Mittwoch. 25. November 1956
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
M.2I6 Drittes Blatt
Aus der Provinzialhauptstadt
als
sich
mit
Jungfrau von Orleans zu verdanken, daß sie Hexe verbrannt wurde.
Danton wurde erst guillotiniert, nachdem er selbst den Hals abgeschnitten.
4
M
Saflisfago^
den sie auch weiteren Kreisen durch Ausgaben zugänglich, die Hübscher mit philosophischer Sorgfalt verzeichnet. Er hat im Ganzen 452 „Gallettiana" zusammengebracht, von denen wir einige der ergötzlichsten hier wiedergeben.
Durch das stärkste Fernrohr erscheint der Planet Mars so groß wie mein Kopf auf zehn Meter Entfernung. Aber selbst wenn es auf dem Mars von Menschen wimmelt, könnte man sie nicht wahrnehmen, da Sie ja auf zehn Meter auch nicht sehen können, was auf meinem Kopf vorgeht.
Die Perser bekamen bei Marathon einen solchen Schreck, daß sie ausriefen: Herr Jesus, da kommen die Athener! und stürzten ins Meer.
Wenn die alten Spartaner zum männermordenden Kampf auszogen, so kräuselten und salbten sie sich vorher die Locken, nicht so wie der Schlingel dort, der Reimann, der unfrisiert zur Klassenstunde kommt.
Ueberaus entzückend ist in der antiken Skulptur die Stellung der drei nackten Grazien. Ich werde Ihnen das einmal vormachen.
Brutus und Cassius ermordeten den Caesar auf eine seiner Gesundheit höchst nachteilige Weise.
Varus war der einzige römische Feldherr, dem es gelang, von den Deutschen besiegt zu werden.
Tacitus sagt schon, die alten Deutschen seien so groß gewesen wie unsere Gardes du Corps.
Ich komme heute der jüngeren Schüler wegen nochmals auf Richard Löwenherz zurück, da nur die Aelteren unter Ihnen die Kreuzzüge mitgemacht haben.
Richard III. ließ alle feine Nachfolger hinrichten.
Nach Hinrichtung der Maria Stuart erschien Elisabeth im Parlament, in der einen Hand das Schnupftuch, in der andern die Träne.
Den erwähnten Umständen hatte es die historische
Oeffentlichkeit überlassen zu müssen, hatte er das alte, brüchige und morsche Papier in den Lauf der alten Reiterpistole gesteckt und mittels einer mäßigen Pulverladung in abertausend Atome in die Luft zerstäubt.
„Diese alten Flibustier lassen sich nicht gern in die Karten schauen", seufzte Paine bedrückt, als er Inspektor Borden Bericht über seinen letzten Besuch bei Coke erstattete.
Borden ließ sich seinen mächtigen Seehundsbart sachte durch die Hände gleiten und grinste vergnügt: „Trösten Sie sich, Paine! Es muß auch Narren geben, die nach Schätzen suchen. Uebrigens sind Sie nicht auch schon draufgekommen: wenn wir uns mit Narren zu schaffen machen, ziehen wir allemal den Kürzeren."
„Offenbar weil gegen die menschliche Dummheit selbst Götter vergebens kämpfen."
Borden sah Paine mißtrauisch aus den Augenwinkeln an und griff nach seiner Pfeife. Das Telephon klingelte und brachte den Fall Jasperson ins Rollen, von dem ein andermal berichtet wird.
Der Ausbau der Observatorien auf den Azoren verfolgt allerdings weniger den Zweck, die lokal begrenzten 24-Stunden-Vorherfagen zu verbessern,
W?nn nun der Meteorologe, Luftfahrer oder ^ee-iann in der Lage sein will, das Wetter für v!ie n ä ch st e n 4 8 Stunden mit einiger Sicherheit ^zu erkennen, muß er über die allgemeinen Oust)ruckverhältnisse, wie Verteilung von Teilhochs, fliess bzw. über die Großwetterlage, d. h. die Üaae des Azorenhochs zum Gegenspieler, dem Js- IM-Zentraltief unterrichtet sein. Daraus kann er lhli-ßen, welche Windrichtungen und Windstärken u rwarten sind und welches Luftdruckgebilde für i en kommenden Zeitabschnitt maßgeblich ist. Die 'lchabe der mit allerfeinsten Instrumenten aus- lMsteten Observatorien auf den Azoreninseln be- 'tehi darin, auf Grund zahlreicher Einzelmeldungen ■lon Dampfern aus dem Aktionsradius des Hochs,
der den ganzen Mittelatlantik umfaßt, über das Hoch selbst unterrichtet zu sein. Ferner kommt es darauf an, die Luftdruckverhältnisse der angrenzenden großen Luftzonen z. B. über dem Südatlantik, dem Golf von Mexiko und über Grönland zu wissen, denn alle diese stehen in einer Art Zusammenarbeit mit dem Azorenhoch. Die Observatorien auf den Azoren sind eine Zentralwetter st elle, die die gesammelten Beobachtungen und Folgerungen ihres wichtigen Arbeitsgebietes an die interessierten europäischen Wetterzentralen, zum Beispiel für Deutschland an die Deutsche S erwarte in Hamburg weitergibt, die diese Meldungen im Verein mit den Erkenntnissen ihres Beobachtungsraums für die Wettervorhersage verwendet.
Paine holte verschiedene geologische und maritime Gutachten ein. Es wurde ihm bestätigt, daß an eine Bergung der Schätze des treulosen Königs nur unter Aufwendung sehr großer Kapitalien gedacht werden konnte, die voraussichtlich den Werl der versunkenen Herrlichkeiten bei weitem übersteigen würden. Da die Angelegenheit infolge ver- schiedentlicher Nachforschungen in die Zeitungen kam, meldete der Earl of Norwich den Verlust einer sehr wertvollen Chronik aus dem 13. Jahrhundert an, in der, wie er versicherte, die ganze Geschichte von dem mißglückten Uebergang Johanns über The Wash enthalten war.
Hier war nun endlich dem Gesetz eine Handhabe geboten, gegen Mr. Coke einzuschreiten. Es gelang dem Yard, nachzuweisen, daß ein Beauftragter Cokes die Chronik aus der Schloßbibliothek des Grafen von Norwich widerrechtlich „entliehen" hatte. Leider erschienen Nachrichten hierüber um einige Stunden zu früh in den Londoner Blättern und Coke war gewarnt. Als Paine am Morgen des 20. Juli mit einem großen Stabe von Beamten in die Wohnung Cokes am Kennington Oval eindrang, stand der lange, hagere Mann, der mit seiner kühn gebogenen, langen Nase und dem schwarzen Knebelbart wie ein alter Flibustier aussah, am Fenster und feuerte aus einer alten Reiterpistole einen Schuß in den samtblauen Morgenhimmel Londons ab. Coke wurde wegen Verübung groben Unfugs in Haft genomen. Er behauptete, die Pistole zu seinem Vergnügen abgefeuert zu haben. Am gleichen Tage wurde dem Earl of Norwich die vermißte Chronik per Post zurückgestellt. Es fehlten daraus bloß drei Blätter, und zwar jene, die von König Johanns Glück und Ende am The Wash berichteten.
Coke, der auf seine lauteren Absichten schwor, mußte mangels einwandfreier Beweise freigelassen werden. Von den Leuten, die ihr Kapital in Cokes Unternehmen gesteckt hatten, erachtete sich niemand als geschädigt. Coke kündigte an, daß er sich mit den eingezahlten Geldern nach Peru begeben werde, um den sagenhaften Schatz der Inkas zu heben.
Als Harry Lytton Paine vor Cokes Abreise den Mann noch einmal um Aufklärung ersuchte, was jener geheimnisvolle Schuß am Morgen des 20. Juli zu bedeuten gehabt hatte, fragte Edward Coke boshaft lächelnd: „Haben Sie noch niemals Exerzierpatronen verschossen?"
Paine nickte und beide schwiegen. Offenbar hatte Coke doch einige wertvolle Angaben über die Positionen des versunkenen Königsschatzes in der Chronik des Earl of Norwich gefunden. Um sie keinem andern und schon gar nicht dem Staat und der
als über längere Zeit hinaus eine Wettervorhersage zu ermöglichen. Indem man die großen Faktoren, die die Weiterbildung beherrschen, ständig beobachtet, gewinnt man eine gewisse Uebersicht über periodische und Parallelentwicklungen, die es gestatten, den Vorhersagetermin erheblich zu erweitern. Diese weitschauenden Vorhersagen sind im Interesse des einzelnen wie auch für allgemeine Einrichtungen wie etwa den Luftverkehr, den Schiffsverkehr und bergt ungemein bedeutungsvoll. Namentlich die Landwirtschaft aller Länder ist an einer Weiterentwicklung der Wettervorhersage dieser Art sehr interessiert, weil sie eine ganz andere Planung der bäuerlichen Arbeiten ermöglicht. Beispielsweise hat in Deutschland das bekannte Institut für langfristige Wettervorhersage unter Professor Baur mit erfolgreichen Zehntage-Vorher- sagen im letzten Sommer die Landwirtschaft ausgezeichnet beraten.
Auf diese Weise ist es heute möglich, eine sogenannte Wetterkarte von Europa und dem anschließenden Nordatlantik zu zeichnen, die nicht größer ist als ein Blatt Schreibmaschinenpapier. Auf diesem Blatt Papier findet man den Himmelszustand in allen Einzelheiten, wie er in dem genannten riesigen Gebiet herrscht, etwa um 8 Uhr morgens. Der Meteorologe am Observatorium ist somit in der Lage, zu jeder Stunde Auskunft über das Wetter, sagen wir mal, in der Biskaya, vor Lissabon, im Kanal, auf der Irischen See oder von irgendeinem Ort in Deutschland zu geben. Er kann dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wetterbildung sagen, wie das Wetter in den nächsten 24 Stunden an diesen Plätzen sein wird. Aus diesen zwei Beispielen kann man schon erkennen, welche ungeheure Bedeutung sich mit dieser Erkenntnis der Verhältnisse im unübersehbar erscheinenden Luftmeer verbindet.
so umlagert sein? Und um was — in aller Welt! — handelt es sich eigentlich?
Rücken wir mit der Sprache heraus: um die neuen Spendenkarten der Deutschen Reichsbahn handelt es sich. Jedermann weiß, daß die Reichsbahn zur Winterszeit an ihren Schaltern Spendenkarten für das Deutsche Winterhilfswerk zum Preise von 10 Pf. verkauft. Vielen Volksgenossen konnte in den vergangenen Jahren im Rahmen des Winterhilfswerks durch diese Spendenkarten geholfen werden.
Für diesen Winter hat sich die Reichsbahn neue Spendenkarten ausgedacht; und man muß schon sagen: sie haben es in sich! Die Spendenkarten haben wiederum die Form der „richtigen" Fahrkarten. Auf der einen Seite steht: „Spendenkarte der Reichsbahn"; außerdem trägt diese Seite noch die Kennzeichnung (z. B.) „Bild II/4". Dreht man die Karte um, so erblickt man einen Teil des Bildes, das sich aus insgesamt zwölf Spendenkarten zufammensetzt. Zwölf Spendenkarten ergeben auf diese Weife ein Bild-Legespiel, um dessentwillen man wieder ein Kind sein möchte. Denn was macht den Kindern mehr Spaß als ein Bildlegespiel?
Hat man zwölf Bilderkarten zusammen, also ein Gesamtbild zusammengesammelt und richtig zusammengestellt, nun — dann geht man zum Zusammenstellen des nächsten Bildes über! Denn die Reichsbahn hat im ganzen acht Bilder in je zwölf Spendenkarten zerlegt; alles in allem wären also achtmal zwölf Spendenkarten zu sammeln.
Die Bilder sind bunt und so hübsch, so geschmackvoll
anderen in die Neuzeit zeigte.
Als die Pest in Florenz wütete, erlagen ihr auch sämtliche Aerzte der Stadt. Als der letzte Arzt dahingerafft war, entschwand die Seuche.
Man hat viel darüber gestritten, ob die altägnp- tische Sphinx ein Weib oder ein Mann gewesen sei; die Wahrheit liegt hier, wie so oft, in der Mitte.
Was in Deutschland her Regen ist, das sind irt Rußland die Heuschrecken.
Die klassische Kathederblüte.
Aussprüche von 3- G A. Galletü
lieber den Mann, auf den angeblich die meisten und schönsten der sogenannten Kathederblüten zurückgehen, erfährt man einiges in dem amüsanten Büchlein „Der Klassiker der Kathederblüte". Gesammelte Aussprüche I. G. A. Gallettis", das Arthur Hübscher bei Piper & Co. in München erscheinen ließ.
Galletti war 1750 zu Altenburg geboren, wurde nach einem brav erledigten Studium der Rechtsund Geschichtswissenschaft Professor am Gymnasium in Gotha und entfaltete eine schriftstellerische Tätigkeit von unheimlicher Fruchtbarkeit, gab neben vielen anderen Werken eine „Kleine Weltgeschichte in 27 Bänden" heraus, die sogar Erfolg hatte, und starb hochbetagt, auch im späten Ruhestand noch unvermindert literarisch tätig. Aber alles, was er geschrieben hat, ist heute vergessen. Was von ihm geblieben ist, haben seine Schüler zu feinem Ruhme zusammengetragen. Auf dem Gymnasium zu Gotha hatte es sich bald herumgesprochen, daß man in seinen Unterrichtsstunden nicht nur edle Wissenschaft, sondern auch das Lachen lernen konnte. Seine Redeblüten wurden zunächst mündlich weitergetragen, dann aber, als sie sich mehrten, von aufmerksamen Schülern sorgfältig ausgezeichnet. Schon früh gab es kleinere Veröffentlichungen, dann aber war-
Maximilian, der letzte Ritter, stand noch einem Fuß im Mittelalter, während er mit dem
Sammelfieber am Fahrkartenschalter.
Wenn nicht alles trügt, wird in Kürze ganz Deutschland von einer Sammelwut ergriffen werden, deren Ausmaße noch nicht zu übersehen sind.
Groß und klein, alt und jung werden diesem Sammelfieber erliegen; wo immer einer den andern trifft, wird er ihn sofort fragen: „Haben Sie vielleicht Bild III/6?" Der andere wird dann antworten: „Können Sie haben, aber nur gegen Bild VII/3!"
Es wird ein Tauschen und Jagen einsetzen, gegen das die Jagd nach der „blauen Mauritius" ein Hinkespiel ist.
Wo wird man tauschen? Wo wird man nach Bildern jagen? Antwort: „Allüberall! In den Amtsstuben, in den Büros, in den Gaststätten und Kaffeehäusern, in der Schule, an der Straßenecke, im Autobus und — natürlich! — auch im Eisenbahnabteil. Gerade im Eisenbahnabteil wird des Tauschens kein Ende sein! Ob in der dritten Klasse des Personenzuges oder im Mitropa-Speisewagen, ob im Triebwagen zwischen Bummelhausen und Bimmelburg oder im Rheingoldexpreß, einerlei: man wird tauschen, tauschen, tauschen!
Die Kinder werden ihre Eltern bestürmen; Großväter und Tanten werden keine ruhige Minute mehr haben; jeder Onkel wird nur noch danach eingeschätzt werden, wieviel Bildkarten er in der Tasche hat. Und die Fahrkartenschalter werden so umlagert fein, daß man den Bahnschutz wird rufen müssen.
Ja — warum wird gerade der Fahrkartenschalter
Analle schaffenden Volksgenvffen!
Einem Wunsche des Führers folgend, schuf vor drei Jahren der Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley innerhalb der Deutschen Arbeitsfront die Nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die die Aufgabe erhielt, die Freizeit des schaffenden Deutschen zu gestalten. Anfangs belächelt und bewitzelt, hat sich die NSG. „Kraft durch Freude" in diesen kurzen drei Jahren zur größten Frcizeitorganisation der Wett entwickelt.
Der Leistungsbericht über das abgeschlossene Jahr, der in diesen Tagen der Oeffentlichkeit vorgelegt wird, wird euch zeigen, welchen ungeheuren Aufschwung eure Freizeitbewegung auch in den letzten 12 Monaten genommen hat. Eure Anteilnahme hat diese Erfolge ermöglicht.
Deshalb begehen wir den 3. Jahrestag der NSG. „Kraft durch Freude" gemeinsam am Mittwoch, 2 5. November 1 9 3 6, bei der Festveran- staltung in der Dolkshalle. In einem „Großen, heiteren Wiener Abend", bei dem Johann Strauß mit seinem Orchester und andere Künstler Mitwirken, werden wir durch heitere Kunst neue Kraft für unsere Arbeit finden.
Alle Volksgenossen sind freundlichst eingeladen, heil Hiller!
Wagner, Kreisobmann der DAF.
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9er geheimnisvolle Gchuß.
Von Edmund Zinke.
31 der ersten Hälfte Juli des Jahres 1935 ging bim Secret Intelligence Service (dem englischen Echeimdienst) seitens der Hafenbehörde von Skeg- ruß am The Wash, das ist die Bai, die sich an der Ollüste Englands tief zwischen die Grafschaften Lncolnshire und Norfolk ins Land schiebt, die Meldung zu, daß einige große Motorboote und eine Lmpfjacht dort anscheinend Vermessungen vornäh- mer, ohne die Erlaubnis zu haben. Die Fahrzeuge »-schwänden in die offene See hinaus, fo oft das Nzeiboot oder die Barkaffe der Hafenbehörde sich stn n zu nähern suche.
2 a es sich um Spionage im Dienste einer frern- dm Macht handeln konnte, wurden zwei Torpedo- boo-e nach Wells beordert, die in der Nacht vorn 11 auf den 15. Juli die verdächtigen Fahrzeuge in dir The-Wash-Bai stellten. Doch die Schiffspapiere ai:en in Ordnung, Jacht und Motorboote waren Egrntum eines gewissen Edward Coke, der lächelnd ooqcrb, nach dem sagenhaften Schatze Johanns odr- Land zu suchen.
2a der Geheimdienst Coke für eine suspekte Per- scaichkeit hielt, die, wie anzunehmen war, braven Wägern mit frech erlogenen Schatzgräbermärchen g^ere Summen aus der Tasche zog, wurde der M New Scotland Yard übergeben, wo ihn Harry Mon Paine, der technische Dezernent des Yard, Kr Bearbeitung überwiesen erhielt.
«aine stellte nun vor allem fest, daß im Jahre 1216, als König Johann ohne Land mit Hilfe des Bannfluches Jnnocenz III. über Stephan Langton wi die aufsässigen Barone die Magna Charta rück- K zu machen suchte und auf diese Weise einen krieg entfesselte (in dessen Verlauf ihn übri- Krs der Tod ereilte), der König tatsächlich am
Wash anwesend gewesen war. Er befand sich «nals schon auf der Flucht vor den Baronen und b-fchl, da das Westufer der Bai bereits besetzt war, jrsm Heer mit Troß und Wagen über die bei wie trockenliegende Bai zu marschieren. Johann l're Land führte alle seine Schätze mit sich. Da 7- Nordufer auf Lincolnshirer Boden ziemlich m aus dem Meere aufragt, staute sich die Ko- yiie und die Flut überraschte die Krieger des Eigs und den Troß, Taufende ertranken, und *e Kronjuwelen samt ungeheueren Geld- und ^verschätzen versanken im Sand und Schlamm der und warten bis heute daraus, von unterneh- krngslustigen Tauchern gehoben zu werden.
Es ist nicht möglich, im Rahmen eines Aufsatzes die zahlreichen Wetterformen au behandeln, die die verschiedene Lage des Azorenhochs für unsere Gegend auslosen kann. Wir erwähnen nur einen im Winterhalbjahr verhältnismäßig häufigen Fall: Das Azorenhoch dehnt sich stark nordostwärts bis nach Südwesteuropa aus und läßt gleichzeitig die südlich Islands wandernden Tiefs (Schlechtwetterzonen) ostwärts nach Skandinavien — Rußland gleiten. In dem Augenblick besteht die Voraussetzung für den Zustrom sehr warmer, feuchter Luft aus fubtropifchen Breiten nach Westeuropa einerseits und den Zufluß kalter, grönländischer Luft gleichfalls nach Westeuropa andererseits. Die auf diese Weise zum Zusammenstoß kommenden, scharf entgegengesetzten Luftwaffen führen die Bildung der häufig im Wetterbild auftretenden Sturmwirbelkatastrophen herbei. So besitzt das Azoren- inselgebiet mit seinem Hoch eine indirekt beherrschende Stellung im europäischen Luftraum der nördlichen Erdhalbkugel. Es ist nicht übertrieben, von diesen Inseln zu sagen, daß sie den Wettergott Europas spielen, und es ist Aufgabe der Wissenschaft, hinter die Wesensart und Wirkungsweise dieser unsichtbaren Gewalten zu kommen, die uns so manche unangenehme, aber auch angenehme Ueberraschung bringen.
Die Azoren als „Wetterinseln".
Die meteorologische Wissenschaft von „Hoch" und „Tief".
Von Walter Lammert.
und, da von Künstlerhand entworfen und ausgeführt, so wertvoll, daß sie die Sammelwut zur Weißglut steigern werden.
In zeitlicher Reihenfolge erleben wir den Werdegang des Verkehrs. Von den Germanenzügen angefangen über die Postkutsche bis zum „Fliegenden Hamburger" zeigen sie die Entwicklung des Reifens. Mehr fei nicht verraten, denn sonst wird das Legespiel zu leicht!
Die hübschen „Fahrkarten" werden auch den Kindern (großen wie kleinen!) helle Freude machen, die gern mit der Eisenbahn spielen. Was nützt mir die schönste Eisenbahn, wenn meine Reisenden keine Fahrkarten haben?
Muß nun noch über den Zweck der Spendenkarten etwas gesagt werden? Wohl kaum! So kann dann gleich zum Sammeln der Bildkarten übergegangen werden. Am 1. Dezember geht's los!
Decke sich jeder ein! Ob wir wollen oder nicht, m diesem Winter heißt es überall: Wir fahren mit der Eisenbahn ...
Dornoiizen.
Tageskalender für Mittwoch.
NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen, Arbeitsgemeinschaft Musik: 15.30 Uhr Orchesterprobe im Singsaal des Lyzeums. — NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude: 20.30 Uhr 3. Jahresfeier, heiterer Wiener Abend mit Johann Strauß in der Volkshalle. — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Hänsel und Gretel", Märchenoper von Humperdinck. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Das Mädchen Irene". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Donner, Blitz und Sonnenschein". — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr Dichter-Abend: Edwin Erich Dwin- ger lieft aus eigenen Werken in der Neuen Aula der Universität. — Biblische Woche der Luthergemeinde: 20 Uhr Vortrag von Pfarrer Marx, Friedberg, in der Kapelle des Alten Friedhofs über „Suchet zu allererst das Reich Gottes und feine Gerechtigkeit".
Stadttheater Gießen:
Heute abend findet die erste Wiederholung der Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck statt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. Hampel. Die Spielleitung führt Paul W r e d e. Anfang 19.30
Auf der Inselgruppe der Azoren, die zu Portugal gehört, ist ein weiteres großes Observatorium errichtet worden, das lediglich für den Dienst der Wetterkunde bestimmt ist. Das Jnselgebiet der Azoren ist der Mittelpunkt einer „Hochdruckzentrale", die maßgeblich für die Weiterbildung über dem Nordatlantik und in Europa ist. Das Wort „Azorenhoch" ist in den Wetterberichten aller europäischen Länder von ausschlaggebender Bedeutung.
Die in den Wetterberichten jeden Tag erwähnte Ausdrücke „Hoch" und „Tief" hängen mit der Wttervorhersage unmittelbar zusammen, „Hoch" b^euiet die „Verdickung" einer großen Menge von LMtilchen, die Folge ist, daß unser Barometer qü „Schweremesser" in einem solchen Hoch entsprechend reagiert und eine höhere Luftdruckzahl avzibt. Man sagt dann, es gibt gutes Wetter, ut0 tatsächlich verbindet sich mit dem „Hoch" die ^enschaft, daß in feinem Bereich die Niederschläge n'-chlassen und der Himmel aufheitert. Im Gegensatz dazu ist ein „Ties" eine Gegend mit „dünner", atfingerer Luft und unser Barometer beginnt in feinem Bereich zu „fallen", das heißt, eine kleinere Mdruckzahl anzuzeigen. Im Tief herrscht trübes, rednerisches Wetter. Da die Windrichtung von der Inseitigen Lage von Hoch und Tief abhängig tarb und die Windrichtung selbst als Heranbringer ftbdener oder feuchter Lust für den Himmelszu- ftfnb wichtig ist, so ist leicht zu verstehen, daß die Knntnis der Lage von Hoch und Tief für bi Wettervorhersage Hauptvoraussetzung ist.
*
Bei den einzelnen Barometerstandsschwankungen, dS- wir von Tag zu Tag verfolgen, handelt es sich Mistens um sog. Teilhochs und Teiltiess, die auf urjer Wetter nur kurzen Einfluß haben und selbst am einer „Zentrale" gelenkt und beherrscht werden. Ühfeie Erdatmosphäre weist nur wenige solcher Antritten auf. Eine dieser, die ungemein umfänglich ist und im allgemeinen ständig das Wetter vom nioriatlantif und Europa bestimmt, ist die H 0 ch - lirucf 3 e n tr a I e im weiten Raume der Azoren- $'it|tn. Dieses Hochdruckgebiet, das man mit einem nättigen luftgefüllten Gummiball vergleichen 15mte, schrumpft zeitweise stark zusammen, plustert sh zuweilen aber auf, stoßt dann nach allen Rich- t.ingcn, insbesondere nach dem Nordatlantik und Ekiiblvesteuropa, „Ausläufer" aus und vollführt gleichzeitig Atemzügen ähnliche Bewegungen, auf die Die gesamte „Nachbarschaft" bis zur Z e n - tu: a. e „Islandtief" reagiert. So kommt es, d0-ß je nach dem Verhalten des Azorenhochs auch düe Bewegung der Teilhochs vor sich gehen. Selbst bie mächtigen Tiefs, die über dem Nordatlantik nach Gfurtpa wandern und uns so oft Sturm und Ream Dringen, sind im Grunde genommen von dem jeweiligen Energiegrad des Azorenhochs in ihrer eieren Bewegungsfreiheit und Zugrichtung ab- Wncig.
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