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Schwurgericht in Gießen

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Am Sonntag, 27. September, findet eine Omni­busfahrt nach dem Edersee statt. Die Fahrt geht über Gießen Marburg Frankenberg Edersee (Waldeck). Die Rückfahrt erfolgt über Bad Wil­dungen. In Waldeck wird Mittagessen eingenom­men und ist längerer Aufenthalt vorgesehen für Dampferfahrten auf dem Edersee. Ebenso ist in Bad Wildungen Aufenthalt vorgesehen. Die Ab­fahrt erfolgt in Gießen um 8 Uhr, Rückkehr gegen 21 Uhr. Der Fahrpreis beträgt 4,70 RM. Mittag­essen kann durch die Kreisdienststelle vorbestellt werden. Anmeldungen können umgehend noch auf Ver Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, ent- gengenommen werden.

Am Sonntag, 27. September, findet eine Fuß-

untersuchen hatte, nach und führte an zahlreichen Beispielen und besonders daran, daß der elektrische Tod keine Merkmale und keine Veränderungen des inneren Menschen herbeiführt, die Ursache des elek­trischen Todes nach. Eindringlich zeigte er an Tier­versuchen, daß es nicht auf die Spannung, sondern auf die Stromstärke ankommt, die durch den Körper geht. Zwischen 0,05 und 0,1 Ampere Stromstärke liegt die tödliche Wirkung. Die Tatsache, daß beim elektrischen Schlage der Mensch noch gehen und noch sprechen kann, bevor er zusammenfällt, bietet oft die Ursache dafür, den Tod in einem organischen Fehlen des Menschen zu suchen. 18 bis 20 der Unfälle im Bauwesen kommen daher, daß die Bauarbeiter selbst, anstatt die Fachleute, die elektrischen Leitungen und Gegenstände handhaben. Auch für den Fachmann selbst ist viel Ueberlegung am Platze. Eine geringe Ursache kann große Folgen haben.

An Tierbeispielen und an Erfahrungen bei den Hinrichtungen in Amerika zeigte der Redner, daß große Stromstärke nicht immer zum sofortigen Tod, sicher aber zu Verbrennungen führt und daß erst eine geringere Stromstärke die sofortige tödliche Wirkung ausübt. Der Vortragende zeigte erschüt­ternde Fälle menschlicher Unzulänglichkeiten, die bei den tüchtigsten und zuverlässigsten Facharbeitern hinauf bis zum Ingenieur und Direktor zum Tode führten. Verwechslungen, augenblickliche Verirrun­gen im Gehäuse, augenblickliche Einfälle, über die sich die Menschen selbst keine Rechenschaft ablegen können, sind die Ursachen. Hiergegen hilft nur ruhige Ueberlegung und mehrmaliges Lesen der Aufschrif­ten und der Arbeitsanweisungen. Sehr eindringlich warnte der Vortragende davor, Niederspannung für weniger gefährlich anzusehen, wie die Hochspan­nung.

Zum Schluß zeigte der Redner den Vorgang bei elektrischem Tod und wies nach, daß es ein Herztod ist. Die einzige und sicherste Rettung dabei kann nur sein, den Verunglückten aus dem Stromkreis zu bringen und sofort durch Armbewegungen Wieder­belebungsversuche zu machen. Nur durch die Wie­derherstellung der Atmung allein kann einem Ver­unglückten noch geholfen werden. Jede Minute, die Herztätigkeit nicht völlig aussetzen zu lassen, kann allem die Rettung bringen.

In der Aussprache warnte der Aufsichtsbeamte Dr. Mayer vor den unsichtbaren elektrischen Spannungen in der Nähe der Leitungen und be- sprach einige Unfälle der näheren Umgebung. Kreis- dienststellenleiter Dr. Schaffner wies in seinem Schlußwort auf einen weiteren Vortrag anläßlich derBraunen Messe" hin.

bei der Abendkleidung vielfach geschlossen. Bei aus­geschnittenen Kragen trägt man bunte Schals. Dezente Rüschchen und insonderheit der Schmuck sind zur Belebung der ganzen Form stark in den Vordergrund gerückt. Kasak-Blusen sind wiederum Mode. Bei den Mänteln für schlanke Frauen fällt

Auch der bereits vor mehreren Wochen erfolgte Rücktritt in der Führung der Gesangvereine Frohsinn-Liedertafel" Bad-Nauheim, sowieLie­derkranz Friedberg" läßt erkennen, daß die Gau° führung ihre Amtswalter für größere Aufgaben von der kleineren Vereinsarbeit befreit.

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Kreisberufswatter Mertes

hieß die Kameraden der Arbeit willkommen

Unter der Anklage des Meineids stand der 41 Jahre alte Land- und Gastwirt Karl Möser II. aus Eichelsdorf gestern vor dem Schwur­gericht. Dem Angeklagten wird zur Last ge­legt, am 8. November 1935 vor dem Amtsgericht in Nidda in einer dort anhängig gewesenen Straf­sache gegen die Eheleute Heinrich O. aus Eichels­dorf der Wahrheit zuwider beschworen zu haben, daß er nicht versucht habe, sich mit der damaligen Angeklagten Frau Lina O. intim einzulassen

Die Zeugin Ehefrau O. hat dem Angeklagten bei landwirtschaftlichen Arbeiten öfters geholfen. Wenn man die Zeugin zu derartigen Arbeiten benötigte, wurde sie von den Angehörigen des Angeklagten, in einigen Fällen auch von dem Angeklagten selbst geholt. Die Zeugin O. sagte unter Eid aus, daß der Angeklagte sie eines Morgens bestellen wollte und zu diesem Zwecke in ihr Schlafzimmer kam, in dem sie noch schlief. Der Angeklagte habe sich bei dieser Gelegenheit an ihr vergangen. Einige Tage später erkannte sie, noch im Bett liegend, den herannahenden Angeklagten an dessen Schritt, wo­rauf sie sofort in leicht bekleidetem Zustand aus dem Schlafzimmer 3U der im gleichen Stockwerk wohnenden Zeugin M., der sie den früheren Vor­fall erzählt hatte, lief. Dies bestätigte die Zeugin

gegangen werden kann. Diese dient vor allem der Neueinstudierung derjenigen Chöre, die beim nach- jährigen 12. Deutschen Sänger-Bundesfest in Bres­lau von Hunderttausenden deutscher Sänger des In- und Auslandes in gewaltigen Massenchören erklingen sollen.

Aus Gießen wird uns gemeldet, daß durch überaus starke berufliche Inanspruchnahme Unioer- sitäts-Musikdirektor Prof. Dr. Temesvary gc- zwungen war, die künstlerische Leitung des Bauerschen Gesangvereins" abzugeben. Nur ungern sieht der Verein seinen seitherigen bestbewährten Chorleiter scheiden, dessen künstle- rische Mitarbeit sowohl im Sängerkreis Gießen wie auch im ganzen Hessengau nach wie vor als ehrenamtlicher Gauchormeister erhalten bleibt. U. a. wurden ihm bereits schon die Vorarbeiten für die künstlerische Ausgestaltung des nächsten Gau- Sänger-Festes übertragen,'das 1938 in Gießen oom Sängergau XII (Hessen-Darmstadt) oeran- staltet wird. Für die vorläufige künstlerische Lei- tung des Bauerschen Gesangvereins wurde Musik­lehrer Blaß- Gießen gewonnen, der im Laufe des Winters mit einem eigenen Konzert an die Oeffentlichkeit tritt.

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Giessen Schulstr6

Tragischer Verkehrsunfall in der Licher Straße.

Am gestrigen Donnerstagabend ereignete sich bei der Bahnüberführung der Strecke GießenFulda in Der Licher Straße ein tragischer Verkehrsunfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. An dem Bahnübergang war die Schranke geschloffen da der um 19.30 Uhr im Gießener Bahnhof ein­treffende Güterzug aus der Richtung Grünberg jeden Augenblick die Straßenüberführung passieren mußte. Zur gleichen Zeit kam auf einem Motorrad der etwa 30 Jahre alte Diplomingenieur Mayländer, in Wetzlar wohnhaft, begleitet von einem Beifahrer auf bem Soziussitz, die Licher Straße nach dem Bahn­übergang zu gefahren. Offensichtlich hatte der Motor­radler die geschlossene Schranke nicht rechtzeitig be­merkt, denn er rannte mit seiner Maschine mit so großer Wucht gegen die Schranke, daß er diese durch­brach und mit feiner Maschine auf das Bahngleis siürzte, während im gleichen Augenblick der Güter- zug heranbrauste. Der Verunglückte wurde von dem Zuge, den der Lokomotivführer bei der außerordent­lich kurzen Entfernung nicht mehr stellen konnte erfaßt und mitsamt dem Motorrad eine Strecke weit mitgeschleift. Dabei wurde der bedauernswerte Mann so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle ein» trat. Der Beifahrer, namens Eugen Heim aus Wetzlar, kam zu feinem großen Glück bei dem Sturz seitwärts von dem Bahngleis zu liegen fo daß er dem furchtbaren Tod unter den Rädern des Zuges entging: er kam mit einigen leichten Ver­letzungen glimpflich davon. Die polizeiliche Unter­suchung wurde sofort ausgenommen und war heute vormittag noch im Gange.

Aus dem Gängeraau XII im DSB., Vrovinz Oberheffen.

Der Provinzführer für Oberhessen Gau XII im Deutschen Sängerbund.teilt mit:

Wenn infolge dringlicher Erntearbeiten während der letzten Wochen vielfach der Singbetrieb in den Gesangvereinen vorübergehend ruhte, fo hat nun» meljr die Wiederaufnahme der regelmäßigen Chor- p^oben und die Einschuluna neuer Sänger begon- nen. Nach erfolgreicher Teilnahme an den Kreis- Wertungssingen, die einen bedeutenden Fortschritt c yrelnsleistungen zeigten, haben viele Vereine auf frohen Sängerfahrten ihren Mitgliedern nebst Familien unvergeßliche Stunden herzlicher Volks­gemeinschaft im deutschen Lied bereitet, so daß jetzt mit neuer Kraft an die große Winterarbeit heran­

eidlich. Einige Zeit später fuhr die Zeugin O. dem Angeklagten, dessen Knecht und Kinder Feld. Unterwegs veranlaßte er die Zeugin O., mit ihm oom Fuhrwerk zu trennen, angeblich, einen kürzeren Weg einzuschlagen. Unterwegs habe er sich wiederum an der Zeugin O. vergangen.

Bei dieser Gelegenheit habe ihr Der Angeklagte auch drei Mark versprochen. Im Frühjahr 1935 holte die Zeugin M. mit der Zeugin O. im Keller des Angeklagten Kartoffeln. Beide Zeuginnen bestätig­ten unter Eid, daß Der Angeklagte sie bei dieser Gelegenheit in der schamlosesten Weise unsittlich berührt habe.

Die den Angeklagten belastenden Angaben hatte die gestern als Zeugin vernommene Frau O. be­reits in einem Strafverfahren wegen Einbruchs­diebstahls und Hehlerei, das gegen sie und ihren Ehemann anhängig war, vor dem Amtsgericht Nidda am 8. November 1935 gemacht. Der damals als Zeuge vernommene Angeklagte stritt jedoch diese Behauptungen unter Eid ab.

Die Beweisaufnahme es wurden ca. 20 Zeu­gen vernommen erstreckte sich bis in die Abend­stunden des gestrigen Tages. Das Schwurgericht vertagte die Sache dann auf Freitagmorgen.

der große Knopf an der linken Hüfte auf. Skunks- befatz oder auch eine Boa dienen zur Belebung. Die Hutmode bevorzugt das Schiffchen oder Jägerhüt- chen, teilweise runde Kopfformen im Gretchen- muster. Aparte Modelle in Lindener Samt, Abend­kleider mit hohen Kragen und Nackenausschnitt, dazu leichtere oder längere Schleppformen, fanden besondere Anerkennung.

Oberhessen.

Canbfrris (Metzen.

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Allertshausen. 25. Sept. Der Ijtefiqe sm e g e r d e r e i n veranstaltete an den vergange» nen Sonntagen ein P r e i s s ch i e ß e n, das am fommenöen Sonntag abgeschlossen werden soll. Für

Veranstaltung wurden auch die Kriegerkame» radschaften der Nachbarschaft eingeladen.

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Ursachen und Vekämpsung elektrischer Unfälle

Aus der Berufsausbildungsarbeit der DA!?.

Die DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abteilung für Berufserziehung und Betriebs­führung eröffnete am Donnerstag mit einem interessanten Vortrag die Winterarbeit.

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ter mal ins Kino geht? Da gibt es wirklich Män­ner, die sagen, sie würden viel lieber zu Hause bleiben und gingen nur mit wegen Mutter, und die Aermste soll dann noch bezahlen! (Manche sind ja auch Kavalier und zahlen als Ehemänner so brav wie in der Brautzeit, zu ihrem Lobe sei es gesagt!) Am schwierigsten aber ist der Entscheid bei der Zeitung! Vater kann es nicht leugnen, er kann nicht leben ohne feine Zeitung. Er will wissen, was in der Welt vorgeht, in der Politik, in der Wirt­schaft, in der Gemeindeverwaltung. Aber Mutter wartet auch schon, wartet auf den Roman, auf die Beilagen, studiert die Anzeigen und vor allem die Familiennachrichten, und oft genug muß sich Vater fein Leib- und Magenblatt stückweise zusammen- suchen, zumal ja der Herr Sohn sich schon das Blatt mit den Sportnachrichten gesichert hat.

Und Vater hat da eine günstige Stellung. Mei­stens ist er nicht da, wenn die Zeitung bezahlt wird. Und was dann Mutter erst mal bezahlt hat, ist schwer wieder zu bekommen. Ein Mann, der Zeit und Möglichkeit dazu hatte, hat einmal bei einer großen Zeitung festgestellt, wer das Bezugsgeld bezahlt. Und siehe da, in 78 von hundert Fällen war es die Frau!Na also!" wird Vater sagen, dann wird es bei uns ebenso gemacht!" Als dann aber der Mann, der Tieffr Erhebung veranstaltet hatte es war natürlich ein Zeitungsverleger ankündigte, daß er auf Grund der Ergebnisse seine Zeitung jetzt mehr auf den Geschmack der Haus­frauen abstellen wollte, da gab es einen Protest- sturm. Männer und Frauen meldeten sich und sag­ten, sie wollten ihre Zeitung gerade so haben, wie sie sei und gar nicht anders, und es sei ganz gleich­gültig, von wem der Verlag sein Geld bekäme, denn die Zeitung sei so gerade richtig, für die Männer und für die Frauen! Und bei der anschließenden Erörterung stellte es sich ganz klar heraus, warum die meisten Frauen in der Frage des Zeitungs­geldes mit dem Wirtschaftsgeld.großzügig find, da­mit nämlich die Zeitung ins Haus kommt, die sie haben wollten. Denn Frauen find und das ergab die gleich Umfrage sehr treue und gewissenhafte Zeitungsleser. Mancher Mann könnte sich an ihnen ein Beispiel nehmen und mancher wurde schon be­schämt, wenn ihm, bem die Zeitung nicht so wichtig war, seine Frau zeigte, welche wichtige Sache er in der Zeitung übersehen hatte. Die Zeitungen wis­sen das und sind stolz darauf, daß das Wirtschafts­geld zwar niemals reicht, aber zur Zeitung immer noch reicht. Und kluge Männer wissen, daß man ber Frau vieles versagen kann, aber nicht bie Zei­tung! Sie würben es halb am Kaffee merken ...

Dornotiren.

Tageskalender für Freilag.

Eröffnung ber Braunen Messe 16 Uhr. «Stabt» tbeater: 20 bis 22.45 Uhr:Gustav Kilian". Glo­ria-Palast (Seltersweg):Mäbchen-Pensionat". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Das Schloß in Flanbern".

Sladllheaker Gießen.

Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben- H^ute abend findet die Erstaufführung ber Komödie Gustav Kilian, Manufakturwaren en gros und en detail, gegr. 1821, Obere Gasse Nr. 19" statt Win altmodisches Stück von Harald Bratt. Spiel- leitung: der Intendant. Mitwirkende: Damen- Birkmann Gerhardt, Krause, Matzinger-Karden, Schubnt-Jungling, ©tirl; Herren: Frickhoeffer, ^el9er^ub;1(5l^orn' Seitz, Volck. Anfang 20 Uhr. Ende 22.45 Uhr. Freitag-Miete 2. Vorstellung.

Im vorigen Jahre wurde erstmalig die Einrich­tung getroffen, im Foyer des Stadttheaters Aus» fteüungen der Werke junger Maler und Künstler durchzufuhren. Da dieser Gedanke sehr viel An­klang gefunden hat, werden die Ausstellungen in diesem Jahre fortgesetzt. Die erste diesjährige Son­derausstellung wird am Freitag, 25. September, eröffnet. Sie zeigt Aquarelle und Zeichnungen von Elsa Feld (Berlin) und Johannes Thiel (Ebner bei Freiburg).

5 Steinbach, 25. Sept. Am (Samstag, 26. Sept., feiert der Landwirt Heinrich Walbl. seinen 7 0. Geburtstag. Leider ist der Gesund­heitszustand des Geburtstagkindes nicht sehr gut, hoffentlich wird ihm das neue Lebensjahr Genesung bringen. Die Familie Walb stammt von dem Stammvater Nicolaus Wald, auch Cloß W. ge­nannt, der als Sohn des Joh. Ebert Walb von Hattenrod am 22. 2. 1683die Catharina Horn, Herrn Kirchensenior und Gerichtsschöffen Hans Velten Horns Tochter zu Steinbach" geheiratet hat. Alle Glieder des Namens Walb stammen von diesem Ehepaar ab. Schon im ersten Kirchenbuch, beginnend 1620, kommt wohl ein Emrich Walt, auch Walp genannt, vor, dessen Geschlecht im Mannes- stamm mit seinem Tod erloschen ist. Seine Tochter sind Stammütter der heute noch bestehenden Fa­milien Herbert und Horn, während die Familie Arnold, die heute in Steinbach ansässig ist, an­scheinend mit der Susanna Walp, verehelicht mit Johann Arnold 1666, nicht in gerader Linie ver­wandt ist. Von dem ersten Cloß Walb stammen im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe von Kirchen- fenioren und Gerichtsschöffen in Steinbach ab, ein Abkömmling des Mannesstammes Walb ist der Univerfitätsprofeffor Dr. Walb in Köln, dessen Vorfahren allerdings schon im 18. Jahrhundert von hier verzogen. Am gleichen Tage feiert der Kir­chenvorsteher Weißbinder Christian Pitz seinen 69. Geburtstag. Herr Pitz ist seit einem Men- schenalter der Vertreter des Gießener Anzeigers in Steinbach. Auch die Familie Pitz ist eine altein­gesessene Steinbacher Familie. Sie kommt schon 1621 in einem Taufeintrage vor. 1660 heiratet Reichart Pitz die Anna Judith, Johann Haasen Tochter, aus dieser Ehe stammen als Nachkommen alle Glieder der Familie Pitz in Steinbach. Ein Bruder dieses Reichart Pitz, Heinrich Pitz, Sep- fuagefima 1631 getauft, ist der nachmalige Pfarrer von Rödgen, geft. 1680. Dessen Sohn Philipp Hein- nch Pitz war von 16981706 Pfarrer in Albach, er starb als Pfarrer von Watzenborn 1712. Mehr­fach kommen aus diesem Pfarrerzweig der Familie Pitz Paten in unferm Kirchenbuch vor.

Großen - Buseck, 23. Sept. Gestern fand hier die Versteigerung des Gemeinde- o b st e 5 statt. Der Behang der Bäume war mäßig. Bei reger Beteiligung wurden dementsprechende Preise erzielt. Für Tafelobst der verschiedensten Sorten wurden im Durchschnitt für den Zentner am Baum 3 bis 4 Mark, für Wirtschaftsäpfel 2 bis 2,50 Mark geboten. Birnen waren nicht gesucht und mußten sehr billig abgesetzt werden.

= Mainzlar, 25. Sept. Heute stieß der hie- sige Landwirt Heinrich Becker bei seiner Arbeit im Felde auf einen Rehbock, der nicht mehr laufen konnte. Das Tier hatte eine alte Wunde am Rücken. Beim Näherkommen des Landwirts fttzte sich das Tier zur Wehr und brachte dem Manne durch einen Stoß eine Wunde unterhalb Des Auges bei. Das Tier verendete bald danach

* ©au bringen, 25. Sept. Der Krieger- Und Schutzenverein veranstaltete ein Preis- schießen. Mit Wehrmannbüchfe wurde auf 100 Me­ter Entfernung geschossen. Es wurden folgende Er­gebnisse erzielt: Erster mit 36 Ringen wurde Hrch. Bier au: 2. Karl Klös; 3. Ludwig Müller: 4. Otto Spaar-Ruttershausen; 5. Ludwig. Mohr, 6. Wilh. Dort. Nicht weniger als 12 Schützen erziel­ten 35 Ringe. Die Reihenfolge der vorgenannten schienen bUrd) 6ted)en (Einzelschuß) ent»

Aus der Provinziakyaupisiadi.

Alles vom Wirtschaftsgeld.

Alle Frauen werden sich einig fein, daß fein Mann Den rechten Begriff hat, wie fchwer es fei, mit Dem Wirtschaftsgeld auszukommen. Und die Manner sollten auch lieber an das leidige Thema nicht rühren. Denn wer von ihnen es jemals un­ternahm, seiner Frau vorzurechnen, wie leicht oder wenigstens durchführbar es fei, mit dem schwer verdienten Gelde auszukommen und womöglich so­gar noch etwas zurückzulegen, der versucht es wohl nicht noch einmal. Viel zu viele Poften fanden sich da, an die er nicht gedacht hatte, und am Ende örofjte dann plötzlich die Feststellung, es könne gar nicht reichen. Es reicht doch, o Wunder. Es reicht sogar immer wieder für allerlei kleine Sonderfreu- Den für Mann und Kind, für ein paar Geschenke, eine kleine Ueberraschung, irgend etwas, woran nur eine Frau denkt und das dann soviel Freude macht!

Das Schwierigste aber für die Wirtschaftsführung ber Hausfrau find die Grenzgebiete, die vielen kleinen und manchmal plötzlichen Ausgaben, bei denen die Frage auftaucht, ob das nun wieder wirklich auch noch zum Wirtschaftsgeld gehört oder nicht von ihm bezahlt werden müßte, von dem, der da wilde Wolken aus feiner Zigarre stoßt und wieder mal behauptet, daß ihn, ausgerechnet ihn, diese Angelegenheit doch wirklich nichts anginge. Müssen wir Beispiele anführen? Die Ehemänner und ihre Frauen werden sagen:Das fehlte gerade noch! Nur nicht noch neue Zweifel anrühren!" Und in der Tat gibt es da viele Grenzfragen, die auch der weiseste Richter nur schwer zu entscheiden ver­möchte. Wer soll beispielsweise den Rundfunk be­zahlen?Ich doch nicht", sagt der Mann,wo ich doch nur wenige Stunden Horen kann. Ihr habt den ganzen Tag euer Vergnügen!" (Und dabei muß dann alles still sein, wenn er Fernempfang pro­biert!) Wie ist das abends, wenn Vater und Mut-

** D i e Herb ft Modenschau im Cafe Amend erfreute sich gestern eines lebhaften Zuspruchs. Es gab einige sehr ansprechende neue Modescböpsungen zu sehen. Für jeden ^Jeschmack und für jede Frau konnte etwas geboten werden. Die Vorführungen haben gezeigt, daß man an neueren deutschen Stos­sen lackierte Seide bevorzugt. Auch Taft wird viel verwendet und besonders Lindener Samt. Die Herbstfarben sind dunkel gehalten, violett, blau, grün, schwarz, rotbraun, Daneben wird viel ge­streifter und auch getüpfelter Stoff empfohlen. Bei den Straßenkleidern sind bauschige Aermel mit Bündchen am Gelenk sehr beliebt, die Kragen sind

Die deutsche Arbeitsfront

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erläuterte Aufgabe und Ziel der Berufserziehung und Betriebsführung. Das Verhältnis des Berufs- rnenfchen zur Wirtschaft im Geiste des National- ozialisrnus grundlegend zu gestalten, fei der Sinn der Werufserziehungsarbeit.

Wenn der Führer in feiner Verordnung vorn 24. Oktober 1934 der DAF. die Sorge für die beruf­liche Ertüchtigung aller schaffenden deutschen Meu­chen übertrug, so erwachse ihr die Aufgabe, alle Mittel einzusetzen, um in jedem Berufskameraden das Bewußtsein von der Notwendigeit eines sinn­vollen Zusammenwirkens aller im Betriebe Schaf­fenden zu verankern. Es fei ihre Aufgabe, nicht nur den Nachwuchs zu erfassen, sondern jeden ar­beitenden Menschen mit den Neuerungen und Ver­vollkommnungen seiner Arbeit vertraut zu machen und eine Höherentwicklung des Berufslebens ziz, fördern. In dem Bestreben nach dem Leistungs­prinzip müsse versucht werden, die höchsten Lei­tungen zu fördern und das geschehe, indem die besten Leistungen auch mit den besten Posten be­lohnt werden.

Die Reichsleitung der DAF. beschäftigte sich über olche Aufgaben hinaus mit der organischen Be- tnebsgestaltung, d. h. mit dem richtigen Ansatz des Menschen zur Arbeit. Es solle jeder d e n Platz ein» nehmen, den er völlig ausfüllen könne. Nur so würden alle Kräfte zweckmäßig und für den Ein­zelnen vorteilhaft nutzbar.

sprach bet reicher und vielseitiger Erfahrungen

Oberingenieur AlvenSleben-Berlin

von der BerufsgenossenschaftFeinmechanik und Elektrotechnik" an Hand von zahlreichen graphischen Darstellungen und Lichtbildern überUrsachen der elektrischen Unfälle und deren Be- 'ämpfung". Nach einer Uebersicht über die Dieb achen wissenschaftlichen Versuche über die Ursachen )es elektrischen Todes betonte er den Grund für alle Unfälle: Die Unkenntnis des Stromes! Die Unkennt­nis darüber, welcher Strom tödlich wirken könne, veranlaßt vielfach, Verunglückte, denen noch zu helfen wäre, aufzugeben. In anschaulicher Weise mies1 der Redner die Folgen des elektrischen Todes, die er als Sachverständiger vor den verschiedensten Gerichten zu

Wanderung statt. Der Weg führt von Gießen Annerod Schiffenberg Klein-Linden Gießen. Treffpunkt ist Ludwigsplatz 8 Uhr. Rucksackverpfle-

Auch für die Hausgehilfinnen Gemeinfchaffsempfang1

NSG. Am Montag, 28. September, wird in der Ze.lt von 16.30 bis 17.30 Uhr die Rede, die der £ r e r auf Der 4. Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront m Nürnberg hielt, auf alle Sender übertragen. Für diese Rede ist überall in den Be­trieben Gemeinschaftsempfang angeordnet worden, um überall die DAF.-Mitglieder an dieser so be­deutsamen Rede teilnehmen zu lassen. Auch die Hausgehilfinnen gehören zu dieser größten Orga­nisation «ller Schaffenden. Deshalb muß ihnen Ge- legenheit geboten werden, die Worte des Führers an die Deutsche Arbeitsfront zu hören. Die Haus- S?J?-*rben.n' ihren Hausgehilfinnen die Möglichkeit zum Anhoren dieser Rede zu geben.

AG.-Hrauenschast hilft bei der Flachsernte Der Flachs der Adolf-Hitler-Spende, der 'Osi allen Ortschaften unseres Gaues angebaut TrJ?telen ^°lhen gerauft. In vielen ber Lrtsbauernführer an die ^d)aft5^!tc.nn gewandt mit der Bitte, mit iyren Frauen beim Raufen des Flachses behilflich Ä; Selbstverständlich tun bas bie Frauen gerfi h aU^iÄnie W angebaut ro,,fln nM Bescheid. Als Kinder haben sie d° Flachsfelder in der <Ie- memde gesehen, danach nie wieder.

, berichtet uns eine Ortsgruppe eines ober» Der^Drtsbm^r^rh6^ ®aues Hessen-Nassau: Als uns rief, war es selbstver- mnraon' frfS Folge zu leisten. Arn nächsten Z!°M.lchon versammelten sich alle Frauen am Flachsfeld, wenn auch mit etwas bangem Herzen, denn die meisten hatten diese Arbeit noch nie ver- richtet. Es wurde gerauft und ausprobiert und eine W °V5 f° roof)r richtig oder anders

vielleicht besser sei. Als nun einige ältere Leute des Dorfes ooruberkamen. Denen der Flachsanbau aus früheren Tagen noch bekannt war, wurden sie zu Lehrmeistern herangezogen. Alle zusammen, alt und jung, wurden froh, gemeinsam mithelfen zu dürfen an den großen volkswirtschaftlichen Zielen des Führers.