Einzelbild herunterladen

gen führt. Voll geheimer Angst hatte man dort er­wartet, die Sitzung des faschistischen Großen Rates werde die Bestätigung der englisch-italienischen Wiederannäherung bringen. Es ist nichts damit geworden. Paris atmete schon auf da platzt die Bombe der deutsch-italienischen A^rkennung, treibt die fixe Idee einer Belohnung für das Eingreifen der faschistischen Staaten, wie man auf den Boule­vards vereinfachend sagt, wieder an die Oberfläche. Die Balearen und Spanisch-Marokko in Händen Italiens! Was der Führer, was der Duce und General Franco über dieses Wahngebilde sagten, ist schon wieder vergessen, und man muß zugeben, daß auch viele Engländer auf diesem Ohr wenig hellhörig sind.

So greift nun alles ineinander wie Zahnräder, Mandschukuo und Katalonien, Abessinien und Koh­len, Blockade, Faschismus, Bolschewismus, Natio­nalismus, Del, Gibraltar und Suez, Madrid und Dardanellen. Was im vorigen Herbst der Feldzug in Ostafrika war, das ist nun die Schlacht um Madrid. Das Mittelmeer wird zum Zentrum der politischen Wetterlage.

Dr. Goebbels begrüßt diesÄMndischenWelbefachleute.

Berlin, 24. Pov. (DNB.) Am Dienstagnach­mittag versammelten sich auf Änladung des Reichs­ministers für Volksaufklärung und Propaganda die Teilnehmer des Kontinentalen Reklamekongres­ses in den Festräumen des Propagandaministe­riums. Generaldirektor R i ck m a n n (Zürich) gab dem Dank der Kongreßteilnehmer für den ihnen in Deutschland zuteil gewordenen herzlichen Emp­fang Ausdruck. Alles, was sie früher über Werbung in Deutschland erfahren hätten, habe ihnen noch nicht die gewaltigen Erfolge erklären kön­nen. Jetzt hätten sie erkannt, daß es auf den Sinn und G e i st der Werbung ankomme, daß es dar­auf ankomme, daß die Werbung sich in den Dien st der Volksgemeinschaft stelle. Was in Deutschland geschehen sei, sei etwas Erst­maliges und Einmaliges.

Reichsminister Or. Goebbels

dankte für die freundlichen Begrüßungsworte. Er führte u. a. aus, man habe sich seit dem Kriege in der Welt angewöhnt, mit dem Begriff der Propa­ganda etwas politisch Verächtliches zu verbinden. Die nationalsozialistische Regierung habe zum ersten Male den Mut gehabt, den Begriff der Propaganda durch die Errichtung eines Ministeriums für diese speziellen Zwecke beim Namen zu nennen und sich dadurch auch äußerlich zu dieser Staatsmacht zu bekennen.

Dr. Goebbels erläuterte weiter, daß man durch eine noch so gute Reklame eine schlechte Sache nicht gut machen und durch eine noch so schlechte Reklame eine gute Sache nicht schlecht machen könne. Es sei leider so im Leben der Menschen und der Völker, daß das Richtige nicht deshalb siege, weil es richtig fei, sondern weil es sich im geeigneten Augenblick mit der Macht verbinde. Wenn im Leben der Völker immer das Richtige gesiegt hätte, lebten wir heute nicht auf der Erde, sondern im Paradies. Es verbleibe immer noch ein großer Raum für die Auswirkung der tragenden Ideen unter den Völ­kern. Darin liege die eigentliche Größe, die mit­reißende Gewalt und die Kraft der Propaganda, mit geeigneten geistigen Mitteln den Völkern d i e gut en und eDlen Dinge und Ideale vor Augen zu führen und allmählich auch die Völker zu guten und edlen Idealen zu erziehen. Die Regierungen hätten hier eine ungeheure pädago­gische Aufgabe zu erfüllen.

Es ist nicht wahr, erklärte Dr. Goebbels, daß die Völker den Krieg wollen. Sie wollen ihn nur, wenn die öffentliche Meinung sie zum Krieg auf­stachelt; sie sind friedliebend, wenn die Re­gierungen sie zum Frieden erziehen. (Bei­fall.) Läßt man den Blick schweifen über Europa und muß man jetzt 18 Jahre nach Ende des Gro­ßen Krieges wieder das verantwortungslose '(9e= schwätz vomkommenden Krieg" vernehmen, so könnte man an der Zukunft dieses Erdteils ver­zweifeln. Ich hoffe, daß die Teilnehmer dieses Kon­gresses mithelfen, dem entgegenzuwirken und die Verständigung unter den Völkern zu för­dern. Wenn Sie das als den eigentlichen Sinn und Zweck dieses Kongresses ansehen, so werden sie sich um das Glück und den Wohlstand aller Nationen verdient machen. (Lebhafter Beifall.)

Reichshandwerksmeister Schmidt legt seine Aemter nieder.

Berlin, 24. Noo. (DNB.) Reichshandwerks­meister Schmidt hat mit Rücksicht auf seine berufliche Belastung und seinen Gesundheitszustand den Reichs- und preu­ßischen Wirtschaftsminister gebeten, ihn von seinen Aemtern in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zu entbinden. Der Reichs- und preußische Wirtschaftsminister hat diesem Antrag stattgegeben. Aus dem gleichen Grunde hat auch der Reichsorganisationsleiter und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, dem Wunsche des Pg. Schmidt um Entlassung aus seinem Amte als Leiter der Reichsbetriebsgemein­schaft Handwerk in der Deutschen Arbeits­front entsprochen. Gelegentlich des Ausscheidens des Reichshandwerksmeisters Schmidt aus seinen Aemtern ist ihm der Dank für seine ver- dien st volle Tätigkeit ausgesprochen worden.

Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley hat den stell­vertretenden Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pg. D. Walter zum Leiter des deutschen Handwerks in der DAF. ernannt. Walter, Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP., hat seit der Machtergreifung an hervorragender Stelle für das deutsche Handwerk gewirkt. Unter seiner Mitarbeit ist die Inangriffnahme vieler Auf­gaben erfolgt, deren Lösung von großer Bedeutung für die Zukunft des deutschen Handwerks ist.

3m Dienst verschärfter Disziplin auf der Landstraße.

Berlin, 24. Nov. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei ordnet an, daß die motorisierten Gendarmerie­bereitschaften, die sich in der Hauptsache aus AnAehörigen des ehemaligen Feldjägerkorps zu­sammensetzen, die Uniform der Gendarme- r-r'e tragen. Da die straßenpolizeilichen Aufgaben diese neue Polizeisparte ständig mit der auf dem flachen Lande diensttuenden Gendarmerie in Be­rührung bringen, ist eine Eingliederung in die Gendarmerie sehr naheliegend. Zu der Gendarmerie- uniform erhalten die motorisierten Gendarmerie­bereitschaften ein besonderes Aermelab-

zeichen, das auf ihren Einsatz zur Ueberwachung der Landstraßen hinweist. Die vorhandenen Feld­jägeruniformen werden restlos aufgetragen. Die motorisierten Gendarmeriebereitschaften werden nach einer sorgfältigen praktischen und theoretischen Ausbildung am 1. Januar 1937 in Stärke von 16 Bereitschaften ihre Tätigkeit aufnehmen. Bis zum 1. April 1937 soll die Stärke der moto­risierten Gendarmerie auf 46 Bereitschaf­ten e r h ö h t werden, so daß sich durch ihren ver­stärkten Einsatz die Disziplin auf den Landstraßen, die im Augenblick viel zu wün­schen übrig läßt, bessern dürfte.

Oer Führer an Neichsleiier Amann.

Be r ch te s g ad en, 21. Noo. (DNB.) Der Füh­rer und Reichskanzler richtete an Reichs- leiter Amann in München folgendes Telegramm: Mein lieber Parteigenosse Amann! An Ihrem

heutigen Geburtstag gedenke ich in treuer ka­meradschaftlicher Verbundenheit Ihrer unvergänglichen Verdienste um die Bewegung und um die NS.-Presse. Ich sende Ihnen meine herz­lichsten Glückwünsche. Ihr Adolf Hitler."

Reichsminister Dr. G o e b b e l s sandte an Reichs­leiter Amann das folgende Telegramm:Lieber Parteigenosse Amann! Zu Ihrem heutigen 4 5. Geburtstage übermittle ich Ihnen meine b e ft e n Grüße und aufrichtig st en Glück­wünsche. Ich danke Ihnen dabei besonders herz­lich für ihre so umfassende und erfolgreiche Pio­nierarbeit im Dienste der deutschen Presse, die Sie als wahrer Nationalsozialist und unermüdlicher Kämpfer für unsere Ideale geleistet haben. Möge Ihre wertvolle Kraft dem Führer und uns allen noch viele Jahre erhalten bleiben. Meiner kameradschaftlichen Unterstützung können Sie immer gewiß sein. In alter Treue und Ver­bundenheit Ihr Dr. Goebbels.

Oer Friedensnobelpreis für einen Landesverräter.

Das norwegische Gtorting zeichnet den 1931 vom Reichsgericht wegen Landesverrats verurteilten Karl von Ossietzky aus.

Ane Herausforderung Deutschlands.

Oslo, 24. Nov. (DNB.) Das Nobelpreis- komilee des norwegischen Storfings hat den Friedens-Nobelpreis für 1935 Karl von Ossietzky zugeteilt. Den Friedens-Nobelpreis für 1936 hat der argentinische Außenminister Lar los Saavedra Lamas erhalten.

*

Mit Karl von Ossietzky ist der Friedens-Nobel- preis zum erstenmal an einen von dem höch­sten Gericht seiner Heimat verurteilten Landes­verräter gefallen. Karl von Ossietzky wurde am 23. November 1931, also in der Zeit der Novemberrepublik, vom IV. Strafsenat des Reichsgericht wegen Landesverrats zu einer Strafe von anderthalb Jahren Gefängnis verur­teilt. Er hat diese Strafe im Mai 1932 ange- irden. Ein Gnadengesuch an den Reichs­präsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde von diesem abgetehnt. Ossietzky ist Weih­nachten 1932 auf Grund einer allgemeinen Amnestie in Freiheit gesetzt worden. 3m Gegensatz zum Sowjetstaat, der jeden politischen Gegner an die Wand stellen läßt, hat sich das nationalsozialistische Deutschland darauf beschränkt, Ossietzky am 28. Fe­bruar 1933 in Sicherheitsverwahrung nehmen zu lassen. Ossietzky ist vor längerer Zeit aus dieser haft entlassen worden und befindet sich in Freiheit. Die Verleihung des Nobelpreises an einen notorischen Landesverräter ist eine derart unverschämte Herausforderung und Beleidigung des neuen Deutschlands, daß dar­auf eine entsprechend deutliche Antwort er­folgen wird.

Starkes Befremden in Skandinavien.

Nicht im Sinne Alfred Nobels.

Stockholm, 24. Nov. (DNB.) Der sonderbare Entschluß des Osloer Nobelkomitees, hat in weiten Kreisen des schwedischen Volkes st a r k e s B e - fremden hervorgerufen. Der älteste Nachkomme des Preisstifters, Ingenieur Ludwig Nobel, hat imAftonbladet" eine Erklärung oeröfient- licht, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig» läßt:

Ich bin vollends derselben Meinung wie der Skorting-Präsident hambro, daß es un­glücklich ist, wenn der Friedenspreis z u p a r - feipolitischen oder überhaupt zu Zwecken benutzt wird, die Streitigkeiten Her­vorrufen könnten. Nichts könnte mehr dem Wunsche Alfred Nobels zuwiderlaufen. Dies geht schon aus dem bloßen Namen des Preises hervor. 3ch will mich nicht über die Personen­

wahl als solche äußern, aber der Preis soll nicht den Zweck haben, Streit zu entfachen. Eine solche Sache ist selbstverständlich."

Das Blatt selbst nimmt eine ähnlich abweisende Stellung zu der Osloer Entgleisung ein. Die Ver­leihung des Friedenspreises an Ossietzky sei ein lästiges und verfängliches Manöver, das ganz und gar nicht mit dem Zweck des Frie­denspreises, entspannend und versöhnend zu wir­ken, in Einklang steht. Es sei wahrhaftig nicht die Meinung Nobels gewesen, daß der Friedenspreis dazu benutzt wird, die herr­schenden Reibungen heroorzuheben und zu verschärfen.Nye Dagligt Allehanda" er­klärt u. a.:Der Friedenspreis Nobels für Ossietzky ist als eine reine Kundgebung £U betrachten, eine Kundgebung in dem Maße, als sie einen Pro­test gegen den Nationalsozialismus bezweckt". Das Blatt gibt der Auffassung Ausdruck, daßder Träger des Friedenspreises sicherlich kein welt­historisches Format besitze". Ihn darum als ein paziftsttsches Opfer des kriegerischen Hitler-Regimes zu betrachten, bedeutet in hohem Maße eine histo- rische Fälschung. Die KopenhagenerB e r- lingske Tidende" schreibt u. a.: Wenn das norwegische Nobelkomitee sich doch entschlossen habe, dem umstrittenen Karl von Ossietzky den Preis zu verleihen und damit den Haß des ganzen national» sozialistischen Deutschlands hervorzurufen, so sei dies ein Beweis für eine starke Radikalisierung der ganzen Einstellung des Komitees.

Das Echo in Rom.

Rom, 24. Nov. (DNB.) Zu der Mitteilung über die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Karl von Ossietzky und Dr. Carlos Saavedra-Lamas schreibt der Lavoro Fascista unter Anspielung auf den einstigen Stifter und gleichzeitigen Dynamit­fabrikanten Nobel unter der UeberschriftNobel­preis Dynamitpreis?": lieber die aus Oslo kom­mende Notiz könnte man sich tot lachen. Der Lebenslauf des Deutschen Ossietzky gleicht dem führender Vertreter des intellektuellen kapitalistt- schen Kommunismus, durch dessen Taten die ganze Welt mit Entsetzen dem tragischen Bürgerkrieg zu­sehen muß, der Spanien zerfleischt. Was den Herrn Carlos Saavedra betrifft, so ist er einer von denen, die die Nichtanerkennung dervollendeten Tatsachen" der italienischen Besetzung von Abessi­nien vorschlugen, eine Doktrin, die, wie man sieht, sehr dazu angetan ist, in kurzer Zeit die Befriedung Europas und der Welt zu erreichen. Die fabel­haften Verdienste eines Antinationalsozialisten und eines brandstifterischen Feuerwehrmannes haben vor aller Welt die sinngemäßeste Auszeichnung er­fahren durch die Zuerkennung eines Preises, der wie noch nie zuvor in diesen beiden skandalösen Fällen an seine eigentlicheSpreng­stoffherkunft" erinnert hat. Wann wird man es wohl erleben, daß auch der Bolschewist D i m i t r o f f seinen Friedens-Nobeipreis erhält?

EnglischeFlottenbewegungimMittelmeer

Ablösung der in den spanischen Gewässern stationierten Kriegsschiffe. Llrlaubesperre auf Malta.

L o n b o n , 24. Nov. (DNB.) Die englische Admi­ralität bestätigt, daß sich das Flaggschiff der I. U b o o t s - -F l o 11 i l l e, das Dienstag aus Malta ausgelaufen ist, nach Spanien begibt. Es wird dort dieWoolwidge" a b l ö s e n. Die Uboote, die das Flaggschiff bei der Abfahrt aus Malta be­gleiten, würden jedoch lediglich Hebungen auf hoher See abhalten. Ferner wird sich das Flaggschiff der III. Zerstörerflottille der englischen Mittelmeerflotte G a l a t h e a" zusammen mit zehn Zerstörern am Donnerstag von Malta nach den spanischen Gewässern begeben. Auch hier handele es sich jedoch nur um eine Ablösung englischer Schiffe in Spanien. Trotzdem haben die Flottenbewegung und die Urlaubsfperre, die in Malta für alle Schiffsbesatzungen angeordnet wurde, in London Aufsehen erregt. Von der Admiralität wird allerdings erklärt, daß es sich dabei nicht um außergewöhnliche Maßnahmen handele.Daily Te­legraph" behauptet, die Urlaubssperre sei durch ein Wirbel st urmunglück auf dem Flugplatz in Malta bedingt, bei dem mehrere Flugzeugschuppen zerstört und eine Reihe von Marineflugzeugen be­schädigt worden seien. Dagegen bringt Reuter die Urlaubssperre mit der Möglichkeit einer Blockade von Barcelona durch die spanische National­regierung in Zusammenhang. Die britischen Flotten­bewegungen im Mittelmeer sollten dazu dienen, ge­mäß der Erklärung Edens im Unterhaus di e britische Schiffahrtauf h o h e r S e e" gegen die Einmischung der beiden streitenden Par- teien zu schützen. Nach demDaily Herald" befinden sich in den spanischen Gewässern zur Zeit zwei eng­lische Schlachtschife, zwei Kreuzer und dreizehn Zer­störer.

Die Balearen.

London, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie die Morgenblätter melden, hat die italienische Re­gierung Der englischen neue Versicherungen abge­geben, daß Italien nicht beabsichtige, einen ständigen Flottenstützpunkt auf

den bale arischen Inseln zu errichten. Daily Telegraph" meldet, daß der soeben aus Rom zurückgekehrte italienische Botschafter Grandi diese Versicherungen bekräftigen werde. Solange die Möglichkeit vorhanden sei, daß Moskau eineFiliale" an der spanischen Mit- telmeertüfte errichtet, werde Italien die Zu­gänge nach Katalonien von den Balearen aus überwachen. Sobald jedoch die Streit­kräfte Francos eine wirksame Kontrolle über dieses Gebiet hergestellt haben würden, werde sich Italien von den Balearen zurück­ziehen.

Spanische Kriegsschiffe kapern rote Waffentransporte.

Paris, 25. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Kriegs­schiffen der spanischen National-Regierung ist es gelungen, auf der Höhe von Barcelona einen nor­wegischen Frachtdampfer abzufangen, der Kriegsmaterial für die Roten an Bord hatte. Ein griechischer Dampfer, der gleich­falls Munition geladen hatte, wurde gezwungen, den Hafen von Teneriffe anzulaufen. Der Sender von Teneriffe meldet, daß in der nächsten Zeit mit einem Angriff der nationalen Kriegsflotte a u | d i e Häfen von Barcelona und Valen­cia zu rechnen ist.

Explosion auf demCervantes^ von der Besatzung selbst verursacht?

London, 24. Noo. (DNB.) In London ist man vorläufig nicht geneigt, die Behauptung der spani­schen Bolschewisten, daß der rote Kreuzer Cervantes" bei Kartagena von einem ausländischen U-Boot torpediert wor­den fei, sehr ernst zu nehmen. Bisher liegen in London noch keinerlei Beweise dafür vor, daß die Explosion auf dem Kreuzer durch ein Torpedo hervorgerufen wurde. Reuter hält es für möglich, daß die Explosion auf Dem Schiff selbst verursacht wurde und daß Die Be­

satzung nachträglich behauptet habe, es handele sich um einen Torpedotreffer. Allerdings seien in Con- Don Gerüchte im Umlauf, nach Denen bei Der eng- tischen ADmiralität eingelaufene Berichte Die Theo­rie eines U-Boots-Angriffes unterstützen. Eine amt­liche Bestätigung Dieser Gerüchte liege jeDoch bisher nicht vor. Im übrigen bestehe kein GrunD zu Der Annahme, Daß Die spanische Nationalregierung selbst ein U-Boot besitze.

Moskau mißbraucht englische Anleihe.

Finanzierung der roten Revolution in Spanien.

LonDon, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus wies Der konservative Abg. General­major Sir Alfred Knox Darauf hin, Daß England von 1922 bis 1935 für 298 Millionen Pfund sow­jetrussische Waren bezogen habe. Da­gegen habe die Sowjetunion nur für 66 Mil­lionen Pfund von England einge­führt und für 60 Millionen Pfund Fertigfabri­kate aus England bezogen. Sowjetrußland habe also praktisch einen Handelskredit von 172 Millionen Pfund, mit dem es feine Käufe in England mehr als Dreimal hätte bezahlen kön­nen. TrotzDem fei Der Sowjetunion eine Anleihe von 10 Millionen PfunD gegeben roorDen, mit Der sie öie Aufrüstung Der Roten in Spanien unD Die Sowjetpropaganda in Spanien finanziere.

Daily Mail" stellt fest, Die Sowjetunion führe, abgesehen von anderen englandfeindlichen Maß­nahmen, eine Offensive gegen Die bri­tische Schiffahrt in der Ostsee und im Weißen Meer. Niemand könne Die Gunsterwei- sung gegenüber einem Lande verstehen. Dessen Ge­schichte Durch Verbrechen und finan­zielle Unehrlichkeit gekennzeichnet fei, Das Himmel und Erde in Bewegung setze, um eine Feuersbrunst in Europa zu entfachen und Das sowohl in Frankreich als auch in Spanien eine Sowjetregierung errichten wolle.

Mosley für Bereinigung der Kolonialfrage.

Der Bolschewismus einziger Nutznießer europäischer Reibungen.

London, 24. Nov. (DNB.) Der englische Fa- schistenführer Sir Oswald Mosley forderte in einer Rede in Northampton Die Rückgabe Der füheren deutschen Kolonien als einen Beitrag Englands zum Frieden und für Gerechtig­keit. Deutschland bedürfe eines Zuganges zu Den Rohstoffen, um feine nationale Wirtschaft versorgen zu können. Die früheren deutschen Kolonialgebiete und die jetzigen Mandate seien nicht englischer Besitz. Für England hätten sie nur Unkosten ge­bracht, während sie für Deutschland günstige Mög­lichkeiten eröffnen würden. Es wäre besser, wenn England sein eigenes Reich entwickeln würde, anstatt dauernd seine Nase in Die Geschäfte anderer Völker zu stecken. Wenn es Die Kolonien zurückgeben würde, würde es mit einem Schlage alle Reibungs Ursachen zwischen Deutsch­land und England beseitigen und die Ver­einigung aller europäischen Völker in einem neuen Zeitalter und mit einem neuen Glauben ermög­lichen. Die Solidarität Europas ange­sichts Der bolschewistischen Gefahr fei zum minDeften Das Opfer einer Sache wert, auf Die England sehr wohl verzichten könne. England müsse sich aber rasch entschließen, ob es gemein­same Sache mit den Sowjets oder mit Deutschland machen wolle. Nur der Schakal des Kommunismus könne aus einer gegenseitigen Aufhetzung der euro­päischen Völker Gewinn ziehen. Jedermann, Der zusammen mit Sowjetrußland und Frankreich gegen Deutschland, Italien und Japan in Den Krieg ziehen wolle, sei ein Selbstmörder. England solle alle Verbindung mit Sowjetrußland abbrechen und in möglichst enge Beziehungen zu Deutschland tre­ten. Auch Frankreich werde eines Tages faschistisch werden, wenn es weiterhin eine große Nation blei­ben wolle. Dann werde es in der Lage sein, einem europäischen Diermächteblock beizutreten.

Oerungarische Reichsverweser in Rom.

Rom, 24. Nov. (DNB.) Der ungarische Reichs­oerweser Admiral von Horthy ist in Rom ein­getroffen, wo er mit allen militärischen Ehren empfangen worden ist. Der König von Ita­lien und Kaiser von Aethiopien war zusammen mit Der Königin unD Kaiserin zum Emp­fang auf Dem Bahnhof erschienen, ferner Musso­lini und sämtliche Mitglieder Der Regierung sowie zahlreiche WürDenträger aus Militär, Verwaltung unD Partei. Nach Der Begrüßung schritt Reichsver­weser von Horthy mit Dem König unD Kaiser unter Den Klängen der ungarischen Nationalhymne die Ehrenkompanie Der in Galauniform angetretenen OrenaDiere ab. Die Fahrt zum Königsschloß bot ein überaus farbenprächtiges BilD. Nicht enöenrool- lenDer Beifall begrüßte besonders auf dem Quiri­nalplatz Den ungarischen Reichsverweser unD Den König unD Kaiser, als sie in einem offenen, von vier Rappen gezogenen Hofwagen Durch Das Schloß- portal fuhren. In einem zweiten offenen Wagen folgten Frau von Horthy unD Die Königin und Kaiserin, in weiteren Wagen der ungarische Mi­nisterpräsident D a r a n y l und Der ungarische Außenminister Kanya sowie Das Gefolge Des Reichsverwesers.

Kleine politische Nachrichten.

Zum französischen Innenminister wurde der bis­herige Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium D o r m o y ernannt.

Ein Erlaß des ftanzösischen Marineministers ver­bietetphantastische Grußformen". Die Marine­angehörigen find gehalten, in Uniform den oorge- fdjriebenen militärischen Gruß zu erweisen. In Zivil- kleidung müssen sie den ©ruft durch Abnehmen der Kopfbedeckung ober durch Neigen des Kopfes er­weisen. Alle anderen Grußformen, darunter also auch DerVolksfrontgruß" Durch Heben der ge­ballten Faust sind unzulässig. Außerdem wird Den Marineangehörigen Die Teilnahme an po­litischen Kundgebungen verboten.

Das englische Unterhaus nahm den Antrag auf Ratifizierung des e n g li f ch - ä g y p t i - schen Vertrages ohne Abstimmung an. Die Abgeordneten aller Parteien erklärten fiel) mit d?n Grundzügen Des BünDnisvertrages einoerftanDen. Unterstaatssekretär LorD Cranedorne bezeich­nete es als Den Zweck Des Vertrages, Den Suez- fanal für Die Schiffe aller Nationen offen zu halten.