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186. Jahrgang

Metzener Anzeiger

Nr. 97 Erstes Blatt _____ 186. Jahrgang Samstag, 25. April 1936

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MM General-Anzeiger für Oberhessen

ftanifurt um Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UnioerfilStr-vuch- und Steinörudmi ».Lange In Stehen. Schristleilung und Seschäftrftelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B

Crössinsee.

Von unserem berliner Mitarbeiter.

Oer Führer auf der Ordensburg Crössinfee.

Es gab einmal eine Zeit, da dem Deutschen zum Vorwurf gemacht wurde, daß er nichts von der Politik verstände, ja, es wurde sogar erklärt, daß die Deutschen überhaupt kein politisches Volk wären. Es ist müßig, sich über diese Begriffsbestimmung, die einst geprägt wurde, zu streiten, wir wollen hier nur die Feststellung treffen, daß ein 23 o I f s o politisch ist wie seine Führung.

Deutschland hat, sowohl in der Vorkriegszeit, als auch in den Jahren, da das System von Weimar am Ruder war, nie jene einheitliche und geschlossene politische Ausrichtung gehabt, die vielen anderen Staaten eigen gewesen ist. Eine politische Er­ziehungsarbeit in dem Sinne, das eigene Ich hint­anzustellen und als Richtschnur des ganzen Han­delns lediglich das Wohl der Nation im Auge zu haben, ist früher nie geleistet worden, konnte auch nicht geleistet werden, da der Marxismus ungestraft feine auf die Zersetzung der Nation hinstrebende Politik treiben konnte.

Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Wir kennen in dem Deutschland Adolf Hitlers nur eine Politik, die Politik, deren Leitgedanke einzig und allein das Wohl der Gesamtheit ist. Die politische Erziehungsarbeit, die der National­sozialismus sowohl schon vor, als auch nach der Machtübernahme geleistet hat, trägt, wovon wir uns täglich auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens überzeugen können, reichste Früchte, weift jene zielklare Entschlossenheit auf, die das ganze Volk als richtig anerkannt hat.

Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch jenes große Reichstreffen betrachten, das in den hinter uns liegenden zehn Tagen sämtliche Kreisleiter der NSDAP, in der Ordensburg Crösfinsee ver­einigte. Es war eine Tagung, wie wir sie in dieser 2Irt erstmalig erlebt haben. Die Zusammenkunft des politischen Führerkorps aus allen Gauen unse­res Vaterlandes ist als Markstein jener politischen Schulungsarbeit zu werten, die von der NSDAP, von Anfang geleistet worden ist. So kommt diesem Treffen gerade im Hinblick auf die gesamte zu­künftige Schulungs- und Auslesearbeit der Partei größte Bedeutung zu, haben doch hier die Kreislei­ter, die draußen im Lande schon seit vielen Jahren auf verantwortungsvollem und ost nicht leichtem Posten stehen, aus dem Munde der führenden Männer von Partei und Staat die Richtlinien mit auf den Weg bekommen, die ihnen, wenn sie wie­der an ihre Arbeitsstätte zurückgekehrt sind, Richt­schnur für ihr Handeln sein werden.

Es würde zu weit führen, hier auf alle jene grund­legende Vorträge einzugehen, die in diesen zehn Tagen dort gehalten worden sind. Die Männer von Partei und Staat, die vor diesen Kreisleitern das Wort ergriffen, wußten, daß sie eine Zuhörerschaft vor sich hatten, die auf einen erfolgreichen politischen Einsatz, der von jedem einzelnen schwere Opfer ge­fordert hat, zurückblicken kann, denn immer wieder müssen wir uns vor Augen halten, daß gerade die Stellung eines Kreisleiters in der NSDAP, an jeden, der zu dieser politischen Führerstellung be­rufen worden ist, die höchsten Anforderungen stellt, denen nur derjenige gerecht zu werden vermag, der wahrhaft berufen ist. So konnten die Vorträge auf dieser Tagung sich in einem anderen Rahmen hal­ten, wie man es vielleicht sonst bei irgendeiner Kund­gebung für erforderlich halten muß,' denn diese Zu­hörer standen seit vielen Jahren mit in der vorder­sten Front des politischen Kampfes und ihnen war es deshalb ein besonderes Erlebnis, einmal in die­sem Kreis der kameradschaftlichen Geschlossenheit mit den engsten Mitarbeitern des Führers zusammen ?u sein und aus ihrem Munde grundlegende Aus- ührungen und richtungweisende Klärungen über alle Fragen und Gebiete unseres öffentlichen Lebens zu hören.

Es ist nur zu natürlich, daß auf dieser Tagung die Frage des politischen Führernachwuchses uno der Führerauslese einen besonderen Raum ein­nahm. Immer hat der Nationalsozialismus den Grundsatz vertreten, daß nicht jeder Führer werden kann und nicht jeder zu irgendeiner führenden Stellung berufen ist, der oft nur äußerliche Exa­mina ablegt, bei deren Wertung mehr das Wissen, als die charakterliche Haltung gewürdigt wird, sondern stets ist mit allem Nachdruck betont wor­den, daß zu dem äußeren Wissen, das selbstver­ständlich vorhanden sein muß, jene Eigenschaften ge­hören, die für einen politischen Führer unerläß­lich sind: Treue, Opferbereitfchast, Gehorsam und Kameradschaft.

Das Vorkriegs-Zeitalter traf den Ausleseprozeß lediglich nach fachlichen Gesichtspunkten, wobei zum Schaden des Dolksganzen äußere, materielle Güter höher eingeschätzt wurden, als innere Werte. Fach­leute gab es damals in genügender Zahl, sie haben zweifellos auch auf ihrem Gebiete Gutes geleistet. Aber politische Führer fehlten völlig, wie das mit furchtbarer Deutlichkeit der 9. November 1918 zeigte, wo nicht das deutsche Volk, sondern seine Führung versagt hat.

Wie das Bild des zukünftigen Ausleseprozesses und der Gang der zukünftigen politischen Schulung sein werden, das hat auf dieser Tagung Reichsleiter Dr. Robert Ley nachdrücklich unterstrichen. Seine Worte:Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß dem Arbeiter, dem Bauern und dem Hand­werker für alle Jahrhunderte und Jahrtausende der Weg in die politische Führung genau so offen steht, wie dem Akademiker", zeigen jene Zielklarheit, an der es nichts zu rütteln und zu deuten gibt. So werden die Tage von Crössinfee in der Geschichte unseres Staates und der nationalsozialistischen Be­wegung stets einen besonderen Platz einnehmen.

Begeisterter Empfang des Führers im Pommerland.

Crössinfee, 24. April. (DNB.) Kurz nach 12 Uhr traf der Führer in Begleitung des Stell­vertreters Rudolf Heß und zahlreicher führender Persönlichkeiten der Bewegung von Berlin kom­mend auf dem Bahnhof in Falkenburg in Pommern ein. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Kunde von der Fahrt des Führers nach Pommern verbreitet. Auf allen Bahnhöfen, die der Zug von Stettin aus nach Falkenburg berührte, standen Taufende von Menschen, waren die Gliederungen der Bewegung angetreten. Ueberall wehten Flag­gen. Als der Zug in Stettin langsam in die Halle rollte, spielte die Kapelle einer Ehrenformation, fast übertönt von den Jubelbrausen der wartenden Menge. Schwarz voller Menschen war auch der Bahnhof in Stargard. Nicht anders war es auf all den kleinen Stationen, die der Zug kurz vor Fal­kenburg durchlief. Man fühlte es aus der großen Begeisterung, daß die Bevölkerung dieser Gegend Pommerns, die sonst stark abgelegen vom Verkehr ist, dem Führer dankbar war, daß er auch einmal durch diesen Teil des Gaues fuhr.

Auf dem Bahnhof in Falkenburg wurde der Führer durch den Gauleiter Schwede (Koburg) und den SA.-Gruppenführer Friedrich begrüßt. Nach dem Abschreiten der vor dem Bahnhof auf- marschierten Ehrenformationen legte der Führer im Kraftwagen die 4 Kilometer lange Anfahrt zur Ordensburg Crössinfee zurück. Hinter dem Spalier der SA., des NSKK. und der SS. säumte unter

den Hunderten von Fahnenmasten unübersehbar die Bevölkerung die Straße. Man hatte den Eindruck, daß die Bevölkerung aus den Städten und Dör­fern der Umgebung geschlossen herbeigeströmt war, um den Führer zu sehen. Pommerns Männer und Frauen und, wie immer, die Jugend, grüßten den Führer aus heißem Herzen.

Unter dem wuchtigen Toreingang zur Burg, der getragen wird von sechs Holzfäulen aus 700jährigen Eichen, meldete Reichsinspekteur Schmeer, der Leiter der Kreisleitertagung, die über 800 ange­tretenen Kreisleiter. Geleitet von Reichsleiter Dr. Robert Ley und dem Burgkommandanten, Pg. Eckhardt, betrat der Führer darauf die Burg und schritt die Front seiner Kreisleiter ab.

Während der Führer die weitläufigen Säle der Ordensburg besichtigte, versammelten sich die 800 Kreisleiter in der vorläufig als Schulungshalle her­gerichteten Turnhalle. Nach Beendigung des Rund­ganges begrüßte hier

Reichsletter Dr. Robert Ley

den Führer mit einer Ansprache. Er wies darauf hin, daß in diesem Saal olle Kreisleiter versammelt seien, alles alte, bewährte Kämpfer, zum weitaus größten Teile tragen sie das goldene Ehrenzeichen der Partei. Zum ersten Male habe er alle Männer hier auf der neuen Ordensburg zusammenberufen, um alle Reichsleiter zu ihnen sprechen zu lassen. Als

ZürArbeit,Zriei>en,nationa>eEhreundSichecheii

Aufruf des Reichspropagandaminiflers zum l.Mai 1936.

Berlin, 24. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels erläßt zum 1. 2Hai folgenden Aufruf:

An das ganze deutsche Volk!

Am 1. 2Uai 1936 begeht das deutsche Volk in feiner Einmütigkeit und Geschlossenheit zum vierten Male seinen nationalen Feiertag im na­tionalsozialistischen Re ich. Dieser Feier­tag hat in diesem Jahr seine besonders festliche Be­deutung.

3n den hinter uns liegenden zwölf Monaten der Arbeit, des Opfersinns und des wirtschaftlichen und politischen Ausbaues nach innen und außen ist die deutsche Nation auf ihrem schweren Weg zur Neu­aufrichtung und wiedererstarkung des Reiches ein gutes Stück vorwärts gekommen. Der Staat des Nationalsozialismus hat eine weitere Befesti­gung erfahren und steht nun gesichert und uner­schütterlich wie nie. Wirtschaft und Finanzen sind geordnet. 3n schweren Schlägen hat die Nation ihre Schlacht gegen die Arbeitslosig­keit fortgesetzt und dabei Erfolge über Er­folge erzielt. Das, was bei Beginn des national­sozialistischen Regimes nur erst plan und Projekt war, beginnt nun mehr und mehr wunderbare Wirklichkeit zu werden. Sümpfe und Moore wur­den urbar gemacht, ganze Provinzen dem Meere abgerungen und mit jungen Vauernfamilien be­siedelt. Quer durch das Land ziehen sich bereits Hunderte von Kilometern neugebauter Reichsauto- bahnsiraßen als Zeugen des Aufbauwillens im nationalsozialistischen Staat.

3n größtem Umfange ist die soziale Volks­wohlfahrt in Deutschland organisiert und durchgeführt worden. 3n einem Hilfswerk, wie es die Welt bisher noch nicht kannte, hat auch in den vergangenen Wintermonaten die Nation ihren Kampf gegen hunger und Kälte siegreich bestanden.

Am 7. März hat der Führer im Rheinland die neuen Friedensgarnisonen aufgerichtet und damit die volle Souveränität über deutsches Gebiet wieder hergestellt. Zugleich legte er der Welt in klarster Offenheit seinen konstruk- tlven Friedensplan zum Wiederauf­bau Europas vor. Am 29. März aber b e - kannte fich die ganze Nation geschlos­sen und einmütig zu ihm, seinem Aufbau­werk und seiner erfolgreichen Politik nach innen und nach außen.

Wo anderswo auf diesem Erdball sieht ein Staat so fest und gesichert, wie der unsrigek Während sonstwo vielfach Länder und Völker durch Zwiespalt und Zerrissenheit, ja, durch die Gefahr plötzlich ausbrechender Anarchie be­droht sind, ist Deutschland eine 3 nsel der Ordnung und der Disziplin und der hort des Friedens geworden. Als am Geburtstag des Führers die junge deutsche Volksarmee vor ihm vorbeidefilierte, überkam jeden Deutschen das beglückende Gefühl, daß nun Staat und Volk in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen können, da sie wieder gesichert und geschützt sind durch die eigene nationale Kraft. Vieles ist im vergangenen 3ahr getan und ge­leistet worden, mehr noch bleibt uns für die Zu-1

funff zu tun und zu leisten. Die Nation ist ent­schlossen, die vor ihr liegenden Aufgaben zu meistern. Sie ist bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau von einem unbändigen Arbeitswillen erfüllt. Sie wird das Schicksal bezwingen, weil sie einig ist, die Schwierigkeiten der zu lösenden Probleme kennt und entschlossen bleibt, mit ihnen fertig zu werden.

Wiederum ergeht an die ganze Nation der Ruf nach Verlebendigung der Arbeit und sittlicher Ver­pflichtung eines jeden Deutschen zu ihr. Wiederum werden und wollen wir uns alle zu ihrem neuen Ethos bekennen. Wiederum tönt uns allen auch zum 1. Mai d. 3. der Kämpfe, Siege und Erfolge die Mahnung entgegen:

Ehrt die Arbeit und achtet den Arbeiter!

3n diesem Zeichen soll auch der diesjährige 1. Mai stehen. Mit Stolz halten wir Rückschau in das vergangene und voll Vertrauen Vorschau in das kommende 3ahr. Es wird uns alle bereit­finden.

Die Zeit der Tatenlosigkeit, des Mangels an Ent­schlußkraft, der inneren Zwietracht und des poli­tischen und wirtschaftlichen Pessimismus liegt hinter uns. Aufs neue bekennt sich das deutsche Volk zu seinem nationalen Leben und zu seiner freudigen Bejahung.

Ein Volk find wir!

Einem Führer gehorchen wir!

An alle Deutschen in Stadt und Land ergeht der Ruf: Der 1. Mai ist Feiertag für arm und reich und hoch und niedrig.

Bekränzt eure Häuser und die Straßen der Städte und Dörfer mit frischem Grün und den Fahnen des Reiches!

Von allen Last- und Personenautos, aus allen Fenstern sollen die Wimpel und Fahnen der na- tionalsozialistischen Erhebung flattern! Züge und Straßenbahnen sind mit Blumen und Grün ge- schmückt!

Auf den Fabriktürmen und Vürohäusern werden feierlichst die Fahnen des Reiches gehißt!

Kein Kind ohne Hakenkreuzwimpel!

Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämter sollen in frischem Grün erstehen?

Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck.

3 n der Ehre der Arbeit liegt die Ehre des Volkes! Die Ehre des Volkes aber ist die Bürgschaft für den Frieden und die Sicherung der Ration!

Deutsche aller Stände, Stämme, Berufe und Konfessionen, reicht Euch die Hände! Für Arbeit, Frieden, nationale Ehre und Sicherheit!

Ls lebe der Führer!

Es lebe Deutschland, fein Volk und fein Reich!

Berlin, deu 25.April 1936.

Der IZeichsminister für VolkSaufllärung und Propaganda

Dr. Goebbels.

Dr. Ley bann davon spricht, daß heute für diese Männer der Höhepunkt gekommen sei, daß es für sie einen Ehrentag bedeute und daß sie auf diesen Tag sehnsüchtig gewartet hätten, bricht ein unbe­schreiblicher Jubel los. Die Kreisleiter erheben sich spontan von ihren Sitzen und minutenlang donnern Rufe der Begeisterung empor. Es ist ein wunder­barer Augenblick, ein erhebendes Gefühl, wie diese Kämpfer im braunen Rock, die draußen im Reich, in ollen Gauen, jeder an seinem Platz, die Idee des Nationalsozialismus und den Willen des Führers predigen, durch ihre Arbeit eins geworden sind mii dem Manne, dem sie sich ewig verbunden fühlen.

Den Höhepunkt des Vormittags bildete die An­sprache des Führers.

Der Führer

sprach in anderthalbstündigen Ausführungen über die Aufgaben der Kreisleiter in der nationalsozia­listischen Partei. Mitgerissen von diesem Erleben stimmen die Männer ein in das Sieg-Heil, das Reichsinspekteur Schmeer auf den Führer ausbringt, und wie ein Gelöbnis steigt dos Lied des unvergeß­lichen Sturmführers auf.

Als der Führer den Raum verläßt, begrüßen ihn an der großen Ehrenhalle zahlreiche höhere Führer der SA, des NSKK, der SS und des Arbeits­dienstes, unter ihnen Reichsarbeitsführer Staats­sekretär Hierl, sowie die Vertreter der Wehr­macht, an ihrer Spitze General von B r a u ch i t s ch und General Fromm vom Reichskriegsministe­rium. Im Remter nahm dann der Führer inmitten seiner Kreisleiter und der Ehrengäste das einfache Mittagsmahl ein.

Am Nachmittag versammelten sich in der Schu­lungshalle, in der mittags der Führer vor feinen Kreisleitern gesprochen hatte, die Ehrengäste, unter ihnen fast alle Reichsleiter, zahlreiche Statthalter, die Gauleiter, die Führer der Gliederungen der Bewegung und die Vertreter der Wehrmacht und des Staates. Der Appellplatz, zu Füßen der großen Ehrenhalle, die die Namen der 16 vor der Feld- herrnhalle Gefallenen trägt, ist freigelassen für die Ehrenformationen der SA., der SS., des Arbeits­dienstes, des Frauenarbeitsdienstes, der Schutz­polizei und der HI. Rings um den Appellplatz überragen hohe Fahnenmasten die schilfgedeckten Häuser im Burginnern. Zu der feierlichen Weihe ist auch, wie am Vormittag bei der Ankunft des Führers, die Bevölkerung zu Taufenden erschienen. Da die Reden aus der Halle auf eine Lautsprecher­anlage übertragen werden, können die auf dem Platz Versammelten auch an diesem Weiheakt teil­nehmen.

Vor Beginn der Feier schritt der Führer, aus dem Remter kommend, die Fronten der Ehren­formationen ab. Als er dann die Halle betritt, empfängt ihn begeisterter Zuruf. Auch die über 800 Kreisleiter, deren große Tagung heute mit der Rede des Führers ihren Abschluß gefunden hat, nehmen an der Feier teil.

Reichsinspekteur Schmeer begrüßte den Füh­rer, der wiederum begleitet wurde vom Stellver­treter des Führers Rudolf Heß und den Ehren­gästen aus Bewegung, Staat und Wehrmacht.

Darauf ergriff Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort. Dann übernahm

her Führer

von Dr. Ley die drei ersten Schulungsburgen der Nationalsozialistischen Partei, wobei er in einer Ansprache seiner Ueberzeugung Ausdruck gab, daß diese Schulen die Erwartungen erfüllen, die wir alle an sie knüpfen.

Als der Führer geendet hatte, erfüllte minuten­langer Jubel die Halle. Alles erhob sich von den Sitzen. Unter dem Eindruck der Ausführungen Adolf Hitlers ertönte aus der Menge heraus das Horst- Weffel-Lied. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer schloß Reichsinspekteur Schmeer den feierlichen Akt.

Zur gleichen Stunde, während der Führer auf der Ordensburg Crössinfee aus den Händen von Dr. Robert Ley die Ordensburg übernahm, stiegen in der Eifel auf der Ordensburg Vogelsang und im Allgäu auf der Burg Sonthofen die Fahnen am Mast empor. Drei Ordensburgen des Dritten Reiches erlebten damit an diesem denk­würdigen Tage ihre Weihe. Drei Stätten wirken in Zukunft, um für die Bewegung ein Führerkorps beranzubilden, das Vorbild und Beispiel zugleich für die kommenden Geschlechter sein wird.

Die Rede Dr. Leys.

Bei der Einweihung der Burg Crössinfee führte Dr. Ley aus: Vor nunmehr fast drei Jahren hat­ten Sie, mein Führer, die gerade übernommene Gewerkschaftliche Schule in Bernau besichtigt. Sie sagten damals, man müßte dieses marxistische Bau­werk des Juden May für alle Zeiten erhalten, da­mit die Nachwelt sehe, wie die Zeit war. Damals sagten Sie auch. Sie wünschten, daß demgegenüber ein Bauwerk unserer Art gebaut würde, um die Gegensätze der beiden Welten, der marxistischen und Ihrer Weltanschauung, mein Führer, dem Volk« für alle Ewigkeit zu zeigen. Das was für mich Befehl.

Sofort begann ich zu planen. Bereits im Früh­jahr 1934 wurde der Grundstein zu dieser Burg gelegt. Alsdann folgten in der Eifel Vogelfang und im Allgäu Sonthofen. Was nun entstand, das sehen