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Tierzüchter haben damit neue Zuchtziele bekommen, die auch durch das neue Richtoerfahren, das die nachgewiesene Leistung gleichwertig neben die Körperform stellt, gefördert werden. Nun ist es nicht etwa so, daß der unter so besonderen Voraus­setzungen erzielte Mehrertrag auch zu einer voll ent­sprechenden Steigerung des Reinertrages führt. Die Zusätzlichen Produktionsmittel wollen bezahlt fein. Außerdem werden aber auch mehr Menschen in der Landarbeit erforderlich sein. Die Erzeugungsschlacht ist also nicht im mindesten ein Appell an den Eigen­nutz der leichten Einkommensvermehrung des Land­mannes. Es gehört schon der Idealismus des be­wußten Einsatzes für den Gemeinnutz der Nation zur Durchführung der Erzeugungsschlacht. Dieser Idealismus stützt sich aber auf die Gewißheit, daß in der Gemeinschaftsarbeit der Nation alle Teile des Volkes Seite an Seite mit dem Bauern schaffen.

Kunst und Wissenschaft.

Internationales Schachturnier in Bad-Nauheim: Aljechin und keres punktgleich.

Im Internationalen Schachturnier in Bad-Nau- Heim gewann Aljechin gegen Weißgerber. Keres hielt Stahlberg stark unter Druck; er überraschte seinen Gegner im 27. Zuge und ge­wann. Bogoljubow hatte in einem Damen­gambit gegen Hein icke wohl starken Angriff, konnte aber nur Remis erzielen. Vidmar verlor gegen van den Bosch. Das sensationelle Ergeb­nis des Turniers zeigt den Gleichstand des erst 20jährigen Keres (Estland) mit dem Exwelt­meister Dr. Aljechin mit 6V2 Punkten aus neun Partien; Ah ue s (Deutschland) SVz Punkte, B 0 - goljubow und R eilst ab (Deutschland) je 5 Punkte, Heinicke 4Vz Punkte, Dr. Vidmar 3Vr Punkte, van den Bosch und Weißgerber je 2 Punkte.

Ranke-Feiern in Wiehe.

In Wiehe a. d. Unstrut begannen dieser Tage die Gedenkfeiern anläßlich des 50. Todestages seines großen Sohnes Leopold von Ranke. Zahlreiche Mitglieder der Familie Ranke hatten sich aus allen Teilen des Reiches zusammengefunden. Eine Abend­musik am Ranke-Denkmal leitete die feierlichen Ver­anstaltungen ein. Bürgermeister Tauscher hat aus den Beständen des Ranke-Museums im Rat­haus eine Sonderausstellung veranstaltet, die Ein­blicke In die Entwicklung des großen Gelehrten und seine Beziehungen zu seiner Heimatstadt vermittelt. Eine Heimatoeranstaltung vereinigte die auswär­tigen Gäste mit den Einwohnern. Landrat Dr. Berger hielt die 'Festrede über Ranke und seine Heimat. Er ging von der Bodenständigkeit der Fa­milie Ranke aus, die zwischen Saale und Unstrut wurzelt, und beleuchtete die Wesenszüge des großen Historikers, die aus seiner Stammeseigenart und seiner Liebe zur Landschaft hervorgingen. Grund­legend für Rankes Entwicklung sei namentlich die Tradition des Luther-Landes und die sorgfältige Bildung gewesen, die der Jüngling in der benach­barten Landesschule Pforta erhielt. Am Geburts­hause Rankes wurde eine Gedenktafel geweiht.

Vorlragswesen und Buchwerbung.

Der der Arbeitsgemeinschaft der Literarischen Ge­sellschaften und Vortragsveranstalter in der Reichs- schrifttumskammer angehörende Deutsche Vor­tragsverband hielt in Worms seine Jahres­versammlung, verbunden mit einer 60-Jahrfeier, ab. Als Vertreter der Reichsschrifttumskammer nahmen Dr. Krieger (Berlin), der Leiter der Arbeits­gemeinschaft der Literarischen Gesellschaften und Vortragsoeranstalter in der Reichsschrifttumskam- mer, und der Leiter der Vortragsabteilung der Ar­beitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung, Dr. Henning, an den Beratungen teil. Im Mittel- vunkt stand ein Referat von Dr. Krieger, in oem er die Aufgaben und Pläne der Vortrags­abteilung der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung darlegte. In der Werbung für

das deutsche Buch wird das Vortragswesen künftig an hervorragender Stelle stehen. Denn im Vortragswesen verbinden sich die Gedanken der Förderung und der Werbung für das Schrifttum auf das engste. Die notwendige Zusammenarbeit zwischen den Literarischen Gesellschaften und Vor- tragsvereinen und dem Buchhandel ist durch die Errichtung der Vortragsabteilung in der Reichs­arbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung ge­währleistet.

Aus aller Wett.

Der Papst

weiht den neuen Palast der Kongregationen ein.

Papst Pius XI. hat dieser Tage in Begleitung hoher Würdenträger die Vatikanstadt im Auto ver­lassen, um den am Fuß des Gianicolo gelegenen neuen Palast der Kongregationen in feierlicher Form seiner Bestimmung zu übergeben. Mit der Feier wurde zugleich die Reihe festlicher Veranstaltungen eröffnet, die in der nächsten Zeit in Rom ju lehren des Papstes, der Pfingsten in sein 80. Lebensjahr tritt, abgehalten werden sollen. Segelflieger Wolf hirth in Budapest verunglückt.

Der deutsche Segelflieger Wolf Hirth stürzte in Budapest bei einem internationalen Schauflug über dem Flugfeld von Matyasföld aus etwa 10 Meter Höhe ab. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Hirth hat keinerlei lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Er trug einen leichten Beckenbruch und einen etwas schwereren Fußgelenkbruch davon. Der verletzte Fuß wurde sofort in Gips gelegt. Sein Allgemeinzustand kann als durchaus zufriedenstel­lend angesehen werden. Die Aerzte hoffen, daß Hirth in 10 bis 14 Tagen die Klinik wird wieder verlassen können. Von ausländischer Seite verbrei­tete Meldungen, nach denen Hirth ein Bein ampu­tiert werden mußte, sind unzutreffend. Bekanntlich hat Wolf Hirth bereits vor mehreren Jahren ein Bein verloren.

Eine Drillingsgeburt. Dr. Frick gratuliert.

Dem Korbmacher Edwin Porzelt in Mitwitz, Kreis Kronach, sind Drillinge geboren worden. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat der Familie seine Glückwünsche aussprechen lassen und ihr ein Geschenk überwiesen.

Autounglück bei Augsburg fordert 3 Todesopfer.

Auf der Staatsstraße von Augsburg nach Lands­berg am Lech ereignete sich ein schweres Kraft­wagenunglück. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen des Farbenfabrikanten F i n k b e i n e r aus Augsburg geriet auf der schlüpfrigen Straße ins Schleudern und rannte gegen einen Baum. Von den vier Insassen wurde der 21jährige Kraft­wagenführer sofort getötet, ebenso die beiden Schwägerinnen Finkbeiners, die Prokuristin Frau D a l m aus Augsburg und Frau G 0 p p e r t aus Fürth; Frau Finkbeiner trug schwere Ver­letzungen davon.

Einsturzunglück in Marokko fordert 15 Todesopfer.

In Fez in Marokko ereignete sich ein schweres Unglück. Im Eingeborenenviertel brach plötzlich die Mauer eines größeren Gebäudes zusammen und begrub ein kleineres Häuschen unter ihren Trümmern. Sechs Frauen und neun Kinder, die sich in dem Häuschen aushielten, fanden dabei den Tod. Sie konnten erst nach großen Schwierig­keiten durch die Feuerwehr der Europäer-Stadt aus dem Schutt und den Steinmassen geborgen werden. Drei weitere Frauen mußten mit schwe­ren Verletzungen in ein Krankenhaus über­geführt werden. Die Ursache des Unglücks ist bis­her noch nicht geklärt worden. Nach arabischer Sitte fand die Beisetzung der Opfer noch am selben Abend statt.

Zwei englische Torpedoflugzeuge zusammen­gestoßen.

Zwei sogenannte Torpedo-Bombenflugzeuge der in Singapore liegenden englischen .Luftstreitkräfte

stießen etwa 12 Kilometer nördlich von Penang zu­sammen. Vier von den fünf Insassen ertranken, nur einer wurde gerettet. Augenzeugen berichten, daß zwei Insassen unmittelbar nach dem Zusam­menprall aus den Maschinen sprangen, doch konn­ten sich ihre Fallschirme infolge der geringen Höhe nicht mehr rechtzeitig öffnen. Durch dieses Unglück erhöht sich die Zahl der tödlichen Abstürze, die die britischen Luftstreitkräfte in diesem Jahre in England und in Uebersee zu verzeichnen hat, auf insgesamt 37.

Französische Baumwollspinnerei eingeäschert.

In einer großen Baumwollspinnerei in Raubaix brach Feuer aus, das sich trotz des sofortigen Ein­greifens der Feuerwehr auf sämtliche Fabrikgebäude ausdehnte, lieber 70 000 Kilogramm Kammgarn wurden ein Raub der Flammen. Die Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 6 Millionen Fran­ken. 120 Arbeiter sind arbeitslos geworden. Durch Funkenflug wurde auch eine daneben gelegene Spin­nerei in Mitleidenschaft gezogen. Der Feuerwehr gelang es aber, den Brandherd zu ersticken. Der angerichtete Schaden soll hier etwa eine Million Franken betragen.

Schreckliches Ende eines Zoowärlers.

In dem Zoologischen Garten von Posen ereignete sich ein furchtbarer Vorfall. Während eines hef­tigen Gewittersturmes versuchte ein Wärter die Tiere, die große Unruhe zeigten, in ihre Winter­ställe zu treiben, damit sie dort vor dem Unwetter besser geschützt seien. Dabei stürzte sich ein afrika­nischer Büffel auf den Wärter und trat ihn nieder. Der Wärter ist kurz darauf seinen schweren Verletzungen erlegen.

Stierkampf auf der Zufchauerlribüne.

Bei einem Stier kampf in Avignon (Süd­frankreich) ereignete sich ein Zwischenfall, bei dem ein Zuschauer schwer verletzt wurde. Der ge­reizte Stier sprang über die Brüstung in die Zu­schauertribüne und schleuderte einen der Zuschauer zweimal mit seinen Hörnern in die Luft. Einigen beherzten Soldaten gelang es schließlich, den Un­glücklichen zu befreien. Er wurde mit schweren Ver­letzungen ins Krankenhaus gebracht.

Der Löwe ist los!

In Mannheim wurde dieser Tage die Polizei in den Waldpark-Zoo gerufen, da dort der Löwe Rex ausgebrochen war. Zum Glück befanden sich keine Personen innerhalb des Tierparks, in dem sich der Löwe fauchend umhertrieb. Der Löwe sprang ein Shetland-Pony an und verletzte es so stark, das es erschossen werden mußte. Da der Löwe in den Waldpark auzubrechen drohte, mußte er ebenfalls vom Ueberfallkommando erschossen werden.

Unerhörte Mißstände in einem litauischen Gefängnis.

Das Kownoer Bezirksgericht verurteilte den Zi­geuner C h w a l u s wegen tödlicher Körperver­letzung an dem Deutschen R i m k u s zu einem Jahr Zuchthaus. Die Aussagen der als Zeugen verhörten Gefängnisbeamten enthüllten unglaubliche Miß­stände. Sie erklärten, daß es zwischen Chwalus und dem Angeklagten Rimkus, die beide eine Zelle teilten, im Laufe einer Woche dreimal zu Schlä­gereien gekommen fei. Das letzte Mal wurde Rimkus durch Fußtritte derart schwer verletzt, daß er einige Tage darauf verstarb. Als An­greifer bezeichneten die Beamten den Zigeuner, da Rimkus in Handfesseln gelegen habe. Eine Trennung der Gefangenen sei indessen wegen Raummangels (!) nicht möglich gewesen.

Die eigene Großmutter bestohlen.

Die Koblenzer Kriminalpolizei verhaftete einen 25jährigen Mann, der seiner Großmutter insgesamt 956 Mark durch Einbruch gestohlen hat. Während die schwer erkrankte Großmutter im

Krankenhaus lag, war der Enkel mit Nachschlüssel in deren Wohnung eingedrungen und hatte zwei Sparkassenbücher, auf denen 511 Mark eingezahlt waren, und Bargeld in Höhe von 455 Mark an sich gebracht. In leichtfertiger Weise hat er das ent­wendete Geld in kürzester Frist mit Vergnügungen vergeudet, obgleich er verheiratet und Vater von zwei Kindern ist und in bedürftigen Verhältnissen lebt. Der gemeine Dieb wurde dem Untersuchungs­richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Technik gegen Kartoffelkäfer.

Die jährlichen Ertragsverluste, die die deutsche Landwirtschaft durch Pflanzenschädlinge und Krank­heitserreger erleidet, sind recht erheblich. Die deutsche Technik hat sich die Entwicklung von wirksamen Verfahren für die Vernichtung von Pflanzenschäd­lingen aller Art zur Aufgabe gemacht. Die Arbeit auf diesem technischen Fachgebiet hat dadurch beson­dere Bedeutung erlangt, daß sie wertvolle Hilfs­mittel schafft, um einen gefährlichen Feind der deut­schen Landwirtschaft, den Kartoffelkäfer (Coloradokäfer), von den deutschen Ackerbaugebieten fernzuhalten. Dieser gefährliche Schädling, der, in Frankreich eingeschleppt, auch den deutschen Kar­toffelanbau bedroht, wird durch wirksame Spritz­geräte, die auf Schnellastwagen zu sofortigem Eingreifen bereitgehalten werden, beim ersten Auftauchen vernichtet. Dieses Zusammenwirken von Technik und Landwirtschaft zur Sicherung der deutschen Volksernährung wird in den Vorträgen der 74. Hauptversammlung und 80-Jahrfeier des Vereines Deutscher Ingenieure (DDJ), die Ende Mai in Darmstadt stattfindet, sowie der Hauptver­sammlung des Deutschen Kälteoereines im VDJ in Karlsruhe eingehend behandelt. Die Veranstaltungen, die in enger Verbindung mit der Feier des 100jäh- rigen Bestehens der Technischen Hochschule Darm­stadt durchgeführt werden, bringen den deutschen Ingenieuren und der Öffentlichkeit eine große Zahl wichtiger technischer Arbeitsergebnisse zur Kenntnis.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das ausgedehnte, von Osten vorrückende Regen­gebiet, das am Sonntag das Rhein-Mainische Ge­biet erreichte, ist bis aus einen im Ostseegebiet liegenden Rest zusammengeschoben. In West- und Süddeutschland hat sich mit absteigender Luft- bewegung heiteres Wetter durchgesetzt, das von hier aus ostwärts Raum gewinnt. Die damit verbundene- kräftige Wärmezunahme über dem europäischen Festland wird später Anlaß zu Gewitterbildung geben.

Aussichten für Dienstag: Meist heiter und trocken, Temperatur recht warm, östliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Noch vielfach heiter, Mit warmer Witterung aufkommende Nei­gung zu örtlicher Gewitterbildung. *

Lufttemperaturen am 24. Mai: mittags 15,2 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 25. Mai: morgens 7,3 Grad. Maximum 16 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Mai: abends 15,1 Grad; am 25. Mai: morgens 11,7 Grad. Niederschläge 0,9 mm. Sonnen­scheindauer 0,7 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort­lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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