Nr. 73 Erstes Blatt
Donnerstag, 26. März 1636
186. Jahrgang
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Wenn ich spreche, spricht das deutsche Volk.
Das deutsche Volk reicht durch mich dem französischen Volk die Hand der Versöhnung.
DieSaarpsalz huldigt demFührer
Jubelnder Empfang in Mannheim und Ludwigshafen.
Mannheim, 25. März. (DNB.) Die Mannheimer Bevölkerung, die schon seit den Jahren der Kampfzeit den Führer nicht mehr gesehen hat, strömte in Scharen teils auf den Flugplatz, teils zum Bahnhof, um den Führer auf seinem Weg nach Ludwigshafen zu sehen. Diejenigen, die sich zum Bahnhof begeben hatten, hatten dabei mehr Glück. Denn kurz nach 16 Uhr traf der Sonderzug des Führers im Bahnhof ein, wo es den Absperrungsmannschaften nur mit allergrößter Mühe möglich war, die Volksgenossen zurückzuhalten. Mit jubelnder Begeisterung wurde der Führer begrüßt, Dutzende von Blumensträußen wurden ihm überreicht und ein Heilruf nach dem anderen erscholl. Aber nur kurz war der Aufenthalt. Nach einer knappen Minute ging es weiter nach Ludwigshafen. Kurz nach 16.15 Uhr traf der Sonderzug im Ludwigshafener Bahnhof ein. Als der Führer mit seiner Begleitung durch das Bahnhofsportal auf den Vorplatz trat, schlug ihm nichtendenwollender Jubel entgegen. Ein BDM.- Mädel überreichte glückstrahlend dem Führer einen Strauß von Frühlingsblumen. In Begleitung von Gauleiter B ü r ck e l' schritt der Führer dann die Front der Ehrenformationen ab und begab sich zum Wagen. Aufrecht stehend, für die dargebotenen Huldigungen dankend, fuhr der Führer zum Hindenburgpark. Dort hatten sich ,von Mittag an annähernd'200 000 Menschen versammelt. Die Holz- konstruktion der Halle war mit riesigen Hakenkreuzfahnen verkleidet. Auf dem Podium hatten die Führer der Formationen, viele alte Kämpfer und die Leiter' der höheren Parteidienststellen Platz genommen. An der Stirnwand der Halle waren für die Schwerkriegsbeschädigten besondere Plätze vorgesehen.
Ungeheurer Jubel, ein gewaltiger Sturm der Begeisterung brauste über das weite Freigelände und durch die Halle, als der Führer dann in den Hindenburgpark einfuhr. Der Führer durchschritt br ganze Halle und begab sich dann auf das Podium, wo ihm drei kleine BDM.-Mädchen Blumensträuße übergaben. Gauleiter B ürck e l begrüßte den Führer mit einer kurzen Ansprache. Minutenlang donnerten dem Führer die Heilrufe entgegen, als er seine Rede begann.
Der Führer spricht.
Deutschland sucht seinen Ruhm in Taten des Friedens.
Die Rede des Führers gestaltete sich zu einem ergreifenden Erlebnis für die Hunderttausende von Saarpfälzern. Gerade in diesen westlichen Grenzgauen fanden die überzeugenden Darlegungen des Führers zu den aktuellen Fragen der Außenpolitik, sein glühendes Bekenntnis zur Ehre und Gleichberechtigung der deutschen Nation und zum Frieden der Völker einen ungeheuer st arkenWider- hall.
Als der Führer von der Notwendigkeit und dem Willen spricht, die Vernunft nicht nur im Innern, sondern auch außenpolitisch zum Siege zu bringen, als er packende Worte findet für die Bereitschaft des deutschen Volkes zur Mitarbeit am verföhnungswerk der Völker und ausrust: ..Für den Frieden jederzeit, für eine Unterwerfung niemals!" erheben sich die Massen in grenzenloser Begeisterung von ihren Plätzen und jubeln dem Führer minutenlang zu.
Und die gleiche Begeisterung erfaßt sie bei der eindrucksvollen Feststellung des Führers, man sage nicht: Der Deutsche braucht Kriegsruhm — den haben wir in der Geschichte genug gesammelt! Wir sind fähig, noch viel mehr Friedensruhm aufzuspeichern. „Wir möchten uns gern an der friedlichen Olympiade des Wettstreits der Völker auf allen Gebieten des Lebens, der Kultur und der Wissenschaft beteiligen. Und wir würden bestehen mit unseren Leistungen? Was hat uns das Schicksal für wirklich herrliche große Aufgaben gestellt! Was können wir alles tun, um der sozialen Not zu steuern? Was können wir tun, um dem deutschen Volk einen höheren Lebensstandard zu geben! Was können wir tun, um unser ganzes Leben zu entrümpeln von allen möglichen Dingen, die wir in der Vergangenheit träge und gleichgültig übernommen haben! Es ist doch wunderbar, was den Menschen für Aufgaben gestellt sind, wenn sie diese Aufgaben nur sehen wollen und nicht fortgesetzt von Siegern und Besiegten, von Recht und Unrecht träumen!" v .
Unter immer neuer Steigerung der Belfallskund- gebungen bekannte sich der Führer leidenschaftlich
zu den unerschütterlichen Grundsätzen seines politischen Handelns in der Vergangenheit und für die Zukunft:
„Die Well soll am 29. März sehen, es ist nicht ein Mann, der da aufgestanden ist, sondern daß diese Grundsätze Glaubenssätze des ganzen deutschen Volkes sind. Daß diese Grundsätze gelten in Ostpreußen genau so wie an der Saar, in Hamburg so wie in Bayern, daß sie genau so gelten in Mitteldeutschland wie in Berlin, daß sie gelten überall, wo Deutsche leben, daß sie für jeden deutschen Städter, für jeden deutschen Bauern, für jeden deutschen Arbeiter, daß sie für jeden Deutschen gültig sind! Vielleicht wird man dann auf feiten unserer Gegner einsehen, daß hier das deutsche Volk zu den anderen Völkern spricht, daß nicht ein Mann irgendeinem französischen Politiker die Hand reicht, sondern daß das deutsche Volk dem französischen Volk die Hand reicht und daß es nicht gewillt ist, diese wirklich große Sehnsucht nach einer Aussöhnung und Versöhnung durch einzelne Politiker von vornherein wieder zerstören zu lassen! Wer auch Frankreich uns gegenüber vertritt, entscheidend ist für uns nur eines: Will dieser Vertreter das französische Volk uns gegenüber in dem Zinne repräsentieren, daß es bereit ist. mit uns diesen langandauernden Bund einer Verständigung zu schließen, oder will er es nicht!"
Der Führer sprach in sarkastischer Weise von der „Geheimdiplomatie", die ja nach den 14 Punkten Wilsons seinerzeit ein Ende finden sollte, und stellte ihr gegenüber die Art des politischen Vorgehens, die in Deutschland heute geübt wird.
„Ich will keine Geheimdokumente verfassen und keine Geheimbündnisse schließen". (Brausender Beifall durchtost die weite Halle.) Ich versichere Sie, mei. e Volksgenossen, ich werde niemals Deutschland zu etwas verpflichten, was nicht das ganze deutsche Volk weiß! (Erneute Jubelstürme.) Ich werde nicht erlauben, daß der deutsche Generalstab mit irgend jemand militärische Abmachungen trifft, von denen die Oeffentlichkeit nichts weiß. Nein, das werde ich nicht tun! Ich glaube nicht an den Vorteil und die
Vorzüge eines solchen Verfahrens. Wenn ich- heute der Welt ein Angebot mache, dann mache nicht ich dieses Angebot, sondern das ganze deutsche Volk macht es durch mich! Und wenn ich umgekehrt etwas ablehne, dann kann man genau so überzeugt sein, dann lehnt dies das deutsche Volk ab!" (Bei diesen Worten bereiten die jubelnden Massen dem Führer langanhaltende Treuekundgebungen.) Mit einem tief zu Herzen gehenden Appell an die Saarpfälzer schloß der Führer:
„Wenn das deutsche Volk mir am 29. März sagt: „Jawohl, wir sind einverstanden mit dir! Wir sehen das Große. Wir sehen das Streben. Wir sehen den Fleiß und wir erkennen das an. Wir glauben, daß du das Veste gewollt hast". Wenn mir das deutsche Volk das bestätigt, dann bin ich glücklich, dann werde ich wieder stark! (Diese Worte gehen fast unter" in dem minutenlangen Jubel.) Dann will ich wieder gern jede Verantwortung auf mich nehmen und Deutschland so vertreten, daß es sich dieser Zeit seiner Geschichte vor der Nachwelt nicht zu schämen
braucht!" (Erneuter tosender Beifall.)
Dieser Appell findet nicht statt, um ein Regime im Innern zu legitimieren, sondern, um dem Rechtsanspruch, den dieses Regime für dieses Volk erhoben hat, der Welt gegenüber d i e h ö ch st e Legitimation zu geben, die es überhaupt gibt! Mich richtet nicht irgendein Rat und keine Konferenz, — richten kann mich nur das deutsche Volk allein!
Die Freude und die Begeisterung Über die packenden Worte des Führers entfesselten am Schluß der Rede wahre Stürme der Zustimmung. Der Beifall war zugleich das öffentliche Bekenntnis der treuen Gefolgschaft.
Leipzig erwartet den Führer.
Leipzig, 25. März. (DNB.) In der großen Maschinenhalle der Technischen Messe, in der erst vor acht Tagen Reichsminister Dr. Goebbels 90 000 Leipziger Volksgenossen aufrüttelte, wird nun a m Donnerstag der Führer selb ft sprechen. Voll Stolz auf das Geleistete sieht Leipzig, das einst Ausgangspunkt der marxistischen Arbeiterbewegung und rote Hochburg war, und das jetzt für jeden schaffenden deutschen Menschen ein Begriff geworden ist, dem Besuch entgegen.
Aalmgesche, nichts weiter!
Wir konnten uns auf der Penne in einer Klaffe täglich prügeln, aber wehe dem aus einer anderen Klaffe, der einem von uns zu nahe trat! Man macht alles untereinander ab, nach außen hält man wie Pech und Schwefel zusammen. Nur eine solche Gemeinschaft imponiert! Von Geschwistern oder Klassenkameraden, die, wenn's drauf ankommt, nicht zu» sammenstehen, hält man nichts. Das war immer so und wird immer so bleiben. Das war aber auch immer so im Leben der Völker wie im Leben der kleinen Gemeinschaften. Achtung erwirbt sich nur die Nation, die zu jeder Zeit und erst recht in der Stunde der Bewährung nach außen hin zusammenhält!
Das deutsche Volk ist mit zuletzt unter den großen europäischen Völkern zum Gefühl seines nationalen Bewußtseins und seiner staatlichen Zusammengehörigkeit gelangt. Wir kämpften die Freiheitskriege gegen Napoleon immer zuerst noch als Untertanen. Die Revolution von 1848 blieb eine Sache der gebildeten Stände und der einzelnen deutschen Staaten. Dem Einigungskrieg von 1870/71 war noch der Bruderkrieg von 1866 voraufgegangen, der für zehn Millionen Deutsche den Traum vom gesamten deutschen Volkstum in einem einigen deutschen Reich zerschlug. Erft der Weltkrieg brachte mit einem Male den ersten großen Schmelzprozeß, in dem alle Deutschen fühlten, daß dieser Kampf um die Existenz des Deutschtums an sich ging!
Was 1918 versäumt wurde, holte Adolf Hitler 1933 nach. Was auch immer von Gegnern des Nationalsozialismus vorgebracht werden mag, wenn sie wirklich Deutschland lieben, können sie niemals leugnen, daß in den drei Jahren der Führung des deutschen Volksschicksals durch Adolf Hitler mehr getan worden ist für die Stärkung des deutschen National- bewußtfeins als in einer Generation vorher. Nichts ist schwerer, als sich inmitten einer gewaltigen Zeitströmung noch das Bewußtsein der Distanz zu erhalten. Wie wenig wird man sich häufig genug im Vollbesitz eines neuen Lebensgefühls des Abstandes zum Vorhergegangenen bewußt. Wir nehmen heute schon nach drei Jahren inmitten einer schnellebigen Zeit unendlich vieles als selbstverständlich hin, was noch vor drei Jahren unmöglich schien. Naturgesetz!
„Der Vogel verteidigt sein Nest: eben dies tun auch alle wilden Tiere.' Nun merk auf, was du tun mußt! Gott hat dir gegeben Seele und Sinne. Sei lieber frei als Sklave eines andern, so lange du dich rühren kannst! Freiheit ist das größte Gut auf Erden für den, der Freiheit ertragen kann. Willst du dir selbst hold sein, so liebe Freiheit mehr mehr als Gold, denn Ehre und Freiheit, sie gehen Hand in Hand!" In einer 500 Jahre alten schwedischen Bauernchronik von der Befreiung Schwedens durch seinen Volksführer Engelbrecht, übrigens einen Deutschen, steht dies zu lesen. Es hört sich an, wie für unsere Zeit geschrieben, wie ein Satz aus einer Rede des Führers! Das Geheimnis der Macht eines jeden wahrhaften Volksführers ruhte immer in feiner Fähig- feit, den Naturgesetzen seines Volkes gemäß zu handeln. Und eines dieser Naturgesetze des deutschen Volkes wird immer sein, mit allen Kräften und unter jedem Einsatz dafür zu sorgen, daß deutscher Boden nur von Deutschen beherrscht wird.
Und weil die Beseitigung der entmilitarisierten Zone einer Forderung deutscher Naturgesetze entsprach, kann sich der Führer daraus verlassen, daß aus dem gleichen Naturempfinden heraus, er auch für diese Tat die Zustimmung des gesamten Volkes am 29. März erhält. Er hat etwas gewagt, was unserem innersten Empfinden nach u n - (er gutes Recht war, was getan werden mußte. In den Dingen eigener Sicherheit und eigenen Rechtes kann kein ehrliebendes Volk, das zu nationalem Bewußtsein erwacht ist, Fremde über sich in diesen Dingen entscheiden lassen. Die Wahl ist für das gesamte Ausland nichts als die Bestätigung dafür! Je entschiedener sie ausfällt, desto eher wird sie drüben die Ueberzeugung verankern, daß Deutschland in dieser Frage ein Naturrecht sieht, für daß es bis zum letzten Einsatz kämpft. Und weil von der Tiefe dieses Eindrucks die Bereitwilligkeit zum Verhandeln abhängt, bedeutet die Höhe der für den Führer und feine Politik abgegebenen Stimmen auch die Stärkung der Friedenssicherung!
Es kann kein Volk erstarken nach Jahren des Niederganges ohne Schweiß und Schwielen, ohne Bitterkeiten und Kämpfe. Wenn es Vertrauen zu feiner Gesundheit und feiner Zukunft hat, übersteht es die Zwischenzeit schneller, als wenn es dauernd Ueberlegungen anstellt. Wir müssen in einer so kurzen Zeit das nachbolen, wozu andere das Dreifache brauchten. Wir haben viel Unglück gehabt. Zu oft rief man uns ein „zu spät" entgegen, wenn wir ankamen, unseren Anteil zu fordern! Können wir es uns noch leisten, öfter noch in Zukunft „zu spät" zu kommen? Wir glauben nein. Im Gedränge um einen Platz an der Sonne werden immer härtere Ellbogen notwendig. Niemand macht gern dem Spätergekommenen Platz, es sei denn, er sähe ein, daß es wirklich nicht anders geht. Das klar zu machen, ist mit eine Sache des 29. März.
Wo Deutschlands Waffenschmiede steht, da spricht der Führer.
Am Freitag wird der Führer mitten im größten Jndustriewerk Deutschlands, den Kruppschen Eisenwerken, die dank seinem kühnen Eintreten wieder die Waffenschmiede Deutschlands sind, zu allen Deutschen sprechen. Das ganze deutsche Volk wird an dieser einzigartigen Kundgebung teilnehmen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Die Ehre Deutschlands ist deine Ehre, die Würde Deutschlands ist deine Würde! Handle danach am 29.März!


