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Nr. 145 Erstes Blatt

Mittwoch, 24. Zuni W36

186. Jahrgang

Sie deutsch-französische Verständigung

grundsätzlich sich nochmals einem Abschluß des Pak- tes geneigt gezeigt, jedoch nicht gesagt, ob ihrer An- sicht nach dieser Pakt notwendigerweise durch ein Beschränkungs - Abkommen ergänzt werden sollte. Von der englischen Regierung ist in dieser Angelegenheit eine Frage gestellt worden. Auf die Antwort wird gewartet. Um den Rüstungs­wettlauf anzuhalten, der in der Luft immer schneller wird, bleibt ein Abkommen über die Be­schränkung der Luftstreitkräfte außerordentlich wünschenswert. Frankreich ist für seinen Teil bereit dazu, ob es sich dabei allein um die Luftstreitkräfte der Westmächte oder um die gesamten europäischen Luftstreitkräfte handeln sollte.

Um eine Bilanz der allgemeinen Wirtschaftslage und der Maßvahmen, den Austausch zu beleben, aufzustellen, wird die französische Regierung die Einberufung des Studienausschusses für die europäische Union beantragen, die Briand ge­schaffen hatte. Dieser Ausschuß umfaßt alle euro- päischen Staaten, ob sie Mitglieder des Völkerbun­des sind oder nicht. Deutschland wird also daran teilnehmen können, ebenso wie die Sow­jetunion zu Beginn daran teilnahm, die damals noch nicht Mitglied des Völkerbundes war.

Alle Männer, die heute auf der Regierungs- bank sitzen, so schließt die Erklärung, sind einig in der Auffassung, daß der Zu st and des bewaffneten Friedens, aus dem Ka­tastrophen entstehen, vorübergehend sein muß, und daß alle Anstrengungen darauf ge­richtet sein müssen, um seine Dauer abzukürzen.

Zuneigung interessiert, die uns mit der kleinen Entente vereinen. Ebenso notwendig ist es, alle Mittelmeer st aaten von Spanien bis zur Balkanentente in einem Abkommen zusammenzu­fassen, das ihnen die Bürgschaft gibt, daß sich keine Vorherrschaft einstellen kann in einem Meer, dessen Ufer durch eine gemeinsame Zivilisation verbunden sind.

Für Westeuropa wünschen wir ein Abkom­men, das der am 7. März eröffneten Krise ein Ende bereitet. Wir sind überzeugt, daß Italien diesen Aufgaben seine notwendige Mitarbeit leiht, Wir zweifeln nicht an der vorbehaltlosen Unter­stützung der großen britischen Demokratie. Frankreich rechnet über Großbritannien hinaus auf die herzlichen Gefühle der amerikanischen De­mokratie, der natürlichen Freundin der freien Völker. Frankreich ist des machtvollen Beistandes seines Freundes, der Sowjetunion, gewiß, mit der Frankreich ein Pakt des Beistandes, der allen offen steht, verbindet, ein Pakt, den uns unsere gemeinsame Sorge um den Frieden vorgeschrieben hat. Die französisch-polnische Freund­schaft wird eine neue Weihe in einer herzlichen unmittelbaren Suche nach besseren Formen der Zusammenarbeit zwischen zwei solida­rischen Völkern finden. Mit Belgien, Rumä­nien, der Tschechoslowakei und Jugo­slawien fühlt sich Frankreich sowohl durch Ver­träge wie durch eine enge Intimität des Gedankens und des Herzen vereint. Wir rechnen auch für die zu erfüllende große Aufgaben auf die Balkan­entente, auf die spanische Demokratie, auf alle Völker, die von Portugal bis zu den skandina­vischen Staaten über Holland so viele Unterpfänder der Treue zum Völkerbund gegeben haben.

Gautag Hessen-Nassau vom 8. bis 12 Juli 1936 in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main.

NSG. Der Gaulag Hessen-Nassau wird bereits am Mittwoch, den. 8. Juli 1936, mit der Weihe des Luftschiff- Hafens Rhein-Wain durch den Gauleiter eröffnet werden. Aus diesem An­laß sind beide Luftschiffe in Frankfurt am Alain. Das Luftschiff LZ 129Hinden­burg" wird in Frankfurt a. 7N. und der näheren Umgebung eine Gästerund­fahrt unternehmen, während LZ 127 Graf Zeppelin" am Abend nach S ü d a m e r i k a st a r t e t. Außerdem fin- det am gleichen Tage die U e b e r f i e d - lung der Lufthansaflugzeuge nach dem neuen Flugplatz statt. Auch eine Reihe von Poolflugzeugen treffen zur Weihe des Weltlufthafens ein.

Die Parteien der Volksfront haben immer f ü r eine deutsch-französische Verstän- d i g u n g gekämpft. Bei mehreren Gelegen­heiten hat der Reichskanzler seinen Willen zur Verständigung mit Frankreich bekundet. Wir haben nicht die Absicht, an seinem wort als ehemaliger Frontkämpfer, der vier Jahre lang in den Schützengräben das Elend gekannt hat, zu zweifeln. Aber so aufrichtig unser Wille zur Verständigung auch sei, wie können wir die Lehren und Erfahrungen uyd die Tatsachen ver­gessen. Die deutsche Aufrüstung ent­wickelt sich in einem täglich steigenden Rhyth­mus. Am 16. Rlärz 1935 hat Deutschland d i e rNilitärklausel des Versailler Ver­trages unter Bedingungen zurückgewiesen, die gewisse von ihm angegebene Irrtümer nicht rechtfertigen. Am 7. Rlärz 1936 hat es den freiwillig unterzeichneten Locarnopakt ver­letzt und zurückgewiesen, von dem der Reichs­kanzler bei mehreren Gelegenheiten erklärt hatte, daß er die hauptsächlichste Garantie für den europäischen Frieden darstelle. Seif diesem Zeitpunkt ist die Lage ernst geblieben. Am 19. Rlärz unterbreiteten die Locarnomächte Deutsch­land einen Plan, der greifbare Vorschläge für die Schaffung eines neuen Sicherheitsabkommens enthält. Am 24 Rlärz unterbreitete Deutschland Gegen­vorschläge, die jedes System von Abkom- men zurückweisen, das auf den gegenseitigen Beistand in den Beziehungen Deutschlands zu

seinen Nachbarn mit Ausnahme der Locarno­mächte beruht. Am 10. April beauftragten die Locarnomächte in dem Wunsche, alle Ver­söhnungsmöglichkeiten auszunühen die e n g- lische Regierung, gewisse Punkte der deutschen Denkschrift aufzuklären. Dies ist Gegenstand eines englischen Fragebogens, der am 6. Rlai in Berlin überreicht wurde. Auf diesen Fragebogen hat das Reich noch nicht geantwortet. Wird es dies morgen tun? Frankreich wird auf alle Fälle die deutschen Vorschläge in dem aufrichtigen Wunsche prü­fen, darin eine Abkommensgrund­lage zu finden. Dieses Abkommen kann aber nur verwirklicht werden, wenn es dem Grund­satz des unteilbaren Friedens ent­spricht und keine Drohungen gegen irgend jemanden enthält.

Das französische Volk weiß, daß d e r R ü - stungswettlauf zwangsläufig zum Kriege führt Es würde gern eine durch die Gemein­schaft der Völker kontrollierte Abrüstung möglich machen. Die Regierung wird zunächst die Kon­trolle der Kriegswaffenherstellung durch eine internationale, ständige Komission bean­tragen und sich jeder Maßnahme anschließen, die einstimmig ergriffen werden sollte, um die Rüstun­gen zu kontrollieren, zu beschränken und herabzu- sctzen.

Trotz aller Anstrengungen sind die Verhandlun­gen über einen Luftpakt nicht fortgeschritten, da die deutsche Regierung bisher ihre Antwort aus­geschoben hat. In ihrer letzten Denkschrift hat sie

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General-Anzeiger für Oberhesien

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Unsere Tätigkeit wird von dem Glauben an die Zukunft der kollektiven Sicher­heit beseelt sein. Wir werden nicht die Un­vorsichtigkeit begehen, bereits jetzt den Stand unserer Verteidigungskräfte unseren Hoffnungen anzugleichen. Solange ein internationaler Me­chanismus nicht den Beweis feiner Wirksamkeit erbracht hat, ist es die Pflicht Frankreichs, sich selbst gegenüber wie gegenüber seinen Freunden in der Lage zu bleiben, alle Angreifer zu entmutigen. Aber wir rufen zur internationalen Zu­sammenarbeit alle Völker und alle Re­gierungen auf, die glauben, daß der Friede auf der Achtung der frei übernommenen Ver­pflichtungen beruhen muh, die an Stelle der Umwandlung der Welt durch die Gewalt die Entwicklung unter Führung einer internationa­len Gerechtigkeit und Moral wünschen, alle die­jenigen, die entschlossen sind, wie Frankreich solidarisch alle Lasten und Verpflichtungen der kollektiven Sicherheit zu übernehmen, weil sie wie Frankreich darin die beste Garantie der nationalen Sicherheit sehen.

DieRechtettWertdasVerhallniS zu Moskau.

Der Abgeordnete M o n t i g n y von der radikalen und demokratischen Linken bedauerte, daß man sich fragen müsse, ob die kollektive Sicherheit noch als Grundlage der Politik in Frage komme. Wenn man die kollektive Sicherheit auf nur drei Mächte England, Rußland und Frankreich aufbauen wollte, so würde das sehr einem Bündnis nach der alten Formel ähneln. England wolle von einem System vollkommener kollektiver Sicherheit nichts wissen. Mithin kämen nur in Frage Sowjet­rußland, die Tschechoslowakei und Frankreich. Vom sowjetrussischen Heer habe Abgeordneter Archimbaud

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Paris, 23. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Blum verlas im Senat und Außenminister D e l- b o s in der Kammer eine Erklärung zur Außen­politik, in der es u. a. heißt: Wir wollen den Frieden für alle Völker, den Frieden mit allen Völkern. Unser Friedenswille ist zu aufrichtig, um nicht ein tätiger Friedenswille zu sein. Deshalb wollen wir mit allem Nachdruck unsere Völker­bundstreue betonen. Die Prüfungen, die der Völkerbund durchmacht, stärken unsere Entschlossen­heit, ihn zu einer wirksameren Organisa­tion der kollektiven Sicherheit auszu­bauen, die zwei Bedingungen erfordert: die Ach­tung der internationalen Verträge und die Wiederher st ellung eines durch zu viele Erschütterungen, Enttäuschungen und Befürch­tungen wankend gewordenen Vertrauens. In diesem Geist hat die Regierung das Problem der Sanktionen gegen Italien geprüft. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge wäre die Auf­reckterhaltung der Sanktionen nur noch symbo­lische Geste ohne wirkliche Wirksam­keit. Der Frieden kann nur durch dieVerstär - kung der Sicherheit der Nationen ge­festigt werden. Zunächst muß eine Gruppe von Mächten bereit sein, alle ihre Kräfte gegen den Angreifer einzusetzen. Die Art, wie in Genf der Grundsatz der Einstimmigkei t aus­gelegt wird, setzt den Völkerbundsrat außerstande, die Vorbereitung eines Streiks zu verhüten. Die französische Regierung wird Vorschlägen, dieser paradoxen Lage ein Ende zu bereiten.

Die Gründe, die den Abschluß eines Paktes zwischen allen Donau st aaten empfehlen, haben heute mehr ihren Wert als jemals. Ein sol­cher Pakt wird allen Mächten Mitteleuropas offen stehen. Wir selbst sind daran durch die Bande der

dem Pessimismus auf lange Sicht verträgt sich ein I Optimismus auf kurze Sicht. I

Und dcA Zünglein an der Waage, Deutsch­land? Italien zeigt sich dankbar und offen er­kenntlich für die kluge Politik, dle das national- sozialistische Reich während des afrikanischen Feld- ruges eingehakten hat, unbedingt neutral, Niemals schwankend, klar und loyal, wie das Gwrnale d'Jtalia in einem Leitartikel offiziöser Prägung feststellt, mit vollem Verständnis für die italienischen Lebensbelange. Darüber hinaus aber hat sich der Nationalsozialismus nach dem Welchen unverdäch­tigen Zeugen eine Stellung in der römischen Welt- betrachtuna errunaen, wie sie vor zwei Jahren un­denkbar schien. Wenn es heute von so verantwor­tungsbewußter Stelle in alle Welt hinausgerufen wird, daß gerade das Hitlerregnne den Geist der Gerechtigkeit, wie er im deutschen Volke lebe zu einer nieqekannten Größe gesteigert habe, so sollte das in erster Linie dort verstanden werden, wo man sich noch immer dem kindlichen ©lauben begibt, der Duce werde schon noch den bösen Nazlbuben tüchtig auf die Finger klopfen Rom weiß, daß das neue Deutschland nicht irgendeine sondern die ausschlaggebende Macht im mitteleuropäischen Raume ist. Und Realpolitik zu treiben roar immer das Geheimnis des geeinigten Italiens, das infolge­dessen ständig gewann, niemals verlor. Jetzt, wo es daran geht, zwischen Freund und Feind nüchtern zu unterscheiden, wird es em so bewahrtes Verfahren weniger denn je aufgeben. Auf Realpolitik ruht | das Imperium.

Der außenpolitische Kurs des Kabinetts Blum

Für Frieden, kollektive Sicherheit und Abrüstung.

zu befestigen.

Auf die Dauer, darauf liegt der ToN. Wenn es unklug und unverständlich war, den Krieg im M i t t e l m e e r als unvermeidlich zu einer Zeit an die Wand zu malen, wo ihn Italien unmöglich durchfechten hätte können, so hieße es den Kopf m den Sand stecken, heute nicht erkennen zu wollen, daß der Kampf ums Mittelmeer in eine kritische Phase eingetreten ist. Die britischen Admi­räle scheinen hier schärfer zu sehen als die Diplo­maten der Schreibtische. Was man auch sagen mag die Politik ist, wie die Mathematik nach einem beliebten italienischen Sprichwort, nur eine Mei­nung auch der beste Kenner Italiens kommt nicht um die Vermutung herum, daß England es in der Hand gehabt hätte und selbst in dieser Stunde noch hätte, den Dingen in Abessinien eine andere Wendung zu geben. Nach menschlichem Er­messen muß es als ausgeschlossen gelten, daß Rom bei dem heutigen Stand seiner Rüstung imstande wäre, gegen Großbritannien erfolgreich Krieg zu führen. Wie aber wird es morgen sein? Und die Möglichkeiten, die in dieser Frage liegen, bilden die Achse, um die sich gegenwärtig die gesamte euro­päische Politik dreht. Wir haben einen Waffenstill­stand, keinen Frieden. Daraus läßt sich ermessen, welcher Art und welcher Stärke die Spannungen sind, die zwischen dem italienischen und dem eng­lischen Pol schwingen.

Für Rom bedeutet das Imperium nicht so sehr ein greifbares Faktum, als eine Idee, eineIdee, die Bajonette gefunden hat". Das Imperium muß nicht bloß verteidigt, sondern täglich neu er­worben und erweitert werden. In Abes­sinien selber gibt es auf zwei Menschenalter hinaus in Hülle und Fülle zu tun, Rom muß nicht nur die materiellen Möglichkeiten dafür schaffen, sondern auch den politischen Boden, das heißt den Frieden. Je länger er erhalten bleiben kann, um so besser. Jede militärische Beunruhigung in Europa gefähr­det die Aufbauarbeit. Das aber heißt wiederum: stark sein, stärker als gestern. Stärker wird man nicht bloß durch vermehrte Kanonenerzeugung, man braucht dazu auch die geistige Rüstung der Nation. Und wer vermöchte diese besser zu verbürgen als der waffenbildende Faschismus? lieber eine halbe Million Parteimitglieder treten also zur Miliz über, Millionen Jungfaschisten werden militärisch aus­gebildet, und dies nicht mehr allein in Schulen und durch Geländesport, sondern in richtigen Kasernen, deren jeder größere Provinzort eine zu errichten hat So tritt neben die feldgrüne Armee eine schwarze vop schier unberechenbarer, jedenfalls aber von Jahr zu Jahr wachsenden Starke. Und 'st die Partei nicht das Volk? Es wird durchmi tarisi rt wie noch niemals in seiner Geschichte, auch nich der altrömischen.

In dem Kettenschluß der wachsenden Macht, dem England nichts Gleichwertiges entg-genzustellen hat. mögen feine Dreadnoughts zur Zeit auch noch zahlreicher und schlagkräftiger sein, bildet der po­litische Ring, den der Duce zu schmiedenisich an schickt, ein wichtiges Glied. Ganz in der Spille hat er über seinen Nachbar im Norden, die ihm schein bar so grimmig gesinnte demokratische Schweiz einen Sieg davongetragen, der viel zu wenig - achtet wird. Nicht nur stellte die Eidgenossenschaft

das Verfahren gegen die Irredentisten, deren grei­ses Haupt Eolombi ist, sang- und klanglos em sie unterdrückte auch die deutschen Schulen tm Tessin hip hputidie Zeitung dort, ja, sie verkündete, daß nicht die Aufrechterhaltung ihrer deutschen Kultur die nationale Aufgabe der dort lebenden Deutschs ickweiier sei sondern im Gegenteil ihre AssiMilie- ru7a ckre Einschmelzung ins Italienische! Al o ge- nau^das Gegenteil dessen" was Italien von ein en Büraern in der deutschen Schweiz und sonst: im Ausland verlangt. Dazu hat Bern dem > al.enischen Zmverialismus ein Lob gespendet, das sich schlecyl verträgt mit der Teilnahme der Schweiz an den Sanktionen. Kein Wunder, wenn man m Rom das Gezeter der roten Gazetten bloß noch als Witzblat futter geeignet hält.

lieber die mehr als guten jungen zu D e ft e r r e i di und Ungarn ist kein Wort zu verlierend De? f r ° nz°! iich ° Li ns ruck werd bei dem bewährten Patriotismus des Franzostu MZLLkWffW läßt sich sogar hinsichtlich England sagen. Eden, d-r bestgehaßt- Mann während des Streites streicht als erster die Sanktionsstagge ,m Rate! Durste Rom mehr erwarten? Sein Trmmph ist -in vollkomM

ää;s °'ns°d°N' Mit d-nr Beherrsty einDErnel)men zu mindestens so lange em gm it

unterhalten, als es möglich ist. Das yeitzi uM ,

politische Festigung -es Imperiums.

Von unserem römischen E.-Korrespondenten.

Rom, Ende Juni.

Mit dem Zusammenbruch der Sanktionspolitik, der dem Zerfall des -Negusreiches auf dem Fuße folgen mußte und keineswegs rühmlicher aussieht, hat nicht nur Italien einen Sieg über England da- Dongetragen, sondern auch, was die innenpolitische Welt bald spüren wird und für die außenpolitische gleichfalls seine Bedeutung haben kann, der Faschis­mus über die Demokratie. Die englische war zu schwach, die französische nicht gewillt, dem faschisti­schen Imperialismus ernstlich entgegenzutreten. Rom hat infolgedessen alle seine Ziele erreicht, der Westen seine Ideale verraten. Was auch die Oppo­sition in London, die Linke in Paris an Blitzen noch schleudern mag, aus dem italienischen Impe­rium wird sie damit kein Steinchen mehr heraus- brechen. Die Tatsache wiegt mehr als die Lust, sie zu verneinen.

Mussolini ist sich vollkommen klar darüber, daß ihn der Schwung seiner kraftbewußten Entschlossen­heit weiter vorwärtsgetragen hat, als er selbst vor Jahresfrist es ahnte, daß ihn diesmal das Schick­sal selber dazu verführte, das zu tun, was er bei dem Marsch auf Rom klug zu vermeiden suchte: stravincere, d. h. übermäßig zu siegen. Nun gilt es, das Erreichte zu sichern.

Sv schickt er nach Addis Abeba seine eiserne Faust, G r a z i a n i, um in Europa die feinen Fäden der Diplomatie selber in die Hand zu nehmen, eine Hand, die sich auf diesem Gebiet mindestens so geschickt erwiesen hat wie sein Schwert auf militärischem. Wir erleben in Rom eine Zeit ganz ähnlich derjenigen, die dem italienisch-franzö­sischen Abkommen vom 7. Januar 1935, dem Sprungbrett für die Eroberung Abessiniens, vor- ausging. Wenn es künftig in den Zeitungen etwas weniger fettgedruckt zugehen wird, weil keine offe­nen Schlachten geschlagen werden, so ist diese Stille nur eine scheinbare; in Wirklichkeit wird in den Kabinetten eifriger als je gearbeitet und ge­kämpft. Nur einer zielklaren politischen Tätigkeit ist es zu verdanken, wenn dasAbenteuer" so glücklich ausging, nur politischer Weisheit kann es gelingen, das junge Imperium auf die Dauer