Sind Sie mit der Aufnahme, die Ihnen bei Ihrer Rückkehr nach London zuteil geworden ist, zufrieden?, fragte ich.

Meine Unterredung mit Außenminister Eden, entgegnete der Botschafter,war freundschaftlich. Ich habe Herrn Eden genau so wie Ihnen jetzt die grundsätzliche Auffassung Deutschlands erklärt. Ich bin bei meinem Aufenthalt in London in Der vorigen Woche stark beeindruckt worden durch den aufrichtigen Wunsch des b r i 11 f d) en Volkes nach Frieden und Befriedung m Europa. Ich kann Ihnen versichern, daß dieser Wunsch von dem gesamten deutschen Volk geteilt wird. Auch das französische Volk, das ich während eines Vierteljahrhunderts aus der Nahe kennengelernt habe, hat den gleichenWunfch

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L o n d o n, 25. März. (DNB.) Die außenpolitische Aussprache am Donnerstagnachmittag wird mit einer Rede des Außenministers Eden eingeleitet. Anschließend spricht D a l t o n für die Oppositionelle Arbeiterpartei. Es wird angenommen, daß auch S i r Au st en Chamberlain, Lloyd George und Winston Churchill das Wort er­greifen werden. Als Schlußredner der Regierung wird Schatzkanzler Neville Chamberlain prechen. Dor seiner Rückkehr nach Paris hatte der ranzösische Völkerbundsminister Paul-Bon- cour eine Unterredung mit Außenminister Eden, in der der deutsche Zwischenbescheid besprochen wurde. Mittwoch nachmittag fand eine Besprechung zwischen Botschafter von Ribbentrop und Eden statt.

Preß Association" schreibt, tue hauptsächlichsten Angriffpunkte gegen das Locarno-Weißbuch würden die darin vorgeschlagenen internationalen Streitkräfte und die General st absbe- sprech ungen sein. Nur wenige Abgeordnete hätten jemals irgendwelche Sympathie für den Vorschlag, eine internationale Truppe auf deutsches Gebiet zu entsenden, gehabt. Der Vorschlag werde voraussichtlich in der Aussprache lächerlich gemacht werden. Man sei sich bewußt, daß diese Idee durch den Zwischenbescheid der deutschen Regierung end­gültig erledigt sei.

Die Meinung der presse.

London, 26. März. (DNB. Funkspr.) Wie die Londoner Blätter glauben voraussagen zu kön­nen, wird Eden feststellen, daß die Verpflichtun­gen Großbritanniens nicht über den Locarno-Ver­trag hinausgingen, daß sie aber nunmehr den Cha­rakter der Gegenseitigkeit tragen würden. Er werde die Bereitschaft der Regierung erklären, die Füh­lung mit den Generalstäben Frankreichs und Bel­giens sowie Italiens sofort aufzunehmen, was allge­mein gewünscht werde.

Es ist oft die Frage gestellt worden, besonders von französischen Staatsmännern, warum Deutsch­land seinen Friedensworten keine Taten folgen lasse. Ich glaube, ich kann wohl sagen, daß der Führer vor anderen europäischen Staatsmännern die Tat für sich in Anspruch nehmen kann, daß er zahlreiche konkrete Vorschläge der Welt vorgelegt hat. Diese Vorschläge sind ein wesentlicher Beweis bafür, daß Deutschland wirklich die Festigungdes Friedens und die Zusammenarbeit zwi­schen den Völkern wünscht. Ich glaube, der Tag wird übrigens kommen, wo allgemein anerkannt werden wird, daß der von der deutschen Regierung

Verteidiger

des wahren Glaubens.

Ein katholischer Geistlicher würdigt das Werk des Führers.

Aichach (Oberbayern), 25. März. (DNB.) Auch in den ländlichen Bezirken Oberbayerns wird der Wahlkampf unter stärkster Anteilnahme der Bevol- ferung geführt. Mit besonderer Genugtuung wurde es von der Bevölkerung begrüßt, daß in einer De^ sammlung in Randelsried im Bezirk Aichach auch der dortige katholische Pfarrer Keßler das Wort ergriff.

Wir müssen", so betonte er u. a.gegen den Materialismus die Ewigkeitswerte verteidigen. Der Materialismus verkörpert sich in dem furchtbaren Gespenst des Vvlsche- w i s m u s. Schon sehr früh habe ich erkannt^!daß der Führer als schärfster Gegner dieser Welt- pest ein Verteidiger des wahren Glau­bens ist. Wenn der Führer gegen die Zerstörung des Gottesglaubens ein Bollwerk gesetzt hat, so wissen wir, daß in diesem Mann ein leben­diger Gottesglaube lebt. Und dieser Glaube an den Herrgott gibt ihm auch die Kraft zu feinem Werk. Nach dem Kriege, schien der Herrgott feine Hand von Deutschland genommen zu haben, er ' it uns dann aber einen Mann gegeben, der d i e-

- m fürchterlichen kommuni st isch-bol- schewistischen Treiben ein Ziel gesetzt hat. Die Gottlosenpropaganda, leider muß ich es gestehen, hat sich so fuhr der Pfarrer fort unter der Regierung der Bayerischen Volkspartei und des Zentrums ungestraft ausbreiten können. Das ist heute beseitigt, linier den Augen der BVP.- Regierung durften damals Bücher und Schriften herausgegeben werden, die für die Gottlosenbewe­gung warben. Wenn Adolf Hitler nicht gekommen wäre, dann stünde ich nicht hier und mit mir viele meiner Amtsbrüder. Dann hätten wir das Schicksal der Geistlichen in Rußland geteilt, irgend­wo lägen wir erschlagen. Es gibt ein altes Sprich« wort, das heißt:Der Herrgott verläßt einen wackeren Deutschen nicht, und der Herrgott hat uns einen Mann geschickt, der einen tiefen Glauben hat."Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst", heißt es in der Heiligen Schrift. Im W i n- terhilfswerk, so fuhr der Geistliche fort, ist diese Forderung restlos erfüllt worden. Alle, die sich verpflichtet fühlen, Religion, Gott und Chri- ft e n t u m zu schützen, wollen den Feinden der Zeit und dem Bolschewismus am 29. März die Ant­wort geben: Die geschlossene Einheit d e,s deutschen Volkes steht hinter Adolf Hitler. Deshalb kann auch kein überzeugter Christ dem Führer seins Stimme verweigern. Unser Führer wächst nicht nur zum Retter Deutschlands, sondern zum Retter der Welt. Unsere

London, 25. März. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop gewährte am Dienstagabend dem bekannten englischen Journalisten Ward Price eine Unterredung. Ward Price hat diese Unterre­dung in derDaily Mail" folgendermaßen wieder- gegeben:

Ich besuchte Herrn von Ribbentrop gestern abend bei seiner Rückkehr aus dem Auswärtigen Amt und fragte ihn, ob er mir irgendwelche Andeu­tungen über die Art und den Umfang der neuen Vorschläge geben könnte, die Die deutsche Regierung für den nächsten Dienstag in Aussicht gestellt hat.Darüber mirb in Ber­lin noch beraten", war seine Antwort.Ich kann daher im Augenblick nicht sagen, welche Vor­schläge noch zu denen in dem Memorandum des Deutschen Reichskanzler vom 7. März hinzukommen werden. Auf jeden Fall werden auch diese von demselben Gei st erfüllt sein."

Die Antwort der deutschen Regierung wird wahrscheinlich als vage kritisiert werden. Man er­wartet ein etwas genaueres Ergebnis der Besprechungen, die der Deutsche Reichskanzler während des Wochenendes in Berlin gehabt hat.

Sie müssen bedenken", antwortete mir der deutsche Delegierte,daß wir uns in Deutschland mitten in einem W a h l s e l d z u g befinden. Fast alle Minister sind dauernd von Berlin ab­wesend. Sie müssen genau wie der Reichskanzler überall im Lande Wahlreden halten. Die Probleme, denen wir gegenüberstehen, sind zu umfassend und zu wichtig, um in der kurzen Zeit seit meiner Abreise aus London erschöpfend behandelt zu werden. Der Wahlfeldzug wird Samstagabend zu Ende sein, und die Mitglieder der deutschen Re­gierung werden sich Sonntag und Montag der Ausarbeitung einer vollständigeren und mehr ins einzelne gehenden Ant - wort widmen können. Ich werde voraussichtlich ein paar Tage in London bleiben und auch wieder mit Minister Eden zusammenkommen. Ich werde jedoch sicherlich zu den Wahlen am Sonntag nach Berlin zurückkehren."

Ich fragte den deutschen Delegierten, ob er mir etwas über d i e Eindrücke sagen könnte, die die Vorschläge der Locarno-Mächte auf den deutschen Reichskanzler und seine Ratgeber in Berlin gemacht hätten.

Schon bei der ersten Prüfung des mir von Zfiiffer Eden am letzten Donnerstagabend über­reichten Dokuments", sagte Herr von Ribben­trop,gewann ich die feste lleberzeugung, daß es eine sehr starke Reaktion nicht nur bei der deutschen Regierung, sondern beim gesamten deutschen Volk Hervorrufen würde. Denn diese Vorschläge stellen einen b e - dauernswerten Rückfall in di e Mentalität dar, 'die Deutschland wäh­rend der Nachkriegszeit so viel Leid gebracht hat. Diese Mentalität macht es sich zum Grundsatz, die europäischen Nationen in Sie­ger und Besiegte zu teilen. Ich kann Ihnen versichern, daß das deutsche Volk diesen Ver­sailler Geist nicht mehr duldet. Daraus ergibt sich, daß die deutsche Regierung nie­mals eine einseitige Beeinträch­tigung ihrer hoheitsrecht annehmen wird. Wenn Herr Flcmdin sagt, daß er die An­wesenheit fremder Truppen auf französischem Boden als eine ungeheuerliche H n - billigfeit empfinden würde, so kann ich nur erwidern, daß das deutsche Volk hundert­prozentig genau s o denkt. Die deutsche Regierung war, als ich ihr die Vorschläge der Locarno-Mächte vorlegte, um so ungehaltener über den aus ihnen sprechenden Geist der Ver­gangenheit, als gerade sie ja feit der Macht­übernahme durch den Nationalsozialismus immer bestrebt war, einen neuen Geist des Friedens, allerdings auf der Grund­lage der Gleichberechtigung, in Europa zum Leben zu erwecken.

für Sowjetrußland zu den Waffen greifen zu müssen.

Die radikalsozialistischeE r e N o u v e l l e" zeigt sich verärgert über die Haltung Englands. Wenn England der Ansicht sei, daß die aufgeworfene Frage durch Verhandlungen mit Deutschland auf gleicher Grundlage gelöst werden könne, .bann könne sich Frankreich ebensogutmitDeutsch- land selb st unmittelbar unterhalten, dann brauche es keinen Dolmetscher, keinen Unter­händler, dann könne es auch keine Dermitt- lergebühr zahlen. DasPetit Journal" meint, man dürfe sich die traurige Wirklichkeit nicht verheimlichen, es fei nicht nur nichts gelöst worben, sondern man treibe auch unvermeidlich ernstendiplomatischenVerwicklungen zu. Die englisch-französische Front sei praktisch zu­sammengebrochen. Belgiens Haltung bleibe zögernd und unbestimmt. Italien warte ab, bis man die Sühnemaßnahmen aufhebe.

In derRepublique" tritt der frühere General­sekretär der radikalsozialistischen Partei, P f e i f f e r, wie schon oft, mit Nachdruck f ü r Verhandln n- gen mit Deutschland ein. Frankreich, so schreibt er, müsse sich mit England verständigen und mit Deutschland verhandeln, wenn Frankreich nicht Gefahr laufen wolle, vereinsamt zu werden. Wenn Frankreich sich vom Völkerbund zurückziehe, werde Deutschland es ersetzen. Auf jeden Fall wäre nichts schlimmer als den Status quo z u verewigen. Man müsse heute von der fran­zösischen Diplomatie verlangen, daß sie aufhöre, sich hinter einer Papptafel des Verfahrens zu verschan­zen. Von Tag zu Tag verbreitere sich der Abgrund zwischen einer öffentlichen Meinung, die der Wirklichkeit Rechnung trage, und einer Büro­kratie, die das Ausland nicht kenne, mit dem sie die Fühlung verloren habe.

Unterzeichnung des neuen Flottenvertrages.

London, 25. März. (DNB.) Im St.-Japies- Palaft wurde am Mittwochnachmittag der neue Flottenvertrag von den Vertretern der V e r e i n i g- ten Staaten, Frankreichs und des Bri­tischen Reiches mit Ausnahme Irlands und Südafrikas unterzeichnet. Dem feierlichen Unter­zeichnungsakt ginaen Ansprachen des Ersten Lords der Admiralität, Lord Monsell, des amerikani­schen Vertreters Norman Davis und des italieni­schen Botschafters Grandi voraus. Lord Monsell sprach sein Bedauern darüber aus, daß nicht sämt­liche Unterzeichner der ablaufenden Flottenverträge im Augenblick bereit seien, den vorliegenden Ver­trag zu unterzeichnen. Grandi beschäftigte sich mit der infolge des ostafrikanischen Konfliktes eingetre­tenen Spannung im Mi11elmeer und der Sühnemaßnahmen gegen Italien. Italien stehe heute vor der unbestreitbaren Notwendigkeit, das Problem der Flottensicherheit der Länder in Ver­bindung mit der neuen Lage zu erwägen, in die Italien gesetzt worden sei. Es sei daher gezwun­gen, sich Handlungsfreiheit zu bewahren und diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die für den Schutz der Verteidigung Italiens zur See geeignet * feien.

Daily Herold" erklärt, im Unterhaus herrsche die Befürchtung, daß England nach und nach a n Frankreich ebenso gebunden werde, w i e es 1914 der Fall war, ohne daß eine einwand- freie Erklärung über die Verpflichtungen dieses Lan­des abgegeben werde. Die Arbeiterpartei werde das Memorandum scharf angreifen und zwar aus drei Gründen:

1. Es dürfe keine Militärbündnisse auf dem Kontinent geben.

2. Es dürfe keine ausländischen Trup­pen im Rheinlande geben, insbesondere keine italienischen Abteilungen.

3. Es müsse ein erster Versuch gemacht werden, den Frieden in Europa neu aufzubauen.

Die Regierung werde sich in einer schwierigen Lage befinden, da sie bei Baldwin m i t d i e r Der- schiedenenGruppen zu rechnen haben werde: mit der für die I s o l i e r u n g eintretenden Gruppe, ferner mit der Gruppe Austen Chamber­lains, weiter mit der Völkerbunds­gruppe und schließlich mit derjenigen, die mit Öen Faschisten sympathisieren.

Japan über den französisch-sowjet­russischen patt beunruhigt.

Tokio, 26. März. (Ostasiendienst des DNB.) Wie das BlattTokyo Asahi Schimbum" meldet, erklärte Außenminister H i r o t a dem französischen Botschafter in Tokio gelegentlich einer Unterredung über den französisch-sowjetrussischen Pakt, daß dieser Pakt Moskau die Mögli-chkeit gebe, seine Kräfte im Fernen Osten z u Der« ftärfen. Hirota sprach die Hoffnung aus, daß Frankreich diesem Pakt besondere Aufmerksamkeit schenken werde. Das Blatt fügt hinzu, daß diese Erklärung Hirotas die Beunruhigung kenn­zeichne, die der französisch-sowjetrussische Pakt in Japan auslöse.

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M. Wieder Siedlung iljn F den Toren