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ltr.U6 Drittes Blatt

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Donnerstag, 25. Zuni 1956

Gießener Mrine-HZ. im Zeltlager Grünberg

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wie (oll ein Madel hertc ousfehen?

Schlank, sportlich und natürlich brc un- gebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen von gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt Nivea- Creme oder Nivea-Öl. Es

schützt und bräunt zugleich C61

Unweit der Stadt Grünberg, im Brunnental ganz in der Nähe des Schwimmbads, liegt, im Walde versteckt, ein wunderschönes Zeltlager, in dem gegenwärtig die Marine-HI., zum großen Teil aus Gießen, zum anderen Teil aus verschiedenen Orten Oberhessens für einige Tage Einzug gehalten hat. Das prächtige Wetter macht der Jugend diesen Aufenthalt im Zeltlager zu einer großen Freude. Etwa 240 Jungens führen dort in lustiger Kame­radschaft ein Leben, wie man es sich für Ferienzeit nicht schöner wünschen kann. In großen Zelten sind sie untergebracht. Die Verpflegung ist ebenso reich­lich wie gut, überall herrscht peinliche Ordnung und Sauberkeit, alle sind teilhaftig der Schönheit der Landschaft, der guten Luft, der frischfröhlichen Be­wegung im Dienst, im Sport, in der Freizeit. Der Tag läuft nach einem genau festgelegten Plan ab, die Zeiten werden pünktlich eingehalten. Don jedem wird Unterordnung und Einfügung in die Ge­meinschaft verlangt. Aber jede Junge ist dazu gern bereit. Es ist eine große Freude bei einem Besuch in diesem Lager zu sehen, wie stark die erzieherische

Wirkung der Gemeinschaft ist; es ist lustig zu sehen wie überall an den Zelten die sauber geputzten Schuhe aufgestellt sind, die Teller und Eßbestecke in Reih und Glied stehen, wie jedes Ding seinen Platz hat und immer wieder an seinen Platz kommt. Zum Tagesablauf gehört viel Sport; dar­über hinaus findet man aber die HI. als täglichen Gast im herrlichen Schwimmbad der Stadt Grün­berg. Viele Jungens sind tiefbrau gebrannt. Allent­halben ist die Meinung zu hören, daß man gern länger im Lager sein möchte, als es möglich ist.

hallsort und die Anwesenheit von Uhus im Vogelsberg aber ward im Herbst 1934 erbracht.

Während der Herbstmauser nämlich wurden von verschiedenen Seiten Federn an das Forstzoologische Institut der Universität Gießen geschickt, die ich einwandfrei als Uhufedern bestimmen konnte und deren Erhaltungszustand ergab, daß sie der Vogel frisch verloren hatte. Da ich aus naheliegenden Gründen nicht allein die Verantwortung für die letzte zweifelsfreie Bestimmung der Federn über­nehmen wollte, versicherte ich mich noch der pro­minenten Zeugenschaft von Heinroth (Zoo Berlin) und Stresemann (Zoologisches Museum Berlin). Auch diese Wissenschaftler bestimmten die Federn als Uhufedern. Damit stand fest, daß die Uhus zwei Jahre nach der Freilassung noch im Revier waren.

Nachdem der Versuch geglückt war, konnten wir in unseren Bestrebungen fortfahren, d. h. neue Freilassungen vornehmen, denn Kosten und Mühe um die ersten Tiere hatten sich belohnt gemacht. Außerdem war ja unser Hauptplan, die Solmser Reviere nur als Urzelle zu benutzen in der Vor­aussetzung, daß die Paare, wenn sie eines Tages durch neue Freilassungen zu dicht aufeinander­rückten, sich von selbst ausdehnen würden und auch in die Rhön und den Spessart gingen. Denn der Uhu hält streng auf abgegrenzte Jagdgebiete und

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5 bis 6 ochen alt ) bis 35, b fallende Spitzen« )(eppeno.

Abend- lzmann che Li- 0 v.h.

Chinesen gefragt.Faule Eier", sagte ich,in die Erde gegraben!" Der Fragesteller senste seine Peter­silie im Blumenkasten auf dem Balkon ab und pflanzte eine reichliche halbe Mandel Hühnereier.

Wir hatten bald herausbekommen, daß Jim und Bob für ihr Leben gern pokern, so wie unsereins Dauerskat spielt. Ich lernte heimlich pokern, meine Frau gab sich redlich Mühe, kam aber nicht hin­ter die Geheimnisse eines Royal flush, und als wir uns am Abend hinsetzten zum Poker, waren Jim und Bob derart von den Bluffs meiner Frau ver­blüfft, daß sie Sack und Seele verloren hätten, wenn ich nicht gespielt haben würde wie ein Greenhorn. Beim Poker kommt es nämlich nicht auf die guten Karten an, sondern auf das dumme Gesicht, das man macht, wenn man ein sieghaftes Blatt in den Fingern hat. Andererseits muß man hochmütig aussehen, wenn man wertlose Karten hat. Meine Frau, die keine Ahnung hatte, was ge­spielt wurde, machte überhaupt kein Gesicht, und unsere Amerikaner fielen darauf hinein und waren begeistert von ihr. Sie nannten sie ein smartes, altes girl.

Allmählich wird auch die Verständigung besser. Jim und Bob lernen nämlich Berliner Deutsch und wir amerikanisches Englisch. Früh grüßen wir am Kaffeetisch:Good morning, old fellows! How did you sieep? Während Jim und Bob sagen:

Morsen, Leute! Na, ordentlich ausjepennt?"

Wenn Jim zu mir sagt, ich sei ein verdammt ulkiges Huhn, dann ist das schon Friedenspolitik und trägt zur Verständigung der Völker bei.

Neulich haben die beiden einen Verkehrsschutz­mann bewundert und wollten durchaus mit ihm zusammen eineMolle" trinken. Und richtig, wir haben ihn nach Dienstschluß von seinem Posten ab­geholt und eirten gehoben. Dabei machte unser Schutzmann für die ganze deutsche Polizei den besten Eindruck, denn Jim meinte, er sei ein ver­teufelt guter Junge.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und zwei Amerikaner noch keinen Olympia-Hochbetrieb, aber wir wissen jetzt, worauf es ankommt für alle, die da Gastfreundschaft üben wollen: auf den Fa­milienanschluß!

Jim meint, das wäre die einzig richtige Frie­denspropaganda, und er versteht was von Reklame, die hieb- und stichfest ist! Und Bob schwört, daß er jedem, der drüben was gegen uns sagen wird, seine Faust unters Kinn setzen will, und Bob hat Fäuste wie kleine Handkoffer!

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Flugraum weitergehalten und Beobachtungen

Verträglichkeit und Geschlechterumgang in außerhalb menschlicher Gefangenschaft gemacht. Es

Trauriges Schicksal deutscher Zugvögel in Afrika.

In einem Brief aus Eke-Enegu in Nigeria er­zählt ein Mitarbeiter derTimes" von seinen Be­obachtungen über Zugvögel, die zur Beobachtung des Vogelzugs auf unseren deutschen Vogelwarten von Rossitten und Helgoland beringt worden sind. Tausende von Meilen entfernt von der Helgolän­der Station erhalten wir hier die Beweise von der Arbeit der Männer auf den Vogelwarten, die Ver­suche zur Feststellung der Entfernungen des Vogel­zuges durch Beringen der Vögel machen. Kürzlich haben uns einige von diesen Wanderern einen Besuch abgestattet. Die Beobachtung hat gezeigt, daß die Zugvögel Süd-Nigeria gegen Ende September erreichen und früh im Marz wieder fortzuziehen be­ginnen. Die afrikanischen Eingeborenen mancher Gebiete, denen jedes Interesse für Vogelkunde fern­liegt, haben aber auch diese Gewohnheit der Vögel beobachtet. Von September bis März gehört das Vogelfängen an vielen Stellen, wo es keine reich­liche Nahrung gibt, durchaus zum Jagdprogramm. Die Vorliebe der Eingeborenen für wildes Geflü­gel ist ganz allgemein; sie haben kein Vorurteil gegen irgendeine Art, sondern sie essen mit Ver­gnügen alles, was Federn hat, ausgenommen die Geier. Im September 1934 machten sich so einige Knaben aus dem Udi-Gebiet zu einer Vogelfang- Expedition auf. Sie verstehen ihr Geschäft und haben dabei keine Fehlschläge. Sie reiben Gummi auf die etwa drahtstarken Mittelrippen einer Palme und legen diese auf Stöcke von ungleicher Länge, die in den Boden gesteckt sind. Dann werden Termiten als Köder an den Rippen angeklebt. Die Jungen verstecken sich darauf in dem nahen Busch, und von Zeit zu Zeit lassen sie Termiten aus Fla­schenkürbissen frei. Sobald die Vögel, die auf den hohen Palmen rasten, diese freigelassenen Termiten bemerken, kommen sie herabgeflogen, und dabei wer­den viele von ihnen an den klebrigen Palmenrippen gefangen und festgehalten. Sie kleben selten an den Beinen test, sie werden vielmehr durch die Flügel festgehalten. Da der Köder auf einer niedrigen Palmenrippe befestigt ist, kommen sie, während sie auf diesem sitzen, mit ihren Flügeln an die höheren Rippen und kleben dort fest. Einer der so gefan­genen Vögel, eine Schwalbe, hatte einen Ring um das Bein mit der Inschrift:Vogelwarte. Helgolanv. 8 084 224". Kürzlich wurde ein anderer Vogel aus Helgoland gefangen mit dem Vermerk auf dem Ring:Vogelwarte, Helgoland 751642".

natürlich alles wegen der Olympiagäste. Jim und Bob fanden das lustig und pinselten mit, wobei sie bemerkten, daß ich ein netter, alter Bursche sei. Meine Frau schämte sich wieder. Zum Frühstück hatten wir drei einen Hunger, der sich gar nicht in gewöhnlichen Worten ausdrücken läßt.

Meine Frau fragte:What will you eat?

Ham and eggs! sagten die beiden wie aus einem Munde, und meine Frau verstand das nicht einmal mit beiden Obren. Jim und Bob erklärten sich halb tot, schließlich begann Jim zu gackern wie eine Henne, und Bob klopfte sich unmißverständlich auf seine hintere Front, es war heraus: sie wollten Schinken mit Eiern. -

Natürlich sind wir jetzt das reinste Auskun.ts- büro für alle Hausfrauen unseres Bekanntenkreises, die Olympiagäste erwarten.Wie verständigt Ihr euch?" Diese Frage taucht immer wieder auf, und ich will versuchen, sie zu beantworten. Wo dem Mund die Vokabeln ausgehen, müssen eindeutige Gesten und Geräusche angewendet werden. Ich schöpfe da aus Erfahrung.

Am ersten Tage abends faß Mister Jim sehr bedrückt am Tisch und fragte:Where is your

Worauf ihn Bob sehr mißbilllgend anschaute. Ich wußte auch nicht, was das sein könnte, und be­gann herumzuraten. Schließlich machte ich mit der rechten Hand eine ziehende Bewegung und mit dem MundeSch" wie ein mittlerer Rauschebach, und Jims Miene hellte sich auf. Zweite Tur hnts. Das W. C. Lacht nicht darüber. In häuslicher Ge­meinschaft mit landfremden Gästen radebrecht man nicht über philosophische Probleme, sondern ist froh, wenn man das Allernötigste zusammenknegt.

Eine bekannte Familie bekommt einen französi­schen Olympiagast. Dort werden Vokabeln gebüffelt, die Köpfe rauchen, nachdem sie gesehen haben, was wir für Sprachschwierigkeiten haben obwohl wir ein Englisch reden, wie wir es aus der Schule gelernt haben. Ich zog einen zünftigen Dolmetscher zu Rate, und der steckte mir em Licht auf. Jede Sprache hat nämlich ihre Mundarten und manch­mal haben sogar die richtigen Engländer ihre liebe Not, die richtigen Amerikaner zu verstehen. Die Franzosen aus dem Süden und die aus dem Nor­den unterscheiden sich sprachlich voneinander, wie etwa die Bayern von den Ostpreußen.

Auf solche Kleinigkeiten muß man als Gast­geber achten. Und auf die Kleinigkeiten kommt es an, damit die richtige Gemütlichkeit um sich Neulich wurde ich nach dem Lieblingsgencht Der

waren 135,90, Ungarn- umänen 3/öproA. to. 8,75, 93,25, larpener n 98,65, Atu 55, 25, M i, dontr mfjanbei ünoleum

172,13,. hle 115, ft 98,50/ . 132,50; b. Sauf- i Reichs- ijrsmefen*

Ws Zähre llhu-Linbiirgemng in unserem Vogelsberg

Cin Rechenschaftsbericht von Nr. Karl Rudolf Fischer.

ergab sich sehr bald, daß alle Tiere noch zu jung zur Fortpflanzung waren. Der Uhu ist genau wie der Adler erst nach Jahren geschlechtsreif. Dazu kommt, daß er nicht jedes Jahr horstlustig ist.

Von diesen freigelassenen Paaren wurde lange Zeit nichts gehört und gesehen. Von den im Februar freigelassenen Tieren fand der Leibjäger im Juni unweit der Voliere Gewölle, die darauf schließen ließen, daß sich die Tiere im Reviere hielten. Auch von den im Juli entlassenen Uhus ward nichts mehr gehört. Von ihrer Freilassung brachte der Südwest- sunk eine Übertragung. Erst im März 1934 kam eine Nachricht von Forstmeister Bauer aus dem Gebiet des Forftamtes Nidda, aus der hervorging, daß die Uhus balzten. So hatte sich zum mindesten ein Teil gehalten und von der Möglichkeit, abzu- wandern, keinen Gebrauch gemacht.

Der erste exakte Nachweis über den Aufenk-

Bob und Lim, die verfrühten Olympiagäste.

Eine heitere Angelegenheit von Arthur Heinz Lehmann.

Wir haben schon Olympiagäste. Zwei Amerikaner ans Ohio, die auf einem kuriosen Umweg zu unse- rir Adresse gekommen sind. Ein außerordentlich lvsit entfernter Vetter, der mir, wie ich bei Durch- sicht meiner Bücher feftfteüte, vor seiner Reise über mir großen Teich noch zwei Mark fünfzig abpumpte, bat den beiden Gentlemen meine Adresse gegeben. Ece sind schon seit März angemeldet, und Anfang Dai kamen sie einfach an. Kamen an, so wie unser­einer zum Onkel nach Leipzig fährt, ohne viel Um- stinde. Natürlich kamen sie ungelegen, mir nicht, mein Arbeitszimmer ist nie aufgeräumt, aber mei­nt r Frau. Die steckte gerade frische Gardinen an, nachdem sie ein allgemeines Rauchverbot erlassen hatte. Ich war gegen den Reinemacherummel von oirnherein, aber meine Frau sagte, wenn die Stadt L-rlin ihr Rathaus abputze, damit es in schönster 3 egelröte strahle, dann werde sie wohl auch unsere L-Hausung in Schuß bringen können. Was sollten d-nn die Amerikaner von uns denken?

Sie dachten gar nichts. Sie sagten:How do you do, old boy? zu mir und halfen Gardinen auf» sticken. Meine Frau schämte sich zwar, aber die beiden Herren aus Cincinnati machten sich nichts heraus. Sie hießen Bob und Jim und rauchten argesichts der Gardinen aus dampfenden Pfeifen.

Nun habe ich Englisch gelernt, und komme, wenn eher Geduld mit mir hat, ganz gut mit dem Spre- d)>n und dem Verstehen weiter. Das Englisch der 1 beiden Amerikaner aber bestand bloß aus ver- Idludten Silben. Meine Frau war vollends auf- geschmissen, sie schwor, daß die beiden einen india­nischen Dialekt redeten, denn sie hat auch mal Cng- lijch gelernt und das Einjährige in besagter Sprache m t einer knappen Drei gemacht.

Wir boten den beiden Gästen natürlich unser eheliches Schlafzimmer an. Sie grinsten und frag­tet, wohin wir denn unsere müden Häupter legen vvllten. Ich nahm an, daß sie das fragten, und tagte in meinem schönsten Englisch, daß wir uns in Wohnzimmer auf die Couch betten würden. Es fiefc Protest: Bob und Jim schliefen auf der Couch, urb wir in unseren Betten. ., .

Am folgenden Morgen machte ich mich daran, htm Fußboden im Eßzimmer frisch zu streichen.

Der Gedanke, den Uhu, jene bei uns in Hessen seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgestorbene Großeule des alten deutschen Waldes wieder einzubürgern, geht schon zurück auf das Jcchr 1926, als ich bei Gelegenheit des Laubacher Jlltpennälertages mit dem Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach zusammentraf und wir uns über Einbürgerungsversuche von Tieren in Deutschland unterhielten. Wir waren uns einig in )em Gedanken, daß solche Einbürgerungsrechte nur iien ursprünglich in Deutschland beheimateten lie­fen zustehe und daß Exotenimport zu verwerfen [ei und der Naturverschandelung gleichkomme. Be- onbers aber redeten wir der Wiedereinsetzung aus» gestorbener Großraubvögel das Wort, jenen impo- anten königlichen Großvogelgestalten, die nicht Mut­ier Natur von sich aus aufgegeben hatte, sondern die der Trophäensucht des Menschen zum Opfer gefallen waren, sehr zum Nachteil der menschlichen Nutzwirtschaft, die nun unter jenen vermehrungs- iiark gewordenen Schädlingen zu leiden hatte, welche nach Wegfall ihrer natürlichen Feinde, der Istroßraubvögel, unbegrenzte Entfaltungsmöglich- ieiten hatten. Wir hatten beide Spaß an einer sol­chen Idee, und seitdem ließ sie uns nicht wieder los. Doch war die Zeit noch nicht reif dazu. Es bedurfte einer erheblichen Reihe kleiner und großer Vorarbeiten. Dazu eingehender Studien über die Lebensweise des Uhus, um den eigenen Zweifel cm Gelingen eines solch neuen und einmaligen Glanes, der dazu noch mit viel Aufwand an Geld mb Mühe oerbunben war, auszuschalten und mit cm notwendigen Optimismus an die Arbeit gehen u können. Zweifler und Skeptiker würde es dann ton selbst schon in Hülle und Fülle geben.

Wir haben bereits öfters an dieser Stelle über ie lausenden Arbeiten von Anbeginn an berief)» 't, so daß wir uns heute darauf beschränken tön- ! en, nur das allerwesentlichste ins Gedächtnis zu- -uckzurufen und uns den weiteren, bislang noch icht veröffentlichten Fortschritten und Ergebnissen iumenben können.

erinnern wir uns, daß damals, als wir an­fingen, im Volksstaat Hessen für diesenschäd­lichen" Nachtraubvogel noch f ein S (aals- fchuh bestand, er konnte also von jedem xbe- tiebigen Schießer abgeknallt oder mit dem Pfahleisen abgetan werden.

tatsächlich weist es die Untersuchung all der von uns nachgeprüften Einzelschicksale der letzten Hessen- chus des vorigen Jahrhunderts aus: Abschuß und Gerraub, Jungenfang und Pfahleisen, sie gaben im Herein dem König der Nacht den Todesstoß und hatten es leicht, ihn totzumachen mit seinem Zwei- kndersystem, seiner späten Hochzeitsreise und sei­nen unerklärlich langen Brutpausen.

So war es naturgemäß unsere erste und aus- sHlaggebende Aufgabe, vor Beginn der technischen Verarbeiten zunächst die Regierung und dann die ö fentliche Meinung moralisch zu gewinnen, in elfter Linie die Jägerei. Das mußte vom Gesetz- S?ber bis zum kleinen Ueberwachungs- und Außen- enftbeamten gewährleistet fein und sicherstehen bis in den hintersten Bergwaldwinkel, sonst waren de Pläne Versuche am untauglichen Objekt und iimit von vornherein zum Scheitern verurteilt.

In ber hessischen Staatsforstverwaltung als ber r ssortzustänbigen Stelle fanben wir jeboch von An- b ginn an ein offenes Ohr unb bereitwilligste Un- tirstützung. Besonbers zu Dank sinb wir ba ihrem h, ute noch amtierenben Chef, bem Lanbforstmeister fr. Hesse verpflichtet. Denn wir fanben bie Un­terstützung bes Staates burch diese Stelle zu einer §eit, als noch nicht sich der Gedanke Bahn gebro- 6en hatte, daß es eine Pflicht der Wiedergut­machung sei, bem beutschen Walbe auch bas in ihm hbenftänbige unb von einer lanbfremben Schein- lllltur vertriebene Urwilb wieberzugeben und zu

n Aus- idjfraoe 5 v.tz.,

erhalten als Vermächtnis einer Generation, die wieder zurück zu ihrer Heimat fand.

Das damals gerade herauskommende hessische Naturschutzgesetz, eines der fortschrittlichsten und vorbildlichsten feiner Zeit, sprach den Staatsschuh in Hessen auch über den Uhu aus und gab ihm die Stellung eines unantastbaren Naturdenkmales.

Damit war die erste und wesentlichste moralische Voraussetzung zum Gelingen unse­res Planes erfüllt. Dann galt es, die in der näch­sten Etappe gelegenen Nahziele zu erstreben. Da war die öffentliche Meinung unb bie von ber Skepsis mancher Jäger getrübte unb nicht ganz klare Haltung ber gerabe in Hessen ziemlich zahl­reich vorhanbenen Jagdverbänbe unb Vereine. Ge­rabe ihre Stellungnahme konnte uns nicht einerlei bleiben. Sollte bie Sache restlos gelingen, bann mußte bie hessische Jägerei geschlossen bafür sein. Gleichgültiges Gegenüberstehen, abroartenbe Teil­nahme ober gar ewiges Zweifeln am Gelingen wären auf bie Dauer untragbar gewesen bei einem Plan, besten Gelingen ohnehin ein Wagnis war unb reich gesegnet von Schwierigkeiten, bie in ber Natur ber Sache selbst lagen. Eine solche Skepsis würbe unmittelbar auf die öffentliche Meinung übergesprungen sein.

Nun, baß es sehr bald gelang, bie hessische Jäge­rei restlos zu gewinnen unb auch bie Bebenken zu zerstreuen, bie sich vor allem um die Frage der Jagdschädlichkeit gruppierten, habe ich zu gegebener Zeit bereits mitgeteilt. Und die Erfah­rung hat unserer damaligen Mutmaßung Recht gegeben, daß sich der verbleibende Jagdschaden bei der naturgesetzlichen Aufteilung bes Lebensraumes in Nahrungs-, Balz- unb Brutbiotope sich auf Walb- unb Felbbezirke von solchem Raummaß ver­teilt und durch bie allnächtliche Streifenweite bes Uhus auch einen solchen Revierwechsel zur Vor­aussetzung hat, baß ber wirklich angerichtete Scha­ben einzelorts gar nicht spürbar wird.

Im übrigen aber war anzunehmen, baß in ben ausgebehnten Hochwalbrevieren bes Zentralmastios bie Nieberjagb eine ohnehin untergeorbnete Rolle spielt, unb Hase unb Huhn so verbreitungsschwach sind, baß ernsthafte Störungen burch Neueinfüh­rung einer seither im Naturhaushalt fehlenben Art nicht für bas natürliche Gleichgewicht zu befürchten waren. Kritisch würbe bie Sache allerbings, wenn sich bie Uhus nicht im Vogelsberg hielten unb in Gebiete mit reicher Nieberjagb einmanberten. Alle diese Probleme mußten folgerichtig burchbacht unb mit ben Tatbeständen ber Wirklichkeit in ein wohl- abgewogenes Beziehungs- unb Abhängigkeitsver­hältnis gebracht werben, wenn man keine ernst­haften Konsequenzen für die Dauer provozieren wollte.

Nach all biefen theoretischen Vorbereitungen konn­ten wir alsbann dazu übergehen, praktisch zu han- beln unb bas schwerere Kapitel in Angriff nehmen: bie Ausführung.

3m 3ahre 1932 wurde in den Solmser Revie- d'" arn77(? Einaewöhnungsvoliere mitten im Hochwaldbestand errichtet, 15 Meter lang, 10 Meter breit und 8 Meter hoch. Hierin soll­ten die Tiere eine Zeitlang mit dem Waldbild vertraut und mit den ihnen in ihrer neuen Heimat zugedachten Veuletieren bekannt ge­macht werden.

Dann kam ber erste Transport aus Ostpreußen, ben uns Oberförster Orlowski aus ber Landschaft Nernonien besorgte. Bei ben Plänen hatte uns zu­vor Dr. Pfeiffer- Göppingen, ber Uhus auf ber Schwäbischen Alb aussetzte, bereitwilligst beraten. Die Tiere würben bis zum Februar 1933 im Groß- käfig gefüttert unb zur Balzzeit ins Freie gegeben. Ein anberes Paar mürbe bis zum Sommer im