Nr. 27b Zweiter Blatt
hauptsächlich aus
Niemals darf Konfekt auf hell geschoben werden.
Weihnachtskonfett.
Don Frida Aisch, Bad-Nauheim.
Was uns bei den kleinen Konfektchen so bestrickt, zas ist ihr reizendes Aussehen. Damit sie gut geraten, weihen wir ihnen bei der Herstellung die meiste Sorgfalt. Dabei ist mancherlei zu beachten, lllle Zutaten müssen immer, außer bei Honig- und Sirupgebäcken, kalt verarbeitet werden. Das Mehl ist immer zu sieben. Der Teig darf eher zu lest als zu dünn sein. Die meiste Not macht das lluseinanderlaufen der Figuren. Wir denken gleich an Butter- und Mürbteig. Sie neigen mehr dazu als andere. Darum wählen wir die Vorschriften danach aus. Fetter Teig zerfließt leichter als magerer. Wir stechen deshalb aus Butter- und Mürbteig Figuren aus, die ruhig ein bißchen wohlgenährt aussehen können. Es tut der Schönheit keinen Abbruch: Sterne, Herzen, Ringe, Halbmonde.
Die Treibmittel nehmen wir eher knapp als reich-
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lich. Mürbteig muß so schnell zusammengeknetet werden, daß sich das Fett nicht erst besinnen kann, ob es zerfließen darf oder nicht. Backbleche bleiben für Butterteig ohne Fett, werden aber hauchdünn mit Mehl oder Kleie bestäubt. Dies verhindert auch das Auslaufen. Die Bleche müssen kalt mit den kalten Plätzchen in den heißen Ofen kommen. Der Ofen muß von Anfang an die richtige Hitze haben.
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Miller, das jeder Biegung nachgibt.
Schokoladenplätzchen. 50 Gramm feines Mehl, 150 Gramm geriebene Schokolade, 100 Gramm Zucker und 50 Gramm geriebene Nüsse werden untereinander gemischt. Alles wird in den steifen Schnee von 2 Eiweiß geknetet und mit 1 Päckchen Danillenzucker gewürzt. Jetzt muß es ein fester Teig sein. Kleine Kugeln formen, platt drücken und dünn auf mit gutem Oel bestrichenem Blech bei mäßiger Hitze backen.
Kleine Lebkuchen. 110 Gramm Honig oder Kunsthonig, 125 Gramm Zucker miteinander heiß machen. In 250 Gramm Mehl V2 Teelöffel Ingwer, '/- Teelöffel Zimt, 1 Gramm Nelken, 2 Eßlöffel geriebene Mandeln, 1 Eßlöffel Orangeat mischen, den Zuckerhonig hineinkneten, ein kleine Messer- spitze Ammonium damit verarbeiten. Der Teig wird zentimeterdick ausgerollt, Figuren ausgestochen, die leicht mit Eigelb bestrichen und braun gebacken werden.
Zimtsterne. 75 Gramm Margarine, 1 ganzes Ei, 140 Gramm Zucker, 20 Gramm Zimt werden zusammengerührt. 100 Gramm geriebene Nüsse, 250 Gramm Weizenmehl und eine Messerspitze Hirschhornsalz kommen dazu. Diesen glatten Teig rollt man aus, sticht Sterne aus und backt sie bei mäßiger Hitze hellgelb. Aus Puderzucker und Zitronensaft rührt man einen glatten, salbenartigen Guß, und bestreicht damit die noch warmen Sterne. Trocknet er nicht sofort, muß man sie noch einen Augenblick in den Ofen schieben.
Aachener Printen. 250 Gramm braunen Sirup, 70 Gramm gelben Farinzucker, 60 Gramm Butter, 375 Gramm Weizenmehl, 1 Messerspitze Zimt, Nelken, 2 Gramm Kardamom und 10 Gramm, in 2 Eßlöffel Wasser aufgelöste Pottasche. In den heißen, aber nicht kochenden Sirup gibt man den Zucker und läßt die Butter darinnen zerlaufen. Alle anderen Zutaten mischt man zuerst gleichmäßig unter das Mehl, wirkt alles zu einem glatten Teig, der nicht mehr kleben darf. Er wird xentv- meterdick ausgerollt, beliebig lange und breite Streifen davon geradelt, die in grobem Kristallzucker gewälzt und m heißem Ofen auf gewachstem Blech gebacken werden. v OAA _
Schäumchen. 3 Eiweiß und 300 Gramm Zucker werden geduldig V- Stunde gerührt. Auf einem gewachsten Blech oder auf kleinen Oblaten setzt man davon Häufchen, die in mäßig heißem Ofen von oben leicht gelblich trocknen, von innen noch feucht bleiben müssen. Einen kleinen Teil des Schaumzuckers kann man rosa färben, indem man ein Stückchen rote Gelatine auf einem Tellerchen mit wenig kochendem Wasser brüht und ein paar dunkelrote Tropfen davon untermischt. Zieht man dies lose durch den weißen Teig, werden die Schäumchen rosa gestreift. Größere Häufchen davon ohne Oblaten gebacken, kann man von unten noch warm mit einem Ei eindrücken und hat nun süße Schälchen, die sehr hübsch aussehen, mit grünem, rotem oder gelbem Obst, das ohne Zucker eingekocht ist.
Wein Plätzchen. 500 Gramm Mehl wird mit Zimt, etwas Kardamom, 1 Prise Salz vermischt, 1 Eßlöffel Butter, 1 Eßlöffel Zucker und 1 Ei werden glatt gerührt. Dann gibt man vorsichtig ein paar Eßlöffel Weißwein, 1 Päckchen und 1 Messerspitze Oetkers Backpulver dazu und rührt allmählich das gewürzte Mehl hinein. Wenn man merkt, daß der Teig sehr fest wird, gibt man noch etwas Wein dazu. Der Teig muß sich gut ou-roll-n lassen.
Schaumartiges Konfekt, das.....
Ei-Schnee besteht, muß sofort in den Ofen. Oblaten müssen schon auf dem Blech im richtigen Abstand bereit liegen, ehe wir mit dem Teig anfangen. Pfefferkuchenteige, die Honig, Sirup oder Kunsthonig enthalten, müssen fest und lederartig sein. Mandeln, Zitronat und Orangeat müssen winzig fein geschnitten sein. Sind sie das nicht, wird die Oberfläche ungleich, und die Verzierung leidet. Alle Teige, aus denen Figuren geformt werden sollen, müssen eine Weile kalt ruhen, mehrere Stunden oder über Nacht. Dabei werden sie zugedeckt, damit keine Kruste trocknet. Im Gegensatz zu Mürbteig wird Pfefferkuchenteig durch Kneten immer schöner. Je besser er geknetet ist, um so sicherer ist das Gelingen. Ebenso muß Marzipan sehr gut durchgearbeitet werden. Es ist gleich, ob wir es aus Nüssen oder Mandeln herstellen. Dabei sind sorgfältig alle Mandel- oder Nuß-Stückchen, die die Glätte des Teiges unterbrechen, auszumerzen. Marzipan formt sich am schönsten, wenn es in Ballen in ein Tuch gehüllt eine Nacht liegt. Formt man es eher, ist die Gefahr des Zerbrechens der feineren Figuren wie Blumenblätter und Tortenränder sehr groß. Lübecker Art wird nur in Formen gepreßt und bleibt roh, Königsberger wird nur mit Oberhitze auf mit weißem Papier bedecktem Blech zart angebräunt. Makronenteig muß zu Mandelbögen sofort gebogen werden, wenn es warm aus dem Ofen kommt. Die fertigen Konfektchen müssen sofort, wenn sie aus dem Ofen kommen, vom Blech. Man benutzt dazu am bequemsten ein dünnes
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GießenerAnzeiger(General-Anzeigerfür Oberhessen) Mittwoch, 25.November (936
Aus dem Reiche der Frau.
Davon bäckt man kleine Plätzchen bei mäßiger Hitze und bestreicht sie nachher mit dünnem Zuckerguß.
Zitronenplätzchen. 3 Eiweiß werden zu Schnee geschlagen, 125 Gramm Rosinen, 190 Gramm Mehl und 250 Gramm Zucker darunter gerührt. Abgeriebene Zitronenschale und etwas Zitronensaft kommen als Würze dazu. Teelöffelgroße Häufchen werden auf leicht geöltem Blech bei Mittelhitze gebacken.
Spekulatius. 500 Gramm Mehl, 1 Prise Hirschhornsalz, 250 Gramm Zucker, 1 Teelöffel Zimt und 1 Gramm Nelken gut mischen. In die Mitte ein Loch machen und 4 Eier hineinschlagen, lieber alles in Flocken 250 Gramm Margarine oder Butter geben, schnell zu einem gleichmäßigen Teig zusammenwirken, der ziemlich fest sein muß. Bleibt 24 Stunden kühl stehen. Danach wird er in kleine Holzformen gedrückt und die Figuren bei Mittel
hitze auf leicht mit Wachs bestrichenem Blech gebacken. Wer keine Formen hat, rollt den Teig aus und sticht davon Figuren aus. Je fester der' Teig ist, desto besser hält er Form, leidet aber an Güte.
Makronen. 200 Gramm Mandeln werden abgezogen, abgetrocknet, fein geschnippelt und mit drei Eßlöffeln Zucker auf gelindem Feuer leicht gelb geröstet. Dann müssen sie abkühlen und werden ordentlich wieder auseinandergehackt. Drei Ei- Schnee werden mit 180 Gramm Puderzucker durchzogen, die Mandeln dazugemengt, auf geöltem Pergamentpapier in teelöffelgroßen Häufchen hellgelb gebacken.
Schokoladenmakronen erhält man, wenn man 75 Gramm Kakao und zum Süßen noch 50 Gramm Puderzucker mehr dazugibt. Anstelle von Kakao kann man auch 125 Gramm feine geriebene bittere Schokolade geben.
Was sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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Vorratsumlschüfi mit Vorsicht.
In den Vierjahresplan des Ministerpräsidenten Göring, der die Nahrungs- und Rohstofffreiheit des deutschen Volkes sichern soll, ist auch der Hausfrau eine verantwortliche Mitarbeit zugewiesen worden. Anpassung an die jeweilige Marktlage, restlose Verwertung der Nahrungsmittel, Schaden-Verhütung und Sammlung von Altmaterial aller Art.
Die Anpassung an die Marktlage bringt, wie wir es ja gerade bei der überreichen Kohlernte dieses Jahres erleben, den Gedanken der Dorratswirtschaft auch den kleinen städtischen Haushaltungen wieder nahe, der bei der leichten Bezugsmöglichkeit und bei der Begrenztheit der Dorratsräume doch sehr abhanden gekommen war. Eine angemessene Dorratswirtschaft, die nichts mit der üblen Hamsterei zu tun hat, ist gewiß gut und richtig; doch ist hier besondere Vorsicht geboten, damit nicht der Schaden eintritt, der doch verhütet werden soll: Verderb der Nahrungsmittel
Da sind z. B. die Kartoffeln, von denen jede Hausfrau gern einen Vorrat einlagert, um einmal billig zu kaufen und zum andern gegen winterliche Zufuhrschwierigkeiten, rote sie bei starkem Frost auftreten können, gesichert zu sein. Aber die Einlagerung von Kartoffeln hat nur bann eine Berechtigung, wenn wir den scheinbar so robusten Knollenfrüchten auch den richtigen Aufenthaltsort bereitstellen können. Es ist verkehrt, sie in irgend eine alte Kiste zu schütten, die in einem Kellerroinkel steht Besser als die meist nicht luftdurchlässigen Kisten sind Lagergestelle ähnlich den Obsthürden, auf denen die Kartoffeln von allen Seiten, auch von unten her von der Luft bestrichen werden. Noch wichtiger fast ist der Lagerraum; Keller mit Heizanlagen eignen sich nicht zur Aufbewahrung von Kartoffelvorräten. Die Wärme ist ihnen ebenso unzuträglich wie eine modrige und feuchte Kellerluft. Sie verlangen einen dunklen, kühlen und trockenen Standort. Ein häufiges Auslesen ist ebenfalls nötig, soll nicht ein Teil der Früchte verderben.
Auch die O b st h ü r d e n, auf denen Aepfel und Birnen aufbewahrt werden, müssen mindestens einmal im Monat nachgeprüft und jedes schlechte Stück muß entfernt werden.
Der schmackhaften R e ft o e r ro e r t u n g ist besonderes Augenmerk zu schenken, damit nichts fort- geworfen zu werden braucht. Gerade mit kleinen Resten von Fleisch, Gemüse, Fisch ufro. kann man allerhand wohlschmeckende kleine Gerichte für den Abendtisch Herstellen, die das öde Einerlei der belegten Brote angenehm unterbrechen und — die Butterdose etwas schonen.
In der Verwertung der Küchenabfälle — für den städtischen Haushalt eine schwierigere Ange- legenheit als für den ländlichen, der sie an Tiere zum Verfüttern bringen kann — wird ja nun auch die städtische Hausfrau tatkräftig durch eine Organisation der NSV. unterstützt werden, die ihr besondere Sammeleimer zur Verfügung stellen und die Abfälle abholen lassen wird, um sie Schweine- mäftereien zuzuführen. Hier hat die Hausfrau sich verständnisvoll in diese Aktion einzufügen und hat darauf zu achten, daß alle Nahrungsabfälle statt in den gewohnten Mülleimer in den Sammel» eimer der NSV. gelangen. Auch diese Achtsamkeit ist ein aktives Mithelfen, ist ein winziges Rädchen an dem großen Rad, das unter dem Leitgedanken: Kamps dem Verderb! in Gang gebracht ist.
Ein paar modische Kleinigkeiten aus Leder zur vielseitigen Verwendung schlägt unsere Modeskizze heute vor.
So wird z. B. ein schlichtes rehbraunes Wollkleid durch einen Gürtel mit passender Mütze, Handschuhen und Krawatte aus grünem Wildledergut ergänzt. Die kleinen, viereckig ausgestanzten Löcher im Leder sind mit braunem Stoff unterlegt.
Der Kragen links ist aus beigefarbenem Wildleder, er kann zu verschiedenen Kleidern getragen werden und wird dann in der Farbe des Kleides geschnürt.
Wärme und Behaglichkeit.
V. A. Wir sind gebunden durch die Verpflichtungen, die uns Fortschritt und Zivilisation, Gewohnheit und Gesetz auferlegen. Selbst wenn wir es gern möchten, können wir nicht wie die Nomaden durch das Land streifen, von dem leben, was die Natur uns bietet und unter dem freien Himmel nächtigen. Das Streben der Menschheit geht seit Jahrtausenden danach, ein festes Dach über dem Kopf zu haben, geschützt zu sein gegen die Unbilden der Natur und die Behaglichkeit zu genießen, die jeweils möglich ist.
Zur Behaglichkeit gehört Wärme. Es mag den Urvölkern genügt haben, wenn sie sich um ein Holz- feuer scharen konnten, das ihnen eine geringe Wärme gab und etwas Licht spendete. Sie wußten nicht, daß es anders sein konnte und kamen erst allmählich dazu, daß das Feuer bewahrt und gehalten wurde und mehr Wärme spendete, wenn man es iraendwie „einfing". Aus rohem Stein baute man die ersten Feuerstellen und über sie ein Dach, das den Regen von der kostbaren Glut fernhielt. So kam man zum festen Wohnsitz, primitiv und nur den notwendigsten Schutz gewährend, aber doch schon ein Fortschritt gegenüber dem bisheriaen Zustand; und man kann sich denken, daß schon damals der Hausvater sich an das Feuer setzte, sich die Hände rieb und zufrieden war. Vielleicht wurde damals im Zusammenhang mit Wärme und Licht das Wort „Behaglichkeit" gefunden.
In Jahrhunderte alter Entwicklung ging es von der Feuerstelle zum Herd, von diesem zum Kamin und dann zum geschlossenen Ofen. Der Kamin ist uns Deutschen zum Sinnbild freundlicher Häuslichkeit geworden. Um ihn sammelte sich die Familie nach getanem Tagewerk, hier wurden Pläne geschmiedet, Geschichten erzählt und mancher große Gedanke mag vor dem offenen Kaminfeuer, das zur Versunkenheit und zum Sinnieren verführte.
Die Knöpfe in verschiedenen Formen aus farbigem Nappaleder dienen zum Schließen von sportlichen Kleidern, Jackenkleidern, Mänteln und Pelzen.
Die A n st e ck b l u m e ist aus lila Wildleder, ihre Blattränder sind mit kleinen Stahlsteinen benäht.
Zum Ausputz für sportliche, am Halse hochgeschlossene Wollkleider dient die Halskette aus gedrehtem, schwarzem und weißem Lackleder.
Die Handtasche, der Gürtel und die Ansteckschleife mit der Steppverzierung sind aus dunkelblauem Kalbleder. Der Gürtel wird von zwei Lederklammern geschlossen. H.
entstanden sein. Auch der Kamin mag für seine Zeit ein Gipfelpunkt Der Behaglichkeit gewesen sein, und man mag es als unabänderlich hingenommen haben, daß er den Großteil seiner Hitze zum Dach hinaus trug und die Wärme, die er spendete, nur im engsten Umkreis um ihn vorhanden war, so daß der an ihm Sitzende auf der einen Seite fast schmorte, aber auf der anderen fror.
So führte die logische Entwicklung zum Ofen, der abschließbar und regulierbar ist. Der die Wärme hält und gleichmäßig von sich gibt. Es entwickelte sich eine schöne und gediegene Ofenbaukunst und unter all dem vielen Zierat, der vom Reichtum und Geschmack eines Hausvaters zeugte, war nicht zuletzt der geschmackvolle Ofen zu sehen, der dem Raum, in dem er stand, angepaßt war und vielfach ein Schmuckstück der Wohnung darstellte. Neuerdings kommt man, nachdem man ihn einige Jahrzehnte lang recht stiefmütterlich behandelt hatte, dazu, auch den Ofen wieder als einen notwendigen Bestandteil einer behaglichen Häuslichkeit anzusehen, ihn dem Rahmen der Wohnung anzupassen und auch seine Gestaltung den Gesetzen geschmackvoller Raumkunst zu unterwerfen. Die Herd- und Ofenfabriken stellen heute Oefen und Herde für Brikettfeuerung her, die in ihrer technischen Durchbildung die sauberste und sparsamste Ausnutzung gewährleisten. Sie sind einfach in der Bedienung und schon beim Verbrauch nur weniger Braunkohlenbriketts beste Wärmespender. In ihrem Aeußern haben sie sich ebenfalls gewandelt. Es sind nicht mehr schwarte Ungetüme, die unansehnlich-klein oder großspurig-protzig in der Ecke stehen, sondern sie sind gefällig, entsprechen einem gediegenen Geschmack und dienen dem Raum, in dem sie stehen, zur Zierde. Sie geben wiederum der Wohnung einen Teil der Behaglichkeit, die gerade der Mensch von heute nicht missen mag und darf, der den Frieden des Hauses nötiger hat denn ie
Die gute, alte Kochkiste.
V. A. Wer sie kennt, die gute, alte Kochkiste, wird ihr unbedingt einen Platz einräumen, denn sie ist wie eine gute, alte Kinderfrau, der wir getrost ihren Schützling überlassen dürfen. Vor allen Dingen ist sie auch sehr bescheiden, sie verlangt nichts für sich als Sauberkeit. Dafür aber ist sie immer bereit zu dienen, d. h. weiter zu kochen, was wir bereits auf dem Herde begonnen haoen
Welche angenehme Einrichtung ist die Kochkiste für jede Frau, die nicht nur im Haushalt tätig ist. Nehmen wir die Landfrau oder Siedlerfrau an, die mit auf das Feld hinaus muß, oder die berufstätige Frau, die eine lange Zeit außerhalb ihrer Wohnung verbringt. Für diese Frauen ist es besonders angenehm, wenn das kleine Kochwunder die Speisen fertig kocht, ohne daß dabei etwas anbrennt oder verdirbt. Auch für das Aufbewahren der Speisen für beruflich sehr in Anspruch genommene Ehemänner tut sie ihre guten Dienste, weil die Hausfrau dann nicht immer erst aufroärmen muß, wenn der Hausherr später kommt als vor» gesehen war
In der Kriegszeit, als es kaum Kohlen gab, wurde die Kochkiste viel mehr in Tätigkeit gesetzt, und wir sind gut und billig dabei gefahren. Weshalb sie also jetzt weniger 'gebraucht wird, ist unverständlich. Gerade jetzt könnte die Kochkiste wieder sehr berechtigt zu Ehren kommen.
Es gibt nun verschiedenerlei Kochkisten, d. h. in größerem oder kleinerem Format, für einen Kochtopf oder für mehrere Kochtöpfe. Wir können eine Kochkiste fertig kaufen und können sie auch selbst Herstellen. Es ist ganz einfach. Hier ein Vorschlag dazu: Wir nehmen eine aus starken Brettern be» stehende Kiste, die keine ’Jii^en oder Löcher qat. Der Deckel muß selbstverständlich gut schließen Wir befestigen ihn mit Scharnieren. Die Kochtöpfe müssen aus Emaille sein. Wir stellen nun die Töpfe in die leere Kiste hinein und stopfen das Füllmaterial (Heu, Stroh oder Holzwolle) rund um die Töpfe herum. Je fester wir stopfen, um so besser ist der Erfolg, d. h. um so länger halten sich die Speisen warm. Wenn wir geschickt stopfen, bleibt die Füllung auch beim Herausnehmen der Töpfe in ihrer alten Lage, ohne verschoben zu werden. Als oberste Schicht, also zum Zudecken verwenden mir ein mit Holzwolle gefülltes Kissen. Diese» Kissen muß den Raum zwischen Töpfen und Kisten» deckel vollständig ausfüllen.
Um unserer Kochkiste ein nettes Aussehen zu geben, kaufen wir Lackfarbe und streichen sie ait Wir können dazu Fußbodenlack verwenden. Schöner wirkt ein blauer Lack, den w>r im hübschen Bauern» stil mit Blumen, Herzen und dergleichen bemalen.
V. R.


