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Aus Storms Dichterwerkstatt
neue Zeigt Der»
donna im Schutzraum" beschäftigt sich das Heft der „Sirene" mit dieser Frage und Möglichkeiten, wertvolle Kulturgüter vor der nichtung im Kriege zu bewahren.
vom Monde oder dem schönen funkelnden Stern, dem Jupiter glaub' ich, dort anscheinen lasse, mir den Frühlingseinzug oder stille Nachmittags- und Abendstunden vergegenwärtigend, die ich dort zu verleben hoffe. Oftmals freilich sind meine Gedanken auch nicht so hoffnungsreich; ich kann mir nicht verhehlen, daß meine Kräfte ... im letzten Jahre auffallend gesunken sind, und ich erschrecke dann innerlich vor dem großen steinernen Lebensapparate, den ich noch gewagt habe, mir da hinzubauen; besonders wenn ich im Mondschein daran vorübergehe, sieht mich die große dunkle Stein- m-asse ... oft recht drohend und finster an, und mir kommt mitunter der Gedanke, daß ich die Menschen einmal sehen möchte, für die denn eigentlich dieses Haus gebaut ist. Doch sitze ich erst glücklich darin, so werden diese Gespenster des leeren Nau» mes hoffentlich verschwinden ..." Den Dichter bewegten auch andere Zweifel, von denen er in einem Briefe ein halbes Jahr später spricht: „Ob es für den Poeten richtig war, die Stadt mit dem Landaufenthalt zu vertauschen? Freilich sind auch hier
Menschen zum Umgang; aber das allgemeine Drumherum, was uns in der Stadt anregt, fehlt doch; freilich habe ich in dem nahen Hamburg einen aus- erlesenen und mannigfaltigen Freundeskreis und war noch in letzter Zeit zehn Tage dort; aber eine wirklich zur Produktion führende Anregung habe ich noch nie auf einem Reiseaufenthalt empfangen, sondern nur dort, wo zugleich mein Arbeitstisch steht ..
In einem der folgenden Briefe empfiehlt Storm, Kellers „Sinngedicht" zu lesen. „Nichts ist richtiger, als was Heyse sagt: „Ich lese Kellers Sachen gar nicht, als wenn das jemand geschrieben hätte, ich denke gar nicht an Komposition und dergleichen; es ist mir so wie eine Offenbarung." Schroffe, ja verletzende Sonderbarkeiten kommen darin vor; so in diesem Buche die Geschichte mit den drei Kuhschwänzen (in der Novelle „Die arme Baronin"), wo Heyse und ich uns beide vergebens bemüht haben, ihn zu bewegen, er möge das in der Gesamtausgabe ändern. Aber bei der köstlichen Ursprünglichkeit, die sonst überall waltet, muß man es schon hinnehmen ..." Im nächsten Briefe kommt Storm noch einmal darauf zurück. „In Puncto Kellers .Schrullen^, eigentlich ist es eine Liebhaberei für Lalenburger Possen, so gesteht er ja selbst wie ein verschämtes Mädchen, daß es doch eigentlich das sei, was ihm selbst den meisten Spaß mache. Nun — nehmen wir es bei so vielem Schönen in den Kauf; es ist gleichsam das Wahrzeichen seiner Poesie..
Tochter. Unter dem Bilde des zehnjährigen, in ganzer Gestalt gemalten Knaben standen die Worte: Incuria servi aquis submersus. Unweit davon hing das Bild desselben Knaben auf dem Totenbett. Hinter dem Hause des Predigers befand sich eine Koppel mit einer Wassergrube, wo der Knabe ertrunken sein soll. Diese seltsam harte, die Nachlässigkeit des armen Kerls verewigende Inschrift prägte sich mir ein und ging mir nach, bis sie mich endlich zu dieser Dichtung anregte, die freilich mit dem ursprünglichen Vorgang keine Aehnlichkeit hat. Außer diesem Motiv ist die ganze Fabel des Stückes von mir erfunden ..."
Als Nieß seine eigenen Gedichte, die in einer Hannoverschen Wochenschrift erschienen und die sich kaum über Durchschnittsleistungen erhoben, an Storm geschickt hatte, antwortete dieser: ,,... ich habe einzelnes davon mit insbesondere persönlichem Interesse gelesen. Aber in keiner Kunst scheidet sich so sehr wie in der Lyrik das Etwas vom Nichts. Ein Kunstwerk, das so klein ist wie ein lyrisches Gedicht, muß entweder vorzüglich sein, oder es ist als solches nichts. Das wird von vielen verständigen und geistvollen Leuten, wenn sie Gedichte in Druck geben, zu wenig beachtet ..."
Im Dezember 1880 schreibt Storm, als er sich in Hademarschen ein neues Haus hat bauen lassen: .....Sie haben ja mein Haus mit bauen helfen, und jetzt steht es da ... Veranda und Terrasse machen sich vortrefflich; ich habe das Plätzchen auf der letzteren, den Winkel zwischen Haus und Veranda schon so lieb, daß ich oftmals in der Dämmerung des Winterabends dort allein verweile und mich
Von der Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront wird uns ge-
DieAufgaben der Deutschen Arbeitsfront in der Berufserziehung.
an ihm schätzen; und er vermag der Gestalt auch jenen Schimmer von Ueberwirklichkeit zu geben, der für die Begegnung in Ypern charakteristisch ist. Neben ihm, in einer verhältnismäßig kleinen Rolle, sehr ausdrucksvoll und glaubwürdig, Hilde Meißner als Lady Margret. Vom übrigen En- emble: Paul Otto, Otto Wernicke, Georg Alexander, Willi Schaeffers, Kurt S e i - fert. — (Tobis Rota.) *
Im Beiprogramm sieht man die Fox-Wochenschau und den Bildbericht einer Gran-Chaco-Expedition.
hth.
Zeitschriften.
— Der Bürgerkrieg in Spanien zeigt, daß unersetzlichen Kulturschätzen im Kriegsfälle durch die moderne Fliegerbombe Gefahr droht. Es gilt also, bereits in Friedenszeiten an einen ausreichenden Schutz dieser zum Teil unermeßlichen Werte zu denken. In einem interessanten Bildbericht „Ma-
Letzt ist die Zeit des „Süßen".
Frankfurt am Main im Zeichen des „Aeppelwoi".
Von Emerich OReerf.
Zunge und Herz. Lieder von Liebe und vom Rhein werden gesungen. Die Wogen gehen hoch. Arm schlingt sich in Arm. Es wird geschunkelt Sitzend und auf Bänken stehend. So ist allabendlich die Hochstimmung in den „Aeppelwoiwertschafte" von Sachsenhausen. , „
Mer müsse hi geh, damit er bald all werd , meinen die Frankfurter, wenn sie zum Schoppen gehen Das sollte auch das Stichwort für den Fremden sein. Er wird sich sicher wohlfühlen beim „Hohenastheimer". Um so wohler, als die Sachsenhäuser Heckenwirtschaften seit jeher die volkstümlichsten Gaststätten der Welt gewesen sind. Unter-
„WassagenSie zu Spanien?" fragte man Hase'n am Stammtisch. „Spanien? Spanien? Sie meinen wohl wegen der Stierkämpfe?" antwortet unser Held verdattert.
Na, da gab'S ein Hallo, als sich herauSftellte, daß Hase wieder mal von nichts wußte! Man zog ihn so auf, daß er rot wurde wie ein Briefkasten und sich' schleunigst empfahl...
Tja - hätte er Zeitung gelesen!
Da weiß man, was passiert, und fühlt sich nicht blamiert!
Sochschulnachnchten.
Der Anglist Professor Dr. Friedrich Schöne- mann, seit 1930 Extraordinarius für Kultur- künde Amerikas an der Universität Berlin, ist zum Ordinarius ernannt worden. Seine Arbeitsgebiete sind nordamerikanische Kultur lind Literaturgeschichte, das germanistisch anglistische Grenzgebiet, sowie Deutschtmn und deutsche Kultur in den Vereinigten Staaten.
„roppe".
Zum „Süßen" und zum „Aeppelwoi" überhaupt muß man etwas knabbern. Da sind die Spezial- qebäcke Sachsenhausens, die in Spezialbäckereien bergestelll werden, gerade willkommen. Die „Brezel- buwe", die von Wirtschaft zu Wirtschaft wandern, bieten an: Kümmelweck, Salzstangen, Hartekuchen, Salz- und L a u g e b r e z e l, Kümmelstangen, Makröncher und andere knusprige Sachen. Beim Aeppelwoi treten nicht nur me „Brezelbuwe" auf, es bringen sich zur Geltung und zu Gehör umherziehende Musikanten. Geige und Ziehharmonika beherrschen die Stimmung. Bei dem süffigen Göttertrank geht s immer lustig her. Jung und alt löst das „Reweblut vorn Aeppelbaam
schiede von Rang und Stand hat es beim Apfelwein noch nie gegeben. Ein hochwohlloblicher Magistrat sitzt neben dem Arbeiter, dem Handwerker, dem Gartner, dem Kleinbürger, emtrachtiglich. Belm Apfelwein wird auch nichts ubelgenommen Selbst der derbste Spaß nicht. Denn er verwandelt den ärgsten Griesgram in einen fröhlichen Gemeßer. Das war in den beiden Frankfurt, dem novdich des Mains und dem südlich davon, stets so. Und so soll es bleiben. Denn Frankfurts Herz schlagt mehr als je beim abendlichen Schoppen m Sachsenhausen. Er ist „edelartig und gesund , feiert ihn schon 1790 Heinrich H a r r l e s m seinem „Lied beim Apfelwein". Er ruft alle zum Apfelwein nach Frankfurt:
„So trinkt, ihr Nachbarn! Trinkt des Weins Dom lieben Apfelbaume!
Er tut sich sanft im Herzen kund, Ist edelartig und gesund Und lieblich auf dem Gaume!
die vollberufliche Ausbildung angestrebt werden. Wenn die Deutsche Arbeitsfront in ihren Arbeitsschulen durch Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften Den schaffenden deutschen Menschen die Möglichkeit weiterer beruflicher Entwicklung bietet, so will sie keinesfalls den Berufsschulen dadurch Konkurrenz machen. Auf den Ergebnissen der Berufsschule will die Arbeitsschule der DAF. aufbauen. In enger Zusammenarbeit mit den Betriebsgemeinschaften werden die Arbeitsplätze der Arbeitsschule erstellt, um die festgestellten Mängel in der beruflichen Ausbildung beheben zu können, mögen diese theoretischer oder praktischer Natur sein. Bei den Arbeitsschulen der DAF. müssen wir also von einer berufsfördernden Schulung mit dem Ziele der Berufsertüchtigung sprechen. ~ .
Wenn sich gerade in letzter Zett der Mangel an Facharbeitern, z. B. in der Eisen- und Metallindustrie sowie im Baugewerbe, empfindlich bemerkbar macht, dann wird durch diese Tatsache die Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront sowie die Notwendigkeit der Arbeitsschulen der DAF. erneut erkennbar. Es genügt nicht, wenn wir dem deutschen Arbeiter eine gute allgemeine berufliche Ausbildung geben wollen, ohne die weitere Entwicklung im Berufe zu beachten. Die Lehre im Betrieb und hierzu die Ergänzung im Unterricht der Berufsschule sind in der Lage, z. B. einem Metallwerker eine Grundausbildung zu geben. Auf dieser Grundlage hat die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront einzusetzen. Wir müssen über wendige, be-
schrieben:
Wenn der Führer in seiner Verordnung vom 24. ■ Oktober 1934 der Deutschen Arbeitsfront die Sorge ; für die Berufserziehung übertrug, so erteilte er der - Deutschen Arbeitsfront hiermit den Auftrag, die Berufserziehung der schaffenden deutschen Menschen neu zu gestalten, entsprechend den Notwendigkeiten des Wirtschaftslebens. Dor Inangriffnahme dieser Aufgabe mußte sich die DAF erst einmal Rechenschaft darüber ablegen, inwieweit die Berufserziehung in Deutschland überhaupt verwirklicht worden ist, wo in der Berufserziehung Mängel festzustellen sind und welche Wege beschritten werden müssen, um jedem Deutschen die Möglichkeit einer ordnungsgemäßen beruflichen Ausbildung zu geben.
Bei der Aufnahme einer Bestandsinventur aus dem Gebiete der Berufserziehung konnten die vielfältigsten und verschiedenartigsten Auffassungen fest- gestellt werden. Verbände, Gewerkschaften und sonstige Körperschaften versuchten ihren Mitgliedern durch berufserzieherische Maßnahmen eine fordernde Berufserziehung zu geben, um dadurch einen Weg zu größeren Einnahmen gehen zu können. Die verschiedensten Systeme und Anschauungen wurden auf dem Gebiete der Berufserziehung entwickelt und herausgestellt, und jeder glaubte, für sich in Anspruch nehmen zu können, daß gerade sein System als richtig anerkannt werden müsse
Aber keine Stelle war bereit, einmal das Grundsätzliche der Berufserziehung herauszustellen, um die an der Berufserziehung beteiligten Kreise zu veranlassen, durch Mitarbeit an einer gemeinschaftlichen Gesamtlösung der Allgemeinheit zu dienen. Die Angst, ein Stück der sich selbst gestellten Aufgabe zu verlieren oder einem Dritten einen als gut befundenen Weg zu weisen, den dieser dann selbst beschreiten würde, beherrschte die Beteiligten. Durch die Uebertragung der Sorge für die Berufserziehung an die Organisation aller schaffenden deutschen Menschen wurde die Berufserziehung aus dem Streit der Interessenten herausgenommen, und die Lösung dieser Aufgabe mitten in das politische Leben unseres Volkes gestellt. Berufserziehung kann nicht mehr lediglich als Mittel zum größeren Geldoerdienen angesehen werden, sondern der der Gemeinschaft verpflichtete schaffende Mensch ist der Gemeinschaft gegenüber auch zu höchster . Leistungsentfaltung in seinem Berufe verpflichtet.
Die zunehmende Industrialisierung unserer Wirtschaft im 19. Jahrhundert schuf eine immer stärkere । Ausbreitung der Arbeitsteilung und somit in wach- । sendem Tempo den Typ des ungelernten und an- . gelernten Arbeiters. Bei dieser Erscheinung, die bei . jeder Modernisierung und Maschinisierung zu beob- ' achten ist, wurde das Handwerk, das seit dem Mit-
Die Zeit des „Süßen" — das ist eine köstliche ‘ Zeit. Sie beginnt etwa mit dem Ausklingen der i Römerbergfestspiele und dauert über die Frank- s urter Herbstmesse hinaus. Da liegt über der Frank- i urter Altstadt und über dem eigentlichen Hort des : Apfelweins, Sachsenhausen, der Ruch von frischem 1 Apfelsast, den man seines herrlichen und herzhaften Geschmackes wegen im Rhein - Main - Gebiet den : „Süße n" nennt. Er kommt in der Art seiner Zu- । bereitung dem Most gleich. Mit dem Traubenmost gemeinsam ist ihm ebenfalls die Verwendung zur Kur. Nur hat die Kur mit dem „Süßen" den Vorteil, daß sie weit billiger ist als die Traubenkur. Drum ist es in der Reichshandwerkerstadt Brauch geworden, während der Zeit des „Süßen" täglich in eine der Apfelweinwirtschaften zu pilgern, um sich der Kur hinzugeben. Es ist aber auch die Zeit der frischen Nüsse. Wer es sich leisten kann, der bringt sich eine „Dutt" voll frischer Wallnüsse mit und läßt sie — die 'bittere Haut wird abgezogen — langsam ins Glas gleiten. Die Nüsse verleihen dem Apfelsaft das Letzte an Wohlgeschmack.
Während der Zeit des „Süßen" sind alle Aepfel- weinwirtschaften noch voller als sonst. Denn in dieser Zeit fehlen selbst die Kinder nicht. Sie schlürfen den „Süßen" mit innigem Behagen. Er ist Familiengetränk und für alle Frankfurter die früh- herbstliche „Berjerfreud".
In diesem Jahr ist er gut geraten. Und extra süß. Dick und rotbraun oder goldgelb fließt er aus der Kelter. Er steht daher hoch in Gunst. Die Fremden, die nach Frankfurt kommen, kosten ihn und schwören, er sei ein Hochgenuß. Doch der „Sieße", wie er auf gut Frankjurterisch heißt, ist nur der Auftakt zum Rauscher. Der muß „pizzeln", strohgelb und völlig undurchsichtig sein. Die letzten Kohlensäurebläschen dürfen erst platzen, wenn der Rauscher mit dem Gaumen die Berührung eingeht. Die Wirkung muß „durchschlagend" sein wie bei seinem Detter, dem Federweißen. Dann wird der „Neue" der junge Apfelwein, gut geraten und trefflich munden.
Wo ein grüner Kranz an langer Stange winkt, da ist eine Heckenwirtschaft. Da „werd gezappt". Oft liegen sie dicht nebeneinander. Und überall schenken muntere Wirte aus dickbäuchigen „Bembeln", ehr- surchtqebietenden Westerwälder Steinzeugkrügen, den „Süßen" in die „gerippten" Gläser. Die Wirtschaften haben alle schöne Namen, „Unnamen" sagen etliche, meist sind es die Spitznamen ehemaliger Besitzer. Sie sind so bodenständig, so eingewurzelt, daß sie aus die Erben übertragen werden. Manche reichen Generationen zurück. Was gibt es da nicht alles? Etwa die „Schee Fraa' oder das , M o r d ch e", das „Riewelo ch", den „L a h- men E s e l", die „Kalte Laus" (das ist em Wort^ux aus „Alter Klaus", um wenigstens e inen Ursprung aufzuzeigen), den „Clips'', den „Schnorrbar t", die „Wann e", den „K a n o - n e ft e p p V*, den „H amathe s", den „D o r tz usw. Doch kann man seinen Schoppen auch im „Paradiesäppelche", im „Lorsbachertalche im „Fahrbaum", im „Weihen" oder „Schwarzen Bock
Malter in stetem Aufschwung begriffen war, zu- rückqedrängt. Don dieser Entwicklung wurden nicht unerheblich die Jugendlichen betroffen, welche im Begriff waren, in das Berufsleben einzutreten. Bei ( geringer Entlohnung erreichten sie teilweise die Leistungen der erwachsenen Arbeiter und waren \ als billige Arbeitskraft willkommen. Die Zahl Der ( ungelernten und angelernten Arbeiter die keine ordnungsgemäße Berufsausbildung erhielten, nahm 1 während der Rationalisierung schlimme Formen an. ■ Aber auch die Lehrverhältnisse, welche noch durch einen Lehrvertrag ihre Form erhielten, beschrankten sich mehr und mehr auf die Erlernung der Berufskenntnisse zumal dort, und dies war m den meisten Fällen zutreffend, wo eine Aufsichtsbehörde vollkommen fehlte. Auch den Lehrling betrachtete man als billige Arbeitskraft, ohne sich über Die mit Abschluß des Vertrages übernommene Ausbil- dungspflicht im Klaren zu fein. So wußte es kommen, daß das Lehrverhältnis zu einem Arbei^ver- hältnis mit erzieherischem Einschlag absank. Wenn nun auch in der Nachkriegszeit die Forderung nach einer ordentlichen Berufserziehung für jeden Jugendlichen des öfteren laut wurde, so mußten alle Pläne an der politischen Entwicklung scheitern.
Bei der Machtübernahme konnte von einer sinnvoll geordneten Berufserziehung nicht geredet werden. Dem nationalsozialistischen Staat blieb Die Lösung der Aufgabe vorbehalten, eine Berufs- und Arbeitserziehung zu erstellen, die den Anforderungen des deutschen Wirtschaftslebens gerecht wird. Nichts lag näher, als der Organisation aller schaffenden deutschen Menschen, der Deutschen Arbeitsfront, die Lösung dieser Aufgabe zu übertragen. Die Neubildung der deutschen Betriebe setzt nun einmal voraus, daß die Deutsche Arbeitsfront bei der Betreuung der schaffenden deutschen Menschen in und außerhalb der Betriebe die Grundlage einer geordneten Berufserziehung erstellt, um durch be- russwendige Menschen den Weg zu einer allgemeinen Leistungssteigerung zu gehen. Don den verantwortlichen Leuten muß erkannt werden, daß das Wertvollste im Betrieb die Gefolgschaft ist und die Leistungsfähigkeit des Betriebes maßgeblich bestimmt wird durch die Leistungsfähigkeit und den richtigen Einsatz dieser Gefolgschaft. .....
Das Erkennen des Zusammenhanges der täglichen , Arbeit mit den Problemen der Wirtschaft ist Dor- • aussetzung für die innere Befriedigung, die nun einmal jeder deutsche Arbeiter in seiner Tagesarbeit : finden soll. Eine vollberufliche Ausbildung jedes f schaffenden deutschen Menschen bietet die Gewähr - für die Heranbildung einer vollwertigen Arbeiter- : schäft. Es gilt deshalb, den Blick von einzelnen Pro- ...........
i blemen auf die großen Zusammenhänge zu richten, rufstuchtige Facharbeiter verfugen, Die bereit sind, - In enger Zusammenarbeit der Deutschen Arbeits- ihre tägliche Arbeit und deren Steigerung weiter zu - front mit den Berufsschulen und Betrieben muß entwickeln, als zum Broterwerb notwendig ist.
Ein eigenartiger und kraftvoller Mann von erstaunlicher Vielseitigkeit war der Braunschweiger Zimmermeister und Brunnenmacher Albert Nieß, dessen Tätigkeit weit ab zu liegen schien von allem dichterischen und künstlerischen Schaffen und der doch einer Reihe führender geistiger Persönlichkeiten in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nahegetreten ist. In feinem Beruf sehr tüchtig, auch in öffentlicher Tätigkeit bewährt, strebte er weit darüber hinaus, machte in regem Wissensdrang weite Reisey, war ein Münzensammler von Ruf, kaufte Kunstwerke, um sie den Braunschweiger Museen zu schenken, und entfaltete selbst eine rege schriftstellerische Tätiakeit. Als Lyriker und Märchen- dichter suchte er Beziehungen zu Dichtern und Wissenschaftlern, mit denen er einen lebhaften Briefwechsel pflegte. Unter diesen Briefen, die er der Stadtbibliothek zu Braunschweig schenkte, sind die bedeutendsten die an Theodor Storm aus den Jahren 1876 bis 1885; sie werden jetzt im Auszüge in der Septembernummer von „Wester- manns Monatsheften" von Heinrich Mack mitgeteilt. Der Dichter gibt sich darin ganz offen und unbefangen und läßt tiefe Blicke in sein Inneres und seine literarische Werkstatt tun. Wir geben einige bemerkenswerte Abschnitte daraus wieder.
Nieß hatte den Briefwechsel mit einer Anfrage eröffnet, die sich mit der Entstehung von „Aquis submersus“ befaßte. Storm antwortet aus Husum unter dem 5. Oktober 1876 zunächst, daß er nicht etwa durch Verlust eines Kindes zu der Novelle angeregt sei, da er nie ein Kind verloren habe, und fährt dann fort: „Die Anregung ist mir in diesem Fall von außen gekommen. In einer benachbarten Dorfkirche fah ich vor einigen Jahren ein großes Oelbild, in vier Fächern die Familie eines dortigen Predigers aus dem 17. Jahrhundert darstellend, die beiden Eheleute nebst Sohn und
„Das Schloß in Michern." i Lichtspielhaus.
Das Bild der Martha Eggerth durchzieht ■ diesen Film wie ein Leitmotiv: ln immer wechselnden Kostümen, vor den vorubergleitenden^ Hintergründen der großen Städte, 'n. denen als Konzertsängerin Gloria Delamare ihre Gastspiele gibt, ihr Repertoire wechselt von einem ^anzstuck Zum andern, selbst die Bravournummer des ..FruhlmgS' stimmenwalzers" fehlt nicht, und das Ganze wir wie eine Paraderolle für einen Gesangsstar. Sie singt mit ihrem sehr hohen Sopran sauber u technisch einwandfrei die schwierigsten Kalor , aber die umfängliche Vortragsfolge wirkt doch auf die Dauer etwas eintönig, zumal sie darstellerisch nichts Überdurchschnittliches zu geben hat, ! steht der Eindruck, als ob die E g g e r h lm Grunde an ihrer eigentlichen Rolle oorbeifpteile, D- den Film — als Film — interessant und anziehend macht, sind eine Reihe von Motiven (Drehbuch. Gurt 3. 23 raun), welche eine (old)e sikalischer Darbietungen gar nicht erfordern. jm Gegenteil: eine gewiße Sparsamkeit m d-r An Wendung der musikalischen Elemente wurde scheidende Matin vermutlich nach °!nd"ckoo°ller herausgearbeitet haben. Sechs englischeOss z liegen 1918 in einem alten Schloß Flandern 'M Quartier; sie haben ein Grammophon und eine einzige Gesangsplatte, die sie immer a ’ ^eu spielen: ein Lied der Sängerin Gloria Delam Einer der sechs verliebt sich in die Sllmm in die ihm unbekannte Besitzerin der Stimm- und es ist ein silmisch reizvoller Gedanke ausz sp . wie diese sehr flüchtige und sehr z-rite z m>ig zwischen zwei fremden Menschen mit .
bei des großen Krieges weiterwirkt und sich na* Wen auf eine und ei sfl®fd)jd)te
sinnliche Weise verdichtet. Dte • ch^tive
überschneidet sich mit einer zweiten, »pbenskreise- spielen hinein: Vertauschung Zwe^ er
Schuld und Opfer; auch jene merkwurDige Aiebungsfraft des Bezüglichen, von über den Wilhelm von Scholz in seinen Buck> rn über den Zufall als Vorform des Schicksals sprich ■ Der lsisieur Geza von B o l v a r b j)a* au(f) ^ie Eggerth „groß herausgestellt , l°n»ern aull) oie minder siandgreislichen Wirkungen zuschöpfen verstanden; jedenfalls ert1P', mpnpn S erie der unheimlichen unb :trauml) en 23efle0 nun« im Schloß als den $)=DePun feiner 3n|3e nlerung. Paul Hartmann spE ^n ^apin Winsbury mit der ruhigen Männlichkeit und der noblen Haltung des Gentleman, die mir von jeher


